trueten.de

»Ein Kind, das an Leib oder Seele darbt, ist ein größerer Vorwurf gegen die Menschheit als alle Feindschaft und alle Niedertracht der Welt!« Erich Mühsam,

Keine Klimatisierung im Tiefbahnhof? Videoclip der Bahn sorgt für Hohn und Spott in den Sozialen Netzwerken

Ein aktuelles Werbevideo der Bahn mit dem Titel „Warum Stuttgart 21 keine Klimaanlage braucht“ stößt in den Sozialen Netzwerken nicht nur auf Zweifel an den Behauptungen zur Klimaverträglichkeit des Tiefbahnhofs. Vielmehr wird kübelweise Hohn und Spott über die Macher ausgeschüttet.

Die Bahn begründet ihre Aussage, eine Klimaanlage bei S21 sei unnötig, so: „Die ganzjährig rund 15 Grad kühlen Tunnel temperieren die einströmende Luft und tragen so im Sommer wie im Winter zu einem angenehmen Klima in der Bahnsteighalle bei.“

Vielleicht hätte die Bahn Erfahrungen aus anderen Tiefbahnhöfen berücksichtigen sollen? So schreibt Jeanette Müller: „Warum ist es dann unten drunter am Bahnsteig der Sbahn im Sommer so unerträglich heiß und stickig? Das ist noch tiefer im Boden.“ Einige Kommentatoren verweisen auf unerträgliche Hitze in den Londoner U-Bahnhöfen. Laut „fischX“ habe in Lissabon nachträglich mit einer Klimaanlage nachgerüstet werden müssen. Und „Easybeatz1“ fragt: „Gibt es denn für die Flächean der Oberfläche über dem Bahnhof ein Hitzekonzept? Ich sehe da viel versiegelte Fläche ohne Schatten.“ Hingewiesen wird auf die Abwärme von Zügen und Menschenmengen sowie darauf, dass durch die verglasten Lichtaugen viel Hitze eindringt.

Ganz so sachlich bleiben die meisten Kommentator:innen aber nicht. Den Vogel abgeschossen hat „RvR_22“ mit dem Vorschlag „Super, können wir für die nächsten Jahrzehnte Rentner dort unten hinbringen? Dann haben die es wenigstens kühler.“ Und „beatroot_red“ hat eine schlaue Erklärung zum Titel des Videos: „Weil der Bahnhof erst zur nächsten Eiszeit fertiggestellt sein wird. Clever.“ Ganz so humorvoll nimmt es Dieter Reicherter, Sprecher des Aktionsbündnisses, nicht: „Wenn so viele Menschen fachlich begründete Einwände und Erfahrungen vorbringen, erwarte ich von der Bahn die sofortige Veröffentlichung der wissenschaftlichen Untersuchungen zu ihrem Klimakonzept. Es wäre mir sehr recht, wenn ich nicht wie wegen der Verheimlichung des Revisionsberichts zu Stuttgart 21 einen förmlichen Antrag auf Informationszugang stellen müsste.“ 

Dipl.-Ing. Wolfgang Grohe, Mitglied der Fachgruppe Ingenieure22, ergänzt: „Es stünde der Bahn gut an, weniger auf Propaganda zu setzen und mehr auf überprüfbare Sachlichkeit zu achten. Wie schlecht steht es um das Projekt, wenn die Verantwortlichen schon zu solchen Zaubertricks greifen müssen. Fachlich sehen wir ein weiteres Riesenproblem auf die Bahnkund:innen zukommen .“

Angesichts der zur Normalität gewordenen Extremhitze muss die DB in einem Faktencheck/Stresstest nachweisen, ob und inwieweit Tiefbahnhof und S21-Tunnelsystem den neuen Herausforderungen gewachsen sind.“

Quelle: Pressemitteilung Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 17. August 2026


 

Mexiko: Mangrovenwälder in Gefahr

Das Foto zeigt das sphärenreservat Sian Ka’an in Quintana Roo, fotografiert von einem Boot aus zeigt es Mangroven

Biosphärenreservat Sian Ka’an in Quintana Roo
Foto: Tschips via wikimedia
CC BY-SA 3.0

(Mexiko-Stadt, 11. August 2026, Desinformémonos) Sechs Prozent der weltweiten Mangrovenwaldflächen befinden sich in Mexiko. Damit steht das Land auf Platz vier der Länder, in denen dieses Ökosystem beheimatet ist. Zwischen 2020 und 2025 gingen 27.622 Hektar Mangrovenwald verloren, vor allem aufgrund von Immobilienprojekten, illegaler Rodung, Landwirtschaft und Aquakultur. Laut einer Studie der Nationalen Kommission für die Erforschung und Nutzung der biologischen Vielfalt, Conabio, schrumpfte die Fläche der Mangrovenwälder in diesem Zeitraum von 905 086 Hektar auf 877 464 Hektar.

Die Studie zeigt, dass sich 61,3 Prozent der gesamten Mangrovenwälder Mexikos auf die Bundesstaaten Quintana Roo, Campeche und Yucatán konzentrieren. Den größten Verlust verzeichnete der Bundesstaat Nayarit mit einem Rückgang um 19.310 Hektar, gefolgt von Campeche mit 13.636 Hektar und Quintana Roo mit 12.927 Hektar. Die Conabio fand außerdem heraus, dass 52.130 Hektar Mangrovenwälder geschädigt, also entweder abgestorben oder im Prozess der Erholung waren. Dies bedeutet einen Anstieg der geschädigten Flächen von 538,53 Prozent gegenüber den im Jahr 2020 erfassten 9.680 Hektar. In Nayarit sind die Schäden mit 16.834 Hektar am größten, gefolgt von Campeche, Quintana Roo, Sinaloa und Yucatán. Die Behörde wies darauf hin, dass die Hauptursachen für die Verschlechterung in den meisten Fällen noch nicht ermittelt worden sind.

Wichtige Funktion der Mangrovenwälder

Die Mangrovenwälder bedecken 0,4 Prozent der Landfläche in Mexiko und wachsen in allen 17 Küstenstaaten. Sie dienen nicht nur verschiedenen Tierarten als Rückzugsgebiet und Brutstätte, sondern sind auch natürliche Barrieren gegen Hurrikane, Stürme und Überschwemmungen. In Sinaloa identifizierte die Conabio die Aquakulturen als Hauptbelastung für diese Ökosysteme, da für deren Errichtung Wald gerodet wird und die Wasserqualität beeinträchtigt wird. Angesichts des Rückgangs der Mangrovenwälder empfahl sie, jährliche Überprüfungen durchzuführen, um Belastungen festzustellen und Maßnahmen zur Wiederaufforstung der Wälder zu ergreifen.

Quelle: Nachrichtenpool Lateinamerika (NPLA)


 

Wenn sie auf dem „Torment Nexus“ bestehen oder: Dein Auto sollte dich nicht ins Gefängnis fahren

Vor ein paar Wochen hat ein selbstfahrendes Taxi der Marke Waymo in San Mateo, Kalifornien, zwei Kinder in die Hände der Polizei gebracht. Die Maschine stellte fest, dass ihre beiden 15-jährigen Fahrgäste Alkohol tranken und mit Spielzeugwaffen herumschossen, also alarmierte sie die Polizei, fuhr von selbst auf einen Parkplatz und schaltete sich aus. Die Kinder wurden daraufhin von den bewaffneten Männern (und möglicherweise Frauen) festgenommen, die gnädigerweise beschlossen, die Teenager nicht hinter Gitter zu stecken, sondern sie ihren Eltern zurückzugeben. Diesmal.

Fast jeder Artikel, den ich zu diesem Thema gelesen habe, will unbedingt betonen, dass die Kinder nicht im Auto eingesperrt waren, dass sie frei waren, zu gehen. Dass es den beiden Fünfzehnjährigen freistand, von einem beliebigen Parkplatz aus zu gehen, Gott weiß, wie weit von zu Hause entfernt. Als ob das alles in Ordnung machen würde.

Und ich habe viele Artikel über den Vorfall gelesen, weil mich mindestens ein Dutzend Leute in den Beiträgen getaggt oder mir Nachrichten dazu geschickt haben. Denn 2015 veröffentlichte Vice eine Kurzgeschichte von mir namens One Star, in der es um einen nicht-binären Graffitikünstler geht, der in einem selbstfahrenden Taxi gefangen ist, das beschließt, ihn ins Gefängnis zu fahren. Es ist eine kurze Lektüre, kaum länger als mein durchschnittlicher Newsletter.

Ich kam mir damals, als ich sie schrieb, richtig clever vor. Die Idee dazu kam mir, als ich mit ein paar Freunden in dem Van, in dem ich früher gewohnt hatte und den ich „Leviathan“ getauft hatte, quer durch das Land reiste. Weil er gigantisch war und die Zivilisation verkörperte.

Selbstfahrende Autos befanden sich zu diesem Zeitpunkt gerade mal in der Proof-of-Concept-Phase, aber ich erklärte, dass ich es toll fände, wenn „Leviathan“ von selbst fahren könnte – wenn ich einfach hinten in meinem eigenen Bett schlafen könnte, während mein Van mich dorthin bringt, wo ich hinwollte.

„Wenn sie selbstfahrende Autos erfinden, werden sie die Leute einfach ins Gefängnis fahren. Das weißt du doch, oder?“, sagte mein Freund zu mir.

Ich hatte keine Antwort für ihn, denn er hatte recht. Es gab nie eine Chance, dass eine Strafgesellschaft wie die USA selbstfahrende Autos als etwas anderes entwickeln würde als eine Erweiterung der sozialen Kontrolle und der Strafjustiz.

Also schrieb ich eine Geschichte darüber, verkaufte sie an Vice und versuchte seitdem, nicht zu viel darüber nachzudenken.

Zehn Jahre später wurde diese Geschichte wahr.


Im Jahr 2021 twitterte der „The Onion“-Autor Alex Blechman:

Der Screenshot zeigt den Tweet von Alex Blechman
Sci-Fi-Autor: In meinem Buch habe ich den „Torment Nexus“ als warnendes Beispiel erfunden. 
Tech-Unternehmen: Endlich haben wir den „Torment Nexus“ aus dem klassischen Sci-Fi-Roman „Don’t Create The Torment Nexus“ geschaffen.

Seitdem ist „Torment Nexus“ zum Synonym für die schrecklichen Dinge geworden, die Menschen (vor allem diejenigen, die Tech-Unternehmen leiten) tun und die von den schlimmsten dystopischen Vorstellungen von Science-Fiction-Autoren inspiriert zu sein scheinen.

Alex Blechman sprach konkret davon, wie Facebook seinen Namen in Meta änderte und versuchte, das Metaversum zu entwickeln – inspiriert vom Metaversum aus dem dystopischen Cyberpunk-Unternehmensroman Snow Crash von Neil Stephenson. Ich denke, das „Torment-Nexus“-typischste Beispiel für dieses Phänomen ist Palantir, das durch und durch böse Überwachungsunternehmen, benannt nach den Geräten, die von den durch und durch bösen Bösewichten aus Der Herr der Ringe verwendet werden.

Wenn wir ganz genau nehmen, halte ich das Waymo-Gefängnis-Taxi nicht für einen echten „Torment-Nexus“-Moment, denn ich bin nicht so überheblich zu glauben, dass selbstfahrende Taxis – oder ihre Fähigkeit, straffällige Jugendliche in die Hände der Polizei zu liefern – von meinen Texten inspiriert wurden.

Stattdessen habe ich mich einfach als hellsichtig erwiesen, und zwar nicht auf eine Art, die sich gut anfühlt.

Ich will den „Torment Nexus“ nicht.

Was wäre, wenn wir stattdessen alle Hron aufbauen würden, aus Margaret Killjoys erfolgreichem utopischem Roman aus einer fiktiven Welt, Please Build the Country of Hron? (Na ja, eigentlich heißt er A Country of Ghosts.)


Wir rutschen immer schneller in einen Albtraum, den niemand – außer den Machthabern – will. Wir wollen keine Flock-Kameras, die jede unserer Bewegungen verfolgen. Wir wollen unser Denken nicht einer aufgeblasenen Autovervollständigung überlassen, die die Bücher dieser Welt zerstört.

Wir wollen den Klimawandel bekämpfen. Wir sehen Städte in Flammen oder unter Wasser, und manchmal sind das unsere eigenen Städte. In der vergangenen Woche wurden in Frankreich und Spanien eine Drittelmillion Menschen durch die dortigen Brände vertrieben, und entweder du oder jemand, den du kennst, hat diesen Sommer bereits miterlebt, wie das Stromnetz unter der Last von Hitzewellen und Hitzekuppeln zu kämpfen hatte.

