trueten.de

»La politique est la science de la liberté: le gouvernement de l'homme par l'homme, sous quelque nom qu' il se déguise, est oppression; la plus haute perfection de la société se trouve dans l'union de l'ordre et de l' anarchie.« Pierre Joseph Proudhon

Fotoausstellung: Gezi Park Proteste 2013

Das Foto zeigt Demonstrant:*innen rund um einen Kreis aus Kerzen
Foto: © Leonard Rokita via Umbruch Bildarchiv
Eine Ausstellung im Café der Regenbogenfabrik zeigt dokumentarische Momentaufnahmen von den Gezi-Park-Protesten in Istanbul im Sommer 2013, fotografiert von Leonard Rokita.

Zu einigen Bildern der Ausstellung

Die Proteste offenbarten eine weit verbreitete Unzufriedenheit mit der türkischen Regierung, ausgelöst durch Pläne, den Park im Herzen Istanbuls abzureißen. Die Bürger protestierten nicht nur für den Erhalt der Umwelt, sondern auch gegen die Aushöhlung demokratischer Werte und der Meinungsfreiheit.

Die ausgewählten Bilder fangen die Intensität und Leidenschaft des Protests ein, der zu einem symbolischen Höhepunkt des Widerstands in der Türkei wurde. Sie zeugen von der kreativen Selbstorganisation der Demonstranten im Gezi-Park, von behelfsmäßigen Zeltlagern über improvisierte Kunstinstallationen bis hin zu cleveren Protestformen, die es so in Deutschland noch nicht gegeben hat. Humorvolle Formen des Protests, die Jung und Alt gemeinsam agieren ließen. Sie erzählen die Geschichte von Menschen, die - oft zum ersten Mal in ihrem Leben - für ihre Überzeugungen einstehen und zeigen, wie der öffentliche Raum in Istanbul und darüber hinaus zu einer Arena des Widerstands für breite Teile der türkischen Gesellschaft geworden ist.

Die Ausstellung zeigt die Vergangenheit, - sie blickt zehn Jahre zurück auf einen historischen Moment für die Türkei, als für viele die Hoffnung auf einen grundlegenden Wandel in der politischen Landschaft und der Gesellschaft nicht größer hätte sein können.

Heute hat sich die politische Landschaft der Türkei erheblich verändert. Die Herrschaft von Präsident Erdoğan hat die Macht gefestigt und das politische System des Landes verändert. Gegen Andersdenkende wird hart vorgegangen, was sich auf die Medienfreiheit und die Menschenrechte auswirkt.

Die Fotografien laden uns ein, mit Abstand zurückzublicken und erinnern uns an die Kraft der Gemeinschaft, die sich gegen Unterdrückung erhebt, und an die Bedeutung des Widerstands als Ausdruck demokratischer Beteiligung.

Die Ausstellung läuft noch bis Ende Januar 2023 im Café der Regenbogenfabrik, Lausitzer Strasse 22, 10999 Berlin
Öffnungszeiten: Dienstag (12-18 Uhr) Mittwoch (15-21 Uhr) Donnerstag (12-18 Uhr) und Freitags (15-21 Uhr)

Nazi-Morde seit 1989 – Aktualisiert Dezember 2023

Die Namen der Opfer mit Ort und Todestag als Plakat
Die Namen der Opfer mit Ort und Todestag als Plakat
Über 400 Nazi-Morde erwiesen, Hunderte werden noch „untersucht“


