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»Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.« Einstein

Rally marking the 10th anniversary In memory of Luke Holland - Kundgebung zum 10. Jahrestag In Erinnerung an Luke Holland

Rally
- Saturday, September 20, 2025, 4:00 p.m.
Luke Holland memorial site Ringbahnstraße corner of Walterstraße (near Neukölln S-Bahn station)


Die Grafik zeigt ein Porträt von Luke Holland über das der Text: "Remembering Luke Holland in Gedenken" steht.
Luke Holland
Luke Holland was only 31 years old. On September 20, 2015, he was murdered in the early morning by a neo-Nazi on the street in Neukölln.

Luke came from Manchester and moved to Berlin in 2014. He was murdered because he spoke English. Shortly before the crime, the murderer complained that “only English and Spanish were spoken” in the bar in front of which he committed the murder. Nazi memorabilia, weapons, ammunition, and explosives were found in his apartment. However, judges and prosecutors still did not want to establish a right-wing motive for the crime.

Luke’s father, Philip Holland, believes that Luke’s murderer also murdered Burak Bektaş in 2012 and that the lack of investigative pressure after Burak’s murder gave him the confidence to kill his son Luke as well. In the parliamentary committee of inquiry into the “Neukölln complex,” he sharply criticized the police investigations.

On the 10th anniversary of Luke’s death, we will gather at the site of his death to commemorate him. Please feel free to bring flowers and candles. No one will be forgotten!


Remembering Luke Holland 
- In Erinnerung an Luke Holland: 10. Jahrestag eines rechten Mordes in Neukölln

Kundgebung 
Samstag, 20. September 2025, 16:00 Uhr
 – Luke Holland Gedenkort Ringbahnstraße Ecke Walterstraße (Nähe S-Bahnhof Neukölln) Berlin


Luke Holland wurde nur 31 Jahre alt. Denn am 20. September 2015 wurde er am frühen Morgen von einem Neonazi auf offener Straße in Neukölln ermordet.

Luke kam aus Manchester und zog 2014 nach Berlin. Er wurde ermordet, weil er Englisch sprach. Kurz vor der Tat beschwerte sich der Mörder darüber, dass in der Bar, vor der er den Mord beging, „nur noch Englisch und Spanisch gesprochen“ werde. In seiner Wohnung wurden zahlreiche Nazi-Devotionalien, Waffen, Munition und Sprengstoff gefunden. Ein rechtes Tatmotiv wollten Richter und Staatsanwälte aber trotzdem nicht feststellen.

Lukes Vater Philip Holland geht davon aus, dass Lukes Mörder 2012 auch Burak Bektaş ermordet hat und der fehlende Ermittlungsdruck nach dem Mord an Burak dem Verdächtigen das Selbstvertrauen gegeben hat, auch seinen Sohn Luke umzubringen. Im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum „Neukölln-Komplex“ kritisierte er die polizeilichen Ermittlungen scharf.

An Lukes 10. Todestag kommen wir an der Todesstelle zusammen, um ihm zu gedenken. Bringt gerne Blumen und Kerzen mit. Niemand wird vergessen!

[Trailer zur Kundgebung bei archive.org / Youtube]

Quelle: Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş

Neuer A 100 Abschnitt eröffnet

Das Foto zeigt einen kleinen Ausschnitt der Proteste mit einigen Menschen vor einem Anhänger, auf dem das Wort "Ende" in großen Buchstaben steht. Im Vordergrund stehen zwei junge Frauen, die gemalte Tafeln in die Höhe halten, die links mit dem Text "Ende der Autostadt" vor dem Hintergrund einer Asphalt- und Betonwüste, die rechts mit "Beginn der Zukunfstsstadt" und einem Baum und Blumen auf der Tafel.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Begleitet von Protest wurde am 27. August 2025 der 16. Abschnitt der A100  eröffnet. Mit einem großen „Ende“ positionierten sich vormittags etwa 100 Demonstrant*innen am Treptower Ende der Autobahn, um gegen den Weiterbau der A100 zu protestieren. Verkehrsminister Patrick Schnieder und Bürgermeister Kai Wegner fuhren in ihren Dienstwagen vorbei auf die Autobahn, um in der Betonwüste ein Band zu zerschneiden.

