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»Keine Regierung kämpft gegen den Faschismus, um ihn zu zerstören. Wenn die Bourgeoisie sieht, dass ihr die Macht aus den Händen gleitet, erhebt sie den Faschismus, um an ihren Privilegien festzuhalten.« Buenaventura Durruti Dumange

Rally marking the 10th anniversary In memory of Luke Holland - Kundgebung zum 10. Jahrestag In Erinnerung an Luke Holland

Rally
- Saturday, September 20, 2025, 4:00 p.m.
Luke Holland memorial site Ringbahnstraße corner of Walterstraße (near Neukölln S-Bahn station)


Die Grafik zeigt ein Porträt von Luke Holland über das der Text: "Remembering Luke Holland in Gedenken" steht.
Luke Holland
Luke Holland was only 31 years old. On September 20, 2015, he was murdered in the early morning by a neo-Nazi on the street in Neukölln.

Luke came from Manchester and moved to Berlin in 2014. He was murdered because he spoke English. Shortly before the crime, the murderer complained that “only English and Spanish were spoken” in the bar in front of which he committed the murder. Nazi memorabilia, weapons, ammunition, and explosives were found in his apartment. However, judges and prosecutors still did not want to establish a right-wing motive for the crime.

Luke’s father, Philip Holland, believes that Luke’s murderer also murdered Burak Bektaş in 2012 and that the lack of investigative pressure after Burak’s murder gave him the confidence to kill his son Luke as well. In the parliamentary committee of inquiry into the “Neukölln complex,” he sharply criticized the police investigations.

On the 10th anniversary of Luke’s death, we will gather at the site of his death to commemorate him. Please feel free to bring flowers and candles. No one will be forgotten!


Remembering Luke Holland 
- In Erinnerung an Luke Holland: 10. Jahrestag eines rechten Mordes in Neukölln

Kundgebung 
Samstag, 20. September 2025, 16:00 Uhr
 – Luke Holland Gedenkort Ringbahnstraße Ecke Walterstraße (Nähe S-Bahnhof Neukölln) Berlin


Luke Holland wurde nur 31 Jahre alt. Denn am 20. September 2015 wurde er am frühen Morgen von einem Neonazi auf offener Straße in Neukölln ermordet.

Luke kam aus Manchester und zog 2014 nach Berlin. Er wurde ermordet, weil er Englisch sprach. Kurz vor der Tat beschwerte sich der Mörder darüber, dass in der Bar, vor der er den Mord beging, „nur noch Englisch und Spanisch gesprochen“ werde. In seiner Wohnung wurden zahlreiche Nazi-Devotionalien, Waffen, Munition und Sprengstoff gefunden. Ein rechtes Tatmotiv wollten Richter und Staatsanwälte aber trotzdem nicht feststellen.

Lukes Vater Philip Holland geht davon aus, dass Lukes Mörder 2012 auch Burak Bektaş ermordet hat und der fehlende Ermittlungsdruck nach dem Mord an Burak dem Verdächtigen das Selbstvertrauen gegeben hat, auch seinen Sohn Luke umzubringen. Im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum „Neukölln-Komplex“ kritisierte er die polizeilichen Ermittlungen scharf.

An Lukes 10. Todestag kommen wir an der Todesstelle zusammen, um ihm zu gedenken. Bringt gerne Blumen und Kerzen mit. Niemand wird vergessen!

[Trailer zur Kundgebung bei archive.org / Youtube]

Quelle: Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş

17 Zitate von Charles James „Charlie" Kirk

17 Zitate, die man von dem rechten Aktivisten und Trump-Verbündeten, der am Mittwoch in Utah erschossen wurde, kennen sollte.

Trump links Kirk rechts im Bild
Der damalige Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump und Charlie Kirk sprechen mit Teilnehmern der „Rally to Protect Our Elections” (Kundgebung zum Schutz unserer Wahlen), die von "Turning Point Action" im Arizona Federal Theatre in Phoenix, Arizona, am 24. Juli 2021 veranstaltet wurde.

