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»Wer wagt es, sich den donnernden Zügen entgegenzustellen? Die kleinen Blumen zwischen den Eisenbahnschwellen!« Erich Kästner

Offener Brief an die Bundesregierung

Logo des 42. ÜWI Teams
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Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Scholz,
sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung,

wir, das Überwinterungsteam der Forschungsstation Neumayer III in der Antarktis möchten uns mit einem offenen Brief an Sie wenden. Wir leben ein Jahr lang im „ewigen Eis“, tausende Kilometer von jeglicher Zivilisation entfernt, um die deutsche Forschungsstation des Alfred-Wegener-Instituts in der Antarktis zu betreiben. Aus der Ferne verfolgen wir die Entwicklungen der deutschen Politik und Gesellschaft. Wir sind beunruhigt von der mangelnden Orientierung der deutschen Klimapolitik an wissenschaftlichen Erkenntnissen und möchten Sie mit diesem Brief auffordern, die Klimaziele von Paris einzuhalten, sowie das lückenhaft überarbeitete Klimaschutzgesetz (KSG)1 ein weiteres Mal grundlegend zu verbessern, sodass damit auch die vorherig genannten Ziele, global fair und gesellschaftlich gerecht2, erreicht werden können.

Im vorherigen Jahr gab es durch das „Klima-Urteil“ des Bundesverfassungsgerichts und der darauffolgenden, zügigen Nachbesserung des KSG, sowie der Regierungsbildung unter Teilnahme der Bündnis90/Die Grünen Hoffnung auf eine maßgebliche Verbesserung der klimaschädlichen Politik der vorhergehenden Legislaturperioden. Doch seit Ihrer Wahl zur neuen Regierung vor über einem Jahr ist die Bilanz ihrer Klimapolitik durchwachsen. Erfreulich haben wir wahrgenommen, dass die Ausbauziele für Windenergie und Photovoltaik erhöht und die Hürden für Bürgerenergieinitiativen verringert wurden, erneuerbare Energien nun im überragenden öffentlichen Interesse stehen und der Ausstieg Deutschlands aus dem Energiecharta-Vertrag in die Wege geleitet wurde3. Nun brauchen wir denselben Mut, um ähnlich weitreichende Maßnahmen im Verkehrs-, Industrie- und Gebäudesektor einzuleiten. Denn der Energiesektor ist lediglich für etwa ein Drittel der deutschen CO2 Emissionen verantwortlich4. Und die Nachbesserungen durch die Sofortprogramme für die Sektoren Gebäude und Verkehr lassen weiterhin große Lücken offen5.

Auch die Wiederinbetriebnahme schon abgeschalteter Stein- und sogar Braunkohlekraftwerke6 oder der Bau von Flüssiggas-Terminals7, stehen in krassem Kontrast zu den deutschen und internationalen Klimazielen und zementiert Deutschlands Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Unseres Erachtens nach ist es sehr wichtig, energietechnisch unabhängig vom EU Ausland zu sein, was sich derzeit leider in tragischer Weise bestätigt. Doch diese Krise kann als Chance genutzt werden, um erneuerbare Energien, CO2-neutralen Verkehr und eine emissionsarme Industrie massiv zu fördern und auszubauen und nicht auf extrem umweltschädliche Technologien des vorherigen Jahrhunderts zurückzugreifen. Oder auf weitere politisch prekäre Abhängigkeiten zu setzten8 und dadurch die fossilen Energiekonzerne abermals und ungerechtfertigterweise mit Milliarden an Steuergeldern zu belohnen9. Im Falle einer Wiederinbetriebnahme von Kohlekraftwerken oder Reservekapazitätserhöhung durch diese, müssen die dadurch entstandene CO2 Emissionen an anderer Stelle eingespart werden. Denn was für das Klima zählt, ist die Netto-Emission in CO2 Äquivalenten, egal auf welchen Gründen diese Mehremissionen basieren. Schon das Erreichen der Klimaziele allein birgt eine große Herausforderung für Deutschland, sodass zusätzliche Emissionen, seien sie auch nur übergangsweise, zu vermeiden sind. Erschwerend kommt die mangelnde Ausrichtung Ihres Koalitionsvertrags an den Emissionszielen des KSG oder gar den Pariser Klimazielen hinzu10. Durch die im Koalitionsvertrag erwähnten Maßnahmen werden voraussichtlich der Verkehrssektor, der Industriesektor sowie der Gebäudesektor die Emissionsziele des KSG verfehlen und lediglich der Energiesektor die Emissionsziele erreichen11. Wobei hierfür der Kohleausstieg schnellstmöglich durchgeführt und die Erneuerbaren jetzt massiv ausgebaut werden müssen.

