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»Die ersten Menschen waren nicht die letzten Affen.« Erich Kästner

Blogkino: Zatoichi and the Chest of Gold - Zatôichi senryô-kubi (1964)

Heute zeigen wir in unserer Reihe Blogkino die Fortsetzung der Zatōichi Serie mit dem sechsten Film der Reihe: Zatoichi and the Chest of Gold"In den 1840er Jahren reist Ichi, ein blinder Masseur und schneller Schwertkämpfer, in das Dorf Itakura, um am Grab von Kichizo, einem Mann, den er vor zwei Jahren getötet hat, seine Ehrerbietung zu erweisen. Die Dörfer in der Umgebung haben nach mehreren Jahren der Hungersnot Mühe, die 1.000 Ryo an Steuern aufzubringen, die sie schulden. Das Geld wird auf dem Weg zum Gouverneur gestohlen. Ichi wird ebenso beschuldigt wie Boss Chuji, ein Samurai, den Ichi respektiert. Ichi macht sich auf die Suche nach dem Geld, um seinen eigenen Namen und den von Chuji reinzuwaschen. Auf seinem Weg muss er sich Kichizos Schwester, einigen Mitgliedern von Chujis Bande, einem korrupten Gouverneur und dessen Handlangern stellen. Die Loyalitäten verschieben sich, doch Ichis moralischer Kompass bleibt unverändert." (jhailey@hotmail.com)

Kölner CDU-Parteizentrale zum Tag der Befreiung von Kobane besetzt

15 Aktivist*innen des Bündnisses RiseUp4Rojava haben heute um 14.30 die CDU-Parteizentrale in Köln
besetzt, um auf ein Handeln im Bezug auf die Angriffe in Nord-Ost-Syrien und Rojava zu drängen! Heute vor 11 Jahren wurde die Stadt Kobane im Norden Syriens durch die Selbstverteidigungseinheiten vom sogenannten Islamischen Staat befreit -jetzt wird Kobane wieder massiv angegriffen.

Die Errungenschaften der Frauenrevolution sowie das Leben in einer basisdemokratischen Selbstverwaltung stehen auf dem Spiel. Seit Anfang des Jahres werden durch dschihadistische Milizen, geeint unter dem Kriegsverbrecher und aktuellem selbsternannten Präsident Al-Scharaa, Menschen ermordet, vertrieben und insbesondere die Rechte von Frauen abgeschafft. In den neu besetzten Gebieten werden IS-Kämpfer aus Gefängnissen befreit, Menschen verschleppt und die Schariah ist das neue herrschende Gesetz.

In Rojava werden den Kämpferinnen der Selbstverwaltung die Zöpfe von Dhihadisten abgeschnitten. Wir sagen: Friedrich Merz schneidet mit! Denn die CDU und ihr Kanzler schweigen zu den aktuellen Geschehnissen und wollen sogar den Kriegsverbrecher al-Sharaa in Deutschland hofieren.

Seit Wochen demonstrieren weltweit, auch in ganz Deutschland, zigtausende Menschen. Dies findet jedoch von Medien und Regierung kaum Gehör! Denn das voranginge Ziel von Parteien wie der CDU ist es, Menschen nach Syrien abzuschieben – völlig egal ob dort Tod, Unterdrückung und Vertreibung herrschen.

Die Aktivist*innen fordern:
1. Militärische Angriffe sofort stoppen – Schutz der Bevölkerung garantieren: Solange Massaker passieren, muss das Recht auf Selbstverteidigung gelten.

2. Keine Deals mit islamistischen Übergangsstrukturen. Die islamistische „Übergangsregierung“ darf weder finanziell noch politisch legitimiert werden.

3. Die demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien (DAANES) muss politisch anerkannt werden.

4. Frauenrevolution sichtbar machen & schützen: Die Erfolge der Frauenbewegung in Rojava -Gleichberechtigung, Selbstverwaltung, Schutz vor Gewalt – brauchen internationale Aufmerksamkeit und Schutz.

Biji rojava – Biji Berxwedana Kobanê!

