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»Es ist besser stehend zu sterben als auf Knien zu leben.« Emiliano Zapata Salazar

Stuttgart: Ohne Beweise in Untersuchungshaft

In einer Presseerklärung vom 01.10.2009 erklärt die Antifaschistische Aktion (Aufbau) Stuttgart:

Am frühen Morgen des 7. Oktobers wurde ein Stuttgarter Antifaschist durch ein vermummtes Polizeiaufgebot in seiner Wohnnung festgenommen. Darauf folgte eine 22 tägige Untersuchungshaft in der JVA Stammheim. Im Zuge einer Haftprüfung vor dem Stuttgarter Amtsgericht wurde die Haft am Donnerstag, den 29. Oktober gegen eine Kaution von 3000 Euro und weitergehenden Auflagen außer Vollzug gesetzt.

Vorgeworfen wird dem Antifaschisten, am Abend des 22. September an einer Auseinandersetzung mit Neonazis in Stuttgart-Zuffenhausen beteiligt gewesen zu sein. Drei Neonazis wurden hierbei verletzt. Die Polizei konnte an diesem Abend keine weiteren an der Auseinandersetzung Beteiligten festnehmen.

Festnahme und Untersuchungshaft des Antifaschisten erfolgten 15 Tage nach dem Vorfall einzig und allein aufgrund von Aussagen der drei Neonazis. Der polizeiliche Staatsschutz in Person von Herrn Bartels legte diesen zu Vernehmungen eine größere Auswahl an Portraitfotos vor, auf denen ausschließlich migrantische Linke abgebildet waren. Die Neonazis geben vor, den beschuldigten Antifaschisten hier als Angreifer wiedererkannt zu haben.

Dass vier weitere Zeugen während der Auseinandersetzung anwesend waren, wurde im Laufe der einseitigen polizeilichen Ermittlungen nicht weiter beachtet.

Gleichzeitig gibt es mehrere Entlastungszeugen, die ein Alibi des Antifaschisten für den Zeitpunkt der Auseinandersetzung unabhängig voneinander bestätigen.

Zur Haftprüfung vor dem Stuttgarter Amtsgericht am Vormittag des 29. Oktobers war zudem eine DNA-Analyse von Gegenständen, die im Laufe der Auseinandersetzung benutzt wurden, vorliegend. Diese brachte keine Hinweise auf eine Beteiligung des Festgenommenen.

Der vorsitzende Richter entschied hier, dass die Haft aufgrund mangelnder Beweislast vorerst außer Vollzug gesetzt werden müsse. Der Staatsanwalt Biehl sprach sich für die Fortsetzung der Untersuchungshaft aus und legte Beschwerde gegen das Urteil ein. Der Prozess gegen den angeklagten Antifaschisten, der Vater eines 4 Monate alten Kindes ist, hat weiterhin Bestand.

Anna Stein, Pressesprecherin der Antifaschistischen Aktion (Aufbau) äußert zu den Ereignissen:

“Das Vorgehen der staatlichen Repressionsorgane gegen den Antifaschisten ist sicherlich ein Skandal. Ohne Beweise, einzig aufgrund von Aussagen bekannter Faschisten gegen ihre politischen Gegner, willkürlich eine mehrwöchige Untersuchungshaft zu verhängen, lässt sich nur als klaren Versuch erklären, aktive AntifaschistInnen einzuschüchtern und zu demotivieren. Dieser Fall stellt allerdings nur die Spitze des Eisberges dar. Ein derartiges Bestreben von Seiten der Stuttgarter Staatsanwaltschaft ist nichts neues. Die vehemente Verfolgung von NazigegnerInnen durch das Verbot antifaschistischer Symbole und Infostände, durch Hausdurchsuchungen und ständige Prozesse gegen AntifaschistInnen aufgrund konstruierter Vorwürfe sind nur einige Ausdrücke einer mehr als fragwürdigen politischen Linie.

