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»Die Flut sagte zum Fischer: Für das Toben meiner Wellen gibt es viele Gründe. Der wichtigste davon ist, dass ich für die Freiheit der Fische und gegen das Netz bin.« Sherko Bekas

Carnival Al-Lajíin_Al-Lajiáat - Karneval der Geflüchteten in Berlin

Foto: heba / Umbruch Bildarchiv
"Wir machen den Carnival Al-Lajíin_Al-Lajiáat, weil wir uns gegen eine Abschottung Europas stellen, weil wir den Umgang mit Geflüchteten in Deutschland verurteilen und weil wir die Lager in Berlin verhindern wollen. Es geht um Menschen mitten unter uns und um ihre Menschenwürde, um die Menschenwürde von uns allen."

Trotz Nieselregen zogen am Sonntag rund 5.000 Menschen beim Carnival Al-Lajíin_Al-Lajiáat, dem "Karneval der Geflüchteten", vom Platz der Luftbrücke durch Kreuzberg. Das antirassistische Bündnis "My Right is Your Right" hatte anlässlich des Globalen Aktionstags gegen Rassismus zu dem Umzug aufgerufen, unterstützt wurde er unter anderem von Berliner Theatern. "Mit verschiedenen Performances, Tänzen, Kostümen, Flashmobs, Musik und Redebeiträgen wolle man nach Karnevalstradition den herrschenden Strukturen eine Kultur des Lachens und des kreativen Widerstands entgegensetzen, hieß es im Vorfeld." Das ist eindrucksvoll gelungen. Seht selbst.

Eine Fotoserie beim Umbruch Bildarchiv

Blogkino: Die Utopie leben - Vivir la utopía (1997)

DIE UTOPIE LEBEN behandelt die Spanische Revolution und wirft einen Blick auf die anarchistische Bewegung in Spanien. Der Film zeigt bislang wenig bekannte Seiten der radikalen gesellschaftlichen Veränderungen, die sich während des Bürgerkriegs von 1936 bis 1939 in jenen Gebieten zutrugen, die in der Hand der Republikaner waren.

Zeitzeugen aus den Reihen der Anarchisten berichten über ihre Erfahrungen. Einige von ihnen, darunter Conxa Pérez, standen Gestalten in Ken Loachs Film LAND AND FREEDOM Pate. Gesprächspartner sind 30 Überlebende der Spanischen Revolution, die in verschiedenen Teilen des Landes wohnen. Sie waren alle Anarchisten und hatten verschiedene Aufgaben und Verantwortungsbereiche. Viele von ihnen leben noch im Exil in Frankreich, Kanada, Mexiko und Venezuela. Sie sind eigens nach Spanien gekommen, um Zeugnis abzulegen.

Der Dokumentarfilm gibt einen Überblick über die Geschichte der anarchistischen Bewegung seit dem 19. Jahrhundert, die Gründung der CNT (Confedéración Nacional del Trabajo) und der FAI, die Rolle von Kultur und Erziehung (Modernes Schulwesen), die Vielfalt der Ideen und Aktivitäten im Vorfeld der Zweiten Republik, den Staatsstreich der Militärs, der sowohl einen Krieg als auch eine Revolution (die einzige anarchistische Revolution) auslöste, und insbesondere über die Einrichtung und das Funktionieren der Kollektivbetriebe in den ländlichen und städtischen Gebieten. Er schließt mit der Niederlage des republikanischen Lagers im Jahre 1939, die der Revolution ein Ende bereitete. (Via anarchismus.de)

Blogkino: The Assassination of Trotsky (1972)

Heute setzen wir die Serie mit Filmen, die sich dem Thema Anarchismus widmen, im Rahmen unserer Reihe Blogkino mit "The Assassination of Trotsky" aus dem Jahre 1972 fort. Wikipdia führt zu diesem einst als einer der schlechten Filme aller Zeiten bezeichneten Streifen das folgende aus: "Mexiko-Stadt im Jahre 1940. In der Vorstadt Coyoacán lebt seit seiner Flucht aus Stalins Sowjetunion der bolschewistische Revolutionär und einstige Weggefährte Lenins, Leo Trotzki, im Exil. Nur wenige Menschen lässt der stets auf der Hut vor etwaigen, von Stalin gedungenen Attentätern befindliche alte Mann an sich heran. Sein Haus wird schwer bewacht, völlig freien Zugang hat lediglich Trotzkis Lebensgefährtin Natalja. Am 23. Mai 1940 unternimmt eine im Auftrag von Stalins NKWD tätige Gruppe linientreuer Kommunisten unter der Führung des mexikanischen Malers Ruiz einen Anschlag auf das Gebäude. Das Attentat misslingt, lediglich Sheldon Harte, der amerikanische Leibwächter Trotzkis, gerät in die Hände der Verbrecher und wird wenig später tot aufgefunden. In einem Gespräch mit dem Polizeipräsidenten der mexikanischen Hauptstadt, Salazar, gesteht Trotzki zwar ein, dass man ihn vor einem anstehenden Anschlag gewarnt habe, bestreitet aber ganz entschieden, die Attacke eigenhändig inszeniert zu haben, um die Sympathien in der Öffentlichkeit zu seinen Gunsten zu beeinflussen. (...)"

