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»Unsere Gesellschaft scheint nicht mehr verstehen zu können, dass es möglich ist, anders als unter der Herrschaft des Gesetzes zu existieren, das von einer repräsentativen Regierung ausgearbeitet und von einer Handvoll Herrschern verwaltet wird.« Pjotr Alexejewitsch Kropotkin

Rheinmetall stoppen. Wedding ohne Waffen, gemeinsam gegen Krieg!

Das Foto von © heba zeigt eine Demonstration vor Fabrikhallen mit einem Fronttransparent auf dem der Text "Deutsche Waffen deutsches Geld morden mit in aller Welt" sowie das Logo von "Rheinmetall entwaffnen" zu lesen ist. links im Vordergrund ein Polizist mit Sonnenbrille, der Richtung Demo schaut, hinter dem Transparent sind einige Menschen sowie eine Palästina Fahne zu sehen.
Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv

Mehrere tausend Menschen protestierten am 11. Juli 2026 gegen den Start der Rüstungsproduktion bei Rheinmetall im Wedding. Im ehemaligen Pierburg-Werk an der Scheringstraße soll ab diesem Sommer wieder Artilleriemunition vom Band laufen – zum ersten Mal seit 1945 in Berlin. Die Demonstration war Teil von Aktionstagen vom 10.- bis zum 12. Juli mit einem antimilitaristischen Protestcamp im Humboldthain, Kundgebungen vor dem Jobcenter, dem Rheinmetall-Werk und dem DRK-Klinikum in Berlin-Mitte sowie weiteren spontanen Protestaktionen.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Zur Demonstration „Wedding ohne Waffen – gemeinsam gegen Krieg“, die am Gesundbrunnen startete, hatte das „Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion“, bestehend aus über 30 Gruppen, aufgerufen. Die Polizei hielt den Zug wiederholt auf und änderte spontan die Route. Schon zu Beginn mussten die Auflagen grundlos ein zweites Mal verlesen werden. Später ließ die Polizei die Demo mehr als 30 Minuten nicht weiter, bis Regen- und Sonnernschirme im Antifa-Block eingepackt wurden. Die Teilnehmer*innen ließen sich davon nicht beeindrucken und zogen mit viel Power durch den Wedding in Richtung des Rheinmetall-Werks.

Unser Kiez braucht bezahlbare Mieten und Lebensmittel, gute Sozial- und Gesundheitsvorsorge und echte Möglichkeiten zur Beteiligung. Wir verlangen den Erhalt der Arbeitsplätze im Wedding durch die Umstellung auf eine Produktion, die unsere tatsächlichen Bedürfnisse decken würde. Wir fordern: 500 Milliarden für Gesundheit, Bildung und Soziales!

Ob Gaza, Kurdistan, Jemen: Die Waffen von Rheinmetall bringen für Millionen von Menschen weltweit Leid, Elend und Tod. Wir werden uns dieser tödlichen Produktion hier und überall in den Weg stellen. Vielfältige Aktionen und eine bundesweite Demonstration werden deutlich machen: Geld für den Kiez, statt Waffen für den Krieg! Schluss mit der Militarisierung und Kriegsvorbereitung! Der Kampf geht weiter – schließt euch uns an!
 

(Aufruf zu den Aktionstagen)

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Afd widersetzen in Erfurt

Das Foto von: © Kinkalitzken zeigt einen Block der Demo mit Seiten und Fronttransparenten. Der Text "Antifaschsimus selber machen - rechte Strukturen bekämpfen" dahinter mehrere Dutzend Demnstrant*innen, die zum Teil mit roten Fahnen dahinter laufen.
Foto: © Kinkalitzken via Umbruch Bildarchiv

Über 30.000 Menschen protestieren am 4. Juli 2026 gegen einen AfD-Bundesparteitag in Erfurt. Laut dem Aktionsbündnis „widersetzen“ beteiligten sich 17.000 Menschen mit rund 250 Bussen an über 12 Blockadepunkten. Damit handelte es sich um eine der größten antifaschistischen Mobilisierungen der Bundesrepublik.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Die Polizei fuhr ein Großaufgebot auf und ging an einigen Stellen mit Gewalt gegen den Protest vor. Am Rand versuchten rechte Medienaktivisten zu provozieren. Trotz Blockaden konnte der Parteitag ohne große Verzögerung starten, da viele Teilnehmende frühzeitig anreisten.

„Wir sind gekommen, um den Parteitag zu verhindern. Das ist uns nicht gelungen. Der Grund dafür ist, dass der SPD Innenminister Georg Maier und seine Polizei es ihnen möglich gemacht hat. […] Bei all der Berichterstattung, wer früher an der Messe war: Das. Ist. Kein. Spiel. Wir meinen es ernst. Dieser Parteitag durfte nicht stattfinden“, resümierte Suraj Mailitafi von „widersetzen“.

„Der Kampf gegen Faschismus ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wir mobilisieren jetzt nach Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Am 25.07. laden wir zur Konferenz in Magdeburg ein. Dort planen wir unsere Aktionen für den Herbst. Für den 1.8. ruft widersetzen zu Aktionen gegen den Aufmarsch der AfD-Jugend in Schwerin auf“, ergänzte Noa Sander auf der abschließenden Pressekonferenz.

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Mit Hand und Fuß oder: Bei einem Computerjob brauchst Du körperlich anstrengende Hobbys

Dieses Essay baut auf meinem Essay „The Punk Rock Good Life“ auf. (Zur deutschen Übersetzung hier entlang) 

Die Hausbesetzer in Amsterdam waren nicht gerade begeistert von mir.

Gebäude „Kosmos“, Koningsplein 1,  in Amsterdam. An der Ecke von Koningsplein und Singel 1890–1891 errichtetes GESCHÄFTSGEBÄUDE mit BÜROS und einer KONCIERGEWOHNUNG nach einem Entwurf im Neobarockstil von Th.G. Schill und D.H. Haverkamp im Auftrag der Direktoren der Versicherungsbank „Kosmos“. Das Geschäft befand sich im Erdgeschoss, die Büros – der Versicherungsbank „Kosmos“ selbst – waren im ersten und zweiten Stock untergebracht und die Hausmeisterwohnung befand sich im dritten Stock.

Das besetzte Kosmos in Amsterdam

Foto: Bas Koffie

Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Räumungswelle stand bevor – die Hausbesetzer in Amsterdam leisteten immer so heftigen Widerstand, dass die Polizei aus dem ganzen Land anrücken musste, um auch nur eine einzige besetzte Wohnung zu räumen; daher wurden mehrmals im Jahr mehrere besetzte Wohnungen an einem einzigen Tag geräumt. Die Räumungswelle stand bevor, und die Hausbesetzer machten sich bereit.

Wenn du nicht sofort auf der Seite der Hausbesetzer stehst, dann lass mich dir Folgendes sagen: In den 1980er Jahren hatte die Immobilienspekulation ein Drittel von Amsterdam leer stehen lassen, während die Menschen dringend Wohnraum brauchten; also begannen Hausbesetzer, leerstehende Gebäude zu nutzen, um sich selbst und andere unterzubringen. Niederländische Hausbesetzer waren stolz darauf, ihre Räume zu verschönern, statt nur in Elend zu leben, und ich habe noch nie eine Gemeinschaft von Menschen getroffen, die sich so sehr für die Eigenreparatur von Wohnungen engagierte und dazu fähig war.

Sogar die Regierung stimmte zu, dass die Hausbesetzung ein gesellschaftliches Gut war, und jahrzehntelang war es legal, jedes Gebäude zu besetzen, das seit mehr als einem Jahr leer stand und für das der Eigentümer keine Pläne hatte.

Aber die Regierung tat das nicht aus reiner Herzensgüte. Die Hausbesetzungen kamen zuerst, und die Regierung eilte hinterher. (So laufen übrigens alle gesellschaftlichen Veränderungen ab.) Selbst in einer Zeit legaler Hausbesetzungen wussten die Hausbesetzer, dass sie ihre Gebäude verteidigen mussten. Würden Räumungen jemals einfach werden, wäre es mit den Hausbesetzungen vorbei.

Jede Räumung war also ein wildes Spektakel aus Farbbomben (von den Hausbesetzern) und Wasserwerfern sowie Tränengas (von der Polizei). Die Leute erzählten mir Geschichten von Farbbomben-Katapulten auf den Dächern. Die Leute erzählten mir Geschichten davon, wie die Polizei einmal den Haupteingang aufgab, einen Schiffscontainer mit Polizisten füllte und ihn mit einem Kran hochhob, um im dritten Stock einzubrechen – nur damit die Hausbesetzer den Container mit einer langen Holzstange im Kreis herumwirbelten.

Übrigens stellten sie ihre Farbbomben so her, dass sie Luftballons in Wachs tauchten, sie dann entleerten, um eine hohle Hülle zu erhalten, die sie mit Farbe füllten und anschließend mit mehr Wachs versiegelten. Falls du neugierig warst.

Die Leute hatten mir eine wilde Geschichte nach der anderen erzählt – von versteckten, federbetätigten Falltüren, von leeren Bierfässern, die bereitstanden, um das Treppenhaus hinunterzufallen, von den Home Alone-Streichen, die ihre Lebensweise bewahrten und Immobilienjäger davon abhielten, ihre Stadt erneut zu zerstören. Sie erzählten mir diese Geschichten und waren ziemlich enttäuscht von mir, als wir uns auf die Räumungswelle vorbereiteten und ich erklärte, dass ich so gut wie keine handwerklichen Fähigkeiten hatte. Vor allem wusste ich nicht, wie man schweißt. Was für ein Mensch weiß denn nicht, wie man schweißt, fragten sie sich.

Leute wie ich, lautete die Antwort. Ein amerikanischer Kunsthochschulabbrecher, der Fotografie studiert hatte. Ich wusste nicht, wie man schweißt.

Mein Vater war tatsächlich eine Zeit lang professioneller Schweißer gewesen, und ich hatte als kleines Kind ein- oder zweimal in unserer Garage mit dem Lichtbogen geschweißt, aber es war ein kniffliger Vorgang, und aus welchem Grund auch immer war ich nicht von Natur aus mit handwerklichem Geschick (oder, was noch wichtiger ist, mit Liebe zum Detail) gesegnet, also blieb es nicht dabei. Na ja, eigentlich blieb es mir viel zu sehr im Gedächtnis. Das ist ein Witz über das Lichtbogenschweißen … Lichtbogenschweißen ist ein kniffliger Vorgang: Wenn man zu wenig Druck ausübt, entsteht keine Schweißnaht, und wenn man zu viel Druck ausübt, schweißt man den Schweißstab mit dem Werkstück zusammen.

An der Kunsthochschule fragte mich mein Bildhauerlehrer: „Du warst doch der Junge, der nicht entlang der gepunkteten Linien schneiden konnte, oder?“ Was stimmte. Später nahm mich mein Zeichenlehrer beiseite und sagte mir:

„Es ist keine Schande, abzubrechen, wenn die Kunsthochschule nichts für dich ist.“

Also nein, die niederländischen Hausbesetzer waren von mir genauso wenig beeindruckt wie mein Zeichenlehrer damals.

Zehn Jahre später baute ich mir eine Hütte und lebte darin. Heutzutage verbringe ich den Großteil meiner Freizeit damit, Dinge zu basteln. Zum Schweißen bin ich noch nicht zurückgekehrt, aber es steht auf meiner Liste und ich glaube, ich werde es lernen können. Als Kind spielten sich die meisten meiner Hobbys am Computer ab. Videospiele, digitale Kunst. Computer reparieren. Spiele mit einfachen Programmierprogrammen wie ZZT entwickeln. Schreckliche Cyberpunk-Geschichten über einsame, introvertierte Teenager schreiben. Layout – ich war der Designer für das Jahrbuch meiner Schule und, falls es dich interessiert, habe ich meinen Abschluss als Chefredakteur sowohl des Jahrbuchs als auch der Literaturzeitschrift gemacht.


Es wird dich nicht überraschen, dass ich nicht besonders sportbegeistert war. Ich bin viel mit dem Fahrrad herumgefahren, da ich kein Auto hatte, aber alles, was ich zum Spaß gemacht habe, hatte mit einer Tastatur und einem Bildschirm zu tun. (Ich bin unendlich dankbar, dass ich vor der Zeit der Smartphones und vor World of Warcraft aufgewachsen bin).

Ein paar Jahre, nachdem ich das College abgebrochen hatte und per Anhalter herumgereist war, besorgte ich mir einen Laptop, den ich mitnehmen konnte. Ich reiste mit einem großen Wanderrucksack, einer Ziehharmonika in einem schweren Holzkasten und einer Laptoptasche. Ich war nicht gerade ein Ultraleicht-Wanderer. Aber ich habe diesen Laptop gut genutzt. Ich betrieb anarchistische Websites. Ich betrieb einen Zine-Vertrieb, der noch heute existiert. Ich schrieb furchtbare Cyberpunk-Geschichten über einsame, introvertierte Twens. Ich machte Musik. Während des halben Jahres, das ich in Amsterdam lebte, nahm ich ein ganzes furchtbares Industrial-Album auf. Ich half beim Layout eines Hausbesetzer-Magazins und lernte dabei von einer Österreicherin Punk-Grafikdesign. Ich tat all die Dinge, die schon bald zu meinem Lebensunterhalt wurden (ich gestaltete Buchinnengestaltung und E-Books für AK Press – das war etwa ein Jahrzehnt lang meine Haupteinnahmequelle).

Aber ich habe auch schon früh eine Entscheidung getroffen, für die ich jeden Tag dankbar bin. Ich beschloss, dass, da ich am Computer arbeitete, alle meine neuen Hobbys körperlich sein mussten.

