trueten.de

»Jeder Tag ist Abschied, aber die Nacht ein Lied der Wiederkehr.« Oskar Werner

Kontokündigung wegen Antifa: Banken vollstrecken US-Politik in Deutschland

Das SharePic zeigt Den Text "Wegen Trumps Terrorliste? Banken kündigen der Roten Hilfe" Es folgen die Spiegelstriche Handschlag und der Text "Solidarisch bleiben." Zwei Fahnen "Antifaschistisch handeln." und ein Megafon "Mitglied werden!". Darunter "Wir sind alle Antifa" sowie das Logo der Roten Hilfe
SharePic - Bitte verbreiten!
Wenn Washington entscheidet, wer in Deutschland ein Konto bekommt: GLS-Bank und Sparkasse Göttingen kündigen der Roten Hilfe die Bankkonten, ohne sachlichen Grund. Die Kündigungen erfolgten kurz nach der US-Terrorlistung von „Antifa Ost“. Auch andere linke Organisationen sind von autoritären Durchgriffe per SWIFT mitten in Europa betroffen.

Innerhalb weniger Tage haben zwei Banken die Zusammenarbeit mit dem Verein Rote Hilfe e. V. beendet. Zunächst kündigte die Sparkasse Göttingen sämtliche Konten des Vereins, kurz darauf folgte die GLS Gemeinschaftsbank mit dem gleichen Schritt. Beide Institute – obwohl sie besondere gesellschaftliche Aufträge haben – wollen alle Konten der Roten Hilfe innerhalb von zwei Monaten auflösen. Die Sparkassen sind per Gesetz einem öffentlichen Versorgungsauftrag verpflichtet. Die GLS-Bank ist nicht nur ein sozial-ökologisch ausgerichtetes Bankinstitut, sie steht als Genossenschaftsbank in direkter Verantwortung gegenüber ihren Mitgliedern. Umso gravierender ist es in diesem Fall eine über viele Jahre bestehende Kundenbeziehung mit einem Genossenschaftsmitglied abrupt zu beenden.

Die Rote Hilfe ist eine seit über 100 Jahren bestehende bundesweit tätige, strömungsübergreifende linke Solidaritätsorganisation mit etwa 19.000 Mitgliedern. Sie unterstützt Menschen, die wegen ihres politischen Engagements von staatlicher Repression betroffen sind – durch Prozessbegleitung, Öffentlichkeitsarbeit und finanzielle Hilfe bei Repressionskosten.

Nach Einschätzung der Roten Hilfe stehen die zeitlich eng aufeinander folgenden Kündigungen in direktem Zusammenhang mit der Entscheidung der US-Regierung unter Donald Trump, die sogenannte „Antifa Ost“ als ausländische Terrororganisation zu listen. Diese Maßnahme hat keine Entsprechung im deutschen Recht und basiert auf einem einzelnen Strafverfahren mit äußerst fragwürdiger Beweislage. Die Bundesregierung hat die Einstufung nicht übernommen und mehrfach betont, dass von dem allein juristischen Konstrukt »Antifa Ost« keine erhebliche Gefährdung ausgehe. Dennoch entfaltet die US-Entscheidung faktisch globale Wirkung.

Banken, die mit Personen oder Organisationen aus US-Terrorlisten in Verbindung stehen, drohen Sanktionen bis hin zum Ausschluss aus dem internationalen Zahlungsnetzwerk SWIFT. Diese Infrastruktur gilt als technisch neutral und unterliegt EU-Recht, folgt aber aufgrund der Dominanz des US-Dollars in der Praxis außenpolitischen Vorgaben der USA. Dieser Druck trifft auch die deutsche Gesellschaft. Jetzt ist es eine deutsche linke Solidaritätsorganisation – und zwei Banken beugen sich ohne erkennbare rechtliche Notwendigkeit. Die Rote Hilfe prüft juristische Schritte, um gegen die Kündigungen vorzugehen.

Die Rote Hilfe bewertet diese Entwicklung als besorgniserregendes Zeichen dafür, dass autoritäre Politik zunehmend über technische und wirtschaftliche Infrastrukturen durchgesetzt wird. Dass sich eine genossenschaftlich organisierte Bank wie die GLS, die sich selbst soziale Verantwortung auf die Fahnen schreibt, diesem Mechanismus anschließt, linken Organisationen kündigt und die Opposition schwächt, wirft grundlegende Fragen zur Glaubwürdigkeit solcher Selbstverpflichtungen auf.

