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»Ich vergesse nie ein Gesicht. Aber in Ihrem Fall mache ich gerne eine Ausnahme.« Julius Henry "Groucho" Marx

Die schönsten Attentate des letzten Jahrhunderts Nr. 11: Rigoberto López Pérez vs. Anastasio Somoza García

Das Foto zeigt Rigoberto López Pérez
Rigoberto López Pérez 13. Mai 1929 in LeonNicaragua; † 21. September 1956 ebenda
Am 21. September 1956 fand der nicaraguanische Dichter Rigoberto Pérez Einlass zu einem Wahlkonvent in der Casa de Obrero in León, auf dem sich Anastasio Somoza García zur Wiederwahl aufstellen ließ. Er verkleidete sich als Kellner, konnte so in die unmittelbare Nähe des Präsidenten gelangen und ihn durch fünf Schüsse aus seiner Smith & Wesson .38 & .32 Double Action schwer verletzen. Die umstehenden Guardias Nacionales der Leibwache Somozas erschossen Lopéz Pérez unmittelbar darauf. Anastasio Somoza García wurde kurze Zeit später mit einem Militärflugzeug in die damals noch den USA unterstehende Panamakanal-Zone in das US-Militärkrankenhaus Hospital Gorgas gebracht, wo er 8 Tage später verstarb. Nach dem Tod von Anastasio Somoza García folgte ihm sein Sohn Luís Somoza Debayle als Präsident Nicaraguas.

“Yo estoy sufriendo.
Yo tengo el dolor de toda mi patria
y en mis venas anda un héroe buscando la libertad.
Las flores de mis días siempre estarán marchitas
si la sangre del tirano está en sus venas.
Yo estoy buscando al pez de la libertad
en la muerte del tirano”.

"Ich leide.
Ich trage den Schmerz meiner ganzen Heimat in mir,
und in meinen Adern fließt ein Held, der nach Freiheit strebt.
Die Blumen meiner Tage werden immer verwelkt sein,
wenn das Blut des Tyrannen in seinen Adern fließt.
Ich suche den Fisch der Freiheit
im Tod des Tyrannen."

Rigoberto López Pérez

Brief von Rigoberto an seine Mutter, San Salvador, 4. September 1956

Meine liebe Mutter:

Obwohl Sie es nie gewusst haben, habe ich mich stets an allen Bemühungen beteiligt, das verhängnisvolle Regime unseres Landes zu bekämpfen. Angesichts der Tatsache, dass alle Anstrengungen, Nicaragua wieder (oder zum ersten Mal) zu einem freien, uneingeschränkten und makellosen Land zu machen, erfolglos geblieben sind, habe ich mich entschlossen, auch wenn meine Mitstreiter dies nicht akzeptieren wollten, selbst den Anfang vom Ende dieser Tyrannei einzuleiten. Sollte Gott wollen, dass ich bei meinem Versuch scheitere, möchte ich, dass niemand dafür verantwortlich gemacht wird, denn alles war meine Entscheidung. (...)

Zwei Jahre nach dem Sieg der sandinistischen Revolution wurde Rigoberto López Pérez, der mit seinem Engagement und seiner Opferbereitschaft für die Freiheit Nicaraguas den Anfang vom Ende der Tyrannei Somoza markierte, durch das Dekret Nr. 536 zum Nationalhelden erklärt.


Danke an H. für den Hinweis und Informationen


Berlin: Alles oder nichts! Eine Zaubershow im Görlitzer Park

Das Foto zeigt einen Ausschnitt der Bühne mit der Band im Hintergrund vor dem Transparent mit dem Text "Alles oder nichts". Auf der Bühne singt eine mit einem wallenden weißen Ganzkörperkostüm verkleidete Person während im Vordergrund ein Dutzend kostümierte weitere Mitglieder des Ensembles sitzen.
Foto: © Umbruch Bildarchiv
Am Samstag, den 12. Juli brachte das Kollektiv Lauratibor eine politische Performance mit Musik und Magie in den Görlitzer Park. Es ging um Reichtum und Armut, Verdrängung, Zäune und leere Symbolpolitik.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Mit der Musik-Performance ALLES ODER NICHTS – DIE ZAUBERSHOW widmet sich Lauratibor e.V. der extremen Armut und dem extremen Reichtum, die sich um und im Görlitzer Park immer deutlicher zeigen. Während sich immer reichere Menschen um den Park ansiedeln, kämpfen andere tagtäglich um ihre Existenz. Nicht wenige arbeiten in mehreren Jobs gleichzeitig und können sich ihre Wohnungsmiete trotzdem nicht mehr leisten. Immer mehr Menschen werden wohnungs- und schließlich obdachlos. Zelte am Kanal und unter der U-Bahnbrücke werden mehr. Auch der Konsum von harten Drogen nimmt weiter zu. Doch statt einer nachhaltigen Antwort setzt Wegner und die Berliner Regierung auf Symbolpolitik: Ein Zaun soll den Park abschirmen, während es an Mitteln für echte Hilfe fehlt. Was wir wirklich brauchen, sind Investitionen in die Suchtkrankenhilfe, in Sozial- und Jugendarbeit, in medizinische Versorgung und Kultur. Doch genau dort wird gekürzt – nicht das Elend wird bekämpft, sondern die, die darunter leiden.