Der 16. Abschnitt der A100 ist mit über 721 Millionen Euro für 3,2 Kilometer Autobahn die teuerste Autobahn Deutschlands. Schnieder kündigte an, den 17. Abschnitt durch Friedrichshain möglichst schnell planen zu wollen. Dieser dürfte durch aufwändige Tunnel noch deutlich teurer werden. Weiterer Protest ist garantiert.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

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Razzia in der Rigaer 94

Das Foto zeigt Bullen vor der Rigaer 94
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Am 28. August 2025 drang die Polizei gewaltsam in die Rigaer Straße 94 ein und brach in sämtliche Wohnungen ein. Ziel der Aktion war die Registrierung aller Bewohner*innen. Auf Antrag des vermeintlichen Eigentümers Leonid Medved und seiner Briefkastenfirma Lafone Investments Limited hatte das Amtsgericht Tiergarten die Durchsuchungsbeschlüsse in der vergangenen Woche erlassen. Am Abend gab es eine spontane Demonstration gegen die Razzia und die drohende Räumung des Hauses. Die Polizei hielt die Demo mehrfach auf. In der Rigaer Straße wurden von einem Haus Feuerwerk verschossen und die Polizei nutzte dies als Begründung, um die Demo mehr als 30 Minuten aufzuhalten, am Ende umzuleiten und nicht vor die Rigaer 94 ziehen zu lassen.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Auf ihrer Website und auf Indymedia haben die Bewohner*innen der Rigaer94 das folgende Statement zur Durchsuchung veröffentlicht:
"Fast vier Jahre ist es her, aber heute war es wieder soweit: morgens um 6 wurden wir von lauten Stimmen, Motorsägen, Trennschleifern und Hämmern an den Türen geweckt. Von scheinbar 200 Bullen in der Straße stürmten etwa 100 das Haus. In der gesamten Stadt sollen 700 Bullen im Einsatz gewesen sein.

Wie gewohnt machten die Bullen es sich zur Aufgabe, möglichst viel Unordnung und Zerstörung zu schaffen: Mehrere Türen wurden, auch komplett kaputt gemacht oder ausgebaut, Möbel, Treppengeländer und Fenster demoliert, ein Teil des Zauns zum Nachbarhof abgerissen, auf Klobrillen gepisst und weiteres. Obwohl dazu kein Beschluss existierte, durchsuchten sie in einigen Wohnungen Zimmer und stahlen unter anderem Dokumente und technische Geräte.

Um in die einzelnen Wohnungen zu kommen, brachen sie die Schlösser auf. In wenigen Wohnungen im Hinterhaus, in denen sich zum Zeitpunkt der Razzia keine Person aufhielt, wurden durch die Bullen neue Schlösser eingebaut und diese verschlossen. Ein einfaches Schloss ist natürlich kein Hindernis und die Wohnungen längst schon wieder in unserem Besitz.

Grundlage für die heutige Razzia war, wie vor knapp vier Jahren bereits, ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgericht Tiergarten zur Identitätsfeststellung der Personen, die sich im Haus aufhalten. Konkret brachten sie eine Liste an Personen, gegen die Räumungsklagen laufen welche im September verhandelt werden. Die Liste wollten sie wohl aktualisieren, da die Kammer des Landgerichts erstmal nicht bereit schien, die Räumungsklagen einfach so durchgehen zu lassen.

Der Durchsuchungsbeschluss erfolgte auf Antrag des vermeintlichen „Eigentümers“ Leonid Medved und seiner Briefkastenfirma Lafone Investments Limited – der gesamte Einsatz fand also statt, weil das Amtsgericht und die Bullen alles dafür tun, die Interessen von Immobilienbesitzer*innen und Bonzen durchzusetzen. Ihre Repression trifft wieder da, wo unsere Ideen und Projekte ein Dorn im Auge der herrschenden Verhältnisse sind.

