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»Die Tragödie meines Lebens begann an dem Tag, als ich geboren wurde, inmitten der Armut, in der meine Wiege stand.« Francisco "Pancho" Villa

Über Langeweile und die Frage, wie man das alles aushalten soll

"(...) Sobald ich das Haus verlasse, treffe ich auf digitale Lemminge und junge Männer, die in Autos steigen, die über einen eingebauten Soundgenerator und künstliche Fehlzündungen verfügen. Anschließend rasen sie mit denen röhrend durch die Stadt. Rasend schnell nach Nirgendwo. Dieser Lebensstil birgt den Vorteil, nicht denken zu müssen. Wer es eilig hat, kann nicht denken. Jede kleinste Unterbrechung, jedes Zögern birgt die Gefahr, dass man zu denken anfängt, und das könnte dazu führen, dass einem der Wahnsinn der ganzen leeren Betriebsamkeit aufgeht. (...)

In einer Toreinfahrt sehe ich eine Frau, die die Ritzen der Betonplatten mit einem Unkrautvernichtungsmittel beträufelt. In der Fußgängerzone stoße ich auf eine junge Mutter. Sie hat ihr Baby aus dem Wagen herausgenommen und trägt es auf ihrem linken Arm. In der rechten Hand hält sie ihr Smartphone, dem ihre ganze Aufmerksamkeit gilt. Der Blick des Kindes geht unruhig-suchend zwischen dem Gesicht der Mutter und dem Handy hin und her. Es wirkt verstört.

Hundert Meter weiter treffe ich einen Freund, den ich eine Weile nicht gesehen habe. Erfreut biete ich ihm an, ihn auf seinem Rückweg zu seiner Arbeitsstätte zu begleiten. Nach ein paar Metern klingelt sein Handy. Ich sage: Wenn du rangehst, bin ich weg! Er geht ran, und ich wende mich ab und gehe. (...)

Keiner nimmt auf niemand Rücksicht, niemand hält einem die Tür auf, schon Blickkontakt ist eine Seltenheit. Unter 30jährige wischen beinahe ständig auf ihren Smartphones herum oder sprechen in sie hinein. Selbst auf dem Fahrrad wird telefoniert. Die Leute erleiden ihre Totalüberwachung nicht, sondern zelebrieren sie als Freiheit. Die unterworfenen Subjekte sind sich ihrer Unterwerfung nicht einmal bewusst. (...)

Wie man das aushalten soll? Das ist die eigentlich spannende Frage, aber die hat ja niemand gestellt.(...)"

Aus: Bloß nicht langweilen. Zur Dialektik von Integration und Widerstand und zum Zwiespalt zwischen Hoffnung und Erfahrung angesichts elender Verhältnisse, Beitrag von Götz Eisenberg in der Tageszeitung "junge Welt" vom 29. Mai 2019

Blogkino: The Weather Underground (2002)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus "The Weather Underground": In den Sechziger und Siebziger Jahren war die Polarisierung der politischen Situation in den USA akut mit dem Vietnam-Krieg und den Kampf um die Bürgerrechte verbunden. Angesichts der scheinbar wirkungslosen Methoden des friedlichen Protests und Widerstands bildeten sich innerhalb der Protestbewegung militante Gruppen, unter anderem der Weather Underground.

Der Film beleuchtet Vorgeschichte und Aktivitäten des Weather Underground. Green und Siegel lassen Aktivisten und Aktivistinnen von damals sprechen und zeigen die vom FBI angewandten illegalen Methoden in der Bekämpfung der Revolte. The Weather Underground wurde 2004 für den Oscar nominiert und ist erst das zweite filmische Dokument zu der US-amerikanischen Stadtguerilla.

(Quelle: Laika Verlag)

"Die Linke will Bitcoin verbieten"

Uiuiuiii, die Linke will (angeblich) Bitcoin verbieten. Wg. Umwelt, nicht wegen Ausbeutung.

"Kapital, sagt der Quarterly Reviewer, flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel."

Karl Marx, in MEW, Bd. 23, S. 788, Fußnote 250

Airbnb & Co enteignen!

Foto: © Umbruch Bildarchiv
AktivistInnen der Initiative „Airbnb und Co. enteignen“ haben am 19. Mai eine über das Ferienwohnungsportal Airbnb angebotene Wohnung in der Hobrechtstraße 7 in Neukölln für mehrere Stunden zu einer Protest-Ausstellung umgewandelt. Mit Videos, Grafiken und Installationen thematisierte die Ausstellung den durch die rund 25.000 Ferienwohnungen erzeugten Verdrängungseffekt in der Stadt.