Obwohl keine juristische Grundlage für eine Gleichsetzung mit terroristischen Vereinigungen besteht, werden zivilgesellschaftliche Organisationen nicht vor den Folgen geschützt und können sich nur schwer wehren. Es entsteht ein rechtsfreier Raum, in dem politische Deutungen einer US-Regierung faktisch die deutsche Zivilgesellschaft treffen können. Die Rote Hilfe weist darauf hin, dass sich dieser Mechanismus nicht auf den eigenen Fall beschränkt. Bereits in der vergangenen Woche wurde die Kündigung der Konten der DKP sowie von Anarchist Black Cross durch die GLS-Bank öffentlich. Auch Gruppen der Klimagerechtigkeitsbewegung wurden die Bankkonten gekündigt.
Hartmut Brückner vom Bundesvorstand der Roten Hilfe sagt dazu: »Heute trifft es unseren Verein – doch wer steht morgen im Visier, wenn dieser Trend ungebremst weitergeht? Wenn die ultrarechte Agenda in den USA weiter an Einfluss gewinnt, könnten auch andere progressive Initiativen und marginalisierte Gruppen ins Fadenkreuz geraten. Man stelle sich vor, konservative Kräfte in den USA erklären etwa Schwangerenberatungsstellen oder queere Organisationen zu ›terroristischen‹ Feindbildern – würden unsere Banken dann ebenso bereitwillig deren Konten kündigen? Was absurd klingt, rückt leider in den Bereich des Möglichen, wenn wir diese Entwicklung nicht gemeinsam stoppen.«

Brückner weiter: »Wir rufen die progressiven Kräfte in diesem Land dazu auf, an unserer Seite zu stehen, um auch weiterhin für eine bessere Gesellschaft zu kämpfen, unabhängig von US-amerikanischer Einmischung und gegen die global agierende Rechte.«

Jetzt Rote Hilfe-Mitglied werden

Quelle: Pressemitteilung Rote Hilfe, 23.12.2025

Anatole France zum neuen Grundsicherungsgeld

Die Zeichnung zeigt zwei Menschen und einen Hund, die im Schnee um eine Feuertonne stehen und sich die Hände wärmen. Im Hintergrund links eine Hütte, rechts davon ein größeres Haus mit einem beleuchteten Fenster, einem rauchenden Kamin und einer Zisterne auf dem Dach und die Brooklyn Bridge, die sich über die Szene spannt.
"Under Bridges" von Eric Drooker
„Das Gesetz
in seiner erhabenen Gleichheit
verbietet es
Reichen wie Armen,
unter den Brücken
zu schlafen,
auf den Straßen
zu betteln
und Brot
zu stehlen.“


(Anatole France)

Buchtipp: Gustav Landauer: Abschaffung des Kriegs durch Selbstbestimmung

Das Buchcover zeigt ein Foto von Gustav Landauer sowie Titel und weitere Angaben
Buchcover
"Die Lungenentzündung beizubehalten, das Fieber aber abzuschaffen geht nicht; die Staaten existieren zu lassen, mit dem Krieg aber aufzuhören, ist unmöglich." (Gustav Landauer: Vom Krieg, 1913)

Im Zentrum der hier vorgelegten Auswahl steht der Band "Rechenschaft". Unter diesem Titel hat Gustav Landauer im März 1918 seine seit 1909 gegen den Krieg geschriebenen Aufsätze zusammengefasst, um sie gleich nach dessen Ende erscheinen zu lassen.

Zwei kleinere Abteilungen gehen voran. Zum einen vier 'Wegtexte' aus den Jahren 1901 bis 1915, in denen Landauer Fragen von Gewalt und Gewaltlosigkeit diskutiert, sich mit seinem Judentum auseinandersetzt oder in gedrängter Form sein antipolitisches Projekt umreißt; zum anderen einige Texte, welche die Themen Gewaltlosigkeit, Militarismus und Militärdienst behandeln, aber außerhalb der Sammlung "Rechenschaft" stehen und zudem durch einen direkten oder indirekten Bezug auf Tolstoi zusammengehalten werden. In einem weiteren Abschnitt werden exemplarische Wortmeldungen und Briefe Landauers aus den Zeiten von Krieg und Revolution dargeboten.

