"Kehre zurück! Alles vergeben!" Mit solchen Anzeigen unter Kennwort sollen vor dem ersten Weltkrieg Knaben zurückgelockt worden sein, die unterwegs zur Fremdenlegion waren.
Nachdem eine berechtigte Kritik an Götz Alys letztem - seiner Antisemitismuserklärung - in der FR erschienen war, ließ Aly seine Kolumne zornig im Stich. Nun scheint es zur wechselseitigen Verzeihung gekommen sein zwischen Journal und Journalist. Jedenfalls schreibt Ali wieder an gewohnter Stelle.
Allerdings was? Schon der Titel verrät: Er tritt auf derselben Stelle. "Hass-Subjekt Unternehmer". Die These: Die Zwickauer Mörder hätten - eine verbreitete Stimmung aufnehmend - ihren Hass gegen erfolgreiche Kleinunternehmer ausgelebt. Zur Stützung werden zwei Verklärungen angebracht: es hätte sich um überaus erfolgreiche Kleinkapitalisten gehandelt. Und wörtlich um solche, die zu stolz waren, "sich aufs Herumbetteln in den Sozialämtern zu verlegen", sie "vertrauten der eigenen Kraft,gründeten ihre kleine, jedoch selbstbestimmte Existenz".
Vielleicht hätten sie aber ganz gerne Unterstützung angenommen, wenn nur einer sie angeboten hätte. Darauf kommen solche Ruhmredner der Armen, aber Einfachen nie.
Götz Aly kommt nur durch maßloses Psychologisieren zu seinen Effekten. Jede Abschiebung muss begründet werden im Hass eines Abschiebers. Der Hass verkleidet als NEID. Kompliziertere Verhülltechniken des Seelischen kennt er nicht. Fremdenhass muss etwas sein wie unüberwindliches Triebleben. Jeder Abschieber ein geheimer Jack the Ripper. Der endlich mal sein Korkenzieher-Messer arbeiten lassen kann.
Mit bösem Blick ließen sich freilich auch die Zwickauer als Freischaffende verstehen, auch wenn sie Anschubshilfen von oben zunächst dankend annahmen. Am Ende halfen sie sich durch selbstbewusstes Vorsprechen bei Sparkassen und Banken doch selbst weiter. Wäre nicht etwas dazwischen gekommen, sie hätten nach Brechts Zuspruch ohne weiteres den Weg vom Einbruch in eine Bank zur Gründung einer Bank gefunden.
Wenn es schon auf verbreitete nationale Eigenheiten in Deutschland und Österreich ankommen soll, dann wäre vor allem das Beamtentum nicht zu vergessen. Dies als eines der wirkungsvollsten Rezepte, um Gewissensbisse, aber auch verbliebene positive Gefühlsreste wegzudrücken. "Ich habe ja gar nichts gegen Zigeuner- aber die Vorschrift- und die Vorgesetzten - und der Diensteid..." So etwas hat gewirkt und wirkt weiter.
Oder möchte irgendeiner dem Abschubsbeamten wirklich Neid unterstellen, der einen "Zigeuner" gerade zum Flughafen begleitet, um ihn mittellos nach Kosovo abtransportieren zu lassen?
Die Zwickauer waren aber keine Beamten? Die nicht, wohl aber ihre Schutzpatrone in den diversen V-Ämtern. Und die - ganz vergleichbar den Kollegen der STASI - duldeten bei ihren Anbefohlenen manches,was keineswegs den offiziellen Zielsetzungen diente. Dazu mussten sie weder einer ausgearbeiteten rechten noch einer linken Gesinnung folgen. Hauptsache: der eigene Laden brummte. Die eigenen Leute behielten die Aufsicht über alles, was geschah. Das Beispiel STASI zeigt: Staatsgesinnung kann am Ende zur Staatszerstörung führen.