Die Bewegung gegen Rechenzentren ist wahrscheinlich die Bewegung, die am ehesten in der Lage ist, uns über kulturelle Grenzen hinweg in diesem Land zu vereinen. Während die traditionellen Medien mit dem kometenhaften Aufstieg von Rechenzentren und KI als Infrastruktur prahlen, würden wir alle es lieber sehen, wenn diese Anstrengungen in die Nachrüstung von Wohngebäuden für Energieeffizienz, Kühlung und Rauchfilterung fließen würden. Denn „wäre es nicht toll, wenn eine Website dir ein kleines Lied vorsingen könnte“ fühlt sich im Moment viel weniger wichtig an als „Ich möchte nicht zusehen müssen, wie meine Liebsten am Rauch der Waldbrände ersticken.“

Die einzige stromfressende Infrastruktur, über die wir uns gerade Gedanken machen müssen, ist die Klimaanlage.

Dazu habe ich nicht viel zu sagen, was über eine Aneinanderreihung von Schimpfwörtern hinausgeht.

Und unsere Autos sollten uns nicht ins Gefängnis fahren. Ich wünschte, wir könnten selbstfahrende Autos haben, aber der Strafvollzugsstaat und der Kapitalismus sind der Grund, warum wir keine schönen Dinge haben können.

Ich bin nicht gegen Technologie, zumindest nicht im abstrakten Sinne. Aber Technologie ist nicht neutral; sie wird innerhalb von Gesellschaften entwickelt und umgesetzt. Die ursprünglichen Ludditen hassten nicht die Idee von Maschinen, sie hassten die Vorstellung, dass ihre Lebensgrundlage durch Maschinen zerstört wurde. Textilarbeiter hatten zuvor in Häuschen gearbeitet – einer buchstäblichen Heimindustrie –, wurden aber plötzlich zu ersetzbaren Rädchen im industriellen Getriebe der Städte. Es ist nicht so, dass alle Arbeiter ihre Jobs verloren hätten, sondern dass ihre Arbeit von der Würde des Handwerks in das Elend der industriellen Produktion abglitt.

Und heute Morgen zitierte die New York Times einen KI-Arsch, der meinte, KI werde „das Zehnfache der industriellen Revolution mit zehnfacher Geschwindigkeit“ bringen.

Nun bin ich glücklicherweise ein kleiner KI-Optimist. Das heißt, ich glaube, dass sie zusammenbrechen und scheitern wird, anstatt diese gewaltigen, weltverändernden Dinge zu vollbringen, die keiner von uns will. Wahrscheinlich wird sie unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen. Aber wenn nicht, nun, dann gibt es bereits jetzt eine Revolte, und diese Revolte wird wachsen.

Und wenn sie auf dem „Torment Nexus“ bestehen, können wir uns weigern, ihn zu bauen.

Und wenn sie ihn trotzdem bauen, können wir ihn zerstören.

Quelle: „When They Insist Upon the Torment Nexus or: your car should not drive you to jail“ von Margaret Killjoy, 29. Juli 2026

Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.

Übersetzung, Bearbeitung: Thomas Trueten [Autorisiert]


 

Viele Hitzetote im Stuttgarter Kessel: Mit der Rosensteinbebauung wird alles noch viel schlimmer

„Aus der Extremhitze der letzten Tage in Stuttgart und dem, was uns da noch bevorsteht, muss auch der Stuttgarter Gemeinderat radikale Konsequenzen ziehen“, so Alexander Schauenburg vom Klima - und Umweltbündnis Stuttgart.

Das Logo des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21 zeigt die Silouette einer demonstrierende Menschenmenge mit dem darübergelegten Text "Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21" sowie den angedeuteten Transparenten mit dem Text "Kopf bleibt oben" und "Umstieg 21"

In der letzten Juniwoche musste die Stadt Stuttgart eine „Außergewöhnliche Einsatzlage“ (AEL) ausrufen, weil die Kliniken und Rettungsdienste am Limit arbeiteten. Bevor der Sommer so richtig begonnen hatte, zählte das Robert-Koch-Institut schon über 5000 Hitzetote bundesweit. Einen überproportionalen Anteil daran dürften hitzebedingte Tote in Stuttgart ausmachen, denn die Stadt ist aufgrund ihrer Kessel- und Windschattenlage eine Hitzeinsel und zählt daher laut Stadtklimatologie. „zu den niederschlagsärmsten Gegenden in Baden-Württemberg“. Bis 2050 rechnet die Stadt nicht nur mit deutlich mehr Starkregenereignissen, sondern „gleichzeitig mit mehr als doppelt so vielen Hitzetagen mit über 30°“, so heißt es im Klimabeschluss des Stuttgarter Gemeinderats vom 2. Juni 2022, in dem er sich auf Klimaneutralität bis 2035 verpflichtete.

„Angesichts der Erfahrungen der letzten Hitzetage und angesichts der kurz - und langfristigen Bedrohungsszenarien, muss jetzt Schluss sein mit dem verantwortungslosen Aufweichen der Klimaziele“, so Schauenburg weiter. Parallel dazu, und nicht alternativ dazu, müssen alle Register gezogen werden, um die Menschen vor den Folgen der langjährigen klimapolitischen Versäumnisse zu schützen – und vor allem nicht noch Öl ins Feuer zu gießen mit kontraproduktiven Maßnahmen, die die Hitzebelastungen besonders im Stuttgarter Kessel noch verschärfen. Damit gemeint ist das Festhalten am Bau eines neuen Stadtteils namens Rosensteinquartier mitten in die Stuttgarter Frischluftschneise. Wo doch von der Architektenkammer BaWü, der IBA 2027 u.a. längst das Signal ausgeht: „anders! bauen im Bestand“ – Wege zur Bauwende (IBA 2027).

Das KUS Logo zeigt die Erdkugel über dem blauen "K", eine Baumsilouette über dem grünen "U" und das Wappentier der Stadt Stuttgart - ein sich aufbäumendes Pferd - über dem gelben "U".

Nächtliche Fallwinde von den Hanglagen und die Windströmung von Kalten(!)tal Richtung Neckar sorgen für nächtliche Abkühleffekte, wobei der stärker abkühlende Gleiskörper des Kopfbahnhofs eine wichtige Rolle spielt. Bauhöhen von 21 bis 30m würden den Winddurchfluss in dieser klimasensiblen Zone um 40% bremsen, die inzwischen geplanten Bauhöhen von 24 bis 48m entsprechend stärker. Windbewegungen in Bodennähe kommen fast zum Erliegen, so ein leider unberücksichtigt gebliebenes Fachgutachen der Stadtklimatologie.

Angesichts des im livestream scheiternden Projekts Stuttgart21wird der Kopfbahnhof ohnehin mindestens noch 6 Jahre gebraucht - angesichts der neuen, völlig unrealistischen Inbetriebnahmetermine sicherlich noch viel länger bzw. für immer. Aufgrund der dramatischen Hitzeentwicklung in der Stadt fordern KUS und Aktionsbündnis die sofortige Umwidmung der Millionenbeträge für Personal und Bewerbung des Rosensteinquartiers zugunsten von Schutzmaßmahnen für die hitzebetroffene Bevölkerung und für die Realisierung von Wohnbau im Bestand.

Der realpolitisch unabweisbare Abschied von dem illusionären, viele Milliarden teuren Rosensteinprojekt wäre allein schon ein Gebot haushälterischer Vernunft für eine „Stadt am Limit“. Er wäre auch ein Richtungswechsel der Verkehrs- und Klimawende von rückwärts nach vorwärts, indem ein Bahnhof mit Zukunft ermöglicht würde.


„Stuttgart 2035 klimaneutral - wird das noch was?“
Diese Frage, konkret gemünzt auf das Thema Wärmewende, stellt KUS unterstützt von vielen Verbänden aus dem Umwelt- und Verkehrsbereich Vertretenden der Gemeinderatsparteien, die sich in einem gemeinsamen Beschluss 2022 auf dieses Klimaziel verpflichtet hatten – und zwar am Dienstag, den 14. Juli um 18h im Großen Saal des Stuttgarter Rathauses

Mehr dazu: Stuttgart 2035 klimaneutral

Quelle: Pressemitteilung Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 und Klima- und Umweltbündnis Stuttgart, 12. Juli 2026


 

Heisse Luft: Hohe Raumtemperaturen in Arbeitsstätten. Was erlaubt ist und wann der Arbeitgeber Maßnahmen ergreifen muss

Nur mal so als Hinweis.
Screenshot: Lufttemperatur im Arbeitsraum	Randbedingung und Maßnahmen bis +30 °C	Wenn die Außenlufttemperatur über +26 °C liegt und geeigneter Sonnenschutz bereits verwendet wird, soll der Arbeitgeber Maßnahmen nach Tabelle 4 der ASR A3.5 ergreifen. In Einzelfällen (z. B. Tragen von PSA, Verrichten schwerer Arbeit, Anwesenheit von gesundheitlich Vorbelasteten oder besonders schutzbedürftigen Beschäftigten) ist mit einer angepassten Gefährdungsbeurteilung über weitere Maßnahmen zu entscheiden. bis +35 °C	Wirksame Maßnahmen nach Tabelle 4 der ASR A3.5 müssen vom Arbeitgeber ergriffen werden. über 35 °C	Der Raum ist während der Überschreitungszeit ohne Maßnahmen wie bei Hitzearbeit (Beispiele werden in der ASR genannt) als Arbeitsraum ungeeignet.
Screenshot: BAuA
Wenn es am Arbeitsplatz zu warm ist, können das Wohlbefinden und die Gesundheit der Beschäftigten darunter leiden. Ab welchen Temperaturen, welche entsprechenden Maßnahmen erfolgen sollten, kann man im maßgeblichen Regelwerk für die Anforderung an Arbeitsstätten, enthalten in der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) erfahren. In dieser sind die Sachverhalte bezüglich der Raumtemperaturen in Arbeitsstätten verbindlich geregelt.


Mein Notfallrucksack im Jahr 2026 oder: Ausrüstung, so viel Ausrüstung

Ich muss euch ein Geständnis machen. Fast das ganze letzte Jahr über lag mein Notfallrucksack vergessen und verlassen in einer Ecke meines Schranks. Dinge, die ich mir daraus ausgeliehen hatte, wurden selten zurückgelegt.

Dafür hatte ich eine gute Ausrede: Ich habe meinen EDC-Rucksack (Everyday Carry, für diejenigen unter euch, die nicht ihre ganze Zeit damit verbringen, Prepper-Foren zu lesen) in eine Art Notfallrucksack verwandelt. Mein EDC-Rucksack enthält Hygieneartikel, Überlebensausrüstung und Erste-Hilfe-Zubehör, und ich nehme ihn sowieso meistens überallhin mit – es ist also die Tasche, die ich zu jedem Zeitpunkt am ehesten bei mir habe. Vielleicht stelle ich ihn und seinen Inhalt bald mal vor.

Also wusste ich die meiste Zeit des letzten Jahres nicht wirklich, was ich von einem Notfallrucksack erwartete. Es waren nicht „meine gesamte Campingausrüstung“ (die befindet sich in meinem Van) und es war auch nicht „das absolute Minimum, das ich bei mir haben will“ (das war in meinem EDC-Rucksack).

Aber der Sinn einer Notfalltasche ist nicht „die Tasche, die du immer dabei hast“, sondern „die Tasche, die du schnappst, wenn dein Haus brennt oder der Wald brennt oder die Faschisten auf dem Weg sind“. Es ist die erste Tasche, die du ins Auto wirfst, wenn du es wirklich eilig hast, egal ob du zu Freunden, zu einem Grenzübergang irgendwo, in ein Flüchtlingszentrum oder in den Wald fährst.

Also habe ich meine Notfalltasche als 72-Stunden-Überlebenstasche für städtische, ländliche oder vorstädtische Umgebungen neu gestaltet. Es ist keine Wander-, Camping- oder Kampftasche. Es ist einfach eine Notfalltasche.

Und ich bin wirklich zufrieden damit.

Also werde ich darüber sprechen.

Zunächst einmal geht es in diesem Beitrag nicht um Markenempfehlungen oder darum, dir zu sagen, dass du das tun musst, was ich tue.

Meine Tasche ist wahrscheinlich übertrieben. Ich habe schon immer maximal gepackt, sogar (oder gerade?) damals, als ich aus einem Rucksack lebte, was ich den größten Teil meiner 20er Jahre tat. (Ich war so ein squattender, reisender Aktivist.)

Bevor ich endlich in der Welt aufstieg und mir einen Minivan kaufte, in dem ich lebte, reiste ich mit einem großen Rucksack (wahrscheinlich so um die 65 Liter), einem hölzernen Akkordeonkoffer mit einem großen Akkordeon darin und einer Laptoptasche. Ich mochte es, meine Sachen dabei zu haben, denn das war alles, was ich besaß.

Die meisten Menschen haben nicht dieselbe Einstellung zu ihren Sachen. Mit zunehmendem Alter (und nachdem ich einen Ort gefunden habe, an dem ich meine Sachen unterbringen kann) habe ich angefangen, das Gewicht, das ich gerne mit mir herumtrage, etwas zu reduzieren, aber dies ist immer noch eine ziemlich maximalistische Ausrüstungsliste.

