BRASILIEN
Um Druck auf die Regierung bei der Umsetzung der Agrarreform auszuüben, hat die Landlosenorganisation “Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra- (MST) in Brasilien am vergangenen Wochenende 17 Landgüter besetzt.
Einer der Sprecher der MST, José Rainha Júnior, sagte gegenüber Pressevertretern, die Besetzungen im Südosten des Landes seien Teil der Aktion “Roter Karneval-, bei der in den kommenden Tagen insgesamt 100 Ländereien besetzt werden sollen.
ECUADOR
Die Wahlen auf kommunaler und regionaler Ebene in Ecuador haben die politische Landschaft durcheinandergewirbelt. Am spektakulärsten war die Wahl des Vertreters der neuen Partei SUMA, Mauricio Rodas, zum Bürgermeister von Quito. Bisher galt Quito als eine Bastion der regierenden Alianza PaÃs (AP). Ebenso verlor AP die Bürgermeisterschaft in Cuenca, eine der größten Städte in Ecuador. Die Medien, die die konservativen und rechten Kräfte des Landes medial unterstützen, jubelten über die Verluste von AP und witterten Morgenluft. Zwei Tage nach der Wahl stellte sich die Situation etwas differenzierter dar.
EL SALVADOR
ARENA, die rechtsgerichtete Partei, die mit Norman Quijano am kommenden Sonntag bei der Stichwahl ums Präsidentenamt El Salvadors antritt, ist von einem neuen Korruptionsskandal betroffen.
KOLUMBIEN
Das Jahr 2013 war ein tödliches Jahr für Menschenrechtsverteidiger, so der neue Bericht “D de Defensa- der kolumbianischen Nichtregierungsorganisation “Somos defensores-. 78 Menschenrechtsaktivisten wurden ermordet, gegen 39 wurde ein Attentat verübt und über 200 wurden bedroht.
Die kolumbianische ELN-Guerilla hat die Verantwortung für die Schüsse auf den Konvoi der Präsidentschaftskandidatin der Unión Patriótica (UP), Aida Avella, vor einer Woche übernommen und sich entschuldigt. Es sei ein “Versehen- gewesen.
KUBA
Ein Konzert für die Freiheit der drei noch in US-Haft festgehaltenen Mitglieder der "Cuban Five" ist in der Nacht zum Sonntag zu einer mitreißenden Begrüßungsfeier für Fernando González geworden. Der 50jährige Aufklärer, der nach 15 Jahren, fünf Monaten und 15 Tagen in US-Haft am Freitag mittag (Ortszeit) nach Kuba zurückgekehrt war.
VENEZUELA
Ungeachtet der andauernden Proteste von Oppositionsgruppen in Venezuela und gewalttätigen Ausschreitungen haben in dem südamerikanischen Land am Mittwoch hunderttausende Menschen des vor einem Jahr verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez gedacht.
Der Herausgeber von “Últimas Noticias-, Eleazar DÃaz Rangel, hat die Berichterstattung der privaten Medien über die aktuellen Proteste in dem südamerikanischen Land kritisiert.
Am Mittwoch hat Venezuela die diplomatischen Beziehungen zu Panama abgebrochen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit auf Eis gelegt. Den Beschluß begründete Nicolás Maduro mit dem Antrag, den Panama bei der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) gestellt hatte. Das Land hatte von dem US-dominierten Gremium ein außerordentliches Treffen der Außenminister gefordert, um über die Situation in Venezuela zu beraten.
Der lateinamerikanische Fernsehsender Telesur strahlte zum ersten Todestag von Chávez die 50-minütige Dokumentation “Mi amigo Hugo- des US-amerikanischen Regisseurs Oliver Stone aus.
Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog, Ausgabe vom 07. März 2014
Druck gleich Krieg in Vorratshaltung. Was ist zu tun?
Krieg? Keine Rede. Das Ganze in der Ukraine ist nur Rollenspiel. Rollenspiel Putins, um wieder ins Geschäft zu kommen.
Obama, Steinmeyer, Merkel und so weiter sind ernste Sorgenkreaturen. Sie mahnen, wo sie können. Und erwägen gewichtige Ausreden. Für den Augenblick. Weil dummerweise der eigentliche Krieg schon gelaufen ist. Zugunsten Russlands. Und alle deshalb schon nachdenken, wie sie Putin - später einmal - wirtschaftlich um die Ecke kriegen können.
Nach langem Grübeln muss man dann leider sagen, dass beide Parteien genau das gleiche in ihren Überlegungen behandeln: Wie können wir unserem Gegner mit möglichst großem Erfolg eine reinwürgen, ohne uns selbst zu großen Schaden zuzufügen. Also stehen sich Obama mit seinem Rausschmiß aus der G8-Kommission und Putin mit seinen zunächst waffenlosen Männern ziemlich gleich gegenüber.
Was können Friedensfreunde gegen diese Konstellation unternehmen? Eines muss klar sein. Es unterliegt die ganze Bevölkerung der Krim seit vielen Jahren einer bewußtlosen Umwälzung. Durch Herrschende, die nach dem Willen der Untertanen nicht fragen. Wäre Chruschtows Willkürakt nicht geschehen mit der Preisgabe einer ganzen Provinz an die Ukraine - in den fünfziger Jahren - dann würde sich das gegenwärtige Problem gar nicht stellen. Dann würden sich keine nationalistischen Streitigkeiten vor das Hauptproblem stellen. Dasjenige nämlich, welche Klasse herrscht, welche beherrscht wird. Dann könnten sich die dortigen Einwohner zusammen - oder gegeneinander - selber einigen, wie und von wem sie regiert werden wollen.
Vor diesem Hintergrund wird die Verlogenheit unserer westlichen Dröhner klar. Wenn Merkel zum Beispiel sich in ihren Äußerungen immer wieder beruft auf die "Unveränderlichkeit der Grenzen des ukrainischen Territoriums", dann bedingt sie sich mit gewohnt leiser Stimme genau das aus, was dem Ganzen zugrundeliegt. Den Fortbestand des Unrechts der Gewalt über die Völker. Anstatt seine Aufhebung.
Was bleibt uns, den restlichen Friedensfreunden? Wir können nicht losrennen mit Fahnen voller Versprechen. Nicht einmal das bloße "Waffen nieder" hilft hier mehr. In einer Welt, die ganz zuletzt nur vom Dröhnen der Waffen bestimmt wird, hat das keinen Zweck. Uns bleibt nur eines. Wenigstens den Rückgang der letzten Vergewaltigung - die Schenkung Chrustschows - zu beschleunigen. Und damit den Rückgang aller Völker zum eigentlichen Kampf. Zur Auflehnung gegen die jahrhundertelange Unterdrückung.
Es bleibt dabei. Auch der Kampf um Frieden bleibt Kampf. Nur ein solcher um den letzten Kern- ohne falsche nationale und nationalistische Ablenkungen-der eigentliche Kampf Klasse gegen Klasse.