Ein Anhang enthält u.a. Gedichte von Landauers Lebensgefährtin Hedwig Lachmann (1865-1918), Texte von Erich Mühsam (1920) und Emil Julius Gumbel (1924) sowie eine "Chronologie zu Leben und Werk Gustav Landauers" von Dr. Siegbert Wolf. Die Einleitung hat Jan Rolletschek verfasst.

edition pace.
Gustav Landauer: Abschaffung des Kriegs durch Selbstbestimmung.
Ausgewählte Texte 1895-1919. Bearbeitet von Peter Bürger und Jan Rolletschek.
(= edition pace 41 ǀ Regal: Pazifisten & Antimilitaristen aus jüdischen Familien 14).
Hamburg: BoD 2025. (ISBN: 978-3-8192-4282-3; Paperback; 376 Seiten; 15,99 €).

152.000 Abgeschobene seit Trumps Amtsbeginn

Grenzabschnitt zwischen USA und Mexiko. Foto: BBC World Service via flickr, CC BY-NC 2.0.
Grenzabschnitt zwischen USA und Mexiko. Foto: BBC World Service via flickr, CC BY-NC 2.0.
(Mexiko-Stadt, 10. Dezember 2025, Prensa Latina).- Mexiko hat seit Beginn der Amtszeit des US-Präsidenten Donald Trump 152.592 aus den USA abgeschobene Personen aufgenommen, teilte die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum mit.

„Seit dem 20. Januar [wurden] 152.592 Personen [abgeschoben], darunter 140.706 Mexikaner*innen und 11.886 Ausländer*innen“, erklärte die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum während ihrer üblichen Pressekonferenz im Nationalpalast.

Die Regierungschefin bekräftigte ihre Ablehnung der Razzien gegen Migrant*innen im nördlichen Nachbarland und betonte, sie habe diese Ablehnung persönlich gegenüber ihrem Amtskollegen in den Vereinigten Staaten und Außenminister Marco Rubio zum Ausdruck gebracht.

„Wir haben zahlreiche diplomatische Stellungnahmen zu konkreten Fällen und allgemein über die Behandlung verfasst, die Migrant*innen, insbesondere Mexikaner*innen, erleben. Auf allen diplomatischen Kanälen haben wir unsere Missbilligung gegenüber dieser Art der Festnahme von Migrant*innen zum Ausdruck gebracht”, erklärte sie.

Die Präsidentin betonte, dass ihre Landsleute im nördlichen Nachbarland keine Kriminellen seien, sondern ehrliche Menschen, deren Ziel es sei, ihren Familien in Mexiko zu helfen und dabei gleichzeitig einen Beitrag zur Wirtschaft und Gesellschaft der USA leisten.

Sie erinnerte an die Verstärkung der Maßnahmen zur Unterstützung von Migrant*innen im Falle einer Festnahme, darunter Rechtsberatung und die Anweisung der Konsulate, eine kontinuierliche Begleitung zu gewährleisten, um die Achtung ihrer Menschenrechte zu garantieren.

Darüber hinaus erwähnte sie die Rückführungsstrategie „México te abraza” (Mexiko umarmt dich), mit der die Regierung umfassende Unterstützung für diejenigen bietet, die in Mexiko ankommen. Dazu gehören medizinische Versorgung, Transport in ihre Herkunftsorte, Stellenangebote und Zugang zu Sozialprogrammen.

Übersetzung: Antonia Mitko
Quelle: NPLA

Hohe Kosten wegen Klage gegen Bürgerinitiative Grünheide

Das Sharepic zeigt den Text: "#Protect the Protest - Hohe Kosten wegen Klage gegen Bürgerinitiative Grünheide - Spendet Geld - Infos zur Klage hier"
Soli - SharePic

Spendet Geld!

Bericht vom Gerichtsprozess:


  • Beweise und Zeugenaussagen der BI wurden ignoriert
  • Machtverhältnisse im Gericht:
    • die BI arbeitet ehrenamtlich und hat wenig Geld
    • der Bürgermeister hat deutlich mehr Ressourcen
    • das Urteil ist unverhältnismäßig
  • -> BI hat nun 15.000€ an Kosten

Spendet für die BI Grünheide:

Verein für Natur und Landschaft in Brandenburg e.V.
IBAN: DE73 8306 5408 0004 2584 87
BIC: GENODEF1SLR
VR Bank Altenburger Land

Hintergrund:

Seit der Ansiedlung von Tesla in Grünheide hat die Bürgerinitiative Grünheide und der Verein für Natur und Landschaft in Brandenburg e.V. (VNLB) immer wieder Probleme durch Tesla in die Öffentlichkeit gebracht und aufgezeigt, wie die Politik Tesla den roten Teppich ausgerollt hat. Insbesondere im Konflikt um Trinkwasser.

