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»Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.« Kurt Tucholsky

Blogkino: "The Paneless Window Washer" (1937)

Eine Frage haben wir in unserer Reihe "Blogkino" bisher völlig vernachlässigt: Die christliche Seefahrt und die Frage, wie man bei seiner Liebsten die Fenster streifenfrei putzt, so noch nebenbei seinen Konkurrenten aussticht und das bei einseitiger Ernährung...

Daher zeigen wir heute für alle Seefahrer, Weiberhelden, Fensterputzer und Veganer: Popeye: "The Paneless Window Washer" (1937).

"Erinnerungen" an Che

Cover der italienischen Ausgabe
Aleida March, Witwe von Ernesto Che Guervara, stellte am Donnerstag in der "Casa de las Américas" in Havanna ihr Buch "Erinnerungen" vor. Sie habe sich nie zum Schreiben berufen gefühlt, trotzdem musste sie ihre "teuersten Erinnerungen an meinen Mann erzählen". "Ich habe nie Journalisten Interviews gegeben und werde es auch nicht tun, hier ist alles geschrieben, was ich zu sagen habe."

Die beiden lernten sich während des Guerillakampfes gegen die Batista-Dikatur kennen und lieben. Nach dem Sieg der Revolution heirateten sie und lebten acht Jahre zusammen, bevor Che zunächst in den Kongo und später nach Bolivien aufbrach. Sie leitet das "Centro de Estudios Che Guevara" in Havanna.
Das Buch widmete sie ihren gemeinsamen vier Kindern und früheren kubanischen Präsidenten Fidel Castro.

Erschienen ist das Buch bisher in Italien, Spanien, Grichenland und Serbien. Im Mai erfolgt die Veröffentlichung in Japan. Auf eine deutsche Ausgabe darf man sich sicherlich schon mal freuen.

Blogkino: Assignment Outer Space (1960)

Im Rahmen unserer Reihe "Blogkino" zeigen wir heute Grundlagenarbeit für Blogger im 21. Jahrhundert. Ray Peterson, normalerweise Reporter für den New Yorker "Interplanetary Chronicle" reist in die ferne Galaxie M12, um für uns eine Story über eine Raumstation zu schreiben.

Blogkino: Death to Weeds (1947)

Auf vielfachen Wunsch und passend zum TV Tipp heute morgen führen wir im Rahmen unseres "Blogkinos" die Reihe mit Filmen mit praktischen Ratschlägen fort. Heute zeigen wir wie Dow Chemical bereits 1947 den Kampf gegen den natürlichen Feind des Menschen - das Unkraut - führte. Später konzentrierte sich Dow Chemical dann auf den Menschen und bekämpfte diesen beispielsweise in Vietnam mit Agent Orange und Napalm und machte ein paar Jahre später im indischen Bophal erneut von sich reden.

TV Tipp: Monsanto, mit Gift und Genen

Wir hatten hier schon eine Weile keinen Fernsehtipp mehr. Daher heute:

Monsanto, mit Gift und Genen

Dienstag, 11. März um 21.00 Uhr
Dokumentarfilm, Frankreich 2007
ARTE F, Synchronfassung, Erstausstrahlung
Regie: Marie-Monique Robin

Der Dokumentarfilm erkundet das Reich des US-amerikanischen Konzerns "Monsanto Chemical Works", dem weltweiten Marktführer für Biotechnologie. Dem Engagement auf diesem Gebiet verdankt "Monsanto" auch, dass es zum umstrittensten Unternehmen des modernen Industriezeitalters wurde, stellte es doch das im Vietnamkrieg zu trauriger Berühmtheit gelangte Herbizid "Agent Orange" her. Heute sind 90 Prozent der angebauten gentechnisch veränderten Organismen "Monsanto"-Patente. Diesen Umstand halten viele für bedenklich.

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Filmfestival "über morgen"

Das Thema des Festivals ist "Utopien, Träume, Weltentwürfe". Die dreizehn Filme die im Rahmen des Festivals gezeigt werden sind bis Mai 2008 in 100 Städten zu sehen. Sie sollen zum Nachdenken anregen und behandeln Themen wie die Zukunft der Erde, alternative Lebensgemeinschaften oder die Ursachen des islamischen Fundamentalismus.