Wir erklären uns solidarisch mit dem, von gezielter Repression betroffenen, Antifaschisten. Es ist nicht hinzunehmen, dass der notwendige und legitime antifaschistische Widerstand angegriffen und diffamiert werden soll. Gerade im Hinblick auf wachsende Naziaktivitäten, gilt es antifaschistisches Engagement auf allen Ebenen und mit vielen Mitteln weiter aufzubauen und zu etablieren.-
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Zuletzt bearbeitet am 02.11.2009 12:02

Brad Will: Online-Petition für getöteten Journalisten und Inhaftierten Juan Manuel Martínez

Die Kogruppe Mexiko von Amnesty International ruft zu einer unterstützenswerten Aktion zur Aufklärung der Umstände des Todes von Brad Will auf:

Am 27. Oktober 2009 jährte sich zum dritten Mal der der Todestag von Brad Will. Der US-Videojournalist wurde 2006 bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen lokalen Regierungsanhängern und der Oppositionsbewegung APPO im Bundesstaat Oaxaca erschossen. 

Nach drei Jahren ist der Fall laut Amnesty International (AI) noch immer nicht aufgeklärt. Der im Oktober 2008 wegen Mordes an Will inhaftierte Juan Manuel Martínez sitzt nach Auffassung von AI aufgrund eines fehlerhaften Verfahren unschuldig im Gefängnis. 

Die Generalstaatsanwaltschaft von Oaxaca vertritt die Theorie, dass Brad Will beim Filmen aus nächster Nähe von APPO-Anhängern erschossen wurde.
Widersprüchliche Zeugenaussagen und Untersuchungen der unabhängigen Organisation Physicians for Human Rights widersprechen dieser Auslegung allerdings. 

Trotz dieser Zweifel und juristischer Erfolge von Juan Manuels Verteidigern fand keine grundlegende Revision oder Aussetzung des Verfahrens statt. Anstelle dessen wird der Fall von den Behörden als juristischer Erfolg ausgegeben. 

Die lokale Regierung des Gouverneurs Ulises Ruiz hat ein Interesse daran, dass Hinweisen auf Täter aus Reihen der Regierungsanhänger nicht nachgegangen wird. Dies ist nicht zuletzt der Fall, weil der Oberste Gerichtshof SCJN kürzlich Ruiz und andere Politikern an den gewaltsamen Auseinandersetzungen in Oaxaca 2006 eine Mitschuld gegeben hat. Konkrete rechtliche Folgen hat dieses Urteil nicht. 

Mexikos Bundesregierung bekommt für Fortschritte im Fall des getöteten Amerikaners von den USA mehr Gelder im Rahmen des zentralamerikanischen Sicherheitsprogramms Mérida-Initiative zugestanden.

Amnesty International fordert von daher die mexikanischen Behörden auf, für ein faires Verfahren gegen Juan Manuel Martínez zu sorgen und den Tod von Brad Will unter Einbeziehung aller Erkenntnisse aufzuklären. Sie können AIs Forderung unterstützen, in dem Sie die Online-Petition auf Englisch oder Spanisch ausfüllen.

(Hierzu ist jeweils eine kurze Registrierung mit einer E-Mail-Adresse notwendig.)


Alternativ kann der englische oder spanische Appelltext im
Anhang an den Leiter der Generalstaatsanwaltschaft PGR geschickt werden:

GENERALSTAATSANWALT (LEITER DER PGR)
Lic. Arturo Chávez Chávez
Procurador General de la República
Procuraduría General de la República
Av. Paseo de la Reforma nº 211-213
Col. Cuauhtémoc, Del. Cuauhtémoc
México D.F., C.P. 06500
MÉXICO\\

Fax: +52 55 5346 0908\\
E-mail:

ofproc@pgr.gob.mx



Anrede: Señor Procurador General / Dear Attorney General

BradWillAppellen.doc
BradWillAppelles.doc


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