trueten.de

»Der Horizont vieler Menschen ist wie ein Kreis mit Radius Null. Und das nennen sie dann ihren Standpunkt.« Einstein

1. Mai in Esslingen

Seit dem 1. März kämpft in Esslingen die Panasonic Belegschaft schon rund um die Uhr gegen die Vernichtung ihrer Arbeitsplätze. Es ist der wohl bedeutendste gewerkschaftliche Kampf seit Jahren in Esslingen und sollte am 1. Mai auch im Mittelpunkt stehen.

Die Esslinger Montagsdemo und die Kollegen der Mahnwache rufen auf zu einem Treffen um 10 Uhr am 1. Mai bei der Mahnwache. Von dort wollen wir auf den Marktplatz demonstrieren. Es wäre schön, wenn sich
möglichst viele Menschen dem anschließen würden.

Der 1. Mai ist der internationale Kampf- und Feiertag der Arbeiterbewegung. Deshalb wollen wir auch diesmal einen Bewegungstag machen. Nach dem Rückweg zum DGB-Haus soll den ganzen Nachmittag ein
Familientag an der Mahnwache stattfinden, bei dem auch die anstehenden Aktionen der Panasonic-Kollegen nächste Woche besprochen werden.

Tag 54 der Mahnwache bei Panasonic Esslingen: Fest!

54. Tag der Mahnwache bei Panasonic in Esslingen, die Panasonic Kollegen haben eingeladen zu einem Fest in unmittelbarer Nähe des Neckarwiesenfestes, leider hatten wir nicht viel Zeit und mussten früh weg.

Klick auf das Bild für die Fotoserie zum 54. Tag der Mahnwache

50. Tag der Mahnwache der Esslinger Panasonic Kollegen

Heute war der 50. Tag der seit 1. März währenden Mahnwache der Esslinger Panasonic Kollegen. Wir waren zu einem Kurzbesuch dort, dabei haben wir wie immer ein paar Bilder gemacht.


Die Kollegen freuen sich über jeden Besucher!

Klick auf das Bild für die Fotoserie zum 50.

Aus einer aktuellen Information des Solikreis Panasonic

Der Kampf geht weiter! Unser Feuer brennt!

Wir wollen Arbeit!



Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger
Seit dem 1. März stehen wir, die Panasonic-Kollegen vor dem Werkstor um gegen
die Vernichtung unserer 620 Arbeitsplätze zu kämpfen. Darauf sind wir stolz! Bei
Wind und Wetter halten wir rund um die Uhr durch. Weder die Werksleitung von
Panasonic, noch Eiseskälte, Schneesturm und Gewitterhagel können uns vertreiben.
Unsere Mahnwache ist der lebendige Beweis, wir geben nicht auf!
Die Panasonic-Kollegen leben, kämpfen und feiern vor dem Werkstor, denn nur wer
gemeinsam kämpft kann siegen!

Wir brauchen eure Solidarität.
Wir laden euch herzlich ein: Unterstützt unsere Mahnwache, kommt mit
Delegationen, Kollegen aus euren Betrieben, mit Familie, Nachbarn und
Freunden.

Solidarisiert euch mit unserem Kampf -“ denn es ist unser gemeinsamer
Kampf.

Die Arbeitsplätze fehlen nicht nur uns, sondern allen Menschen in der Region
Esslingen. Wir wollen keine Abfindung und kein Hartz IV, wir wollen unsere
Arbeitplätze! Es geht v.a. um die Zukunft der Kinder und Jugendlichen.

Wir verstehen unseren Kampf als Teil des Kampfs aller Arbeiter und Angestellten.
Die Kämpfe in der Tarifrunde und die Kämpfe um Arbeitsplätze gehören zusammen.

Der Solidaritätskreis trifft sich jeden Donnerstag um 17 Uhr bei der Mahnwache


Für den 23.4. laden die Kollegen ein zum Tag der offenen Tür, der im Industriegebiet Esslingen stattfindet, ab 11 Uhr an der Mahnwache beim Tor 3 des Werkes.

Jugendaktionstag zur 4. Verhandlungsrunde Metall- und Elektroindustrie in Böblingen

Mehr als 3000 Teilnehmer, vor allem Auszubildende und jüngere Kolleginnen begleiteten die heutigen Verhandlungen um Entgelte und die Fortführung des Lohnrahmentarifvertrages II. Besonders erbost waren viele über die unverschämten "Angebote" der Unternehmer nach Verschlechterung bzw. völliger Abschaffung der 12 -monatigen Übernahme nach der Ausbildung sowie der Frechheit, eine Ausbildungspauschalen von monatlich 270€ statt der seitherigen Ausbildungsvergütungen anzubieten:

„ [...] Unverändert bedaure ich, dass uns solch eine Lösung zum Thema "Vorfahrt für Ausbildungsplätze" nicht gelungen ist, weil die IG Metall zu sehr auf die Sicherung von Besitzständen bedacht war.
Mit einer
- Reduzierung der Ausbildungsvergütung,
- der Aussetzung der Übernahmeverpflichtung und
- einem ehrlichen Bekenntnis zu verbesserten Einstiegschancen weniger qualifizierter junger Menschen
- durch eine zweijährige Berufsausbildung
hätten wir sicherlich zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen können - und wir könnten dies immer noch. Vielleicht nehmen wir uns dieses Thema noch einmal ernsthaft vor. [...]“
Ottmar Zwiebelhofer,Präsident des baden-württembergischen Metallarbeitgeberverbands Südwestmetall auf einer Mitgliederversammlung 13.7.2005 in Fellbach


„Eine Ausbildungsvergütung von bis zu 800 Euro ist für viele Betriebe einfach zu hoch. Mein Vorschlag ist, eine bundesweite Basisvergütung von 270 Euro einzuführen. Das könnte vor allem kleine Betriebe für Ausbildung erschließen.“


Ludwig Georg Braun, Präsident DIHT (Deutscher Industrie und Handelstag)




Bild anklicken für die Fotoserie zum Jugendaktionstag in Böblingen


Die Fotoreportage wurde auch bei Arbeiterfotografie.de veröffentlicht. Dort liegen auch die Verwertungsrechte.



