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»The boundaries which divide Life from Death are at best shadowy and vague. Who shall say where the one ends, and where the other begins?« Edgar Allan Poe

Blogkino: Zatoichi Challenged - Zatōichi chikemurikaidō (1967)

Heute zeigen wir in unserer Reihe Blogkino die Fortsetzung der Zatōichi Serie mit dem siebzehnten Teil der Reihe: Zatoichi Challenged - Zatōichi chikemurikaidō. Der Plot: Nachdem ein Künstler von den Yakuza bedroht wird, wertvolle, aber höchst illegale Pornografie zu kreieren, sieht das Gesetz vor, ihn hinzurichten. Zatoichi, der den Mann und seine Familie zu beschützen hatte, muss nun gegen das Gesetz verstoßen.


Blogkino: Zatoichi the Outlaw - Zatōichi rōyaburi (1967)

Heute zeigen wir in unserer Reihe Blogkino die Fortsetzung der Zatōichi Serie mit dem sechzehnten Teil der Reihe: Zatoichi the Outlaw - Zatōichi rōyaburi. Die Handlung: In einer Stadt, in der schuldengeplagte Bauern rücksichtslos ausgebeutet werden, ist Zatoichi gezwungen, Partei zwischen einem grausamen Yakuza-Boss und seinem scheinbar altruistischen Rivalen zu ergreifen.


Toshiro Mifune zum 106. Geburtstag

Akira Kurosawa (links) und Toshiro Mifune bei Testaufnahmen zu "Yojimbo" (Der Leibwächter), 1961
Akira Kurosawa (links) und Toshiro Mifune bei Testaufnahmen zu "Yojimbo" (Der Leibwächter), 1961
Foto: キネマ旬報社, Public domain, via Wikimedia Commons
Heute gedenken wir Toshiro Mifune an seinem 106. Geburtstag

„Ich bin auf nichts stolz, was ich getan habe, außer auf das, was ich mit ihm gemacht habe.“
Toshirō Mifune (japanisch 三船 敏郎 Mifune Toshirō, * 1. April 1920 in Qingdao, Republik China; † 24. Dezember 1997 in Tokio) über Akira Kurosawa

Blogkino: Zatoichi's Cane Sword - Zatōichi tekka-tabi (1967)

Heute zeigen wir in unserer Reihe Blogkino die Fortsetzung der Zatōichi Serie mit dem fünfzehnten Teil der Reihe:  Zatoichi's Cane Sword - Zatōichi tekka-tabi. Der Plot: Auf seiner Reise trifft Zatoichi auf einen sterbenden Gangsterboss namens Shotaro. In einer nahegelegenen Stadt, die von der Bande des Bosses Iwagoro überrannt wurde, stört Zatoichi den Glücksspielbetrug der Gangster und versteckt sich bei Senzo, dem Schmied der Stadt. Senzo entpuppt sich als Lehrling des Meerschmieds, der Zatoichis Stock-Schwert geschmiedet hat. Senzo entdeckt einen Riss in der Klinge und warnt ihn, dass sie nach einem weiteren Mord zerbrechen wird...


Stagehands hinter Berlins größten Bühnen fordern faire Arbeitsbedingungen

Das SharePic zeigt zwei Bühnenarbeiter*Innen, die eine Traverse tragen, dazu der Text "Stagehands hinter Berlins größten Bühnen fordern faire Arbeitsbedingungen".  Dazu das Logo der FAU
Stagehands Logo
Die Arbeiter*innen des Veranstaltungsunternehmens „36 Stage XL GmbH“ wehren sich gegen unsichere Arbeitsbedingungen. Die selbstorganisierte Betriebsgruppe innerhalb der Gewerkschaft FAU Berlin fordert Verbesserungen hinsichtlich der Arbeitssicherheit und feste Arbeitsverträge. Bislang schweigt 36 Stage XL zu diesen Forderungen.