1989: Frank R. in Essen - 12.5. Ufuk Şahin in Berlin - 27.7. Obdachloser in Gelsenkirchen - August Birgit Meier in Lüneburg - 1990: 7.1. in Berlin der pakistanische Student Mahmud Azhar - 27.7.: obdachloser Mann in Gelsenkirchen - 7.10. Andrzej Fratczak in Lübbenau - 21.10. der 23jährige Eberhard Arnold in Ludwigsburg - 17.11. ein Äthiopier in Berlin - 17.11. Ercan S.in Kempten - 11.12. Klaus-Dieter Reichert in Berlin - 24.11. Amadeu Antonio Kiowa aus Angola in Eberswalde - 28.12. der 17jährige Kurde Nihat Yusufoğlu in Hachenburg im Westerwald - 31.12. in Flensburg ein 31 jähriger Obdachloser - 1991: Jugoslawe in Berlin-Neukölln - 1.1. Alexander Selchow in Rosdorf 6.1. Lothar Fischer in Flensburg - 23.2. ein Mann aus Afghanistan in Sachsen - 31.3. Jorge Joao Gomodai in Dresden - 13.4. A. Rustanow in Rathenow - 1.6. ein Gerhard Sch. in Leipzig - 4.6. Helmut Leja bei Käsdorf - 7.7. Jonny Braun in Gelnhausen - 16.6. Agostinho Comboio in Friedrichshafen - 19.9. in Saarlouis Samuel Kofi Yeboah aus Ghana bei Brandanschlag - 21.9. Wolfgang Auch in Schwedt - 12.11. Mete Ekşi in Berlin -1.12. Gerd Himmstädt in Hohenselchow - 10.12. ein Mann aus Rumänien in München - 14.12. Timo Kählke in Meuro - 1992: 5.1 Mann aus Nigeria in Augsburg - 5.1. Ingo Ludwig in Klein-Mutz bei Gransee - 11.1. ein Mann in Hannover - 31.1. eine dreiköpfige Familie aus Sri Lanka bei in Lampertheim (Hessen) - 23.2. Blanka Zmigrod in Frankfurt/Main - 4.3. Matthias Knabe in Gifhorn - 6.3. ein Mann aus der Türkei in Reilingen bei Mannheim - 11.3. Melanie Harke in Schwedt - 15.3. Dragomir Christinel aus Rumänien in Saal bei Rostock -22.3. Gustav Schneeclaus in Buxtehude - 19 3. der obdachlose Sinto Ingo Firmem in Flensburg - 4.4. Erich Bosse bei Brandanschlag in Hörstel - 24.4. Nguyen Van Tu in Ostberlin - 25.4. Peter Konrad aus Potsdam totgeschlagen - 11.5. Thorsten Lamprecht in Magdeburg - 29.6.: Grigore Velcu und Eudache Calderar in Nadrensee - 1.7. der Obdachlose Emil Wendtland in Neuruppin - 8.7. Sadri Berisha ein Kosovo-Albaner Nähe Stuttgart - 1.8 der Obdachlose Dieter Klaus Klein in Bad Breisig - 3.8. der Erntehelfer Ireneusz Szyderski in Stotternheim - 24.8. der Obdachlose Frank Bönisch in Koblenz von Nazi erschossen - 5.9. der Obdachlose Günter Schwannecke in Berlin-Charlottenburg - 10.10. Waltraud Scheffler in Geierswalde - 19.10. ein 37jähriger Peruaner in Westberlin - 23.10. Nigerianer in Frankfurt (Oder) - 7 11. Rolf Schulze aus Brandenburg - 13.11. Karl-Hans Rohn, weil die Nazi ihn für einen Juden hielten - 21.11. in Wülfrath der Jude Alfred Salomon - im November in Königswusterhausen zwei Antifaschisten tot aufgefunden (nachdem Nazi-Drohbriefe eingegangen waren) - 21.11. Silvio Meier aus Ostberlin - 23.11. bei Brandanschlag in Mölln: Yeliz Arslan (10), Bahide Arslan (51), Ayşe Yılmaz (14) - 6.12. ein kroatischer Arbeiter bei Brandanschlag in Jänschwalde - 15.12. Bruno Kappi in Weidenau (Siegen) - 15.12. Mensch mit Behinderung in Gießen - 17.12. Gamal Hegab aus Ägypten in Berlin - 18 12. Hans-Jochen Lommatzsch in Oranienburg - 27.12. Şahin Çalışır bei Meersbusch - 1993: 7.1. in Wetzlar tritt Nazi einen Obdachlosen tot - 15.1. in Erfurt stoßen zwei Nazis einen Mann vor Auto - 18.1. Karl Sidon in Arnstadt - 22.1 die Antifaschistin Kerstin Winter in Freiburg durch Nazi-Paketbombe ermordet - 22.1. ein Mann aus Rumänien in Staßfurt - 23.1. ein Punk in Schlotheim - 24.1 Mario Jödecke in Schlotheim - 3.2. der Antifaschist Olaf H in Suhl - 22.2. Mabala Mavinga in Hangelsberg - 22.2. ein Mann aus Zaire bei Fürstenwalde - 25.2. Mike Zerna in Hoyerswerda - 9.3. Mustafa Demirel aus der Türkei in Mühlheim/Ruhr - 12.3. Hans Peter Zarse in Uelzen - 29.3. Friedrich Maßling in Bad Segeberg - 24. 4. Matthias Lüders in Obhausen - 29.4. Sandro Beyer in Sondershausen - Belaid Baylal stirbt 2000 an den Spätfolgen eines Nazi-Überfalls vom 8. Mai 1993 - 1.5. Yilma Wondwossen B. in Berlin - 20.5. ein Mann bei Brandanschlag in Coburg - 21.5 ein 20jähriger Mann in Göttingen - 26.5. Jeff Dominiak (deutsch-ägyptischer Hauptdarsteller in einem Film)in Waldeck - 29.5. bei Brandanschlag in Solingen: Gürsün İnce, Hatice Genç, Gülüstan Öztürk, Hülya Genç und Saime Genç aus der Türkei -5.6 der Obdachlose Horst Hennersdorf in Fürstenwalde - 10.6 ein Arbeiter aus Mosambique bei Brandanschlag in Dresden - 15.6. sechs Menschen bei einem Brandanschlag in Siegburg - 17.6. der Kurde Abdi Atalan in Duelmen - 20.6. Hung Va Quang in Berlin - 21.6. Angela S in Berlin Kreuzberg - 21.6. Dario S. in Berlin-Kreuzberg - 28.6 ein Geflüchteter aus Rumänien in Mühlhausen - im Juni Bernd Z. in Oranienburg - 5.7. Kreis Pasewalk: Zwei Jäger erschießen angeblich „irrtümlich“ zwei „illegal“ einreisende Flüchtlinge - 16.7. Obdachloser in Marl - 28.7. Hans-Georg Jacobson in Strausberg - 16.7. 