Uns geht es soweit gut, wir sind schon dabei, unser Haus wieder zu reparieren.

Kommt gerne vorbei! Ob heute Abend zur Küfa (20Uhr bringt gerne zusätzlich Essen mit), zum Bauen oder Materialien vorbeibringen – wir freuen uns über jede Unterstützung und jedes Zeichen der Solidarität!

Unsere Infoevents nächste Woche zu den kommenden Gerichtsprozessen, können uns auch eine gute Gelegenheit bieten um ins Gespräch zu kommen und auszutauschen. Lasst uns zusammen dieses Haus und unsere Ideen verteidigen!

Infoevents:

02.09. – 19 Uhr Linienstraße 206
03.09. – 20 Uhr Kadterschmiede“

Weitere Infos: rigaer94.squat.net/"

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Anton-Wilhelm-Amo-Straße

Das Foto zeigt eine Rednerin während der Kundgebung. Im Hintergrund sind einige Teilnehmer:*Innen zu sehen, rechts von ihr ist ein Foto mit dem ehemaligen Straßenschild und einer Frau zu sehen, die das neue darunter hält.
Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv
Nach einem jahrelangem politischem und juristischem Streit wurde am Samstag die bisherige Mohrenstraße umbenannt. 500 Menschen feierten die neue Anton-Wilhelm-Amo-Straße in Berlin-Mitte.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

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Mit Pauken und Trompeten gegen Grenzzäune und Raketen

In einer spektakulären Aktion besetzten Musiker*innen des Orchester „Lebenslaute“ am 8. August 2025 kurzzeitig die Baustelle des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam.

Das Foto zeigt das Konzert der Lebenslaute hinter dem Trasparent mit dem Text "Der Ausländerbehörde Menschenrechte beibringen". Im Hintergrund ist ein weiteres Transparent zu sehen sowie einige Häuser, darunter ein Hochhaus.
Foto: © Lukas Stratmann via Umbruch Bildarchiv
Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Das unangemeldete Konzert war Höhepunkt einer Aktionswoche unter dem Motto „Mit Pauken und Trompeten gegen Grenzzäune und Raketen“. Damit wollte Lebenslaute den Blick auf Krieg als Fluchtursache mit Solidarität für geflüchtete Menschen verbinden.

Gegen 10 Uhr morgens drangen am 8. August rund 100 Menschen mit ihren Instrumenten durch den Bauzaun des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam, zogen vorbei an verblüfften Bauarbeitern und Sicherheitsbeamten und sangen und musizierten zwei Stunden lang „gegen rechtswidrige Zurückweisungen an den deutschen Außengrenzen und für Geflüchtetenrechte“. Die Bundespolizei war das Ziel, da von dort auch Abschiebungen von Geflüchteten geplant und koordiniert werden. Vor dem Gelände hatte sich der Adenauer-Protestbus des Zentrum für Politische Schönheit positioniert. In den Musikpausen wurde über Lautsprecher ein Text verlesen, der die Polizist*innen aufrief, keine rechtswidrigen Befehle umzusetzen.

Während der Aktionswoche gab Lebenslaute weitere Konzerte u.a. für die geflüchteten Menschen in Eisenhüttenstadt und in Potsdam am Denkmal zu Ehren der Deserteure.