Wenn du noch keine Notfalltasche hast, empfehle ich dir, dir eine zusammenzustellen. In den meisten Krisen solltest du lieber „zu Hause bleiben“ als „flüchten“ und dich in deinem Zuhause in Sicherheit bringen. Bei den meisten Evakuierungen hast du ein Fahrzeug dabei. Dennoch ist die Notfalltasche ein wesentlicher Bestandteil der Vorbereitung, denn es gibt Situationen, in denen sie nützlich sein wird, aber auch, weil sie wahrscheinlich der einfachste Weg ist, um anzufangen. Das Zusammenstellen einer Notfalltasche bringt dich dazu, über Gefahren nachzudenken und darüber, wie du dich auf diese Gefahren vorbereiten kannst. Es macht auch Spaß.

Fang mit den Grundlagen an: ein Rucksack, etwas Wasser, etwas Essen, warme Kleidung, Unterwäsche. Füge nach und nach weitere Dinge hinzu: Grundausstattung für Überleben, Hygiene, Erste Hilfe, digitale Kopien von Dokumenten. Eine Taschenlampe. Ein Messer. Pfefferspray. Eine Powerbank und ein Ladekabel für dein Handy. Und mach einfach so weiter.

Es macht keinen Sinn, meine Liste einfach abzuschreiben. Wenn du meine allgemeineren Gedanken zum Zusammenstellen eines Notfallrucksacks lesen möchtest, findest du sie hier. Ich habe aber die vollständige Packliste am Ende, falls du neugierig bist.

Der Rucksack

Der Rucksack selbst ist ein Mystery Ranch Blitz 35. Ich mag ihn. Ich weiß nicht, ob ich sie so sehr mag, dass ich den Aufpreis für Mystery Ranch gezahlt hätte, und ich denke, die meisten günstigen Rucksäcke bei Amazon oder wo auch immer sind von völlig guter Qualität. Aber die wasserabweisenden Reißverschlüsse sind toll, und der große Reißverschluss an der Seite ist toll, und es ist wirklich eine gut gestaltete und bequeme Tasche, also bereue ich den Kauf nicht.
Das Foto zeigt einen liegenden, mit Molle System ausgerüsteten schwarzen Rucksack mit einer Edelstahltrinkflasche in der rechten Seitentasche


Der Inhalt

Hier ist fast alles, was ich in der Tasche habe (ein paar Dinge habe ich irgendwie nicht mit auf das Bild bekommen).
(Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)

Die obere Tasche

KN95-Masken:Ich habe ein paar davon in ihrer Verpackung dabei, die sowohl für Pandemien als auch für staubige Umgebungen gut geeignet sind.

CAT7-Blutstillungsband: Das einzige Teil aus meinem Erste-Hilfe-Set, das ich griffbereit habe, ist ein CAT7-Blutstillungsband. Diese gelten allgemein als der aktuelle Goldstandard für Blutstillungsbänder in fast jeder Situation (mit Ausnahme von sehr kleinen Gliedmaßen, wie denen eines Kindes oder Tieres). Hüte dich vor gefälschten Blutstillungsbändern und kaufe nicht nur nach dem Preis.

Die obere Vordertasche

Aufsteckbare Taschenlampe: Diese kleine Taschenlampe lässt sich an den Schirm einer Mütze klemmen. Ehrlich gesagt bevorzuge ich eine Stirnlampe, aber meine gute Stirnlampe befindet sich in meiner EDC-Tasche und meine miese hängt an einem Haken neben der Tür, und ich bringe es gerade nicht über mich, eine dritte Stirnlampe zu kaufen.

Ohrstöpsel: Es gibt einen kleinen Metallbehälter mit Ohrstöpseln darin. Das sind die etwas hochwertigeren (immer noch nicht elektrischen), die die Klangfrequenz besser bewahren als Schaumstoff-Ohrstöpsel. Ich habe sie für Konzerte gekauft, aber da sie wiederverwendbarer sind als Schaumstoff-Ohrstöpsel, liegen sie in meiner Notfalltasche. Ohrstöpsel sind nützlich, um in lauten Umgebungen zu schlafen und wenn man sich in der Nähe von lauten Geräten oder Schüssen aufhält. Genauso wie beim Konzertbesuch.

Brillenschraubendreher: Ein winziger Mehrzweck-Brillenschraubendreher zum Öffnen von Elektronikgeräten oder zum Reparieren von Brillen.

Kleines Mehrzweck-Schraubendreher-Set: Ein winziger Mehrzweck-Schraubendreher im Taschenformat mit vier Bits.

Pfeife: Eine robuste kleine Metallpfeife, die man in Notfällen zum Signalisieren und zum Verscheuchen von Staatsbeamten nutzen kann.

Taschen-Brechstange: Es ist schlecht, mit einem Messer zu brechen, besonders mit einem Klappmesser, also habe ich eine winzige EDC-Brechstange. Ehrlich gesagt ist das wahrscheinlich nicht besonders notwendig, aber ich habe sie schon, also scheiß drauf.

Multitool: Ich liebe Multitools mit Zange. Ich benutze sie ständig. Normalerweise habe ich eines am Gürtel, aber ich bewahre ein zweites Multitool in meiner Notfalltasche auf, falls ich gerade keines dabei habe. Als ich draußen lebte, habe ich es jeden Tag viele Male benutzt. Ich persönlich finde, dass Gerber eine absolut vernünftige Qualität hat, und ich habe mir nie die Mühe gemacht, ein Leatherman zu besitzen, aber billige Nachahmermarken sind mir schon oft auseinandergefallen. Als Alternative ist das Gerber Dime eine winzige Version, die sich für viele Zwecke sehr gut eignet.

Fernglas: Es macht Spaß, weit entfernte Dinge aus der Nähe zu sehen. Es gibt taktische und Überlebensgründe, warum man ein Fernglas mitnehmen möchte, aber meistens macht es einfach Spaß. Man kann Vögel beobachten.

Feuerzeug: Ein Bic-Feuerzeug funktioniert in fast jeder Umgebung sehr zuverlässig (manchmal erschweren Nässe und Kälte die Benutzung). In meinem Überlebensset in der Haupttasche ist noch ein weiteres, aber es ist praktisch, schneller auf ein Feuerzeug zugreifen zu können.

Silcock-Schlüssel: Diese Dinger, die wie metallene Pluszeichen aussehen, sind Schraubenschlüssel, die zum Öffnen und Schließen spezieller Dinge wie Wasserhähne an Raststätten oder Gasleitungen an Häusern gedacht sind. Ich habe widersprüchliche Berichte über die Qualität der billigen Modelle gehört und habe diese selbst nie getestet.

Allwetter-Notizbuch: Es gibt einige Marken dieser Notizbücher, am bekanntesten ist Rite-in-the-Rain, und mit ihnen kannst du, nun ja, im Regen schreiben.

Schreibutensilien: Ich habe einen normalen Kugelschreiber, einen Rite-in-the-Rain-Stift, einen Druckbleistift und einen Sharpie-Marker dabei. Zum Beschriften von Gegenständen.

Pfefferspray: (nicht abgebildet). Ich habe hier ein Pfefferspray mit Klappverschluss dabei, das in den meisten Selbstverteidigungssituationen nützlicher ist als eine Schusswaffe oder ein Messer, da die meisten Selbstverteidigungssituationen nicht zu tödlicher Gewalt eskalieren sollten.

Klappmesser: (nicht abgebildet). Ich habe hier ein kleines Klappmesser dabei, das zwar eine Doppelung zum Multitool darstellt, aber im Allgemeinen einfacher zu bedienen ist.

Blinklicht: (nicht abgebildet). Ein winziges rot-weißes Licht, das entweder leuchten oder blinken kann und das ich an der Rückseite des Rucksacks befestigen kann, wenn ich auf der Straße gehe und für Fahrzeuge sichtbar sein muss.

Die untere Vordertasche

Das Bild zeigt eine Tasche für Ausweise sowie Pass, Bargeld  und Hundeimpfpass

Dokumente: In einer Passhülle, die in einem Zip-Beutel steckt, bewahre ich meinen Reisepass, etwas Bargeld in verschiedenen Scheinen und den Tollwutimpfpass meines Hundes auf.

Stromversorgung:
Das Foto zeigt eine mobile Solarladestation (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)

In einem weiteren Zip-Beutel habe ich eine Solar-Powerbank (erwarte dir nicht zu viel Leistung von einem Solarpanel, vor allem nicht von einem tragbaren, aber es ist besser als nichts. Meistens lade ich diese Powerbank einfach an der Steckdose auf). Außerdem habe ich ein leistungsstarkes Netzteil dabei, das man an eine Steckdose anschließen kann und das sowohl USB-A- als auch USB-C-Anschlüsse hat. Und ich habe ein Octopus-Kabel dabei, das von USB-A zu USB-C, USB-Mini und Lightning passt. Außerdem habe ich einen Adapter zum Aufladen meiner Uhr dabei (ruhe in Frieden, meine verlorene Uhr. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben). Ich habe vor, noch ein 12-V-DC-USB-Ladegerät hinzuzufügen.

Außerhalb des Rucksacks

Elektrolyte: In der Hüftgurttasche bewahre ich eine Mischung aus Emergen-C-Päckchen und „Zipfizz“ auf, das koffeinhaltig ist und das ich noch nie probiert habe. Ich trinke kein Koffein, außer wenn ich lange Strecken fahre oder in Notfällen. Ich bewahre diese so auf, dass sie schnell griffbereit sind, um sie in eine Wasserflasche zu geben.

Wasserflaschen: In den Wasserflaschentaschen habe ich eine einwandige Titan-Wasserflasche, die nützlich ist, weil man darin bei Bedarf Wasser kochen kann, und eine vakuumisolierte Wasserflasche, die ich dazu nutze, Flüssigkeiten warm oder kalt zu halten. Ich habe Gorilla-Klebeband um den Boden der isolierten Wasserflasche gewickelt. Vielleicht ersetze ich die isolierte Wasserflasche durch eine Smart-Water-Flasche, die ich mit Leitungswasser füllen würde. Der Zweck wäre, eine Flasche mit einem normalen Schraubverschluss zu haben, was nützlich ist, um Dinge wie ein Rucksack-Bidet oder einen Wasserfilter anzubringen.

Hero Clip: Ich denke, ein normaler Karabiner würde völlig ausreichen, aber mir wurde der schicke „Hero Clip“-Karabiner angepriesen, der dafür gedacht ist, dass man seinen Rucksack leichter aufhängen kann, und so habe ich mir einen zugelegt. Daran hängt mein Rucksack gerade in meinem Schrank.

Lose im Hauptfach

Eine Baustellen-Tüte: Eine große, strapazierfähige Plastiktüte kann als Notfall-Poncho oder Unterstand dienen, aber ich habe sie hauptsächlich dabei, damit ich meinen ganzen Rucksack hineinwerfen kann, wenn ich ihn vor starkem Regen schützen muss.

Eine Baseballkappe: Nützlich, um die Sonne aus meinem Gesicht zu halten und so auszusehen, als wäre ich ein ganz normaler Mensch.

Ein Spork mit langem Stiel: Als ich draußen lebte, schwor ich auf Metall-Sporken. Ich hatte immer einen an meinem Gürtel befestigt. Diese Modelle mit längerem Stiel werden von Rucksacktouristen bevorzugt, damit sie in tiefe Dosen und Beutel (wie Rucksacktouristen-Mahlzeitenbeutel) greifen können. Ich habe zwar eigentlich keine Lebensmittel in dieser Tasche, die zubereitet werden müssen, aber der Spork ist sein Gewicht trotzdem wert.

P-Cord: Ich käme wahrscheinlich auch mit weniger P-Cord aus, aber ich denke, ich brauche es nicht nur zum Bauen von Notunterkünften, sondern auch als Leine für meinen Hund, also habe ich eine ganze Menge davon.

Eine mittelschwere Mylar-Rettungsdecke: Diese hier ist so etwas wie eine Mischung aus einer Plane und einer normalen Mylar-Rettungsdecke. Eine billige, dünne Mylar-Rettungsdecke hat mir an meinem 13. Geburtstag das Leben gerettet, als mein Zeltpartner das Zelt bei 2 °C und Regen offen gelassen hat, also schwöre ich auf sie. Diese hier ist etwas größer und dient gleichzeitig als Plane.

Ein Notbiwak: Das ist eine Rettungsdecke in Röhrenform, in die du dich hineinkuscheln kannst, um dich aufzuwärmen.

Eine Papierkarte der USA: Die bewahre ich in einem Ziplock-Beutel auf. Ich finde, das ist unverzichtbar für jeden, der in den meisten Krisen irgendwohin will. Wir sind heutzutage alle viel zu sehr auf unsere Handys angewiesen, ich selbst eingeschlossen.

Lifestraw: (nicht abgebildet). Die sind leicht und günstig und ermöglichen es dir, im Notfall Wasser direkt aus einem Bach zu trinken. Eigentlich bevorzuge und vertraue ich der Marke Sawyer viel mehr und werde dieses hier bald ersetzen, aber mein Sawyer ist bereits in meiner Campingausrüstung und ich hatte diesen Lifestraw gerade zur Hand.