Foto: Gage Skidmore from Surprise, AZ, United States of America
Schwarze
  • „In den Städten Amerikas kommt es ständig vor, dass herumstreunende Schwarze zum Spaß weiße Menschen ins Visier nehmen, das ist eine Tatsache. Das passiert immer öfter.“ (Quelle)
Schwarze Piloten
  • „ Wenn ich einen schwarzen Piloten sehe, denke ich mir: ‚Mann, ich hoffe, er ist qualifiziert.‘“ (Quelle)
Schwarze Frauen
  • „Sie kommen heraus und sagen: ‚Ich bin nur wegen der Affirmative Action hier.‘ Ja, das wissen wir. Ihr habt nicht die geistige Kapazität, um wirklich ernst genommen zu werden. Ihr musstet einem Weißen den Platz wegnehmen, um einigermaßen ernst genommen zu werden. “ (Quelle)
Bürgerrechte
  • „Wir haben einen großen Fehler gemacht, als wir Mitte der 1960er Jahre das Bürgerrechtsgesetz verabschiedet haben.“ (Quelle)
Die Todesstrafe
  • „[Die Todesstrafe] sollte öffentlich sein, sollte schnell vollstreckt werden, sollte im Fernsehen übertragen werden ... Ich denke, ab einem bestimmten Alter ist es eine Initiation ... Ab welchem Alter sollte man öffentliche Hinrichtungen sehen dürfen?“ (Quelle)
Demokraten
  • „Die Demokratische Partei unterstützt alles, was Gott hasst.“ (Quelle)
Empathie
  • „Ich kann das Wort Empathie eigentlich nicht ausstehen. Ich denke, Empathie ist ein erfundener New-Age-Begriff, der viel Schaden anrichtet.“ (Quelle)
Feminismus
  • „Lehne den Feminismus ab. Unterwirf dich deinem Ehemann, Taylor. Du hast nicht das Sagen.“ (Quelle)
Homosexuelle
  • „Vielleicht solltest du mal deine Bibel aufschlagen. In einem weniger bekannten Teil derselben Schriftstelle, in Levitikus 18, steht: ‚Wer mit einem anderen Mann schläft, soll mit Steinen zu Tode gesteinigt werden.‘ Ich sag's nur! Also, Miss Rachel, du zitierst Levitikus 19... Das Kapitel davor bekräftigt Gottes perfektes Gesetz in Bezug auf sexuelle Angelegenheiten.“ (Quelle)
George Floyd
  • „Dieser Typ war ein Dreckskerl.“ (Quelle)
Theorie des großen Austauschs
  • „Es ist keine Theorie des großen Austauschs, es ist eine Realität des großen Austauschs. Allein in diesem Jahr werden 3,6 Millionen Ausländer in Amerika einreisen. Bis zum Ende der Amtszeit von Joe Biden werden es 10 bis 15 Millionen sein. Jeder von ihnen wird wahrscheinlich durchschnittlich 3 bis 5 Kinder haben, während gebürtige Amerikaner 1,5 Kinder pro Paar haben. Ihr werdet absichtlich ersetzt.“ (Quelle)
Waffen
  • „Es lohnt sich, leider jedes Jahr einige Todesfälle durch Schusswaffen in Kauf zu nehmen, damit wir die zweite Verfassungsänderung haben können.“ (Quelle)
Juden
  • „Jüdische Spender sind die wichtigste Finanzierungsquelle für radikale, neoliberale, quasi-marxistische Politik, kulturelle Einrichtungen und gemeinnützige Organisationen, die sich für offene Grenzen einsetzen. Das ist ein Ungeheuer, das von säkularen Juden geschaffen wurde, und jetzt kommt es auf die Juden zu, und sie fragen sich: ‚Was um alles in der Welt ist passiert?‘ Und es sind nicht nur die Hochschulen. Es sind die gemeinnützigen Organisationen, es sind die Filme, es ist Hollywood, es ist alles.“ (Quelle)
Martin Luther King Jr.
  • „MLK war schrecklich. Er ist kein guter Mensch. Er hat eine gute Sache gesagt, an die er eigentlich gar nicht geglaubt hat.“ (Quelle)
Muslime
  • „Sie verbergen ihre Absichten nicht einmal. Muslime planen, Europa durch demografischen Austausch zu erobern. Wird Europa rechtzeitig aufwachen?“ (Quelle)
Palästina
  • „Ich glaube nicht, dass dieser Ort existiert.“ (Quelle)
Transgender
  • „Ihr seid eine Abscheulichkeit vor Gott.“ (Quelle)

Quelle: Zeteo
Übersetzung und Bearbeitung: Thomas Trueten [Nicht authorisiert]