PS: Enzensberger stützt sich auf entsprechende Erfahrungsgrundlagen. Die geringen des einsamen Schreibers. Nur weil er mit achtzig noch kleinere Essays beim Zentralorgan SPIEGEL einreichen kann, sieht er sich befugt, Ratschläge für alle zu erteilen. Es geht diesesmal um Altersbezüge. Enzensbergers Vorschlag: "Abschaffung aller gesetzlichen und korporativ vereinbarten Altersgrenzen -und- Rückkehr zur Vertragsfreiheit". (SPIEGEL 1/2012 - print, S.107 - "Summe der Entgeltpunkte")
Die zwei Denker sollten sich zusammentun!
Das enge Weltbild des Christoph Röckerath: Schöne Bilder und Propaganda - Zur ZDF-Doku Insel aus einer anderen Zeit

Foto: redblog
Am deutlichsten wird dieser Blick, als Röckerath über die Zigarrenfabrik H. Upmann berichtet. Interessanterweise wird eben jene Szene nicht in der Doku gezeigt, sie lief vorab in den heute-Nachrichten zur Bewerbung der Dokumentation. Es habe sich nichts geändert bei der Herstellung der Zigarren. Wirklich nicht? Wie sieht es aus mit höhren Löhnen und den sozialen Sicherheiten, die die Arbeiter dank der Revolution erhalten haben? Kein Wort dazu von Christoph Röckerath. Statt dessen heißt es weiter, die Arbeiter würden die ganze Zeit von einer Vorleserin indokrtiniert, die ihnen politische Propaganda aus einer Arbeiterzeitung vorlesen würde. Jeder, der schon einmal in einer Zigarrenfabrik war, weiss, dass diese Vorleserinnen und Vorleser nicht "nur" "Propaganda" vorlesen, sondern alles mögliche. Aus Zeitungen, Zeitschriften, Romanen...
Aber dies paßt wohl nicht in das Weltbild eines Christoph Röckerath.
Mehr als einmal erklärt Röckerath, dass der Sozialismus keine Lösung sei. Pauschal wird dieser immer wieder abfällig erwähnt. Es fehlen jeglich Zusammenhänge mit politischen Entwicklungen, insbesondere in Bezug auf die Politik der USA.
Auch die Mär, den CUC, den peso convertible, würden nur Touristen besitzen, läßt sich in Cuba an jeder Ecke sehen. Die quinze, den fünfzehnten Geburtstag kubanischer Mädchen, den Röckerath in seiner Doku zeigt, wäre ohne einen einzigen CUC sicherlich nicht zu veranstalten, so aufwendig wie sie war.
Auch der Hinweis, dass Cubaner erst "seit kurzer Zeit" selbstsständig arbeiten können ist zweifelhaft. Es liegt wohl im Auge des Betrachters, welche Zeitspanne man als Grundlade nimmt, um eine "kurze Zeit" zu definieren. Bereits seit Anfang der neunziger Jahre können CubanerInnen auf eigene Rechnung arbeiten. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Änderungen in Gesetzen und Vorschriften, so dass die Zahl derer auch schwankte. Ein kleines Privatrestaurant zu betreiben ist bereits seit den neunziger Jahren möglich. In letzter Zeit änderte sich diesbezüglich jedoch, dann heute diese Restaurants mehr als zwölf Sitzplätze haben dürfen.
Natürlich gibt es auch in der cubanischen Gellschaft und Wirtschaft Probleme, keine Frage. Um diese Probleme jedoch darzustellen und zu verstehen, bedarf es einer Einordnung in politische Zusammenhänge.
Mehr als schöne Bilder hatten Christoph Röckerath und das ZDF nicht zu bieten. Aber so ist das wohl, wenn man nur einseitig sieht.
