Bittere Orangen. Ein neues Gesicht der Sklaverei in Europa.
Viele Menschen aus afrikanischen Ländern, die ihre Hoffnung auf ein freies Leben in Europa gesetzt hatten, sind nie aus Italien herausgekommen. Sie stecken fest in einer neuen Sackgasse: den süditalienischen Orangenplantagen.
Ohne Papiere und ohne Rechte, offen verachtet von der Bevölkerung, untergebracht in Slums und fern jeder medizinischer Versorgung, pflücken sie 12 Stunden am Tag Orangen.
Gilles Reckinger ist immer wieder nach Rosarno, eine kleine Stadt in Italiens Stiefelspitze, gereist, um die Arbeits- und Lebensbedingungen der migrantischen Erntehelfer zu dokumentieren.
Für die Neuausgabe seines viel beachteten Buches ist er Jahre später nach Rosarno zurückgekehrt.
Neben der Lesung gibt es auch die Möglichkeit die Ausstellung dazu im Foyer zu betrachten.
Weitere Infos zum Buch.
EineWeltHaus München, Schwanthalerstr. 80, 80336 München
Großer Saal E01 Peter Hammer Verlag in Kooperation Trägerkreis EineWeltHaus München e.V.
Eintritt: Frei
Quelle
Mayonaise, Bolognaise. Jacke, Hose. Setzen, 6!
Geht schon:
Integration von Midea Geräten in Home Assistant
GEAS - Reform: "Ab dann werden viele Rechte für Schutzsuchende und Migrant*innen nicht mehr gelten."
Mit dem GEAS werden vor allem die Asyl- und Gerichtsverfahrensrechte von Geflüchteten und damit die Rechtsprechung, die Gerichte und letztlich die Rechtsstaatlichkeit selbst intensiv angegriffen. So wird der Zugang zu Gerichtsverfahren unmöglich gemacht, erschwert und Fristen werden verkürzt. Geflüchtete Menschen können nach dem GEAS schneller und länger inhaftiert werden.
Auf sozialer und rechtlicher Ebene wird eine feindliche Umgebung für Geflüchtete geschaffen. Dabei handelt es sich um eine Politik des „Aushungerns“, d. h. von Leistungskürzungen und Leistungsausschlüssen. Mit der Umsetzung von GEAS wird die Politik der feindlichen Umgebung für geflüchtete Menschen u. a. in Form von geschlossenen Lagern an den Außengrenzen sowie mit sogenannten Sekundärmigrationszentren weiterverfolgt.
Grenzen stellen stets einen Bruch mit der Verwirklichung der universellen Menschenrechte dar. Sie sind ein überholtes politisches Konstrukt des Nationalstaates. Zwar hat sich der Staat auf vielen Ebenen internationalisiert, jedoch kaum in der sozialen Frage. Der Nationalstaat ist heute selbst das größte Hindernis bei der Lösung umfassender weltweiter Probleme.
Dagegen positionieren wir uns als Aktion Bleiberecht im Dreiländernetzwerks „Solidarité sans frontière“ gemeinsam mit all den solidarischen Projekten und Initiativen. Wir rufen alle demokratischen Kräfte in der Dreiländerregion dazu auf, sich einzumischen, wo immer es möglich ist und sich unserem Protest anzuschließen.
Seit 2015 kommt es zu einer verstärkten Militarisierung der EU-Außengrenzen und zu einer Aufrüstung der Polizei. Mit einer Non-Arrival-Politik soll verhindert werden, dass Geflüchtete den europäischen Kontinent erreichen und ein Asylverfahren durchlaufen. Dazu dient auch die Kriminalisierung von Geflüchteten und der solidarischen Flüchtlingsarbeit. Seit 2018 beobachten wir eine Zunahme von Gewalt, Rechtsverstößen und rechtswidrigen Zurückweisungen an den Grenzen, sogar an den EU-Binnengrenzen. Allein an der französisch-italienischen und der französisch-spanischen Grenze sind seit 2015 mindestens 73 Geflüchtete gestorben. Mittlerweile befinden sich an 15,5 Prozent (2008 Kilometer) der europäischen Landesgrenzen Stacheldrahtzäune und Grenztechnologien. Bei der Jahrhundertwende waren es noch 1,7 %.
Im Jahr 2025 stellten, gemessen an der Gesamtbevölkerung in Europa 0,148 Prozent Menschen einen Asylerstantrag. Die sogenannten irregulären Einreisen („Fake Illegals“) lagen 2025 bei 0,02 Prozent der Gesamteinreisen nach Europa. Die Gesamtkosten für „Migrations- und Grenzmangement“ beliefen im Jahr 2025 rund 2,5 % des Gesamt EU-Haushalts. Für andere Zwecke wurden 97,5 Prozent ausgegeben. Trotz dieses Verhältnisses steht das Thema Migration immer wieder im Zentrum einer einseitig geführten autoritären politischen Debatte. Diese Debatten dienen nachweislich einem Ziel: dem Abbau der Demokratie in Europa. Dieser Prozess wird nicht bei Geflüchteten haltmachen.