Wir musizieren für geflüchtete Menschen und mit ihnen am Abschiebezentrum Eisenhüttenstadt (7. August), wir feiern mit Menschen, die Krieg und Militär den Rücken gekehrt haben am Deserteur-Denkmal in Potsdam, wir erinnern am 80. Jahrestag an die unsagbaren Folgen des Atombombenabwurfes in Hiroshima und Nagasaki, und wir veranstalten ein Konzert am 9. August, mit dem wir unsere Forderung nach Frieden und unsere Ablehnung des „Weiter So“ ausdrücken wollen. Musizierend und feiernd wollen wir Geflüchtete, Desertierte und deren Verbündete solidarisch stärken: „Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg! No border, no nation – stop deportation!“

(Lebenslaute)


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Community Dyke* March

Das Foto zeigt zwei Personen auf einem Motorroller, die der Demo mit dem Fronttransparent vorausfahren. Der Text auf dem Transparen lautet: "No Dyke* is free until evey Dyke* is free - Community Dyke March Berlin 2025"
Foto: © Sabine Scheffer via Umbruch Bildarchiv
Jedes Jahr zieht am Tag vor dem Berliner CSD der Dyke*March für lesbische Sichtbarkeit durch die Stadt. In diesem Jahr demonstrierten am 25. Juli rund 5.000 Menschen vom Kreuzberger Oranienplatz nach Neukölln über den Hermannplatz Richtung Treptower Park.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Die diesjährige Demonstration wurde erstmals von einem neuen Team organisiert. Eine Gruppe engagierter Dykes, „die sich unabhängig und basisorganisiert zusammengeschlossen haben“ wollten die wichtige Veranstaltung für die queere Community nicht ausfallen lassen, nachdem das ursprüngliche Orgateam kurzfristig abgesagt hatte. Lesben, Dykes, queere Frauen, trans, agender, nicht-binäre Personen zeigten unter dem Motto „No dyke* is free until every dyke* is free“ in den Straßen Präsenz, um Sichtbarkeit, Solidarität und Selbstbestimmung zu feiern.

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k9 » größenwahn » politischer fiimabend: "Frauen bildet Banden – eine Spurensuche zur Geschichte der Roten Zora"

Der Ausschnitt aus dem Einladungsflyer zeigt eine Grafik, das links oben eine Masse Menschen, im rechten Teil eine maskierte Frau und unten rechts das Logo der Roten Zora zeigt. Darüber der Filmtitel.
Ausschnitt aus dem Einladungsflyer
Die „Rote Zora“ war in den 1970er und 1980er Jahren eine militante Frauengruppe in der BRD, die sich klandestin organisierte. Entstanden ist die feministische Gruppe aus dem Kontext der Revolutionären Zellen. Ihre Aktivitäten richteten sich unter anderem gegen die alltägliche Gewalt gegen Frauen, gegen Gen- und Reproduktionstechnologien, Bevölkerungspolitik und internationale Ausbeutungsbedingungen als Ausdruck patriarchaler Herrschaft. Zentral waren die Selbstermächtigung der FrauenLesben und der Bruch mit der zugeschriebenen Friedfertigkeit.

Der Film zeigt, dass viele Themen der Roten Zora hoch aktuell sind und bietet viel spannenden Diskussionsstoff zum heutigen Umgang mit dieser Geschichte.

In Anwesenheit der Regisseurinnen
Sonntag, 17. August 2025 - 19 Uhr


Eine Spurensuche zur Geschichte der Roten Zora
Dokumentation: FrauenLesbenFilmCollectif LasOtras 2019 - 77 min.

Historische Aufnahmen der Frauen- und Studentinnen*bewegung in der BRD bringen Erinnerungen an die damaligen Kämpfe zurück. FrauenLesben aus anderen Ländern berichten über ihre Begegnung mit dieser Politik. Nach mehr als einer Dekade des Bestehens bekannte sich die Rote Zora 1988 zu 45 Sprengstoff- und Brandanschlägen. Ihre Ziele waren staatliche Institutionen, Forschungsinstitute, ausbeuterische Industrien, Frauenhändler und Pornoläden. Die dystopische Zeit für Frauen und Mädchen, hier und überall auf der Welt, ist noch immer nicht vorbei. Der Kampf noch nicht zu Ende. Oder um es in den Worten der Roten Zora zu schreiben: "Das Leben ist eine Frau und ihre Augen mal zornig mal heiter sie nimmt sich die Waffe die ihr paßt und sagt dir der Kampf geht weiter. "