Wir lassen uns weder unseren Park noch unser Leben im Kiez nehmen. Wir fordern ein entschlossenes, umfassendes Programm, das unser Zuhause wieder zu einem lebenswerten Ort für alle macht – und nicht nur für jene, die es sich leisten können.

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Häuserrennen der Wohnprojekte, Wagenplätze und Menschen, die Wohnen wollen

Das Foto von © Sabine Scheffer zeigt einen Ausschnitt der Demo. Im Vordergrund sitzen Menschen auf einem fahrbaren Sofa unter einem Sonnenschirm,
Foto: © Sabine Scheffer via Umbruch Bildarchiv
Mehrere 100 Menschen, mit selbstgebauten Seifenkisten, demonstrierten am 1. Juni 2025 durch Friedrichshain mit einer Wasserschlacht, Tomatenschlacht, Seifenblasen, Karaoke und einem Wettrennen der fahrenden Kisten gegen Gentrifizierung, einer Stadt nur für Reiche und einem Verlust von Wohnmöglichkeiten und Freiräumen. Die rollende Rebellion gegen Mietenwahnsinn und kapitalistische Stadtplanung.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

„Sie bauen Luxuslofts – wir bauen Seifenkistenautos. Sie räumen Wohnwagenparks – wir ziehen wieder ein! ️ Die Stadt gehört nicht den Investoren – sie gehört uns allen. Aber während die Spekulanten ihre Gewinne zählen, verlieren immer mehr Menschen ihr Zuhause. Wir haben die Nase voll vom Zuschauen.
WHEELS ON FIRE ist unsere rollende Rebellion gegen Gentrifizierung, Mietenwahnsinn und kapitalistische Stadtplanung. Mit wilden Seifenkisten, rollenden Häusern, Lärm, Farbe und Widerstand machen wir es laut und deutlich:

- Wohnen ist keine Ware.
- Unsere Stadt ist kein Spielplatz für die Reichen.
- Wir sind laut, wir sind viele - und wir passen in keine Kiste.

Wheels on Fire – Grand Prix against gentrification!”

(aus dem Aufruf zum Häuserrennen)

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Tower to the people: Neues Wandbild in der Köpi

Das Foto von heba zeigt das Wandbild vom Boden aus gesehen, zwei Personen hängen davor und malen es gerade. Zu lesen ist "Feministische Freiräume erkämpfen" und "Ding Dong Umverteilen!"
Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv
Anfang Mai veranstaltete eine Unterstützerinnengruppe im autonomen Wohn- und Kulturprojekt Köpi ein großes Haus- und Hoffest. Dazu luden sie Künstlerinnen ein, eine der letzten noch ungestalteten großen Wandflächen im Innenhof zu bemalen. Vor fast genau vier Jahren entstand auf der Seitenwand des Hauses das Wandbild „Hands off our Homes“, um auf die damals drohende Räumung des Köpi-Wagenplatz aufmerksam zu machen. Diesmal war der Anlass, die Aufmerksamkeit auf die Räume im Haus zu lenken, die nach wie vor für nichtkommerzielle Veranstaltungen genutzt werden können und von vielen verschiedenen Kollektiven bespielt werden.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

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Berlin: A100 wegbassen!

Das Foto von Björn Obmann zeigt einen Auschnitt aus der Demo mit einem Pappschiclt das hoch gehalten wird. Der Text: "A100% SCHEISSE"
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Tausende feierten und demonstrierten am 17. Mai 2025 gegen die Autobahn A100, gegen das Verkehrschaos mit Eröffnung des 16. Abschnittes in diesem Jahr und gegen die Verdrängung von Freiräumen und Clubkultur durch den drohenden Bau des 17. Abschnittes der Autobahn durch Friedrichshain.

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1. Mai 2025 im Grunewald: Musk, Milei und Merz zum Mars!

Das Foto von © heba zeigt das startende Mars Shuttle vor dem Publikum das dazu vor dem Emblem der "Grunewald Space Agency"  tanzt.
Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv
„Musk, Milei, Merz zum Mars!“ forderten einige Tausend Menschen bei der Demonstration zum Ersten Mai im #Grunewald, der in Cape Gruneval umbenannt wurde. Vom Raumbahnhof wurden die ersten #Millionäre mit dem Antinationalen Space Shuttle „myASS“ auf den Mars geschossen. Das zurückgebliebene Vermögen sollte umverteilt werden. Rund um die zentrale Kundgebung am Johannaplatz fanden zahlreiche weitere Satelliten-Kundgebungen statt. Zum Abschluss fuhren viele Teilnehmende mit dem Fahrrad über die #A100 zurück nach #Berlin.

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