Community Dyke* March

Das Foto zeigt zwei Personen auf einem Motorroller, die der Demo mit dem Fronttransparent vorausfahren. Der Text auf dem Transparen lautet: "No Dyke* is free until evey Dyke* is free - Community Dyke March Berlin 2025"
Foto: © Sabine Scheffer via Umbruch Bildarchiv
Jedes Jahr zieht am Tag vor dem Berliner CSD der Dyke*March für lesbische Sichtbarkeit durch die Stadt. In diesem Jahr demonstrierten am 25. Juli rund 5.000 Menschen vom Kreuzberger Oranienplatz nach Neukölln über den Hermannplatz Richtung Treptower Park.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Die diesjährige Demonstration wurde erstmals von einem neuen Team organisiert. Eine Gruppe engagierter Dykes, „die sich unabhängig und basisorganisiert zusammengeschlossen haben“ wollten die wichtige Veranstaltung für die queere Community nicht ausfallen lassen, nachdem das ursprüngliche Orgateam kurzfristig abgesagt hatte. Lesben, Dykes, queere Frauen, trans, agender, nicht-binäre Personen zeigten unter dem Motto „No dyke* is free until every dyke* is free“ in den Straßen Präsenz, um Sichtbarkeit, Solidarität und Selbstbestimmung zu feiern.

Weitere Ereignisse zu diesem Thema

k9 » größenwahn » politischer fiimabend: "Frauen bildet Banden – eine Spurensuche zur Geschichte der Roten Zora"

Der Ausschnitt aus dem Einladungsflyer zeigt eine Grafik, das links oben eine Masse Menschen, im rechten Teil eine maskierte Frau und unten rechts das Logo der Roten Zora zeigt. Darüber der Filmtitel.
Ausschnitt aus dem Einladungsflyer
Die „Rote Zora“ war in den 1970er und 1980er Jahren eine militante Frauengruppe in der BRD, die sich klandestin organisierte. Entstanden ist die feministische Gruppe aus dem Kontext der Revolutionären Zellen. Ihre Aktivitäten richteten sich unter anderem gegen die alltägliche Gewalt gegen Frauen, gegen Gen- und Reproduktionstechnologien, Bevölkerungspolitik und internationale Ausbeutungsbedingungen als Ausdruck patriarchaler Herrschaft. Zentral waren die Selbstermächtigung der FrauenLesben und der Bruch mit der zugeschriebenen Friedfertigkeit.

Der Film zeigt, dass viele Themen der Roten Zora hoch aktuell sind und bietet viel spannenden Diskussionsstoff zum heutigen Umgang mit dieser Geschichte.

In Anwesenheit der Regisseurinnen
Sonntag, 17. August 2025 - 19 Uhr


Eine Spurensuche zur Geschichte der Roten Zora
Dokumentation: FrauenLesbenFilmCollectif LasOtras 2019 - 77 min.

Historische Aufnahmen der Frauen- und Studentinnen*bewegung in der BRD bringen Erinnerungen an die damaligen Kämpfe zurück. FrauenLesben aus anderen Ländern berichten über ihre Begegnung mit dieser Politik. Nach mehr als einer Dekade des Bestehens bekannte sich die Rote Zora 1988 zu 45 Sprengstoff- und Brandanschlägen. Ihre Ziele waren staatliche Institutionen, Forschungsinstitute, ausbeuterische Industrien, Frauenhändler und Pornoläden. Die dystopische Zeit für Frauen und Mädchen, hier und überall auf der Welt, ist noch immer nicht vorbei. Der Kampf noch nicht zu Ende. Oder um es in den Worten der Roten Zora zu schreiben: "Das Leben ist eine Frau und ihre Augen mal zornig mal heiter sie nimmt sich die Waffe die ihr paßt und sagt dir der Kampf geht weiter. "

Zeitzeuginnen, Historikerin, ehemaligen Zoras lassen die Geschichte wieder lebendig werden.

combatiente zeigt geschichtsbewußt: revolucion muß sein! filme aus aktivem widerstand & revolutionären kämpfen

kinzigstraße 9 + 10247 berlin + U5 samariterstraße + S frankfurter allee


Marzahn Pride 2025

Das Foto zeigt Teilnehmer der Pride, eine Person hält eine Texttafel hoch: "Für eine Welt, in der Vielfalt kein Grund zur Angst sondern zum Feiern ist"
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Bis zu 2.000 Menschen protestierten am 21. Juni 2025 in Marzahn auf der East Pride für die Rechte von LGBTQIA*-Menschen. Es war die größte Pride Parade in Marzahn.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Die Marzahn Pride, die am Nachmittag in der Nähe des S-Bahnhofs Springpfuhl startete, fand bereits zum sechsten Mal statt. Organisiert wurde sie u.a. vom Verein Quarteera, der der Community queerer Migrant*innen vor allem aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion eine Plattform geben will.

