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»Wenn jemand auf meinem Begräbnis weint, spreche ich nie wieder ein Wort mit ihm.« Stan Laurel

Ministerschreie im Schwelbrand des Polizeimanövers

Keine Panik bitte. Das ist nur eine Attrappe.
Momentaufnahme zur Einstimmung. (Von der Straße draußen dringen immer wieder Polizeisirenen ins Innere). Ich betrete das Polizeirevier schnell und fest. Lehne mich an die Wand vor dem Schalter. Um meine Erregung nicht sichtbar werden zu lassen.

Ganz ruhig atmen. Endlich:
"Der Nachbar!"
"Was soll mit dem sein?"

"Seine Mülltonne fehlt. Die grüne. Heute ist Leerungstag."
"Wird es vergessen haben."
"Der vergisst nichts. Und sie wissen doch - die Mülltonnen!"
"Oder ist er verreist?"
"Sein Auto steht da."
"Mit der S-Bahn gefahren?"
"Der Bequemling doch nicht! Bei dem - für die kleinste Strecke -Umwelt schädigen!"
"Was soll mir das?"
"Ich bin der Bürger, der achtsam ist, aber Panik unter keinen Umständen zulässt! Attentat!"
"Wegen so wenig kann ich die Dienststelle nicht allein lassen."
"Was soll das: so wenig! Ich geh doch nicht mit in die Luft!!!"
"Ruhig! Nur ruhig! Haben sie die Anweisung des Innenministers vergessen? Keine Panik!"

"Ich -zahle -Steuern-und -will--- nicht--- in------ die -----Luft."
"Sie- rücken sie mal ihre Hand heraus- und den Puls..."
"Chiräckstemoi. (Stöhnjammerkotzen im Polizeigriff)"

Dachte  es  doch. Hochgradig Panik geschoben - trotz Minister. Abführen in die Abklingzelle. Ausschließlich Diätversorgung! Auf Verlangen Kamillentee. Allenfalls Baldrian. Müsste sich so hundertfach zugetragen haben gestern und heute. Nachdem de Maizière und die Seinigen unter heftigsten Verwarnungen Panik zu schieben, Panik schoben.

Der Vorgang ist klar und bekannt. Auch Schäuble benutzte seine regelmäßigen Alarme immer zur Personalaufschwemmung und zur Anschaffung knackiger Klein- und Großapparate. Der neue Minister, dem die zugehörigen Inszenierungen wohl lästig fallen, wollte am Anfang nicht. Wurde aber vom Personal gedrängt. Wann Alarm, wenn nicht jetzt? Man wartet zu lange - und schon schnappt die Schuldenbeseitigungsfalle. Also jetzt.

Nur dass in der Vorfreude in Hamburg bei der Beschaffungskonferenz  die meisten ihren eigenen Phantasien unterlagen. Als erst das Köfferchen in Namibia so termingerecht gefunden war, konnten sie die  Lustschreie nicht mehr zurückhalten. Jeder wusste: es stammt aus derTestmassenproduktion  der CIA. Trotzdem: ein Sonderkommando nach Aftika sollte nicht zu teuer sein, um genau herauszubekommen, dass das aus einer Testmassenproduktion der CIA stammte.

Der eigentliche Zweck des Unternehmens wurde dabei fast vergessen. Gottseidank passte das Morgenteam  im ZDF auf. Es vernahm auftragsgemäß mehrfach "Rufe". Rufe an sich - ohne benanntes Subjekt.

Diese verlangten gebieterisch Vorratsspeicherung all der telephonischen Daten, die jetzt schon erfasst werden. Mit denen man vor Gericht aber noch nicht auftrumpfen darf. Das Verfassungsgericht- mit Überalterten besetzt - hatte dem Verfassungsschutz mal wieder nicht zugetraut, dass er wirklich die Verfassung schützt - und sonst gar nichts. Jetzt aber - wo es doch die "Rufe" gibt. Und wo in der SPD die noch gierigeren Heißhäse geiern und eiern.

Nur die Ruhe! Vielleicht schon nach diesem Alarm, sicher aber nach dem nächsten und übernächsten stehen wir in Augenhöhe vor den stattlichen USA und können selber Krimis drehen wie "Criminal intent".
Jeder Verdächtige im eigenen Datenhagel erschlagen!