Diese Politik hat die Diskussion im Bereich der Migration längst verlassen und erreicht nun auch andere sozial ausgegrenzte und diskriminierte Gruppen. Im Hinblick auf die zunehmende Obdachlosigkeit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und den europaweiten Mangel an bezahlbarem Wohnraum ist außerdem zu beobachten, dass die Wohnsubstandards in Lagern für Geflüchtete Eingang in eine städtische Billigbauweise (Flüchtlingsbaurecht) finden. Selbst Kontrollmechanismen der Lager werden übernommen.
Obwohl in Europa noch nie so viel Reichtum angehäuft wurde, ist die Mehrheit der politischen Akteur*innen in den Parlamenten nicht willens, soziale Verantwortung für die Auswirkungen ihres politischen und wirtschaftlichen Handelns zu übernehmen. Ihre Politik verschärft Krisen, spaltet Gesellschaften und greift elementare soziale Rechte nicht nur von Geflüchteten an.
Anlässlich einer Veranstaltungsreihe zum Thema Grenzen in Freiburg hat sich im Januar 2026 erstmals das Dreiländer-Netzwerk „Solidarité sans frontière“ gebildet. Am 18. April mobilisierte das Netzwerk rund 600 Personen für eine trinationale Demonstration im Dreiländereck gegen die Reform des GEAS. Das Netzwerk ruft Gruppen und Organisationen in der Nordwestschweiz, dem Elsass und Baden dazu auf, sich für kommende gemeinsame Treffen, Aktionen und Demonstrationen anzuschließen.
Quelle: Aktion Bleiberecht Freiburg, aktiv im Dreiländernetzwerk „Solidarité sans frontière“ 12. Juni 2026
Buchvorstellung & Diskussion: »Griff nach Gold. Die andere Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft«
Doch schon oft wurde das Turnier auch zur Bühne weltpolitischer Zerwürfnisse: 1934 im Italien Mussolinis; 1938 im linksregierten Frankreich, als die „großdeutsche“ Elf mit Hitlergruß auflief; 1966 beim geschlossenen Boykott afrikanischer Mannschaften; oder 1978 im Argentinien einer Militärdiktatur.
Mit dem Ende des Kalten Krieges war auch die FIFA im Goldrausch. Bald mit von der Partie: Katar und Saudi-Arabien. Und die WMs in Nordamerika 1994 und 2026? US-geführte Kriege, ein dramatischer Rechtsrutsch: Bleibt die Friedensfrage beim „Völkerfest“ WM virulent? Ist die massive Ausweitung des Teilnehmerfelds, so sehr sie auch kommerziell getrieben ist, auch Ausdruck einer entstehenden multipolaren Weltordnung?
Buchvorstellung und Diskussion mit Co-Autor Carlos Gomes
Freitag 12. Juni um 20 Uhr
Buchladen Schwarze Risse
Gneisenaustr. 2a
2. Hinterhof
Metro-Station Mehringdamm
Eintritt: frei!
Buchladen Schwarze Risse
Blogkino: Zatoichi's Conspiracy - Shin Zatōichi monogatari: Kasama no chimatsuri (1973)
Filmtipp: Ich verstehe Ihren Unmut
Mehr Infos und Vorführungen.
Schon mal warmlaufen und vorglühen: All them Whitches - House Of Mirrors Tour
- Hamburg: Tuesday, June 23, 2026 at the Markthalle Hamburg
- Stuttgart: Tuesday, June 30, 2026 at the LKA Longhorn
- Leipzig: Friday, July 3, 2026 at the Parkbühne Leipzig
Wer kennt schon MKULTRA?
Wissenschaftler füllten heute vor sechzig Jahren Glühbirnen mit Bacillus-globigii-Bakterien aka "BG" und heute als Bacillus atrophaeus geläufig und zerschlugen sie anschließend auf den Gleisen der New Yorker U-Bahn. Die Bakterien verbreiteten sich kilometerweit im gesamten U-Bahn-Netz, wurden von Tausenden von Zivilisten eingeatmet und setzten sich auf deren Kleidung ab. Bis zum 10. Juni waren 1 Million New Yorker dem Bakterium ausgesetzt. Dies war nur eines von vielen Experimenten zur biologischen und chemischen Kriegsführung, die an US-Zivilisten durchgeführt wurden. Natürlich gab es Tausende von US-Soldaten, Gefangenen, Zivilisten und Indigenen, die während Atomwaffentests absichtlich und/oder versehentlich Strahlung ausgesetzt waren und im Rahmen des MKULTRA-Programms unwissentlich starken psychedelischen Drogen ausgesetzt wurden.