33jähriger Obdachloser als „Judensau“ beschimpft und erschlagen, in Marl - 22.7. ein 16 Jahre alter Schüler in Uelzen - 28.7. Hans-Georg Jakobsen nahe Strausberg - 19.9. Horst T. in Werneuchen bei Bernau - 5.10. dreiköpfige Familie (Vater aus Sri Lanka) bei Brandanschlag in Bad Wildungen - 10.10. ein Obdachloser aus der Türkei in Düsseldorf - im Oktober ein Obdachloser in Marl - 7.11. Kolong Jamba im Zug von Hamburg nach Buchholz - 19.11. ein Mann in Zittau - 7.12. ein Mann aus Nigeria in Osnabrück - 7.12. Bakry Singateh in Hamburg-Buchholz - 25.12. Ein Mann aus der Türkei bei Brandanschlag in Kaltenkirchen - im Verlauf des Jahres ein Obdachloser in Bad Segeberg - 1994: 26.1. die 61jährige Roma Raina Jovanovic und die 11jährige Jasiminka in Humboldt-Gremberg - 1.2. unbekannter Flüchtling aus Zaire auf deutschem Frachtschiff über Bord geworfen - 3.2. Horst Scharlach in Berlin - 4.2. Wolfgang O. in Berlin-Weißensee - 11.2. Obdachloser in Hamburg-Neugraben - 18.2.: Ali Bayram in Darmstadt - 16.3. Ante B., Ljuba B., Zuzanna M., Athina S., Kristina S., Nebahat S. und Aynül S. bei Brandanschlag in Stuttgart - 20.4 eine Frau aus der Türkei bei Brandanschlag in Göttingen - 20.4.Albaner in Gieboldehausen - 5.5.: Eberhardt Tennstadt in Quedlinburg - 28.5. Klaus R. in Leipzig zu Tode geprügelt - 15.6. Rumäne in Kyritz - 22.6. der 9jährige Esam Chandin bei Brandanschlag in Bochum - Juni Mohamed Badaoui in Bochum - 20.7. Vietnamese in Berlin-Lichtenberg - 23.7. Beate Fischer in Berlin-Reinickendorf - 26.7. Jan Wnenczak in Berlin - 3.8. Vietnamese in Leipzig - 6.8. Gunter Marx in Velten erschlagen - 27.8. Obdachlose in Berlin - 27.9. Farid Boukhit aus Algerien an den Verletzungsfolgen vom Nazi-Pogrom in Magdeburg am 12.5. - 28.9. Burkujie Haliti und Navgim Haliti in Herford -30.9. zwei Geflüchtete in Völklingen - 14.10. Alexandra Rousi in Paderborn - 6.11 der 18jährige Piotr Kania in Rothenburg an der Fulda - 8.11. eine 18jährige Antifaschistin in Rotenburg - 20.11 Michael Gäbler in Zittau - 24.12. zweiköpfige Familie aus der Türkei in Sengenthal-Reichertshofen - 1995: 4.1. zwei kosova-albanische Mädchen in Zell bei einem Brandanschlag - 8.1. eine Serbin und ihre drei Kinder bei einem Brandanschlag in Mellendorf bei Hannover - 5.2. der Obdachlose Horst Pulter in Velbert - 23.2. Guido Zeidler in Henningsdorf - 25.5. Peter T. bei Hohenstein/Ernstthal - 16. 6. Dagmar Kohlmann in Altena - 29.8. zwei Geflüchtete aus Ghana und Tschad bei Brandanschlag in Ulm - 5.9. ein Deutscher und Frau aus der Türkei bei Brandanschlag in Lübeck - 7.9. Klaus-Peter Beer in Amberg -.15.10. drei türkische Menschen in Karlsruhe - November Michael Silbermann und Sven Silbermann in Dresden - 17.12. Gerhard Helmut B. in Leipzig - 19.12. K .C. Shiva - 24.12. drei Kinder bei Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft in Bergkamen - 29.12.: Sanjib Kumar Shrestha in Oelde - 30.12.: Horst K. in Leipzig-Grünau - Außerdem Dagmar K. und drei weitere Menschen im Laufe des Jahres - 1996: 18.1. 10 Menschen bei Brandanschlag in Lübeck: Monica Maiamba Bunga, Nsuzana Bunga, Françoise, Christine und Miya Makodila, Christelle Makodila Nsimba, LegrandMakodila Mbongo, Jean-Daniel Makodila Kosi, Rabnia El Omari und Sylvio Bruno Cornlan Amoussou - 3.2. Patricia Wright in Bergisch Gladbach - 15.2. der Antifaschist Sven Beuter -7.3. Reinhard Woijciechowski in Bremen- 15.3. Martin Kemming in Rhade - 8.5 Bernd Grigol in Leipzig-Wahren - Juni Student in Lübeck - 11.7. Boris Morawek in Wolgast - 19.7. Werner Weickum in Eppingen - 1.8. Andreas Götz in Eisenhüttenstadt - August Mann von 6 Nazis in Heilbronn ermordet - 23.10. Achmed Bachir in Leipzig - im Laufe des Jahres Mann aus der Ukraine in Menden-Lendrigsen - 1997: 1.1. Horst D. in Greifswald - 31.1. Phan Van Toau aus Vietnam in Fredersdorf so schwer verletzt, dass er drei Monate später stirbt - 9.2 Frank Böttcher in Magdeburg - 13.2. Antonio Melis in Caputh - 23.2. Stefan Grage in Hornbek - 31.3. Fadime Demir, Serpil Demir und weiterer Mensch in Krefeld - 17.4 Olaf Schmidke und Chris Daniel in Berlin-Treptow - 22.4 Horst Gens in Sassnitz - 8.5. Augustin Blotzki in Königs-Wusterhausen 4.6. Bektaş Heval in Friedrichshafen - Juni geflüchteter Algerier in Leipzig - 23.8. ein 45jähriger Mann in Otzlow - 4.9. Rolf Baginski in Nordhausen - 23.9. Matthias Scheydt in Cottbus - 27.9. Georg Jürgen Uhl in Cottbus - 14.10. der 59jährige Rentner Josef Anton Gera - 17.11. Horst Meyer in Anklam - 1998: 26.3. die Antifaschistin Jana Georgi (14 Jahre) in Saalfeld - Juli: Nazi-Überfall auf Nuno Lourenço, an dessen Folgen er am 29.12 stirbt - 30.8. Ernst Fisk in Angermünde - 3.12. Bewohner einer Unterkunft für Obdachlose in Berlin-Schöneberg - 1999: Februar zwei Heimbewohner in Bestensee-Pätz - 17.3. der Frührentner Egon Efferts - 1.7. Erol Ispir in Köln - 9.8 der Obdachlose Peter Deutschmann in Eschede - 15.8. Carlos Fernando in Kolbermoor - 1.10. der Auszubildende Patrick Thürmer in Hohenstein- Ernstthal - 6.10. Kurt Schneider in Berlin-Lichtenberg von vier Nazis zu Tode gequält - 8.10. Hans-Werner Gärtner in Löbejün - 17.10.: Josef Anton Gera in Bochum - 1.11. Daniela Peyerl, Karl-Heinz Lietz, Horst und Ruth Zillenbiller in Bad Reichenhall - 29.12. Jörg Danek in Halle - 2000: 31.1. der Obdachlose Bernd Schmidt von zwei Nazis drei Tage lang zu Tode geprügelt - 17.3. Slovo Ignjatovic in Berlin - 29.4. Helmut Sackers in Halberstadt - 25.5 Dieter Eich in Berlin - 31.5. der Antifaschist Falko Lüdtke in Eberswalde - 11.6. Alberto Adriano aus Mocambique in Dessau - 14.6. Thomas Goretzki in Dortmund - 24.6. der Obdachlose Klaus-Dieter Gerecke - 