Kleidung

Das Foto zeigt Kleidungsstücke (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)


Meine gesamte Kleidung befindet sich in großen Ziplock-Beuteln. Erkennst du, was meine Lieblingsfarbe ist?

Warme Kleidung: Wenn du draußen schläfst, wird dir kälter, als du denkst. Das habe ich in meiner allerersten Sommernacht draußen ohne Schlafsack gelernt. In einem Beutel bewahre ich eine synthetische Mütze, ein Woll-„Buff“ (so eine Art Wollschlauch, den man als Schal, Stirnband oder Mütze verwenden kann … es ist ein Thneed) und lange Unterwäsche aus Wolle für oben und unten auf.

Daunenjacke: Ich bewahre eine „packbare“ Daunenjacke aus Synthetik in einem separaten Ziplock-Beutel auf. Echte Daunenjacken sind wärmer und lassen sich kompakter verstauen als Synthetikdaunen, aber Synthetik bleibt auch im nassen Zustand warm und leidet nicht so sehr darunter, ständig verstaut zu sein, daher halte ich sie für den klaren Sieger im Notfall.

Regenjacke: Ich bewahre eine dünne Regenjacke mit Kapuze in einem weiteren Ziplock-Beutel auf. Sie hält den Wind gut ab und verbessert die Isolierung der darunter getragenen Schichten, außerdem hält sie natürlich den Regen ab. Ich persönlich packe keine Regenhose in diesen Rucksack, aber wenn ich an einem feuchteren Ort leben würde oder vorhätte, im Wald zu übernachten, würde ich das in Betracht ziehen.

Unterwäsche: Ich habe zwei Paar Wollsocken und zwei Paar Wollunterhosen in meinem Rucksack. Bei den Socken bin ich fest davon überzeugt, dass sie aus Wolle oder zumindest aus Synthetik sein sollten, während das Material bei der Unterwäsche etwas weniger wichtig ist. Aber die Möglichkeit, sich umzuziehen, ist sehr wichtig. Im schlimmsten Fall kannst du deine Kleidung im Waschbecken oder in einem Bach waschen und sie zum Lüften außen an deinem Rucksack hängen lassen. Luft und UV-Strahlung der Sonne leisten beide recht gute Arbeit beim Auffrischen von Socken. (Als ich in einem Van lebte, habe ich manchmal schmutzige Socken buchstäblich an mein Fenster gehängt, damit der Luftzug sie schneller trocknen ließ.)
Das Foto zeigt zusammengelegte Socken (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)


Bandana: (nicht abgebildet) Ein Baumwollbandana kann man nass machen, um sich abzukühlen, um den Hals tragen, um cool auszusehen, oder zum Vorfiltern von Wasser verwenden. Ich habe jahrelang jeden Tag ein Bandana um den Hals getragen, als ich auf Güterzügen mitfuhr – sowohl als Maske, um meine Identität zu verbergen, als auch, um den schlimmsten Rauch und andere Schadstoffe herauszufiltern.

Essen

Mein Ziel beim Essen ist es, Kalorien für etwa drei Tage dabei zu haben, die ich weder erhitzen noch in irgendeiner Weise zubereiten muss. Es ist furchtbares Essen und ich würde mich elend fühlen, aber nicht so elend, wie ich mich fühlen würde, wenn mein Körper sich selbst auffressen würde. (Allerdings gehört es auch zur Vorsorge, ein bisschen Übergewicht zu halten. Schau dir Alone an, wenn du mir nicht glaubst. )
Das Foto zeigt diverse verpackte Notrationen. (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)

Notvorräte: Die weiße Packung mit der Aufschrift „SOS“ auf diesem Foto enthält 3600 Kalorien an „Notvorräten“, bestehend aus Kohlenhydraten und Fetten. Ich habe mich noch nicht getraut, sie zu essen. Ich habe gehört, sie seien „okay“ und fade, aber nicht eklig.

Proteinriegel: Ich esse im Alltag eine peinlich hohe Anzahl an Proteinriegeln, daher sind sie eine naheliegende Wahl für einen Snack. Das sind etwa 2100 Kalorien an Proteinriegeln, insgesamt also 4700 Kalorien, was etwas weniger als 1600 Kalorien pro Tag für drei Tage ergibt – nicht viel, aber überlebbar. Ich habe keine besondere Markentreue zu diesen Marken, es ist einfach das, was ich gerade zur Hand hatte. (Ich esse allerdings zugeben, dass ich viele Protein-Kekse von Larry & Larry’s esse). Es ist wichtig, diese regelmäßig zu verbrauchen, da sie ein Verfallsdatum haben. Zum Glück bekomme ich oft Heißhunger und plündere regelmäßig meine Notfalltasche.

Elektrolyte: Mehr Elektrolyte und Koffeinpulver in der Verpflegungstasche. Die Nuun-Tabletten sind derzeit mein Favorit.

Für meinen Hund

Das Foto zeigt unter anderem einen faltbaren Wasser und Futternapf. (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)


Futter: (nicht abgebildet, außer auf dem Hauptbild oben): Ich bewahre etwa 9 Tassen Hundefutter in einem Drybag auf, den ich dann in einen weiteren Ziplock-Beutel stecke, damit mein Rucksack nicht nach Futter riecht. Darin befindet sich ein Plastik-To-Go-Behälter, der gleichzeitig als Hundenapf dienen kann.

Zusammenklappbarer Napf: Das schwarze Objekt unten rechts ist ein zusammenklappbarer Becher, den ich für Hundewasser benutze. Er ist nicht gerade der robusteste, aber für kurze Zeit reicht er aus, bis ich etwas anderes auftreibe.

Karabiner: Anstatt eine ganze Hundeleine mitzuschleppen, habe ich ein P-Kord und einen Karabiner dabei, den ich am Geschirr meines Hundes befestigen kann.

Hundekotbeutel: In vielen Krisensituationen sind eher viele Menschen auf engstem Raum zusammen als dass man sich im Wald durchschlagen muss, deshalb habe ich eine Rolle Hundekotbeutel dabei. Zusätzliche Plastiktüten sind sowieso überall nützlich.

Medikamente: Mein Hund braucht monatlich ein Mittel gegen Parasiten, deshalb habe ich eine Tablette davon dabei. Er nimmt außerdem täglich Prozac, weil er ein arbeitsloser Arbeitshund ist und ohne das Mittel sehr ängstlich wäre, und er hat auch ein Rezept für Trazodon für Notfälle, das sehr hilft, wenn er sehr gereizt reagiert (wie zum Beispiel bei einer größeren Krise). Normalerweise finde ich, dass alle Medikamente in ihren Originalflaschen aufbewahrt werden sollten, damit es bei einer Begegnung mit der Polizei nicht unangenehm wird, aber bis ich von jedem Mittel eine zusätzliche Flasche habe, die ich in der Tasche aufbewahren kann, gehe ich einfach dieses Risiko ein.

Erdnussbutter-Päckchen: (Die werde ich hinzufügen) Um ihm die Einnahme der Medikamente zu erleichtern.

Leckerlis: (Die werde ich hinzufügen) Weil er ein sehr braver Junge ist.

GPS-Hundehalsband: (Das werde ich hinzufügen). Erfordert ein Abonnement, das ich jetzt verlängern werde, da ich es mir leisten kann.

Überlebensausrüstung

In der Tasche ist ein kleines Täschchen mit Überlebensausrüstung. Es ist ziemlich minimalistisch: Es ist keine Tasche, um im Wald zu leben, sondern nur eine Tasche, die mich am Sterben hindert, falls ich dort lande.
Das Foto zeigt ein Survival Kit. (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)


Kabelbinder: Diese kleinen Dinger sind super, um im Notfall Dinge zu reparieren. Mein Vater ist überzeugt, dass sie in der Apokalypse mindestens genauso viel Wert haben werden wie Munition oder Schnaps.

Nähset: Ich habe ein kleines Fläschchen mit Nähnadeln (normale und für Leder) und Sicherheitsnadeln dabei. Ich bin es gewohnt, alles mit Zahnseide als Faden zu nähen, weil das damals so der Stil war, als ich als Crust-Punk anfing, also benutze ich dafür die Zahnseide aus meinem Hygiene-Set.

Chemlight: Auch bekannt als Leuchtstab. Tactical-Prepper-Männer sind davon besessen, weil man sie in coolen taktischen Situationen benutzt, um seinem Team Signale zu geben, aber sie machen auch irgendwie Spaß und lassen das Campen in einer schwierigen Situation besonders und magisch anmuten, und sie sind eine kleine Notbeleuchtung und Signalmethode, also was soll’s.

Kleiner Überlebensratgeber: Ein kleiner Ausdruck mit Überlebensinfos ist nicht schlecht, um ihn dabei zu haben.

Feuermachen: Ich habe hier noch ein Bic-Feuerzeug sowie Sturmstreichhölzer, Zunder und eine kleine Brennstofftablette dabei. Ich mache mir keine Gedanken um einen Feuerstahl, weil ich damit aus der Übung bin und weil das hier kein Campingrucksack ist.

Hand- und Zehenwärmer: Ich liebe diese Dinger. Ich habe sie benutzt, als ich jünger war und öfter im Schnee gezeltet habe, und dann diesen Winter, als ich nach Minneapolis fuhr, um über die Anti-ICE-Proteste zu berichten, haben sie mir wahrscheinlich die Zehen gerettet, als es etwa -15 Grad oder so waren.

Kompass: Hör mal, ich bin nicht der weltbeste Landnavigator, aber lass dich davon nicht davon abhalten, einen Kompass dabei zu haben. Manchmal kommt es einfach darauf an, zu wissen, dass man in eine konstante Richtung geht, anstatt raffinierte Tricks mit topografischen Karten oder so zu machen. Wenn du dich verlaufen hast, such dir eine Richtung aus und bleib dabei (und folge dann Bächen).

Signalspiegel: Um Licht zu reflektieren und jemandem ein Signal zu geben, oder einfach, um morgens deine Hygiene-Sachen zu erledigen.

Fresnel-Linse: Ich benutze sie eher, um den winzigen Text im Überlebensratgeber zu lesen oder nach Splittern zu suchen, als um damit ein Feuer zu entfachen, aber sie kann all das und wiegt so gut wie nichts.

P38-Dosenöffner: Dieses winzige Stück Stahl kann Dosen öffnen. Es ist unglaublich. Ich habe mich auf diese und meinen Spork verlassen, um mich satt zu halten, als ich per Anhalter unterwegs war. Diese Dinger haben mir so viele Dosen Chili beschert.

Kreditkarten-Multitool: Ich neige dazu, All-in-One-Überlebensgadgets zu hassen, aber diese hier finde ich ganz okay. Sie können vieles nur schlecht, aber sie können trotzdem vieles. Meistens habe ich es als Notfallmesser oder Schraubenzieher benutzt. Einmal habe ich zum Beispiel mein Nummernschild damit ausgetauscht.

Notfall-Angelausrüstung: Ich mag den Geschmack von Fisch nicht und wurde nie gut im Angeln, egal wie oft ich es als Kind versucht habe, und ich esse eigentlich keine Tiere, also werde ich das hier wahrscheinlich nie benutzen, aber vielleicht tut es jemand anderes, oder vielleicht bin ich mal hungrig genug, um es zu versuchen.

Wasseraufbereitungstabletten: Damit lässt sich Wasser chemisch aufbereiten, damit es trinkbar wird. Ärgerlicherweise stehen die Anweisungen und Mengenverhältnisse nicht auf den Päckchen selbst, also bewahre ich einen Teil der Verpackung dazu auf.

Hygiene-Set

Dein Hygiene-Set wirst du wahrscheinlich öfter benutzen als dein Überlebens-Set. Es ist nicht so aufregend, aber wahrscheinlich wichtiger. Es ist auch ziemlich wichtig für deine Gesundheit. Das ist immer noch ein sehr reduziertes Set. Ich würde in Erwägung ziehen, bessere Feuchttücher, eine bessere Haarbürste und vielleicht ein kleines Handtuch hinzuzufügen, aber meine Tasche ist schon ziemlich voll.
Das Foto zeigt ein Hygieneset. (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)

Dentalfloss: Zum Zähneputzen und zum Nähen. Früher hatte ich kleine Zahnseidenstäbchen in meinen Taschen, aber die landeten irgendwie überall und waren nervig, also habe ich sie nicht wirklich benutzt.

Zahnbürste und Zahnpasta: Du solltest dir die Zähne putzen, um deinetwillen und um der Menschen in deiner Umgebung willen.

Deodorant: Ich bin ehrlich, im Alltag benutze ich nicht immer Deodorant. Aber ich benutze immer Deodorant in Situationen, in denen ich mit anderen Menschen auf engstem Raum zusammen bin, wie im Bus oder im Flugzeug. Oder, na ja, in den meisten Notsituationen. Ich bevorzuge ein Hippie-Deo, aber das hier ist die Reisegröße, die ich noch herumliegen hatte.