Das US-amerikanische Programm für biologische Versuche begann offiziell 1943 mit der Gründung der U.S. Army Biological Warfare Laboratories in Camp Detrick (heute Fort Detrick) in Frederick, Maryland. Die Regierung begann mit der Bevorratung von Bacillus anthracis (Anthrax), Francisella tularensis (Tularämie), Brucella spp. (Brucellose), Coxiella burnetii (Q-Fieber), das venezolanische Pferdeenzephalitis-Virus, Botulinumtoxin (Botulismus) und Staphylokokken-Enterotoxin B. Allerdings hatte die Regierung bereits während des Ersten Weltkriegs Ricin getestet.
1950 führte die US-Marine vor der Küste von San Francisco die Operation Sea-Spray durch, bei der zwei Bakterienarten, Bacillus globigii und Serratia marcescens, in die Luft versprüht wurden. Elf Menschen wurden nach dem Test in San Francisco mit schweren bakteriellen Infektionen ins Krankenhaus eingeliefert. Fast jeder Einwohner der Stadt war dem Erreger ausgesetzt gewesen. Einer von ihnen starb. 1951 wurden im Norfolk Naval Supply Center in Virginia Tests durchgeführt, bei denen Pilzsporen unter der überwiegend afroamerikanischen Belegschaft verteilt wurden, um die rassistische Theorie zu überprüfen, dass Schwarze anfälliger für Pilzerkrankungen seien als Weiße. Ebenfalls in den 1950er Jahren wurde Zinkcadmiumsulfid per Flugzeug über eine Reihe von Städten, darunter St. Louis und Minneapolis, versprüht. Ebenfalls in den 1950er Jahren wurden mehrere Journalisten wegen Aufruhrs vor Gericht gestellt, weil sie berichtet hatten, dass die USA während des Koreakriegs biologische Waffen eingesetzt hatten. Im Rahmen der Operation Whitecoat (1954–1973) wurden freiwillige Siebenten-Tags-Adventisten der Tularämie ausgesetzt.
Die Freilandversuche wurden bis in die 1960er Jahre fortgesetzt. 1965 verbreiteten sie Bakterien im gesamten Washingtoner National Airport, und 1966 führten sie einen Test in der New Yorker U-Bahn durch. Präsident Nixon soll 1969 dem offensiven Biowaffenprogramm der Vereinigten Staaten ein Ende gesetzt haben. Biowaffen sind gemäß den Genfer Protokollen von 1925 verboten, die die USA jedoch erst 1975 ratifizierten – im selben Jahr, in dem sie auch die Biowaffenkonvention ratifizierten.
Die Existenz solcher Programme ist hierzulande eher politisch und geschichtlich interessierten Menschen bekannt und erreichte das Bewußtsein eher im kulturellen Bereich: Ken Kesey verarbeitete seine Erfahrungen als Testperson in dem 1962 erschienenen Buch Einer flog über das Kuckucksnest, das 1975 unter demselben Namen verfilmt wurde. Der 2003 veröffentlichte Roman Shutter Island von Dennis Lehane thematisiert ebenfalls Menschenversuche in den Vereinigten Staaten dieser Zeit und wurde 2010 verfilmt. Die 2017 erschienene Serie Wormwood beschäftigt sich mit den Todesumständen von Frank Olson. Stephen Kings Roman Feuerkind von 1980 thematisiert ebenfalls als harmlose Medikamentenstudien getarnte Menschenversuche mit starken Halluzinogenen durch einen Geheimdienst ähnlich der CIA, wodurch zwei Probanden übersinnliche Fähigkeiten entwickeln und diese auch (in Form von Pyrokinese) an ihre Tochter vererben.
Über MKULTRA entstanden die Dokumentationen von Stefan Albrecht und Johannes Schäfer Die Dressierten Killer (4. August 2002/ZDF) sowie Deckname Artischocke von Egmont R. Koch und Michael Wech (12. August 2002/ARD) und eine Reihe von Spielfilmen, darunter Fletcher’s Visionen (1997), Experiment Killing Room (2009) und American Ultra (2015). Auch die TV-Serie Stranger Things nimmt auf das MKULTRA-Programm Bezug.
MKULTRA ist allerdings nicht das einzige derartig menschenverachtende Programm. So existierte bekanntlich mit COINTELPRO und dem ähnelnde Programme wie Operation CHAOS aber auch die anderen (selbstredend "rechtswidrigen") CIA Programme HTLINGUAL (HGLINGUAL), Project 2, Project MERRIMAC, Project RESISTANCE, Domestic Contact Service etc. bis hin zum inflationären Einsatz von Heroin und anderen Drogen zur Heroin gezielt gegen die die schwarze Bürgerrechtsbewegung und Zerstörung des afroamerikanischen Widerstandes beispielsweise der Black Panther Party (BPP).
Aber das ist eine andere Geschichte...
Quelle: Mike Dunn, WikiPedia, eigene Ergänzungen