9.7. Jürgen Seifert in Wismar - 27.7. Ungeborenes in Düsseldorf-Wehrhahn - 27.7. der Obdachlose Norbert Plath - 15.8. Jana Gundula Klein in Greifswald - 9.9 Enver Şimşek. in Nürnberg - 12.9. Malte Lerch in Schleswig - 5.10. Obdachloser in Freiberg - 8.10. Aysel Özer und Seydi Vakkas Özer in Neu-Isenburg - 4.11. Belaid Baylal in Belzig an den Folgen eines Überfalls vom 8.5.93 - 25.11. Eckhardt Rütz in Greifswald - 2001: 26.3. Fred Blanke in Grimmen - 25.3. Willi Worg in Milzau - 22.4 Mohammed Belhadj bei Jarmen - 24.5. Axel Ubarnietz in Bad Blankenburg - 13.6. Abdurrahim Özüdoğru in Nürnberg - 27.6. Süleyman Taşköprü in Hamburg - 6.7. Frank H. in Witten - 9.8. Dieter Manzke in Dahlewitz - 9.8. Klaus-Dieter Harms in Wittenberge - 29.8. Habil Kılıç in München - 9.9. Arthur Lampel in Bräunlingen - 9.9. Yvonne Polzin in Walow-Strietfeld - 6.11. Ingo Binsch in Berlin - 2002: 23.5. Kajrat Batesov in Wittstock - 15.5. der geistig und körperlich Behinderte Klaus Dieter Lehmann in Neubrandenburg - 1.6. Ronald Masch bei Neu Mahlisch - 30.6. Christa W. in Wurzen - 12.7 Marinus Schöberl (17 Jahre alt) in Potzlow - 9.8. Ahmet Şarlak in Sulzbach - 27.11. Zygmunt Rundnicha in Altdorf - 7.12. Wolfgang H in Stralsund - 2003: 27.1. Hartmut Balzke in Erfurt - 21.3. Andreas Oertel in Naumburg - 27.3. Jeremiah Duggan in Wiesbaden - 29.3. Enrico Schreiber in Frankfurt/Oder - 20.4. Günter T. in Riesa - 10.7. Gerhard Fischhöder in Scharnebeck - 4.10.: Thomas K. in Leipzig - 7.10. Hartmut Nickel, Mechthild Bucksteeg und Alja Nickel in Overath - 6.12. Petros und Stefanos C. in Kandel - 20.12. Viktor Filimow (15), Aleksander Schleicher (17) und Waldemar Ickert (16) in Heidenheim - 2004: 21.1. Oleg Valger in Gera/Bieblach-Ost - 30.1. Martin Görges in Burg) - 25.2. Mehmet Turgut in Rostock - 5.6.: Edgar R. in Güsten - 2005: Januar Obdachloser mit Behinderung in Stuttgart - 18.2. Obdachloser in Magdeburg - 28.3. Thomas Schulz in Dortmund - 9.6. Ismail Yaşar in Nürnberg - 15.6. Theodoros Boulgarides in München - 1.7. ein Mann in Essen - 26.11. Tim Maier in Bad Buchau - 2006: 1.3. Fevzi Ufuk in Rheda-Wiedenbrück - 4.4. Mehmet Kubaşık in Dortmund - 6.4. Halit Yozgat in Kassel - 6.5. Andreas Pietrzak in Plattling - 10.7. Jürgen G. in Cottbus - September Hans-Jürgen Sch. in Frankfurt/Oder - 2007: 1.1. Andreas F. in Wismar - 14.7. M.S. in Brijahe - 24.7. ein Obdachloser in Blankenburg /Harz - 7.9. Jenisa Muja in Hannover - 7.10.: Holger Urbaniak in Frankfurt/Oder - 2008: 3.2. Ilyas Calar, Kennan Kaplan, Karanfil Kaplan, Dilara Kaplan, Döne Kaplan, Hülya Kaplan, Medine Kaplan, Belma Özkapli in Ludwigshafen - 20.2. Bianca B. in Leer - 26.4. Peter Siebert in Memmingen - 22.7. Bernd Köhler in Templin - 23.7. K.H. Teichmann in Leipzig - 1.8. Hans-Joachim Sbrzesny in Dessau - 6.8. der Geflüchtete Nguyen Tan Dung in Berlin - 16.8. Rick Langenstein in Magdeburg - 24.8. Marcel Wisser in Bernburg - 2009: 17.1. Lars Rehbeil in Ilmenau - 1.7. Marwa El-Sherbini in Dresden.- 3.10. Andy Schubert in Limburg - 2010: 14.5. Sven M. in Hemer - 24.10. Kemal Kilade in Leipzig - 2011: 9.3. Kestutis V. in Wiesbaden - 27.3. Duy Doan Phm in Neuss - 27.5. André Kleinau in Oschatz - 4.10. Mühittin L. in Laichingen - 2012: 5.4. Burak Bektaş in Berlin-Neukölln - 17.6. Klaus-Peter Kühn in Suhl - 30.9. Karl Heinz Lieckfeldt in Butzow - 31.10 Andrea B. in Hannover - 2013: 18.7. Konstantin Moljanov aus Kasachstan in Kaufbeuren - 2014: 14.3. der 5 Jährige Dano in Herford - 23.10. Charles Werabe aus Ruanda in Limburg - 2015: 20.9. Luke Holland in Berlin - 2016: 1.2. Jim Reeves in Berlin-Charlottenburg - 22.7. Sevda Dağ, Chosein Daitzik, Selcuk Kılıç, Giuliano Josef Kollmann, Can Leyla, Janos Roberto Rafael, Armela Sehashi, Sabina Sulaj und Dijamant Zabergaja starben bei einem Nazi-Anschlag in München - 10.9. Klaus B. in Waldbröl - 20.9. Eugeniu Botnari in Berlin-Lichtenberg - 20.10. Daniel Ernst in Georgsgmünd - 13.11. Obdachloser in Köln - Beate W. und Elke W. in Gersthofen - 2017: 1.3. Ruth K. in Döbeln - 14.4. Shaden M. in Cottbus - 7.5. Ramona Sorce in Homburg/Saar - 23.3. Attila Özer in Köln infolge des Nagelbombenanschlages 2004 - 8.12. Christian Sonnemann in Katlenburg-Lindau - 2018: 5.2. zwei Menschen in Plauen - 1.4. Bilal A. in Bergisch Gladbach - 17.4. Philipp W. in Neunkirchen - 18.4. Christopher W. in Aue - 2019: 26.4. William Tonou-Mbobda in Hamburg-Eppendorf - 2.6. Walter Lübke in Istha - 20 7. Mann in Erfurt - 9.10. Jana Lange und Kevin Schwarze in Halle - 2020: 12.2. Mario K. in Altenburg - 19.2. Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Said Nesar El Hashemi, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Kalojan Velkow, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu starben bei einem Nazi-Anschlag in Hanau - 7.4. Arkan Hussein Khalaf in Celle - 16.5. Ibrahim Demir in Dortmund - 14.7. Noël Martin starb infolge der Spätfolgen nach einem Anschlag von 1996 in Mahlow - 2021: 18.9.Alexander W. in Idar Oberstein - 4.12. Linda Richter, Leni Richter, Janni Richter, Rubi Richter in Senzig - 2022: 24.1. Studentin in Heidelberg 2023: 25.1. Yazy Almiah in Berlin/Französisch Buchholz - 9.3. siebenfaches Nazi-Massaker in Hamburg (Namen nicht veröffentlicht)