Deshalb habe ich nie 3D-Design gelernt. Deshalb programmiere ich nicht. Deshalb habe ich nie einen dieser RPG-Generatoren benutzt, um zu versuchen, mein eigenes Videospiel zu entwickeln. Ich habe nichts gegen diese Dinge. Ich habe mich in all das mal reingeschnuppert, und ich glaube, es würde mir sowieso leichter fallen als körperliche Hobbys, aber ich darf es einfach nicht.

Stattdessen arbeite ich mit Holz. Ich spiele Instrumente (schlecht, aber es macht mir Spaß). Eine Hütte zu bauen oder einen Schuppen zu dämmen, ist für mich das, was Spaß macht. Ich kann einen Baum fällen, wenn es keine allzu knifflige Aufgabe ist. Mit Gleichstromsystemen komme ich ganz passabel zurecht. (Dass ich früher ein Computerfreak war, zeigt sich, wenn es darum geht, ein Auto zu reparieren – ich bin besser in der Elektrik als in der Mechanik, ganz anders als alle anderen, die ich kenne).

Ich bin in all dem nicht von Natur aus begabt. Ich verbringe Stunden damit, über Ampere, Watt und Volt zu lesen, über Holzarten und darüber, wie man ein Fenster abdichtet. Mein YouTube-Algorithmus ist ein Chaos, aber er weiß, dass ich tatsächlich einschlafen möchte, während ich mir ein Video anschaue, in dem jemand einen Keller ausbaut oder darüber spricht, welche Ausrüstung er mitgebracht hat, um den Pacific Crest Trail zu wandern.


In Asheville, North Carolina, gibt es eine Reihe von genossenschaftlich geführten Wohnwagenparks. Sie gehören den Bewohnern selbst, werden aber von einer Gruppe namens Poder Emma organisiert („Emma“ ist der Name des ländlichen Viertels, daher bedeutet der Name auf Spanisch „Power Emma“). Die Finanzierung erfolgte über Seed Commons. Ich halte Poder Emma und Seed Commons für zwei der wichtigsten Bausteine einer revolutionären Infrastruktur in diesem Land, und so sehr ich das Hausbesetzen auch geliebt habe, finde ich genossenschaftliches Eigentum noch besser.

Eines Tages gab es eine Arbeitsaktion in einem dieser Wohnwagenparks. Jemand entkernte gerade seinen Wohnwagen, um ihn neu aufzubauen, also tauchten ein paar Dutzend von uns auf, um zu helfen. Ich brachte meinen Pick-up mit, um Müll abtransportieren zu können, und bekam Komplimente dafür. „Der war nicht billig“, gab ich zu. (Ich hatte mir einen Kredit für einen gebrauchten Pick-up aufgenommen, kaum dass ich meinen ersten festen Job bekommen hatte, bei dem ich Computerarbeit für Seed Commons erledigte) .

„Na ja, wenn du ihn für die Arbeit brauchst, dann brauchst du ihn eben für die Arbeit“, antwortete jemand.

Ich musste ihnen gestehen, dass ich am Computer arbeitete. Aber ich kam mir kein bisschen wie ein Angeber vor, weil ich diesen Tundra hatte – ich lebte autark in einer Hütte, die ich selbst gebaut hatte, und ich hatte mir den Pick-up zugelegt, weil ich es satt hatte, mir Fahrzeuge auszuleihen oder zu versuchen, Bauholz aus dem Fenster meines winzigen Hybrid-Sedans zu quetschen. Ich habe diesen Pick-up benutzt, um Kies zu transportieren, ich habe ihn benutzt, um einen Holzhäcksler abzuschleppen, und ich habe ihn benutzt, um mit meinem Hund und einem Bett im Laderaum durch das Land zu reisen.

Dieser Moment in diesem Wohnwagenpark war für mich irgendwie sehr bedeutsam, weil er mein gespaltenes Leben deutlich machte. Ja, ich verdiente meinen Lebensunterhalt am Computer (indem ich Förderanträge schrieb, die zur Finanzierung von Gemeinschaftsprojekten beitrugen), aber ich hatte mir tatsächlich ein Leben aufgebaut, das auch meinen Körper und meine Hände einbezog. Es ist kein Arbeits-Truck, aber auch kein „Asphaltprinz“.

Auch wenn der Großteil der Umbauten, die ich selbst daran vorgenommen habe, elektrischer Natur ist. Wie die violetten Lichter im Fußraum und die USB-Steckdose. Genau wie in meiner alten Hütte habe ich bei der Solaranlage und dem Mobilfunk-Signalverstärker bessere Arbeit geleistet als bei der Verkleidung und dem Anstrich.

Denn wenn man ein „Innenkind“ nach draußen schickt, wird es Kabel verlegen.

Und das ist in Ordnung.


Hausbesetzen nach niederländischer Art (wo man den Ort aufwertet, anstatt ihn herunterzukommen) hat unglaublich viel mit Eigentum (vor allem genossenschaftlichem Eigentum) gemeinsam. Bei beidem geht es darum, Verantwortung für deinen Raum zu übernehmen.

Eine Welt voller Vermieter und Mietwohnungen ist aus tausend Gründen schrecklich. Vor allem wegen der Tatsache, dass Vermieter ihren Mietern Reichtum abziehen. Aber auch, ähnlich wie bei der Arbeit an nicht-genossenschaftlichen Arbeitsplätzen, lehrt dich das Mieten nicht, Verantwortung für deinen Raum zu übernehmen.

Ich habe nur etwa ein halbes Jahr in Amsterdam verbracht, aber es war eine der prägendsten Erfahrungen meines Lebens. Und eine Erkenntnis, die ich daraus mitgenommen habe, war, dass man auch für vorübergehende Räume Verantwortung übernimmt. Wo auch immer du lebst, solltest du diesen Raum verbessern. Zwei spanische Lesben wohnten weniger als zwei Wochen in unserem besetzten Haus und bauten dort ein Hochbett, wobei sie dicke Ankerbolzen ins Mauerwerk schraubten. Als sie gingen, zog ich in dieses Zimmer ein, und ihre Verbesserungen hielten jahrelang – bis die Polizei die Tür aufbrach und alle mit vorgehaltener Waffe hinaustrieb, auf Geheiß des inhaftierten Mafiabosses, dem das Gebäude gehörte.

Die Gesellschaft beraubt uns unseres Verantwortungsbewusstseins, und indem wir Verantwortung für unsere Umgebung und unsere Gemeinschaften übernehmen, gewinnen wir unsere Freiheit und unsere Würde zurück.


Manchmal denke ich, der Höhepunkt meines Lebens war, bevor ich diesen Job bei Seed Commons antrat: Ich saß auf der Veranda meiner selbstgebauten Hütte, schnitzte Löffel mit einem Hakenmesser und hörte dabei Hörbücher. Ich war unglücklich und pleite, es herrschte Pandemie und ich war einsam, aber ich habe auch jede Menge Löffel geschnitzt und vermisse das.

Und wenn ich jemals zurückkehren würde, könnte ich ein uraltes holländisches Haus viel besser gegen die Polizei verbarrikadieren. Obwohl ich wahrscheinlich immer noch jemanden bräuchte, der mir das Schweißen beibringt.

Quelle: „With Our Hands and Our Bodies or: if you work on a computer for a living, do physical hobbies“ von Margaret Killjoy, 08. Juli 2026

Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.

Übersetzung: Thomas Trueten [Autorisiert]


 

GFF gewinnt zwei Verfahren gegen rechtswidrige Kontrollen an deutschen EU-Grenzen

Die Grafik zeigt den Text "Gegen rechtswidrige Kontrollen an deutschen EU-Grenzen"
Kontrollen an deutschen Grenzen sind rechtswidrig, aber inzwischen wieder üblich. Dagegen geht die GFF in mehreren Verfahren vor, mit Erfolg: Zwei Verfahren vor dem Verwaltungsgericht München sind bereits gewonnen.
Screenshot: GFF
Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) hat heute zwei Klagen vor dem Verwaltungsgericht München gewonnen gegen rechtswidrige Kontrollen an deutschen Grenzen. Gemeinsam mit "Equal Rights Beyond Borders" hatte die GFF gegen eine diskriminierende Kontrolle (racial profiling) an der deutsch-österreichischen Grenze geklagt. Auch den Innsbrucker Professor Werner Schroeder hat die GFF unterstützt: Bei seinem beruflichen Übertritt der deutsch-österreichischen Grenze wurde er rechtswidrig kontrolliert. In beiden Fällen hat das Gericht die Rechtswidrigkeit der Kontrollen festgestellt. Die Begründung der Urteile steht noch aus. Die Kläger werden von Rechtsanwalt Christoph Tometten vertreten.

„Die Entscheidungen des Verwaltungsgerichts München machen deutlich: Rechtswidrige Grenzkontrollen sind kein Einzelfall. Jede bislang gerichtlich überprüfte Kontrolle wurde für rechtswidrig erklärt. Seit Jahren missachtet die Bundesregierung systematisch EU-Recht. Das untergräbt das Vertrauen in den Rechtsstaat und die Gewaltenteilung“, sagt Joschka Selinger, Rechtsanwalt bei der GFF.

Zu den Verfahren:

  • Die GFF klagte mit dem Innsbrucker Rechtsprofessor Werner Schroeder. Er überquert – als einer von vielen Werktätigen – aus beruflichen Gründen fast täglich die deutsch-österreichische Grenze. Trotz seines Hinweises auf die Europarechtswidrigkeit wurde er von Polizeibeamt*innen gezwungen, sich auszuweisen. Zusätzlich hat die GFF einen Eilantrag auf vorläufige Unterlassung weiterer Kontrollen gestellt. Das Gericht hat den Eilantrag abgewiesen. Sobald die Entscheidungsgründe vorliegen, wird die GFF prüfen, ob sie Rechtsmittel einlegt.

  • "Equal Rights Beyond Borders" und die GFF setzen sich für Zugfahrende ein, die aufgrund ihres Äußeren und damit diskriminierend kontrolliert werden (racial profiling). Im konkreten Fall hatte eine Schwarze Person im Juli 2025 auf Höhe Freilassing als einziger Fahrgast des Abteils ihre Papiere vorzeigen müssen. Das Gericht erklärte auch in diesem Fall die Kontrolle für rechtswidrig. Ob es dafür auf die diskriminierende Auswahl des Klägers ankam, wird sich erst aus der schriftlichen Begründung des Urteils ergeben.
An der Grenze zwischen Deutschland und Österreich führt die Bundesregierung bereits seit 2015 Grenzkontrollen durch. Die Bundesregierung hatte im September 2024 die Kontrollen auf alle deutschen Landesgrenzen ausgeweitet und seitdem mehrfach verlängert. Deshalb ist aktuell bei jeder Grenzüberquerung mit polizeilichen Maßnahmen zu rechnen.

Die Kontrollen verletzen EU-Recht, insbesondere das Recht, sich frei im Schengenraum zu bewegen (Freizügigkeit). Die Freizügigkeit im Schengenraum vereinfacht nicht nur den Wirtschaftsverkehr und privates Reisen. Sie hat auch dazu beigetragen, dass sich Menschen über Grenzen hinweg besser verstehen und enger zusammenleben. Anhaltspunkte dafür, dass die Kontrollen Deutschland sicherer machen, fehlen.

„Bundesinnenminister Dobrindt muss die Kontrollen an den Binnengrenzen umgehend beenden. Das Verwaltungsgericht München lässt erneut keine Zweifel daran, dass die Grenzkontrollen rechtswidrig sind. Dieser Rechtsbruch darf nicht weiter hingenommen werden“, sagt Rechtsanwalt Christoph Tometten.

Der Europäische Gerichtshof und der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatten die Europarechtswidrigkeit der Kontrollen für vergangene Zeiträume festgestellt. Dieses Jahr folgten Urteile des Verwaltungsgerichts Koblenz sowie des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs, die die Kontrollen ebenfalls für rechtswidrig erklärten.
Ein weiteres Verfahren ist aktuell noch am Verwaltungsgericht Stuttgart anhängig. Dieses Verfahren führt die GFF mit dem "European Center for Constitutional and Human Rights".

Quelle: Pressemitteilung Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF), 2. Juli 2026

Mehr Informationen.


Lesung anlässlich des 50. Jahrestages des Ausbruchs aus dem Frauenknast Lehrter Straße 61 in Westberlin

Das Cover des Buches zeigt das historische Foto nach dem Ausbruch, als  zwei Polizeibeamte zum Fenster der Zelle hochschauen. Dazu Angaben zum Buch.
Herausgeber ‏ : ‎ Immergrün e.V.
Erscheinungstermin ‏ : ‎ 13. Mai 2026
Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 400 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3910281222
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3910281226
K9 MITTWOCH 8. JULI 2026 - 19 Uhr

„Als wir es das erste Mal gesehen haben, war das wie eine Offenbarung: ein Fenster ohne Gitter!“

Am 7. Juli 1976 gelang Monika Berberich zusammen mit den drei anderen Gefangenen: Gabriele Rollnik, Juliane Plambeck und Inge Viett, alle aus der RAF und der Bewegung 2. Juni, die Flucht aus dem Frauenknast Lehrter Straße 61 in Westberlin. Sie überwältigten zwei Schließerinnen und seilten sich an Bettlaken ab.