In Stuttgart finden die Vorführungen zwischen dem 3. März und dem 30. April statt. Am Montag den 17.03. um 18:30 läuft im Kommunalen Kino der französische Film Les LIP oder die Macht der Phantasie:
1973 beginnt in der französichen Stadt Besancon ein soziales Experiment: weil die Arbeiter der Uhrenfabrik Lip um ihre Arbeitsplätze fürchten besetzen sie ihre Fabrik und übernehmen die Uhrenproduktion in Eigenregie bis die Fabrik 1975 zerschlagen wird.

Anschließend gibt es eine Diskussion über die aktuelle Relevanz von Betriebsbesetzungen und ihre Einordnung in die Debatte um eine "Solidarische Ökonomie."

Folgende weitere Filme sind Teil des Festivals: Verschwörung der Herzen (Oyvind Sandberg), I Broke my Future (Carla Gunnesch ), Eggesin möglicherweise (Olaf Winkler, Dirk Heth), Der Duft des Paradieses (Marcin Mamon , Mariusz Pilis ), Jesus Camp (Heidi Ewing , Rachel Grady ), Menschen, Träume, Taten (Andreas Stiglmayr), Mit 25 geht's bergab (Milka Pavlicevi, André Schäfer), Gelée Royal - der Staat bin ich (Antje Knapp ), The Wild Blue Yonder( Werner Herzog ), Unser Planet (Michael Stenberg), A Scanner Darkly -“ Der dunkle Schirm (Richard Linklater), Hinter dem Zuckervorhang (Camila Guzman Urzua), Les LIP oder die Macht der Phantasie (Christian Rouaud ).

Ein Trip nach Wien

Wir waren für ein paar Tage in Wien, deshalb gab es Beiträge aus der Konserve und war auch sonst hier nicht viel los im Blog. Die Anreise gestaltete sich reichlich heftig, wir gerieten mit dem Flieger in die Ausläufer des Orkans Emma, worüber ich mich bei Daniel schon ausgelassen hatte. Auch der Rückflug über die Alpen gestaltete sich alles andere als ruhig, der Kotztütenverbrauch in der Kabine stieg deutlich an, woran wir uns nicht beteiligt hatten.

Der Besuch dort hat allerdings auch so Folgen, und zwar persönliche. Nachdem ich zwar nicht als Hungerhaken in den wohlverdienten Kurzurlaub gegangen bin, musste ich nach meiner Rückkehr doch feststellen, daß die hinterhältige österreichische Schmankerl - Taktik voll hingehauen hat. Auf deutsch: Ab sofort morgen ist Schmalhans Küchenmeister.

Bedanken dafür will ich mich bei Lokalen & Cafe's wie "Müllers Cafe" (Hausmannskost, nettes Eckbeisl in der Yppengasse 2), dem Lokal "Zum Basilisken" (Schwer zu finden und kaum zu toppen), dem Gulaschmuseum, sowie dem Palatschinkenpfandl, dem "Kellergewölb" sowie (Auszugsweise) den Café Central, dem Café Putz in der Brunnengasse 49 und dem Café Zartl. In letzterem haben wir zwar nicht den Alfred Hrdlicka getroffen, sein eindrucksvolles Mahnmal gegen Krieg und Faschismus haben wir uns trotzdem eingehend angesehen:

Bildserie: Mahnmal gegen Krieg und Faschismus

Historisch gesehen gerät man in Wien leicht in die Gefahr, sich in der schier unendlichen Zahl von Museen, Gedenkstätten usw. zu verlieren. Es empfiehlt sich daher vor einem Besuch eine entsprechende Planung. Da im Ergebnis von Emma sich das Wetter in den paar Tagen nicht gerade von seiner freundlichsten Seite zeigte (2 erledigte Schirme) haben wir einige unserer Aktivitäten in Gebäude verlegt.

So haben wir ausführlich im Dokumentationsarchiv österreichischer Widerstand herumgestöbert und ein paar Ausstellungen, zum Beispiel das Museum in der Judengasse oder eine Ausstellung von "Amnesty International" zum Thema Folter im "Foltermuseum" besucht. Interessant an letzterer Ausstellung ist der Kontext zur aktuellen Situation, der in der Ausstellung hergestellt wird.