Davon ließen sich die Auszubildenden nicht einschüchtern. Einige Hundert Azubis von Daimler- Chrysler Sindelfingen zogen beispielsweise in einem Demonstrationszug um 12.00 Uhr von Sindelfingen (DaimlerChrysler Tor 1) nach Böblingen, wo sie gemeinsam mit KollegInnen anderer Betriebe aus ganz Baden - Württemberg an der Kundgebung teilnahmen.

Die Azubis müssen oft genug mit ihren Ausbildungsvergütungen ihren Lebensunterhalt bestreiten. Deshalb sind die Forderungen völlig gerechtfertigt.

Jetzt schlägt's 13!!

Anklicken für mehr Fotos
Am Mittwoch, den 5. April 2006 führte die IG Metall Esslingen gemeinsam mit ver.di eine Demonstration und Kundgebung durch, um den Forderungen nach 5% mehr Lohn und Gehalt Nachdruck zu verleihen.

Ab 12.00 Uhr ging es bei strömendem Regen los von DaimlerChrysler, Werk Mettingen, Tor 1 und um 12.30 Uhr ab Index, Plochinger Straße. Beide Züge trafen sich auf dem Rathausplatz in Esslingen.

Unterstrichen wurde auf vielen von den Kollegen selbstgemachten Transparenten auch ebenfalls die Forderung nach dem Erhalt der Akkordpausen, die Bestandteil des Lohnrahmentarifvertrages II im Tarifbezirk sind, ebenso, wie der Ruf nach Streik, nach der 30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich, und dem Erhalt der Arbeitsplätze bei dem Esslinger Bildröhrenwerk von Panasonic.

Um 13.00 Uhr begann die Kundgebung. Trotz des sehr schlechten Wetters fanden über 2500 Kollegen aus 25 Betrieben und von den streikenden ver.di Kollegen auf den Rathausplatz.

Hauptredner war Jürgen Peters, 1. Vorsitzender der IG Metall. Daneben sprachen sich unter dem Motto "Gemeinsam kämpfen! Gemeinsam sind wir stärker!" auch Martin Gross (ver.di) und Sieghard Bender (IG Metall Esslingen) für die Forderungen der Gewerkschaften aus.

Man sei nicht länger bereit, sich von den Unternehmern hinhalten zu lassen, erklärte Peters (...) an der sich trotz strömenden Regens laut IG Metall rund 2 500 Beschäftigte beteiligten - darunter nicht nur Metaller, sondern auch Streikende aus dem öffentlichen Dienst. Die IG Metall wolle keinen Arbeitskampf, "aber irgendwann reißt der Geduldsfaden", betonte der Gewerkschaftschef. "Wenn wir bis Ostern kein Land sehen, dann werden wir die Segel setzen." Erneut rechtfertigte Peters die Forderung nach fünf Prozent mehr Einkommen. "Man will uns weismachen, eine Kostensteigerung von unter einem Prozent sei nicht verkraftbar."


Quelle: Junge Welt

(...) Insgesamt traten 13 000 Beschäftigte aus 26 Esslinger Betrieben in den Ausstand. Allein 8 500 Mitarbeiter aus drei Schichten legten im Mettinger DaimlerChrysler Werk die Arbeit kurzzeitig nieder. (...)


Quelle: IGM Pressemitteilung

(...)Peters kündigte zugleich harten Widerstand gegen die Streichung der so genannten Steinkühlerpause in Baden-Württemberg an. Er warne die Arbeitgeber davor, den Streit um die Erholzeiten für Fließband- und Akkordarbeit lediglich als regionales Problem anzusehen. In allen anderen Bezirken gebe es ähnliche Regelungen. Die Arbeitgeber müssten daher mit dem Widerstand der gesamten IG Metall bei der Auseinandersetzung rechnen.

Den Arbeitgebern warf Peters vor, mit der Kündigung des Lohnrahmen-Tarifvertrags II, einen "Frontalangriff auf die tarifpolitischen Errungenschaften und die Humanisierungserfolge der Vergangenheit" zu starten. Es habe sich ein Denken breit gemacht, das alle sozialen Errungenschaften in Frage stelle, kritisierte Peters. "Alles was heute noch zählt sind die Renditen der Aktionäre", sagte der IG Metall-Chef und rügte die "neue Kaltschnäuzigkeit" der Arbeitgeber. Peters kritisierte ferner die einseitige Ausrichtung der deutschen Wirtschaft auf den Export. Der Aufschwung brauche die Binnenkonjunktur als zweiten Motor. Es habe sich gezeigt, dass sinkende Reallöhne nicht zu mehr Beschäftigung geführt hätten. "Mehr Geld für die Menschen ist das Gebot der Stunde", sagte der Gewerkschaftsführer unter dem Beifall der 1500 Demonstranten. Laut Peters bedeutet die von der IG Metall geforderte Lohnerhöhung von fünf Prozent eine Kostenbelastung der Unternehmen von 0,88 Prozent. "Noch nie haben die Arbeitgeber gemessen am Umsatz so wenig für Löhne ausgegeben", versicherte er und erteilte längeren Arbeitszeiten eine Absage. Die IG Metall wolle einen Tarifvertrag für mehr Innovation und Qualifikation: "Wir wollen nicht länger, sondern qualifizierter und besser arbeiten".

Quelle: Esslinger Zeitung
cronjob