Wir erinnern uns diesem unbedingten Willen nach Freiheit und laden einen Tag nach dem 50. Jahrestag der Befreiung zur Lesung, Buchvorstellung, Informationen und Diskussion ein. Jemensch aus dem Verlag immergrün liest aus dem Kapitel „Das vierzehnte Treffen: Der Ausbruch“ aus dem Buch: Der Kern ist unzerstörbar, Versuch einer Annäherung. Gespräche mit Monika Berberich.

kinzigstraße 9 « 10247 berlin + U5 samariterstraße + S frankfurter allee


Gedanken, Notizen und Barbarenköniginnen oder: Nachrichten und Buchrezensionen

Prairieland

Die Angeklagten im Fall „Prairieland“ wurden gestern verurteilt, und alle ihre Strafen sind geradezu karikaturhaft lang. Im Ernst, es ist unmöglich, in diesem Fall Strafen von 70 Jahren zu lesen, ohne sich vorzustellen, wie der Richter an seinem Schnurrbart zupft, während er seine Urteile verkündet.

Prairieland war eine Lärmdemonstration vor einer ICE-Einrichtung, die schrecklich schiefging, als ein Beamter auftauchte und eine Waffe auf einen unbewaffneten, flüchtenden Demonstranten richtete. Einer der Angeklagten, Champagne, war bewaffnet und schoss auf den Beamten, wodurch er ihn verletzte – und vermutlich dem Flüchtenden das Leben rettete. Mir scheint es wahrscheinlich, dass bei dieser Demo jemand gestorben wäre, wenn Champagne nicht da gewesen wäre und nicht schnell reagiert hätte. Stattdessen ist niemand gestorben. Champagne wurde gerade zu hundert Jahren Haft verurteilt. Hier ist ihre Stellungnahme von gestern.

Jetzt wird jedem, der bei der kleinen Lärmdemonstration dabei war, gesagt, dass er eingesperrt wird – die meisten von ihnen für den Rest ihres Lebens. Um das Unterstützungskomitee zu zitieren:
Screenshot des Postings des Unterstützungskomitees mit dem Text: "Richter O’Connor erklärte vom Richterstuhl aus, dass er im Fall „Prairieland“ die Höchststrafen verhänge, weil „der Staat ein Zeichen an alle setzen will, die eine ähnliche Ideologie vertreten“.".
Richter O’Connor erklärte vom Richterstuhl aus, dass er im Fall „Prairieland“ die Höchststrafen verhänge, weil „der Staat ein Zeichen an alle setzen will, die eine ähnliche Ideologie vertreten“.

Das einzig Positive, was ich daraus mitnehmen kann, ist, dass die Voreingenommenheit des Gerichts so offensichtlich ist, dass unter besseren Umständen vielleicht Hoffnung auf eine Berufung besteht. Und wenn wir Trump endlich aus dem Amt jagen, müssen wir alle laut und oft daran erinnern, dass Trump erst dann weg ist, wenn die Überreste seiner faschistischen Regierung verschwunden sind – und dazu gehören auch die Verurteilungen von Anti-ICE-Demonstranten.

Die Barbarenkönigin

Das hat zwar überhaupt nichts damit zu tun, aber ich habe eine neue Serie namens Throkda, die Barbarenkönigin im Dorf Ash gestartet. Teil eins erscheint in Ausgabe drei des Foghorn Mag, das den Untertitel „Eine anarchistische Chronik des Lebens am Rande“ trägt. Es ist eine reine Printzeitschrift, die zweimal im Jahr erscheint und voller Tipps zur Selbstorganisation, zum Leben abseits des Netzes und ganz allgemein zum Leben am Rande der Gesellschaft ist. Es ist eine tolle Zeitschrift, und als sie mich um einen Beitrag baten, sagte ich ihnen, ich würde lieber über eine Barbarenkönigin aus einer Fantasiewelt schreiben, die durch ein Portal in die Wälder außerhalb von Asheville, North Carolina, tritt. Und sie sagten Ja, solange es einen Bezug zu Menschen hat, die abseits des Netzes leben. Das tut es also. Du kannst Teil eins in Ausgabe Nr. 3 lesen, von der du gedruckte Exemplare online oder in einigen ausgewählten Läden kaufen kannst.

Hier ist ein kleiner Vorgeschmack darauf, scheiß drauf:
Blut lief meine Klinge hinunter und Blut lief meine Brust hinunter und eine Kakophonie aus Schreien erfüllte die königliche Kammer und alles, was ich tun wollte, war nachzudenken, unsere Flucht zu planen, aber dafür war keine Zeit. Parieren, stoßen, parieren. Näher herankommen. Näher an den Feind herankommen – das bringt seine Ausbildung durcheinander und verschafft dir einen Vorteil. Es ist nicht sicher, aber nichts ist das. Das Seax in meiner Hand war von meinem Bruder geschmiedet worden (mögen die Sieben Harpyien seine Seele im Land jenseits aller Flüsse gnädig aufnehmen) und es erfüllte seinen Zweck gut.

Meine beiden Freunde waren am Ende des Flurs und arbeiteten gemeinsam daran, die Tür aufzubrechen, die zwischen uns und unserem Ziel stand.
Ein letzter Stoß, und drei Palastwächter lagen tot oder sterbend auf dem Boden der Kammer neben der Leiche ihres Herrn, Herzog Agglethorn.

Jemand würde das alles aufräumen müssen. Ein armer Palastdiener, kaum freier als ein Leibeigener, würde all das Blut aufwischen müssen. Die Flecken würden sich auf keinen Fall jemals aus der Polsterung entfernen lassen. Seidenvelours, auf einem Webstuhl mit zwei Kettfäden gewebt, gefärbt mit Muscheln, die eine nach der anderen vom Meeresboden gepflückt worden waren. Wahrscheinlich hatte ein ganzes Dorf einen ganzen Monat gebraucht, um nur einen einzigen dieser Stühle herzustellen, und da stand ich nun und spritzte das Lebensblut der halben Palastwache durch den Raum.

Vielleicht wollte ich doch keine Zeit zum Nachdenken haben.

Vorsorge

Mahlzeiten aus humanitären Hilfslieferungen sind derzeit extrem, extrem reduziert.

Meine Vermutung ist, dass das Ende der amerikanischen Soft Power zu einem massiven Überangebot an im Grunde veganen MREs auf dem heimischen Markt geführt hat. Das ist keine gute Sache. Aber es bedeutet, dass du im Moment etwa 300 vegane Mahlzeiten für 150 Dollar plus Versand bekommen kannst. Beachte, dass „Prüfdatum“ bedeutet: „Öffne eine Packung, um sicherzugehen, dass sie noch gut sind“, und nicht „Mindesthaltbarkeitsdatum“. Ein Freund von mir, der mutiger ist als ich, hat ein paar davon gegessen und meinte, mit genug scharfer Soße schmecken sie gut, und ich habe jede Menge davon in meinem Keller. (Wie bei allen Vorratsnahrungsmitteln solltest du sie fern von Hitze, Licht und Feuchtigkeit lagern).

Dinge, die ich kürzlich gelesen habe

Bounce House, von Matt Dinniman. 2026.

Ich wollte eigentlich Dungeon Crawler Carl lesen, weil es so ein großes Thema ist, dass ich mir dachte, ich schaue mal, worum es bei dem ganzen Trubel geht, aber seit ich Audible gekündigt habe, höre ich meine Hörbücher über libro.fm, und dort gab es nur dieses andere Buch vom selben Autor. Es erfüllt eine Menge meiner Kriterien für klassische Sci-Fi – die Kinder einer Generation-Ship-Kolonisation kämpfen gegen eine Invasion von Gamern von der Erde, die Mechs steuern. Es macht Spaß. Dinniman ist ein guter Pulp-Autor. Ich verstehe, warum die Leute seine Werke mögen, und ich werde wahrscheinlich noch mehr von ihm lesen, vor allem, wenn ich die Hörbuchversionen auftreibe.

Tunnel in the Sky, von Robert Heinlein. 1955. Ich bin mit Heinlein aufgewachsen, und obwohl ich politisch auf Makroebene nicht mit ihm übereinstimme, gefallen mir seine Bücher und viele seiner Ideen. Das ist wahrscheinlich mein Lieblingsbuch von ihm, und ich lese es jetzt wohl schon zum vierten Mal (zweimal als Kind und jetzt zweimal als Erwachsener). Ich habe zwei Exemplare in meinem Regal, beide sind älter als ich. Eines gehörte meinem Vater, das andere seinem älteren Bruder. Ein Gymnasiast in einem Überlebenskurs auf fremden Welten legt seine Abschlussprüfung ab, indem er durch ein Tor geht, um auf einer fremden Welt zu überleben. Es ist eine libertäre, aber einfühlsame Geschichte. Eine, die als Apologie für die Kolonisierung dient, aber dennoch von einer interessanten Art von Freundlichkeit durchzogen ist und bewusst darauf abzielte, den Jungen der 1950er Jahre, die Pulp-Science-Fiction lasen, „woke“-Lektionen zu erteilen. Es ist interessant zu sehen, wo der vom Autor beabsichtigte Antisexismus und Antirassismus im Nachhinein gelingt und wo er scheitert. Beim erneuten Lesen wird mir klar, wie sehr das meine Gedanken beeinflusst hat – sogar bis heute. In der postapokalyptischen Vignette, die ich gerade hier veröffentlicht habe – The End, Like Sand –, steckt ein bisschen Tunnel in the Sky, und zwar darin, wie darin der Aufbau einer offenen, aber organisierten Gesellschaft in Krisenzeiten thematisiert wird.

Finna, von Nino Cipri. 2020. Ich habe mir das Hörbuch dazu vor ein paar Wochen angehört. Es ist kurz, knackig und unterhaltsam: Ein Geschäft, das rechtlich von Ikea getrennt ist, kann spontan Portale zu Paralleluniversen erzeugen, und ein Mindestlohnempfänger sowie dessen Ex-Partner erfahren, dass es ihre Aufgabe ist, durch dieses Portal zu gehen, um einen vermissten Kunden zu retten. Es macht Spaß. Es ist ein Spektakel. Der Titel „finna“ hat nichts mit dem AAVE-Wort zu tun, das „gonna“ bedeutet – ob das nun gut oder schlecht ist.

Wie immer führe ich auch eine Liste mit Büchern, die ich empfehle, bei der von Arbeiter*innen und Queers geführten Buchhandlung Firestorm. Vollständige Offenlegung: Das ist ein Empfehlungslink, über den ich eine Provision erhalte (und du einen Rabatt).

Was ich mir kürzlich angesehen habe

The Death of Robin Hood. 2026. Ich dachte mir schon, dass ich den Film entweder lieben oder hassen würde – und wie sich herausstellt, liebe ich ihn. Ich bin fasziniert davon, wie moderne Filme (vor allem A24-Filme) bereit sind, die Idee ernst zu nehmen, dass jeder Kampf im Grunde Horror ist, und ihn auch so zu verfilmen. Der Film dreht sich im Grunde um die Frage: „Was wäre, wenn Robin Hood einfach nur ein ganz normaler alter Gesetzloser wäre, der verdammt alt ist und sich wegen all dem Morden und so nicht gerade wohlfühlt?“ Es war nicht der Film, den ich mir erhoffe, eines Tages zu sehen – in dem Robin Hood ein brutaler Antiheld, aber dennoch ein Klassenkämpfer ist. Stattdessen war es ein Film, über den ich froh bin, ihn gesehen zu haben; er verbindet heidnische und christliche theologische Konzepte nahtlos miteinander und fühlt sich echter an, als es jede glattgebügelte Nacherzählung der Vergangenheit jemals tun wird. Und die Musik ist unglaublich.

The Drama. 2026. Noch ein A24-Film, und wenn ich ehrlich bin, hab ich es irgendwie satt, dass es in jedem düsteren Liebesfilm darum geht, wie Menschen einfach nur furchtbar zueinander sind. Auch wenn ich mich vielleicht darüber freuen sollte, dass „wir Liebesfilme so drehen, als wären sie Horrorfilme“, hat mich dieser hier größtenteils auf eine, nun ja, unangenehme Art und Weise verunsichert, statt auf eine coole.

Good Luck Have Fun Don’t Die. 2025. Ein lustiger, schräger Sci-Fi-Film, der zum Nachdenken anregt. Er ist sich bewusst, dass er kitschig ist, und ein bisschen übertrieben in seiner Botschaft „Kinder starren heutzutage zu viel auf ihre Handys“, aber insgesamt eine gute Botschaft, die gut rüberkommt.

Wake Up Dead Man. 2025. Alle haben mir gesagt, ich müsse mir den unbedingt ansehen, als er rauskam, aber ich hab’s verschlafen. Alle hatten recht. Der Film ist total mein Ding. Ein katholischer Krimi, geschrieben von einem echten Atheisten und gelöst von einem fiktiven Atheisten, aber durchzogen von den besten Einsichten über den Glauben, die man sich vorstellen kann. Mein einziges Problem war, dass ich verdammt gesichtsblind bin, sodass mir einer der wichtigsten Handlungsstränge völlig entgangen ist, bis ich ihn später nachgeschlagen habe.

28 Jahre später: Der Knochentempel. 2025. Einfach umwerfend. Blutiger als das meiste, was ich sonst gerne gucke, aber die Gewalt wirkte größtenteils gerechtfertigt und steigerte sich zu etwas Bedeutungsvollem. Nachdem ich außerdem eine Menge über die Gallier und Kelten gelesen habe, finde ich das ganze Konzept der „Knochensäulen in einem Freiluft-Beinhaus“ umso fesselnder und historisch akkurater. Wenn ich die vier Filme der Reihe in eine Rangliste bringen müsste, würde ich von schlecht nach gut gehen: 28 Weeks Later (der zweite Film), 28 Years Later (der dritte Film), 28 Days Later (der erste Film) und dann Bone Temple, den vierten Film, als den besten der Reihe.