Ein großer Teil der Belegschaft arbeitet auf Basis eines Rahmenvertrags, der eine sogenannte „unständige Beschäftigung“ vorsieht. Germán G., einer der Arbeiter*innen, erläutert dazu: „Wir wissen nie, wie viel Geld wir am Ende des Monats haben werden. Es gibt keine Garantie für Arbeitsstunden. Es gibt keine durchgängige Krankenversicherung, keinen bezahlten Urlaub, keine bezahlte Krankschreibung.“

Ein Sprecher der FAU Berlin erklärt: „Uns liegen Hinweise vor, dass solche Verträge möglicherweise illegal sind. Wir werden sie daher vor Gericht anfechten.“

Darüber hinaus sind die Beschäftigten von 36 Stage XL weiteren Risiken ausgesetzt: Vojta C., ein ehemaliger Arbeiter, betont: „Unsere Gesundheit ist ständig gefährdet gewesen. Ich kenne niemanden, der oder die ein Sicherheitstraining oder bezahlte Schutzausrüstung erhalten hat. Es gab mehrere schwere Unfälle, wobei fast niemand der Verletzten Zahlungen für die Schäden erhalten halt.“

Die Mitarbeiter*innen haben sich in der Vergangenheit bereits an den Arbeitgeber gewandt, um eine Verbesserung der Situation zu erreichen, jedoch ohne wahrnehmbaren Effekt. Vor zwei Jahren haben sie begonnen, sich als Betriebsgruppe in der FAU Berlin zu organisieren.

„Als FAU Berlin erwarten wir von 36 Stage XL, dass unsere Forderungen unverzüglich erfüllt werden. Die unsicheren Beschäftigungsverhältnisse und die Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz müssen ein Ende haben“, erklärt ein Sprecher der FAU Berlin.

Mehr als 100 Arbeiter*innen sind bei 36 Stage XL beschäftigt. Auf den bekanntesten Bühnen in Berlin, darunter die Uber Arena und das Olympiastadion, ermöglichen sie Shows so berühmter Künstler*innen wie Marylin Manson, Lady Gaga oder Katy Perry. Zur alltäglichen Arbeit gehört das Heben und Tragen schwerer Bühnenkomponenten.

Kernforderungen
  • Einhaltung rechtlicher Vorgaben (u.a.: pünktliche und vollständige Lohnzahlungen, Bezahlung von Urlaubszeit und im Krankheitsfall, Maßnahmen für Arbeitssicherheit am Arbeitsplatz)
  • Das Recht für alle Beschäftigten auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag oberhalb eines Mini-Job-Vertrags
  • Eine Lohnerhöhung von 2,50 Euro pro Stunde
  • Schutz vor Diskriminierung und Belästigung am Arbeitsplatz
  • Übernahme der Kosten für An- und Abfahrt zum bzw. vom Einsatzort


Zeitleiste
Sommer 2023: Erste Klage gegen 36 Stage XL wegen der Kündigung eines FAU Mitglieds
Mai 2024: Gründung der Betriebsgruppe
Juni 2025: Die Website „Stage Workers United“ geht online
Dezember 2025: Ein FAU-Mitglied wird nachdem es ausstehenden Lohn gerichtlich einforderte entlassen
6. Februar 2026: Erstes Forderungsschreiben an die Geschäftsleitung, in dem Verhandlungen über die Verbesserung der unsicheren Arbeitsbedingungen, gefordert werden
20. Februar 2026: Zweites Forderungsschreiben an die Geschäftsleitung, in dem erneut Verhandlungen gefordert und die Veröffentlichung der Forderungen gegenüber allen Beschäftigten sowie der Öffentlichkeit angekündigt werden
9. März 2026: Offener Brief an alle Beschäftigten
11. März 2026: Drittes Schreiben an die Geschäftsleitung, in dem diese über den Offenen Brief informiert wird und die Forderungen nach Verhandlungen erneut bekräftigt werden
30. März: Arbeitskonflikt wird publik gemacht

Quelle: FAU Berlin, 30. März 2026

Jeden Tag was Neues

Das Foto zeigt ein verlassenes Ladengeschäft, über dessen Eingang ein Transparent mit dem Text "Bitte Kneipe" hängt. Darunter der frühere Schriftzug "Heinrich Zille-Apotheke". Einige Graffititags verzieren die Schaufensterscheiben
Foto: © Monika von Wegerer via Umbruch Bildarchiv

Wenn man außergewöhnliches oder skurriles entdecken möchte, ist Berlin absolut der richtige Ort. Immer werde ich bei Spaziergängen durch die Stadt von sehenswertem, schrägem oder einfach originellem überrascht. Auch meine Kamera hat ein Auge dafür.

