trueten.de

»Sie haben es getan und sie werden es jederzeit wieder tun, wenn es ihnen gestattet wird.« Hans Frick

Spanien im Herzen

Zum Thema spanische Revolution verweise ich auf eine Veranstaltung im abz:

"Aus aller Welt kamen Menschen um die Spanische Republik zu verteidigen. Darunter war auch die Stuttgarter Fotografin Gerda Taro. In ihren mit Robert Capa in den Jahren 1936/37 entstandenen Fotoreportagen ist der spanische Bürgerkrieg dokumentiert. 1937 wurde sie während eines Luftangriffs der deutschen Legion Condor getötet."

25 Jahre Ejército Zapatista de Liberación Nacional (EZLN)

EZLN Logo
Foto: HPG Online
Am 17. November 1983 wurde die zapatistische Guerilla Ejército Zapatista de Liberación Nacional (EZLN) gegründet. Wir gratulieren zum 25.Geburtstag und grüßen die compañeros y compañeras in Chiapas.

Informationen, direkte Solidarität und aktuelle Nachrichten aus Chiapas:

Gruppe B.A.S.T.A.
www.chiapas.ch
www.revistarebeldia.org

90 Jahre Novemberrevolution: ALLE MACHT DEN RÄTEN!

Vor 90 Jahren wurde in Deutschland unter der Losung "Alle Macht den Räten!" in der Novemberrevolution die Macht der herrschenden Klassen gebrochen. Wenige Wochen nach der Verkündung der „freien sozialistischen Republik Deutschland“ durch Karl Liebknecht wurden er und Rosa Luxemburg am 15.1.1919 brutal ermordet - die Revolution wurde blutig niedergeschlagen.

Karl Liebknecht, Berlin 1917 via redblog

Einige Lesebefehle zum Thema:

"Die Novemberrevolution im Herbst 1918 bringt das Ende des Ersten Weltkriegs und stürzt die Monarchie. Der erfolgreiche Auftakt findet in München statt: In der Nacht von 7. auf 8. 11. proklamiert Kurt Eisner den Freistaat Bayern. Er wird der erste bayerische Ministerpräsident. Dennoch ist er weitgehend vergessen und die Räterevolution wird bis heute meist als blutige Unruhezeit diskreditiert -“ obwohl es die einmarschierenden "Weißen" waren, die ein Blutbad anrichteten." Beitrag von Andrea Naica-Loebell

"Die Revolution in München brach zwei Tage vor der Berliner aus, am 7. November 1918, dem Jahrestage Eures Sieges. Ihre -“ im Sinne der politischen Wirkung -“ Gründlichkeit ging weit über die von Eisner mit dem konterrevolutionären Sozialpatrioten Auer verabredeten Vorsätze hinaus. Geplant war nur nach einer Massendemonstration die Erzwingung einer "rein demokratischen" Verfassung unter Beibehaltung der Monarchie und die Einsetzung eines "sozialistischen" oder doch von soidisant-Sozialisten garnierten Kabinetts nebst den üblichen Zusagen, als Erbschaftssteuer, Aufhebung der 1. Kammer, Wegsteuerung der Kriegsgewinne etc. Erst als -“ einige Stunden nach Auflösung des Meetings auf der Theresienwiese -“ die Volksbewegung mächtig anschwoll, sich ihr die gesamte Garnison unter Sprengung der Kasernen-Internierung anschloß und aus der Demonstration offensichtlich eine Revolution geworden war, zog Eisner daraus die Konsequenz, nachdem schon am Nachmittag von mir zuerst die Republik ausgerufen und zur Bildung von Arbeiter- und Soldatenräten aufgefordert war, am späten Abend die Wahl eines Soldaten- und Arbeiterrats vornehmen zu lassen und in der Nacht als dessen Vorsitzender im Landtagsgebäude die "sozialistische Republik" zu proklamieren, während Auer noch in derselben Nacht bei den militärischen Stellen fünfhundert "zuverlässige" Mannschaften anforderte, um die Bewegung zu unterdrücken." Erich Mühsam via entdinglichung

"Es sind nicht die siegreichen, es sind die erstickten und unterdrückten, die verratenen und verleugneten Revolutionen, die ein Volk krank machen. Deutschland krankt an der verratenen Revolution von 1918 noch heute." Sebastian Haffner in „Der Verrat“ via redblog

"Die größte aller Revolutionen"  -“ die heute fast vergessen ist" ("junge Welt", 06.11.)

"Die Geschlagenen von heute werden die Sieger von morgen sein. Denn die Niederlage ist ihre Lehre. Noch entbehrt ja das deutsche Proletariat der revolutionären Überlieferung und Erfahrung. Und nicht anders als in tastenden Versuchen, in jugendhaften Irrtümern, in schmerzlichen Rückschlägen und Mißerfolgen kann es die praktische Schulung gewinnen, die den künftigen Erfolg gewährleistet.
Für die lebendigen Urkräfte der sozialen Revolution, deren unaufhaltsames Wachstum das Naturgesetz der Gesellschaftsentwicklung ist, bedeutet Niederlage Aufpeitschung. Und über Niederlage und Niederlage führt ihr Weg zum Siege."
Karl Liebknecht in "Trotz alledem!"