Die Pride feiert queeres Leben, wie ein Mitglied der Orga in einem taz-Interview betont: „Ein Akt der Sichtbarkeit für unsere Community und ein klares Zeichen dafür, dass queere Menschen überall sind, nicht nur in Kreuzkölln.“

Neonazis der Jugendgruppe „Deutsche Jugend voran“ hatten eine Gegendemo mit 300 Teilnehmer*innen angemeldet, es kamen nur 50.

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Solidarität siegt – Bedingungen in der Hang Kei-Fabrik verbessert!

Ein bedeutender Erfolg wurde in der Fabrik der Hang Kei Myanmar Garment Factory Ltd. erzielt, nachdem sich auf internationaler Ebene Basisgewerkschaften zusammengetan hatten.

Eckdaten:

  • Fabrik im Besitz von Hang Kei Garment Co. Ltd mit Hauptsitz in Hongkong / eine Tochtergesellschaft von Koon Ngai Garment Factory Ltd, ebenfalls mit Sitz in Hongkong.

  • Die Fabrik befindet sich im Industriegebiet von Yangon und beschäftigt mehr als 1000 Arbeiter*innen.

  • Produkte: Dessous/ Unterwäsche

  • Marken: Hunkemöller (Hunkemöller International B.V. mit Sitz in Hilversum, Niederlande, und Worcestershire, Großbritannien) | La Vie En Rose (im Besitz von Boutique La Vie en Rose Inc. mit Sitz in Montreal, Kanada) | My Specials (gehört zu Women’Secret mit Sitz in Madrid, Spanien)

Seit vielen Monaten sorgt die Bekleidungsfabrik Hang Kei Myanmar für negative Schlagzeilen. Anfang April 2025 erhielten wir jedoch Nachrichten über positive Veränderungen innerhalb der Fabrik.
Was ist passiert?
08. März (Feministischer Kampftag): International koordinierte Aktionen in Fabriken in Myanmar und vor Filialen von Unternehmen, die Aufträge an diese Fabriken vergeben. Schwerpunkt: „Menstruationsprodukte für alle, die sie brauchen!“.
Unter anderem wurde Hunkemöller mit den Forderungen konfrontiert, die von den Fabrikarbeiter*innen vor Ort zusammengetragen wurden. Auch an das Fabrikmanagement der Hang Kei Myanmar Garment Factory Ltd wurde international herangetreten.

17. März: Eine Prüfungskommission (von Hunkemöller), darunter auch Ärzt*innen, besucht die Fabrik und spricht mit den Arbeiter*innen.

07. April: Das Management der Fabrik reagiert und stellt die Änderungen vor, die sie aufgrund der sechs Forderungen der Belegschaft umsetzt. May Su Lwin arbeitet in der Hang Kei-Fabrik in Yangon und berichtet darüber, was konkret verändert wurde:


08. Mai: Die Prüfungskommission besucht die Fabrik erneut, um festzustellen, ob die Änderungen weiterhin bestand haben und vom Management umgesetzt werden.

01. Juni: May Su Lwin bestätigt beim Online-Treffen zwischen FGWM und ICL Arbeitsgruppe Asien, dass die strukturellen Veränderungen weiterhin aufrecht erhalten werden und sich die Situation für die vielen Arbeiter*innen merklich verbessert hat.

Wir nehmen die positiven Veränderungen in der Fabrik wahr und schätzen die Bemühungen von Hunkemöller sowie der Fabrikleitung. Gleichzeitig betonen wir, dass wir die Entwicklungen vor Ort weiterhin genau beobachten und jederzeit bereit sind, den Kampf erneut zu eskalieren.

Menstruationsprodukte für alle, die sie brauchen!
Globale Solidarität ist unsere Waffe!


