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»Ich vergesse nie ein Gesicht. Aber in Ihrem Fall mache ich gerne eine Ausnahme.« Julius Henry "Groucho" Marx

Keine Klimatisierung im Tiefbahnhof? Videoclip der Bahn sorgt für Hohn und Spott in den Sozialen Netzwerken

Ein aktuelles Werbevideo der Bahn mit dem Titel „Warum Stuttgart 21 keine Klimaanlage braucht“ stößt in den Sozialen Netzwerken nicht nur auf Zweifel an den Behauptungen zur Klimaverträglichkeit des Tiefbahnhofs. Vielmehr wird kübelweise Hohn und Spott über die Macher ausgeschüttet.

Die Bahn begründet ihre Aussage, eine Klimaanlage bei S21 sei unnötig, so: „Die ganzjährig rund 15 Grad kühlen Tunnel temperieren die einströmende Luft und tragen so im Sommer wie im Winter zu einem angenehmen Klima in der Bahnsteighalle bei.“

Vielleicht hätte die Bahn Erfahrungen aus anderen Tiefbahnhöfen berücksichtigen sollen? So schreibt Jeanette Müller: „Warum ist es dann unten drunter am Bahnsteig der Sbahn im Sommer so unerträglich heiß und stickig? Das ist noch tiefer im Boden.“ Einige Kommentatoren verweisen auf unerträgliche Hitze in den Londoner U-Bahnhöfen. Laut „fischX“ habe in Lissabon nachträglich mit einer Klimaanlage nachgerüstet werden müssen. Und „Easybeatz1“ fragt: „Gibt es denn für die Flächean der Oberfläche über dem Bahnhof ein Hitzekonzept? Ich sehe da viel versiegelte Fläche ohne Schatten.“ Hingewiesen wird auf die Abwärme von Zügen und Menschenmengen sowie darauf, dass durch die verglasten Lichtaugen viel Hitze eindringt.

Ganz so sachlich bleiben die meisten Kommentator:innen aber nicht. Den Vogel abgeschossen hat „RvR_22“ mit dem Vorschlag „Super, können wir für die nächsten Jahrzehnte Rentner dort unten hinbringen? Dann haben die es wenigstens kühler.“ Und „beatroot_red“ hat eine schlaue Erklärung zum Titel des Videos: „Weil der Bahnhof erst zur nächsten Eiszeit fertiggestellt sein wird. Clever.“ Ganz so humorvoll nimmt es Dieter Reicherter, Sprecher des Aktionsbündnisses, nicht: „Wenn so viele Menschen fachlich begründete Einwände und Erfahrungen vorbringen, erwarte ich von der Bahn die sofortige Veröffentlichung der wissenschaftlichen Untersuchungen zu ihrem Klimakonzept. Es wäre mir sehr recht, wenn ich nicht wie wegen der Verheimlichung des Revisionsberichts zu Stuttgart 21 einen förmlichen Antrag auf Informationszugang stellen müsste.“ 

Dipl.-Ing. Wolfgang Grohe, Mitglied der Fachgruppe Ingenieure22, ergänzt: „Es stünde der Bahn gut an, weniger auf Propaganda zu setzen und mehr auf überprüfbare Sachlichkeit zu achten. Wie schlecht steht es um das Projekt, wenn die Verantwortlichen schon zu solchen Zaubertricks greifen müssen. Fachlich sehen wir ein weiteres Riesenproblem auf die Bahnkund:innen zukommen .“

Angesichts der zur Normalität gewordenen Extremhitze muss die DB in einem Faktencheck/Stresstest nachweisen, ob und inwieweit Tiefbahnhof und S21-Tunnelsystem den neuen Herausforderungen gewachsen sind.“

Quelle: Pressemitteilung Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 17. August 2026


 

Staatsräson vor Rechtsstaat - Wie die Ulm 5 Deutschland auf die Probe stellen

„Wir haben einen Rechtsstaat. Daran habe ich keinen Zweifel." Das war Friedrich Merz' Antwort, als er auf einer Pressekonferenz in Dublin am 28. Juli gefragt wurde, ob der Prozess gegen die sogenannten Ulm 5 ein Schauprozess sei – eine Einschätzung, die irische Politiker bereits zuvor öffentlich vertreten hatten, nachdem eine parteiübergreifende Delegation aus sechs Abgeordneten und einer Europaabgeordneten am 22. Juli 2026, dem elften Verhandlungstag, nach Stammheim gereist war, um sich den Prozess selbst anzusehen. Sie besuchten Daniel Tatlow-Devally, den irischen Staatsbürger unter den fünf Angeklagten, in der Ulmer Haftanstalt, wo er seit fast einem Jahr in Untersuchungshaft isoliert ist, durften jedoch nicht mit ihm über seinen Fall sprechen. Im Gerichtssaal untersagte ihnen die vorsitzende Richterin Kathrin Lauchstädt am nächsten Tag jegliche Mitschrift – ein Vorgehen, das die Verteidigung als skandalöse Verletzung parlamentarischer Rechte bezeichnete –, während die Angeklagten hinter einer Glasscheibe saßen, ohne vertraulich mit ihren Anwälten sprechen zu können, in einem Prozess, von dem es kein vollständiges Protokoll gibt. Politiker Richard Boyd Barrett und Barry Ward bezeichneten dies als Schauprozess.

Den Ulm 5 werden Sachbeschädigung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung nach § 129 StGB vorgeworfen, nachdem sie im September 2025 in das Ulmer Büro von Elbit Systems eingedrungen waren. Ihre Anwälte argumentieren, die Aktion sei ziviler Ungehorsam gewesen, gedeckt durch den Rechtsbegriff der Notwehr – notwendige Verteidigung, um Schaden von anderen abzuwenden –, und verweisen darauf, dass Elbit bis zu 85 Prozent der Drohnen liefert, die Israels Militär in Gaza, im Westjordanland und im Libanon einsetzt, eine Technologie, die Zivilisten getötet hat, viele von ihnen Kinder. Am selben Verhandlungstag beantragte die Verteidigung förmlich, Marian Rachow, den Geschäftsführer von Elbit Systems Deutschland, als Zeugen zu laden – in der Überzeugung, er könne die Beteiligung der deutschen Tochtergesellschaft an Israels Kriegsführung durch Technologietransfer, Ausrüstungslieferungen und finanzielle Verflechtungen bestätigen. Über die Zulassung dieses Beweisantrags hat das Gericht bislang nicht entschieden. Wochen zuvor hatte die Verteidigung bereits die Ablösung des leitenden Staatsanwalts gefordert, weil dieser keinerlei Ermittlungen gegen Elbit Deutschland geführt und die Polizei sogar angewiesen habe, in diese Richtung nicht zu ermitteln.

Zusammengenommen machen diese Anträge aus einem Sachbeschädigungsprozess die Prüfung einer größeren Frage: ob die deutsche Justiz wirklich unabhängig von der Staatsräson sein kann – jener ungeschriebenen Regel, die außerhalb des Rechts selbst wirkt –, um Israels Kriegsmaschinerie und eine mögliche deutsche Mitverantwortung daran losgelöst von Berlins Politik der bedingungslosen Unterstützung Israels zu untersuchen. Dieselbe Frage begleitete Merz, als er auf derselben Pressekonferenz gefragt wurde, warum Deutschland Sanktionen gegen Israel weiterhin ablehnt – trotz der laut UN auf einem historischen Höchststand befindlichen Gewalt im besetzten Westjordanland und eines UN-Untersuchungsausschusses, der im Juni zu dem Schluss kam, dass Israel einen Völkermord an palästinensischen Kindern in Gaza begeht. Genau darin liegt der Widerspruch, der in Stammheim aufeinanderprallt.