Die Schönwetterphasen nutzten wir für ein paar der in Wien zahlreich vorhandenen Bauwerken - für deren Besichtigung man alleine schon Wochen zubringen kann interessierte uns weniger die Wohnorte der Reichen & Schönen als vielmehr die der sogenannten "Normalbevölkerung".

Vor allem der Karl-Marx Hof in Heiligenstadt ist ein Abstecher wert. Bei WikiPedia heißt es:

Bekannt wurde der Karl-Marx-Hof während des Februaraufstands, der sich 1934 gegen den austrofaschistischen Ständestaat richtete. Die aufständischen Arbeiter und der Republikanische Schutzbund verschanzten sich im Karl-Marx-Hof und gaben erst nach Artillerie-Beschuss durch das Bundesheer und die Heimwehr auf. Als Kommanandant einer Kompanie des Freiwilligen Schutzkorps war der spätere Widerstandskämpfer Karl Biedermann führend an der Eroberung des Gebäudes beteiligt. Während des Ständestaates wurde der Karl-Marx-Hof in Heiligenstädter Hof unbenannt, 1945 erhielt er seinen ursprünglichen Namen zurück. Die schweren Bombenschäden wurden in den 50ern behoben.

Bildserie: Karl - Marx Hof

Der Wind in Wien-Simmering pfiff uns heftig um die Ohren, als wir die vier ehemaligen Gasometer aus dem Jahre 1896, die in einem umfangreichen Umbau von 1999 bis 2001 unter anderem zu Wohnungen umgebaut wurden, besichtigten.

Bildserie: Gasometer

Eine weitere Wohnform kann man sich mit dem Hundertwasserhaus ansehen.

Bildserie: Hundertwasserhaus

In die Gegend in Josefstadt rund um den Brunnenmarkt wo seit Anfang März mit der Sanierung begonnen werden soll finden sich zahlreiche Läden und Internetcafe's. Einen Besuch wert ist der Straßenmarkt in der Brunnengasse hin zum Yppenmarkt, wo es nichts gibt, was man nicht kaufen oder probieren oder ansehen kann. Der Markt ist mit 163 transportablen Ständen der größte Straßendetailmarkt Europas.

Bildserie: Wien

Habe ich angesichts dieses Anblicks eigentlich schon erwähnt, daß es auch mehrere hundert anziehende Würstelbuden in Wien gibt?

Übernachtet hatten wir in der Jugendherberge am Friedrich Engels Platz im Bezirk Brigittenau. Im Vergleich zu anderen Jugendherbergen ist das Frühstück dort weniger erwähnenswert. Es ist halt im Übernachtungspreis enthalten. Für ein paar Euro kann man ein paar Schritte entfernt über den im Vergleich zur Region Stuttgart hervorragend ausgebauten und günstigen öffentlichen Nahverkehr (vor der Juhe gibt es eine Tram mit Direktverbindung ins Zentrum, zum Prater usw.) allerdings genügend günstigen Frühstücksmöglichkeiten erreichen. Überhaupt ist die Straßenbahn, zum Beispiel die um den Stadtkern im Abstand weniger Minuten herumfahrenden Linien 1 & 2, geeignet, um einen stressfreien Überblick zu bekommen, vor allem für Leute, die sich die scheißteuren Fiaker (50 Euro aufwärts!!) nicht leisten wollen oder können.

Die Linien fahren unter anderem am Parlament vorbei. Als wir versuchten, uns diesem zu nähern, überkam uns wieder dieses eigenartige Gefühl, beobachtet zu werden.

Bildserie: Wien

Überhaupt ist Wien eine Stadt, die von sehr aufmerksamen und freundlichen Menschen besiedelt ist, die orientierungslosen Besuchern weiterhelfen. Abgesehen davon hatten wir den Eindruck, daß Städte auch ohne die in unserer Region so oft hochgehaltene und von anderen belächelte Kehrwochenromantik sauber gehalten werden können.

Ein empfehlenswerter Ausgangspunkt für eine Suche nach politischen Aktivitäten ist unter anderem die Linkseiten der rosa Antifa Wien oder der Freiraumgruppe Wien.

Unter dem Strich: Sehr sehenswert, auch wenn hier nur ein kleiner Teil unserer Aktivitäten erwähnt ist, werden wir diese mit Sicherheit nochmal vertiefen.

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