Diese Bilder entstanden in den Jahren 2015-2025.

Weitere Ereignisse zu diesem Thema
Links

This Saturday: All Out for No Kings Day 3!

Die Grafik zeigt eine durchgestrichene Krone sowie den Text "No Kings - No illegal Wars"
Die Grafik zeigt eine durchgestrichene Krone sowie den Text "No Kings - No illegal Wars"
Masked secret police are terrorizing our communities. An illegal, catastrophic war is putting us in danger and driving up our costs of living. Attacks on our freedom of speech, our civil rights, and our freedom to vote are happening on a daily basis. Costs are pushing families to the brink. #Trump is acting like a tyrant. But this is America, and power belongs to the people - not to wannabe kings or their billionaire cronies.

This Saturday, March 28th, we will show up together to demand, No Kings!


Please plan to join what promises to be the largest democracy, human rights, and peace demonstration in U.S. history. More than 3,000 events are planned.

FIND A NO KINGS EVENT NEAR YOU!

As President Trump escalates his attempts to control us, it is on us, the people, to show that we will fight to protect one another and our country. If he believes we will roll over and allow him to take our freedoms, he is mistaken. We are coming together on March 28 across issues, ages, races, and religions, because we know we can overcome this repression when we unite.



(In #Germany also in #Munich / #München #Nuremberg / #Nürnberg #Frankfurt #Wiesbaden #Düsseldorf #Bremen & #Hamburg)

#NoKings! #NoWars! #NoNukes! #NoICE


Buchtipp: Die vielköpfige Hydra. Die verborgene Geschichte des revolutionären Atlantiks - 3. Auflage

Das Buchcover zeigt eine Hydra, die auf Kronen sitzt und diese frisst Dazu Angaben zum Buch
Buchcover
Eine absolute Leseempfehlung und nach einiger Zeit jetzt endlich wieder in der 3. Neuauflage erschienen: Die amerikanischen Historiker Peter Linebaugh und Marcus Rediker beleuchten in ihrem international gefeierten Standardwerk die Ursprünge und den atemberaubenden Aufstieg des frühen globalen Kapitalismus im Gebiet des englisch dominierten Atlantiks vom Ende des 16. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, ohne den die Welt, wie sie heute ist, nicht zu verstehen ist.

Im Gegensatz zur gängigen Geschichtsschreibung stellen die Autoren die Perspektive der multi-ethnischen Proletarier, die der erlittenen Gewalt etwas entgegenzusetzen versuchten, in den Mittelpunkt ihrer Untersuchung. Es ist dies die Geschichte der verarmten Massen, der Seeleute und Sklaven, der Schuldknechte, der einfachen Frauen, der marginalisierten Arbeiter und Bauern. Sie treten hier als politische Subjekte in Erscheinung, anstatt als unberechenbare und politisch naive Masse abgetan zu werden, die den Gang der Geschichte durch plan- und hoffnungslose Revolten vorübergehend aufhielt.

Aus einer Fülle historischer Überlieferungen rekonstruieren die Autoren Aufstände, Streiks und Meutereien gegen das gewaltige Kolonialisierungs- und Siedlungsprojekt des Empire. Landlose, Sklaven und Entrechtete entwickelten Formen kooperativer Widerständigkeit, ohne dass dabei Fragen von nationaler Herkunft, Hautfarbe oder Geschlecht eine bestimmende Rolle spielten. Die Deklassierten entwarfen durchaus eigene Entwürfe eines besseren Lebens. In den Augen der Obrigkeit handelte es sich bei dieser unberechenbaren amorphen Unterschicht um eine »vielköpfige Hydra«, der für jeden abgeschlagenen Kopf zwei neue wuchsen.