Nach der in den Medien viel zitierten McKinsey Studie „Net-Zero Deutschland“12 müsste Deutschland 40 Milliarden Euro jährlich (etwa 1 % des Bruttoinlandsprodukts) aufbringen, um das Ziel des KSG, die Klimaneutralität im Jahr 2045, zu erreichen. Selbstverständlich ist eine Voraussetzung hierfür, dass klimaschädliche Subventionen wie z.B. die Energiesteuerentlastungen für Dieselkraftstoff, Kerosin und Kohle abgeschafft werden. Laut einer Studie des Umweltbundesamt hat der Staat bspw. im Jahr 2018 65,4 Mrd. Euro für umweltschädliche Subventionen ausgegeben13. Würde diese Summe stattdessen jährlich sinnvoll in den Ausbau der Erneuerbaren, Förderung von Elektromobilität, öffentlichen Verkehrsmitteln, Stromnetz, Wärmepumpen, sowie Energiespeicher investiert werden, könnte Deutschland die eigenen Klimaziele sogar übertreffen! Eine weitere Finanzierungsmöglichkeit ist die Internalisierung externer Effekte, sodass den Verursachern von Umweltschäden diese auch angelastet und sie nicht wie bisher der Allgemeinheit aufgebürdet werden. So erhielten Unternehmen starke Anreize, Investitionen klimaschonend zu tätigen. Und die dadurch eingenommenen Steuern in Höhe vieler Milliarden Euro könnten zusätzlich für die Transformation Deutschlands zur Klimaneutralität eingesetzt werden14.
Doch im Gegensatz zur häufig in Politik und Medien verbreiteten Meinung, die Klimaschutzmaßnahmen seien teuer, kommt die McKinsey Studie zur Schlussfolgerung, dass eine erfolgreiche Transformation Deutschlands zur Klimaneutralität über den kompletten Zeitraum gesamtgesellschaftlich kostenneutral sein kann. Des Weiteren kann die deutsche Wirtschaft von einer solchen Transformation profitieren. So kommen mehrere Studien im Auftrag der Kreditanstalt für Wiederaufbau zu dem Ergebnis, dass diese Transformation sich positiv auf das Bruttoinlandsprodukt sowie die Beschäftigungszahl auswirkt, unsere Wirtschaft von politisch prekären Energieabhängigkeiten befreit und Deutschland einen starken technologischen Vorteil aufbauen kann, der im internationalen Wettbewerb genutzt werden kann15. Ohne eine Transformation der deutschen Wirtschaft wird Deutschlands erneuerbare Energien Branche weiterhin weit abgeschlagen im internationalen Vergleich liegen16, das Wirtschaftswachstum wird sinken17, durch den Klimawandel bedingte Migration zunehmen18 und zusätzlich wird einer der wichtigsten Exportmärkte Deutschlands, Kraftfahrzeuge mit Verbrennermotoren, aufgrund von fehlender Nachfrage zukunftsgerichteter Länder, einbrechen19.

Die globale Vorbildrolle Deutschlands als eine der führenden Wirtschaftsnationen ist nicht zu unterschätzen. Wenn wir versäumen, zielführende und global faire Klimapolitik zu betreiben, laufen wir Gefahr, dass es uns einige andere Nationen gleichtun. Hierdurch riskieren wir eine zunehmend gefährliche Erderwärmung mit destruktiven Konsequenzen, nicht nur für natürlich Ökosysteme, sondern auch für unsere Gesellschaft20.