Quelle: Pressemitteilung


153. Netzpolitischer Abend: Re:Banking: Rote Hilfe

Das Sharepic zum 153. netzpolitischen AbendIm Dezember wurde der Roten Hilfe e.V. (RH) und Anderen die Konten gekündigt. Gegen die Sparkasse konnte die RH im Eilverfahren erstinstanzlich erfolgreich klagen und die GLS steht unter Druck und sollte sich als soziale Bank hinter eine antifaschistischen Zivilgesellschaft stellen. Das Debanking hat über Weihnachten Hunderte aktiviert ein Netzwerk zu bauen und auch den 39c3 geprägt.  Der Bundesvorstand der Roten Hilfe wirft einen Blick zurück und schaut mit uns in eine Zukunft, in der Resilienz gegen Repression und Faschismus entscheidend wird.

Quelle und weitere Themen: 153. Netzpolitischer Abend – Digitale Gesellschaft


USA: Die Rückkehr der Black Panthers gegen die Polizei?

Das Foto zeigt ein Gruppenbild der teilnehmenden Organisationen bzw. Einzelpersonen.
Verteilung von Lebensmitteln und Kleidung und Gemeinschaftsbildung in einer gemeinsamen Initiative der New Era Young Lords, der Black Panther Party for Self Defense, der Greater Baltimore Democratic Socialists of America, des Seedcret Garden sowie von Baltimore AACLF, Personifyourself, Red Rum und vielen Einzelpersonen und Organisationen, die gespendet und sich ehrenamtlich engagiert haben.
„Alle Macht dem Volk, keine Macht den Bullen!“ In Philadelphia, einer Großstadt im Nordosten der Vereinigten Staaten, sind schwarze Aktivisten mit Sturmgewehren auf den Straßen unterwegs, um die Demonstration gegen die ICE, Trumps Einwanderungsbehörde, die sich zu einer regelrechten neofaschistischen Miliz entwickelt hat, zu unterstützen und zu schützen. Ihre Präsenz wird auf der anderen Seite des Atlantiks wahrgenommen und in den Medien stark thematisiert. Ist dies die Rückkehr der Black Panthers?

Im Oktober 1966 gründeten Huey Percy Newton und Bobby Seale mit Hilfe von David Hilliard und Richard Aoki sowie später Eldridge Cleaver und weitere afroamerikanische Mitstreiter die Black Panther Party for Self Defense, eine schwarze Bewegung zur bewaffneten Selbstverteidigung gegen rassistische Verbrechen und Polizeigewalt. Im Januar 1967 wurde in Oakland das erste Büro eingerichtet, das Patrouillen durchführte, um die schwarze Bevölkerung vor rassistischer Polizeigewalt zu schützen.
Zu sehen, wie schwer bewaffnete Schwarze die Polizeieinsätze überwachen und begleiten, bedeutete eine echte Umkehrung des Kräfteverhältnisses und hat eine beispiellose symbolische und politische Kraft. Aber die Partei belässt es nicht dabei: Sie erarbeitet ein 10-Punkte-Programm, verteilt Mahlzeiten und organisiert verschiedene soziale Programme - Ernährung, Bildung, Festplätze, Sport. Sie gibt eine Zeitung heraus und wehrt sich gegen Polizeigewalt. Ein Beispiel, dem man auch heute noch folgen sollte, wenn man eine glaubwürdige revolutionäre Bewegung aufbauen will: mit theoretischer Solidität, militärischer Stärke und Aktionen der gegenseitigen praktischen Hilfe und Solidarität.

Inmitten der Anti-Kriegs-Proteste in den USA tun das FBI und verschiedene staatliche Stellen alles, um diese Bewegung zu zerstören, die der Regierung große Sorgen bereitet. Zahlreiche Mitglieder werden ermordet, diffamiert oder ins Gefängnis gesteckt. Der Anführer Newton selbst wird von einem Agenten angeschossen, bevor er verfolgt und inhaftiert wird, weil er seinerseits des Schießens beschuldigt wird. Eine große Solidaritätskampagne erreicht seine Freilassung. Newton wird von den Unruhen und der Gewalt der 1970er Jahre mitgerissen und stirbt während der US-amerikanischen Konterrevolution   in Oakland, niedergestreckt von drei Kugeln der 9-Millimeter-Pistole des 24-jährigen Drogendealers Tyrone Robinson, einem Mitglied der Black Guerrilla Family.