PS: Im begreiflich flammenden Freudenflug wurde einer der Minister beim Interview all zu offen. Zur Begründung der Vorratsspeicherung führte er den schon "überführten" Terroristen an. Entschuldigung, wenn man einen einzigen ausnahmsweise schon sicher hätte, wieso dann noch Spitzeln auf Vorrat? Vorrat- bezieht sich auf die Zukunft. Die Verdächtigen - Alle Verdächtigen - WIR ALLE  sollen doch schließlich ins Netz. Sonst fehlt der Sache der letzte Vorwand. Und jeder Polzeihand Grapschseligkeit und Zugriffslust.

Luther als Papstersatz - mit Reservefüllung

Das der freie Wille nichts sey...
(Quelle: Wikimedia)
Zum Film über den zweitgrößten Mann der deutschen Geschichte - recycled angesichts der heutigen Wiederholung des Films:

Adenauer war der größte. Gegen ihn kam keiner auf in der ZDF-Umfrage. Unser Marx bekam einen ehrenvollen Platz drei.

Vor ihm aber hielt sich Martin Luther. Rechtzeitig zur Abstimmung war der Film herausgekommen, der uns das richtige deutsche Vorbild zeigte. “LUTHER“ aus dem Leben gegriffen - von den größten internationalen Schauspielern garniert, in Kämpfe verstrickt, von Leidenschaften erschüttert, aber am Ende -“ nicht Sieger, eher - Versöhner. Genauer gesagt: Versöhnter.

Der Rebell der heimfand, der das Werk der Vorfahren glänzender, größer und vor allem dauerhafter vor uns hinstellte.

Luther- trotziger Sohn


Mit dem trotzigen Sohn setzt der Film ein: der junge Luther benutzt die Erschütterung durch einen Blitzschlag, um durch ein Gelübde seinen Vater tödlich zu ärgern. Er gibt das Jurastudium auf und will ins Kloster gehen.

Das klassische Vater-Sohn-Drama wird abgespult.Papa Luther erscheint zwar zur ersten Messfeier in der Kirche, aber nur, um seinen Sohn so einzuschüchtern, dass der den Messwein während der Messe verschüttet. Und will keine Entschuldigung von seinem Tölpel hören, der ihn vor allen Gevattern blamiert hat.

Aber unser Luther Junior wächst über sich hinaus: er lernt, nun selbst Befehle geben, Widerworte, allerlei Markiges. Und als die alte Welt sich gegen ihn erhebt, wer steht da vor der Klostermauer? Der Vater.

Versöhnt erkennt der Zuschauer: Sie wollten am Ende doch beide das selbe.

Papst Ochsenknecht - zu kurz gesprungener Luther

Auch der Papst im Film ist so ein Vater. Auf der Pilgerschaft nach Rom steht der junge Mönch Luther erschüttert am Straßenrand, als der Hirt der Christenheit im Jagdkostüm durch engen Gassen braust. Er will ja die Kirche zusammenhalten- aber schafft nur einen Petersdom,ansatzweise. Die treuen Begleiter -“Kardinal Cajetan und Sekretär Aleander später an seinem Grab:

„Er hätte die Welt verändern können......Er war ein geistiger Zwerg, als wir einen Riesen gebraucht hätten...Einen Mann wie Luther“

Fazit: Luther macht besser, was der Seniorchef nicht schaffte.

Einen wirklichen Gegensatz zwischen den beiden scheint es nie gegeben zu haben.

Autorität- Ordnung- Unterwerfung

Dass Luther,angeblicher Rebell, eigentlich letzter Verteidiger von Autorität und Ordnung war- wo lässt sich das besser zeigen als an seinem Vorgehen gegen die „Schwärmer“ in Wittenberg und später gegen die aufständischen Bauern?

Kaum war der Gründer und Verwalter der neuen Lehre aus dem Verkehr gezogen und übersetzte auf der Wartburg seine Bibel, kamen in Wittenberg eine Art finsterer Ajatollahs an die Macht. Sie warfen Fenster ein, wollten von keiner Obrigkeit mehr wissen und verzichteten auf ihre akademischen Titel.Am schlimmsten der ehemalige Prof Luthers- Karlstadt. Wörtlich spricht er vom „Heiligen Krieg“.