• "Ihr stumpfen Schergen! Eure "Ordnung" ist auf Sand gebaut. Die Revolution wird sich morgen schon "rasselnd wieder in die Höh' richten" und zu eurem Schrecken mit Posaunenklang verkünden: Ich war, ich bin, ich werde sein!" Rosa Luxemburg: "Die Ordnung herrscht in Berlin"

Friedrich Ebert: "Ich hasse die Revolution wie die Sünde" (Freitag, 06.11.)

• Revolution in Deutschland - Chancen und Grenzen des gesellschaftlichen Aufbruchs vor 90 Jahren. Dossier im "Neuen Deutschland"

"Im Oktober 1917 war aus Russland ein entscheidendes Signal gekommen: die russischen Arbeiter hatten den Krieg durch die Revolution beendet und eine neue Ära der Menschheitsgeschichte eingeleitet. Die Führung der SPD, die 1914 dem Kaiser die Kriegskredite bewilligt hatte, um "das Vaterland zu verteidigen", konnte die Massen nicht mehr kontrollieren. Die Zeit war reif für die Revolution."  rf-news zur Verkündung der freien sozialistischen Republik Deutschland

• Revolution ist tanzbar: "Bullet With Butterfly Wings" via gonorrea

Filmabend „Aufstand der Würde“ + Diskussion / Reisebericht

Heute Abend (5.11.) findet um 19 Uhr im Komma Esslingen ein Filmabend über die zapatistische Bewegung in Chiapas, Mexiko statt. Gezeigt wird der Film „Aufstand der Würde“ vom Zwischenzeit e.V. Münster. Anschließend ist Raum für eine lockere Diskussionsrunde mit Freunden, die unterschiedlich lange in verschiedenen zapatistischen Communen zu Besuch waren. Der Solieintritt beträgt 5 Euro, dafür gibt es leckeres veganes Essen und alkoholfreie Getränke kostenfrei.
(Wie immer -“ wer selber nicht genug hat muss auch nix zahlen -“ alkoholische Getränke kosten eine Kleinigkeit)

Jeder finanzielle Überschuss kommt der zapatistischen Bewegung zu Gute.

Veranstalter: Alternative Jugend Esslingen - AJE

Vor 39 Jahren wurde der Autor des "Handbuchs des Stadtguerillero" erschossen

Am 4. November 1969 endete das Leben von Carlos Marighella. Er wurde in der brasilianischen Stadt Sao Paulo von Polizisten der politischen Polizei DOPS erschossen.

Marighella, geboren am 5. Dezember 1911, trat 1934 der Kommunistischen Partei Brasiliens bei und war auf verschiedenen Ebenen der Partei aktiv. Unter anderem wirkte er im Zentralkomitee mit und vertrat die KP im Kongress.

1964 putsche sich in Brasilien das Militär an die Macht. Wie in anderen lateinamerikanischen Ländern ging auch in Brasilien das Militär brutal gegen die Opposition, vor allem gegen die Linke, vor.
Nachdem Marighella wegen seiner Kritik an reformistischen Tendenzen innerhalb der KP und seiner Nähe zum revolutionären Kuba aus der Partei gedrängt worden war, gründete er mit anderen GenossInnen 1967 die Ação Libertadora Nacional (Nationale Befreiungsbewegung). Seine Erfahrungen, die er im zweijährigen Widerstandskampf der Stadtguerilla sammelte, schrieb er 1969 im Handbuch des Stadtguerillero nieder.

In den siebziger Jahren formierten sich in zahlreichen lateinamerikanischen Ländern Stadtguerilleras, die urbane Zentren als ihren Aktionsraum sahen.

Das Handbuch begann jedoch nicht nur in Lateinamerika zu zirkulieren, auch in Europa fanden sich zahlreiche interessierte LeserInnen. Bereits 1969 wird der Text in Frankreich veröffentlicht und sofort verboten. Die deutsche Erstausgabe erscheint 1970 in der Zeitschrift “Sozialistische Politik- (SoPo), die Otto-Suhr-Institut der FU Berlin herausgegeben worden ist.

Umgehend findet der Text als Nachdruck Verbreitung. Auch hierzulande reagierte der Staat unverzüglich mit Verbot, Hausdurchsuchungen . Die Redaktion der SoPo soll davon jedoch unbehelligt geblieben sein. Im April 1971 veröffentlicht der Rowohlt-Verlag unter dem bescheidenen Titel "Zerschlagt die Wohlstandsinseln der 3. Welt" ein Taschenbüchlein, in dem Marighellas Handbuch des Stadtguerillero veröffentlicht wurde. Auch der Rowohlt-Verlag blieb von der Polizei unbehelligt, es blieb jedoch bei einer Auflage.

In den folgenden Jahren tauchten immer wieder Nachdrucke des Handbuches auf, mal wurde es konfisziert, mal nicht. Ab Mitte der achtziger Jahre legte sich das Interesse des Staates an dem Text.

Carlos Marighella: Handbuch des Stadtguerillero deutsch, englisch, spanisch, französisch, japanisch, portugisisch
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