Seitdem hat die antirassistische Bewegung nicht aufgegeben, und Menschen afrikanischer Herkunft organisieren manchmal Selbstverteidigungsdemonstrationen in einem Land, in dem es gesetzlich erlaubt ist, Kriegswaffen auf offener Straße zu tragen. Dabei handelt es sich jedoch nicht immer um eine Verbindung zu den Black Panthers, denn manche Selbstverteidigungsgruppen sind weder besonders revolutionär noch antikapitalistisch.

In Philadelphia scheint es jedoch in den letzten Tagen zu einem Wiederaufleben der Bewegung zu kommen. Die Mitglieder dieser neuen Black Panther Party, gekleidet in schwarze Jacken mit dem Panther-Logo, mit Baskenmützen und bewaffnet, demonstrierten im Zug. Paul Birdsong, der sich als Vorsitzender der Ortsgruppe der Stadt vorstellt, erklärt, dass die Ermordung von Renee Good nicht stattgefunden hätte, wenn die Black Panthers anwesend gewesen wären. Auf jeden Fall wäre der faschistische Polizist, der die Mutter mit vier Schüssen, darunter einem Kopfschuss, hingerichtet hat, nicht so glimpflich davongekommen. „Eine unbewaffnete Frau wurde von der ICE getötet. Wenn Sie glauben, Sie könnten die Bevölkerung brutal unterdrücken, während wir hier sind, werden Sie schnell eines Besseren belehrt werden.“

„Kein ICE-Beamter wird mich jemals angreifen. Das garantiere ich Ihnen“, erklärt Paul Birdsong, der die Abschaffung der ICE fordert und über Trump und seine Beamten meint: „Diejenigen, die der Öffentlichkeit dienen, sollten die Öffentlichkeit fürchten.“ Um die Polizei in Schach zu halten, betont der Aktivist: „Wenn Sie sich legal bewaffnen, dann bewaffnen Sie sich mit etwas, das stärker ist als das, was sie haben.“ Und er fordert die Bewohner*innen der Arbeiterviertel, insbesondere Nicht-Weiße, auf, sich zu verteidigen. „Die Gemeinschaft muss besonders auf Menschen ohne Papiere achten“ und sie bei ihren Wegen begleiten, um Razzien der ICE zu vermeiden.

Birdsong betonte, dass er sich in der Tradition der Black Panther Party sehe, „die Huey Newton zusammen mit Bobby Seale gegründet hat“, und dass es sich um „eine internationalistische Organisation handelt, die sich für die Unterdrückten einsetzt, unabhängig von ihrer ethnischen oder kulturellen Herkunft“. Um die soziale und nicht nur defensive Dimension ihrer Bewegung deutlich zu machen, organisiert die Sektion in Philadelphia auch Essensausgaben. In Anlehnung an einen Slogan aus den 1960er Jahren betonte er: „Alle Macht dem Volk, keine Macht den Bullen“.

Quelle:  USA: le retour des Black Panthers face à la police?, 20. Januar 2026

Übersetzung und Bearbeitung: Thomas Trueten


Ein verderbliches Dogma...

Das schwarzweiß Foto zeigt einen sitzenden Paul Lafargue,
Paul Lafargue, 1871
German Fehrenbach
"Eine seltsame Sucht beherrscht die Arbeiterklasse aller Länder, in denen die kapitalistische Zivilisation herrscht, eine Sucht, die das in der modernen Gesellschaft herrschende Einzel- und Massenelend zur Folge hat. Es ist die Liebe zur Arbeit, die rasende, bis zur Erschöpfung der Individuen gehende Arbeitssucht."