Dieses außergewöhnliche und glänzend geschriebene Werk zeichnet die untergründige Geschichte des transatlantischen Empires nach und rückt die revoltierenden Heerscharen afrikanischer Sklaven, städtischer Proletarier, der Piraten und Indigenen der Karibik in den Mittelpunkt. Im angelsächsischen Raum gilt es als Klassiker der neueren Labor History. Im Jahr 2001 wurde es mit dem International Labor History Award ausgezeichnet.

Peter Linebaugh & Marcus Rediker
Die vielköpfige Hydra
Die verborgene Geschichte des revolutionären Atlantiks
Aus dem Englischen von Sabine Bartel
ISBN 978-3-86241-489-5, 480 Seiten, Paperback, 24 Euro

Verlagsinformation


Fenian Bastards oder: Das enttäuschende Erbe der irischstämmigen Amerikaner

Ich bin nicht besonders stolz darauf, irischstämmiger Amerikaner zu sein. Wenn du mich kennst, mag dich das überraschen – ich rede ständig über meine irischen Wurzeln und darüber, dass die Iren seit 800 Jahren dafür kämpfen, sich vom kolonialen Joch zu befreien.

Ich habe das ganz klar – und ein bisschen peinlicherweise – zu einem ziemlich großen Teil meiner Persönlichkeit gemacht. Es ist nicht der irische Teil des Irisch-Amerikanischseins, auf den ich nicht stolz bin, sondern der amerikanische Teil, und wo diese beiden Wörter aufeinandertreffen.

Um es ganz offen zu sagen: Wir irisch-amerikanischen Leute haben es echt vermasselt. In Irland waren wir Revolutionäre. In Amerika waren wir Polizisten, Kolonisatoren und Rassenunruhestifter. Wir haben den Pakt mit dem Teufel geschlossen, sobald wir konnten, und unser Erbe und unsere Sprache gegen Weißsein und verwässerte Kulturreste eingetauscht, die wie grünes Bier und Kleeblätter aussehen.

Ich sage „wir“, als wäre ich nicht erst mehrere Generationen später in diese Situation hineingeboren worden, als hätte meine Großmutter die Muttersprache ihrer Eltern kaum gesprochen. Sie wurde (natürlich) in Boston als Tochter von Einwanderern aus Galway geboren, die verzweifelt wollten, dass ihre Kinder sich assimilieren. Ihr Vater floh kurz vor dem Aufstand aus Irland, aber jeder seiner Brüder kämpfte darin und wurde dafür verhaftet.

Der vielleicht stolzeste Moment meines Lebens war es, einem dieser Brüder an seinem hundertsten Geburtstag die Hand zu schütteln. Dieser Mann lebte in drei verschiedenen Jahrhunderten, und soweit ich das beurteilen kann, kämpfte er in einem gescheiterten Aufstand, einer größtenteils erfolgreichen Revolution und einem Bürgerkrieg gegen die Revolutionäre, die das Land verkauften – und das alles, bevor er fünfundzwanzig wurde. Als ich ihn traf, war er schon seit Jahrzehnten blind, aber er grinste über beide Ohren, als er die Nachkommen seines Bruders traf. Er lebte länger als die berühmt-berüchtigte langlebige Königin, die später das Reich regierte, gegen das er zu den Waffen griff, und das, obwohl er in einer Steinhütte lebte.

Ihn getroffen zu haben, ist etwas, worauf ich stolz bin. Das ist ein Vermächtnis, das mir wichtig ist.

Den Familiennamen meiner Großmutter kann ich bis zur Schlacht von Clontarf im Jahr 1014 zurückverfolgen, als die Iren die Wikinger von ihren Küsten vertrieben.

St. Patrick’s Day? Der St. Patrick’s Day ist mir scheißegal. Ich habe heute Morgen in einem Café einen grünen St. Patrick’s Day-Milchshake getrunken und er hat nach Zahnpasta geschmeckt.

Ich habe ihn trotzdem getrunken, weil er aus Zucker bestand und ich im Grunde ein Kobold bin. Ich hoffe, dass das, dass ich ihn trotzdem getrunken habe, nicht irgendwie Teil der Metapher wird, die ich hier aufbaue.