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Unite & Shine - Demo für Kunstfreiheit

Foto: © Oliver Feldhaus / Umbruch Bildarchiv
Mehr als 5000 Menschen, darunter viele Kulturschaffende und Künstler*innen zogen am 19. Mai 2019 mit einem Demonstrationszug von der Volksbühne zum Platz des 18. März am Brandenburger Tor. Aufgerufen hatten DIE VIELEN zu bundesweiten GLÄNZENDEN DEMOS in Berlin und weiteren Städten, um gegen die Einschränkung der Kunstfreiheit in Ländern Europas wie der Türkei und Russland, aber auch innerhalb der Europäischen Union zu protestieren.

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Blogkino: Burn! - Quemada (1969)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus "Burn!" einen Spielfilm aus dem Jahr 1969, gedreht unter der Regie von Gillo Pontecorvo und mit Marlon Brando in der Hauptrolle. Die Handlung "dient als abstraktes Beispiel der Machenschaften der europäischen Übersee-Handelsgesellschaften in den Kolonien im 18. und 19. Jahrhundert vor dem Hintergrund von noch heute existierenden sozialen und politischen Spannungen in Entwicklungs- und Schwellenländern." (Wikipedia)

Blogkino: Sex in Chains (1928)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus das heute leider kaum noch bekannte, 1928 von von Wilhelm Dieterle gedrehte Drama "Geschlecht in Fesseln". "Wirtschaftskrise in Deutschland. Der Ingenieur Franz Sommer ist arbeitslos. Als seine Ehefrau Helene auf der Straße von einem Unbekannten bedrängt wird, kommt ihr Franz zu Hilfe. Im Handgemenge stürzt der Unbekannte unglücklich und stirbt. Franz muss ins Gefängnis. In Haft wird er von einem Mitgefangenen verführt. In der Freiheit ist seine Frau Helene mittellos, bis ein weiterer Mitgefangener ihr eine Arbeit verschafft. Auch Helene erliegt den Avancen des Mannes. Als Franz nach dreijähriger Haft endlich entlassen wird, findet sich das Paar im Leben nicht wieder zurecht. Beide fühlen sich schuldig und entschließen sich zum Selbstmord."

k9 - combatiente zeigt: Che / Revolucion / Guerilla

Sonntag, 12.05.2019 -“ 19.00 h -“ Größenwahn

"Che - Revolución" teil 1 von steven soderbergh - 2008 - 134 min.

ernesto che guevara trifft fidel castro 1956 in mexiko, gemeinsam mit 80 cubanischen revolucionären setzen sie mit der yacht „granma“ nach cuba über. es beginnt ein zweijähriger guerillakampf.
che als wichtiger stratege und commandante fürt die revolucion in der sierra maestra mit unterstützung der landbevölkerung und mit dem sieg in santa clara bis zum erfolg.
der film bemüht sich um die wiedergabe der historischen abläufe u.a. mit eingespielten historischen originalaufnahmen.

Sonntag, 26.05.2019 -“ 19.00 h -“ Größenwahn

"Che - Guerrilla " teil 2
von steven soderbergh -“ 2008 -“ 130 min.

nach verschiedenen aufgaben im revolucionären aufbau cubas geht che. aus einem brief an fidel: „Andere Gegenden der Welt verlangen die Untertützung meiner bescheidenen Kräfte.“
che versucht in bolivien -mit cubanischen u.a. revolucionären- den ausgangspunkt für eine lateinamericanische revolucion zu erkämpfen. der versuch scheitert u.a. an fehlender unterstützung durch die campesinos, distanzierung der bolivianischen KP,
verfolgung durch das bolivianische militär unter mitwirkung der usa und cia.
der film zeigt die subjektität von ernesto che guevara als revolucionär bis zu seinem tod.

Eintritt jeweils frei!

combatiente zeigt geschichtsbewußt: revolucion muß sein! filme aus aktivem widerstand & revolutionären kämpfen

Weiteres Programm

Blogkino: Tupamaros (1996)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus die 1996 gedrehte Doku "Tupamaros" über die berühmte Guerillabewegung Tupamaros in Uruguay, die sich 1963 formierte und in den frühen 1970er Jahren durch die Militärjunta zerschlagen wurde. "Unsere Aktionen mussten sympathisch und intelligent sein, möglichst gewaltlos und für den einfachen Bauern verständlich", erklärt im Film Pepe Mujica, damals einer der wichtigsten Protagonisten der Gruppe, der viele Jahre Haft und Folter überlebte und von 2010 bis 2015 Präsident Uruguays war. Die Filmemacher Heidi Specogna und Rainer Hoffmann porträtieren den bescheidenen (bekannt als der ärmste Präsident der Welt) und humorvollen Politiker sowie mehrere seiner Weggefährten und begeben sich mit ihnen auf eine bisweilen augenzwinkernde Spurensuche zur Geschichte der Tupamaros. (Mit Filminfos von Filmportal.de)

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