Zuerst veröffentlicht bei redblog
Direktabsturz in Hartz IV
In den letzten Tagen machten Meldungen die Runde, wie schnell man - auch als FacharbeiterIn -angestellteR - in Hartz IV rutscht. Mit allen Folgen. Dazu zwei Hinweise via LabourNet:
Bericht der Bundesagentur für Arbeit: Immer mehr Arbeitslose rutschen direkt in Hartz IV
„Es sind alarmierende Zahlen: Jeder vierte Beschäftigte, der seinen Job verliert, ist sofort auf Hartz IV angewiesen. Der Grund: Immer mehr neu arbeitslos Gewordene bekommen kein oder zu wenig Geld aus der Arbeitslosenversicherung. Betroffen sind vor allem Geringqualifizierte - knapp ein Drittel war zuvor als Leiharbeiter tätig...“ Artikel von Thomas Öchsner in Süddeutsche Zeitung online vom 29.12.2011
Arbeitslosigkeit: Ohne Umweg in Hartz IV
„Zu geringe Löhne, zu geringe Arbeitszeit: Eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit legt nahe, dass mehr und mehr Menschen nach dem Jobverlust sofort Arbeitlosengeld II statt ALG I beziehen. Wer ist davon betroffen? Und ist das Risiko tatsächlich gestiegen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.“ Übersicht von Hannah Beitzer in Süddeutsche Zeitung online vom 29.12.2011
Wie sehen eigentlich die Leistungen für Hartz IV EmpfängerInnen aus? Bei Harald Thomé findet sich ein ALG II- Rechner für 2012 als Excel / OpenOffice Datei, mit der nicht nur Betroffene die Rechnung auf's Exempel machen können.
Bericht der Bundesagentur für Arbeit: Immer mehr Arbeitslose rutschen direkt in Hartz IV
„Es sind alarmierende Zahlen: Jeder vierte Beschäftigte, der seinen Job verliert, ist sofort auf Hartz IV angewiesen. Der Grund: Immer mehr neu arbeitslos Gewordene bekommen kein oder zu wenig Geld aus der Arbeitslosenversicherung. Betroffen sind vor allem Geringqualifizierte - knapp ein Drittel war zuvor als Leiharbeiter tätig...“ Artikel von Thomas Öchsner in Süddeutsche Zeitung online vom 29.12.2011
Arbeitslosigkeit: Ohne Umweg in Hartz IV
„Zu geringe Löhne, zu geringe Arbeitszeit: Eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit legt nahe, dass mehr und mehr Menschen nach dem Jobverlust sofort Arbeitlosengeld II statt ALG I beziehen. Wer ist davon betroffen? Und ist das Risiko tatsächlich gestiegen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.“ Übersicht von Hannah Beitzer in Süddeutsche Zeitung online vom 29.12.2011
Wie sehen eigentlich die Leistungen für Hartz IV EmpfängerInnen aus? Bei Harald Thomé findet sich ein ALG II- Rechner für 2012 als Excel / OpenOffice Datei, mit der nicht nur Betroffene die Rechnung auf's Exempel machen können.
Was mir heute wichtig erscheint #297
Antiziganistisch: Erst marschierten rechte Bürgerwehren, jetzt bekommen Roma Strafzettel, wenn sie auf die Straße treten: Die unheimliche Welt eines kleinen Dorfs in Ungarn. "Mit allen Schikanen in Gyöngyöspata" beim Freitag.
Unpolitisch: Bülent Arinc, türkischer Vizepremierminister, sieht die Opfer des türkischen Luftangriffes offenbar als Kollateralschaden: "Solche Zwischenfälle kann es beim Kampf gegen den Terrorismus schon mal geben". Es sei "falsch, den Vorfall zu politisieren". Weiter bei SWP. Siehe auch die bei weltendenzwischen dokumentierte Erklärung.
Sektlaune: "Eine Verkäuferin aus Niedersachsen hat einem Räuber eine Flasche Schaumwein über den Kopf gezogen. Der Mann hatte sie und ihre Kolleginnen mit einem Messer bedroht. Als er floh, schickte ihm die zornige Frau noch eine zweite Flasche hinterher, die ihr Ziel jedoch verfehlte." SPON Meldung, gefunden beim Schockwellenreiter.
Rammbock: Ägyptische Linksradikale sind immer wieder Angriffen vonseiten eines entstehenden Bündnis zwischen den herrschenden Militärs und den nach der Macht greifenden Islamisten ausgesetzt. Kosmoprolet.org dokumentiert einen Text der Ägyptischen Bewegung Libertärer Sozialisten, der sich hiermit auseinandersetzt. (via entdinglichung, wo es den englischen Originaltext gibt.)