Vor dem Ulmer Gefängnis, in dem Daniel einsitzt, steht ein Denkmal für Hans und Sophie Scholl von der Widerstandsgruppe Weiße Rose, die in ihren Flugblättern dazu opferten, Rüstungsfabriken zu sabotieren, und die heute als Helden geehrt werden. Der deutsche Staat liest seine Geschichte als eine Schuld, die vor allem gegenüber Israel besteht. Die Ulm 5 lesen dieselbe Geschichte als Aufforderung, den Waffenfluss hin zu Massentötungen zu stoppen. Sie handelten, um zu stoppen, was ein UN-Ausschuss als Völkermord bezeichnet hat; Deutschland unterstützt Israel unter Berufung auf dieselbe Vergangenheit weiterhin militärisch wie diplomatisch – ungeachtet dessen.

Text: jW


In Erinnerung an Murray Bookchin

Das Foto zeigt  Murray Bookchin in Burlington, Vermont USA, 1990, im Alter von 69 Jahren.

Murray Bookchin in Vermont, 1990

Foto: Debbie Bookchin - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Seine ökologischen und kommunitaristischen Ideen sind nach wie vor einflussreich und umstritten

Murray Bookchin war während der gesamten zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine der bedeutendsten Stimmen in der ökologischen Debatte und verband tiefgreifendes philosophisches, anthropologisches und historisches Wissen einerseits mit brillanten politischen Einsichten andererseits. Seine intellektuelle Laufbahn ist komplex: Sie verbindet intellektuelles und militantes Engagement und reicht vom Syndikalismus über den Trotzkismus bis hin zum späteren Anarchismus. Vor allem entwickelte er das Konzept der Sozialökologie, für das er am bekanntesten ist. Die vielen Polemiken, in die er verwickelt war, machten ihn zu einer umstrittenen Figur in der anarchistischen Bewegung, doch die Relevanz und Originalität seiner Beiträge stehen außer Frage.

Vom Marxismus über den Anarchismus zum Kommunalismus

Murray Bookchins politisches Engagement begann schon in sehr jungen Jahren, beeinflusst von den sozialistischen Ideen, die ihm seine Großmutter schon als Kind vermittelt hatte. Als 15-Jähriger versuchte er, sich für den Spanischen Bürgerkrieg zu melden, wurde aber wegen seines jungen Alters abgelehnt. Als junger Fabrikarbeiter engagierte er sich in syndikalistischen Kämpfen und brach noch vor seinem 20. Lebensjahr mit seiner stalinistischen politischen Zugehörigkeit. Er schloss sich den trotzkistischen Ideen an und trat der Socialist Workers Party sowie der United Electrical Workers bei, während er bei General Motors arbeitete. Anfang der 50er Jahre begann er, sich für ökologische Themen zu interessieren, und schrieb seine ersten Essays unter dem Pseudonym Lewis Herber, um der mccarthyistischen Unterdrückung zu entgehen. Ende der 1950er Jahre sah er sich selbst als Anarchist und veröffentlichte – einige Monate vor Rachel Carsons bahnbrechendem Werk „Silent Spring“ – „Our Synthetic Environment“. Während seiner anarchistischen Jahre entwickelte er das Konzept der Sozialökologie, das sein Denken für den Rest seines Lebens prägen sollte. In den 1990er Jahren brach er mit dem Anarchismus, weil er in der Bewegung eine – wie er es nannte – primitivistische, individualistische Wende sah – eine Kritik, die er in seinem 1995 erschienenen Buch Social Anarchism or Lifestyle Anarchism thematisierte. In seinen letzten Lebensjahren prägte er den Begriff des Kommunalismus, der als seine letzte intellektuelle und politische Wende angesehen werden kann.

Sozialökologie und Post-Knappheit

Bookchins wichtigster theoretischer Beitrag zum ökologischen Denken ist zweifellos der Begriff der Sozialökologie. In einer Zeit, als die Deep-Ecology-Bewegung in den USA dominierte, schlug Bookchin eine auf Sozialkritik ausgerichtete Ökologie vor. Er argumentierte, dass die Herrschaft über die Natur ein Ergebnis sozialer Hierarchien sei und dass wir, um Ersteres zu überwinden, die Grundlage sozialer Herrschaft selbst entwurzeln müssten. Wenn sie keine Gesellschaftskritik beinhaltet, ist Ökologie bestenfalls ein moralisches Anliegen und eine Ansammlung „grüner“ Technologien, die Unterdrückung aufrechterhalten. Ökologie ist insofern sozial, als sie sich damit auseinandersetzen muss, wie die Gesellschaft (oder die „zweite Natur“) das Ergebnis der natürlichen evolutionären Entwicklung (oder der „ersten Natur“) ist. Das ermöglicht es ihm zu behaupten, dass alle Formen gesellschaftlicher Beziehungen zur Natur tatsächlich politisch sind. Jede menschliche Gesellschaft ist stets in den Kontext einer Öko-Gemeinschaft eingebettet, die sowohl nicht-menschliches Leben als auch anorganische Systeme umfasst, die das Leben erhalten.

Bookchin war der Ansicht, dass eine ökologische Gesellschaft und Politik ihr Handeln auf Zusammenarbeit und Gegenseitigkeit gründen sollten, denn gegenseitige Hilfe und Solidarität sind nicht nur ethische Werte, sondern auch die beste evolutionäre Strategie. In diesem Sinne folgte er einem Weg, der von Élisée Reclus und Peter Kropotkin bereits klar umrissen worden war. Laut Bookchin versorgt uns die Natur mit genügend Ressourcen und einer herausragenden Rationalität, die es uns ermöglicht, ökologische Technologien zu entwickeln, die jedem ein würdiges Leben ermöglichen würden – ein Leben, das frei von der Erzeugung von Bedürfnissen ist und sich stattdessen auf befreite Wünsche konzentrieren kann. Diese These steht im Mittelpunkt seines Konzepts der Post-Knappheit – ein Konzept, das er in dem Buch „Post-Knappheit-Anarchismus“ mit Anarchismus und Ökologie verknüpft.

Die Alternative, vor der wir stehen, so sagt er, lautet nicht mehr Sozialismus oder Barbarei; es ist vielmehr Anarchismus oder Vernichtung.