Nichts vergeben, nichts vergessen!


Quelle: GewerkschafterInnen und Antifa gemeinsam gegen Dummheit und Reaktion. Dort kann das Plakat auch gedruckt bis zum Format Din A1 bestellt werden.

Atomwaffen unvereinbar mit den Menschenrechten

Kampagnenlogo Büchel AtomwaffenfreiNicht erst der Einsatz von Atomwaffen verletzt die Menschrechte, sondern bereits die Doktrin der nuklearen Abschreckung. Das ergibt sich aus der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte", die vor 75 Jahren, am 10. Dezember 1948, von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde.

Der nuklearen Abschreckung liegt die Bereitschaft eines Landes zugrunde, Atomwaffen tatsächlich einzusetzen, im Falle etlicher Atomwaffenstaaten sowie der NATO sogar in Form eines Ersteinsatzes. Auf vier internationalen, wissenschaftlich fundierten Tagungen über die katastrophalen humanitären Folgen von Atomwaffen 1 kamen die Vertragsstaaten und zahlreiche Wissenschaftler*innen und andere Expert*innen zum Schluss: „Es ist unmöglich, auf die unmittelbare humanitäre Notlage und die langfristigen Folgen von Atomwaffenexplosionen angemessen zu reagieren.“ 2

Artikel 3 der Menschenrechtserklärung stellt uneingeschränkt fest: „Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.“ Jeder Einsatz einer Atomwaffe würde diese Rechte maximal verletzen: Es würden Hundertausende, gar Millionen, Menschen getötet oder verletzt, die freie Lebensgestaltung würde hochgradig beeinträchtigt oder verunmöglicht, und die Sicherheit der gesamten Menschheit wird durch die nukleare Abschreckung aufs Spiel gesetzt.