Weapons, 2025. Wusstest du, dass ich jahrelang keine Horrorfilme geschaut habe? So etwa zehn Jahre lang. Ich lebte in einem Van und schlief oft ganz allein mitten im Nirgendwo, also hat es mir einfach nichts gebracht, Horrorfilme anzuschauen. Aber irgendwann, während der Pandemie, hat mich eine Freundin dazu gebracht, sie mit ihr allein in meiner abgelegenen Hütte im Wald anzuschauen, und mir wurde klar, dass Horror besser (oder zumindest zuverlässiger) als jedes andere Genre darin ist, die Welt unter dieser Welt freizulegen, die wir zwar erahnen, aber weder sehen noch berühren können. „Weapons“ schafft das sehr gut: Es bringt echten Horror und Magie (und was ist Magie anderes als Horror?) in eine alltägliche Vorstadtumgebung.


Quelle: „Thoughts and Notes and Barbarian Queens or: news and book reviews“ von Margaret Killjoy, 24. Juni 2026

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Übersetzung: Thomas Trueten [Autorisiert]


Berlin: Demo gegen KI-Videoüberwachung und die digitale Aufrüstung der Polizei

Das Foto von © Björn Obmann zeigt das Transsparent mit dem Text "Gegen die digitale Aufrüstung der Polizei" sowie vier verpixelte Träger*innen
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Noch vor der Sommerpause will der Bundestag ein massives Überwachungspaket beschließen – mit KI-Fahndung, biometrischem Internetabgleich und Palantir-Software für die Polizei. Über 1.000 Menschen protestierten am 13. Juni 2026 in Berlin gegen die geplante digitale Aufrüstung und Massenüberwachung. Die Demonstration zog lautstark und begleitet von Pyro und Rauch von der Warschauer Straße zum Görlitzer Park und weiter zum Rio-Reiser-Platz.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Die Bundesregierung plant, Polizei und BAMF zu erlauben, Gesichtsbilder und Stimmen mit dem gesamten öffentlichen Internet abzugleichen. Auch der Einsatz dystopischer Programme wie Palantir & Co soll kommen – und dazu sollen gigantische Datenmengen zur automatisierten Analyse zusammengezogen werden. Massenhaft dürften persönliche Daten außerdem ohne Anonymisierung zum Training von Polizei-KI genutzt und an private Unternehmen weitergegeben werden. Der Bundesrat möchte diese Gesetzentwürfe durch Befugnisse zur Live-Gesichtserkennung noch weiter verschärfen. Zugleich gibt es einen neuen Anlauf zur Vorratsdatenspeicherung.
Der schwarz-rote Senat in Berlin will die Polizei zudem aufrüsten mit KI-gesteuerten Kameras an sogenannten kriminalitätsbelasteten Orten (KBOs) wie zum Beispiel in der Rigaer Straße oder dem Görlitzer Park.

Es reicht! Dagegen gehen wir lautstark auf die Straße!

Links

Kriminelle Anarchie in Minnesota oder: Gedankenverbrechen und fadenscheinige Anklagen

Ich hatte diesen ganzen Beitrag eigentlich schon für euch für heute geschrieben. Darin ging es darum, wie sehr ich Bücher liebe. Es ging darum, dass ich dieses Jahr noch nicht genug Romane gelesen habe, darum, wie sehr ich Hörbücher liebe, aber dass es eine ganz besondere Freude ist, die ganze Welt dazu zu zwingen, einen Gang herunterzuschalten, damit man in einem Sessel sitzen und Belletristik lesen kann, die mit Tinte auf Papier gedruckt ist.

Aber ich kann die Welt nicht immer dazu bringen, langsamer zu werden, und gestern wachte ich mit einer SMS aus Minneapolis auf. „Die ICE hat meine Straße abgesperrt. Sie führen eine Razzia im Haus meines Nachbarn durch.“

Es dauerte nicht lange, bis ich ein Video von einer der Festnahmen sah – von einem Mann namens Isaac, dem Verschwörung zur Behinderung der Strafverfolgung vorgeworfen wird. Er wurde aus seinem Haus geführt, hielt den Kopf hoch und nannte den Nachbarn, die herausgekommen waren, um ihn zu unterstützen, ruhig seinen Namen und seine Daten.

Das Foto zeigt den Protest gegen die ICE in der Innenstadt von Minneapolis am 20. Januar 2026. Eine Person trägt ein "FUCK ICE" Plakat, die Demonstant*innen stehen vor 2 Hochhäuser und sind nur von hinten zu sehen
Protest gegen die ICE in der Innenstadt von Minneapolis
Minneapolis, Minnesota, 20. Januar 2026
Rund 200 Menschen protestierten in der Innenstadt von Minneapolis gegen die ICE. Maskierte Männer, angeblich von der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE), haben in Minnesota Leute von der Straße weggeholt und sie in unmarkierten Fahrzeugen abtransportiert.
Foto: Fibonacci Blue, 20.01.2026
Creative-Commons-Lizenz 4.0 „Namensnennung“
Die Bundesbehörden scheinen entschlossen zu sein, diesen Mann und vierzehn weitere Personen mit der ganzen Härte des Gesetzes zu bestrafen. In der 94-seitigen Anklageschrift sind 276 Vorwürfe aufgeführt. (Ich werde nicht direkt darauf verlinken, da sie auf einer .gov-Website gehostet wird, aber sie ist leicht zu finden. Ich habe nach „Anklageschrift gegen 15 aus Minneapolis“ gesucht.) Der Gruppe werden alle möglichen Straftaten vorgeworfen, von denen fast keine etwas beinhaltet, was ein Laie als kriminell ansehen würde – denn ihnen wird Verschwörung vorgeworfen.

Kurz gesagt (und ich bin kein Anwalt): Eine Verschwörung liegt vor, wenn zwei oder mehr Personen zusammenkommen und sagen: „Wir sollten das folgende Verbrechen begehen.“ Wir haben Meinungsfreiheit, daher ist es an sich nicht illegal zu sagen: „Was wäre, wenn wir ein Verbrechen begehen würden?“ Sobald jedoch eine dieser Personen „offene Handlungen“ (einschließlich ansonsten legaler Handlungen) zur Förderung der Verschwörung vornimmt, wird daraus eine kriminelle Verschwörung, und alle sind strafbar. Wenn du und ich in einem Raum wären und ich sagen würde: „Wir sollten Süßigkeiten aus Automaten klauen“, und du später Baupläne eines Automaten nachschlagen würdest, könnte der Staat einen Fall wegen Verschwörung gegen uns vorbringen – obwohl es legal ist, über ein Verbrechen zu reden, und es legal ist, Informationen nachzuschlagen.

Das ist – aus Sicht des Staates – eine fantastische Gesetzeslücke, um Verhaltensweisen strafrechtlich zu verfolgen, die ansonsten verfassungsrechtlich geschützt wären.

Es gibt also diese 94-seitige Anklageschrift mit 276 nummerierten Vorwürfen gegen Mitglieder einer Gruppe namens DAMN (Direct Action Minnesota; ich stehe den meisten Namen von Protestgruppen sehr kritisch gegenüber, aber verdammt, der ist gut), und fast jeder dieser Vorwürfe ist einfach nur eine Beschreibung dessen, was zur Organisation von Protesten dazugehört. Die Regierung behauptet, dass sie ihre Aktionen über Signal koordiniert haben. Die Regierung behauptet, dass sie Schutzschilde in einem Pick-up transportiert haben. Die Regierung behauptet, dass sie Überprüfungsverfahren genutzt hätten, um festzustellen, wem man vertrauen könne. Die Regierung behauptet, dass sich viele von ihnen selbst als Anarchisten bezeichnet hätten. Die Regierung behauptet, dass sie Blockaden am Whipple Building organisiert hätten, dem Hauptquartier ihrer Besetzung der Twin Cities.

Blockaden. Schutzschilde. Während der Pressekonferenz sprach der Staat den „aggressiven Einsatz von Schutzschilden“ durch die Angeklagten an, ohne auch nur einen Hauch von Ironie in der Stimme.

Ganz, ganz am Ende der Anklageschrift wird einem der Angeklagten (Vorwurf Nr. 275) vorgeworfen, gegen ein Polizeiauto getreten zu haben, und einem weiteren der fünfzehn (Vorwurf Nr. 276) wird vorgeworfen, ein Auto als gefährliche Waffe eingesetzt und einem Polizeibeamten eine Verletzung zugefügt zu haben. Die meisten Leute, mit denen ich gesprochen habe, gehen davon aus, dass sich dieser letzte Vorwurf auf einen geringfügigen Verkehrsunfall mit einem Polizeifahrzeug bezieht. Es war jedenfalls kein Vorfall, der bedeutend genug war, um in irgendeiner der Nachrichten zu erscheinen, die ich finden konnte, und auch dieser einzige Vorwurf einer Körperverletzung war nicht wichtig genug, um auf der Pressekonferenz erwähnt zu werden.

Immer wieder behauptet die Staatsanwaltschaft in der Anklageschrift, dass sich die Angeklagten selbst als Anarchisten bezeichnen. Ein Großteil dieser „Beweise“ stammt aus öffentlichen Vorträgen, die im Rahmen einer Tour gehalten wurden, um dem Land zu zeigen, wie sich die Menschen in den Twin Cities organisiert haben.

Es ist absolut klar, dass die potenzielle anarchistische Identität einiger der Organisatoren ein wesentlicher Bestandteil der Anklage gegen sie ist. Das Wort „Anarchist“ taucht im gesamten Text weitaus häufiger auf als das Wort „Antifa“ – der Name der aufgeführten inländischen Terroristengruppe, von deren Existenz der Staat die Menschen unbedingt überzeugen will.

Natürlich ist es nicht illegal, Anarchist zu sein. Das fällt unter die geschützte Meinungsfreiheit.

Ich zum Beispiel bin Anarchist. Ich glaube, dass die Gesellschaft von unten nach oben organisiert werden sollte, nicht von oben nach unten. Ich glaube, dass wir unsere Gesellschaft auf horizontalen Strukturen aufbauen können. Das Konzept des „Staates“, gegen das Anarchisten (neben anderen unterdrückerischen hierarchischen Strukturen wie Patriarchat, Rassismus und Kapitalismus) sind, ist in der Menschheitsgeschichte relativ neu, und Anarchisten sind eigentlich nicht gegen Organisation und Zusammenarbeit.

Wir haben natürlich einen beängstigenden Namen. Ein Name, der zu viel Verwirrung geführt hat, weil er so oft missverstanden wird (wie ich bereits zuvor geschrieben habe). In diesem Fall gehe ich davon aus, dass sich der Staat auf das weit verbreitete Missverständnis des Anarchismus stützt. Sie sagen „diese Leute sind Anarchisten“, weil sie die Menschen glauben machen wollen, dass die Angeklagten Batman-Bösewichte sind, die darauf aus sind, überall, wo sie hinkommen, Chaos und Zerstörung zu säen.

Das FBI weiß natürlich sehr wohl, was Anarchismus ist. Ich habe Erläuterungen gelesen, die von unseren Gegnern verfasst wurden und die tatsächlich die Grundzüge dessen erfassen, wofür wir stehen („Kenne deinen Feind“ ist ein grundlegendes und zentrales Prinzip der Kriegsführung). Aber sie werden in einer Anklageschrift wie dieser keine rationale Erklärung darüber aufnehmen, wer wir sind und wofür wir stehen.

Die gestrige Pressekonferenz war kurz, und ehrlich gesagt ist es irgendwie amüsant, das anzuschauen. Der Staat präsentiert die „gruuuuselig“ Beweise – wie zum Beispiel … Facebook-Seiten von Leuten, auf denen Slogans wie „Wir müssen unregierbar werden“ stehen, oder ein Bannerbild in den sozialen Medien von der brennenden Polizeiwache aus dem Jahr 2020.

Die Journalisten im Saal waren alle unglaublich kompetent. Sie sagten (ich fasse das hier mal zusammen): „Wenn es eine Verschwörung zur Begehung gewalttätiger Handlungen gab, könnt ihr dann auf irgendwelche gewalttätigen Handlungen verweisen, die sie begangen haben?“ Und die Staatsanwaltschaft sagte einfach: „Lest die Anklageschrift.“

Die Journalisten fragten: „Wenn ihr versucht, Anklage gegen die gewalttätigen Kriminellen zu erheben, werdet ihr dann auch Anklage gegen die Polizeibeamten erheben, die Good und Pretti getötet haben?“ Und die Staatsanwaltschaft antwortete: „Wenn unsere Ermittlungen in diesen Fällen eine Anklage rechtfertigen.“

Ein Journalist stellte direkt fest, dass es so klinge, als würde die Regierung den Leuten Gedankenverbrechen vorwerfen. Was passend ist, denn einer der Vorwürfe gegen einen der Angeklagten lautete, dass dieser einen Artikel für CrimethInc. geschrieben habe. (Wenn du auch Gedankenverbrechen begehen willst, kannst du CrimethInc lesen, ein anarchistisches Kollektiv, das einige der besten Nachrichten und Analysen zur Weltpolitik zusammenstellt, die du überhaupt finden kannst.)

Aber vielleicht am wichtigsten von allem war, dass die Journalisten im Grunde fragten: „Die meisten eurer bisherigen Versuche, Leute wegen solcher Dinge anzuklagen, sind spektakulär gescheitert. Warum soll es diesmal anders sein?“

Die Regierung antwortete: „Unsere bisherigen Anklagen sind nicht gescheitert.“

Ein anderer Journalist korrigierte ihn und wies darauf hin, dass die Hälfte davon bisher gescheitert ist und immer mehr scheitern.