Das gesellschaftliche Interesse an einer Transformation Deutschlands hin zur Klimaneutralität ist so hoch wie nie zuvor. Eine klare Mehrheit der deutschen Bevölkerung wünscht sich ambitioniertere Schritte der Politik21, zahlreiche Unternehmen stecken sich selbstgewählte Klimaschutzziele22 und das Erreichen der Klimaneutralität Deutschlands ist technisch sowie ökonomisch möglich23! Daher fordern wir Sie aus der Ferne auf, nutzen Sie jetzt dieses positive Momentum, um Deutschland umzugestalten und „ohne Wenn und Aber“24 in Richtung Klimaneutralität zu lenken, damit unser Land die Pariser Klimaziele erreichen kann. Es ist eine einmalige Chance und Sie sind womöglich die letzte Regierung der es ökonomisch möglich sein wird, diese Aufgabe zu meistern. Die Zukunft unserer Gesellschaft liegt in Ihren Händen. Handeln Sie jetzt!

Hochachtungsvoll,

Hannes Keck, Alicia Rohnacher, Dr. Markus Schulze, Benita Wagner, Dr. Aurelia Hölzer, Michael Trautmann, Katrin Wiggins und Werner Hofmann.

Quelle, hier das PDF Original mit den Fußnoten

Umweltskandal in Mexiko? Zug durch den Regenwald

Fortschritt oder Ökozid? In dieser Doku geht es um einen geplanten Zug mitten im Regenwald auf der Halbinsel Yucatan im Südosten von Mexiko. Aktivist:innen wehren sich gegen den Bau einer Trasse für den Maya-Zug, den Tren Maya, der bald die Küstenorte mit den anderen Dörfern abseits des Meeres besser miteinander verbinden soll -“ und der den vielen Tourist:innen eine ökologisch vertretbarere Anreise zu den Badeorten ermöglichen soll. Nur: Der Bau der 90 Meter breiten Trasse durch den Regenwald, die Auswirkungen auf die Pflanzen und Tiere dort, auf das Leben in den dort einzigartigen Grotten, den so genannten Cenoten, halten Umweltschützer:innen für dramatisch.

Steve Cutts: Man

Animation created in Flash and After Effects looking at mans relationship with the natural world.
Copyright © 2012 www.stevecutts.com

Music: In the Hall of the Mountain King by Edvard Grieg. "Hall of the Mountain King" Kevin MacLeod (incompetech.com)
Licensed under Creative Commons: By Attribution 3.0

Notre Terre Mourra Proprement - Comité Centrales

Le Comité Centrales est un collectif ligérien nomade, contre les échelles industrielles et l-™atomisation du monde, pour des autonomies locales fédérées par bassin-versant. Toutes les infos sur notre collectif ici.
Ce premier film a été réalisé avec les moyens du bord et grâce à l-™accueil vibrant des vieux fourneaux des luttes des quarante dernières années. Nous avons d-™autres projets pour prendre soin du passé, du présent et du futur de la lutte antinucléaire et des luttes écologistes et décoloniales en général.
Si vous avez apprécié le film et si vous souhaitez nous soutenir nous avons besoin d-™acheter du matériel et de financer nos déplacements, vous pouvez faire un don à notre association.

Aufstieg und Fall des „grünen Goldes“

Das Foto zeigt Avocados
Foto: olle svensson via Flickr
Lizenz: CC BY 2.0
(Mexiko-Stadt, 31. Oktober 2022 desinformémonos). Wussten Sie, dass eine von drei weltweit erhältlichen Avocados in Mexiko angebaut wurde? Und es ist kein Zufall, dass bei Großveranstaltungen wie dem Super Bowl in den USA mehr als 100.000 Tonnen dieser Frucht verzehrt werden. Die USA haben zwischen 2015 und 2018 fast eine Million Tonnen Avocados aus Mexiko importiert.

Doch das so stark nachgefragte Produkt stammt aus Monokulturen. Sein Exportmodell basiert auf einem entwicklungspolitischen Ansatz, der die unvermeidlichen und vielfältigen sozialen und ökologischen Schäden außer Acht lässt. Monokulturen sind großflächige und homogene Anbausysteme für ein einziges Produkt. Aufgrund der intensiven Landnutzung und des hohen Einsatzes von Chemikalien verursachen sie Bodenerosion, verringern die Artenvielfalt und machen das Land unfruchtbar.