Bei der zweiten Vertragsstaatenkonferenz des Atomwaffenverbotsvertrages vom 27. November bis 1. Dezember bei den Vereinten Nationen in New York 3 erklärten die Vertragsstaaten: „Die katastrophalen humanitären Folgen und Risiken, die mit Atomwaffen verbunden sind, unterstreichen den moralischen und ethischen Imperativ für nukleare Abrüstung und die Dringlichkeit, eine atomwaffenfreie Welt zu erreichen und zu bewahren.“ 4

Um den Zusammenhang zwischen Bedrohung der Sicherheit, Risiken des Atomwaffenbesitzes und der Doktrin der nuklearen Abschreckung besser zu erforschen, setzte die Staatenkonferenz einen Koordinator ein, der die Erarbeitung eines entsprechenden Berichts an die dritte Staatenkonferenz im März 2025 koordinieren soll.

Deutschland ist dem Atomwaffenverbot nicht beigetreten, nahm an der zweiten Staatenkonferenz aber als Beobachter teil. Das deutsche Statement auf der Konferenz 5 erzeugte erhebliche Irritation: Anstatt aufzuzeigen, wie Deutschland sich dem Ziel der nuklearen Abrüstung nähern will, wurde die nukleare Abschreckung der NATO als alternativlos dargestellt und die weitere aktive nukleare Teilhabe durch Deutschland betont.

Der UN-Menschenrechtsausschuss stellte im Oktober 2018 fest, dass „die Androhung oder der Einsatz von Massenvernichtungswaffen, insbesondere von Kernwaffen […], mit der Achtung des Rechts auf Leben unvereinbar ist und ein Verbrechen nach dem Völkerrecht darstellen kann“. 6

Die Kampagne "Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt" fordert die Bundesregierung auf, ihren Verpflichtungen aus dem Völkerrecht, nicht zuletzt der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte", nachzukommen, die Stationierung US-amerikanischer Atomwaffen auf dem Fliegerhorst Büchel zu beenden und dem Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten.

Übrigens: Die zweite Staatenkonferenz des Atomwaffenverbotsvertrags haben wir mit fünf halbstündigen Online-Gesprächen begleitet. Gesprächspartner*innen waren Teilnehmer*innen der Konferenz aus der Zivilgesellschaft, vor Ort in New York. Die Gespräche stehen hier online.

Anmerkungen:
1 Siehe dazu z.B. die Dokumentation der vierten Konferenz auf der Website des Österreichischen Bundesministeriums Europäische und internationale Angelegenheiten, https://www.bmeia.gv.at/themen/abruestung/massenvernichtungswaffen/atomwaffen


2 Vienna Conference on the Humanitarian Impact of Nuclear Weapons: Chair’s Summary. June 20, 2022. Eigene Übersetzung. https://www.bmeia.gv.at/fileadmin/user_upload/Zentrale/Aussenpolitik/Abruestung/HINW22/Chair__s_Summary.pdf

3 Sämtliche Dokumente stehen auf: https://meetings.unoda.org/meeting/67225/documents online.

4 Second Meeting of States Parties to the Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons: Revised draft declaration of the second Meeting of States Parties to the Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons: “Our commitment to upholding the prohibition of nuclear weapons and averting their catastrophic consequences”. Dokument TPNW/MSP/2023/CRP.4/Rev.1 vom 1. Dezember 2023 ; https://docs-library.unoda.org/Treaty_on_the_Prohibition_of_Nuclear_Weapons_-SecondMeeting_of_States_Parties_(2023)/TPNW.MSP_.2023.CRP_.4.Rev_.1_revised_draft_dec.pdf

5 Second Meeting of States Parties to the Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons (TPNW) New York, 27 November - 1 December 2023: Statement by Susanne Riegraf, Deputy Federal Government Commissioner for Disarmament, Nonproliferation and Arms Control, Head of the German Observer Delegation to the 2nd MSP. https://docs-library.unoda.org/Treaty_on_the_Prohibition_of_Nuclear_Weapons_-SecondMeeting_of_States_Parties_(2023)/Germany.pdf

6 Human Rights Committee: General comment No. 36 (2018) on article 6 of the International Covenant on Civil and Political Rights, on the right to life. UN-Dokument CCPR/C/GC/36 vom 30. Oktober 2018. https://www.ohchr.org/sites/default/files/Documents/HRBodies/CCPR/CCPR_C_GC_36.pdf

Deutsche Übersetzung hier zitiert nach: IALANA Deutschland und Rechtsanwaltsausschuss für Nuklearpolitik (LCNP): Die Atomwaffenpolitik Deutschlands und die Menschenrechte, einschließlich des Rechts auf Leben: Artikel 6 des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte. Einreichung an die allgemeine periodische Überprüfung des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen, 44th Sitzung der UPR-Arbeitsgruppe, November 2023. Eingereicht 5 April 2023.

Quelle: Pressemitteilung der Kampagne "Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt" vom 8. Dezember 2023


Demo: Stoppt den Genozid in Palästina! Solidarität mit allen unterdrückten Völkern! Gegen Rassismus, Zionismus und Antisemitismus!

Sharepic zur DemoDie seit 75 Jahren andauernde Besatzung und Unterdrückung der Palästinenser:innen erreicht einen neuen traurigen Höhepunkt. Der rechte Staat Israel bombardiert palästinensischen Gebiete von Gaza bis zur West-Bank massiv. Krankenhäuser, Schulen, Fluchtrouten werden bombardiert, Tausende wurden unter den zerbombten Häusern begraben, über eine Million Menschen sind auf der Flucht. Das Seuchenrisiko wächst von Tag zu Tag: sauberes Wasser fehlt, Tote können nicht mehr begraben werden, weil es zu viele sind.