Seifenstreifen: Der kleine gelbe Behälter enthält winzige Papierstreifen mit Seife, mit denen du dir die Hände waschen kannst – das ist unverzichtbar. (Handdesinfektionsmittel ist eigentlich bei weitem nicht so gut und beugt der Übertragung von Krankheiten, die auf fäkal-oralem Weg übertragen werden, überhaupt nicht vor. Es hat seinen Zweck und ist vielleicht eine Überlegung wert, es in ein Set aufzunehmen, ich hatte nur gerade keines zur Hand).

Schlafmaske: Je älter ich werde, desto schlechter schlafe ich in überfüllten Situationen. Eine Schlafmaske und Ohrstöpsel helfen da sehr. Wenn ich Platz hätte, würde ich noch ein ganzes Reisekissen für den Nacken hier reinpacken.

Einwegrasierer und Rasierschaum: Vielleicht musst du dich im Notfall nicht rasieren, aber einige von uns sind trans und wollen keinen Bart haben und sind mit der Laserbehandlung noch nicht fertig.

Klappbare Haarbürste und Haargummis: Ich trage meine Haare meistens in Zöpfen, aber ich muss sie trotzdem bürsten und zusammenbinden.

Famotidin: Nimm alle Medikamente mit, auf die du angewiesen bist. Ich nehme Famotidin gegen Sodbrennen.

Komprimiertes Handtuch: Die winzige weiße Scheibe ist ein Feuchttuch ohne Feuchtigkeit. Einfach Wasser hinzufügen.

Gleitgel und Kondome: Ich habe keinen supercoolen geheimen Überlebensgrund dafür. Sie dienen dazu, Sex bequemer und sicherer zu machen.

Tampons: Auch hier wieder kein supercooler geheimer Überlebensgrund. Sie sind eigentlich nicht gut geeignet, um starke Blutungen zu stoppen. Diese sind für Menschen in meinem Umfeld, die sie für ihre Menstruation brauchen.

Lippenbalsam: Ich benutze selten Lippenbalsam, aber Menschen in meinem Umfeld tun das oft, und ein Lippenbalsam mit Lichtschutzfaktor ist wichtig, wenn man durch Schnee wandern muss. Ich bin kürzlich von der zylindrischen Festform auf die Tube-Variante umgestiegen, weil die bei Hitze wahrscheinlich besser hält.

Feuchttücher: Nur ein paar kleine Feuchttücher. Es könnte sich lohnen, welche zu besorgen, die für den Outdoor-Einsatz gedacht sind, obwohl ich mich nicht wirklich dazu durchringen kann, etwas mitzunehmen, das „Dude Wipes“ heißt. Nicht, weil ich ein Mädchen bin, sondern weil die Zerbrechlichkeit von Männlichkeit urkomisch ist.

Toiletten-Set: In einem separaten Ziplock-Beutel bewahre ich Toilettenpapier, eine Wanderschaufel, ein Wanderbidet und „Travel Johns“ auf. Wenn du draußen kackst und es nicht selbst wegpackst (z. B. in einem Hundekotbeutel), dann musst du um Himmels willen zuerst ein Loch graben und deine Scheiße vergraben. Das ist für die grundlegende Hygiene unerlässlich. Dafür ist die Schaufel da. Das Wanderbidet lässt sich an einer Wasserflasche befestigen und ermöglicht es dir, dich besser zu reinigen und weniger Toilettenpapier zu verbrauchen. Die „Reise-Toilettenbeutel“ sind mit Trockenmittel gefüllte Beutel, in die du pinkeln kannst – so etwas wie Einweg-Pinkelbecher, die einigermaßen hygienisch sind und für verschiedene Genitalien geeignet sind. Man kann nicht immer draußen pinkeln und man findet nicht immer eine Toilette.

Verbandskasten

Mein Verbandskasten ist eine Kombination aus einem „Pflaster-Set“ (also alltägliche Medikamente und Hilfsmittel für kleinere Verletzungen) und einem IFAK (ein Set zur Stillung schwerer Blutungen). Ich bewahre ihn in einer eigenen Tasche oben im Rucksack auf und würde ihn außen am Rucksack befestigen, wenn ich denke, dass ich ihn wahrscheinlich brauchen werde.

Es lohnt sich für jeden (selbst für zimperliche Leute wie mich), einen „Stop the Bleed“-Kurs zu besuchen, um zu lernen, wie man vor Ort mit traumatischen Wunden umgeht, und wenn du dich wirklich dafür interessierst, einen „Care Under Fire“-Kurs, um zu lernen, wie man während eines aktiven Feuergefechts reagiert.
Das Foto zeigt Medikamente und eine erste Hilfe Ausrüstung. (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)


Gaze: Hier sind verschiedene Arten von Verbandmull zur Blutstillung enthalten. Normale Verbandmullrollen, komprimierter Verbandmull sowie „Chito-Verbandmull“, der mit einer blutstillenden Chemikalie imprägniert ist.

Nasale Atemwege: Der grüne Schlauch in der obersten Reihe. Diese sollten nur von Personen mit entsprechender Ausbildung verabreicht werden, und ehrlich gesagt ist es schon zu viele Jahre her, seit ich zuletzt einen Kurs zu ihrer Anwendung besucht habe. Diese werden in die Nase des Patienten eingeführt, um Luft an Hindernissen vorbei zu leiten. Verwende sie nicht, wenn du keinen Kurs absolviert hast, es sei denn, du gehst davon aus, dass ausgebildete Sanitäter in der Nähe sind.

Antiseptische Tücher: Zum Desinfizieren von Gegenständen und wohl auch zum Desinfizieren von Wunden (ich schreibe hier keinen medizinischen Blogbeitrag. Es gibt viele umstrittene Verwendungszwecke für verschiedene Dinge.)

Vaseline: Nützlich zum Feuermachen, und manche Leute mögen sie zur Wundversorgung (andere sagen, man sollte sie nicht zur Wundversorgung verwenden. Siehe oben.)

Brustversiegelungen: Wenn jemand in die Brust geschossen wird, entleeren sich seine Lungen wahrscheinlich und er kann nicht mehr atmen, es sei denn, du verschließt seine Brusthöhle.

Zahn-Erste-Hilfe-Set: Ich habe mich einmal auf so ein Set verlassen, als mir ein Stück Zahn fehlte und ich nicht genug Geld für eine zahnärztliche Notfallbehandlung hatte.

Rezeptfreie Medikamente: Diesmal war ich faul und habe eine kleine Packung gekauft, die eine Reihe verschiedener Medikamente enthält, anstatt mein eigenes Set zusammenzustellen. Ich empfehle Blisterpackungen oder einzeln beschriftete Dosen aller Medikamente, einschließlich der rezeptfreien. Denk an: Aspirin, Ibuprofen, Paracetamol (alles Schmerzmittel), Loperamid (gegen Durchfall), Diphenhydramin (gegen Entzündungen und Juckreiz) und was auch immer du sonst noch brauchst.

Spülspritze: Die dient dazu, Wasser tief in Wunden zu spritzen, um sie zu reinigen. Sie ist super und jeder sollte eine haben.

Medizinisches Klebeband: Zum Fixieren von Mullbinden.

Nitrilhandschuhe: Ich mag diese Paare, die in ihren eigenen kleinen Päckchen kommen.

Leukotape: Wanderer scheinen auf dieses Zeug als Kombination aus medizinischem Klebeband und Blasenvorbeugung zu schwören. Ich selbst habe es noch nicht oft benutzt. Diese Rolle ist wahrscheinlich zu groß.

Dreifach-Antibiotikum: Damit aus kleinen Wunden keine großen Probleme werden.

Jodtabletten: Die sind für Atomkatastrophen gedacht, um deine Schilddrüse mit Jod zu fluten, damit du weniger wahrscheinlich Krebs bekommst. Eigentlich sind sie für Leute über 40 kontraindiziert, aber ich habe trotzdem noch Freunde.

Medizinische Schere: Weil man Kleidung entfernen muss, um Wunden zu versorgen.

Ace-Bandage: Zum Einwickeln von Verstauchungen.

Pflaster: Für kleinere Wunden.

Schmetterlingspflaster: Um größere Wunden zu verschließen.

Pinzette: Zum Entfernen von Zecken und Splittern und wahrscheinlich noch anderen Dingen.

Sekundenkleber: (nicht abgebildet). Ein weiteres umstrittenes Mittel, das zum Verschließen von Wunden verwendet wird.

Digitales Zeug

Das Foto zeigt ein Handy und eine RFID sichere Tasche dafür. (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)


Faraday-Tasche: Diese blockiert WLAN- und Handysignale und all so etwas. Ich nehme an, sie hilft deinen elektronischen Geräten, einen EMP zu überstehen, aber ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich glaube, dass EMPs eine besonders realistische Bedrohung darstellen. Aber eine Faraday-Tasche verhindert, dass Leute wittern, dass Elektronik in der Nähe ist – was ein Weg ist, wie man gefunden werden könnte, wenn man sich versteckt. Diese Tasche ist groß genug, um nicht nur mein Ersatztelefon, sondern auch mein Haupttelefon aufzunehmen, und auch meine Uhr, falls ich das verdammte Ding jemals finde.

Ersatzhandy: Mein Ersatzhandy läuft mit einem Minuten-Tarif bei einem anderen Anbieter als mein Haupttelefon, sodass ich eher noch ein Handy habe, falls ein Anbieter ausfällt. Ich zahle 3 $/Monat für die Aufrechterhaltung der Telefonverbindung. Man kann auch einen Prepaid-Tarif nur für Daten bekommen, für den man keine Grundgebühr zahlen muss, aber ich wollte telefonieren und SMS schreiben können. Das Handy selbst enthält keinerlei persönliche Daten, aber ich habe seinen Speicher vollgestopft mit Offline-Apps. Am wichtigsten ist Kiwix, das kostenlos ist und mit dem man Datenbestände herunterladen kann (wie die gesamte Wikipedia sowie jede Menge Notfallanleitungen), und es gibt
CoMaps, das ebenfalls kostenlos ist und mit dem man Karten von überall herunterladen und dann die GPS-Funktion deines Handys nutzen kann.
Das Foto zeigt USB Sticks, eine Nintendo Switch und eine Tasche, um alles darin zu verstauen. (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)

USB-Sticks: Ich habe zwei USB-Sticks. Einer ist verschlüsselt und enthält persönliche Dokumente wie Kopien meiner Ausweise, Kreditkarten, Versicherungskarten, Fahrzeugscheine und ähnliches. Der andere ist eine Bibliothek mit Büchern, Hörbüchern und Filmen. Alles gemeinfrei, natürlich. Beide USB-Sticks haben sowohl USB-C- als auch USB-A-Anschlüsse.

Nintendo Switch: Zu guter Letzt eines der wichtigsten und am häufigsten übersehenen Dinge, die in jeden Bugout-Bag gehören … eine Videospielkonsole. Ich habe 2020 netzunabhängig gelebt und hatte nur sehr begrenzt Strom, und der Kauf dieses Geräts hat nach einem langen Arbeitstag in meiner Hütte Wunder für meine psychische Gesundheit bewirkt. Ich habe einige Spiele installiert und physische Kassetten von anderen. Ein Steam Deck ist robuster und auch cooler, weil es nicht so stark an Nintendos Ökosystem gebunden ist, aber es ist schwerer und verbraucht mehr Strom, also kommt es nicht in meinen Rucksack. Was auch immer sonst in der Welt vor sich geht, zumindest kann ich in Skyrim verschwinden, weißt du?

Überlebensradio: (Das werde ich vielleicht noch hinzufügen). Es gibt winzige Überlebensfunkgeräte, aber ich habe noch keines gefunden, das mir wirklich gefällt.

GMRS-Funkgeräte oder Amateurfunk: (Das füge ich vielleicht noch hinzu). GMRS-Funkgeräte sind wie Walkie-Talkies, nur etwas besser. Man muss keine Prüfung ablegen, um eine Lizenz zu bekommen, und man muss keine Lizenz vorzeigen, um sie zu kaufen. Ich bewahre meins (mit meiner Lizenz) derzeit in meinem Auto auf, aber vielleicht besorge ich mir noch ein Paar für meinen Rucksack. Amateurfunkgeräte sind viel leistungsstärker und viel komplizierter in der Bedienung, und wenn ich mich darin jemals verbessere oder meine Lizenz erhalte, werde ich vielleicht eines hier aufbewahren.

Auffällig abwesend

Schusswaffen: Ich bewahre keine Schusswaffen in meiner Tasche auf, und das solltest du auch nicht, es sei denn, du bewahrst deine Tasche in einer Art Tresor auf. Alle Schusswaffen sollten weggeschlossen werden, wenn du sie nicht bei dir trägst. Das ist eine grundlegende moralische Verpflichtung. Wenn du Schusswaffen hast, um die Menschen zu schützen, die du liebst, dann ist es deine Pflicht, sicherzustellen, dass sie tatsächlich für Sicherheit sorgen, indem du sie weggeschlossen aufbewahrst. Wenn ich diesen Rucksack in einer Situation schnappen würde, in der ich auch eine Schusswaffe mitnehme, würde ich ein paar zusätzliche Magazine in den Rucksack werfen.