Ein Lokalpolitiker hat diese Aufklärungsarbeit durch eine Klage massiv erschwert. Wir bezeichnen die Klage als SLAPP. So wird die Bürgerinitative nun in ihrer Arbeit eingeschränkt. Hohe Gerichtskosten stehen an für die Bürgerinitiative

SLAPP

Solche Klagen sind nicht selten und werden SLAPP genannt: Mit SLAPPs (Strategic Lawsuits Against Public Participation) verklagen mächtige Akteur*innen, Journalist*innen, andere kritische Personen oder Gruppen. Bei diesen Angriffen geht es weniger um eine tatsächliche Rechtsverletzung. Vielmehr geht es darum, kritische Berichterstattung zu verhindern und einzuschüchtern.

Quelle: Tesla den Hahn abdrehen – Bündnis für Wasserschutz und Mobilitätswende

Berlin: Krieg dem System - ACAB

Das Foto von © Björn Obmann zeigt die Demo vor dem Haus Scharnweberstr. 38 mit mehrreihigem Bullenspalier und einer Reihe von Seitentransparenten. Darüber dramatischer Himmel.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Rund 1.000 Menschen zogen am 13. Dezember 2025 unter dem Motto „Krieg dem System – ACAB“ gegen Polizeigewalt, Krieg und in Solidarität mit Gaza durch Friedrichshain. Die Polizei war mit einem massiven Aufgebot und über 500 Beamten dabei. Die Demostrecke ging vorbei an der Wedekind-Wache, wo es wiederholt zu Polizeigewalt kam. Am Haus, in dem Maria von Polizisten getötet wurde gab es laute Sprechchöre und Pyro. Die Polizei stoppte die Demo vorläufig. Später ging es u.a. auch an dem linken Hausprojekt Scharni vorbei. Hier riefen Demonstrant:innen Parolen gegen Antideutsche und forderten eine Distanzierung von ihnen. In der Rigaer Straße stoppte die Polizei die Demo erneut und griff unprovoziert die Demospitze brutal an und löste die Demo auf. 20 Menschen wurden festgenommen. Trotz der Auflösung der Demo war es insgesamt eine laute und kraftvolle Demo, die immer wieder mit Pyro von Dächern und in Seitenstraßen gegrüßt wurde.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv

Weitere Ereignisse zu diesem Thema
Links

Neuerscheinung: Martin Veith: Die anarchistisch-syndikalistische Arbeiter:innenbewegung in Rumänien

Das Buchcover zeigt verschiedene historische Fotos und Zeitungen aus der rumänischen Geschichte
Martin Veith: „Heute gehört die Welt wenigen. Morgen allen!“ Antikapitalistische Kämpfe und die anarchistisch-syndikalistische Arbeiter:innenbewegung in Rumänien bis 1914. Edition Syfo Nr. 12. Herausgegeben vom Institut für Syndikalismusforschung | November 2025 | 52 Seiten | A5 | Spendenempfehlung 5€ (+ Porto)

„Heute gehört die Welt wenigen. Morgen allen!“ Antikapitalistische Kämpfe und die anarchistisch-syndikalistische Arbeiter:innenbewegung in Rumänien bis 1914.

Dieser Text bietet einen fundierten und komprimierten Überblick zur Geschichte des Anarcho-Syndikalismus in Rumänien. Über gesellschaftlich bedeutende Arbeits- und Klassenkämpfe wird berichtet, anarcho-syndikalistische Protagonist:innen vorgestellt. Syndikalistische Hochburgen wie Câmpina und das Prahovatal sowie die Hafen- und Handelsstädte Brăila und Galați beleuchtet. Die Zeitspanne reicht von der Entstehung um 1900 über seine Hochzeit um 1911 bis zum Vorabend des Ersten Weltkriegs und der sozialen Revolution im Russischen Zarenreich.