Zeitzeuginnen, Historikerin, ehemaligen Zoras lassen die Geschichte wieder lebendig werden.

combatiente zeigt geschichtsbewußt: revolucion muß sein! filme aus aktivem widerstand & revolutionären kämpfen

kinzigstraße 9 + 10247 berlin + U5 samariterstraße + S frankfurter allee


Berlin: CSD 2025

Unter dem Motto „Nie wieder still!“ zogen am 26. Juli 2025 Hunderttausende beim diesjährigen CSD laut und bunt durch Berlin.
Das Foto von © Björn Obmann zeigt einen Ausschnitt aus der Parade mit massenhaft verschiedenen Menschen mit bunten Fahnen und verschiedenen Texttafeln.
Foto © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Viele Plakate forderten Gleichberechtigung und den Schutz von queeren Menschen. Sehr deutlich wurden die queerfeindlichen Äußerungen und Taten der CDU kritisiert, wie z.B. Merz, der queere Menschen mit einem Zirkus verglich oder Klöckner, die die Pride-Fahne am Bundestag verhindert hat.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Abseits des CSD versuchte eine Handvoll Neonazis mit einer Kundgebung Aufmerksamkeit zu erregen. Hier kam es zu mindestens 2 Festnahmen. Die Teilnehmenden des CSDs übertönten den rechten Protest oder bekamen von der kleinen Gruppe gar nichts mit. Die Stimmung blieb bis zum Abend vor dem Brandenburger Tor ausgelassen und feierlich.

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Berlin: Brust raus. Widerstand!

Blick auf die mit verschiendenen Fahnen, u.a. Regenbogen dekorierten Bühne mit mehrern Akteur:Innen. Rechts im Vordergrund das Transparent mit dem Text "Brust raus. Widerstand!"
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Unter dem Motto „Brust raus! Für Freiheit, Sichtbarkeit und Gerechtigkeit!“ protestierten am 19. Juli 2025 etwa zwei Dutzend Menschen am Brandenburger Tor gegen #Sexismus, #Ableismus, #Faschismus und das #Patriarchat. Viele trugen ihre Forderungen auf der Haut.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

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Deutsche staatliche Repression gegen Palästina-Solidarität „vergleichbar mit autoritären Regimes“

Aktivisten wehren sich gegen Kampagne zur Kriminalisierung gewaltfreien Widerstands gegen den Völkermord in Gaza

Das Foto zeigt Demonstrant:Innen mit Kufiya im Diskurs mit behelmten Polizisten
Foto: Nakba77-Demos in Berlin, 15. Mai 2025. Josie Ó Súileabháin.
In den frühen Morgenstunden des 16. Juli hämmerte die Polizei an Manars Wohnungstür. Als ihr Mann öffnete, durchsuchten die bewaffneten Beamten des Landeskriminalamts (LKA) die Wohnung nach der palästinensischen Mutter, während ihre beiden Kinder im Alter von 4 und 11 Jahren sich für die Schule fertig machten.

Nachdem sie festgestellt hatten, dass sie nicht zu Hause war, fuhr die Polizei zu Manars Arbeitsplatz. Ihre Geräte wurden vor den Augen ihrer Kollegen beschlagnahmt, wobei die öffentliche Verbindung zu schwerer Kriminalität ihren Arbeitsplatz direkt gefährdet.

Sie hatten keinen Durchsuchungsbefehl, keinen vorherigen Kontakt und keine freiwillige Anfrage. Manar wurde keiner Straftat beschuldigt. Sie wurde als „Zeugin” einer „schweren Störung der öffentlichen Ordnung” und „versuchter Befreiung von Gefangenen” während der Nakba77-Demonstration in Berlin am 15. Mai eingestuft – dennoch wurde die Razzia durchgeführt, als wäre sie bewaffnet und gefährlich. Die Polizei durchsuchte die Wohnungen von vier weiteren Teilnehmer*innen der Veranstaltung.