Weder irischstämmige noch nicht-irischstämmige Amerikaner können uns ertragen, wenn wir mit unserem Erbe angeben, egal ob wir grünen Plastikmüll tragen und nach Whiskey schreien oder IRA-Lieder singen und ein Erbe der Rebellion für uns beanspruchen, dem wir sicher nicht gerecht zu werden scheinen. Niemand kann uns ausstehen, und ich nehme es ihnen nicht übel. Es ist vernünftig, jeder weißen Person zu misstrauen (oder sie nicht zu mögen), die Unterdrückungspunkte für sich beansprucht, indem sie davon redet, dass sie früher nicht weiß war (was wir mit unseren italienisch-amerikanischen Brüdern gemeinsam haben, ist, dass wir uns darüber beschweren, nicht immer weiß zu sein, katholisch zu sein und unsere Geschichte des radikalen Linksextremismus aufzugeben).

Es stimmt, dass die Iren während des größten Teils der amerikanischen Geschichte nicht ganz weiß waren, aber wir hatten es hier nie auch nur halb so schlimm wie Schwarze oder indigene Völker, und wir sind nun schon seit hundert Jahren weiß, weil wir am Scheideweg dem Teufel begegnet sind und ihm unsere Seele verkauft haben. Um ehrlich zu sein – und um eine Büchse Würmer zu öffnen, die niemand essen möchte: Irisch-Amerikaner haben im protestantischen Amerika mindestens genauso viel Unterdrückung erfahren, weil sie katholisch waren, wie weil sie Iren waren (schau dir die Geschichte der zweiten Inkarnation des KKK an, um mehr darüber zu erfahren). Aber noch einmal: Der Katholizismus ist derzeit kein Faktor der Unterdrückung in diesem Land, und während Geschichte wichtig ist, sind die gegenwärtigen Verhältnisse wichtiger.

Es gibt ein Erbe der irischstämmigen Amerikaner, das es wert ist, beachtet zu werden, aber es ist begraben unter Polizisten, weißen Supremacisten (aber ich wiederhole mich) und Leprechaun-Hüten.

Der historische Stich zeigt eine geheime Versammlung von Bergarbeitern
'The Strike in the Coal Mines - Meeting of Molly M'Guire Men".'
Aus Harper's Weekly, 31. Januar 1874.
Was ein Erbe angeht, das es wert ist, beachtet zu werden, kann ich in ein paar Richtungen weisen. Erstens, und das kenne ich am besten, sind die Molly Maguires aus den Kohlefeldern von Pennsylvania. Als Großbritannien in den 1840er Jahren seinen zweiten Völkermord an Irland verübte, indem es die Insel aushungerte, flohen die Menschen nach Nordamerika und brachten einige altehrwürdige Traditionen der Arbeiterklasse mit. (Der erste Völkermord an den Iren geschah durch Oliver Cromwell im 17. Jahrhundert im Zuge des Englischen Bürgerkriegs. Frag mich, warum mir die frühe antimonarchistische Bewegung in England völlig egal ist.)

Das ist zwar etwas vereinfacht dargestellt, aber ich kann auf zwei konkurrierende Theorien des Arbeiterkampfes verweisen, die im 19. Jahrhundert um Relevanz wetteiferten. Die eine, hauptsächlich aus England importiert, war der Gewerkschaftswesen. Streiks, Arbeitsniederlegungen, Tarifverhandlungen. Sozialismus als etwas, das man anstreben und aufbauen muss. Die andere, aus Irland, lautete im Grunde: „Gründe mit deinen Freunden eine Geheimgesellschaft, betrink dich, zieh Frauenkleider an und töte die Reichen, während sie in ihren Betten schlafen.“ Das ist eine ziemlich coole Tradition. Sie stammt von den Leuten, die Engels (von Marx und Engels) für zu barbarisch-sozialistisch hielt, um jemals gute und ordentliche marxistische Sozialisten zu werden.

(Im Ernst, es ist faszinierend, wie besessen von Irland Engels war, und zwar auf die ganz falsche Art und Weise.)