Gottseidank gibt es die politische Feuerwehr. Erst in Gestalt des jungen Melanchthon.Der fährt ihn an: „Du träumst, wie eh und je. Was Du predigst, führt zu Rebellion und Aufruhr: Im Süden sollen sich Menschen zusammenschließen, um gegen ihre Herren zu Felde zu ziehen.“

Dann Luther selbst. Kaum erkennen ihn die Anhänger Karlstadts, da lassen sie den links liegen und ordnen sich dem umsichtigen Herrn unter.

Dass der Bauernkrieg dann nur sehr undeutlich abgehandelt werden kann, versteht sich. Im Film wird er ins Jahr 1523 vorverlegt, wahrscheinlich um das Jahr der Hochzeit mit Katharina von Bora - 1525 - nicht mit Schmerzlichem zu belasten. Die Andeutungen zum Bauernkrieg geben Luther vor allem Gelegenheit, als Früh-Schröder aufzutreten. Er mahnt, warnt, schlägt unbarmherzig zu- und leidet furchtbar darunter.

„In einem Brief bat Martin die Führer der Aufständischen um Zeit. Die Welt, so schrieb er ihnen, sei nicht stark genug, zu viele Veränderungen auf einmal zu verkraften. Den Christen stehe nicht zu, sich mit Gewalt gegen die Obrigkeit aufzulehnen. Im Jenseits werde ihnen dafür Gerechtigkeit widerfahren.. Martin wusste wohl, dass diese Worte auf die Unterdrückten wie Hohn wirken würden, aber ihm blieb keine andere Wahl. Wollte er Schlimmeres verhindern, musste er sie aufhalten.“

Originalton Kanzler. Da gibt es in seiner Partei immer noch welche, die schauen nur auf das Soziale, und nicht auf die Pflicht zur Modernisierung. Dann hilft eben nur noch Haue.

Protestanten= Masochisten


Immerhin heißen die Anhänger der Lehre Luthers ja von alters her: PROTESTANTEN: Das heißt: Irgendwann müssen doch auch diese aufbauenden Werterhalter protestiert haben.

Wie wird der Film denn damit fertig? Spielend!

In der Schlusszene im Reichtstag zu Augsburg 1530.

Es stehen sich gegenüber auf der einen Seite Kaiser Karl, umschlichen vom päspstlichen Sekretär. Auf der anderen Seite die Reichsfürsten und Vertreter der freien Städte,sitzend nach Rang und Amt und Würde.

Kaiser Karl fährt die Lutheranhänger an: Morgen hätten sie alle zur Fronleichnamsprozession zu erscheinen - sonst.....

Da tritt Philipp von Hessen vor, bricht in die Knie, bietet seinem kaiserlichen Herrn den Hals fürs Richtbeil, wenn es dem beliebe, aber von seinem Glauben lasse er nicht. Und kaum kniet der eine, so gleich neben ihm Kurfürst Johann von Sachsen- schließlich andere Fürsten und die Vertreter von Nürnberg und Reutlingen. So auf den Knien leistet man in Deutschland Widerstand- wenn es nach den Filmemachern geht.

Luther -“der einsame Mann nach dem Herzen aller


Das also ist Deutschlands Zweitplatzierter auf der Chartliste.

Der Mann ohne Eigenschaften - aber für jede und jeden etwas.

Das ist natürlich logische Folge einer so international angelegten Produktion, die schließlich in allen Ländern verkauft werden soll. Da heißt es Gegensätze abstumpfen, nicht aufreißen, sonst kommt es doch zu Absatzstockungen.

Aber nicht nur. Der Personenkult, der mit dieser Art Filmen gefördert wird, reißt die gezeigte Figur notwendig aus allen Zusammenhängen seiner Zeit heraus. Vor allem aus den gedanklichen, die überhaupt erst eine Breitenwirkung ermöglichen.