„Das war nicht nur eine Razzia”, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von PA Allies, Arrest Press Unit und Palestine Reveals. „Es war eine bewusste Aktion des deutschen Staates, um eine palästinensische Mutter und ihre Familie einzuschüchtern und zu kriminalisieren. Es war psychische Gewalt – nicht nur gegen ihre Kinder, die jetzt gelernt haben, dass nicht mal ihr Zuhause ein sicherer Ort ist, sondern auch gegen Manar selbst.”

Wie Freedom berichtete, kam es bei der Nakba77-Veranstaltung zu 88 Festnahmen und über 36 Verletzten, darunter zwei Rettungssanitäter, einige davon schwer. Die Polizei stürmte wiederholt in die Menge und schlug und trat scheinbar willkürlich auf die Teilnehmer ein.

Die Festgenommenen wurden in Handschellen und in Polizeiwagen und Zellen geschlagen. Rettungssanitäter wurden angegriffen, als sie eingriffen oder versuchten, Festgenommenen mit Verdacht auf Kopfverletzungen medizinisch zu versorgen. Ich habe gesehen, wie akkreditierte Journalisten festgenommen und von der Polizei weggezerrt wurden, als sie versuchten, die Festnahmen zu dokumentieren.

Politisch motiviert

Deutschland hat schätzungsweise die größte palästinensische Diaspora in Europa mit bis zu 300.000 Menschen. Allein in den letzten sechs Jahren gab es über 700 dokumentierte Fälle staatlicher Repressionen gegen diese Gemeinschaft in allen Bereichen des zivilen Lebens, darunter Bildung, Medien und kulturelle Einrichtungen.

Das Foto zeigt Demonstrant:Innen mit Kufiya im Diskurs mit behelmten Polizisten
Foto: Nakba77-Demo in Berlin, 15. Mai 2025. Josie Ó Súileabháin.
In einem Bericht des European Civic Forum wurde Deutschland als eines der repressivsten EU-Länder in Bezug auf staatliche Reaktionen auf Solidarität mit Palästina identifiziert. Alice Garcia vom European Legal Support Centre (ELSC) sagte, dass diese Praktiken „eindeutig mit den Praktiken autoritärer Regime vergleichbar“ seien.

Der deutsche Staat kriminalisiert die palästinensische Identität, indem er das Migrationsrecht als Waffe einsetzt und mit Abschiebungen, Visumsentzug und Asylverweigerung eine abschreckende Wirkung erzielt, um den Aktivismus von Migranten zu verhindern und Solidarität zu unterbinden.

„Die Unterdrückung der Palästinenser ist ein tiefgreifendes, strukturelles Phänomen, das am besten als Rassismus beschrieben werden kann”, sagen die Organisatoren von PA Allies und Palästina Spricht (Palestine Speaks) in einem Bericht. Sie weisen auf „die systematische Entmenschlichung, Delegitimierung und Ausgrenzung der Palästinenser als Volk hin, oft durch die Darstellung der Palästinenser als potenzielle Bedrohung”.

Die deutschen Medien sind mitschuldig an dieser Abschirmung staatlich sanktionierter Polizeigewalt durch einseitige Darstellungen, die Demonstranten als aggressiv, gefährlich und als Bedrohung für die öffentliche Ordnung und die nationale Sicherheit darstellen. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) beklagte in einem offenen Brief unter Verweis auf angebliche Gewalt von Palästina-Solidaristen gegenüber der Presse: „Wir sind nicht die Prügelknaben von verrückten Radikalen!“

Wo keine Beispiele genannt wurden, konnte Palästina Spricht mehrere Beispiele für Polizeigewalt gegen Demonstranten, darunter palästinensische Jugendliche, vorlegen, die seit den Massakern der Hamas am 7. Oktober und dem darauf folgenden Völkermordkrieg Israels gegen Gaza wiederholt dokumentiert wurden, und diese direkt an die Berliner Behörden und die Polizei schicken. Es wurden jedoch keine Ermittlungen eingeleitet, und selbst Reporter ohne Grenzen Deutschland hat es versäumt, dieses Muster der Polizeigewalt anzuprangern.