Die folgenden Basisgewerkschaften waren an dieser Koordinierung beteiligt:

☆ Federation of General Workers Myanmar (FGWM)
☆ International Confederation of Labour (ICL-CIT) Arbeitsgruppe Asien
☆ Syndikate und einzelne Mitglieder der Freien Arbeiter*innen-Union (FAU) in verschiedenen Städten

Kontakt: asia[at]icl-cit.org

Quelle


Tower to the people: Neues Wandbild in der Köpi

Das Foto von heba zeigt das Wandbild vom Boden aus gesehen, zwei Personen hängen davor und malen es gerade. Zu lesen ist "Feministische Freiräume erkämpfen" und "Ding Dong Umverteilen!"
Foto: © heba / Umbruch Bildarchiv
Anfang Mai veranstaltete eine Unterstützerinnengruppe im autonomen Wohn- und Kulturprojekt Köpi ein großes Haus- und Hoffest. Dazu luden sie Künstlerinnen ein, eine der letzten noch ungestalteten großen Wandflächen im Innenhof zu bemalen. Vor fast genau vier Jahren entstand auf der Seitenwand des Hauses das Wandbild „Hands off our Homes“, um auf die damals drohende Räumung des Köpi-Wagenplatz aufmerksam zu machen. Diesmal war der Anlass, die Aufmerksamkeit auf die Räume im Haus zu lenken, die nach wie vor für nichtkommerzielle Veranstaltungen genutzt werden können und von vielen verschiedenen Kollektiven bespielt werden.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

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Berlin: Solidarität mit der Tipsy Bear Bar

Das Foto von © Sabine Scheffer zeigte einen Blick aus der  Tipsy Bear Bar auf die Masse an solidarischen Menschen, die auf der Straße davor feiern.
Foto: © Sabine Scheffer via Umbruch Bildarchiv
In Prenzlauer Berg hatten in der Samstagnacht nach dem 1. Mai unbekannte Personen die Regenbogenflagge der Tipsy Bear Bar abgerissen und unter homophoben und queerfeindlichen Sprechchören in Brand gesteckt.

Mehrere hundert Menschen aus der Nachbarschaft zeigten am 6. Mai spontan ihre Unterstützung und Solidarität. Sie füllten gemeinsam mit Gästen und dem Team der Bar bis in die Nacht hinein die Straße mit Menschen, die queerfeindliche, FLINTAfeindliche, und ausgrenzende Gewalt nicht akzeptieren.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.


„Take back the night“: Walpurgisnacht in Berlin

Das Foto von © Björn Obmann zeigt die Demo mit dem Fronttranspi "In Solidarity we fight - take back the Night" und den dahinter laufenden schwarzen Block, gefolgt von vielen anderen Menschen.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Über 3.500 FLINTA* zogen unter dem Motto „Take back the night“ am Vorabend des 1. Mai 2025 von Berlin-Kreuzberg nach Friedrichshain, um gegen Patriarchat, Staat und Kapital zu protestieren. Mit einem schwarzen Block an der Spitze nahmen sich die Teilnehmenden lautstark und begleitet von Pyrotechnik die Nacht zurück. Polizei trat martialisch auf. Teilweise versuchten Streamer und Außenstehende zu provozieren. Die Demonstration löste sich am Boxhagener Platz selbstbestimmt auf und zerstreute sich im Kiez.

„Weltweit kämpfen Frauen, Lesben, Inter, Nichtbinäre, Trans* & Agender (FLINTA*) Menschen für ihre Freiheit. Von Sudan, Iran, Palästina über Kongo bis nach Kurdistan und darüber hinaus. Kämpfe müssen in ihrer Verbundenheit gesehen und intersektional gedacht werden. Denn die Verwobenheit von Kapitalismus, Kolonialismus & Patriarchat schafft die Bedingungen, um FLINTAS* weltweit zu unterdrücken, zu domestizieren und zu ermorden. Wir stehen in Solidarität mit allen Unterdrückten überall“. (aus dem Aufruf)
Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.


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Wo bleibt die Empörung über „systematische“ sexuelle Gewalt gegen Palästinenser?

Trotz immer mehr Beweisen für geschlechtsspezifische Verbrechen der Armee haben israelische Frauenorganisationen den vernichtenden neuen Bericht der UNO weitgehend ignoriert oder geleugnet.