Kocher: Manche Leute möchten vielleicht eine Möglichkeit zum Kochen in ihrer Notfalltasche haben, aber ich mache mir da keine Gedanken. Ich habe fast nie etwas aus meiner Tasche gekocht, als ich aus einem Rucksack lebte. Ich habe meistens kalte Dosen mit Chili und Brot mit Erdnussbutter und solche Sachen gegessen. Wäre dies eine Campingtasche, würde ich vielleicht einen winzigen Raketenkocher oder einen Backpacker-Kocher dabei haben, und ich habe einen Campingkocher in meinem Auto.

Mitreißendes Fazit

Und das war’s. Das ist meine Tasche. Ich werde wahrscheinlich noch mehr laminierte Dokumente hinzufügen, wie Notfallkontakte und so weiter, aber das ist es, was ich habe. Sie ist nicht leicht, aber das muss sie auch nicht sein. Sie ist nicht für den täglichen Gebrauch gedacht.

Jetzt muss ich meine EDC-Tasche systematisieren. Und meinen Wanderrucksack. Und was in meinem Auto ist. Und was in meinem Keller ist.

Die Packliste


Kleidung


  • 2 Paar Wollsocken
  • 2 Paar Wollunterwäsche
  • Thermoblock
  • Thermohose
  • Mütze
  • Daunenjacke
  • Regenjacke
  • Woll-Buff
  • Bandana
  • Baseballkappe

Licht


  • Taschenlampe
  • Blinklicht zum Wandern
  • Stirnlampe

Unterkunft


  • Notbiwak
  • Mittelschwere Rettungsdecke
  • Seil

Essen


  • Überlebensrationen (3600 Kalorien)
  • Proteinriegel (2000 Kalorien)
  • Koffein
  • Elektrolyte

Wasser


  • Titanflasche
  • Isolierte Stahlflasche mit Gorilla-Klebeband
  • Wasserfilter
  • Wasserreinigungstabletten
  • Tragbare Trinkblase

Hundepflege


  • Trazadone
  • Prozac
  • Simparico Trio
  • 3 Tage Hundefutter mit Tupperware-Napf
  • Zusammenklappbarer Napf
  • Kotbeutel
  • Erdnussbutter-Päckchen
  • Hundeleckerlis
  • Hunde-GPS und Kabel

Hygiene


  • Schlafmaske
  • Ohrstöpsel
  • Zahnbürste
  • Zahnpasta
  • Deo
  • Zahnseide
  • Einwegrasierer
  • Nagelknipser
  • Pinzette
  • Seifenstreifen
  • Tampons
  • Gleitgel
  • Kondome
  • Haargummis
  • Feuchttücher
  • Reise-Toilette
  • komprimiertes Handtuch
  • Lippenbalsam
  • Haarbürste
  • Backpacking-Bidet
  • Toilettenpapier
  • Rasiercreme-Päckchen

Werkzeuge


  • Nähset (Nadeln und Sicherheitsnadeln, Zahnseide als Faden verwenden)
  • Multitool
  • Brillenschraubendreher
  • Kleiner Schraubendreher
  • Langgreifender Spork
  • 8-Wege-Silcock
  • Karabiner / Ausrüstungshaken
  • Ultraleichte Schaufel
  • Brechstange
  • Klappmesser

Überleben


  • Pfeife
  • Baustellensack
  • Fernglas
  • Rite-in-Rain-Notizbuch
  • Stifte
  • Marker
  • Bleistift
  • Kompass
  • Handwärmer
  • Zehenwärmer
  • Signalspiegel
  • P38-Dosenöffner
  • 2x Butangasfeuerzeuge
  • Überlebens-Multitool in Kreditkartengröße
  • Chemlight
  • Sturmstreichhölzer
  • Feueranzünder-Block
  • Zunder
  • Kleiner Überlebensratgeber
  • Fresnel-Linse
  • Kabelbinder
  • Angelausrüstung

Medizin


  • Handschuhe
  • Schere
  • Leukotape
  • ACE-Bandage
  • 2x Mullbinden
  • Zahnpflegeset
  • Spülspritze
  • Sekundenkleber
  • Pflaster
  • Schmetterlingspflaster
  • Vaseline
  • Sterile Vorbereitungstücher
  • Medizinisches Klebeband
  • IOSAT
  • Trauma-Verband
  • Chito-Mull
  • Kompressionsmull
  • Nasale Atemwege
  • Brustversiegelungen
  • Dreifach-Antibiotikum
  • Paracetamol
  • Aspirin
  • Ibuprofen
  • Loperamid
  • Famotidin
  • Cat9-Blutstillungsband
  • Diphenhydramin

Elektronik


  • Solar-Akku-Bank
  • Octopus-Kabel
  • Überlebensradio / Scanner
  • GMRS oder Amateurfunk
  • Minutenabrechnung-Handy
  • Faraday-Tasche
  • Nintendo Switch

Sonstiges


  • N95-Masken
  • 500 $ oder 1000 $ oder was auch immer

Dokumente


  • Reisepass
  • Tollwut-Infos
  • Papierkarte der USA
  • Laminierte Notfallkontaktkarte
  • Laminierte Wegbeschreibung (über Nebenstraßen) und zu Fuß von zu Hause zu deinen Lieben und zurück
  • Verschlüsselter USB-Stick (A und C) mit persönlichen Dokumenten
    • Reisepass
    • Sozialversicherungskarte
    • Geburtsurkunde
    • Fahrzeugbrief
    • Hypotheken- oder Mietinformationen
    • Hausratversicherung
    • Kfz-Versicherung
    • Führerschein
    • Kreditkarten
    • Krankenversicherungskarte
    • Gewerkschaftsausweis
  • unverschlüsseltes USB-A- und USB-C-Laufwerk mit Büchern etc.
    • Überlebensratgeber
    • medizinische Ratgeber
    • Filme
    • Fernsehen
    • Hörbücher
    • E-Books


Quelle: „My Go Bag as of 2026 or: gear, so much gear“ von Margaret Killjoy, 10.Juni 2026

Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.

Übersetzung: Thomas Trueten [Autorisiert]

Ich muss nicht organisiert sein, um vorbereitet zu sein oder: Mangel an Fokus bedeutet nicht Mangel an Taten.

Ich habe diese Woche nicht viele Neuigkeiten für dich, aber zur Erinnerung: Ich führe eine Affiliate-Verkaufsliste mit den Büchern, die ich gerade lese, bei Firestorm Books, einer Buchhandlung in Asheville, die von queeren Menschen und Arbeitnehmer*innen geführt wird. Ihr bekommt 10 % Rabatt, ich bekomme 10 % Provision und Firestorm kann seine Türen offen halten, um beim Aufbau einer radikalen Infrastruktur in Appalachia zu helfen.

Und ich sage den Leuten schon seit Jahren, sie sollen sich vorbereiten, aber gerade jetzt fühlt es sich dringender an als je zuvor. Der Krieg zieht sich hin, die strategischen Ölreserven gehen zur Neige, und es gibt eine Verzögerung zwischen Versorgungsengpässen bei Herstellern und Landwirten und den Auswirkungen auf Preise und Verfügbarkeit in den Geschäften. Es ist immer am besten, sich Dinge zu besorgen, bevor es zu einem Ansturm darauf kommt. Wenn ich einen konkreten Ratschlag habe, dann diesen: Wenn bei deinem Auto ein Ölwechsel fällig ist, lass ihn jetzt machen, und es schadet nicht, eine Ölmenge für einen Ölwechsel vorrätig zu haben. Motoröl wird wahrscheinlich eher knapp werden als der Kraftstoff selbst.

Einige meiner anderen Beiträge zum Thema Vorsorge (die nicht wie dieser hinter einer Paywall liegen, da es sich hier eher um persönliche Gedanken handelt):


Ich muss nicht organisiert sein, um vorbereitet zu sein


Das Foto zeigt eine Amerikanerkrähe - Corvus Brachyrhynchos - auf einer Straße hockend
Amerikanerkrähe in den Singing Sands, Bruce Peninsula National Park, Ontario, Canada Juni 2007
Foto: Mdf
Lizenz: CC BY-SA 3.0
Da ist diese Krähe, die in der Nähe wohnt und davon überzeugt ist, dass 6 Uhr morgens eine wirklich gute Zeit ist, um zu schreien, zu singen und zu brüllen, aber ich bin überzeugt, dass 6 Uhr morgens eine wirklich gute Zeit ist, um zu schlafen. Ich bin auch davon überzeugt, dass es eine gute Idee ist, bei offenem Fenster zu schlafen, also gewinnt die Krähe diesen speziellen Willenskampf meistens, und das war heute Morgen definitiv der Fall.

Rintrah macht es nichts aus, wenn ich früh aufwache, denn er will raus, um zu pinkeln und auf Patrouille zu gehen, um sicherzustellen, dass sich über Nacht nichts Unheimliches und Stinktier-förmiges in unseren Garten geschlichen hat. Aber trotz tausender Jahre Züchtung, die ihn speziell für diesen Zweck geschaffen hat, stehle ich ihm an den meisten Morgen den Ruhm und sperre ihn drinnen ein, während ich rausgehe und zuerst den Garten überprüfe. Denn einen Hund vom Stinktiergeruch zu befreien, macht uns beide unglücklich.

Ich habe keinen guten Geruchssinn. Ich rieche meistens nur starke Gerüche, und der Geruchssinn ist interessant, weil Dinge, die stark riechen, oft schlecht riechen. Also ist das meiste, was ich riechen kann, schlecht. Katzenpisse. Verwesung. Benzin. Stinktiere.

Rintrah riecht immer noch ein bisschen nach Stinktier von dem letzten Mal, als er ein schwarz-weißes Tier aus dem Garten verjagt hat, egal wie viel Backpulver ich in sein Fell gerieben und mit Seife ausgewaschen habe. Der Geruch stört mich nicht, wenn ich ehrlich bin. Er riecht ein bisschen nach altem Gras, und ich rauche zwar nicht, aber das heißt nicht, dass ich den Geruch von altem Gras nicht mag.

Also hat mich die Krähe heute Morgen geweckt, und Rintrah ist rausgegangen und wieder zurückgekommen, und ich habe pflichtbewusst einen ganzen Memoiren-Text darüber getippt, wie ich zum ersten Mal ein Paar Dietrich-Werkzeuge bekommen habe, und dann bin ich prompt wieder eingeschlafen.

Und in diesem Text erzähle ich davon, wie ich auf meine Träume höre, wie ich die Träume, die ich im Schlaf habe, mir sagen lasse, wie ich mich im Wachzustand verhalten soll. Und als ich wieder einschlief, träumte ich nicht vom Schlösserknacken. Ich träumte von Treppen und Listen, von dem Unbehagen, das sich in letzter Zeit über mich gelegt hat, davon, wie ich versuche, Aufgaben zu lösen, und dabei scheitere, während ich mir Sorgen um meine Lieben mache.

Vielleicht schreibe ich bald mal was über das Schlösserknacken. Es war eine Geschichte, in der ich dachte, ich würde der Held sein, der als junger Hausbesetzer tapfer Schlösser knackt, um Partys und Shows zu retten, aber es war eigentlich eine Geschichte ohne Helden, und eine Geschichte, in der die meisten Figuren jung starben.

Und das ist nicht die Geschichte, die ich heute erzählen möchte. Meine Tage waren in letzter Zeit von einer gewissen Ziellosigkeit geprägt, und ich habe beschlossen, ganz im Sinne eines Anarchisten (und Autors), das dem Zeitgeist anzulasten, statt meinem Neurotyp oder den Entscheidungen, die ich getroffen habe.

Meine Gedanken sind in letzter Zeit zerstreut. Meine Tage sind in eine Reihe zusammenhangloser Aufgaben zerfallen – den Schrank streichen, zu Treffen gehen, für meine Show recherchieren und schreiben, schwere Hanteln in verschiedenen Konfigurationen stemmen, mich über Vorsorge informieren, versuchen, mich nicht in Gedanken über den Zustand der Welt zu verlieren.

Die meisten dieser Dinge mache ich schlecht, weil ich abgelenkt und unkonzentriert bin. Ich habe mich von ein paar regnerischen Wochen verwöhnen lassen und eine Woche lang das Gießen meines Gartens vernachlässigt, und die Hälfte meiner Setzlinge ist eingegangen. Das Gemüse in meinem Kühlschrank verdirbt, während ich mich von Proteinriegeln und Tiefkühlkost ernähre. Beim Schreiben für meinen Podcast nähere ich mich rasch der „die ganze Arbeit unter Tränen“-Linie auf dem Diagramm.