Aber die Molly Maguires. Es gab also diese losen Geheimgesellschaften während der gesamten irischen Geschichte (oder zumindest seitdem es englische Grundbesitzer gab, die man erwürgen konnte), aber die heute berühmteste ist die, die es bis in die Kohlebergwerke Amerikas geschafft hat: die Molly Maguires. Ihr Crossdressing war nicht wirklich eine Gender-Sache, und es war auch nicht wirklich eine Verkleidung. Es war eher ein magischer Akt der Verwandlung. Sie wurden zu etwas anderem, wenn sie sich verkleideten, um Sabotage und Gewalt zu verüben. Das ist eine Drag-Tradition, hinter der ich stehen kann.

Die meisten irischen Bergleute waren froh genug, den Gewerkschaften nach britischem Vorbild beizutreten, und ehrlich gesagt ist Gewerkschaftswesen insgesamt wahrscheinlich der bessere Weg, um die Macht der Arbeiterklasse aufzubauen. Aber wann immer die Bosse anfingen, gegen die Gewerkschaften vorzugehen und die Organisierung unter Strafe zu stellen, standen die Fenian-Bastarde schon bereit. Aufstand und Revolution sind keine Gegensätze; sie sind sich ergänzende Strategien. Akzeptiert die Gewerkschaften, oder ihr bekommt es mit den Mollies zu tun.

Obwohl der Staat eine mächtige Sache ist und die Molly Maguires größtenteils verschwanden, nachdem eine Menge von ihnen gehängt worden waren. So ist das eben. Irland erlangte 1922 den größten Teil seiner Unabhängigkeit, obwohl Michael Collins und einige der anderen revolutionären Führer einen Kompromiss akzeptierten und bald darauf gegen ihr eigenes Land in den Krieg zogen, was zu der Teilung führte, die das Land heute hat. (Meine irische Familie redet nicht gern über Politik, aber meiner Tante wurde erzählt, dass mein revolutionärer Onkel bis zu seinem Lebensende jedes Mal spuckte, wenn er den Namen Michael Collins hörte.)

Aber Revolutionäre auf der ganzen Welt sind darauf angewiesen, einen Ort zu haben, an den sie gehen können, wenn es zu Hause zu heiß wird. Für die Russen war es die Schweiz. Für die Iren war es Amerika. Das ist eine Geschichte, in die ich hier und da in den Drehbüchern verschiedener Episoden hineingeschaut habe, die ich mir aber noch nicht vollständig angesehen habe. Eine Geschichte der irisch-amerikanischen Revolutionäre, die Spenden sammelten, Waffen kauften, bereit zum Krieg nach Irland zurückkehrten und sogar in Kanada einmarschierten. (Im Ernst. Sie dachten, wenn sie Kanada erobern könnten, könnten sie es den Briten als Lösegeld für Irlands Freiheit anbieten. Das ist nicht gerade der antikolonialistischste Schachzug, aber es ist seltsam und es ist passiert, und ich werde irgendwann darauf eingehen.)

Das Foto zeigt den anlässlich des Saint Patrick’s Day traditionell grün gefärbten Chicago River an dessen Promenade Menschen spazieren und der von Wolkenkratzern umgeben ist.
Der anlässlich des Saint Patrick’s Day traditionell grün gefärbte Chicago River
Foto: Knowledge Seeker
Lizenz: Public Domain
Das ging jahrzehntelang so weiter. Die Fenian Brotherhood wurde 1858 gegründet, ein amerikanisches Pendant zur Irish Republican Brotherhood, aus der später die Irish Republican Army hervorging. Aber es gab auch Leute wie den irischen (nicht-amerikanischen) Syndikalisten Jim Larkin, der 1917 in Chicago den Dil Pickle Club mitbegründete, zusammen mit einem amerikanischen IWW-Bombenbauer namens Jack Jones (ich glaube nicht, dass er in einer Gewerkschaft für Bombenbauer war, er war einfach ein Gewerkschafter, der Bomben baute, um Chefs in die Luft zu jagen. Das war damals so üblich). Dieser Club war ein Ausgehort und einer der wenigen Orte in Chicago, an denen Menschen verschiedener Hautfarben zusammenkamen. Und dort verbrachte Jim Larkin seine Zeit im Exil, bevor er in ein weitgehend freies Irland zurückkehrte. Vor der Revolution gab es in Irland nicht viel anarchistische Geschichte (obwohl Syndikalisten und Anarchisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine größere Rolle im revolutionären Kampf spielten), aber ich habe eine Theorie, warum es dort keine Anarchistenbewegung mit großem A gab. Ich habe sogar irgendwo Notizen zu dieser Theorie, aber sie liegen mir gerade nicht vor, denn das hier ist kein gut durchdachter Essay, sondern ein Rant, den ich geschrieben habe, weil ich sauer war, dass mein St. Patrick’s Day-Milchshake nach Zahnpasta schmeckte und ich ihn trotzdem getrunken habe. Scheiße, ich glaube, dieser Milchshake ist doch Teil der Metapher.