Paul Lafargue, Das Recht auf Faulheit, 1880

Blogkino: Zatoichi on the Road - Zatōichi kenka-tabi (1963)

Heute zeigen wir in unserer Reihe Blogkino die Fortsetzung der Zatōichi Serie mit dem fünften Film der Reihe:  Zatoichi on the Road - Zatōichi kenka-tabi. Zatoichi verspricht, ein Mädchen sicher nach Hause zu bringen, stellt aber fest, dass zwei gefährliche Banden ein mysteriöses Interesse an ihr haben.


The Heartbreak Machine: Nazis in the Echo Chamber

Der folgende Text beschreibt die Hintergründe und den Hackvorgang bei drei Nazi Plattformen, unter anderem zu Dating unter Rechten. Den dabei verwendete und hinsichtlich Nazis unscharfen Begriff "Extremismus" mache ich mir nicht zu eigen, er ist Teil der "Hufeisentheorie" und könnte auch gegen Links gewendet werden. Aber genug der Vorrede:

"WhiteDate ist eine Plattform weißer Suprematist:innen, die sich an Rassist:innen und Antisemit:innen richtet – und auf veralteter Infrastruktur basiert. Was die 8000 Mitglieder nicht wussten: Einige der Nazis flirteten dieses Jahr mit realistisch wirkenden Chatbots - und verliebten sich sogar in sie. Mit einer Kombination aus automatisierter Konversationsanalyse, Web-Scraping und klassischen OSINT-Methoden verfolgten wir öffentliche Spuren und identifizierten die Personen hinter der Seite. Dieser Vortrag zeigt, wie KI-Personas und investigatives Denken extremistische Netzwerke aufdecken und wie Algorithmen gegen Extremismus eingesetzt werden können.

Monatelang tauchte Martha in die verborgene Welt von WhiteDate, WhiteChild und WhiteDeal ein, drei Plattformen, die von einer Rechtsextremistin aus Deutschland betrieben werden. Sie glaubt an die Verschwörung einer weißen Vorherrschaft und einer „rassisch reinen“ weißen Gemeinschaft. Was als Neugier begann, entwickelte sich schnell zu einem Experiment über menschliches Verhalten, Technologie und Absurdität.

Martha infiltrierte das Portal mit „realistischen“ KI-Chatbots. Die Bots waren so überzeugend, dass sie die Überprüfungen umgingen und sogar als „weiß“ verifiziert worden. Durch die Gespräche und Recherche von digitalen Spuren dieser Gemeinschaft, die sich in Sicherheit wähnte, konnte sie Nutzer identifizieren.

Gemeinsam mit Reporter:innen der „Die Zeit“ konnten wir die Person hinter der Plattform enttarnen und ihre Radikalisierung von einer erfolgreichen Pianistin zu einer Szene-Unternehmerin nachzeichnen. Um ihr Dating-Portal hat sie ein Netzwerk von Websites aufgebaut, dass seinen Nutzern Liebe, Treue und Tradition vermarktet. WhiteDate verspricht romantische Beziehungen, WhiteChild propagiert Familien- und Abstammungsideale und WhiteDeal ermöglicht berufliches Networking und „gegenseitige Unterstützung“ unter einem rassistischen Weltbild. Gemeinsam zeigen sie, wie Ideologie und Einsamkeit auf bizarre Weise miteinander verwoben sein können.

Nach monatelanger Beobachtung, klassischer OSINT-Recherche, automatisierter Gesprächsanalyse und Web-Scraping haben wir herausgefunden, wer hinter diesen Plattformen steckt und wie ihre Infrastruktur funktioniert. Dabei deckten wir die Widersprüche und Absurditäten extremistischer Gemeinschaften auf, verdeutlichten ihre Anfälligkeit für technologische Eingriffe und brachten sogar den einen oder anderen Nazi zum Weinen.

Dieser Vortrag erzählt von Beobachtung, Schabernack und Einblicken in die digitale Welt extremistischer Gruppen. Er zeigt, wie Algorithmen, KI-Personas und investigatives Denken Hass entlarven, seine Narrative hinterfragen und seine Echokammern aufbrechen können. Wir zeigen, wie Technologie im Kampf gegen Extremismus eingesetzt werden kann."