Irgendetwas muss ja bei den verschiedensten Leuten schon vorher in die Richtung Luthers gedrängt haben, wenn sein Wort solche Wirkung hatte. Dem nachzugehen, würde aber ablenken vom gläubigen Blick auf die Allzweckwaffe :Großer Mann -“ fürsorgende Frau .Wenn nichts mehr hilft, dann einfach den Glauben nicht verlieren: Sankt Luther (Schröder, Merkel) machs für uns..

Und damit wir in diesem Glauben fest bleiben, hat es also die Reformation gegeben?

Wörtliche Zitate sämtlich entnommen aus dem BUCH ZUM FILM

Guido Dieckmann: Luther/Roman/Aufbau-Verlag Taschenbuch/Berlin 2003

Zuerst erschienen in StattZeitung für Südbaden Ausgabe 56, 2004-03

Zu Ostern: "Me and the Devil" & römische Dekadenz

An Ostern empfehle ich für alle Freunde der römischer Dekadenz ein anständiges Rezept mit Hase. Hat man gerade keinen zur Hand, tut es notfalls auch Kaninchen. Obwohl das auch schon immer ein "arme Leute Essen" war, geht es auch noch billiger: "Falscher Hase". (Veganer lassen den Hasen leben, entziehen ihm aber seine Nahrungsgrundlage.)

Dazu höre man beispielsweise Gil Scott Heron's "Me and the Devil":

Kostenlose Kopie von "Alice im Wunderland"!

Nur 2 Tage nach dem Kinostart der neuen Verfilmung von "Alice im Wunderland" von Tim Burton stellen wir eine kostenlose Kopie des Originals (von 1903) zur Verfügung! Der Film ist zwar nur schwarz-weiss, aber dafür deutlich kürzer und nicht im anstrengenden 3-D Verfahren und ohne störenden Ton gefilmt. Wer den Text unbedingt braucht, kann ihn hier lesen. Wer nicht lesen kann, lasse sich das einfach von Cory Doctorow vorlesen. Doch nun zum Film:



Download in verschiedenen Formaten bei archive.org

Eine aktuelle Fassung des Stoffes, mit einem ziemlich stinkigen weissen Kaninchen (1915)

Materialistisch

Francisco de Zurbarán (1598-“1664): „Unbefleckte Empfängnis“
"Ich arbeite nicht mit Sendern eines nicht demokratischen "Staates" zusammen, der von einem Diktator geleitet wird, der als unvernünftig eingeschätzt werden muss: Wer glaubt, aus einer Jungfrau krieche etwas raus, bevor etwas reingekrochen ist, hat nicht alle Tassen im Schrank.

Mit freundlichen Grüssen; Ludwig A. Minelli"


Quelle: Radio Vatikan

WikiPedia zu Ludwig A. Minelli

Fremdbestimmte staatstreue Kreditkarten werden aufgehängt!

Wenn ich mal wieder nichts zu lachen habe, schaue ich in meinen Spamordner. Es ist einfach drollig:

Hallo Gast Visa Europe,

Ihre Kreditkarte wurde ausgesetzt, weil wir ein Problem festgestellt, auf Ihrem Konto .

Wir haben zu bestimmen,dass jemand Ihre Karte ohne Ihre Erlaubnis verwendet haben. Für Ihren Schutz haben wir Ihre Kreditkarte aufgehangen. Um diese Suspension aufzuheben Klicken Sie hier und folgen Sie den Staat zur Aktualisierung der Informationen in Ihrer Kreditkarte.

Vermerk: Wenn diese nicht vollständig ist , werden wir gezwungen sein, Ihre Karte aussetzen

Wir bedanken uns fur Ihre Zusammenarbeit in dieser Angelegenheit.

Dossier n : PP-1124-075-998

Danke,

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P.S.: Wer den Link anklickt ist selber schuld ;-)

Gehe zu (un)wichtig wirkende Piraten...

... lieber nicht, die gurgeln mit Rum.



(Screenshot des Remakes des Spieleklassikers "The Secret of Monkey Island", bei dem man einem Vollpfosten helfen muss, "echter" Pirat zu werden. Ähnlichkeiten mit tatsächlich lebenden Personen sind natürlich nicht beabsichtigt und rein zufällig.)
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