Den Ewiggestrigen ins Stammbuch geschrieben

„Ein unsichtbarer Feind ist-™s, den ich fürchte,
Der in der Menschen Brust mir widersteht,
Durch feige Furcht allein mir fürchterlich.

Nicht, was lebendig, kraftvoll sich verkündigt,
Ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz
Gemeine ist-™s, das ewig Gestrige,
Was immer war und immer wiederkehrt
Und morgen gilt, weil-™s heute hat gegolten!“

Friedrich von Schiller, Wallensteins Tod

Revolution an der Tanzbar: Emerson, Lake & Palmer - Pictures at an exhibition

Keith Emerson, Magier an den Tasten des Progrock Trios Emerson, Lake & Palmer ist tot. In den 70ern gehörten deren revolutionäre Interpretation von Modest Petrowitsch Mussorgski 1874 komponierten Klavierzyklus "Bilder einer Ausstellung" zur Pflicht eines jeden Progrock Fans, bis dahin, es im Musikuntericht zu behandeln. Auch in den späteren Jahren machte die Band bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1998 aufsehen erregende Mucke und traten vereinzelt noch gemeinsam auf, zum Beispiel am 25. Juli 2010. Das Konzert zeigen wir unten, im Anschluss an das Konzert vom 9. Dezember 1970 im Londoner Lyceum Theatre.

Für heutige Hörgewohnheiten vielleicht ungewohnt, trotzdem nicht nur bemerkenswert, weil ursprünglich Jimi Hendrix als Mitglied für die Band eingeplant war. Vielleicht rocken er und Keith Emerson nun irgendwo zusammen...



Blogkino: La Patagonia Rebelde (1974)

Heute setzen wir die Serie mit Filmen, die sich dem Thema Anarchismus widmen, im Rahmen unserer Reihe Blogkino mit La Patagonia Rebelde (Rebellion in Patagonien) fort. Zum preisgekrönten Film schreibt das Deutsche Historische Museum: "1923: In Buenos Aires wird ein Offizier auf offener Straße erschossen. Die Filmhandlung springt drei Jahre zurück. Auf den britischen Schaffarmen in Patagonien haben anarchistische und sozialistische Gruppen einen Streik ausgerufen, sie kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen. Coronel Zavala soll den Aufstand niederschlagen. Aber er ergreift für die Streikenden Partei und erwirkt ein Abkommen zwischen den Arbeitern und Gutsbesitzern. Die Gutsbesitzer sehen diesen Kompromiss als Niederlage und halten sich nicht an die geschlossenen Verträge. Ein erneuter Aufstand der Arbeiter wird vom Militär auf Befehl von Zavala blutig niedergeschlagen, der sich endgültig auf die Seite der Mächtigen stellt. Osvaldo Bayer, ein argentinischer Historiker deutscher Abstammung, dokumentierte die Ereignisse in vier Bänden und verfasste gemeinsam mit Regisseur Héctor Olivera das Drehbuch."

Vor einigen Jahren schrieb Henriette Keller in der Graswurzelrevolution einen Beitrag zu den dem Film zugrundeliegenden Büchern von Osvaldo Bayer: Aufstand in Patagonien. Übersetzung aus dem argentinischen Spanisch von Boris Schöppner. Trotzdem Verlagsgenossenschaft, Frankfurt/M. 2010, ISBN 978-3-86569-910-7, 423 Seiten, mehrere s/w-Fotos,

Zuletzt bearbeitet am 15.03.2016 17:51

Blogkino: Zero for Conduct (1933)

Heute setzen wir die Serie mit Filmen, die sich dem Thema Anarchismus widmen im Rahmen unserer Reihe Blogkino mit dem 1933 von Jean Vigo gedrehten Zéro de conduite fort. Der autobiografische Film beschreibt die Revolte von Schülern eines Internats gegen Langeweile und Bevormundung. Nachdem sie aus den Ferien zurück ins Internat kommen werden sie von dem dortigen Personal auf den harten Boden der autoritären Tatsachen geholt. "Betragen ungenügend" - so der deutsche Titel droht jedem, der sich nicht dem streng bürgerlichen Verhaltenskodex unterwirft. Dagegen rebellieren 4 Schüler und fesseln am Vorabend eines Schulfestes den Aufsichtslehrer ans Bett, hissen auf dem Dach die Piratenfahne und werfen Schulbücher und Schuhe auf das Fest.

Bis ins Jahr 1946 war der bewußt mit surrealistischen Stilmitteln arbeitende anarchistische Film verboten und durfte erst ab 1945 wieder aufgeführt werden.

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