Das Foto zeigt eine lange Reihe mit dutzenden bis auf die Unterhode unbekleideter Manner, die von einer bewaffneten Person in Uniform bewacht werden.
Verbrechen aus geschlechtsspezifischen Gründen wurden als Waffe im Krieg eingesetzt, um die gesamte palästinensische Gesellschaft zu schädigen. Verhaftung palästinensischer Männer in Gaza.
Quelle: Local Call, 1.4.2025
Im vergangenen Monat bestätigte ein Bericht für den UN-Menschenrechtsrat – wie Palästinenserinnen und Palästinenser seit langem behaupten –, dass Israel seit dem 7. Oktober systematisch sexuelle Gewalt und geschlechtsspezifische Verbrechen gegen palästinensische Frauen, Männer und Kinder einsetzt.

Die Untersuchung, die zusammen mit erschütternden Aussagen von Überlebenden und Zeugen, Vertretern der Zivilgesellschaft, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Anwältinnen und Anwälten sowie medizinischen Expertinnen und Experten während einer zweitägigen Anhörung in Genf veröffentlicht wurde, kam zu mehreren wichtigen Schlussfolgerungen, die meiner Meinung nach sofortige weltweite Aufmerksamkeit und Maßnahmen erfordern.

Erstens hat die Anwendung geschlechtsspezifischer Gewalt durch israelische Streitkräfte seit dem 7. Oktober sowohl in ihrem Ausmaß als auch in ihrer Intensität dramatisch zugenommen und ist „systematisch“ geworden. Diese Verbrechen sind zu einem Instrument der kollektiven Unterdrückung geworden, um palästinensische Familien und Gemeinschaften von innen heraus zu zerstören – eine Taktik, die aus anderen Kampagnen ethnischer Gewalt und Völkermord in Ländern wie Bosnien, Ruanda, Nigeria und Irak übernommen wurde, wo die Körper von Frauen zum Schlachtfeld wurden.

Zweitens sind israelische Militärhaftanstalten zu Brennpunkten der schlimmsten Formen geschlechtsspezifischer Gewalt geworden. Über die weit verbreiteten Bilder von entkleideten palästinensischen Gefangenen in Gaza hinaus dokumentiert der Bericht Zeugenaussagen aus Einrichtungen wie Sde Teiman, wo Gefangene, ihrer rechtlichen Schutzrechte beraubt und fernab der Medien, Vergewaltigungen, sexueller Erniedrigung und Folter ausgesetzt waren. In einigen Fällen, wie dem des Arztes Adnan Al-Bursh, starben die Gefangenen Berichten zufolge als direkte Folge der sexuellen Misshandlungen, denen sie während ihrer Haft ausgesetzt waren.

Das Foto zeigt eineige Fassaden ausgebrannter Häuser. Davor knien hintereinander lange Reihen bis auf die Unterhose unbekleideter Männder, die von Bewaffneten beachte und offenbar mit LKW abtransportiert werden. Ein mit Unbekleideten beladener LKW ist in der rechten Bildseite sichtbar.
Palästinensische Männer werden am 7. Dezember 2023 von israelischen Streitkräften in den Straßen von Beit Lahiya im nördlichen Gazastreifen festgenommen.
Quelle: +972mag
Drittens dokumentiert der Bericht die Verbreitung geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Palästinenser im digitalen Bereich. Gefährdete Gruppen, insbesondere Frauen und Jugendliche, sind mit Bloßstellung, Doxing und Ausbeutung ihrer sexuellen Orientierung oder ihres privaten Verhaltens als Mittel der Nötigung und Einschüchterung konfrontiert.

Viertens stellte der Bericht fest, dass der Einsatz geschlechtsspezifischer Gewalt nicht auf Soldaten beschränkt war; israelische Siedler, die oft unter dem Schutz der Armee handelten, belästigten palästinensische Frauen in der Westbank sexuell und nutzten dabei traditionelle Geschlechterrollen innerhalb der palästinensischen Gesellschaft als Mittel der Unterdrückung.

Die Ergebnisse des Berichts, der von der UN-Untersuchungskommission für die besetzten palästinensischen Gebiete erstellt wurde, stützen sich nicht nur auf Berichte von Überlebenden, sondern auch auf Beiträge israelischer Soldaten in den sozialen Medien. Die Täter dokumentierten stolz ihre „heldenhaften“ Akte männlicher Rache – sie durchsuchten die Schubladen palästinensischer Frauen, posierten in deren Unterwäsche und schmierten frauenfeindliche Graffiti in besetzten Häusern im Gazastreifen. Obwohl ein Großteil dieser Inhalte später aus den sozialen Netzwerken gelöscht wurde, bleiben sie für die Nachwelt im UN-Bericht archiviert.