Denn die Regierung hat bereits versucht, mutmaßliche Demonstranten in Minnesota anzuklagen, und die Richter weisen diese Fälle ab. Ich habe gestern mit einem dieser ehemaligen Angeklagten gesprochen, während ich mich auf die Aufnahme eines Podcasts zu diesem Thema vorbereitete, und diese Person machte deutlich, dass die Regierung Anklagen auf der Grundlage schwacher Fälle erhebt – dass sie verzweifelt ist und um sich schlägt. Sie betonte, dass die Richter in Minnesota die Lügen und die fehlerhaften rechtlichen Argumente der Regierung satt haben.

Die Bundesregierung sucht verzweifelt nach einer kleinen Gruppe von Menschen, denen sie die Schuld zuschieben kann. Sie will unbedingt „teile und herrsche“ anwenden und sagen: „Das sind die bösen Demonstranten – gebt ihnen die Schuld.“ Aber so sehr ich die Anarchisten aus Minnesota auch schätze und so stolz ich auf ihre Teilnahme an den Protesten bin: Der Widerstand gegen die Besetzung der Twin Cities durch die ICE umfasste mehr oder weniger die gesamte Bevölkerung dieser beiden Städte und beschränkte sich nicht auf eine bestimmte ideologische Richtung. Noch nie in meinem Leben habe ich eine solche Einheit gesehen.

Ich weiß nicht, ob diese neuen Anklagen Bestand haben werden. Es sieht so aus, als würden alle Angeklagten vor dem Prozess aus der Haft entlassen, was ein gutes Zeichen ist, aber der Staat scheint aus diesem speziellen Fall eine größere Sache zu machen als aus früheren. Wir haben Grund, optimistisch zu sein, aber die Leute verdienen und brauchen trotzdem unsere Unterstützung und Solidarität.

Die mächtigste Waffe des Staates ist die Angst. Sie wollen ein paar Leute herausgreifen und ihnen Anklagen an den Kopf werfen, damit alle anderen zu Hause bleiben und sagen: „Ich kenne diese Leute nicht, und so etwas würde ich niemals tun!“ Sie wollen einzelne Menschen herauspicken und isolieren.

Wenn du glaubst, sie würden nur die Anarchisten ins Visier nehmen, dann hast du noch nie ein Geschichtsbuch gelesen. Die Menschen in Minneapolis wissen das. Das ist ein Grund, warum so viele Menschen auf die Straße gegangen sind. Die Leute wissen, dass der Faschismus nicht nur die Schwächsten ins Visier nimmt – er zielt auf uns alle ab. Wenn es dem Staat gelingt, die „bösen Demonstranten“ herauszugreifen, wird er diese Kategorie ausweiten. (Er musste sie bereits ziemlich weit ausdehnen, wenn sie den „aggressiven Einsatz von Schutzschilden“ umfasst.)

Bei der Anklageverlesung der Angeklagten gestern griff der Staat die vor dem Gerichtsgebäude versammelten Unterstützer an. Sie haben Angst – nicht um ihr Leben, sondern um ihre Legitimität. Die hängt am seidenen Faden.

Ich glaube nicht, dass sie es noch schaffen werden, irgendjemanden erfolgreich herauszugreifen. Nicht dieses Mal. Ob die Anklagen nun standhalten oder nicht, wir können hinter diesen Angeklagten stehen. Die Twin Cities waren das Bollwerk gegen die ICE, und jetzt sind diese Angeklagten das Bollwerk gegen die Unterdrückung. Also werden wir hinter ihnen stehen.

Und wer weiß? Vielleicht kann ich euch nächste Woche davon erzählen, wie sehr ich Bücher liebe, und nicht von noch einer weiteren schrecklichen Sache, die in der Welt passiert.

Quelle: „Criminal Anarchy in Minnesota or: Thoughtcrime and flimsy cases“ von Margaret Killjoy, 17.Juni 2026

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Übersetzung: Thomas Trueten [Autorisiert]

Mein Notfallrucksack im Jahr 2026 oder: Ausrüstung, so viel Ausrüstung

Ich muss euch ein Geständnis machen. Fast das ganze letzte Jahr über lag mein Notfallrucksack vergessen und verlassen in einer Ecke meines Schranks. Dinge, die ich mir daraus ausgeliehen hatte, wurden selten zurückgelegt.

Dafür hatte ich eine gute Ausrede: Ich habe meinen EDC-Rucksack (Everyday Carry, für diejenigen unter euch, die nicht ihre ganze Zeit damit verbringen, Prepper-Foren zu lesen) in eine Art Notfallrucksack verwandelt. Mein EDC-Rucksack enthält Hygieneartikel, Überlebensausrüstung und Erste-Hilfe-Zubehör, und ich nehme ihn sowieso meistens überallhin mit – es ist also die Tasche, die ich zu jedem Zeitpunkt am ehesten bei mir habe. Vielleicht stelle ich ihn und seinen Inhalt bald mal vor.

Also wusste ich die meiste Zeit des letzten Jahres nicht wirklich, was ich von einem Notfallrucksack erwartete. Es waren nicht „meine gesamte Campingausrüstung“ (die befindet sich in meinem Van) und es war auch nicht „das absolute Minimum, das ich bei mir haben will“ (das war in meinem EDC-Rucksack).

Aber der Sinn einer Notfalltasche ist nicht „die Tasche, die du immer dabei hast“, sondern „die Tasche, die du schnappst, wenn dein Haus brennt oder der Wald brennt oder die Faschisten auf dem Weg sind“. Es ist die erste Tasche, die du ins Auto wirfst, wenn du es wirklich eilig hast, egal ob du zu Freunden, zu einem Grenzübergang irgendwo, in ein Flüchtlingszentrum oder in den Wald fährst.

Also habe ich meine Notfalltasche als 72-Stunden-Überlebenstasche für städtische, ländliche oder vorstädtische Umgebungen neu gestaltet. Es ist keine Wander-, Camping- oder Kampftasche. Es ist einfach eine Notfalltasche.

Und ich bin wirklich zufrieden damit.

Also werde ich darüber sprechen.

Zunächst einmal geht es in diesem Beitrag nicht um Markenempfehlungen oder darum, dir zu sagen, dass du das tun musst, was ich tue.

Meine Tasche ist wahrscheinlich übertrieben. Ich habe schon immer maximal gepackt, sogar (oder gerade?) damals, als ich aus einem Rucksack lebte, was ich den größten Teil meiner 20er Jahre tat. (Ich war so ein squattender, reisender Aktivist.)

Bevor ich endlich in der Welt aufstieg und mir einen Minivan kaufte, in dem ich lebte, reiste ich mit einem großen Rucksack (wahrscheinlich so um die 65 Liter), einem hölzernen Akkordeonkoffer mit einem großen Akkordeon darin und einer Laptoptasche. Ich mochte es, meine Sachen dabei zu haben, denn das war alles, was ich besaß.

Die meisten Menschen haben nicht dieselbe Einstellung zu ihren Sachen. Mit zunehmendem Alter (und nachdem ich einen Ort gefunden habe, an dem ich meine Sachen unterbringen kann) habe ich angefangen, das Gewicht, das ich gerne mit mir herumtrage, etwas zu reduzieren, aber dies ist immer noch eine ziemlich maximalistische Ausrüstungsliste.

Wenn du noch keine Notfalltasche hast, empfehle ich dir, dir eine zusammenzustellen. In den meisten Krisen solltest du lieber „zu Hause bleiben“ als „flüchten“ und dich in deinem Zuhause in Sicherheit bringen. Bei den meisten Evakuierungen hast du ein Fahrzeug dabei. Dennoch ist die Notfalltasche ein wesentlicher Bestandteil der Vorbereitung, denn es gibt Situationen, in denen sie nützlich sein wird, aber auch, weil sie wahrscheinlich der einfachste Weg ist, um anzufangen. Das Zusammenstellen einer Notfalltasche bringt dich dazu, über Gefahren nachzudenken und darüber, wie du dich auf diese Gefahren vorbereiten kannst. Es macht auch Spaß.

Fang mit den Grundlagen an: ein Rucksack, etwas Wasser, etwas Essen, warme Kleidung, Unterwäsche. Füge nach und nach weitere Dinge hinzu: Grundausstattung für Überleben, Hygiene, Erste Hilfe, digitale Kopien von Dokumenten. Eine Taschenlampe. Ein Messer. Pfefferspray. Eine Powerbank und ein Ladekabel für dein Handy. Und mach einfach so weiter.

Es macht keinen Sinn, meine Liste einfach abzuschreiben. Wenn du meine allgemeineren Gedanken zum Zusammenstellen eines Notfallrucksacks lesen möchtest, findest du sie hier. Ich habe aber die vollständige Packliste am Ende, falls du neugierig bist.

Der Rucksack

Der Rucksack selbst ist ein Mystery Ranch Blitz 35. Ich mag ihn. Ich weiß nicht, ob ich sie so sehr mag, dass ich den Aufpreis für Mystery Ranch gezahlt hätte, und ich denke, die meisten günstigen Rucksäcke bei Amazon oder wo auch immer sind von völlig guter Qualität. Aber die wasserabweisenden Reißverschlüsse sind toll, und der große Reißverschluss an der Seite ist toll, und es ist wirklich eine gut gestaltete und bequeme Tasche, also bereue ich den Kauf nicht.
Das Foto zeigt einen liegenden, mit Molle System ausgerüsteten schwarzen Rucksack mit einer Edelstahltrinkflasche in der rechten Seitentasche


Der Inhalt

Hier ist fast alles, was ich in der Tasche habe (ein paar Dinge habe ich irgendwie nicht mit auf das Bild bekommen).
(Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)

Die obere Tasche

KN95-Masken:Ich habe ein paar davon in ihrer Verpackung dabei, die sowohl für Pandemien als auch für staubige Umgebungen gut geeignet sind.

CAT7-Blutstillungsband: Das einzige Teil aus meinem Erste-Hilfe-Set, das ich griffbereit habe, ist ein CAT7-Blutstillungsband. Diese gelten allgemein als der aktuelle Goldstandard für Blutstillungsbänder in fast jeder Situation (mit Ausnahme von sehr kleinen Gliedmaßen, wie denen eines Kindes oder Tieres). Hüte dich vor gefälschten Blutstillungsbändern und kaufe nicht nur nach dem Preis.

Die obere Vordertasche

Aufsteckbare Taschenlampe: Diese kleine Taschenlampe lässt sich an den Schirm einer Mütze klemmen. Ehrlich gesagt bevorzuge ich eine Stirnlampe, aber meine gute Stirnlampe befindet sich in meiner EDC-Tasche und meine miese hängt an einem Haken neben der Tür, und ich bringe es gerade nicht über mich, eine dritte Stirnlampe zu kaufen.

Ohrstöpsel: Es gibt einen kleinen Metallbehälter mit Ohrstöpseln darin. Das sind die etwas hochwertigeren (immer noch nicht elektrischen), die die Klangfrequenz besser bewahren als Schaumstoff-Ohrstöpsel. Ich habe sie für Konzerte gekauft, aber da sie wiederverwendbarer sind als Schaumstoff-Ohrstöpsel, liegen sie in meiner Notfalltasche. Ohrstöpsel sind nützlich, um in lauten Umgebungen zu schlafen und wenn man sich in der Nähe von lauten Geräten oder Schüssen aufhält. Genauso wie beim Konzertbesuch.

Brillenschraubendreher: Ein winziger Mehrzweck-Brillenschraubendreher zum Öffnen von Elektronikgeräten oder zum Reparieren von Brillen.

Kleines Mehrzweck-Schraubendreher-Set: Ein winziger Mehrzweck-Schraubendreher im Taschenformat mit vier Bits.

Pfeife: Eine robuste kleine Metallpfeife, die man in Notfällen zum Signalisieren und zum Verscheuchen von Staatsbeamten nutzen kann.

Taschen-Brechstange: Es ist schlecht, mit einem Messer zu brechen, besonders mit einem Klappmesser, also habe ich eine winzige EDC-Brechstange. Ehrlich gesagt ist das wahrscheinlich nicht besonders notwendig, aber ich habe sie schon, also scheiß drauf.

Multitool: Ich liebe Multitools mit Zange. Ich benutze sie ständig. Normalerweise habe ich eines am Gürtel, aber ich bewahre ein zweites Multitool in meiner Notfalltasche auf, falls ich gerade keines dabei habe. Als ich draußen lebte, habe ich es jeden Tag viele Male benutzt. Ich persönlich finde, dass Gerber eine absolut vernünftige Qualität hat, und ich habe mir nie die Mühe gemacht, ein Leatherman zu besitzen, aber billige Nachahmermarken sind mir schon oft auseinandergefallen. Als Alternative ist das Gerber Dime eine winzige Version, die sich für viele Zwecke sehr gut eignet.

Fernglas: Es macht Spaß, weit entfernte Dinge aus der Nähe zu sehen. Es gibt taktische und Überlebensgründe, warum man ein Fernglas mitnehmen möchte, aber meistens macht es einfach Spaß. Man kann Vögel beobachten.

Feuerzeug: Ein Bic-Feuerzeug funktioniert in fast jeder Umgebung sehr zuverlässig (manchmal erschweren Nässe und Kälte die Benutzung). In meinem Überlebensset in der Haupttasche ist noch ein weiteres, aber es ist praktisch, schneller auf ein Feuerzeug zugreifen zu können.

