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»The only way to get rid of a temptation is to yield to it.« Oscar Wilde

Blogkino: Fiesta (1995)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus den Spielfilm "Fiesta". Der junge Rafael wird von seinem Vater aus dem Internat geholt und einer Einheit zugeteilt, die in einem Kloster hinter der Front Erschießungen vornimmt. Dadurch soll er den Tod kennenlernen und vor seinem ersten Fronteinsatz abgehärtet werden. Der zum Gehorsam erzogene Rafael ist zunächst eifrig dabei, mit den Feinden des Faschismus kurzen Prozess zu machen ...

Her mit der ganzen Bäckerei: Brötchen

Dinkelbrötchen mit Vollkornanteil, Schneebrötchen, Mischbrötchen und Kürbiskernbrötchen. Statt zum Bäcker zu traben, backen wir seit einiger Zeit unser Brot und die Brötchen selbst. Das klappt ganz gut mit den Rezepten vom Plötzblog, man lernt was dabei und stellt in der Zeit nichts an.

Zum Familienfrühstück gab es neulich Dinkelbrötchen mit Vollkornanteil, Schneebrötchen, Mischbrötchen und Kürbiskernbrötchen.

Buchvorstellung in Anwesenheit des Autors: Betty Rosenfeld - Zwischen Davidstern und roter Fahne

Buchcover „Betty Rosenfeld -“ Zwischen Davidstern und roter Fahne“In Anwesenheit des Autors Michael Uhl wird die Biographie von Betty Rosenfeld (*Stuttgart, 23. März 1907 -“ Auschwitz, 1942) im Hotel Silber vorgestellt. Die radikale linke Stuttgarter Jüdin, die als Sanitäterin bei den Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg im Einsatz war, wurde in Auschwitz ermordet. Siehe auch die Rezension von Wolfgang Hänisch: „Betty Rosenfeld -“ Zwischen Davidstern und roter Fahne“

Der Autor:
Michael Uhl, geboren 1971, Studium der Geschichte und Romanistik, seit 2017 Vollzeit auf Spurensuche im Rahmen des „Betty-Rosenfeld-Projektes“ der AnStifter e. V., dafür Forschungsreisen in Deutschland, Frankreich, Spanien, Israel und den USA.

Gesprächsmoderation:
Klaus Kunkel, Jahrgang 1953, Vorstand der AnStifter.

Mi, 1. Juni 2022, 19:00 Uhr
Lern- und Gedenkort Hotel Silber, Dorotheenstr. 10, 70173 Stuttgart

Veranstalter: Die AnStifter e.V., Hotel Silber, Schmetterling Verlag, Rosa Luxemburg Stiftung BaWü

Das Buch gibt es u.a. im AnStifter-Büro, 70182 Stuttgart, Werastraße 10.

Buchtipp: 1933 - Der Weg ins Dritte Reich

Buchcover: "1933 - Der Weg ins Dritte Reich" von Dr. Ulrich Schneider. Erscheinungstermin: Oktober
Erscheinungstermin: Oktober
Im Januar 2023 jährt sich zum 90. Mal die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler. Wie konnte es dazu kommen? Was waren die politischen Voraussetzungen dieser Machtübernahme? Wer hat sie gewollt, wer hat sich ihr widersetzt und wie wurde sie herbeigeführt? Was war ihr Zweck und welche Ziele wurden damit verfolgt? Gut 70 historische Quellen und Dokumente, umfangreich eingeleitet und kommentiert, zeigen, wie die Errichtung der NS-Diktatur in Übereinstimmung mit den Eliten aus Wirtschaft, Politik und Militär systematisch vorbereitet und realisiert wurde. Sie belegen, wie der Widerstand besonders aus der Arbeiterbewegung niedergeschlagen und innerhalb weniger Wochen ein terroristisches Herrschaftssystem errichtet wurde, wie gesellschaftliche und ideologische Gleichschaltung, politische Verfolgung und rassistische Ausgrenzung funktionierten - und wie von Anfang an auf einen neuen Krieg hingearbeitet wurde. Und das soll eine "rassistische Volksdiktatur" gewesen sein, wie es neuerdings heißt? Die Quellen und Dokumente sprechen eine ganz andere Sprache.