Libertärer Kommunalismus und der Kampf in Rojava

Die Politik der Sozialökologie ist der libertäre Kommunalismus, eine Form staatenloser Politik, die auf Dezentralisierung, direkter Demokratie und einem allgemeinen Umdenken in Bezug auf Urbanisierung und die Organisation von Arbeit basiert. Bookchins Ansichten zu diesen Themen veranlassten ihn, sich nicht nur für eine Dezentralisierung auf institutioneller Ebene einzusetzen – was dennoch ein wichtiger Grundsatz des libertären Kommunalismus ist –, sondern auch auf geografischer Ebene. Er vertrat die Ansicht, dass Großstädte in „Gemeinschaften menschlichen Maßstabs“ aufgeteilt werden sollten, was es lokalen demokratischen Versammlungen ermöglichen würde, direkte Kontrolle über die Städte und die gemeinsamen natürlichen Ressourcen auszuüben. Bookchins Ideen zum libertären Kommunalismus wurden von Abdullah Öcalan während seiner Haftjahre teilweise aufgegriffen und an den kurdischen Kontext angepasst. Öcalan entwickelte seinen demokratischen Konföderalismus, der schließlich nach der Revolution 2012 in Rojava umgesetzt wurde. In Bookchins letzten Lebensjahren gab es den Versuch, einen Besuch auf der Insel Imrali zu organisieren, wo Öcalan inhaftiert ist, doch Bookchins schlechter Gesundheitszustand ließ dies nicht zu.

Bookchin starb am 30. Juli 2006 und konnte die Rojava-Revolution nicht mehr miterleben. Anlässlich seines 20. Todestages gibt uns das Schreiben über ihn die Gelegenheit, an den enormen Einfluss seiner Ideen zu erinnern und noch einmal den Zusammenhang zwischen ökologischer und sozialer Unterdrückung sowie Befreiung zu betonen.

Quelle: Remembering Murray Bookchin, Fabio Carnevali, 30. Juli 2026

Übersetzung: Thomas Trueten [Nicht autorisiert]


 

Mexiko: Mangrovenwälder in Gefahr

Das Foto zeigt das sphärenreservat Sian Ka’an in Quintana Roo, fotografiert von einem Boot aus zeigt es Mangroven

Biosphärenreservat Sian Ka’an in Quintana Roo
Foto: Tschips via wikimedia
CC BY-SA 3.0

(Mexiko-Stadt, 11. August 2026, Desinformémonos) Sechs Prozent der weltweiten Mangrovenwaldflächen befinden sich in Mexiko. Damit steht das Land auf Platz vier der Länder, in denen dieses Ökosystem beheimatet ist. Zwischen 2020 und 2025 gingen 27.622 Hektar Mangrovenwald verloren, vor allem aufgrund von Immobilienprojekten, illegaler Rodung, Landwirtschaft und Aquakultur. Laut einer Studie der Nationalen Kommission für die Erforschung und Nutzung der biologischen Vielfalt, Conabio, schrumpfte die Fläche der Mangrovenwälder in diesem Zeitraum von 905 086 Hektar auf 877 464 Hektar.

Die Studie zeigt, dass sich 61,3 Prozent der gesamten Mangrovenwälder Mexikos auf die Bundesstaaten Quintana Roo, Campeche und Yucatán konzentrieren. Den größten Verlust verzeichnete der Bundesstaat Nayarit mit einem Rückgang um 19.310 Hektar, gefolgt von Campeche mit 13.636 Hektar und Quintana Roo mit 12.927 Hektar. Die Conabio fand außerdem heraus, dass 52.130 Hektar Mangrovenwälder geschädigt, also entweder abgestorben oder im Prozess der Erholung waren. Dies bedeutet einen Anstieg der geschädigten Flächen von 538,53 Prozent gegenüber den im Jahr 2020 erfassten 9.680 Hektar. In Nayarit sind die Schäden mit 16.834 Hektar am größten, gefolgt von Campeche, Quintana Roo, Sinaloa und Yucatán. Die Behörde wies darauf hin, dass die Hauptursachen für die Verschlechterung in den meisten Fällen noch nicht ermittelt worden sind.

Wichtige Funktion der Mangrovenwälder

Die Mangrovenwälder bedecken 0,4 Prozent der Landfläche in Mexiko und wachsen in allen 17 Küstenstaaten. Sie dienen nicht nur verschiedenen Tierarten als Rückzugsgebiet und Brutstätte, sondern sind auch natürliche Barrieren gegen Hurrikane, Stürme und Überschwemmungen. In Sinaloa identifizierte die Conabio die Aquakulturen als Hauptbelastung für diese Ökosysteme, da für deren Errichtung Wald gerodet wird und die Wasserqualität beeinträchtigt wird. Angesichts des Rückgangs der Mangrovenwälder empfahl sie, jährliche Überprüfungen durchzuführen, um Belastungen festzustellen und Maßnahmen zur Wiederaufforstung der Wälder zu ergreifen.

Quelle: Nachrichtenpool Lateinamerika (NPLA)


 

There are only two roads...

Das Bild zeigt Buenaventura Durruti in jungen Jahren im Anzug

 

 

 

 

 

 

 

Buenaventura Durruti (1896–1936)

"There are only two roads, victory for the working class, freedom, or victory for the fascists which means tyranny. Both combatants know, what's in store for the loser."

José Buenaventura Durruti Dumange


 

Alle Schönheit liegt jenseits der Angst oder: Das Wechselspiel aus Nostalgie und Angst - und außerdem war ich im Urlaub

Ich weiß nicht, ob du schon mal versucht hast, im Sommer in einem State Park zu zelten, aber heutzutage ähneln die meisten eher Wohnmobil-Städten als dem, was man traditionell mit Campingplätzen verbindet. Für die Leute, die das mögen, ist es wahrscheinlich unglaublich schön. Es ist wahrscheinlich unglaublich schön, eine Woche lang mit der Familie in deinem geldverschlingenden Wohnmobil abzuhauen, um unter den Bäumen zu schlafen, während der Generator läuft und die LED-Unterbodenbeleuchtung blinkt, umgeben von einer vorübergehenden, aber freundlichen Gemeinschaft.

So bin ich nicht aufgewachsen. Wir sind in Zelten zelten gegangen, und wir sind nicht dorthin gefahren, um uns im Grunde wie in einer provisorischen Stadt zu fühlen. Aber ich stelle mir gerne vor, dass ich, wenn es so gewesen wäre, die Freiheit geliebt hätte, auf Wanderwegen herumzustreunen, Frösche zu fangen und in Seen zu schwimmen, um dann nach Hause zu kommen – zu warmem Essen, kühler Luft und einem Bett, das kein Schlafsack ist. Ich hätte die vorübergehende Gemeinschaft geliebt, die vorübergehenden Freunde, die vorübergehenden Lieben.

Mit vorübergehenden Freunden kam ich immer besser zurecht als mit Schulfreunden. Ich kam immer besser zurecht, wenn ich bei Null anfangen konnte – mit Leuten, die nicht wussten, dass ich das unbeliebte Kind war, das sie verprügeln, mit dem sie keinen Spaß haben oder in das sie sich nicht verlieben sollten.

Aber nichts davon ging mir letzte Woche durch den Kopf, als ich um 23 Uhr ein winziges Backpacking-Zelt auf einem winzigen Stück Sand und Erde in einem State Park in Michigan aufstellte. Wir waren nicht mehr als zehn Fuß von unseren nächsten Nachbarn entfernt, nicht mehr als zwanzig Fuß von einem Wohnmobil mit den bereits erwähnten Regenbogen-LED-Unterbodenleuchten, die die ganze Nacht über brannten. Wir wollten einfach nur irgendwo schlafen, wo uns die Polizei nicht wecken würde, also zahlten wir etwa 50 Dollar für das Privileg, auf diesem Planeten existieren zu dürfen.