Silcock-Schlüssel: Diese Dinger, die wie metallene Pluszeichen aussehen, sind Schraubenschlüssel, die zum Öffnen und Schließen spezieller Dinge wie Wasserhähne an Raststätten oder Gasleitungen an Häusern gedacht sind. Ich habe widersprüchliche Berichte über die Qualität der billigen Modelle gehört und habe diese selbst nie getestet.

Allwetter-Notizbuch: Es gibt einige Marken dieser Notizbücher, am bekanntesten ist Rite-in-the-Rain, und mit ihnen kannst du, nun ja, im Regen schreiben.

Schreibutensilien: Ich habe einen normalen Kugelschreiber, einen Rite-in-the-Rain-Stift, einen Druckbleistift und einen Sharpie-Marker dabei. Zum Beschriften von Gegenständen.

Pfefferspray: (nicht abgebildet). Ich habe hier ein Pfefferspray mit Klappverschluss dabei, das in den meisten Selbstverteidigungssituationen nützlicher ist als eine Schusswaffe oder ein Messer, da die meisten Selbstverteidigungssituationen nicht zu tödlicher Gewalt eskalieren sollten.

Klappmesser: (nicht abgebildet). Ich habe hier ein kleines Klappmesser dabei, das zwar eine Doppelung zum Multitool darstellt, aber im Allgemeinen einfacher zu bedienen ist.

Blinklicht: (nicht abgebildet). Ein winziges rot-weißes Licht, das entweder leuchten oder blinken kann und das ich an der Rückseite des Rucksacks befestigen kann, wenn ich auf der Straße gehe und für Fahrzeuge sichtbar sein muss.

Die untere Vordertasche

Das Bild zeigt eine Tasche für Ausweise sowie Pass, Bargeld  und Hundeimpfpass

Dokumente: In einer Passhülle, die in einem Zip-Beutel steckt, bewahre ich meinen Reisepass, etwas Bargeld in verschiedenen Scheinen und den Tollwutimpfpass meines Hundes auf.

Stromversorgung:
Das Foto zeigt eine mobile Solarladestation (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)

In einem weiteren Zip-Beutel habe ich eine Solar-Powerbank (erwarte dir nicht zu viel Leistung von einem Solarpanel, vor allem nicht von einem tragbaren, aber es ist besser als nichts. Meistens lade ich diese Powerbank einfach an der Steckdose auf). Außerdem habe ich ein leistungsstarkes Netzteil dabei, das man an eine Steckdose anschließen kann und das sowohl USB-A- als auch USB-C-Anschlüsse hat. Und ich habe ein Octopus-Kabel dabei, das von USB-A zu USB-C, USB-Mini und Lightning passt. Außerdem habe ich einen Adapter zum Aufladen meiner Uhr dabei (ruhe in Frieden, meine verlorene Uhr. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben). Ich habe vor, noch ein 12-V-DC-USB-Ladegerät hinzuzufügen.

Außerhalb des Rucksacks

Elektrolyte: In der Hüftgurttasche bewahre ich eine Mischung aus Emergen-C-Päckchen und „Zipfizz“ auf, das koffeinhaltig ist und das ich noch nie probiert habe. Ich trinke kein Koffein, außer wenn ich lange Strecken fahre oder in Notfällen. Ich bewahre diese so auf, dass sie schnell griffbereit sind, um sie in eine Wasserflasche zu geben.

Wasserflaschen: In den Wasserflaschentaschen habe ich eine einwandige Titan-Wasserflasche, die nützlich ist, weil man darin bei Bedarf Wasser kochen kann, und eine vakuumisolierte Wasserflasche, die ich dazu nutze, Flüssigkeiten warm oder kalt zu halten. Ich habe Gorilla-Klebeband um den Boden der isolierten Wasserflasche gewickelt. Vielleicht ersetze ich die isolierte Wasserflasche durch eine Smart-Water-Flasche, die ich mit Leitungswasser füllen würde. Der Zweck wäre, eine Flasche mit einem normalen Schraubverschluss zu haben, was nützlich ist, um Dinge wie ein Rucksack-Bidet oder einen Wasserfilter anzubringen.

Hero Clip: Ich denke, ein normaler Karabiner würde völlig ausreichen, aber mir wurde der schicke „Hero Clip“-Karabiner angepriesen, der dafür gedacht ist, dass man seinen Rucksack leichter aufhängen kann, und so habe ich mir einen zugelegt. Daran hängt mein Rucksack gerade in meinem Schrank.

Lose im Hauptfach

Eine Baustellen-Tüte: Eine große, strapazierfähige Plastiktüte kann als Notfall-Poncho oder Unterstand dienen, aber ich habe sie hauptsächlich dabei, damit ich meinen ganzen Rucksack hineinwerfen kann, wenn ich ihn vor starkem Regen schützen muss.

Eine Baseballkappe: Nützlich, um die Sonne aus meinem Gesicht zu halten und so auszusehen, als wäre ich ein ganz normaler Mensch.

Ein Spork mit langem Stiel: Als ich draußen lebte, schwor ich auf Metall-Sporken. Ich hatte immer einen an meinem Gürtel befestigt. Diese Modelle mit längerem Stiel werden von Rucksacktouristen bevorzugt, damit sie in tiefe Dosen und Beutel (wie Rucksacktouristen-Mahlzeitenbeutel) greifen können. Ich habe zwar eigentlich keine Lebensmittel in dieser Tasche, die zubereitet werden müssen, aber der Spork ist sein Gewicht trotzdem wert.

P-Cord: Ich käme wahrscheinlich auch mit weniger P-Cord aus, aber ich denke, ich brauche es nicht nur zum Bauen von Notunterkünften, sondern auch als Leine für meinen Hund, also habe ich eine ganze Menge davon.

Eine mittelschwere Mylar-Rettungsdecke: Diese hier ist so etwas wie eine Mischung aus einer Plane und einer normalen Mylar-Rettungsdecke. Eine billige, dünne Mylar-Rettungsdecke hat mir an meinem 13. Geburtstag das Leben gerettet, als mein Zeltpartner das Zelt bei 2 °C und Regen offen gelassen hat, also schwöre ich auf sie. Diese hier ist etwas größer und dient gleichzeitig als Plane.

Ein Notbiwak: Das ist eine Rettungsdecke in Röhrenform, in die du dich hineinkuscheln kannst, um dich aufzuwärmen.

Eine Papierkarte der USA: Die bewahre ich in einem Ziplock-Beutel auf. Ich finde, das ist unverzichtbar für jeden, der in den meisten Krisen irgendwohin will. Wir sind heutzutage alle viel zu sehr auf unsere Handys angewiesen, ich selbst eingeschlossen.

Lifestraw: (nicht abgebildet). Die sind leicht und günstig und ermöglichen es dir, im Notfall Wasser direkt aus einem Bach zu trinken. Eigentlich bevorzuge und vertraue ich der Marke Sawyer viel mehr und werde dieses hier bald ersetzen, aber mein Sawyer ist bereits in meiner Campingausrüstung und ich hatte diesen Lifestraw gerade zur Hand.

Kleidung

Das Foto zeigt Kleidungsstücke (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)


Meine gesamte Kleidung befindet sich in großen Ziplock-Beuteln. Erkennst du, was meine Lieblingsfarbe ist?

Warme Kleidung: Wenn du draußen schläfst, wird dir kälter, als du denkst. Das habe ich in meiner allerersten Sommernacht draußen ohne Schlafsack gelernt. In einem Beutel bewahre ich eine synthetische Mütze, ein Woll-„Buff“ (so eine Art Wollschlauch, den man als Schal, Stirnband oder Mütze verwenden kann … es ist ein Thneed) und lange Unterwäsche aus Wolle für oben und unten auf.

Daunenjacke: Ich bewahre eine „packbare“ Daunenjacke aus Synthetik in einem separaten Ziplock-Beutel auf. Echte Daunenjacken sind wärmer und lassen sich kompakter verstauen als Synthetikdaunen, aber Synthetik bleibt auch im nassen Zustand warm und leidet nicht so sehr darunter, ständig verstaut zu sein, daher halte ich sie für den klaren Sieger im Notfall.

Regenjacke: Ich bewahre eine dünne Regenjacke mit Kapuze in einem weiteren Ziplock-Beutel auf. Sie hält den Wind gut ab und verbessert die Isolierung der darunter getragenen Schichten, außerdem hält sie natürlich den Regen ab. Ich persönlich packe keine Regenhose in diesen Rucksack, aber wenn ich an einem feuchteren Ort leben würde oder vorhätte, im Wald zu übernachten, würde ich das in Betracht ziehen.

Unterwäsche: Ich habe zwei Paar Wollsocken und zwei Paar Wollunterhosen in meinem Rucksack. Bei den Socken bin ich fest davon überzeugt, dass sie aus Wolle oder zumindest aus Synthetik sein sollten, während das Material bei der Unterwäsche etwas weniger wichtig ist. Aber die Möglichkeit, sich umzuziehen, ist sehr wichtig. Im schlimmsten Fall kannst du deine Kleidung im Waschbecken oder in einem Bach waschen und sie zum Lüften außen an deinem Rucksack hängen lassen. Luft und UV-Strahlung der Sonne leisten beide recht gute Arbeit beim Auffrischen von Socken. (Als ich in einem Van lebte, habe ich manchmal schmutzige Socken buchstäblich an mein Fenster gehängt, damit der Luftzug sie schneller trocknen ließ.)
Das Foto zeigt zusammengelegte Socken (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)


Bandana: (nicht abgebildet) Ein Baumwollbandana kann man nass machen, um sich abzukühlen, um den Hals tragen, um cool auszusehen, oder zum Vorfiltern von Wasser verwenden. Ich habe jahrelang jeden Tag ein Bandana um den Hals getragen, als ich auf Güterzügen mitfuhr – sowohl als Maske, um meine Identität zu verbergen, als auch, um den schlimmsten Rauch und andere Schadstoffe herauszufiltern.

Essen

Mein Ziel beim Essen ist es, Kalorien für etwa drei Tage dabei zu haben, die ich weder erhitzen noch in irgendeiner Weise zubereiten muss. Es ist furchtbares Essen und ich würde mich elend fühlen, aber nicht so elend, wie ich mich fühlen würde, wenn mein Körper sich selbst auffressen würde. (Allerdings gehört es auch zur Vorsorge, ein bisschen Übergewicht zu halten. Schau dir Alone an, wenn du mir nicht glaubst. )
Das Foto zeigt diverse verpackte Notrationen. (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)

Notvorräte: Die weiße Packung mit der Aufschrift „SOS“ auf diesem Foto enthält 3600 Kalorien an „Notvorräten“, bestehend aus Kohlenhydraten und Fetten. Ich habe mich noch nicht getraut, sie zu essen. Ich habe gehört, sie seien „okay“ und fade, aber nicht eklig.

Proteinriegel: Ich esse im Alltag eine peinlich hohe Anzahl an Proteinriegeln, daher sind sie eine naheliegende Wahl für einen Snack. Das sind etwa 2100 Kalorien an Proteinriegeln, insgesamt also 4700 Kalorien, was etwas weniger als 1600 Kalorien pro Tag für drei Tage ergibt – nicht viel, aber überlebbar. Ich habe keine besondere Markentreue zu diesen Marken, es ist einfach das, was ich gerade zur Hand hatte. (Ich esse allerdings zugeben, dass ich viele Protein-Kekse von Larry & Larry’s esse). Es ist wichtig, diese regelmäßig zu verbrauchen, da sie ein Verfallsdatum haben. Zum Glück bekomme ich oft Heißhunger und plündere regelmäßig meine Notfalltasche.

Elektrolyte: Mehr Elektrolyte und Koffeinpulver in der Verpflegungstasche. Die Nuun-Tabletten sind derzeit mein Favorit.

Für meinen Hund

Das Foto zeigt unter anderem einen faltbaren Wasser und Futternapf. (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)


Futter: (nicht abgebildet, außer auf dem Hauptbild oben): Ich bewahre etwa 9 Tassen Hundefutter in einem Drybag auf, den ich dann in einen weiteren Ziplock-Beutel stecke, damit mein Rucksack nicht nach Futter riecht. Darin befindet sich ein Plastik-To-Go-Behälter, der gleichzeitig als Hundenapf dienen kann.

Zusammenklappbarer Napf: Das schwarze Objekt unten rechts ist ein zusammenklappbarer Becher, den ich für Hundewasser benutze. Er ist nicht gerade der robusteste, aber für kurze Zeit reicht er aus, bis ich etwas anderes auftreibe.

Karabiner: Anstatt eine ganze Hundeleine mitzuschleppen, habe ich ein P-Kord und einen Karabiner dabei, den ich am Geschirr meines Hundes befestigen kann.

Hundekotbeutel: In vielen Krisensituationen sind eher viele Menschen auf engstem Raum zusammen als dass man sich im Wald durchschlagen muss, deshalb habe ich eine Rolle Hundekotbeutel dabei. Zusätzliche Plastiktüten sind sowieso überall nützlich.

Medikamente: Mein Hund braucht monatlich ein Mittel gegen Parasiten, deshalb habe ich eine Tablette davon dabei. Er nimmt außerdem täglich Prozac, weil er ein arbeitsloser Arbeitshund ist und ohne das Mittel sehr ängstlich wäre, und er hat auch ein Rezept für Trazodon für Notfälle, das sehr hilft, wenn er sehr gereizt reagiert (wie zum Beispiel bei einer größeren Krise). Normalerweise finde ich, dass alle Medikamente in ihren Originalflaschen aufbewahrt werden sollten, damit es bei einer Begegnung mit der Polizei nicht unangenehm wird, aber bis ich von jedem Mittel eine zusätzliche Flasche habe, die ich in der Tasche aufbewahren kann, gehe ich einfach dieses Risiko ein.