Avocadosorte Hass: Monokultur mit schwerwiegenden Folgen

Das Ziel, mexikanische Avocados in viele Länder zu exportieren, um sich in die Weltwirtschaft zu integrieren, hat zur Ausbreitung von Monokulturen geführt -“ mit schwerwiegenden Folgen. Das Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (SAGARPA) erklärt, dass „Mexiko der wichtigste Produzent und Exporteur von Avocados ist“. Die meisten Avocados werden in den Bundesstaaten Mexiko, Jalisco, Michoacán, Morelos und Nayarit angebaut.

Laut SAGARPA werden jährlich Avocados im Wert von 2,5 Milliarden Dollar produziert. Von den genannten Bundesstaaten führt Michoacán die Liste an: Dort werden 80 Prozent des sogenannten grünen Goldes angebaut. Um die Nachfrage auf dem Weltmarkt zu befriedigen, wurden zahllose Waldgebiete, darunter vor allem Kiefernwälder, abgeholzt und riesige legale und illegale Plantagen für eine einzige Avocadosorte angelegt: Hass. Im Jahr 2017 gingen im Bundesstaat Michoacán 20.000 Hektar Wald durch den großflächigen Avocadoanbau verloren, was fast der vierfachen Fläche der Gemeinde Coyoacán in Mexiko-Stadt entspricht.

In den vergangenen vierzig Jahren ist die Anbaufläche überproportional gewachsen: von 30.000 Hektar im Jahr 1980 auf 80.000 Hektar im Jahr 2000 und auf 165.000 Hektar im Jahr 2019. Bei fast einem Drittel der Flächen handelt es sich um illegale Anpflanzungen.

Hoher Wasserverbrauch und Pestizideinsatz, illegale Anbauflächen

Die wirtschaftlichen Gewinne, die dank der Steigerung des weltweiten Absatzes entstehen, kommen nur wenigen Menschen zugute, hinterlassen aber irreparable Schäden. Außerdem erfordert der Avocadoanbau große Mengen Wasser sowie den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln. Dies führt zur Verschmutzung von oberflächlichen Wasservorkommen und zur Schädigung von Grundwasserleitern. Die Abholzung wiederum verändert den Wasserkreislauf und verringert die Verfügbarkeit von Wasserressourcen.

Mit Brandrodung werden die Anbauflächen vergrößert. Sobald eine Waldfläche verloren ist, genehmigt das Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen (Semarnat) die Umwidmung der Flächen für die Landwirtschaft. Vor diesem Hintergrund kritisieren zivilgesellschaftliche und Umweltorganisationen, dass für Tausende Hektar Anbaufläche keine Umweltgenehmigung vorliegt. Sie fordern, dass die Region überwacht wird, um Anbauflächen in Gebieten aufzuspüren, in denen landwirtschaftliche Nutzung verboten ist.

Avocadoanbau führt in Purépecha zu Bodenerosion

Eine der am stärksten von der Avocadoproduktion betroffenen Regionen ist Purépecha im Bundesstaat Michoacán. Hier haben sich die lokalen Gemeinden organisiert, um eine Landnutzungsänderung in ihren Wäldern zu verhindern. Die Gemeindebehörden berichteten infolge der Abholzung über Probleme mit Wasserknappheit und Bodenerosion sowie über das Eindringen in bewaldete Gebiete zur Anlage von Avocadoplantagen. Im Jahr 2018 wurden außerdem mehrere Todesfälle aufgrund von überlaufenden Flüssen und Dämmen gemeldet.

Die anhaltende Verschlechterung der Situation und die zunehmenden Konflikte im Bundesstaat wurden von der Beobachtungsstelle für sozioökologische Konflikte der Iberoamerikanischen Universität von Mexiko-Stadt (OCSA) dokumentiert. Die Untersuchung befasst sich mit der Dokumentation und Analyse von sozioökologischen Konflikten, die sich aus extraktivistischen Projekten ergeben.

Zwischen 2017 und 2020 verzeichnete die OCSA -“ basierend auf mehreren Berichten in der mexikanischen Presse -“ 32 Projekte im Zusammenhang mit Avocado-Monokulturen, von denen mindestens 17 illegal sind. In allen Berichten werden verschiedene Umweltauswirkungen genannt, wobei die häufigsten Umweltschäden das Wasser betreffen (17), gefolgt vom Boden (13) und der Biodiversität (4).