Grund für diese Gräueltaten Israels seien die Hamas - das hört man hier in Deutschland, aber auch aus den USA, Großbritannien oder Israel selbst. So wurde das Al-Shifa Krankenhaus wegen einem vermeintlichen Hamas-Unterschlupf bombardiert und auch Krankenwagen blieben nicht verschont. Für jedes Verbrechen an der Zivilbevölkerung wird die Hamas künstlich vorgeschoben oder behauptet, dass die Zivilist:innen als menschliche Schutzschilder verwendet werden. Die Entmenschlichung der Palästinänser:innen rechtfertigt dieses Vorgehen. Dabei macht die IDF (Israelian „Defence“ Force) nicht mal an der eigenen Bevölkerung halt, das Schicksal der am 7. Oktober genommenen Geiseln ist für israelische Politiker:innen und das Militär nebensächlich: Erst nach massiven internationalen Protesten nahm Israel das Angebot der Feuerpause wahr. Die Absichten des Netanjahu-Regimes sind eindeutig: Bei Palästinenser:innen wird von „Tieren“ gesprochen und eine zweite Nakba gefordert, welche die von 1948 übertreffen soll. Die angewandte Kriegsstrategie ist nicht Genauigkeit, sondern Zerstörung und Vertreibung der Bevölkerung bis nach Ägypten, wie in den geleakten Geheimdienstdokumenten öffentlich gemacht wurde. Ihre sogenannte „Terrorbekämpfung“ findet selbst in der West-Bank statt, in der es keine Hamas-Verwaltung gibt.

Deutschland ist Mitschuld

Solidaritätsbekundungen mit der palästinensischen Bevölkerung werden kriminalisiert, ob von Politiker:innen wie Olaf Scholz oder Nancy Faeser, es wird rassistisch gehetzt und Stimmung gegen migrantische Personen oder Geflüchtete gemacht. Vor Kurzem wurden in ganz Deutschland Wohnungen von angeblichen „Samidoun- und Hamas-Mitgliedern“ durchsucht - es wird so einfach alles, was gegen den israelischen Staat steht, in einen Topf geworfen und als staatsfeindlich erklärt. Dabei ist Samidoun ein linkes und nicht-religiöses Netzwerk für palästinensische Gefangene. Der zionistische Siedlerkolonialismus als Ursache des Krieges wird unter den Teppich gekehrt und die deutsche Regierung befeuert den Genozid fleißig mit Waffenlieferungen: Deutsche Waffenexporte nach Israel haben sich seit 2022 fast verzehnfacht - das gibt auch gute Profite; ganze 303 Mio. Euro. Damit trägt die Bundesregierung und die deutsche Rüstungsindustrie eine Mitschuld an dem Genozid an den Palästinenser:innen!

Jetzt ist die Zeit, auf die Straße zu gehen, Solidarität mit der palästinensischen Bevölkerung zu zeigen und den Völkermord zu stoppen!
-Wir stehen für ein friedliches Zusammenleben aller Ethnien, Geschlechter, Religionen und Sexualitäten.
-Wir sind solidarisch mit dem palästinensischen Befreiungskampf.
-Kein freies Land ohne freie Frauen.
-Unser Bezugspunkt sind linke fortschrittliche Kräfte in Palästina und dem Apartheidsstaat Israel, die gegen die Kolonialisierung und Besatzung Palästinas kämpfen und keine Machtinteressen hinter der nationalen Befreiung verbergen.
-Keine Kriegshandlungen an der zivilen Bevölkerung.

Demonstration am Freitag. 08.12. um 18 Uhr, Stuttgart, Lautenschlagerstr. // beim HBF

Unterstützer:innen:

• Aktionstreffen Klimagerechtigkeit Stuttgart
• Alinteri
• Arbeitskreis Internationalismus Stuttgart
• “Clara Zetkin Haus” Waldheim Stuttgart e.V.
• Deutsche Kommunistische Partei Stuttgart
• Feminists for Jina Stuttgart
• Offenes Treffen gegen Krieg und Militarisierung
• Palästina Komitee Stuttgart
• Revolutionäre Aktion Stuttgart
• Revolutionäre Jugend Stuttgart
• Young Struggle Stuttgart

Quelle: OTKM Stuttgart

An den Schwankenden



Bertolt Brecht (1954) Foto: Bundesarchiv, Bild 183-W0409-300 / Kolbe, Jörg / CC-BY-SA 3.0
Du sagst:
Es steht schlecht um unsere Sache.
Die Finsternis nimmt zu.
Die Kräfte nehmen ab.
Jetzt, nachdem wir so viele Jahre
gearbeitet haben, sind wir in
schwierigerer Lage als am Anfang.

Der Feind aber steht stärker da denn jemals.
Seine Kräfte scheinen gewachsen.
Er hat ein unbesiegliches
Aussehen angenommen.

Wir aber haben Fehler gemacht,
es ist nicht zu leugnen.
Unsere Zahl schwindet hin.
Unsere Parolen sind in Unordnung.
Einen Teil unserer Wörter
hat der Feind verdreht
bis zur Unkenntlichkeit.

Was ist jetzt falsch von dem,
was wir gesagt haben?
Einiges oder alles?
Auf wen rechnen wir noch?
Sind wir Übriggebliebene,
herausgeschleudert aus dem lebendigen Fluß?
Werden wir zurückbleiben?
Keinen mehr verstehend und
von keinem verstanden?
Müssen wir Glück haben? So fragst du.

Erwarte keine andere Antwort als die deine.