Erdnussbutter-Päckchen: (Die werde ich hinzufügen) Um ihm die Einnahme der Medikamente zu erleichtern.

Leckerlis: (Die werde ich hinzufügen) Weil er ein sehr braver Junge ist.

GPS-Hundehalsband: (Das werde ich hinzufügen). Erfordert ein Abonnement, das ich jetzt verlängern werde, da ich es mir leisten kann.

Überlebensausrüstung

In der Tasche ist ein kleines Täschchen mit Überlebensausrüstung. Es ist ziemlich minimalistisch: Es ist keine Tasche, um im Wald zu leben, sondern nur eine Tasche, die mich am Sterben hindert, falls ich dort lande.
Das Foto zeigt ein Survival Kit. (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)


Kabelbinder: Diese kleinen Dinger sind super, um im Notfall Dinge zu reparieren. Mein Vater ist überzeugt, dass sie in der Apokalypse mindestens genauso viel Wert haben werden wie Munition oder Schnaps.

Nähset: Ich habe ein kleines Fläschchen mit Nähnadeln (normale und für Leder) und Sicherheitsnadeln dabei. Ich bin es gewohnt, alles mit Zahnseide als Faden zu nähen, weil das damals so der Stil war, als ich als Crust-Punk anfing, also benutze ich dafür die Zahnseide aus meinem Hygiene-Set.

Chemlight: Auch bekannt als Leuchtstab. Tactical-Prepper-Männer sind davon besessen, weil man sie in coolen taktischen Situationen benutzt, um seinem Team Signale zu geben, aber sie machen auch irgendwie Spaß und lassen das Campen in einer schwierigen Situation besonders und magisch anmuten, und sie sind eine kleine Notbeleuchtung und Signalmethode, also was soll’s.

Kleiner Überlebensratgeber: Ein kleiner Ausdruck mit Überlebensinfos ist nicht schlecht, um ihn dabei zu haben.

Feuermachen: Ich habe hier noch ein Bic-Feuerzeug sowie Sturmstreichhölzer, Zunder und eine kleine Brennstofftablette dabei. Ich mache mir keine Gedanken um einen Feuerstahl, weil ich damit aus der Übung bin und weil das hier kein Campingrucksack ist.

Hand- und Zehenwärmer: Ich liebe diese Dinger. Ich habe sie benutzt, als ich jünger war und öfter im Schnee gezeltet habe, und dann diesen Winter, als ich nach Minneapolis fuhr, um über die Anti-ICE-Proteste zu berichten, haben sie mir wahrscheinlich die Zehen gerettet, als es etwa -15 Grad oder so waren.

Kompass: Hör mal, ich bin nicht der weltbeste Landnavigator, aber lass dich davon nicht davon abhalten, einen Kompass dabei zu haben. Manchmal kommt es einfach darauf an, zu wissen, dass man in eine konstante Richtung geht, anstatt raffinierte Tricks mit topografischen Karten oder so zu machen. Wenn du dich verlaufen hast, such dir eine Richtung aus und bleib dabei (und folge dann Bächen).

Signalspiegel: Um Licht zu reflektieren und jemandem ein Signal zu geben, oder einfach, um morgens deine Hygiene-Sachen zu erledigen.

Fresnel-Linse: Ich benutze sie eher, um den winzigen Text im Überlebensratgeber zu lesen oder nach Splittern zu suchen, als um damit ein Feuer zu entfachen, aber sie kann all das und wiegt so gut wie nichts.

P38-Dosenöffner: Dieses winzige Stück Stahl kann Dosen öffnen. Es ist unglaublich. Ich habe mich auf diese und meinen Spork verlassen, um mich satt zu halten, als ich per Anhalter unterwegs war. Diese Dinger haben mir so viele Dosen Chili beschert.

Kreditkarten-Multitool: Ich neige dazu, All-in-One-Überlebensgadgets zu hassen, aber diese hier finde ich ganz okay. Sie können vieles nur schlecht, aber sie können trotzdem vieles. Meistens habe ich es als Notfallmesser oder Schraubenzieher benutzt. Einmal habe ich zum Beispiel mein Nummernschild damit ausgetauscht.

Notfall-Angelausrüstung: Ich mag den Geschmack von Fisch nicht und wurde nie gut im Angeln, egal wie oft ich es als Kind versucht habe, und ich esse eigentlich keine Tiere, also werde ich das hier wahrscheinlich nie benutzen, aber vielleicht tut es jemand anderes, oder vielleicht bin ich mal hungrig genug, um es zu versuchen.

Wasseraufbereitungstabletten: Damit lässt sich Wasser chemisch aufbereiten, damit es trinkbar wird. Ärgerlicherweise stehen die Anweisungen und Mengenverhältnisse nicht auf den Päckchen selbst, also bewahre ich einen Teil der Verpackung dazu auf.

Hygiene-Set

Dein Hygiene-Set wirst du wahrscheinlich öfter benutzen als dein Überlebens-Set. Es ist nicht so aufregend, aber wahrscheinlich wichtiger. Es ist auch ziemlich wichtig für deine Gesundheit. Das ist immer noch ein sehr reduziertes Set. Ich würde in Erwägung ziehen, bessere Feuchttücher, eine bessere Haarbürste und vielleicht ein kleines Handtuch hinzuzufügen, aber meine Tasche ist schon ziemlich voll.
Das Foto zeigt ein Hygieneset. (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)

Dentalfloss: Zum Zähneputzen und zum Nähen. Früher hatte ich kleine Zahnseidenstäbchen in meinen Taschen, aber die landeten irgendwie überall und waren nervig, also habe ich sie nicht wirklich benutzt.

Zahnbürste und Zahnpasta: Du solltest dir die Zähne putzen, um deinetwillen und um der Menschen in deiner Umgebung willen.

Deodorant: Ich bin ehrlich, im Alltag benutze ich nicht immer Deodorant. Aber ich benutze immer Deodorant in Situationen, in denen ich mit anderen Menschen auf engstem Raum zusammen bin, wie im Bus oder im Flugzeug. Oder, na ja, in den meisten Notsituationen. Ich bevorzuge ein Hippie-Deo, aber das hier ist die Reisegröße, die ich noch herumliegen hatte.

Seifenstreifen: Der kleine gelbe Behälter enthält winzige Papierstreifen mit Seife, mit denen du dir die Hände waschen kannst – das ist unverzichtbar. (Handdesinfektionsmittel ist eigentlich bei weitem nicht so gut und beugt der Übertragung von Krankheiten, die auf fäkal-oralem Weg übertragen werden, überhaupt nicht vor. Es hat seinen Zweck und ist vielleicht eine Überlegung wert, es in ein Set aufzunehmen, ich hatte nur gerade keines zur Hand).

Schlafmaske: Je älter ich werde, desto schlechter schlafe ich in überfüllten Situationen. Eine Schlafmaske und Ohrstöpsel helfen da sehr. Wenn ich Platz hätte, würde ich noch ein ganzes Reisekissen für den Nacken hier reinpacken.

Einwegrasierer und Rasierschaum: Vielleicht musst du dich im Notfall nicht rasieren, aber einige von uns sind trans und wollen keinen Bart haben und sind mit der Laserbehandlung noch nicht fertig.

Klappbare Haarbürste und Haargummis: Ich trage meine Haare meistens in Zöpfen, aber ich muss sie trotzdem bürsten und zusammenbinden.

Famotidin: Nimm alle Medikamente mit, auf die du angewiesen bist. Ich nehme Famotidin gegen Sodbrennen.

Komprimiertes Handtuch: Die winzige weiße Scheibe ist ein Feuchttuch ohne Feuchtigkeit. Einfach Wasser hinzufügen.

Gleitgel und Kondome: Ich habe keinen supercoolen geheimen Überlebensgrund dafür. Sie dienen dazu, Sex bequemer und sicherer zu machen.

Tampons: Auch hier wieder kein supercooler geheimer Überlebensgrund. Sie sind eigentlich nicht gut geeignet, um starke Blutungen zu stoppen. Diese sind für Menschen in meinem Umfeld, die sie für ihre Menstruation brauchen.

Lippenbalsam: Ich benutze selten Lippenbalsam, aber Menschen in meinem Umfeld tun das oft, und ein Lippenbalsam mit Lichtschutzfaktor ist wichtig, wenn man durch Schnee wandern muss. Ich bin kürzlich von der zylindrischen Festform auf die Tube-Variante umgestiegen, weil die bei Hitze wahrscheinlich besser hält.

Feuchttücher: Nur ein paar kleine Feuchttücher. Es könnte sich lohnen, welche zu besorgen, die für den Outdoor-Einsatz gedacht sind, obwohl ich mich nicht wirklich dazu durchringen kann, etwas mitzunehmen, das „Dude Wipes“ heißt. Nicht, weil ich ein Mädchen bin, sondern weil die Zerbrechlichkeit von Männlichkeit urkomisch ist.

Toiletten-Set: In einem separaten Ziplock-Beutel bewahre ich Toilettenpapier, eine Wanderschaufel, ein Wanderbidet und „Travel Johns“ auf. Wenn du draußen kackst und es nicht selbst wegpackst (z. B. in einem Hundekotbeutel), dann musst du um Himmels willen zuerst ein Loch graben und deine Scheiße vergraben. Das ist für die grundlegende Hygiene unerlässlich. Dafür ist die Schaufel da. Das Wanderbidet lässt sich an einer Wasserflasche befestigen und ermöglicht es dir, dich besser zu reinigen und weniger Toilettenpapier zu verbrauchen. Die „Reise-Toilettenbeutel“ sind mit Trockenmittel gefüllte Beutel, in die du pinkeln kannst – so etwas wie Einweg-Pinkelbecher, die einigermaßen hygienisch sind und für verschiedene Genitalien geeignet sind. Man kann nicht immer draußen pinkeln und man findet nicht immer eine Toilette.

Verbandskasten

Mein Verbandskasten ist eine Kombination aus einem „Pflaster-Set“ (also alltägliche Medikamente und Hilfsmittel für kleinere Verletzungen) und einem IFAK (ein Set zur Stillung schwerer Blutungen). Ich bewahre ihn in einer eigenen Tasche oben im Rucksack auf und würde ihn außen am Rucksack befestigen, wenn ich denke, dass ich ihn wahrscheinlich brauchen werde.

Es lohnt sich für jeden (selbst für zimperliche Leute wie mich), einen „Stop the Bleed“-Kurs zu besuchen, um zu lernen, wie man vor Ort mit traumatischen Wunden umgeht, und wenn du dich wirklich dafür interessierst, einen „Care Under Fire“-Kurs, um zu lernen, wie man während eines aktiven Feuergefechts reagiert.
Das Foto zeigt Medikamente und eine erste Hilfe Ausrüstung. (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)


Gaze: Hier sind verschiedene Arten von Verbandmull zur Blutstillung enthalten. Normale Verbandmullrollen, komprimierter Verbandmull sowie „Chito-Verbandmull“, der mit einer blutstillenden Chemikalie imprägniert ist.

Nasale Atemwege: Der grüne Schlauch in der obersten Reihe. Diese sollten nur von Personen mit entsprechender Ausbildung verabreicht werden, und ehrlich gesagt ist es schon zu viele Jahre her, seit ich zuletzt einen Kurs zu ihrer Anwendung besucht habe. Diese werden in die Nase des Patienten eingeführt, um Luft an Hindernissen vorbei zu leiten. Verwende sie nicht, wenn du keinen Kurs absolviert hast, es sei denn, du gehst davon aus, dass ausgebildete Sanitäter in der Nähe sind.

Antiseptische Tücher: Zum Desinfizieren von Gegenständen und wohl auch zum Desinfizieren von Wunden (ich schreibe hier keinen medizinischen Blogbeitrag. Es gibt viele umstrittene Verwendungszwecke für verschiedene Dinge.)

Vaseline: Nützlich zum Feuermachen, und manche Leute mögen sie zur Wundversorgung (andere sagen, man sollte sie nicht zur Wundversorgung verwenden. Siehe oben.)

Brustversiegelungen: Wenn jemand in die Brust geschossen wird, entleeren sich seine Lungen wahrscheinlich und er kann nicht mehr atmen, es sei denn, du verschließt seine Brusthöhle.

Zahn-Erste-Hilfe-Set: Ich habe mich einmal auf so ein Set verlassen, als mir ein Stück Zahn fehlte und ich nicht genug Geld für eine zahnärztliche Notfallbehandlung hatte.

Rezeptfreie Medikamente: Diesmal war ich faul und habe eine kleine Packung gekauft, die eine Reihe verschiedener Medikamente enthält, anstatt mein eigenes Set zusammenzustellen. Ich empfehle Blisterpackungen oder einzeln beschriftete Dosen aller Medikamente, einschließlich der rezeptfreien. Denk an: Aspirin, Ibuprofen, Paracetamol (alles Schmerzmittel), Loperamid (gegen Durchfall), Diphenhydramin (gegen Entzündungen und Juckreiz) und was auch immer du sonst noch brauchst.

Spülspritze: Die dient dazu, Wasser tief in Wunden zu spritzen, um sie zu reinigen. Sie ist super und jeder sollte eine haben.

Medizinisches Klebeband: Zum Fixieren von Mullbinden.

Nitrilhandschuhe: Ich mag diese Paare, die in ihren eigenen kleinen Päckchen kommen.

