LATEINAMERIKA
Die Verteidigung progressiver Regierungen und der weitere Kampf für Unabhängigkeit und soziale Gerechtigkeit waren die beherrschenden Themen beim 21. Treffen des "Forums von São Paulo", das am heutigen Samstag in Mexiko-Stadt beendet wird. Seit Mittwoch diskutieren dort die Vertreter von 104 linken Parteien und Organisationen aus 23 Ländern Lateinamerikas und der Karibik, sowie Gäste aus Europa, Asien und Afrika über Konzepte zur Stärkung der fortschrittlichen Kräfte in der Region.
BRASILIEN
Monsanto drohen bei der angestrebten Syngenta-Übernahme hohe Hürden in Brasilien. Vor allem die Bauern im zweitgrössten Absatzmarkt der beiden Firmen fürchten ein Monsanto-Monopol.
Mehr als 1.500 Tote in fünf Jahren: Menschenrechtler beklagen, dass die Polizei der brasilianischen Metropole unverhältnismäßig gewalttätig ist.
BOLIVIEN
Mehrere gewerkschaftliche und indigene Organisationen in Bolivien wollen von jetzt an die notwendigen Initiativen für die Möglichkeit einer Wiederwahl von Präsident Evo Morales ergreifen. Dies kündigte der Vorsitzende des Gewerkschaftsdachverbandes der Bauern (CSUTCB), Feliciano Vegamonte, bei einer Versammlung anlässlich des Jahrestags der Landreform in Cochabamba an, bei der auch Morales anwesend war.
Boliviens Botschafterin kehrt nach La Paz zurück. Im November besucht Präsident Morales Berlin. jW-Gespräch mit Elizabeth Salguero Carrillo.
Neues Anforderungsprofil für Boliviens Beamte: Außer Spanisch müssen sie mindestens eine Indianer-Sprache lernen. Allerdings reicht es, sich einen Mini-Wortschatz anzueignen.
CHILE
26 Jahre nach der Dekretierung eines absoluten Abtreibungsverbots durch General Pinochet versucht Chile eine Reform. Die Erfolgsaussichten sind ungewiss.
KUBA
Vor wenigen Tagen ging in Havanna ein weiterer kubanischer Solarpark ans Netz. Die 2.500 Solarpaneele können nach Angaben des staatlichen Netzbetreibers pro Tag etwa 520 Kilowatt an elektrischer Energie erzeugen. Der “Solarpark Naranjito- befindet sich im Municipio Boyeros im Süden von Havanna und ist bisher der dritte Solarpark in der kubanischen Hauptstadt.
Die US-amerikanische Bank Stonegate hat vergangene Woche ein Abkommen mit der Internationalen Handelsbank Kuba (Bicsa) unterzeichnet. Zum ersten Mal seit 50 Jahren sind damit direkte Banktransaktionen zwischen beiden Ländern möglich.
Seit Wochen geistert im Internet ein falsches Zitat von Fidel Castro umher. Eine Spurensuche zeigt, dass der Ursprung für dieses Zitat ein beliebter Scherz aus Kuba ist.
PUERTO RICO
Der karibische Inselstaat Puerto Rico steht vor der Pleite. Private Gläubiger fordern von der De-facto-Kolonie der USA drastische Kürzungsmaßnahmen.
VENEZUELA
Nachdem Griechenland innerhalb der Europäischen Union mit dem Versuch gescheitert ist, eine neue Wirtschaftspolitik durchzusetzen, sucht die Regierung des linksgerichteten Ministerpräsidenten Alexis Tsipras offenbar Kontakte außerhalb des EU-Wirtschaftraumes. Nach einem Bericht der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina haben Griechenland und Venezuela mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung die Voraussetzungen für eine intensivere Zusammenarbeit in der Energiepolitik geschaffen.
Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog. Ausgabe vom 7. August 2015
Die verlorene Zeit
vor dem Tor zur Fabrik
hält der Arbeiter plötzlich an
das schöne Wetter hat ihn am Rock gezupft
und als er sich umwendet
die Sonne betrachtet
die rot leuchtet und beendet lächelt im bleigrauen Himmel
zwinkert er ihr vertraulich zu
sag Kamerad Sonne
meinst du nicht auch
man sollte verdammt bedenken
einen solchen Tag
dem Chef zu schenken
Jacques Prevert
Via: AutorInnenkollektiv - Lieber krank feiern als gesund schuften. Wege zu Wissen und Wohlstand!
Foto-Rückblick: Der § 88a und die Verhaftung der AGIT-Drucker
Im November 1977 wurden vier AGIT-Drucker in Berlin verhaftet. Sie saßen neun Monate in U-Haft, weil sie die linksradikale Wochenzeitung INFO BUG gedruckt hatten. Dass Drucker für Inhalte kriminalisiert wurden, die sie nicht selbst verfasst hatten, setzte neue Maßstäbe im Strafrecht. Der § 88a StGB, ein Gummiparagraph, der "verfassungsfeindliche Befürwortung von Gewalt" unter Strafe stellte, machte dies möglich. Ein Komitee und eine Theatergruppe stellte einiges auf die Beine, um die GenossInnen wieder aus dem Knast zu holen: "Kann denn drucken Sünde sein? Freiheit für die AGIT-Drucker!"
Mehr darüber und einige Fotos beim Umbruch Bildarchiv
Mehr darüber und einige Fotos beim Umbruch Bildarchiv
Trauer und Wut über den Anschlag im türkischen Suruç
Etwa 1500 Menschen zeigten mit einem Demonstrationszug durch Berlin Kreuzberg ihre Trauer und Wut über den Anschlag im türkischen Suruç. Am 20. Juli 2015 sprengte sich in Suruç, etwa zehn Kilometer von der syrischen Grenze entfernt, ein Selbstmordattentäter in die Luft. Dabei starben 32 hauptsächlich junge Menschen und mehr als 100 wurden verletzt. Am 25. Juli gab es eine weitere Demonstration in Solidarität mit den Opfern von Suruç durch Berlin-Wedding.
Eine Fotoreportage beim Umbruch Bildarchiv
Eine Fotoreportage beim Umbruch Bildarchiv