Quelle

Licensed to the public under http://creativecommons.org/licenses/by/4.0



Internationale Erklärung: Wir verurteilen die imperialistische Offensive gegen Venezuela

Diese Erklärung wurde von Mitgliedsorganisationen der Lateinamerikanischen Anarchistischen Koordination – Coordinación Anarquista LatinoAmerica (CALA) – verfasst und unterzeichnet. Black Rose/Rosa Negra (BRRN) wurde eingeladen, die Erklärung als Schwesterorganisation zu unterzeichnen.

Verfremdetes Foto eines US-Lenkwaffenzerstörers mit gehisster Flagge, das auf den Betrachtende:*n zufährt. Das Schiff ist in blutroter Farbe dargestellt.
Grafik: Black Rose Anarchist Federation / Federación Anarquista Rosa Negra
Die Lateinamerikanische Anarchistische Koordination und ihre Schwesterorganisationen verurteilen die Drohungen der US-Regierung unter der Führung der Trump-Administration mit einer direkten Intervention in Venezuela.

Diese Interventionsversuche und -drohungen sind weder Einzelfälle noch eine vorübergehende Reaktion auf angebliche Probleme der „Sicherheit”, des „Drogenhandels” oder des „Terrorismus”.

Im Gegenteil, sie sind Teil einer langen Geschichte imperialistischer Einmischung in Lateinamerika und der Karibik, deren Auswirkungen systematisch auf die unterdrückten Völker und Klassen der Region zurückfallen. Die Geschichte ist bekannt: Jedes Mal, wenn die Vereinigten Staaten diese Vorwände geltend gemacht haben, waren soziale Verwüstung, Verlust der Souveränität und Gewalt die Folge.

Panama 1989, Irak 2003 und zahlreiche Interventionen in unserer Region zeigen, dass es hier nicht um die „Verteidigung der Demokratie“ geht, sondern um politische, militärische und wirtschaftliche Kontrolle. Im Falle Venezuelas kommen diese Bedrohungen zu einer mehr als zehnjährigen Wirtschaftsblockade hinzu, die das tägliche Leben der Menschen hart getroffen hat und die Knappheit, die Prekarität und die Verschlechterung der materiellen Lebensbedingungen verschärft hat.

In diesem Zusammenhang muss betont werden, dass imperialistische Aggressionen nicht die herrschenden Eliten bestrafen, sondern direkt die Bevölkerung treffen. Blockaden, Sanktionen, militärische Einschüchterung und finanzielle Erstickung sind keine „chirurgischen” Instrumente: Sie sind Mechanismen der Wirtschaftskriegsführung, die darauf abzielen, den Widerstand eines ganzen Volkes zu brechen, es zu disziplinieren und zu zwingen, eine untergeordnete Ordnung zu akzeptieren.

Ein aktuelles und eindrucksvolles Beispiel für diese Logik ist der Akt der Piraterie und der offensichtliche Diebstahl eines venezolanischen Öltankers durch bewaffnetes US-Militärpersonal, der unter dem Schutz einseitiger Sanktionen festgesetzt und beschlagnahmt wurde. Abgesehen von den rechtlichen Formalitäten, mit denen Washington versucht, diese Aktionen zu rechtfertigen, handelt es sich hier offensichtlich um einen Akt moderner Piraterie: den Einsatz militärischer, juristischer und finanzieller Macht zur Aneignung von Ressourcen. Dies ist nicht nur ein Angriff auf den venezolanischen Staat, sondern auch eine direkte Aggression gegen das Volk, denn jede beschlagnahmte Ladung, jedes einbehaltene Vermögen und jedes konfiszierte Eigentum verschärft die durch die Blockade auferlegten Lebensbedingungen.