Wir hatten zwei Isomatten, einen Schlafsack, eine Wolldecke und keine Kissen. Das Zelt war kaum so groß wie unsere beiden Körper, wenn wir uns hinlegten, aber wir hatten auch einen Hund und eine Katze dabei. Es war viel zu heiß. Die Katze pinkelte zuerst auf die Wolldecke, direkt zu meinen Füßen. Dann, eine Stunde vor Sonnenaufgang, zog sie ans Kopfende des Zeltes, um sich auf die Weste und die Jacke zu stellen, die ich als Kissen zusammengeknüllt hatte. Und sie pinkelte wieder.

Ich habe nicht gut geschlafen.

Ich nehme an, er auch nicht.


Es gibt einige Karten, die ich mir selbst beim Schreiben verdeckt halte, und ich hoffe, du verzeihst mir, dass ich nicht jede Karte offenlege. Ich war schon immer eine zurückhaltende Memoirenschreiberin, sowohl weil mir meine Privatsphäre wichtig ist, als auch weil jede Geschichte, die ich dir erzählen könnte, nicht nur meine eigene Geschichte ist, sondern die Geschichte aller, die dabei waren.

Ich kann euch erzählen, dass wir beide beschlossen haben, für ein paar Tage auf die Obere Halbinsel von Michigan zu fahren: zwei Tage Fahrt hin, zwei Tage dort, zwei Tage zurück. Das war eine Menge Fahrt für nur ein paar Tage in einer Hütte, aber ich habe nichts gegen einen guten Roadtrip in guter Gesellschaft. Außerdem habe ich einen Van, den ich mit einem Bett, einem kleinen Minikühlschrank und sogar einer 12-Volt-Klimaanlage ausgestattet habe (leider ohne Regenbogen-Unterbodenbeleuchtung), also rechneten wir damit, Hotelkosten zu sparen und unterwegs bequem schlafen zu können.

Ich beschloss, meinen Hund mitzunehmen. Er ist der halbe Grund, warum ich den Van überhaupt habe – ich habe ihn mir vor ein paar Jahren für eine Lesereise zugelegt und dann umgebaut, um mit meinem Jungen zu reisen. Deshalb gibt es eine Klimaanlage und einen ferngesteuerten Temperatursensor, sodass ich jederzeit auf meinem Handy nachsehen kann, wie warm es bei ihm drinnen ist, und so immer weiß, dass er in Sicherheit ist. Er mag Autofahrten nicht besonders, aber er liebt neue Orte, und wir beide sind zusammen glücklicher als getrennt, also kam er mit mir in den Urlaub. Außerdem ist meine Hundebetreuung ins Wasser gefallen.

Dann ist in letzter Minute auch noch die Katzenbetreuung geplatzt. Kein Problem, dachten wir. Rintrah hat seine Transportbox, und wir können ein Katzenklo und ein paar Pissmatten auf den Boden des Vans legen – das würde schon klappen.

Mein Van hatte allerdings andere Pläne. Noch zehn Stunden von unserer Hütte entfernt fing der Van an zu rütteln, der Motor begann zu stottern, und ich schaltete herunter und kroch mit eingeschalteten Warnblinkern die Nebenstraßen entlang. Wir schafften es bis in eine kleine Stadt am Ufer des unheilvoll benannten Devil’s Lake und bogen dann auf den Parkplatz des ebenso unheilvoll benannten „Devil’s Lake Auto Care“ ab.

Wir wurden aber nicht ermordet, was gut ist.

Als ich früher in einem Van lebte (einem anderen Van), habe ich komplett aufgehört, Horrorfilme zu gucken. Mein Leben bestand viel zu sehr darin, in kleine Städte zu fahren und an schäbigen Tankstellen nach Orten zu fragen, an denen ich allein in meinem Auto unter Bäumen schlafen konnte, als dass ich mir Filme über Leute wie mich, die ermordet werden, hätte ansehen wollen.

Natürlich fing ich dann wieder an, Horrorfilme zu schauen, als ich allein in einer schwarzen Hütte im Wald lebte, aber manchmal muss man sich einfach auf Ästhetik und Romantisierung einlassen, um mit der Angst fertig zu werden.

So oder so, wir hatten eine Panne am Devil’s Lake, und wenn diese Geschichte eine Moral hat, dann findest du sie hier: Manche Probleme lassen sich tatsächlich leichter mit Freunden und der Gemeinschaft lösen als mit Geld oder der Infrastruktur, die unsere Gesellschaft bereitstellt. Denn ein Freund kam aus einer nahegelegenen Stadt angerannt, um uns und unsere Tiere abzuholen, während ein anderer Freund uns ein Auto lieh bzw. vermietete, damit wir unseren Urlaub nicht verlieren würden. Unterdessen hielt ein Bauer – ein Fremder – am Devil’s Lake an und sagte uns, er würde dem Mechaniker Bescheid geben, dass der Van repariert werden müsse.

Aber damit blieben uns nur noch unsere Notfall-Campingausrüstung, die nicht für so viele Menschen und Haustiere ausgelegt war. Und ein winziger Kombi, der ebenfalls nicht wirklich für so viele Menschen und Haustiere ausgelegt war.

Am nächsten Morgen, benommen und mit Urinflecken, als die Sonne gerade aufging, traf ich auf meinen alten Feind, der mir so vertraut war, dass es sich anfühlte, als würde ich einen alten Freund wiedersehen: die Angst.

Nicht irgendeine Angst. Es gibt diese ganz bestimmte, übelkeitserregende Angst, die dich überkommt, wenn du auf Reisen im Freien schläfst, wenn deine Optionen so gut wie auf „weitermachen“ beschränkt sind, weil du nicht bleiben kannst, wo du bist. Jahrelang begleitete mich diese Angst jeden Morgen, während ich per Anhalter unterwegs war. Jahrelang fühlte ich mich jeden Morgen krank und mein Körper arbeitete hart daran, jedes bisschen Essen und Wasser, das ich zu mir genommen hatte, wieder loszuwerden.

Also fühlte ich mich an jenem Morgen letzte Woche in Michigan wieder jung – auf die schlimmste Art und Weise. Ich fühlte mich außer Kontrolle.

Es ist fast schon Klaustrophobie, die dich überkommt, wenn das Morgenlicht bedeutet, dass du deinen Schlafplatz verlassen und raus auf die Autobahn musst. Es ist fast schon Klaustrophobie, wenn die Bullen auftauchen, um deinen Ausweis zu überprüfen, dich nach Drogen zu durchsuchen und andeuten, dass sie dich verhaften werden, wenn du bei Einbruch der Dunkelheit noch in der Stadt bist.

Ich verbrachte meine Zwanziger mit einer verzweifelten Suche nach Freiheit, verzichtete auf Arbeit zugunsten von Aktivismus, auf Stabilität zugunsten von Fernweh, aber das forderte seinen Tribut. Und ironischerweise fühlte ich mich oft gefangen.

