Fort Lewis/Washington USA: Während vor den Toren von Ft. Lewis über
eintausend Menschen und verschiedene Organisationen wie den
"Iraq Veterans Against the War"mit zahlreichen Transparenten,
Plakaten und
riesigen Puppen von den “Tacoma Puppetistas- für Ehren Watada demonstrierten, wurde im Gerichtssaal vor allem eines deutlich:
Der Prozess gegen Ehren Watada ist von vorne herein ein Schauprozess. Die
Washington Times schreibt, daß der Vorsitzende Richter Lt. Col. John Head praktisch
alle Zeugen der Verteidigung abgelehnt hat. Wie bereits berichtet, steht die Frage nach der
Illegalität des Krieges für den Richter nicht zur Diskussion. Ehren Watada's Anwalt, Eric Seitz, fand diese Entscheidungen "lächerlich" bis "grausam". Er kommentierte die Entscheidung des Richters: "Es ist offensichtlich, dass wir in diesem Gerichtssaal nichts zu melden haben."
Inzwischen haben sich eine
Reihe prominenter Persönlichkeiten, darunter die für ihre kritische Haltung bekannten Kulturschaffenden Willie Nelson, Harry Belafonte, Mike Farrell, Ed Asner, Randi Rhodes, Susan Sarandon, Martin Sheen und andere, aber auch der Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu auf die Seite Watadas gestellt. Während der Verhandlungen wurde aber auch gegen Ehren Watada demonstriert: Die Gegendemonstranten fanden ihn zum Teil "nicht würdig", das "Land zu verteidigen" oder beschimpften ihn auch als "Feigling".
Fest steht jetzt schon, daß Watada nicht freigesprochen werden kann. Denn besonders unter jungen US-Offizieren gibt es viele scharfe Kritiker des Irak-Krieges und damit potentielle Nachahmer, wie
Agustin Aguayo,
Ivan Brobeck,
Kyle Snyder,
Suzanne Swift und etliche andere. Sicherlich ist dies auch ein Ergebnis davon, daß die U.S. Friedensbewegung zusehends
stärker wird. Das kann sich die U.S. Regierung unter der Führung von G.W. Bush unter keinen Umständen leisten. G.W. Bush will sich etwas anderes leisten: Er hat vom Kongress für das Haushaltsjahr 2008 insgesamt 141,7 Milliarden Dollar (110 Milliarden Euro) für die
Kriegseskalation verlangt. Dazu werden
21500 weitere Soldaten in den Irak verlegt. Parallel zu diesem wohl unmittelbar bevorstehenden Großangriff auf in Bagdad vermutete Widerstandskämpfer - pardon - "Terroristen" wird der nächste
Krieg gegen den Iran vorbereitet. Nach verschiedenen Plänen sollen
bis zu 90.000 Soldaten und Polizisten an der Aktion beteiligt werden. In Teheran -
nicht in den U.S.A.
-werden die wahren
Drahtzieher der Unruhen im Irak vermutet, denen in den letzten Tagen wieder hunderte von Menschen zum Opfer fielen.
Vor Gericht steht deshalb im Grunde der oberste Kriegsherr G.W. Bush und mit ihm seine ganze Regierung und der von ihm unter Verwendung von Lügen initierte und damit illegale U.S. Krieg. Dieser wird aus
"Profitinteressen" und der
"imperialistischen Vorherrschaft" (Ehren Watada) wegen geführt. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
Siehe auch den Artikel im
politblog. Dieser sowie weitere
Berichte.
Korrektur: Tippfehler korrigiert (Zeugen der
Verteidigung wurden abgelehnt)
Kommentare
ich habe Deinen Kommentar im peaceblog.eu als Eintrag hervorgehoben. Das Thema ist zu wichtig. Ich danke Dir für Dein Engagement.
Liebe Grüße
Claudia Troßmann
Der Prozess wurde am Mittwoch ergebnislos beendet:
http://politblog.net/krieg-terrorismus/ehren-watadas-prozess-ergebnislos-beendet-eventuell-neuer-prozess.htm