Bertolt Brecht * 10. Februar 1898 -  14. August 1956
Aus: Gesammelte Werke, Bd.IX, S.678

Beerdigt die Monroe Doktrin am 2. Dezember 2023 - 200 Jahre ist mehr als genug!

Die Monroe-Doktrin wird am 2. Dezember 2023 200 Jahre alt. Die Zeilen, die Jahre später aus der Rede von Präsident James Monroe aus dem Jahr 1823 entnommen und als "Doktrin" etabliert wurden, werden seither verwendet, um die Vorherrschaft der USA über die westliche Hemisphäre zu behaupten.

Mit dieser Doktrin wurden zahlreiche Kriege gegen die amerikanischen Ureinwohner und deren Enteignung sowie der Mexikanisch-Amerikanische Krieg, der Spanisch-Amerikanische Krieg und alle Arten von Putschen, Sanktionen und wirtschaftlichem Druck gerechtfertigt.

Während etwa die Hälfte des politischen Establishments der USA die Monroe-Doktrin in Worten ablehnt, ist man in der Praxis weniger uneinig. Tatsächlich hat diese allererste Doktrin (ein Konzept, das nirgendwo in der US-Verfassung zu finden ist) zu vielen weiteren präsidialen Doktrinen geführt, durch deren Anhäufung die Monroe-Doktrin effektiv auf die ganze Welt ausgedehnt wurde.

Als die Vereinigten Staaten begannen, nach Westen zu expandieren, stützten sie sich auf die Überzeugung, dass nichts, was sie angeblich gegen den europäischen Imperialismus unternahmen, imperialistisch sein konnte, sowie auf die Überzeugung, dass jeder von Natur aus von den Vereinigten Staaten erobert werden wollte, ganz zu schweigen von der Überzeugung, dass viele Menschen gar keine vollwertigen Personen waren - eine Überzeugung, die auch dadurch gestützt wurde, dass 1823 die Entdeckungsdoktrin in das US-Recht aufgenommen wurde.

Heute wird behauptet, dass die Kriege und Waffenlieferungen der USA dazu dienen, die Demokratie zu verbreiten, die Unschuldigen zu verteidigen und die "Interessen" der USA zu schützen - ein Konzept, das seine Wurzeln in der Monroe-Doktrin hat. Aber die Realität war noch nie so, wie sie angekündigt wurde. Die USA haben nie viel getan, um lateinamerikanische Demokratien zu unterstützen - ganz im Gegenteil. Die Monroe-Doktrin ist kein Rechtskonzept. Und die Welt könnte nicht lange zwei oder mehr Nationen überleben, die ihre Monroe-Doktrinen ausweiten.

Es ist an der Zeit, die Idee, anderen Nationen den Willen der USA aufzuzwingen, sei es zu ihrem eigenen Wohl oder nicht, zu begraben und eine neue Doktrin der Friedensstiftung, der Rechtsstaatlichkeit, der Zusammenarbeit, der Entmilitarisierung und des gegenseitigen Respekts einzuführen.
SharePic zur Kampagne: Ein in die US Flagge eingewickelter Sarg wird auf einer von sechs Pferden gezogenen Lafette transportiert. Im Hintergrund ein Soldatenfriedhof. Darüber steht: Beerdigt die Monroe Doktrin am 2. Dezember 2023 - 200 Jahre ist mehr als genug. Im unteren Teil des Sharepics sind die unterstützenden Organisationen aufgeführt.
SharePic zur Kampagne
Ein inhaltlicher Vorschlag für eine alternative Doktrin:

"Die Gelegenheit ist längst überfällig, um als Grundsatz für das künftige Verhalten der Regierung der Vereinigten Staaten festzulegen, dass andere Nationen mit dem Respekt behandelt werden, den diese Regierung sich selbst gegenüber wünscht. Verletzungen der Rechte einer Nation durch eine andere werden von der US-Regierung an internationale Gerichte verwiesen, die die US-Regierung unterstützen, denen sie beitreten und vor denen sie sich ebenfalls verantworten wird. Solche Rechtsverletzungen werden nicht als Vorwand für Kriege des US-Militärs benutzt werden. Die US-Regierung wird auch nicht mehr von fernen imperialen Kriegen als "defensiv" oder von "Interessen" der USA als Rechtfertigung für Kriege sprechen. Die US-Regierung wird aufhören, ausländische Militärs, Polizisten und Gefängniswärter zu bewaffnen, auszubilden und zu finanzieren, ausländische Bevölkerungen zu sanktionieren, sich nicht mehr in ausländische Wahlen einzumischen und ausländischen Nationen durch ihre Finanz- und Handelspolitik keine Bedingungen mehr aufzuerlegen. Die US-Regierung wird Menschenrechts- und Abrüstungsverträgen beitreten und diese unterstützen, andere Nationen durch ihr Beispiel und ihr nicht heuchlerisches Handeln im Rahmen einer demokratisierten UNO oder einer Ersatzorganisation an denselben Standard halten. Die Regierung der Vereinigten Staaten wird sich als einer unter Gleichen und als ehrlicher Nutznießer der weniger wohlhabenden Nationen und der Nationen, die unserer kollektiven natürlichen Umwelt nicht den gleichen Schaden zugefügt haben, behaupten. Die Politik der USA wird nicht durch außergesetzliche Doktrinen, sondern durch demokratische oder repräsentative Entscheidungsfindung unter Wahrung aller Menschen- und Umweltrechte gestaltet werden."

Quelle: World beyond War
Eigene Übersetzung.
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