Darüber hinaus zeigt sich ihre Missachtung des Lebens der Menschen in der absoluten Leichtigkeit, mit der sie vor der venezolanischen Küste Sprengsätze auf Fischerboote abgefeuert haben und damit diesen Menschen nicht nur ihre Lebensgrundlage, sondern auch ihr Leben und ihr Recht genommen haben, sich gegen unbewiesene Anschuldigungen zu verteidigen. Das Massaker wurde im Fernsehen übertragen und von den Machthabern gefeiert.

Diese Art von Handlungen zeigen deutlich, was die von den Vereinigten Staaten verteidigte „internationale Ordnung“ heute bedeutet: ein System, in dem sich die Großmächte das Recht anmaßen, zu entscheiden, wer Handel treiben darf, wer produzieren darf und wer bestraft werden muss.

Das Völkerrecht ist selektiv, flexibel für Verbündete und brutal rigide für diejenigen, die sich nicht unterwerfen. In diesem Zusammenhang fungieren die Beschlagnahmung von Schiffen, das Einfrieren von Vermögenswerten und Wirtschaftssanktionen als Kriegswaffen, auch wenn sie als administrative Maßnahmen dargestellt werden. Die kürzliche Verleihung des Friedensnobelpreises an María Corina Machado folgt derselben Logik des Zynismus und der Doppelmoral. Auszeichnungen dieser Art drücken keine universellen Werte aus, sondern geopolitische Allianzen.

Weit davon entfernt, eine echte Verteidigung der Rechte des venezolanischen Volkes darzustellen, fungiert diese Anerkennung als politische Geste der imperialen Mächte gegenüber einer Führerin, die Sanktionen, Wirtschaftsblockaden und Interventionsdrohungen offen befürwortet hat. Die venezolanische Rechte, die der Arbeiterklasse keinen Ausweg bietet, präsentiert sich somit als notwendiger Partner in einer Strategie, die das soziale Leid und die Abhängigkeit vertieft.

Das explizite Wiederauftauchen der Monroe-Doktrin in aktuellen Dokumenten und Erklärungen der US-Regierung bestätigt diese Vorgehensweise nur. Der alte Slogan „Amerika für Amerikaner“ – also für die Interessen Washingtons – wird erneut ohne Umschweife bekräftigt und damit die Vorstellung von Lateinamerika als natürlicher Herrschaftszone wiederbelebt.

Dies bedroht nicht nur Venezuela, sondern alle Völker des Kontinents, indem es Interventionen, wirtschaftlichen Druck, Staatsstreiche und die erzwungene Angleichung von Regierungen, die von den imperialen Interessen abweichen, legitimiert. Ein Paradebeispiel dafür ist die beispiellose Intervention der Trump-Regierung in Argentinien in den letzten Monaten, insbesondere in die innenpolitische Wirtschaftspolitik, den Devisenmarkt und sogar den Wahlprozess, wodurch die Regierung Milei einen plötzlichen Aufschwung erlebte.

Im aktuellen Kontext sind die Vereinigten Staaten zwar keine unangefochtene Macht mehr, aber sie bleiben ein zentraler Akteur in einer Weltordnung, die auf Gewalt, Plünderung und Unterdrückung basiert. Ihre zunehmende Aggressivität spiegelt auch ihre eigenen internen Krisen und ihre Notwendigkeit wider, ihre Kontrolle über strategische Gebiete, die reich an Öl, Mineralien, Wasser und Biodiversität sind, zu bekräftigen. Lateinamerika erscheint erneut als Beute und Rückzugsgebiet eines imperialen Projekts, das nach wie vor äußerst gefährlich ist.

Die Verteidigung der Selbstbestimmung der Menschen – der dominierten, ausgebeuteten und unterdrückten Klassen innerhalb sogenannter „nationaler” Kontexte – bedeutet nicht, Regierungen zu idealisieren oder interne Widersprüche zu leugnen, die dem venezolanischen Prozess innewohnen und denen wir kritisch gegenüberstehen, sondern vielmehr, ausländische Interventionen rundweg abzulehnen und das Recht jeder dominierten, ausgebeuteten und unterdrückten Klasse zu bekräftigen, für die Verbesserung ihres Schicksals zu kämpfen, ohne Drohungen, Blockaden oder Besetzungen. In diesem Sinne bekräftigen wir, dass die Organisation angesichts dieser Situation nicht von oben kommen oder an staatliche Strukturen delegiert werden kann, sondern nur von unten aufgebaut werden kann, durch die Organisation der Bevölkerung und die direkte Beteiligung derjenigen, die das tägliche Leben unter Belagerungsbedingungen aufrechterhalten.