Walt Whitman schrieb einmal: „Jetzt sehe ich das Geheimnis, wie die besten Menschen entstehen /

Es besteht darin, an der frischen Luft zu wachsen und mit der Erde zu essen und zu schlafen.“

Aber er hat vergessen, über Polizisten zu sprechen, und er hat vergessen, darüber zu sprechen, wie man versucht, auf Wohnmobilstellplätzen zu schlafen, auf denen die Generatoren laufen, und wie wir uns genau diesen Stellplatz ausgesucht hatten, weil wir nicht von Polizisten geweckt werden wollten. Er hat vergessen, darüber zu sprechen, wie dein eigenes Gehirn in den ersten paar Stunden nach dem Aufwachen dein Feind ist. Er hat vergessen, von der Anspannung zu erzählen, dass man manchmal, wenn man ohne Wände lebt, klaustrophobisch werden kann, sich gefangen fühlen kann.

Er hat vergessen, von den Katzen zu erzählen, die auf deine Decke und dein Kissen pinkeln, oder von dem Hund, der fast genauso ein Arschloch wird wie du, wenn er und du nicht schlafen.

Das ging mir an jenem Morgen durch den Kopf.

Michigan, Obere Halbinsel, Oberer See am Pictured Rocks National Lakeshore.

Michigan, Obere Halbinsel, Oberer See am Pictured Rocks National Lakeshore.

Foto: Wolpodzilla - Eigenes Werk. Gemeinfrei

Am Abend fiel mir die Kehrseite der Medaille wieder ein, denn die Upper Peninsula ist atemberaubend schön. Weil wir zu dieser Hütte gewandert sind, die Tiere untergebracht haben und auf der Veranda saßen und den Vögeln lauschten statt Rasenmähern. Wir sprachen über dreizehn Fuß große Vögel, die man nur aus dem Augenwinkel sehen kann. Wir sprachen über das Leben und über Bäume, und ich erinnerte mich an das Mantra, das mich durch meine Zwanziger gebracht hat, durch meine Morgen voller Angst und Übelkeit:

Alle Schönheit liegt jenseits der Angst.

Nichts, was sich lohnt, ist einfach oder schmerzfrei. Reisen ist von Natur aus stressig. Umso mehr, wenn etwas schiefgeht. Mit den richtigen Hilfsmitteln (wie Notfall-Campingausrüstung) und Freunden (wie denen, die uns gerettet haben) sowie der Freundlichkeit von Fremden (wie der Mann, der uns den Mechaniker vermittelt hat).

Ich verstehe, warum ich so viele Jahre lang weitergemacht habe. Ich habe so viele Orte gesehen, so viele Menschen kennengelernt. Ich glaube nicht, dass ich ohne diese fünfzehn Jahre auf der Straße die Autorin sein könnte, die ich heute bin.

Ich verstehe auch, warum ich aufgehört habe: Meine körperliche und geistige Gesundheit verlangten es.

Aber manchmal sehne ich mich danach zurück. Oft sogar, wenn ich ehrlich bin. Und ich muss in dieser Nostalgie ehrlich sein. Ich muss mich an diese Krankheit erinnern, an diesen schrecklichen Preis, denn das hilft mir, mich an diese Schönheit zu erinnern.

Obwohl es mir auch nichts ausmacht, wenn die Katze glücklich auf meiner Brust schläft, mein Hund glücklich mit dem Kinn auf meinem Bein schläft und wenn alles ganz einfach sein kann.

Quelle: „All Beauty Lies on the Far Side of Fear or: the interplay of nostalgia and anxiety, and also I went on vacationl“ von Margaret Killjoy, 12. August 2026

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Übersetzung, Bearbeitung: Thomas Trueten [Autorisiert]


 

Blogkino: Le Samouraï (1967)

Heute führen wir in unserer Reihe Blogkino die Reihe mit französischen Krimis mit einer Wiederholung fort. Ich habe damit kein Problem, handelt es sich doch bei einem meiner Lieblingsthriller. Der vor einiger Zeit dahin geschiedene Alain Delon (der bevor er sich zu einem reaktionären Sack entwickelte, ein paar richtungsweisende Filme drehte)  verkörperte in dem Thriller "Le Samouraï", der hierzulande unter dem Titel "Der eiskalte Engel" lief, einen einsamen Killer - Jef Costello. Regie führte Jean-Pierre Melville. Gut. Über Delon lässt sich außerhalb der Leinwand nicht streiten, in vielen seiner älteren Filme ist er Monsieur Cool, so auch in diesem Film:

"„Es gibt keine größere Einsamkeit als die eines Samurai, außer vielleicht die eines Tigers im Dschungel.“ Mit diesem fiktiven Zitat aus den Büchern des Bushidō begegnet der Zuschauer Jef Costello, der einsam auf dem Bett in seinem äußerst bescheidenen, spärlich möblierten Appartement liegt. Fast mechanisch kleidet er sich an, setzt den Hut auf und verabschiedet sich von seinem Zimmergenossen, einem Dompfaff im Käfig. Auf der Straße entwendet er routiniert einen unverschlossen geparkten Citroën DS und fährt zu einer abgelegenen Garage, wo ein Mann wortlos die Nummernschilder austauscht und ihm einen Revolver aushändigt.

Nachdem er sich bei seiner Freundin, die als illegale Edelprostituierte mit eigener Wohnung arbeitet, ein Alibi verschafft hat, geht er in einen Nachtklub und erschießt den Barbesitzer. Dabei wird er von der Pianistin Valérie überrascht, die ihn flüchten lässt, ohne einen Ton zu sagen. Costello wird noch in der gleichen Nacht mit vielen anderen Männern bei einer ganz Paris umfassenden Razzia von der Polizei mitgenommen. Er war im Lokal von mehreren Gästen gesehen worden, und so kommt es zu einer polizeilichen Gegenüberstellung. Da sich aber nicht alle Zeugen sicher sind, die Pianistin Valérie leugnet, in ihm den Mörder zu erkennen, und das Alibi seiner Freundin stichhaltig scheint, kann der Kommissar ihn nicht festhalten. Bei der Freundin Costellos dringt der Kriminalist mit dem Versuch nicht durch, ihr einerseits wegen Falschaussage zu drohen und sie andererseits mit dem Verweis auf die Pianistin eifersüchtig zu machen. Costello lässt er beschatten.

Wegen des Verhörs bei der Polizei beginnen Costellos Auftraggeber, ihm zu misstrauen, und wollen ihn loswerden. Bei der vereinbarten Geldübergabe auf einem Bahnhof versucht ihn der Handlanger der Auftraggeber zu ermorden; Costello setzt sich erfolgreich zur Wehr und wird dabei am linken Arm verletzt. Der Killer flieht. Costello gerät zwischen die Fronten. Da er sich das Motiv der Pianistin nicht erklären kann, sucht er sie auf und stellt sie zur Rede. Eine nachts in seiner Wohnung angebrachte Wanze, die von einem gegenüberliegenden Hotelzimmer aus abgehört werden soll, entdeckt der misstrauische Costello nach seiner Rückkehr schnell und setzt sie außer Betrieb. Costello wird nun auf Schritt und Tritt von Dutzenden Zivilpolizist(inn)en überwacht. Er bemerkt dies und kann seine Verfolger nach einer Irrfahrt durch die Pariser Metro abschütteln. Erneut stiehlt er einen Wagen und gelangt unbemerkt in seine Wohnung. (...)"