Doch obwohl solche Videos und Bilder zweifellos verwerflich und kriminell sind, verblassen sie im Vergleich zu den noch extremeren sexuellen Gewalttaten, die in dem Bericht dokumentiert sind. Zwangsweise öffentliche Entkleidung und invasive Durchsuchungen, gewaltsames Entfernen von Hijabs, das Filmen sexueller Erniedrigung unter Androhung weiterer Gewalt, Drohungen und Vergewaltigungen als Form der Folter – all dies stellt nicht nur eine Verletzung der Würde dar, sondern auch eine schwere körperliche und sexuelle Nötigung.

Der Bericht bestätigt, dass sowohl Frauen als auch Männer Opfer dieser Verbrechen geworden sind, und bezichtigt israelische Medien, diese zu normalisieren, indem sie Kommentatoren und Moderatoren zu Wort kommen lassen, die sexuelle Gewalt als legitimes Mittel im Krieg diskutieren. Als Beispiel werden Kommentare von Eliyahu Yosian vom Misgav-Institut im rechtsextremen Sender Channel 14 angeführt, der sagte: „Die Frau ist ein Feind, das Baby ist ein Feind, und die schwangere Frau ist ein Feind“ (nachdem Channel 14 den Clip online gestellt hatte, wurde er über 1,6 Millionen Mal angesehen).

Den der Kommission vorgelegten Zeugenaussagen zufolge fällt es weiblichen Opfern oft extrem schwer, ihre Misshandlung anzuzeigen. Ein bemerkenswertes Beispiel ist ein israelischer Militärkontrollpunkt in der Nähe von Hebron, wo ein Soldat regelmäßig vor vorbeikommenden palästinensischen Frauen seine Genitalien entblößte. Eine Schülerin, die auf dem Weg zur Schule diesen Kontrollpunkt passieren muss, würde wahrscheinlich lieber schweigen, da eine Anzeige mit ziemlicher Sicherheit das Ende ihrer Schulausbildung bedeuten würde.

Angriffe auf Einrichtungen der reproduktiven Gesundheit in Gaza sind ein weiterer Aspekt der geschlechtsspezifischen Kriegsverbrechen Israels. Dem Bericht zufolge haben israelische Streitkräfte systematisch die Infrastruktur für die Gesundheitsversorgung von Müttern, Einrichtungen zur Fertilitätsbehandlung und tatsächlich alle Einrichtungen im Zusammenhang mit der reproduktiven Gesundheit in Gaza ins Visier genommen. Die Ergebnisse umfassen auch Fälle, in denen Scharfschützen auf schwangere und ältere Frauen geschossen haben und Ärzte Kaiserschnitte ohne Desinfektionsmittel oder Betäubungsmittel durchführen mussten.

Auf der Grundlage der Ergebnisse des Berichts erklärte Navi Pillay, Leiterin der Untersuchungskommission: „Es lässt sich nicht vermeiden, zu dem Schluss zu kommen, dass Israel sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt gegen Palästinenser einsetzte, um Angst zu schüren und ein System der Unterdrückung aufrechtzuerhalten, das ihr Recht auf Selbstbestimmung untergräbt.“

Ein böses Erwachen

Im Gegensatz zu dem parallelen UN-Bericht, der im März 2024 veröffentlicht wurde und die geschlechtsspezifischen Verbrechen von Hamas-Kämpfern gegen israelische Frauen am 7. Oktober untersuchte, fand der aktuelle Bericht in den Mainstream-Medien kaum Beachtung – weder in Israel noch weltweit.

Wie sich herausstellte, reichten selbst eine dramatische Eskalation geschlechtsspezifischer Verbrechen gegen Frauen und Mädchen während des Krieges und die eindeutige Feststellung, dass Israels Einsatz dieser Methoden systematisch und nicht nur vereinzelte Handlungen einzelner Soldaten waren, nicht aus, um israelische oder internationale Frauenorganisationen dazu zu bewegen, sich dagegen zu stellen, sie zu verurteilen oder sogar eine dringende Untersuchung der Angelegenheit zu fordern. Selbst die Tatsache, dass der Bericht nur wenige Tage vor dem Internationalen Frauentag veröffentlicht wurde, reichte nicht aus, um Webinare, Symposien oder Konferenzen an Universitäten weltweit oder Dringlichkeitsdiskussionen in parlamentarischen Ausschüssen zur Förderung der Frauenrechte auszulösen.