Quellen und Dokumente zur Vorbereitung und Errichtung der NS-Herrschaft

Neue Kleine Bibliothek 319, etwa 200 Seiten, ca. € 14,90 [DJ] / € 15,40 [A]

ISBN 978-3-89438-794-5

Ulrich Schneider, Dr. phil., *1954, Historiker, Generalsekretär der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) sowie Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA,). Autor zahlreicher Bücher.

Undead Chemnitz vor dem Aus?

Keine guten Nachrichten aus Chemnitz:

"Unser Vermieter hat uns heute (19. Mai) ohne Angabe von Gründen zum 30.09.22 gekündigt.
Wir wollten dieses Jahr 20. jähriges Bestehen feiern. Unser Haus ist eine der wichtigsten Kultureinrichtungen in unserer Region und weit über die Grenzen hinaus bekannt und mit internationaler Reputation. Viele, die das hier jetzt lesen, haben schöne Stunden bei uns verbracht oder mit unserer Hilfe Bands, Projekte und Kunst gestartet und organisiert.
„Undead Chemnitz“ ist unser ZUHAUSE! und für viele, viele Menschen ein Zentrum ihres kulturellen Lebens.
Wir geben nicht kampflos auf (das ist gar nicht unsere Art) und wir brauchen jetzt EURE HILFE!
Wir benötigen Anwälte und Vereine und privat Personen, die auf unserer Seite sind und uns helfen."

RiP, Vangelis Papathanassiou

Keine Ahnung, wieviel Rauschkraut wir damals verdrückt hatten, als Demis Roussos und Vangelis Papathanassiou das Kult- und Konzeptalbum 666 mit ihrer Gruppe Aphrodite-™s Child veröffentlichten, eine musikalische Interpretation der Offenbarung des Johannes. Na gut, es waren ein paar Jahre danach, 1972 durfte ich noch nicht rauchen. Wie auch immer, nachdem Demis Roussos ja schon 2015 nach einer zwischenzeitlichen Mutation zum hierzulande bakannten Schlagersänger verstarb, ist vergangenen Dienstag in Agria bei Volos, Griechenland, nun auch Evangelos Odysseas Papathanassiou, kurz: Vangelis, gestorben.

Aus verschiedenen Gründen gefiel mir damals ∞ aka Infinity mit der unglaublichen Performance von Irene Papas, die die Worte „I was, I am, I am to come“ immer wieder in mehr oder weniger hysterischer Weise wiederholte, während Vangelis sie perkussiv begleitet - unschwer als die musikalische Präsentation eines Geschlechtsaktes zu begreifen. Dass es veröffentlicht werden konnte, war dem Umstand zu verdanken, dass man sich mit der Plattenfirma darüber verständigen konnte, die Länge des Songs von 39 auf 5 Minuten verkürzt wiederzugeben. Immerhin wäre es vermutlich schwierig geworden, das Stück auf eine Plattenseite zu bekommen.

Angenehmer Zusatznutzen: Neben dem Test der Lautsprecherkanäle der eigenen Stereoanlage konnte man auch ältere Menschen mit roten Gesichtern beobachten.

Wie auch immer. Möge die Erde Dir leicht sein, Vangelis.

Zuletzt bearbeitet am 20.05.2022 11:03

Blogkino: The Rider Named Death / Всадник по имени смерть (2004)

Heute zeigen wir im Blogkino mit Filmen zum Thema Ⓐnarchismus den Spielfilm "The Rider Named Death". Der Plot: Im vorsowjetischen Russland führt Boris Sawinkow eine terroristische Gruppe von Mitgliedern der sozialrevolutionären Partei an, die für den Tod von Gouverneuren und Ministern verantwortlich ist.