Die schönsten Attentate des letzten Jahrhunderts Nr. 14: Gino Lucetti vs. Benito Mussolini

Gino Lucetti
Gino Lucetti
Im September 1926 warf Gino Lucetti  auf dem Platz vor der Porta Pia in Rom eine Bombe auf das Auto, in dem Benito Mussolini saß. Der Sprengsatz prallte jedoch vom Verdeck ab, explodierte auf dem Boden und verletzte einige Passanten. Mussolini, der seit 1922 mehrere Ministerien bekleidete und sich als Duce immer mehr zum Diktator entwickelte, blieb unverletzt und beschuldigte die französische Regierung der übertriebenen Toleranz gegenüber antifaschistischen Aktivisten. Im darauf folgenden Prozess wurde Lucetti am 11. Juni 1927 zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt.

Am 11. September 1943 wurde er von den Alliierten, die kurz zuvor in Neapel einmarschiert waren, aus dem Gefängnis auf der Insel Santo Stefano befreit und auf die Insel Ischia gebracht, wo er wenige Tage später bei einem deutschen Bombenangriff zu Tode kam. Er liegt in Carrara auf einem Ehrenfriedhof zusammen mit anderen anarchistischen Kämpfern begraben, darunter Giuseppe Pinelli (1928–1969) und Gogliardo Fiaschi (1930–2000).

Die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Raum Carrara operierende italienische Partisanengruppe Battaglione Gino Lucetti nutzte seinen Namen als Identifikationssymbol.

Quelle: WikiPedia


„Dunkelheit, Flammen, Schreie“: Palästinensisches Dorf von israelischen Siedlern terrorisiert

Bei einem nächtlichen Pogrom durch Dutzende Siedler wurden im abgelegenen Dorf Tuba im Westjordanland Bewohner verletzt, Häuser niedergebrannt und Solaranlagen zerstört.

Zwei verbrannte Stofftierchen liegen auf dem Boden

Verbranntes Kinderspielzeug nach einem Pogrom durch israelische Siedler im palästinensischen Dorf Tuba, Masafer Yatta, im besetzten Westjordanland, 6. August 2026. (Mosab Shawer/Activestills)

Die WhatsApp-Nachricht kam am Mittwoch um 21:50 Uhr an. Es war ein verzweifelter Hilferuf von Hamza Abu Jundiya, einem 22-Jährigen aus dem Dorf Tuba in Masafer Yatta: „Die Siedler zünden die Häuser an.“

Um 22:11 Uhr folgte eine weitere Nachricht: „Schickt Krankenwagen und Feuerwehr. Es gibt verletzte Kinder und Häuser brennen.“

Diese wenigen Worte fassten den Schrecken zusammen, der sich in dieser Nacht in dem kleinen Dorf am südlichen Rand des besetzten Westjordanlands abspielte. Es war schon zuvor Ziel von Brandanschlägen durch israelische Siedler gewesen, doch diesmal schien es sich um ein ganz anderes Ausmaß zu handeln.

Nach Tuba zu gelangen ist nie einfach. Die unbefestigte Straße, die zum Dorf führt, ist durch die Winterregenfälle beschädigt und ausgewaschen, weil es den Palästinensern verboten ist, sie zu reparieren; jede solche Maßnahme würde in einem Gebiet, in dem Baugenehmigungen unmöglich zu bekommen sind, als „illegaler Bau“ gelten. Im besten Fall dauert die Fahrt etwa 30 Minuten.

Von meinem eigenen Dorf At-Tuwani aus dauerte es früher nur fünf bis zehn Minuten. Doch die Errichtung des Außenpostens Havat Ma’on und der Siedlung Ma’on hat uns den direkten Zugang zur Straße abgeschnitten, sodass Tuba immer mehr isoliert wird, sobald es zu Gewaltausbrüchen kommt.

Ein Blick auf das palästinensische Dorf Tuba im Vordergrund, im Hintergrund die Siedlung Havat Ma’on, Masafer Yatta, besetztes Westjordanland, 6. August 2026. (Mosab Shawer/Activestills)

Ein Blick auf das palästinensische Dorf Tuba im Vordergrund, im Hintergrund die Siedlung Havat Ma’on, Masafer Yatta, besetztes Westjordanland, 6. August 2026. (Mosab Shawer/Activestills)

Für die Familien, die in dieser Nacht in ihren Häusern gefangen waren, kam jede Minute einem Ewigkeit vor. Rana Maghnam, 37, saß mit ihrer 7-jährigen Stieftochter Razan im Gästezimmer, als der Angriff begann.

„Ich schaute aus dem Fenster und sah eine Gruppe von Siedlern den Hügel hinunterrennen“, erzählte sie. „Ich trat nach draußen, und der erste Siedler, der unser Haus erreichte, kam direkt auf uns zu. Er hatte einen Stock dabei und fing sofort an, auf mich einzuschlagen, während sich die Mädchen hinter mir versteckten.

„Wir rannten in ein anderes Zimmer, um uns zu schützen, aber der Siedler folgte uns“, fuhr Maghnam fort. „Razan wurde von einem Stein getroffen, der von draußen ins Haus geworfen wurde und sie an der Nase und der Oberlippe traf. Dann holte der Siedler uns wieder ein und schlug mir auf den Kopf und den Arm.“

Durch den Angriff erlitt Maghnam gebrochene Finger an ihrer rechten Hand und eine tiefe Kopfwunde, die mit acht Stichen genäht werden musste. Sie wurde in ein Krankenhaus in der nächstgelegenen Stadt Yatta gebracht, wo sie notärztlich versorgt wurde. Doch auch lange nachdem die Wunden genäht worden waren, ließen sich die Erinnerungen an diese Nacht nicht auslöschen.

Es fällt ihr immer noch schwer, die Angst zu beschreiben, die sie empfand, als Dutzende israelischer Siedler in ihr Dorf einfielen. „Es war eine schreckliche Nacht. Überall hallten Schreie, Weinen, das Geräusch von Schlägen und zerbrechendem Glas wider. Flammen schlugen aus dem [Gäste-]Zimmer, in dem wir gesessen hatten, und Rauch drang in den Raum, in dem wir uns versteckt hatten, nachdem sie die Stühle, Sofas und Holzmöbel vor dem Haus in Brand gesteckt hatten.“

Verbrannte Möbel vor einem Haus nach einem Pogrom durch israelische Siedler im palästinensischen Dorf Tuba, Masafer Yatta, im besetzten Westjordanland, 6. August 2026. (Mosab Shawer/Activestills)

Verbrannte Möbel vor einem Haus nach einem Pogrom durch israelische Siedler im palästinensischen Dorf Tuba, Masafer Yatta, im besetzten Westjordanland, 6. August 2026. (Mosab Shawer/Activestills)

Als es endlich hell wurde, zeigte sich das ganze Ausmaß der Zerstörung: Drei Häuser waren bis zur Unkenntlichkeit niedergebrannt. Das Stromnetz des Dorfes wurde durch die Brände schwer beschädigt, und die Siedler hatten etwa zwei Dutzend der Solarmodule des Dorfes zertrümmert. Fünf Bewohner, darunter drei Kinder, wurden verletzt.

Auf ihrem Weg aus dem Dorf hatten die Siedler die Worte „1:0 für die Juden“ auf Hebräisch auf den Schafstall einer Familie gesprüht – eine Botschaft, die die Bewohner nicht nur als Vandalismus, sondern als Jubelfeier über ihr Leid empfanden.