Leukotape: Wanderer scheinen auf dieses Zeug als Kombination aus medizinischem Klebeband und Blasenvorbeugung zu schwören. Ich selbst habe es noch nicht oft benutzt. Diese Rolle ist wahrscheinlich zu groß.

Dreifach-Antibiotikum: Damit aus kleinen Wunden keine großen Probleme werden.

Jodtabletten: Die sind für Atomkatastrophen gedacht, um deine Schilddrüse mit Jod zu fluten, damit du weniger wahrscheinlich Krebs bekommst. Eigentlich sind sie für Leute über 40 kontraindiziert, aber ich habe trotzdem noch Freunde.

Medizinische Schere: Weil man Kleidung entfernen muss, um Wunden zu versorgen.

Ace-Bandage: Zum Einwickeln von Verstauchungen.

Pflaster: Für kleinere Wunden.

Schmetterlingspflaster: Um größere Wunden zu verschließen.

Pinzette: Zum Entfernen von Zecken und Splittern und wahrscheinlich noch anderen Dingen.

Sekundenkleber: (nicht abgebildet). Ein weiteres umstrittenes Mittel, das zum Verschließen von Wunden verwendet wird.

Digitales Zeug

Das Foto zeigt ein Handy und eine RFID sichere Tasche dafür. (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)


Faraday-Tasche: Diese blockiert WLAN- und Handysignale und all so etwas. Ich nehme an, sie hilft deinen elektronischen Geräten, einen EMP zu überstehen, aber ehrlich gesagt weiß ich nicht, ob ich glaube, dass EMPs eine besonders realistische Bedrohung darstellen. Aber eine Faraday-Tasche verhindert, dass Leute wittern, dass Elektronik in der Nähe ist – was ein Weg ist, wie man gefunden werden könnte, wenn man sich versteckt. Diese Tasche ist groß genug, um nicht nur mein Ersatztelefon, sondern auch mein Haupttelefon aufzunehmen, und auch meine Uhr, falls ich das verdammte Ding jemals finde.

Ersatzhandy: Mein Ersatzhandy läuft mit einem Minuten-Tarif bei einem anderen Anbieter als mein Haupttelefon, sodass ich eher noch ein Handy habe, falls ein Anbieter ausfällt. Ich zahle 3 $/Monat für die Aufrechterhaltung der Telefonverbindung. Man kann auch einen Prepaid-Tarif nur für Daten bekommen, für den man keine Grundgebühr zahlen muss, aber ich wollte telefonieren und SMS schreiben können. Das Handy selbst enthält keinerlei persönliche Daten, aber ich habe seinen Speicher vollgestopft mit Offline-Apps. Am wichtigsten ist Kiwix, das kostenlos ist und mit dem man Datenbestände herunterladen kann (wie die gesamte Wikipedia sowie jede Menge Notfallanleitungen), und es gibt
CoMaps, das ebenfalls kostenlos ist und mit dem man Karten von überall herunterladen und dann die GPS-Funktion deines Handys nutzen kann.
Das Foto zeigt USB Sticks, eine Nintendo Switch und eine Tasche, um alles darin zu verstauen. (Beschreibung des Inhalts siehe Text weiter unten)

USB-Sticks: Ich habe zwei USB-Sticks. Einer ist verschlüsselt und enthält persönliche Dokumente wie Kopien meiner Ausweise, Kreditkarten, Versicherungskarten, Fahrzeugscheine und ähnliches. Der andere ist eine Bibliothek mit Büchern, Hörbüchern und Filmen. Alles gemeinfrei, natürlich. Beide USB-Sticks haben sowohl USB-C- als auch USB-A-Anschlüsse.

Nintendo Switch: Zu guter Letzt eines der wichtigsten und am häufigsten übersehenen Dinge, die in jeden Bugout-Bag gehören … eine Videospielkonsole. Ich habe 2020 netzunabhängig gelebt und hatte nur sehr begrenzt Strom, und der Kauf dieses Geräts hat nach einem langen Arbeitstag in meiner Hütte Wunder für meine psychische Gesundheit bewirkt. Ich habe einige Spiele installiert und physische Kassetten von anderen. Ein Steam Deck ist robuster und auch cooler, weil es nicht so stark an Nintendos Ökosystem gebunden ist, aber es ist schwerer und verbraucht mehr Strom, also kommt es nicht in meinen Rucksack. Was auch immer sonst in der Welt vor sich geht, zumindest kann ich in Skyrim verschwinden, weißt du?

Überlebensradio: (Das werde ich vielleicht noch hinzufügen). Es gibt winzige Überlebensfunkgeräte, aber ich habe noch keines gefunden, das mir wirklich gefällt.

GMRS-Funkgeräte oder Amateurfunk: (Das füge ich vielleicht noch hinzu). GMRS-Funkgeräte sind wie Walkie-Talkies, nur etwas besser. Man muss keine Prüfung ablegen, um eine Lizenz zu bekommen, und man muss keine Lizenz vorzeigen, um sie zu kaufen. Ich bewahre meins (mit meiner Lizenz) derzeit in meinem Auto auf, aber vielleicht besorge ich mir noch ein Paar für meinen Rucksack. Amateurfunkgeräte sind viel leistungsstärker und viel komplizierter in der Bedienung, und wenn ich mich darin jemals verbessere oder meine Lizenz erhalte, werde ich vielleicht eines hier aufbewahren.

Auffällig abwesend

Schusswaffen: Ich bewahre keine Schusswaffen in meiner Tasche auf, und das solltest du auch nicht, es sei denn, du bewahrst deine Tasche in einer Art Tresor auf. Alle Schusswaffen sollten weggeschlossen werden, wenn du sie nicht bei dir trägst. Das ist eine grundlegende moralische Verpflichtung. Wenn du Schusswaffen hast, um die Menschen zu schützen, die du liebst, dann ist es deine Pflicht, sicherzustellen, dass sie tatsächlich für Sicherheit sorgen, indem du sie weggeschlossen aufbewahrst. Wenn ich diesen Rucksack in einer Situation schnappen würde, in der ich auch eine Schusswaffe mitnehme, würde ich ein paar zusätzliche Magazine in den Rucksack werfen.

Kocher: Manche Leute möchten vielleicht eine Möglichkeit zum Kochen in ihrer Notfalltasche haben, aber ich mache mir da keine Gedanken. Ich habe fast nie etwas aus meiner Tasche gekocht, als ich aus einem Rucksack lebte. Ich habe meistens kalte Dosen mit Chili und Brot mit Erdnussbutter und solche Sachen gegessen. Wäre dies eine Campingtasche, würde ich vielleicht einen winzigen Raketenkocher oder einen Backpacker-Kocher dabei haben, und ich habe einen Campingkocher in meinem Auto.

Mitreißendes Fazit

Und das war’s. Das ist meine Tasche. Ich werde wahrscheinlich noch mehr laminierte Dokumente hinzufügen, wie Notfallkontakte und so weiter, aber das ist es, was ich habe. Sie ist nicht leicht, aber das muss sie auch nicht sein. Sie ist nicht für den täglichen Gebrauch gedacht.

Jetzt muss ich meine EDC-Tasche systematisieren. Und meinen Wanderrucksack. Und was in meinem Auto ist. Und was in meinem Keller ist.

Die Packliste


Kleidung


  • 2 Paar Wollsocken
  • 2 Paar Wollunterwäsche
  • Thermoblock
  • Thermohose
  • Mütze
  • Daunenjacke
  • Regenjacke
  • Woll-Buff
  • Bandana
  • Baseballkappe

Licht


  • Taschenlampe
  • Blinklicht zum Wandern
  • Stirnlampe

Unterkunft


  • Notbiwak
  • Mittelschwere Rettungsdecke
  • Seil

Essen


  • Überlebensrationen (3600 Kalorien)
  • Proteinriegel (2000 Kalorien)
  • Koffein
  • Elektrolyte

Wasser


  • Titanflasche
  • Isolierte Stahlflasche mit Gorilla-Klebeband
  • Wasserfilter
  • Wasserreinigungstabletten
  • Tragbare Trinkblase

Hundepflege


  • Trazadone
  • Prozac
  • Simparico Trio
  • 3 Tage Hundefutter mit Tupperware-Napf
  • Zusammenklappbarer Napf
  • Kotbeutel
  • Erdnussbutter-Päckchen
  • Hundeleckerlis
  • Hunde-GPS und Kabel

Hygiene


  • Schlafmaske
  • Ohrstöpsel
  • Zahnbürste
  • Zahnpasta
  • Deo
  • Zahnseide
  • Einwegrasierer
  • Nagelknipser
  • Pinzette
  • Seifenstreifen
  • Tampons
  • Gleitgel
  • Kondome
  • Haargummis
  • Feuchttücher
  • Reise-Toilette
  • komprimiertes Handtuch
  • Lippenbalsam
  • Haarbürste
  • Backpacking-Bidet
  • Toilettenpapier
  • Rasiercreme-Päckchen

Werkzeuge


  • Nähset (Nadeln und Sicherheitsnadeln, Zahnseide als Faden verwenden)
  • Multitool
  • Brillenschraubendreher
  • Kleiner Schraubendreher
  • Langgreifender Spork
  • 8-Wege-Silcock
  • Karabiner / Ausrüstungshaken
  • Ultraleichte Schaufel
  • Brechstange
  • Klappmesser

Überleben


  • Pfeife
  • Baustellensack
  • Fernglas
  • Rite-in-Rain-Notizbuch
  • Stifte
  • Marker
  • Bleistift
  • Kompass
  • Handwärmer
  • Zehenwärmer
  • Signalspiegel
  • P38-Dosenöffner
  • 2x Butangasfeuerzeuge
  • Überlebens-Multitool in Kreditkartengröße
  • Chemlight
  • Sturmstreichhölzer
  • Feueranzünder-Block
  • Zunder
  • Kleiner Überlebensratgeber
  • Fresnel-Linse
  • Kabelbinder
  • Angelausrüstung

Medizin


  • Handschuhe
  • Schere
  • Leukotape
  • ACE-Bandage
  • 2x Mullbinden
  • Zahnpflegeset
  • Spülspritze
  • Sekundenkleber
  • Pflaster
  • Schmetterlingspflaster
  • Vaseline
  • Sterile Vorbereitungstücher
  • Medizinisches Klebeband
  • IOSAT
  • Trauma-Verband
  • Chito-Mull
  • Kompressionsmull
  • Nasale Atemwege
  • Brustversiegelungen
  • Dreifach-Antibiotikum
  • Paracetamol
  • Aspirin
  • Ibuprofen
  • Loperamid
  • Famotidin
  • Cat9-Blutstillungsband
  • Diphenhydramin

Elektronik


  • Solar-Akku-Bank
  • Octopus-Kabel
  • Überlebensradio / Scanner
  • GMRS oder Amateurfunk
  • Minutenabrechnung-Handy
  • Faraday-Tasche
  • Nintendo Switch

Sonstiges


  • N95-Masken
  • 500 $ oder 1000 $ oder was auch immer

Dokumente


  • Reisepass
  • Tollwut-Infos
  • Papierkarte der USA
  • Laminierte Notfallkontaktkarte
  • Laminierte Wegbeschreibung (über Nebenstraßen) und zu Fuß von zu Hause zu deinen Lieben und zurück
  • Verschlüsselter USB-Stick (A und C) mit persönlichen Dokumenten
    • Reisepass
    • Sozialversicherungskarte
    • Geburtsurkunde
    • Fahrzeugbrief
    • Hypotheken- oder Mietinformationen
    • Hausratversicherung
    • Kfz-Versicherung
    • Führerschein
    • Kreditkarten
    • Krankenversicherungskarte
    • Gewerkschaftsausweis
  • unverschlüsseltes USB-A- und USB-C-Laufwerk mit Büchern etc.
    • Überlebensratgeber
    • medizinische Ratgeber
    • Filme
    • Fernsehen
    • Hörbücher
    • E-Books


Quelle: „My Go Bag as of 2026 or: gear, so much gear“ von Margaret Killjoy, 10.Juni 2026

Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.

Übersetzung: Thomas Trueten [Autorisiert]

Buchvorstellung & Diskussion: »Griff nach Gold. Die andere Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaft«

Das Buchcover zeigt neben Angaben zum Titel und Autoren eine Erdkugel als Fußball

Ein Fest der Völkerfreundschaft, die Aussicht auf eine Welt von morgen: Die Verheißungen der Fußball-WM finden sich etwa in Uruguay 1930 oder Südafrika 2010. Mitunter spiegeln sie sich auch auf dem Rasen – etwa in Mexiko 1970 und ’86.

Doch schon oft wurde das Turnier auch zur Bühne weltpolitischer Zerwürfnisse: 1934 im Italien Mussolinis; 1938 im linksregierten Frankreich, als die „großdeutsche“ Elf mit Hitlergruß auflief; 1966 beim geschlossenen Boykott afrikanischer Mannschaften; oder 1978 im Argentinien einer Militärdiktatur.

Mit dem Ende des Kalten Krieges war auch die FIFA im Goldrausch. Bald mit von der Partie: Katar und Saudi-Arabien. Und die WMs in Nordamerika 1994 und 2026? US-geführte Kriege, ein dramatischer Rechtsrutsch: Bleibt die Friedensfrage beim „Völkerfest“ WM virulent? Ist die massive Ausweitung des Teilnehmerfelds, so sehr sie auch kommerziell getrieben ist, auch Ausdruck einer entstehenden multipolaren Weltordnung?

Buchvorstellung und Diskussion mit Co-Autor Carlos Gomes

Freitag 12. Juni um 20 Uhr

Buchladen Schwarze Risse
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2. Hinterhof
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Eintritt: frei!

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