Bedenkenträger: Trotz angeblicher Bedenken angesichts von Einschränkungen im Umgang mit "Terrorverdächtigen" hat Barack Obama noch schnell den neuen Verteidigungshaushalt unterschrieben: Obama Signs Defense Authorization Bill.
Backwahn: Hinweis bei Konsumpf auf eine interessante Doku des SWR, die hervorragend zu den im Konsumpf ja auch des öfteren zur Sprache kommenden Themen Discounter/Billige Lebensmittel/Industriefraß passt: "Billige Brötchen: Die Spur der Teiglinge". In dem Zusammenhang ist aber auch immer die soziale Frage zu stellen, denn Billigdiscounter existieren ja nicht, damit es preiswerte und gesunde Ernährung gibt, sondern Profite. Und die werden meist auf dem Rücken derjenigen gemacht, die sich Alternativen nicht leisten können: "Mehr als 100.000 Erwerbslose über 58 Jahre tauchen nicht in der Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur auf — möglich macht das ein Rechentrick, der 2008 beschlossen wurde. Würde man diese Gruppe berücksichtigen, erhöhte sich die Arbeitslosenrate der Älteren erheblich (von 8,0 auf 9,7 Prozent)." (Sueddeutsche), siehe auch "Schöngerechnet" bei "junge Welt"
Unschuldslamm: So eine Schweinerei, erneut gibt es Anlass zur Kritik an der verkürzten Kapitalismuskritik: Unschuldiges Opfer der Bankenhasser.
nachschLAg: Wie immer bietet redblog einen (unvollständigen) Wochenrückblick über die Entwicklung in Lateinamerika sowie eine Extra Ausgabe.
Urlaubsplanung: Wer 22 Urlaubstage schlau einsetzt, kann sie zu 63 freien Tagen machen. (Sueddeutsche zur Lage der Feiertage 2012)
Verbandelt: Verfassungsschützer wussten bis 2001 genau über die Aktivitäten der untergetauchten Neonazis Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt Bescheid. (via Dokumentationsarchiv). Derweil drängt die türkische Gemeinde auf Untersuchung durch den Bundestag, für Dieter Graumann, Vorsitzender des Zentralrats der Juden sind die Ermittler bereits in eine "Art Winterschlaf gefallen." Für den Politologen und Buchautor Kien Nghi Ha deutet das behördliche Versagen in der NSU-Mordserie auf einen verwurzelten Rassismus hin: „Die übermäßige Toleranz gegenüber rechtsextremer Politik und Gewalt hat eine lange Tradition in Deutschland“, sagt er im Gespräch mit MiGAZIN.
Chronik: "Bereits zum zweiten Mal veröffentlichen wir zum Jahreswechsel eine Zusammenfassung und Chronik faschistischer Aktivitäten in der Region Heilbronn. Vor einem Jahr hatten wir in unserer Erklärung zur Chronik des Jahres 2010 gemutmaßt, die Verharmlosung der faschistischen Strukturen in Heilbronn durch die Stadt und die Polizei Heilbronn dürfte sich „spätestens mit der Anmeldung eines großen Naziaufmarsches für den 1.Mai 2011 erledigt haben“. Damit lagen wir falsch." Analyse der Antifaschistischen Aktion Heilbronn.
Unpolitisch: Bülent Arinc, türkischer Vizepremierminister, sieht die Opfer des türkischen Luftangriffes offenbar als Kollateralschaden: "Solche Zwischenfälle kann es beim Kampf gegen den Terrorismus schon mal geben". Es sei "falsch, den Vorfall zu politisieren". Weiter bei SWP. Siehe auch die bei weltendenzwischen dokumentierte Erklärung.