„Sie haben das Haus in Brand gesteckt, während ich noch drinnen war“

Am nächsten Morgen war in einem der ausgebrannten Häuser alles schwarz geworden. Geschmolzene Stromkabel hingen von der Decke. Der Boden war mit Asche bedeckt. Der Kühlschrank war nur noch ein verbogenes Metallgerippe. Selbst 15 Stunden nach dem Brand war der Rauchgeruch so überwältigend, dass das Atmen schwerfiel.

Die 17-jährige Sujood Mahmoud Awad stand in den Überresten des Hauses ihrer Familie und beschrieb, was sie in der Nacht zuvor miterlebt hatte. „Ich saß im Haus, als ich draußen Geräusche hörte. Ich schaute auf und sah, wie Siedler Steine gegen die Fenster warfen. Ich rannte ins Badezimmer und versteckte mich. Ich rief meinen Vater, der im Nebenzimmer schlief.

„Mein Bruder Joud, der 11 Jahre alt ist, schlief in seinem Zimmer. Ein Siedler packte ihn am Hals, würgte ihn und warf ihn nach draußen.

„Sie kamen zurück ins Haus. Ich konnte hören, wie Sachen zerstört wurden. Sie warfen den Kühlschrank und die Waschmaschine auf den Boden und steckten dann das Haus in Brand, während ich noch drinnen war und vor Angst zitterte.“

Anwohner begutachten die Brandschäden an ihren Häusern nach einem Pogrom durch israelische Siedler im palästinensischen Dorf Tuba in Masafer Yatta im besetzten Westjordanland am 6. August 2026. (Mosab Shawer/Activestills)

Ein Mann steht mit seiner kleinen Tochter in einem ausgebrannten Raum und begutachtet die Brandschäden nach einem Pogrom durch israelische Siedler im palästinensischen Dorf Tuba in Masafer Yatta im besetzten Westjordanland am 6. August 2026. (Mosab Shawer/Activestills)

In diesem Moment war sie sich nicht sicher, ob sie das jemals lebend überstehen würde. „Ein Siedler fing an, gegen die Badezimmertür zu schlagen. Die Tür schlug mir ins Gesicht und ich fiel zu Boden. Als die Siedler endlich gingen, füllte dichter Rauch das Haus. Das Feuer breitete sich rasend schnell von Zimmer zu Zimmer aus. Ich rannte voller Angst nach draußen, konnte aber kaum atmen. Wegen des Rauchs brach ich vor dem Haus zusammen.“

Ihr Vater, Mahmoud Awad, erwachte zu dem, was er als den schlimmsten Albtraum aller Eltern beschreibt. „Unser Haus brannte, ebenso wie das Haus meines Bruders Mohammad, zwei Heulager und ein Zelt, das wir als Abstellraum nutzten. Ich eilte los, um meine Kinder zu suchen. Ich hatte drei Feuerlöscher, aber zwei davon funktionierten nicht. Ich habe alles versucht, um das Feuer zu löschen, aber es gelang mir nicht. Wir haben nicht die Feuerlöschausrüstung, die wir brauchen.“

Er sah hilflos zu, wie das Dorf von der Dunkelheit verschlungen wurde. „Der Strom fiel aus, und das Dorf wurde völlig dunkel. Es gab nur Rauch, Flammen, Weinen und Schreien. Wir standen da und konnten das Feuer nicht aufhalten, während wir zusehen mussten, wie es unsere Häuser verschlang und alles darin zerstörte.

„Ich rannte ständig mit Wasserbehältern hin und her und versuchte, die Flammen zu löschen, aber jedes Mal, wenn ich näher kam, würgte mich der Rauch und ich musste mich zurückziehen“, fuhr er fort. „Es blieb nichts übrig außer Steinen und verbogenem Metall.“

Alles, was die Familie besaß, verschwand innerhalb weniger Minuten. „Das Essen, die Möbel, die Matratzen, die Decken – alles war weg.“

„Sie haben Überwachungskameras, Flutlichter und unser Badezimmer zertrümmert“

Hamza, dessen Nachricht mich in jener Nacht erstmals auf den Angriff aufmerksam gemacht hatte, sagte, nachdem die Siedler das Haus seines Cousins Radwan in Brand gesteckt hatten, seien sie auf das Haus seiner Familie zugegangen.

Beschädigte Solarmodule nach einem Pogrom durch israelische Siedler im palästinensischen Dorf Tuba, Masafer Yatta, im besetzten Westjordanland, 6. August 2026. (Mosab Shawer/Activestills)

Beschädigte Solarmodule nach einem Pogrom durch israelische Siedler im palästinensischen Dorf Tuba, Masafer Yatta, im besetzten Westjordanland, 6. August 2026. (Mosab Shawer/Activestills)

„Einer der Siedler trug zwei Flaschen mit brennbarer Flüssigkeit bei sich. Meine Mutter, meine Schwestern und die Kinder rannten ins Haus und versteckten sich. Mein Vater, mein Bruder und ich blieben draußen, um unser Haus zu verteidigen. Wir konnten sie davon abhalten, es in Brand zu setzen, aber sie bewarfen mich mit Steinen in die Hand und in den Rücken.

„Sie haben drei Überwachungskameras, die Flutlichter rund um das Haus und unser Außenbad zerstört“, fuhr er fort. „Außerdem haben sie die Fenster zerschlagen, um ins Haus einzubrechen. Meine Mutter wurde von Glassplittern im Gesicht getroffen.“

Als sich immer mehr Dorfbewohner versammelten und zum Haus eilten, um bei der Verteidigung zu helfen, zogen sich die Siedler schließlich in Richtung des nahegelegenen Außenpostens Havat Ma’on zurück, der nur wenige Minuten von Tuba entfernt liegt. Es ist derselbe Außenposten, von dem aus vor kurzem Dutzende Siedler mein eigenes Dorf At-Tuwani angegriffen haben: Sie steckten die Moschee sowie Häuser und Autos in Brand, zerschlugen Fenster und sprühten „Rache“ an die Wände.

Junge Männer und Freiwillige aus benachbarten Dörfern eilten herbei, um bei der Löschung der Brände zu helfen, noch bevor die Rettungskräfte eintreffen konnten; wegen des Zustands der Straße erreichten die Krankenwagen Tuba erst fast eine Stunde nach Beginn des Angriffs. Dichter Rauch hüllte das Dorf ein, während die Bewohner mit Taschenlampen durch die Dunkelheit eilten, nach Überlebenden suchten, den Verletzten halfen und verzweifelt versuchten, zu retten, was noch übrig war.

Die israelische Polizei traf etwa 40 Minuten nach Beginn des Angriffs ein und näherte sich aus Richtung Havat Ma’on. Israelische Soldaten, die für die Sicherheit in diesem Teil des Westjordanlands zuständig sind, trafen erst mehr als eine Stunde nach Beginn des Angriffs ein.