Ebenso wie in anderen Ländern, wurde die revolutionäre Arbeiter:innenbewegung und anarcho-syndikalistische und anarchistische Bewegung in Rumänien von einem repressiven Staat blutig bekämpft. Marxisten agierten mit Verleumdungen, Verboten, Ausgrenzung und Zensur innerhalb der Gewerkschafts- und Arbeiter:innenbewegung, um den Einfluss des Anarcho-Syndikalismus zu schwächen. Auf den Punkt gebracht kommentierte der Anarcho-Syndikalist Grigore Constantinescu aus Galați dieses Verhalten mit den Worten: „Die üblen Verleumdungen gegen uns liegen darin begründet, dass wir keine Sozialdemokraten sind, keine Heuchler, keine Politiker, die aus dem Elend der Arbeiter ihren Profit schlagen, sondern Arbeiter, die sich um ihre eigenen Interessen kümmern.“

Das Ziel des Anarcho-Syndikalismus ist eine freie Gesellschaft, basierend auf bedarfsorientierter Produktion und Verteilung durch die Selbstorganisation der Arbeitenden in ihren Gewerkschaften, föderalistischer betrieblicher und gesellschaftlicher Selbstverwaltung und Solidarität, menschenwürdigen, umweltfreundlichen Arbeitsbedingungen und der Freiheit und Selbstbestimmung des Individuums.

Quellenangaben und Hinweise auf weiterführende Literatur laden zur intensiveren Auseinandersetzung mit dem Anarchismus und Anarcho-Syndikalismus in Rumänien ein.

Der Verfasser Martin Veith forscht seit vielen Jahren zu diesem Bereich und ist Autor mehrerer Sachbücher, Studien und Artikel zur Geschichte von Anarchismus, Anarcho-Syndikalismus, der rumänischen Arbeiter:innenbewegung und Gesellschaft.

Inhaltsverzeichnis:
Zwei „Generationen“ der Arbeiterbewegung
Sammelbewegung Comisia Generală a Sindicatelor din România und România Muncitoare
Minderheitenbewegung
Die zwei Strömungen des Anarcho-Syndikalismus
Gesellschaftliche Realitäten
Hochburg des revolutionären Syndikalismus – Câmpina
Arbeit als Hölle auf Erden
Hochburgen des revolutionären Syndikalismus: Brăila und Galați
Marxisten für Rationalisierungsmaßnahmen – Revolutionäre Syndikalisten für die Arbeiter
Der Kampf gegen die Lastkräne – Vorbote einer sozialen Revolution?
Militär besetzt den Hafen, terrorisiert Wohnquartiere und nimmt Zwangsarbeiter
Die Transportarbeitergewerkschaft propagiert die Volksbewaffnung und das Milizensystem
Ein Fazit zu diesen Kämpfen
Rumänien und der Anarcho-Syndikalismus – ein kurzes Fazit

Martin Veith: „Heute gehört die Welt wenigen. Morgen allen!“ Antikapitalistische Kämpfe und die anarchistisch-syndikalistische Arbeiter:innenbewegung in Rumänien bis 1914. Edition Syfo Nr. 12. Herausgegeben vom Institut für Syndikalismusforschung | November 2025 | 52 Seiten | A5 | Spendenempfehlung 5€ (+ Porto)

Kostenlos als PDF

Freiburg: Gedenken an Mahdi

Das SharePic zum Gedenken 2025 zeigt 3 Mohnblumenblüten sowie Angaben zum Gedenken
SharePic zum Gedenken 2025
“Ich wünschte, es wäre alles nur ein Traum und ich könnte Mahdi persönlich sagen, wie stolz ich auf ihn bin.” - Zouleikha (Schwester & Nebenklägerin)

Gedenken an Mahdi ben Nacer
Do, 18.12.2025, 17-19 Uhr
Platz der Alten Synagoge, Freiburg


Mahdi ben Nacer wurde am 23.12.2023 von einem Rassisten in Rickenbach (Landkreis Waldshut) erschossen, dessen Körper zerstückelt und in den Rhein geworfen. Neben der katastrophalen "Aufarbeitung" des Falls und der Ignoranz der Justiz gegenüber der deutlichen Hinweisen auf rassistische Motive, wurde der Täter wegen Totschlags zu 6 Jahren und 7 Monaten Haft verurteilt. Aber Mahdi’s Familie gibt nicht auf: in Kürze entscheidet der BGH Karlsruhe, ob der Fall neu verhandelt wird.