Der Fall des geplünderten Schiffes zeigt, ebenso wie die Wirtschaftsblockade insgesamt, dass der Imperialismus nicht darauf abzielt, Regierungen zu „korrigieren”, sondern ganze Völker durch Hunger, Isolation und kollektive Bestrafung zu unterwerfen.

In Venezuela wie auch im übrigen Lateinamerika erhalten Kommunen, territoriale Räume und Formen der Organisation der Bevölkerung trotz der Schwierigkeiten, die durch Bürokratisierung, Einschränkungen und Spannungen mit dem Staat verursacht werden und die Basisorganisationen tendenziell schwächen, den täglichen materiellen und sozialen Widerstand gegen die Blockade, die Versorgungsengpässe und die imperialistische Aggression aufrecht.

Unser Kampf geht über die von Staaten auferlegten Grenzen hinaus und verbindet uns mit allen unterdrückten Klassen. Die imperialistische Regierung des Nordens hat eine fremdenfeindliche, rassistische und verfolgende Haltung gegenüber Migrantengemeinschaften innerhalb ihres Territoriums eingenommen. Der Angriff auf Venezuela basiert ideologisch auf dem Rassismus, der dem US-Staat – wie auch anderen Staaten – innewohnt und der sich intern und extern zugunsten der herrschenden Klassen dieses Landes auswirkt.

Angesichts dieser Offensive verurteilen wir als Anarchisten die US-Regierung und behaupten, dass die Lösung weder von stärkeren Staaten oder Machtkonflikten noch von den sogenannten internationalen Organisationen kommen wird, die von und für Staaten geschaffen wurden, sondern vom Aufbau eines starken Volkes, das von unten organisiert ist, politische Unabhängigkeit besitzt und über eine echte Fähigkeit verfügt, Macht anzufechten.

Die Geschichte Lateinamerikas zeigt, dass jeder Vorstoß des Imperialismus selbst unter widrigen Umständen auf Widerstand gestoßen ist. Dies erhält die Würde und die Fähigkeit zu einer kollektiven Reaktion aufrecht. Es ist die materielle Grundlage der Macht des Volkes von unten.

Angesichts des Imperialismus ist Neutralität nicht möglich. Entweder steht man auf der Seite der Herrschaft, der Plünderung und des Krieges, oder man steht auf der Seite der Unterdrückten.

Unser Engagement ist langfristig, aber klar: die Stärkung der Volksorganisation, die Vertiefung des Widerstands und der Aufbau eines emanzipatorischen Horizonts für die unterdrückten Klassen der Welt von unten.

Der Imperialismus wird nicht siegen!

Es lebe der Kampf!

Coordinación Anarquista Latinoamerica (CALA)

  • Federación Anarquista Uruguaya (FAU) – Uruguay

  • Federación Anarquista Santiago (FAS) – Chile

  • Coordenação Anarquista Brasileira (CAB) – Brasilien

  • Federación Anarquista Rosario (FAR) – Argentinien

  • Organización Anarquista Resistencia (OAR) – Argentinien

  • Organización Anarquista Tucumán (OAT) – Argentinien

  • Anarchistische Organisation Córdoba (OAC) – Argentinien

  • Anarchistische Organisation Santa Cruz (OASC) – Argentinien

  • La Tordo Negro – Anarchistische Organisation Entre Ríos – Argentinien

  • Anarchistische Organisation Impulso – Argentinien


Schwesterorganisationen

  • Black Rose Anarchist Federation / Federación Anarquista Rosa Negra (BRRN) – USA



Quelle: Black Rose/Rosa Negra Anarchist Federation, 30.12.2026
Übersetzung: Thomas Trueten
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