Das Foto zeigt einen alten Mann in einem ausgebrannten Zimmer

Ein alter Anwohner begutachtet die Brandschäden an seinem Haus nach einem Pogrom durch israelische Siedler im palästinensischen Dorf Tuba in Masafer Yatta im besetzten Westjordanland am 6. August 2026. (Mosab Shawer/Activestills)

Die Bewohner berichten, dass die Polizei von einem abgebrannten Gebäude zum nächsten ging, Fotos machte und Videos aufnahm – Routineverfahren, die ihrer Erfahrung nach selten zur strafrechtlichen Verfolgung der Angreifer führen. Unterdessen verhielten sich die Soldaten den Dorfbewohnern gegenüber offen feindselig. Sie drohten den Bewohnern mit Festnahme und gingen mit auf Zivilisten gerichteten Waffen durch die ausgebrannten Häuser.

Wenn die Polizei wirklich daran interessiert wäre, die Verantwortlichen zu identifizieren, wüsste sie genau, wo sie suchen müsste. Die Siedler kamen aus dem nahegelegenen Außenposten und der Siedlung – Orte, die mit einigen der modernsten Überwachungskameras in der Gegend ausgestattet sind. Doch die Bewohner haben keine Hoffnung, dass ihre Angreifer zur Rechenschaft gezogen werden; stattdessen müssen sie sich auf das nächste Pogrom vorbereiten.

Am Freitagnachmittag waren bereits drei Siedler aus Havat Ma’on wieder im Dorf und belästigten die Bewohner.

Diese Angriffe fügen den betroffenen Gemeinden nicht nur tiefgreifenden physischen und psychischen Schaden zu, sondern verursachen auch eine immense finanzielle Belastung, die selten ausgeglichen wird. Familien, deren Häuser, Fahrzeuge und persönliches Eigentum verbrannt oder zerstört wurden, müssen verheerende Verluste hinnehmen, die oft ihre Ersparnisse und den Besitz eines ganzen Lebens zunichte machen.

Der Wiederaufbau eines Hauses, der Ersatz lebenswichtiger Gegenstände und die Wiederherstellung auch nur eines grundlegenden Gefühls der Normalität erfordern Ressourcen, über die die meisten betroffenen Familien einfach nicht verfügen. Infolgedessen hinterlassen diese Angriffe langanhaltende humanitäre, wirtschaftliche und soziale Folgen, die ganze Gemeinden noch lange nach dem Ende der Gewalt beeinträchtigen.

Eine Erklärung der israelischen Polizei bestätigte, dass „Ermittler der Polizeistation Hebron und kriminaltechnische Ermittler der israelischen Polizei zum Tatort entsandt wurden“ und „mit der Sicherung von Beweismitteln, kriminaltechnischen Befunden und Zeugenaussagen begonnen haben“. Das +972 Magazine fragte, was die Polizei unternimmt, um Angriffe von Siedlern auf palästinensische Dörfer in dieser Gegend zu verhindern, und ein Sprecher antwortete, dass „die Verantwortung für die Verhinderung und die Reaktion auf Vorfälle in den Zonen A und B bei der IDF liegt“ – doch Tuba und die benachbarten palästinensischen Dörfer von Masafer Yatta liegen in Zone C.

+972 hat auch die israelische Armee um eine Stellungnahme gebeten; deren Antwort wird hinzugefügt, sobald sie eingeht.

Basel Adra ist Aktivist, Journalist und Fotograf aus dem Dorf At-Tuwani in den südlichen Hebron-Hügeln.

Quelle:  ‘Darkness, flames, screaming’: Palestinian village terrorized by Israeli settlers von Basel Adra in +972magazine, 7. August 2026

Fotos: Mosab Shawer/Activestills (Verwendung mit freundlicher Genehmigung durch ActiveStills)

Übersetzung: Thomas Trueten [Nicht authorisiert]


 

81. Jahrestag - Nagasaki mahnt

Heute ist der 81. Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Nagasaki.  Das Netzwerk Friedenskooperative stellt eine umfangreiche Übersicht zu den Aktivitäten rund um die Gedenktage zur Verfügung. Aktuell finden sich in dem Terminkalender mehr als 80 Veranstaltungen bundesweit. Beteilige dich an den Aktionen! Hier findest du alle Infos.

Es waren nur wenige Wochen zwischen dem ersten Atomtest im US-Bundesstaat New Mexico und dem ersten Praxistest in Hiroshima. Am 16. Juli 1945 war die im Manhattan-Projekt entwickelte Atombombe auf dem Testgelände bei Alamogoro gezündet worden; ihre Sprengkraft betrug 21 Kilotonnen TNT. Die Explosion war erfolgreich, aber über die tödliche Wirkung konnte der Test nichts Definitives aussagen. 20 Tage später detonierte die 12,5-Kilotonnen-Bombe mit dem niedlichen Namen "Little Boy" in Hiroshima, drei Tage später eine weitere Bombe namens "Fat Man" über Nagasaki. Die Wirkung der Bomben war kolossal: Zwischen 90.000 und 200.000 Menschen starben unmittelbar. Weitere 130.000 Menschen starben bis Jahresende. Bis 1950 war die Zahl der Spätopfer in beiden Städten auf insgesamt 230.000 gestiegen. Strahlenopfer sind auch heute noch in der dritten Generation zu beklagen. 

„Der obige Befehl ergeht an Sie auf Anweisung und mit Zustimmung des Kriegsministers und des Generalstabschefs der amerikanischen Streitkräfte.“

(Befehl an den General Carl Spaatz, Oberkommandierender der amerikanischen strategischen Luftwaffe für den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima)

 

„Ich habe nie bereut und mich nie geschämt, denn ich glaubte damals, dass ich meine patriotische Pflicht tat, als ich den Befehlen folgte, die man mir gab.“

(Oberst Paul W. Tibbets, der die Atombombe über Hiroshima ausklinkte)

Die aufsteigende Wolke kurz nach der Explosion, fotografiert von Matsuda Hiromichi in einem Außenbezirk der Stadt Nagasaki (9. August 1945)

Die aufsteigende Wolke kurz nach der Explosion, fotografiert von Matsuda Hiromichi in einem Außenbezirk der Stadt Nagasaki (9. August 1945)

Obwohl Japan zum damaligen Zeitpunkt militärisch bereits am Ende war, nahm die U.S. Militärführung unter der Führung von US-Präsident Truman zehntausende von Opfern in Kauf: 140.000 starben bis Ende 1945 an den Folgen des Abwurfs. Der zweite Atombombenabwurf auf Nagasaki geschah drei Tage später, am 9. August 1945. Die Opfer steigerten sich dadurch auf über 250.000.

Opfer des Atombombenabwurfs in Hiroshima mit Ganzkörperverbrennungen, fotografiert von Onuka Masami

Opfer des Atombombenabwurfs in Hiroshima mit Ganzkörperverbrennungen, fotografiert von Onuka, Masami, Gemeinfrei

Lesetipps zum Thema vom Lebenshaus Alb:
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Was den Menschen von Hiroshima und Nagasaki Grauenhaftes widerfahren ist
Nacht der 100.000 Kerzen zum Hiroshimatag - “Verhängnisvollste Erfindung der Menschheitsgeschichte”

Siehe auch:
"Erklärung der Weltkonferenz gegen Atomwaffen 2010", dokumentiert bei der Tageszeitung "junge Welt"
Democracy Now! Archive zu Hiroshima und Nagasaki
• Die Geschichte von Shin's Dreirad


 

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