BITTE LEBN. Urbane Kunst und Subkultur in Berlin 2003-2021

© Reclaim your City | "Bitte lebn". Urbane Kunst und Subkultur in Berlin 2003-“2021
Buchcover © Reclaim your City | "Bitte lebn". Urbane Kunst und Subkultur in Berlin 2003-“2021
„Reclaim your City!“ -“ Eine über viele Jahre gewachsene Graffiti-Szene traf sich mit Künstler*innen und Aktivist*innen aus aller Welt, um neue ästhetische Ausdrucksformen zu finden und ein Recht auf Stadt für alle einzufordern. Ein beeindruckendes Buch mit dem Titel „Bitte lebn“ erzählt jetzt ihre Geschichte -“ zwei Jahrzehnte Urbanart und Subkultur in Berlin und anderswo. Wir möchten euch das Buch mit dieser Fotostrecke vorstellen.

Reclaim Your City ist ein Netzwerk und Archiv, das Interventionsformen wie Urban Art, Graffiti, Raves und kritische Kartierungen mit stadtpolitischen Protesten verbindet und mit den Mitteln der Kunst ein Recht auf Stadt für alle einfordert. Das 480-seitige Buch BITTE LEBN dokumentiert diese Bewegung in einzigartiger Weise aus einer aktivistischen Perspektive. Viele unveröffentlichte Fotos zeigen die Entstehung berühmter Berliner Mauern und Dächer, dokumentieren Aktionen und erinnern an so manchen verschwundenen Freiraum der Stadt. Die Arbeit fragt aber auch nach den Grenzen künstlerischer Aktionsformen, die Gefahr laufen, selbst zur Marke und zum Standortfaktor für Großstädte zu werden.

BITTE LEBN beginnt 2003 im Zentrum Berlins. Neue städtebauliche Planungen, unklare Eigentumsverhältnisse und rechtliche Grauzonen hatten nach dem Fall der Mauer eine einzigartige Situation für die Entwicklung von Kunst und Subkulturen geschaffen. Viele nutzten die Gelegenheit, sich brachliegende Räume anzueignen und zu nutzen. Eine seit Jahrzehnten gewachsene Graffiti-Szene traf sich mit Künstler*innen und Aktivist*innen aus aller Welt.

Auf den Straßen kam es zu einer kreativen Explosion. Unzählige Werke entstanden auf Oberflächen wie Mauern, Dächern, Verkehrsschildern oder Sperrmüll. Die Suche nach leerstehenden Industrieanlagen, Dächern oder schwer zugänglichen Orten wurde zu einer Freizeitbeschäftigung. Mobile Soundsysteme eroberten mit Techno-Partys Brachflächen und Parks. Werkstätten, Nachbarschafts- und Projektläden sowie andere Räume für nichtkommerzielle Kultur organisierten Festivals und Veranstaltungen, die zumindest eine Ahnung vermittelten, wie sich ein Leben nach dem Kapitalismus anfühlen könnte.

In den letzten zwanzig Jahren hat sich das Stadtbild Berlins stark verändert. Einerseits ist die Stadt von einer großen und lebendigen Kunst- und Kulturszene geprägt, die alternative Gesellschaftsentwürfe entwickelt und vorlebt. Gleichzeitig müssen sich Menschen gegen ihre Verdrängung aus ihren Wohnungen und Läden zu Wehr setzen, weil die Mietpreise explodiert sind. Viele subkulturelle Räume sind verschwunden, nichtkommerzielle Kulturzentren wurden geräumt oder sind bedroht, ehemals leerstehende Industrieanlagen und brachen abgerissen und bebaut. Was sind unsere Utopien, die wir der bestehenden Welt entgegensetzen wollen?

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv

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