Stattdessen wurde behauptet, dass ein Polizist bei den Nakba77-Demonstrationen gewaltsam angegriffen worden sei, was von der Presse, den Polizeigewerkschaften, den lokalen Behörden und Bundesministern wiederholt wurde, um strengere Polizeitaktiken und eine stärkere Unterdrückung der Meinungsfreiheit zu rechtfertigen.

Forensis und Forensic Architecture haben inzwischen aufgedeckt, dass derselbe Polizist gesehen wurde, wie er in die Demonstration eingriff, einen Teilnehmer gewaltsam zu Boden warf und dann auf Demonstranten um ihn herum einschlug und sie schlug. Soweit ich das mitbekommen habe, eskalierte die Gewalt in dem Moment, als die Lautsprecher auf der Bühne auf Arabisch sprachen und die Polizei anrückte.

Spirale der Absurdität

Am 11. Februar stürmte die Berliner Polizei ein Café in der Sonnenallee in Neukölln und nahm mehrere Personen fest, darunter zwei palästinensische Flüchtlinge aus Gaza. Einer wurde in die Haftanstalt Tegel gebracht und später freigelassen, der zweite wurde nach Athen abgeschoben und auf der Straße ausgesetzt. In einem anderen Fall wurde ein Palästinenser bei einem vermeintlich regulären Termin bei der Berliner Ausländerbehörde festgenommen und sofort nach Athen abgeschoben, wo er nach einer Zeit in Haft mit einem vorläufigen Reisedokument auf die Straße gesetzt wurde, ohne Unterkunft, Essen oder Mittel.

Später im Jahr durchsuchte die Polizei die Wohnung von Musaab Abu Atta, der daraufhin festgenommen wurde. Er wird seit Ende Februar ohne Anklage festgehalten, und sein Anwalt bezeichnet diese Untersuchungshaft als politisch motivierte Zermürbungstaktik gegen ihn und seine Angehörigen. Die Kommunikation wurde stark eingeschränkt, und die Polizei hat Familienangehörige gewarnt, dass sie bei einem Besuchsversuch unter Verdacht gestellt werden. Termine werden abgesagt, und Kontakt kann nur indirekt über seinen Anwalt aufgenommen werden.

Es wäre falsch, diese Repression als Reaktion Deutschlands auf den 7. Oktober zu sehen. Schon Ende September 2023 hat die deutsche Polizei Abu Atta verboten, an politischen Veranstaltungen teilzunehmen, vor allem mit Samidoun, einer Organisation, die sich für palästinensische Gefangene einsetzt und in der er aktiv ist.

Das wurde bis zum 31. Oktober verlängert oder „bis er das Land verlässt“, weil die deutschen Einwanderungsbehörden seinen Status als palästinensischer Flüchtling aus Syrien als „unrichtige“ Staatsangehörigkeit ansehen. Seit seiner Ankunft aus Syrien im Jahr 2015 wurde Abu Atta überwacht, rassistisch diskriminiert, stigmatisiert und kriminalisiert. Als Teenager wurde Abu Atta wegen seiner Unterstützung des palästinensischen Widerstands durch Posts in sozialen Medien strafrechtlich verfolgt.

Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus der Demo mit einer Person, die von einer Polizeikette verdeckt, , die ein Schild mit dem Text "They will never kill us all" hoch hält.
Foto: Nakba77-Demo in Berlin, 15. Mai 2025. Josie Ó Súileabháin.
So war es auch im Fall des palästinensischen Künstlers Hamja Ahsan, gegen den aufgrund seiner Social-Media-Beiträge während seines Aufenthalts in England Anzeige erstattet wurde. Als Reaktion auf Berichte, wonach SPD-Chef Olaf Scholz „die Abschiebung all derer, die kein Recht haben, in Deutschland zu bleiben, in großem Stil“ gefordert hatte, bezeichnete Ahsan ihn als „neoliberales faschistisches Schwein“ und wurde von Volker Beck, dem Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, bei der Polizei angezeigt.