Im Laufe der gesamten anarchistischen Geschichte finde ich, dass europäische Anarchisten weniger damit beschäftigt waren, den Anarchismus in die Kolonien zu exportieren, als vielmehr damit, antikoloniale Kämpfe zu unterstützen und indigene Methoden des Aufstands zu importieren, die dann in Europa verarbeitet und wieder exportiert wurden. Da ist der griechische anarchistische Arzt Plotino Rhodakanaty, der nach Mexiko ging, um von den Menschen etwas über traditionelle Landnutzung zu lernen, und am Ende eine Generation indigener mexikanischer Anarchisten inspirierte. Da ist die Veteranin der Pariser Kommune, Louis Michel, die sich im Exil mit den indigenen Völkern Neukaledoniens solidarisierte und dort ihr anarchistisches Denken weiterentwickelte. Da ist der Naturforscher Peter Kropotkin, der den Großteil seiner Theorien zum anarchistischen Kommunismus durch das Studium der Natur und der Anthropologie entwickelte, unter anderem in sibirischen Gemeinschaften. Und dann gibt es noch… britische Anarchisten, die (soweit ich weiß) die einzigen Menschen in Großbritannien waren, die die irische Unabhängigkeit und die Gewalt der Unterdrückten unterstützten. Die Herausgeber britischer anarchistischer Zeitungen in den 1880er- und 1890er-Jahren versuchten nicht, den Anarchismus nach Irland zu exportieren, sondern sammelten Spenden für irische Revolutionäre und machten sich Notizen über irische Methoden des Sozialismus und des Widerstands. Wie die irischen Geheimgesellschaften. Möglicherweise (das habe ich auf meinem Red-String-Board noch nicht ganz nachverfolgt) der Vorläufer von Affinitätsgruppen.

Direkte Aktion, Aufstand und gemeinschaftliche Landnutzung waren bereits Kernprinzipien der irischen Kultur. Irgendwo in mir habe ich einen guten und ordentlichen Aufsatz über die Abschaffung der Weißheit, darüber, wie wir, um die weiße Vorherrschaft zu zerstören, die Weißheit als soziales Konstrukt zerstören müssen. Ich werde ihn irgendwann schreiben (andere haben ihn bereits geschrieben, aber wer lernt nicht gerne, einen guten Coversong zu spielen? Es ist wie bei der Volksmusik; die Abschaffung der Weißheit ist für alle da).

In der Zwischenzeit denk daran: Wenn wir Irland richtig feiern wollten, würden wir heute palästinensische Flaggen hissen und kein Grün tragen. Einige Episoden, die ich gemacht habe und in denen es um solche Themen ging:

Quelle: "Fenian Bastards or: the disappointing legacy of Irish-Americans", 18. März 2026 von Margaret Killjoy.

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Übersetzung: Thomas Trueten [Autorisiert]

Blogkino: Zatoichi's Vengeance - Zatōichi no uta ga kikoeru (1966)

Heute zeigen wir in unserer Reihe Blogkino die Fortsetzung der Zatōichi Serie mit dem dreizehnten Teil der Reihe: Zatoichi's Vengeance - Zatōichi no uta ga kikoeru. Der Plot: Der blinde Schwertkämpfer Zatoichi verspricht, eine Lieferung für einen sterbenden Mann zu überbringen, und trifft dabei nicht nur auf die üblichen Verbrecherbanden, sondern auch auf einen blinden Mönch, der ihn dazu bringt, seinen Einsatz von Gewalt zu hinterfragen.


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