Diversifizierung der Anbauprodukte muss her

All diese Auswirkungen werden bei der Kommerzialisierung der Avocado unterschätzt oder ignoriert. Daher muss die wirtschaftliche Betrachtung auch die schädlichen Auswirkungen der Monokultur berücksichtigen. Und die Produktion muss diversifiziert werden.

Der Avocadoanbau schafft zwar in mehreren mexikanischen Bundesstaaten Arbeitsplätze, diese sind jedoch nicht gut bezahlt. Gleichzeitig verursacht die Art des Anbaus und der Produktion irreparable Schäden für die anliegenden Gemeinden und die Umwelt. Ein Ende der Monokulturen ist deshalb dringend geboten. Wir müssen zu agrarökologischen, nachhaltigen Alternativen übergehen, die die Gesundheit der Gemeinschaften und ihrer Böden respektieren.

Quelle: NPLA

Doku: Kampf ums Klima

Rekordhitze, Waldbrände und Überschwemmungen - die Folgen des Klimawandels sind längst spürbar. Doch während Wissenschaftler:innen immer lauter Alarm schlagen, kommt die Energiewende in Deutschland praktisch nicht voran.

IMI-Kongress 19./20. November 2022: Zeitenwenden. Ukraine-Krieg und Aufrüstung

Logo der IMIIm Jahr des russischen Angriffs auf die Ukraine wird sich der Kongress der Informationsstelle Militarisierung mit der Vorgeschichte des Konflikts und den Folgen insbesondere in Deutschland auseinandersetzen. Abseits der konkreten Gefechte und Frontverläufe wird der Krieg in der Ukraine als Konflikt der Großmächte und Stellvertreterkrieg analysiert und ein genauerer Blick auf westliche Sanktionen und Waffenlieferungen geworfen. Auch die zahlreichen Reformen der NATO- und Bundeswehrstrukturen und die Verwendung der deutlich erhöhten Rüstungsausgaben werden ausführlich aufgearbeitet. Schon jetzt ist zudem absehbar, dass interessierte Kreise auf eine Verstetigung des Bundeswehr-Sondervermögens drängen werden, eine Auseinandersetzung, die in wenigen Jahren von zentraler Bedeutung sein wird und auf die es bereits heute gilt, sich vorzubereiten. Wir wollen jedoch auch einen Blick auf die möglichen Alternativen werfen: Welche Konzepte bestehen für den gewaltfreien Widerstand gegen Krieg und Besatzung, welche „Sicherheitsarchitekturen“ können ein friedliches Zusammenleben in Europa ermöglichen und welche Aufgaben bestehen aktuell für die Friedensbewegung?

Der Kongress findet von Samstagmittag (19.11.) bis Sonntagnachmittag (20.11.) in der Hermann-Hepper-Halle in Tübingen, Westbahnhofstraße 23, statt. Die Räumlichkeiten sollten für alle Eventualitäten ausreichend Platz bieten. Über etwaige sonstige pandemiebedingte Auflagen informieren wir kurz vor Beginn des Kongresses auf dieser Seite: https://www.imi-online.de/2022/09/26/kongress2022/

IMI-Kongress 19./20. November 2022:
Zeitenwenden: Ukraine-Krieg und Aufrüstung
Ort: Hermann-Hepper-Halle, Westbahnhofstraße 23, 72072 Tübingen

Samstag 19. November: Ukraine, Russland, NATO und die Rückkehr der Machtpolitik

12h-12h15 Begrüßung

12h15-14h Ukraine-Krieg: Vorgeschichte, Interessen, Verlauf
- Auf Kollisionskurs: NATO, Russland und die Ukraine (Jürgen Wagner)
- Schwere Waffen und westliche Stellvertreter-Strategie (Claudia Haydt)

14h30-16h30 Die Auswirkungen des Krieges

Über den Tellerrand I:
- Konflikte um die Arktis (Ben Müller)
- Die Ostsee als NATO-Binnenmeer? (Merle Weber)

Über den Tellerrand II:
- Der Krieg und die Arabische Welt (Jacqueline Andres)
- Der Ukrainekrieg und der Globale Süden (Pablo Flock)

17h00-19h00 Alternativen
- Sand im Getriebe: Kriegsdienstverweigerung, Desertion und Asyl im Ukraine-Krieg (Franz Nadler)
- Soziale Verteidigung als Alternative (N.N)
- Konturen einer alternativen Sicherheitsarchitektur (René Jokisch)

Im Anschluss: Punk-Rock-Lyrik-Lesung -“ Make Punk Not War!