Ich glaube schon lange, dass ich eine nicht diagnostizierte ADHS habe, und ich habe nie eine Behandlung dafür gesucht, weil ich stattdessen mein ganzes Leben darum herum aufgebaut habe. Ich habe fünfzehn Jahre damit verbracht, alle paar Tage, Wochen oder Monate an einen neuen Ort zu ziehen. Das einzige Mal, dass sich meine Neurodiversität wie ein Problem angefühlt hat, war, als ich versucht habe, so zu arbeiten, wie es die Gesellschaft von mir erwartet – wie in den zwei Jahren, die ich bei einer gemeinnützigen Organisation gearbeitet habe und in denen ich über Medikamente nachgedacht habe.

Ich glaubte an die Arbeit, die diese Organisation leistet, aber während unserer Zoom-Anrufe schloss ich mein Digitalpiano so an, dass nur ich es hören konnte, und spielte dann hinter dem Bildschirm, während wir über die Beschaffung von Mitteln zur Unterstützung von Arbeitergenossenschaften diskutierten. Das war die einzige Möglichkeit, mich zu konzentrieren.

Podcasting funktioniert für mich ganz gut. Ich kann mich alle ein bis drei Wochen auf ein neues Thema fixieren, und meine Produzenten kümmern sich um die schwierigen Teile, wie die Terminplanung.

Aber in den letzten Wochen waren meine Gedanken, wie gesagt, zerstreut. Wenn ich nicht bei der Arbeit bin, wusele ich im Haus und im Garten herum und versuche, alles zu erledigen, fühle dabei aber eine Art Unbehagen, eine Art Vorahnung, eine Art Unwohlsein.

Ich glaube, es liegt wahrscheinlich daran, dass ich halb davon überzeugt bin, dass alles kurz vor dem Zusammenbruch steht, und dass ich irgendwie alles in Ordnung bringen muss, um das nicht nur zu überleben, sondern auch allen anderen dabei zu helfen, es zu überleben.

Ich wette, das kommt dir bekannt vor.

Das Bild zeigt den Exodus der Menschen aus den Städten. Zu sehen ist ein ramponierter alter Mercedes, in dem Kinder sitzen, drumherum eine Trümmer- und Müllwüste, Menschen, die ihre Habseligkeiten in Einkaufswägen transportieren und hoffnungslos in provisorischen Lagern sitzende Menschen.
Menschen beim Verlassen der Städte. Vision des Künstlers Zbigniew Libera - Dystopie

Der Exodus der Menschen aus den Städten ist eines der letzten Werke von Zbigniew Libera, das in seiner Form an Schlachtpanoramen anknüpft. Der Künstler entwirft eine futuristische Vision, die sich auf das literarische Motiv der toten Metropolen stützt: Die Menschen verlassen die verwildernden Städte ohne Strom und fließendes Wasser und machen sich auf die Suche nach einem besseren Ort zum Leben. Dieses Werk knüpft an Liberas frühere Zyklen „Pozytywy” (Positiv) und „Mistrzowie” (Meister) an, die sich auf die Analyse der Pressefotografie und ihre Möglichkeiten zur Gestaltung des kollektiven Gedächtnisses – sowie auf die Kanons der Kunstgeschichte – konzentrieren.

Lizenz: CC BY-SA 3.0
Ich kann dir nicht sagen, dass es ein Gefühl des Untergangs ist. Ich habe meine Angst derzeit im Griff und bin nicht vor Furcht gelähmt. Ich warte einfach nur. Bereite mich vor, auf ziemlich chaotische Weise. Ich bin mit dem Glauben aufgewachsen, die Welt sei organisiert und durchdacht, aber inzwischen habe ich gelernt, dass unsere ganze Gesellschaft nur aus halbwegs funktionierenden Menschen besteht, die so tun, als wären sie ein paar Stunden am Tag voll funktionsfähig. Diese Erkenntnis ist seltsamerweise befreiend.

Der riesige Megakonzern, der mich für meinen Podcast bezahlt, ist wahrscheinlich schlechter geführt als das durchschnittliche Netzwerk der gegenseitigen Hilfe. Er kommt eher durch seine Größe, Trägheit und den Zugang zu Ressourcen über die Runden als durch irgendein magisches Mittel, durch das Hierarchie und Kapitalismus grundsätzlich bessere Organisationssysteme wären.

Es gibt Chaos, es gibt organische Strukturen, am Grund von allem. Jeder Turm aus Stahl und Glas steht auf einem Fundament aus Erde, Fels und chaotischen Dingen. Jeder Turm aus Stahl und Glas steht auf den stärksten Dingen der Welt. Vielleicht ist es in Ordnung, dass ich in letzter Zeit einfach nur im Haus, im Garten und in meinem sozialen Umfeld herumtrödle, dass ich Dinge auf eine kaum strukturierte Art erledige. Vielleicht ist es in Ordnung, dass das Leben hauptsächlich eine Frage des Zeitverbringens ist. Ich glaube, wir sind dazu geboren, einfach irgendwas zu tun. Ich werde mein Drehbuch rechtzeitig fertigstellen. Einige meiner Pflanzen werden wachsen.

Wenn sich der langsame Zusammenbruch, den wir gerade erleben, zu beschleunigen beginnt, werde ich nicht perfekt vorbereitet sein und ich werde nicht perfekt damit umgehen. Ich werde es nicht mühelos nutzen, um eine neue und bessere Gesellschaft aufzubauen. Ich meine, ich werde es versuchen. Ich werde es wahrscheinlich nur nicht schaffen.

Wenn ich mich zwingen würde, alles perfekt zu machen, würde ich überhaupt nichts fertigbekommen.

Irgendwann werde ich mich hinsetzen und alle Lebensmittel in meinem Keller inventarisieren, die Lücken in meinem Vorrat ausfindig machen und sie füllen. Das ist eine lohnende Übung. Das habe ich gestern mit meiner Notfalltasche gemacht.

Aber selbst bevor ich eine ordentliche Bestandsaufnahme gemacht habe, hatte ich schon einen Notfallrucksack. Und darin war sogar das meiste, was ich mir wünschen würde. Ja, es gab keine Unterwäsche. Ja, die rezeptfreien Medikamente darin waren schon vor Jahren abgelaufen. Ja, ich hatte ein Ladekabel für eine Uhr, die ich 2024 verlegt habe. Aber es gab Wollsocken und einen Wasserfilter und ein Messer und Ohrstöpsel und eine Pfeife und noch viel mehr.

Und perfekt ist der Feind des Guten, und ich bin lieber gut als perfekt, und ja, ich rede mir das alles nur ein, um mich auf einen weiteren Tag vorzubereiten, an dem ich versuche, meine Arbeit zu erledigen, wohl wissend, dass alles einfacher wäre, wenn ich besser organisiert wäre, und wohl wissend, dass ich mein ganzes Leben lang darauf hinarbeiten werde und es nie schaffen werde, aber dass der Weg wichtiger ist als das Ziel.

Organisation ist großartig und wichtig. Organisation ist das, was Menschen von einer Menschenmenge zu einem Block macht. Es kann Selbstorganisation sein, aber es muss Organisation sein. Revolutionen basieren mehr auf Treffen als auf Taten. Ich bin stolz auf meine Organisation und mein Organisationsvermögen.

Aber ich bin nicht immer dazu in der Lage, und ich bin nicht immer organisiert darin, wie ich meine Organisation angehe. Und das ist okay.

Nur weil ich Gewichte hebe, heißt das nicht, dass ich ein Auto heben kann. Nur weil ich kein Auto heben kann, heißt das nicht, dass es keinen Sinn macht, Gewichte zu heben. Und ich wollte noch nie einen Vogel töten, und ich werde es auch nicht tun, aber mein Gott, bin ich versucht, diese Krähe zu erschießen.

Quelle: „I Don't Have to be Organized to be Prepared or: lack of focus doesn't mean lack of action“ von Margaret Killjoy, 03.Juni 2026

Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.

Übersetzung: Thomas Trueten [Autorisiert]

Das leere Feld, der leere Tank oder: die Öl- und Nahrungsmittelkrise

Immer wenn ich etwas richtig Untergangsstimmungsvolles schreibe, etwas, das sehr nach „Der Himmel stürzt ein“ klingt, möchte ich denselben Vorbehalt anbringen: Ich will dir nicht erzählen, dass der Himmel einstürzt. Panikmache bringt Klicks, aber eine auf Klicks basierende Wirtschaft ist eine schreckliche Sache, und ich möchte nicht in einer solchen Gesellschaft leben, also möchte ich keine Panikmache betreiben.

Meeresoberflächentemperatur April bis Juni 2023. Ab Juni kann man deutlich El Niño sehen.
Meeresoberflächentemperatur April bis Juni 2023. Ab Juni kann man deutlich El Niño sehen.
Grafik: NOAA, gemeinfrei
Aber es gibt viele Krisen, die in den nächsten Monaten ihren Höhepunkt erreichen könnten. Wir könnten den schlimmsten El Niño seit 1877 (oder schlimmer) erleben, der die Wassertemperaturen um 3 Grad Celsius ansteigen lässt. Diese Hitzewelle tötete weltweit 50 Millionen Menschen. Das ist eine Zahl von Todesopfern, die größer ist als die von zwei Ersten Weltkriegen oder etwa zwei Drittel eines Zweiten Weltkriegs. Die durch diese Erwärmung verursachte Hungersnot tötete etwa 3 % der Weltbevölkerung, was sie möglicherweise zur schlimmsten Naturkatastrophe der Menschheitsgeschichte macht. Ein modernes Äquivalent wären etwa 250 Millionen Menschen.

Die globale Gesellschaft ist heute wesentlich widerstandsfähiger gegen Hungersnöte als im 19. Jahrhundert. Heutzutage haben wir Wettervorhersagen, was hilft. Und natürlich starben bei der Hungersnot so viele Menschen, weil im Grunde das Britische Empire so viele Menschen durch absichtliche Misswirtschaft in der Situation tötete.

Ich glaube nicht, dass ein El Niño diesen Sommer 250 Millionen Menschen das Leben kosten wird. Aber Katastrophen, insbesondere weltweite Katastrophen, sind Stresstests für die Systeme, die wir eingerichtet haben.

Und wie du sicher weißt, stecken unsere derzeitigen Systeme in Schwierigkeiten.

Es wurde vielfach berichtet, dass in den USA 70 % der Landwirte nicht damit rechnen, sich Dünger für die diesjährige Ernte leisten zu können. Die moderne industrialisierte Landwirtschaft (die den Großteil der Welt ernährt) ist auf petrochemischen Dünger angewiesen, dessen Versorgung durch die US-Invasion im Iran stark beeinträchtigt wurde.

Es besteht auch eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass die europäischen Ölreserven im Mai oder Juni zur Neige gehen (ich habe beides gelesen) und dass die der USA etwa am 4. Juli ausgehen könnten, pünktlich zum 250. Jahrestag des Landes. (Ich fange an zu denken/zu hoffen, dass all die Fanartikel mit der Aufschrift „America 1776–2026“ lediglich ein Todesdatum prophezeien.) Die Erschöpfung der Reserven bedeutet nicht, dass „es kein Benzin mehr gibt“, sondern dass die USA in eine Versorgungskrise geraten werden (wir fördern etwa 60 % unseres Öls selbst und 3/4 des Rests kommen aus Nordamerika, aber wir decken unseren eigenen Bedarf nicht).

Benzin für sieben Dollar ist natürlich eine enorme Belastung für das tägliche Leben der Amerikaner, da die meisten von uns auf benzinbetriebene Autos angewiesen sind, um zur Arbeit, zum Einkaufen und so weiter zu kommen. Aber es wird auch einfach so, so viel Öl in der Lebensmittelproduktion verbraucht, von Dünger über Traktoren bis hin zum Transport.

Also… könnte es schlimm werden.

Ich habe diese seltsame Angewohnheit, Dinge eher in Wahrscheinlichkeiten zu betrachten. Ich denke mir konkrete Zahlen für meine Risikoanalyse aus, aber das sind wirklich nur Zahlen, die ich mir ausdenke. Es gibt keinen Grund, warum du meine Zahlen verwenden solltest. Dahinter steckt keine Wissenschaft.

Die meiste Zeit meines Lebens lag die Wahrscheinlichkeit, dass ein absolut dramatisches Ereignis so ziemlich alles in meinem Leben versaut (wie eine weltweite Hungersnot oder ein Weltkrieg oder ein zweiter amerikanischer Bürgerkrieg), bei etwa 1 %. Das ist eine Überlegung wert, aber kein Grund zur Sorge.