Hier in Israel reichten die Reaktionen von Schweigen bis hin zu völliger Leugnung. „Die UNO unterstützt die Nukhba-Terroristen und die Hamas“, sagte Hagit Pe'er, Vorsitzende von Na'amat, der größten Frauenorganisation Israels. „Dieser Bericht stinkt nach Antisemitismus. Dies ist ein Versuch, eine alternative und verkehrte Realität zu schaffen, als Reaktion auf das sexuelle Massaker, das die Hamas an israelischen Frauen und Männern verübt hat – während internationale Institutionen, darunter Frauenorganisationen weltweit, auffällig schweigen. Es sind dieselben Organisationen, die jede sexuelle Gewalt verurteilen, es sei denn, die Opfer sind israelische und jüdische Frauen.“

Ich habe die Ergebnisse des Berichts auch Professor Ruth Halperin-Kaddari und der ehemaligen Chefanklägerin Sharon Zagagi-Pinhas vom Dina-Projekt vorgelegt, einer Initiative, die sich mit der Dokumentation der sexuellen Gewalt der Hamas befasst. Auch sie wiesen den Bericht als „weiteren Schritt in der Kampagne zur Delegitimierung Israels“ zurück.

„Seit ihrer Gründung im Jahr 2020 hat die [UN-Untersuchungskommission zu den besetzten palästinensischen Gebieten] in den allermeisten ihrer Handlungen eine einseitige und antiisraelische Haltung eingenommen, was sich auch in dem aktuellen Bericht deutlich widerspiegelt“, antworteten Halperin-Kaddari und Zagagi-Pinhas auf meine Anfrage.

„Wie können die Behauptungen in diesem Bericht mit den brutalen Gewaltverbrechen verglichen werden, die die Hamas am 7. Oktober systematisch und vorsätzlich begangen hat – schreckliche Vergewaltigungen, Genitalverstümmelungen und sexuelle Gewalt sogar an Leichen?“, fuhren sie fort. “Es ist zutiefst bedauerlich, dass die Kommission, anstatt Maßnahmen zu ergreifen, um die Hamas auf die schwarze Liste der Organisationen zu setzen, die sexuelle Gewalt als Kriegswaffe einsetzen, einen anderen Weg eingeschlagen hat.

„Was die Vorwürfe selbst angeht“, fügten sie hinzu, “sind die israelischen Behörden, anders als die Hamas, die ihre Verbrechen systematisch leugnet, verpflichtet, allen Vorwürfen, die begründet sind, ordnungsgemäß nachzugehen.“

Wie viele Frauen in Israel habe auch ich während dieses Krieges ein böses feministisches Erwachen erlebt. Ich habe palästinensische Genossinnen verloren, denen meine Verurteilung der Gewalt der Hamas gegen israelische Frauen am 7. Oktober nicht gefallen hat, und ich habe jüdische Freunde verloren, die Frauen in Gaza als legitime Ziele betrachteten.

Nach schmerzhaften Überlegungen habe ich gelernt, welche Stärke und welchen Mut wir Frauen aufbringen müssen, um jede Gewalt gegen den Körper einer Frau, sei sie Palästinenserin oder Israelin, unmissverständlich als abscheulich zu verurteilen. Es sollte selbstverständlich sein, dass keine Mutter – egal, ob ihr Kind rote Haare oder dunkle Haut, grüne Augen oder braune hat – getötet werden darf und dass kein Baby der unersättlichen Kriegsmaschine macht- und machthungriger Männer zum Opfer fallen darf.

Wir Frauen – jung und alt, Mütter und Töchter, Feministinnen und sogar diejenigen, die sich nicht als solche bezeichnen – müssen unsere Stimmen erheben und sagen: Genug mit diesem Krieg. Diese Heimat wird nicht auf unseren Körpern befreit werden, und keine Zukunft ist es wert, auf den Trümmern unserer Gebärmütter aufgebaut zu werden.

Eine Version dieses Artikels wurde zuerst auf Hebräisch auf Local Call veröffentlicht. Lesen Sie ihn hier.

Quelle: Where’s the outrage over ‘systematic’ sexual violence against Palestinians? von Samah Salaime, +972mag, 17. April 2025

Samah Salaime ist eine feministische palästinensische Aktivistin und Schriftstellerin.

Übersetzung: [Nicht authorisiert] Thomas Trueten
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