Der Mord an Mahdi ist nun fast zwei Jahre her. Wir werden an ihn erinnern, so dass er nie in Vergessenheit gerät. Zouleikha freut sich, euch am 18.12. um 17 Uhr am Platz der Alten Synagoge zu sehen. Lasst uns Mahdi würdevoll gedenken!

Mehr Informationen

Neues Factsheet: Gefährliches Engagement - Menschenrechtsverteidiger*innen in Mexiko

Der Screenshoit zeigt einen Ausschnitt aus dem Factsheet
Ausschnitt aus dem vierseitigen FactSheet
Zum Internationalen Tag der Menschenrechtsverteidiger*innen (9. Dezember) veröffentlicht die Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko ein Factsheet mit Hintergrundinformationen und politischen Handlungsempfehlungen für einen besseren Schutz der Aktivist*innen.

In einem Land mit einer der höchsten Gewaltraten weltweit leisten Mexikos Menschenrechts-verteidiger*innen eine unverzichtbare Arbeit: Sie setzen sich dafür ein, dass die Suche nach über 130.000 Verschwundenen vorankommt, prangern Verstrickungen zwischen Politik und organisiertem Verbrechen an oder bringen schwere Menschenrechtsverletzungen ans Licht, über die die breite Öffentlichkeit sonst womöglich nie etwas erfahren hätte.

Doch wer Menschenrechtsverletzungen offen benennt und Gerechtigkeit fordert, gerät oft in den Fokus der Verantwortlichen und Täter*innen, die Aufklärung und strafrechtliche Konsequenzen verhindern wollen. Nach Zahlen des zivilgesellschaftlichen Netzwerks Espacio OSC wurden in Mexiko seit 2016 mindestens 177 Menschenrechtsverteidiger*innen mutmaßlich im Zusammenhang mit ihrem Engagement ermordet, 37 wurden Opfer gewaltsamen Verschwindenlassens. Diesen schweren Gewaltverbrechen gehen oftmals Todesdrohungen, tätliche Angriffe, Diffamierungen oder Versuche der Kriminalisierung voraus.

Was kann unternommen werden, um Menschenrechtsverteidiger*innen in dieser gefährlichen Gesamtlage besser gegen Angriffe zu schützen und Diffamierungen sowie unrechtmäßiger juristischer Verfolgung ein Ende zu setzen?

Zum Factsheet „Gefährliches Engagement: Menschenrechtsverteidiger*innen in Mexiko“

Quelle:
Deutsche Menschenrechtskoordination Mexiko / Coordinación Alemana por los Derechos Humanos en México
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Str. 4
10405 Berlin
Deutschland


Die Kriegslogik durchbrechen! Graswurzelrevolutionäre Stimmen zum Gaza-Krieg

Das Buchcover zeigt eine Person, die eine Kerze anzündet. Dahinter ein Transparent mit dem Text "Palestinians and Jews for Peace"
Bernd Drücke (Hg.)
Die Kriegslogik durchbrechen!
Graswurzelrevolutionäre Stimmen zum Gaza-Krieg
14,90 € beim Verlag
Der Sammelband 'Kriegslogik durchbrechen' soll dazu beitragen, dass politische Diskussionen in einem Klima geführt werden können, das nicht von Einschüchterung geprägt ist. Zu Wort kommen Menschen, die sich für Aussöhnung und eine solidarische Gesellschaft jenseits von Nationalismus, Herrschaft und Gewalt einsetzen. Die Aktivist*innen u.a. von New Profile, Combatants for Peace und Palestinians and Jews for Peace weigern sich, Feinde zu sein. Sie solidarisieren sich mit den Geiseln, den Angehörigen der Opfer von Gewalt in Israel und Palästina, den Geflüchteten und Menschen, die sich dem Mord auf Kommando verweigern. Sie stellen sich sowohl gegen den Terror der islamistischen Hamas als auch gegen den der extrem rechten Netanjahu-Regierung.

Das Buch dokumentiert Beiträge, die vom 7. Oktober 2023 bis zum (mittlerweile gebrochenen) Waffenstillstand am 19. Januar 2025 in der Monatszeitschrift Graswurzelrevolution (GWR) erschienen sind, sowie ein aktuelles Geleitwort von Moshe Zuckermann und einen Beitrag aus der GWR 500 vom Sommer 2025 als Nachtrag.

Wann: Freitag 12. Dezember um 20 Uhr
Wo: Buchladen Schwarze Risse, Gneisenaustr. 2a, 2. Hinterhof, Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: frei!



cronjob