Als also 2024 die Wahrscheinlichkeit eines Bürgerkriegs auf etwa 5 % anstieg, war das ein wirklich, wirklich großer Anstieg. Das war eine Verfünffachung. Das war es wert, darüber nachzudenken. Es war immer noch nicht wahrscheinlich. Ich war nicht überrascht, dass es nicht passiert ist. Dieses Jahr? Dieses Jahr fühlt es sich an wie, ich weiß nicht, 15 %. Ich glaube, es besteht eine 15-prozentige Chance, dass dieses Jahr alles komplett den Bach runtergeht. Aber nächstes Jahr? Nach einem verdammt heißen Sommer und den Kriegen in der Ukraine und im Iran, die sich hinziehen und die weltweite Nahrungsmittelversorgung zerstören? Ich weiß es nicht. 40 %?

Ich mache mir wirklich große Sorgen.

Ich will wirklich, wirklich kein „Der Himmel stürzt ein“-Typ sein, aber etwas fällt vom Himmel, und es fühlt sich an, als könnte es der Himmel selbst sein.

Aber du solltest meine erfundenen Zahlen ignorieren, denn erstens sind sie erfunden und zweitens gibt es fast nie einen konkreten, berechenbaren Moment, in dem „die Kacke am Dampfen ist“. Was mehr oder weniger sicher ist: Benzin und Lebensmittel werden teurer werden. Und dagegen solltest du versuchen, etwas zu unternehmen, wenn du kannst.

Ich hatte nicht vor, dieses Jahr im Garten anzulegen. Das ist mein schreckliches Geheimnis. Ich bin eine schlechte Prepperin. Ich wollte mir einfach nicht die Mühe machen. Ich habe bei weitem nicht alle Tomaten, Peperoni oder Basilikum gegessen, die ich letztes Jahr angebaut habe, und das meiste landete einfach wieder im Kompost. Ich koche nicht einmal besonders viel, wenn ich ehrlich bin. Ich bin eine schlechte Anarcho-Tradwife – ich verbringe die meiste Zeit mit Schreiben und Lesen. Also wollte ich keinen Garten anlegen.

Aber ich verfolge den Krieg und das Wetter schon eine Weile, und vor ein paar Tagen habe ich gerade ein paar Kartoffeln in Eimer gepflanzt, und ich werde mich wahrscheinlich dieses Wochenende um mein Nicht-Wurzelgemüse kümmern. Einer meiner Lieblings-Prepper, Eric Shonkwiler (du liest doch When-If, oder?), hat es so ausgedrückt:

Es ist noch nicht zu spät, mit deinem Garten anzufangen – wir hatten hier eine ungewöhnliche Kälteperiode, die mich bisher davon abgehalten hat, fast alles zu pflanzen, und der Super-El-Niño sorgt so gut wie sicher dafür, dass sich unsere Vegetationsperiode, wenn wir unsere Pflanzen bewässern können, bis in den Oktober oder sogar noch später verlängert. Das kannst du dir zunutze machen.

Ich hatte eigentlich nicht vor, im Garten zu arbeiten, aber jetzt werde ich es doch tun, und schon hat es Wunder für meine Stimmung bewirkt, einfach nur etwas Erde unter den Fingernägeln zu haben. Betrachtet diesen Frühling und Sommer als eure Monate der Lebensmittelvorbereitung. Worauf auch immer ihr euch konzentrieren wollt, es ist jetzt billiger, es zu tun, als es bald sein wird, da die Preise weiter steigen.

Ich würde auch die Vorratshaltung empfehlen. Betrachte Lebensmittel in drei Kategorien: Es gibt frische Lebensmittel, die auf deiner Arbeitsplatte oder im Kühlschrank liegen und Tage bis Wochen halten, dann gibt es Vorrats- und Tiefkühlkost, die Monate bis Jahre hält, und schließlich gibt es Langzeitvorräte, die Jahrzehnte oder Jahrhunderte halten.

Um deine Vorratskammer aufzufüllen, kaufe zusätzliche Mengen an haltbaren Lebensmitteln (Konserven, Trockenprodukte, verpackte Lebensmittel), die du ohnehin isst, und verbrauche sie nach und nach. Die meisten selbstgemachten Konserven sind ebenfalls Vorratsnahrung: Die meisten getrockneten, geräucherten, eingelegten und eingemachten Lebensmittel halten Monate oder Jahre, aber keine Jahrzehnte oder Jahrhunderte. Dennoch ist dies wahrscheinlich der wichtigste und nützlichste Teil deiner Lebensmittelvorsorge. Die meisten Krisen dauern nur Monate oder Jahre, und fast niemand rechnet damit, einen Vorrat anzulegen, von dem er tatsächlich den Rest seines Lebens überleben könnte.

Langzeitvorräte können gekauft (es gibt Spezialanbieter für Eimer mit Bohnen und Reis sowie Geschäfte, die gefriergetrocknete Konserven verkaufen) oder selbst hergestellt werden. Du kannst deine eigenen Bohnen, Reis, Haferflocken, Linsen und andere solche Lebensmittel (vor allem solche ohne viel Wasser oder Fett) in Mylar-Beuteln mit Sauerstoffabsorbern lagern. Du kannst Hartkekse backen, die nach nichts schmecken und vor dem Verzehr aufgeweicht werden müssen, aber in manchen Fällen jahrhundertelang haltbar sind. Du kannst auch ein paar Tausend Euro für einen Gefriertrockner ausgeben und fast jedes Lebensmittel konservieren, das du möchtest. (Gefriergetrocknete Lebensmittel halten insgesamt wesentlich länger als dehydrierte Lebensmittel). Das Letzte habe ich noch nicht ausprobiert, aber Gemeinschaften können sich zusammentun, um gemeinsam einen zu kaufen – was wichtig ist, da es sich um echte Schwerlastgeräte handelt, die Wartung und Ölwechsel erfordern.

Da die USA zudem plötzlich ihre Soft-Power-Strategie, Entwicklungsländer zu ernähren, eingestellt haben, gibt es auf dem Markt für Regierungsüberschüsse jede Menge „humanitäre Rationen“, die spottbillig zu haben sind. Was verdammt deprimierend ist. Ich habe etwa 10 Kisten davon in meinem Keller. Die meisten Quellen (sprich: YouTube-Videos von Leuten, die sehr alte MREs essen) scheinen darauf hinzudeuten, dass sie bei richtiger Lagerung nicht besonders schnell verderben, sondern nur schlechter schmecken und weniger Nährstoffe enthalten.

Die dramatische Krise, in der wir stecken, hat auch eine positive Seite. Gottes offenes Fenster, wenn man so will.

Immer mehr Menschen können sich das Leben nicht mehr leisten. Wir haben eine echte Chance, eine radikale Umgestaltung der Gesellschaft vorzuschlagen und darauf hinzuarbeiten. Was derzeit besteht, funktioniert nicht. Wir haben die Gelegenheit, alternative Lösungen anzubieten. In Krisenzeiten werden diejenigen am ehesten gehört, die als Erste einen Aktionsplan vorschlagen.

Wir können einen Plan vorschlagen. Zum Beispiel den Aufbau einer Bottom-up-Gesellschaft aus lokalen Entscheidungsgremien, die sich zusammenschließen, um größere Probleme in größerem Maßstab anzugehen. So wie die Zapatisten, die Rojavaner oder die Anarchosyndikalisten. Vielleicht haben wir diese Chance. Es lohnt sich, darüber nachzudenken. Es lohnt sich, darauf hinzuarbeiten.

Quelle: "The Empty Field, the Empty Gas Tank or: the oil and food crisis", 16. Mai 2026 von Margaret Killjoy.

Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.

Übersetzung: Thomas Trueten [Autorisiert]


Berlin: Revolutionäre 1. Mai- Demonstration 2026

Fronttransparent der Demo mit dem Text "gegen die Gesamtscheiße - Die Zukunft gehört uns!" und einem Roten Stern mit Antifaflaggen auf der linken Seite getragen von verschiedenen Personen, dahinter eine Masse von Menschen am späten Abend.
Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv
Unter dem Motto „Gegen die Gesamtscheiße“ startete die diesjährige revolutionäre 1. Mai-Demonstration unter der Beteiligung mehrerer 10.000er Teilnehmer*innen vom Oranienplatz in Kreuzberg. Marxistische Jugendgruppen, Pali-Solidaritäts-Bewegung und ein großer Antifablock bildeten den Anfang. Ein sich schon am Mittag bildener „Menschenteppich“, durch verschiedenste angemeldete und auch nicht angemeldete Party- und Feierangebote in großen Teilen von Kreuzberg erschwerte den Start und einen geschlossenen Demozug. Stundenlange Verzögerungen waren die Folge. Ein Teil der Demo schaffte es die Route einzuhalten, der andere Teil blieb erstmal stecken. Ab dem Görlitzer Park wurde der Antifa-Block von einem dichtem Bullenspalier begleitet. Am Rande der Demo wurden Nazi-Influencer vertrieben, es gab zahlreiche Solidaritätsgrüße von Balkonen und der Bordsteinkante. Gegen 23.00 Uhr erreichte die Demonstration den Abschlußkundgebungsplatz am Südstern. Dort ließen es sich die Bullen nicht nehmen, Teile des Antifablocks anzugreifen, durch Geschlossenheit konnte dieses abgewiesen werden. Was bleibt von diesem Tag? 10.000de waren auf der Straße, organisiert und auch weniger organisiert, und ein Gefühl, das Mensch nicht allein ist mit der Gesamtscheiße um uns herum.

„Wir feiern das Leben, die Rebellion und die Befreiung. Weg damit: Wehrpflicht, Militarisierung und Kriegsregime. Feminizide, Männlichkeit und Patriarchat. Nationalismus, Faschismus und AfD. Wasserprivatisierung, Autobahnausbau und Klimakatastrophe. Regierende Bürgermeister, Zäune und nächtens geschlossene Parks. Autoritarismus, Dogmatismus und scheinbar einfache Wahrheiten. Angriffe auf Rojava, Krieg in der Ukraine und Genozid in Gaza. Racial Profiling, »kriminalitätsbelastete Orte« und neue Polizeigesetze. Finanzielle Kürzungen, Demontage des Sozialstaats und der restliche Monat am Ende des Geldes. Gefangennahme von Cilia Flores mit Ehemann, von Antifaschist*innen und unserer langjährigen Nachbarin Daniela Klette. Private Wohnungsunternehmen, steigende Energiekosten und hohe Mieten. Merz, Pistorius und alle anderen da oben. Alles Würg!

Wir finden das Leben viel zu interessant, um es für all das herzugeben. Deshalb soll die ganze Scheiße zerfallen, wie es einst Karl Marx formulierte, und dazu werden wir beitragen. Wir spielen nicht mit, wir rebellieren, wir widersetzen uns. Wir verweigern uns den auferlegten Pflichten. Wir desertieren aus diesen Verhältnissen. Wir brechen aus und nehmen uns am Ersten Mai die Straße. Denn wenn schon die Gegenwart verloren ist, so wollen wir doch die Zukunft erobern.Mit Zehntausenden werden wir am Abend des 1. Mai in Berlin zur jährlich größten Manifestation der radikalen Linken zusammenkommen. Uns eint unsere Unzufriedenheit mit dem Bestehenden und der Widerspruch zum Herrschenden, das kein Versprechen mehr für uns hat. Mit rebellischer Munterkeit laden wir zu einem Block auf der revolutionären 1.Mai-Demo alle ein: Wütende und Traurige, Lohnabhängige und vermeintlich Überflüssige, Kind und Kegel, Schlawinerinnen und Rabauken, Militante und die gesamte Bagage. In unserer Vielfalt finden wir die Einheit.“

(aus: Aufruf des Antiautoritären Blocks)


Eine gute Übersicht mit Infos zur Demo und allen anderen Aufrufen findet ihr auf der Seite von erstermai.nostate.net/

Weitere Ereignisse zu diesem Thema
Weitere Fotos im alten Bildarchiv (1980 - 2018)Links

This Saturday: All Out for No Kings Day 3!

Die Grafik zeigt eine durchgestrichene Krone sowie den Text "No Kings - No illegal Wars"
Die Grafik zeigt eine durchgestrichene Krone sowie den Text "No Kings - No illegal Wars"
Masked secret police are terrorizing our communities. An illegal, catastrophic war is putting us in danger and driving up our costs of living. Attacks on our freedom of speech, our civil rights, and our freedom to vote are happening on a daily basis. Costs are pushing families to the brink. #Trump is acting like a tyrant. But this is America, and power belongs to the people - not to wannabe kings or their billionaire cronies.

This Saturday, March 28th, we will show up together to demand, No Kings!


Please plan to join what promises to be the largest democracy, human rights, and peace demonstration in U.S. history. More than 3,000 events are planned.

FIND A NO KINGS EVENT NEAR YOU!

As President Trump escalates his attempts to control us, it is on us, the people, to show that we will fight to protect one another and our country. If he believes we will roll over and allow him to take our freedoms, he is mistaken. We are coming together on March 28 across issues, ages, races, and religions, because we know we can overcome this repression when we unite.



(In #Germany also in #Munich / #München #Nuremberg / #Nürnberg #Frankfurt #Wiesbaden #Düsseldorf #Bremen & #Hamburg)

#NoKings! #NoWars! #NoNukes! #NoICE


cronjob