Sonntag 20. November: Zeitenwende Aufrüstung

10h-12h Das Sondervermögen: Projekte -“ Struktur -“ Ideologie
- 100 Mrd.: Das Gesetz und die Projekte (Tobias Pflüger)
- Der Totalumbau der Bundeswehr: Aufrüstung für Großmachtkriege (Martin Kirsch)
- Zeitenwende oder Kontinuität deutscher Militär- und Machtpolitik? (Jürgen Wagner)

12h15-12h45 Auf dem Weg zum Rüstungskomplex: Das Handbuch Rüstung (Andreas Seifert)

13h-14h30 Podium: Die Zeitenwende und die Folgen -“ Herausforderung für die sozialen Bewegungen

Kostenabwälzung der Corona-Pandemie, der Kosten für Ukrainekrieg und Aufrüstung und der Sanktionen gegen Russland, Inflation und Energiepreisexplosion, Schuldenbremse ab 2023 - Heißer Herbst?

Logo des Krisenbündnisses Stuttgart. Geballte Faust und der Text: "...nicht auf unserem Rücken! Sozialraub, Entlassungen, Gürtel enger schnallen? Wir zahlen nicht für Eure Krise!"Das Stuttgarter Krisenbündnis, Ver.di Stuttgart und Zukunftsforum Stuttgarter Gewerkschaften laden ein zum Politischen Brunch:

Referent: Willi Sabautzki, Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung e.V. (ISW)

Sonntag, 9. Oktober von 11:00 -“ 14:00 Uhr im Linken Zentrum „Lilo Herrmann“, Böblinger Str. 105, Stuttgart-Heslach

Es wird immer offensichtlicher: Die Zeche für Krieg und Krisen zahlen wir. Wir, die einfachen Leute, die Arbeiterinnen und Arbeiter, Handwerkerinnen und Handwerker, Angestellten, Arbeitslosen, kleinen Selbstständigen, Kleingewerbetreibenden, Geflüchteten und Armen. Wir, die diese Gesellschaft am Laufen halten, zahlen die Zeche, während sich die Superreichen und Großkonzerne die Taschen vollstopfen, Profite mit den Krisen machen und in den Weltraum fliegen. Wir sagen Schluss damit, da machen wir nicht länger mit. Wir nehmen das nicht länger hin.

Darüber wollen wir mit euch diskutieren und uns mit folgenden Themenstellungen beschäftigten:

  • Steht uns ein „Heißer Herbst“ bevor? Oder müssen wir selber dafür sorgen??

  • Reichen uns die verschiedenen Entlastungspakete der Bundesregierung? Oder müssen wir an den Ursachen für Inflation und Energiepreisexplosion ansetzen?

  • Was sind überhaupt deren Ursachen? Welche Rolle spielen dabei Krieg und Sanktionen? (Baerbock: „Wir wollen Russland ruinieren!“ -“ Nur Russland?)

  • Was können wir tun gegen das Abwälzen der Krisenlasten auf die arbeitende und lernende Bevölkerung, auf die Rentnerinnen und Rentner? Hilft uns dabei die neuerliche „Konzertierte Aktion“ von Bundesregierung, Arbeit-geberverbänden und Gewerkschaften?

  • Wohin führt die von Bundeskanzler Scholz ausgerufene „Zeitenwende“? 100 Mrd. € „Sondervermögen“ für Aufrüstung -“ warum nicht 100 Mrd. € für Soziales, Bildung und Klimaschutz?

  • Erleben wir eine weitere Drehung der Umverteilung-Spirale von Unten nach Oben?

Aber wir wollen natürlich nicht nur Fragen stellen, sondern auch gemeinsam Antworten diskutieren!

Genug ist genug -“ Protestieren, statt frieren -“ Heizung, Brot und Frieden

Damit wir planen können: bitte anmelden unter bz.stuttgart@verdi.de,
Betreff: Brunch 9. Oktober.

Quelle

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