„Wir müssen das Schweigen brechen, um den Völkermord zu beenden”, schrieb Majad Abu Salama, Mitbegründer von Palästina Spricht, bevor er wegen einer Reihe von Social-Media-Beiträgen vor Gericht musste. „Ich kehre nicht als Angeklagter, sondern als Ankläger vor Gericht zurück. Die wahren Angeklagten sind westliche imperialistische Regime – einschließlich Deutschland –, die den Völkermord finanzieren und diejenigen kriminalisieren, die sich ihm widersetzen.”

Palästina Spricht und andere Gruppen haben deutlich gemacht, dass Deutschland den Völkermord Israels an den Palästinensern aktiv unterstützt und ermöglicht, und in diesem Zusammenhang eskaliert die Repression. Die Enthaltung bei der UN-Abstimmung über einen Waffenstillstand, die Ablehnung der Völkermordklage vor dem IGH, die Aussetzung der humanitären Hilfe durch die UNRWA und Waffenexporte nach Israel im Wert von insgesamt 487 Millionen Euro machen Deutschland auf internationaler Ebene zum Komplizen.

Abu Salama ist ein Flüchtling aus dem Flüchtlingslager Jabalia im Norden Gazas. Er hat für Palästina Spricht die Texte „Gaza ist aus dem Gefängnis ausgebrochen“ und „Befreit Palästina vom Fluss bis zum Meer“ geschrieben. „Das sind keine Verbrechen, das sind die Lebensgeschichten von Kindern aus Gaza, die seit Jahrzehnten unter militärischer Blockade leben, darunter ich selbst, meine Freunde und meine Geschwister. Das sind Wahrheiten, die von einem Volk ausgesprochen werden, das sich gegen koloniale Auslöschung wehrt“, schreibt Abu Salama. „Ich habe mein Leben damit verbracht, trotz unerbittlicher Verleumdungskampagnen, staatlicher Überwachung und Polizeibrutalität starke, dekoloniale, intersektionale Bewegungen für Gerechtigkeit in ganz Europa aufzubauen – ich habe mich nicht unterkriegen lassen. Denn jetzt muss die Welt mehr denn je ihre ganze Aufmerksamkeit auf Gaza richten.“

Wie die anderen Angeklagten wird auch Abu Salama keiner Straftat beschuldigt. Es scheint keine Beweise zu geben, „nur einen Richter, der mich für schuldig ‚hielt‘“, schreibt er. „Unter politischem Druck haben Social-Media-Plattformen und Telekommunikationsunternehmen meine privaten Daten an die deutschen Behörden weitergegeben“, sagt Abu Salama und erklärt, dass er „sich weigert, ein System zu legitimieren, das die Wahrheit zensiert, Völkermord schützt, die Kolonisierten kriminalisiert und Schuldgefühle gegen diejenigen einsetzt, die Befreiung fordern“.

„Heute habe ich einen weiteren surrealen Moment in der Abwärtsspirale dieses Landes in Richtung Absurdität erlebt“, schrieb Abu Salama nach seinem Prozess am 1. Juli. Sein Anwalt musste die Verhandlung auf August verschieben, weil der Gerichtsübersetzer wichtige politische Begriffe wie „Völkermord“ aus seinen Aussagen nicht übersetzen konnte oder wollte. Der Übersetzer verwies auf seine Erfahrung im Strafrecht und nicht im Völkerrecht, aber es ist klar, dass dies nur ein Vorwand ist, um die Erfahrungen der Palästinenser aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verbannen. Abu Salama ist ein Flüchtling eines Völkermords, doch er kann nicht einmal den Grund nennen, warum er in einem Gerichtssaal in Deutschland steht und nicht in den Trümmern des Flüchtlingslagers Jabalia.

Quelle: Josie Ó Súileabháin via freedomnews.uk 22. Juli 2025

Übersetzung: Thomas Trueten [Mit freundlicher Genehmigung]


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