Sektlaune: "Eine Verkäuferin aus Niedersachsen hat einem Räuber eine Flasche Schaumwein über den Kopf gezogen. Der Mann hatte sie und ihre Kolleginnen mit einem Messer bedroht. Als er floh, schickte ihm die zornige Frau noch eine zweite Flasche hinterher, die ihr Ziel jedoch verfehlte." SPON Meldung, gefunden beim Schockwellenreiter.
Rammbock: Ägyptische Linksradikale sind immer wieder Angriffen vonseiten eines entstehenden Bündnis zwischen den herrschenden Militärs und den nach der Macht greifenden Islamisten ausgesetzt. Kosmoprolet.org dokumentiert einen Text der Ägyptischen Bewegung Libertärer Sozialisten, der sich hiermit auseinandersetzt. (via entdinglichung, wo es den englischen Originaltext gibt.)
Bedenkenträger: Trotz angeblicher Bedenken angesichts von Einschränkungen im Umgang mit "Terrorverdächtigen" hat Barack Obama noch schnell den neuen Verteidigungshaushalt unterschrieben: Obama Signs Defense Authorization Bill.
Backwahn: Hinweis bei Konsumpf auf eine interessante Doku des SWR, die hervorragend zu den im Konsumpf ja auch des öfteren zur Sprache kommenden Themen Discounter/Billige Lebensmittel/Industriefraß passt: "Billige Brötchen: Die Spur der Teiglinge". In dem Zusammenhang ist aber auch immer die soziale Frage zu stellen, denn Billigdiscounter existieren ja nicht, damit es preiswerte und gesunde Ernährung gibt, sondern Profite. Und die werden meist auf dem Rücken derjenigen gemacht, die sich Alternativen nicht leisten können: "Mehr als 100.000 Erwerbslose über 58 Jahre tauchen nicht in der Arbeitslosenstatistik der Bundesagentur auf — möglich macht das ein Rechentrick, der 2008 beschlossen wurde. Würde man diese Gruppe berücksichtigen, erhöhte sich die Arbeitslosenrate der Älteren erheblich (von 8,0 auf 9,7 Prozent)." (Sueddeutsche), siehe auch "Schöngerechnet" bei "junge Welt"
Unschuldslamm: So eine Schweinerei, erneut gibt es Anlass zur Kritik an der verkürzten Kapitalismuskritik: Unschuldiges Opfer der Bankenhasser.
nachschLAg: Wie immer bietet redblog einen (unvollständigen) Wochenrückblick über die Entwicklung in Lateinamerika sowie eine Extra Ausgabe.
Urlaubsplanung: Wer 22 Urlaubstage schlau einsetzt, kann sie zu 63 freien Tagen machen. (Sueddeutsche zur Lage der Feiertage 2012)
Verbandelt: Verfassungsschützer wussten bis 2001 genau über die Aktivitäten der untergetauchten Neonazis Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt Bescheid. (via Dokumentationsarchiv). Derweil drängt die türkische Gemeinde auf Untersuchung durch den Bundestag, für Dieter Graumann, Vorsitzender des Zentralrats der Juden sind die Ermittler bereits in eine "Art Winterschlaf gefallen." Für den Politologen und Buchautor Kien Nghi Ha deutet das behördliche Versagen in der NSU-Mordserie auf einen verwurzelten Rassismus hin: „Die übermäßige Toleranz gegenüber rechtsextremer Politik und Gewalt hat eine lange Tradition in Deutschland“, sagt er im Gespräch mit MiGAZIN.
Chronik: "Bereits zum zweiten Mal veröffentlichen wir zum Jahreswechsel eine Zusammenfassung und Chronik faschistischer Aktivitäten in der Region Heilbronn. Vor einem Jahr hatten wir in unserer Erklärung zur Chronik des Jahres 2010 gemutmaßt, die Verharmlosung der faschistischen Strukturen in Heilbronn durch die Stadt und die Polizei Heilbronn dürfte sich „spätestens mit der Anmeldung eines großen Naziaufmarsches für den 1.Mai 2011 erledigt haben“. Damit lagen wir falsch." Analyse der Antifaschistischen Aktion Heilbronn.
