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»Zu argumentieren, dass Sie keine Privatsphäre brauchen, weil Sie nichts zu verbergen haben, ist so, als würden Sie sagen, dass Sie keine Meinungsfreiheit brauchen, weil Sie nichts zu sagen haben.« Edward Snowden

Über Vergebung

Thomas Walker, der die Rolle des Captain Macheath in „The Beggar's Opera“ kreierte, in seiner Rolle in einem Stich von 1728
Thomas Walker, der die Rolle des Captain Macheath in „The Beggar's Opera“ kreierte, in seiner Rolle in einem Stich von 1728
Captain Macheath tritt die sowohl in John Gays The Beggar's Opera (1728) und dessen Fortsetzung Polly (1777) als auch 150 Jahre später in Bertolt Brechts Die Dreigroschenoper (1928) auf.

Dort bittet er um Verzeihung...
Die Kerle, die in Häuser brechen
Dieweil sie keine Bleibe kennen;
Die Lästermäuler, selbst die frechen
Sie könnten eure Mütter sein!
’s mag ihnen nur an Härte fehlen –
Ich bitt euch, ihnen zu verzeihn.

Habt da mehr Nachsicht mit den kleinen
Und weniger mit den großen Dieben
Die euch in Krieg und Schande trieben
Und betten euch auf blut’gen Steinen.
Die euch erpreßt zu Mord und Raube
Und nunmehr winseln ihr „Vergib!“ –
Stopft ihnen’s Maul und mit dem Staube
Der von eur’n schönen Städten blieb!

Und die da reden von Vergessen
Und die da reden von Verzeihn –
All denen schlage man die Fressen
Mit schweren Eisenhämmern ein.


Bertolt Brecht in: Gesammelte Gedichte Bd. 4, Ffm 1976, S. 1124 f.

Angriff auf Venezuela - Thesen

Der Flugzeugträger USS Gerald R. Ford (CVN-78) der US-Marine befährt den Atlantik während einer simulierten Meerengepassage mit der Gerald R. Ford Carrier Strike Group (GRFCSG) im Atlantik am 9. Oktober 2022.
Mit der Ankunft des US-Flugzeugträgers USS Gerald R. Ford vor der Küste Lateinamerikas haben sich die Spannungen zwischen den USA und Venezuela weiter verschärft. Es ist das größte Kriegsschiff der Erde, 333 Meter lang und bietet Platz für bis zu 90 Kampfflugzeuge und Hubschrauber sowie mehrere Tausend Soldaten - und wird von zwei Atomreaktoren angetrieben.

Foto: U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 2nd Class Jackson Adkins
Lizenz: Gemeinfrei
William Serafino, Politologe und Absolvent der Zentraluniversität in Venezuela, wird bei amerika21 zur Aggression der USA gegenüber Venezuela interviewt.

Er sieht "breitere geostrategische Überlegungen" mit dem Ziel der "Einkreisung der Karibik, der Rückeroberung der Region als exklusive Einflusssphäre der USA" und damit der Wiederbelebung der Roosevelt-Doktrin von 1904 , die ja eine radikalisierte Fassung der berüchtigten Monroe-Doktrin ist.
Er weist auf die enormen globalen Gefahren eines Krieges hin: "Eine militärische Eskalation in der weltweit größten Ölreserve und einer der wichtigsten Gasregionen hätte verheerende globale Folgen - insbesondere für die EU."

Wir wissen nicht, ob der militärische Aufmarsch nur Drohgebärde ist, oder ob die USA in Kürze die Bolivarianische Republik Venezuela direkt angreifen werden.

Ich möchte einige Argumente darlegen, die einen baldigen Angriff durch die US-Armee wahrscheinlich machen.

1. Die Herrschenden weltweit haben - über 2 Jahre! in Gaza gesehen: Alles ist möglich!
Kriegsverbrechen und Genozid werden nicht versteckt durchgeführt, sondern vor der Weltöffentlichkeit ausgebreitet.

Die militärische und politische Radikalität des israelischen Vorgehens kann eine neue Stufe der Aggression in zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen eingeleitet haben.

2. Technisch handelt es sich in Gaza sich um einen Bomben- und Raketenkrieg mit Drohneneinsatz und mit teilweisem Einmarsch und Besatzung in Verbindung mit klassischen und modernen Geheimdienstaktivitäten. Den Geheimdiensten liegt ein enormes Herrschaftswissen vor aus der permanenten Spionagetätigkeit seit Jahrzehnten.

Der moderne Luftkrieg wurde auch gegen die mittlere Militärmacht Iran geführt.
Zentral war hier, dass der Iran keine eigene Luftwaffe besitzt und keine effektive Luftabwehr. Der militärische Nachteil veralteter Technik wurde vorgeführt und hat die Überlegenheit des extremen Zerstörungspotentials von Israel (und USA) gezeigt.

Venezuelas militärische Ressourcen sind ähnlich wie die Irans einzuschätzen.

3. Das Zeitfenster für einen Krieg der Triumph-Regierung gegen Venezuela ist klein, es sind 2 Jahre plus einige Monate , also die Jahre 2026 und 2027. 2028 findet der Präsidentschaftswahlkampf statt.

4. Beeindruckt von den "Erfolgen" der extremen israelischen Kriegsführung, WOLLEN Trump und seine faschistische Regierung jetzt einen eigenen Krieg führen, und gewinnen. Sie wollen "siegreiche Feldherren" sein.
Die Intention ist irrational.

5. Bei "Regimechange" profitiert die gesamte herrschende Klasse vom Ergebnis durch den Zugriff auf grosse Mengen billigen Öls und Gases, der jetzt nicht gegeben ist.
Dieses Ziel, die mittelbare und unmittelbare Kontrolle der US-Unternehmen auf die enormen Ölvorkommen des Landes, die offene Dominanz der USA, ist die rationale Intention in der Trumpschen Strategie.

6. Die massiven Ausfälle der Ölförderung durch einen Angriff der US-Armee kann nur teilweise ausgeglichen werden durch die Steigerung der Förderung im Nahen Osten. Es ist möglich, dass die Pseudo -Waffenruhe in Gaza die Bedingung der arabischen Staaten war, um dem Angriff der USA auf Venezuela zuzustimmen.
Die unvermeidliche weltweite Ölpreissteigerung führt zu höheren Profiten der Ölstaaten im Nahen Osten (und Russlands).
Mit zynischem Kalkül kann aus einen Teil der Extra-Profite in den arabischen Ländern ein simulierter "Wiederaufbau" in Gazastreifen durchgeführt werden.

Die Risiken eines Angriffs sind enorm, und die weltweiten Folgen wären politisch, sozial und ökonomisch verheerend.

Sebastian Schröder, Diplom-Soziologe

Berlin: Bierpinsel für alle!

Das Foto von © Sabine Scheffer zeigt kostümierte Aktivist:Innen beim Aufhängen von Transparenten, die dabei von Bullen beobachtet werden.
Foto: © Sabine Scheffer via Umbruch Bildarchiv
Aus Protest gegen Leerstand und fehlende Freiräume im Kiez besetzten am 18. Oktober rund 50 Aktivist*innen den Bierpinsel. Sie forderten einen Kieztreffpunkt für alle. Vor dem Gebäude versammelten sich Unterstützer*innen, verteilten Flugblätter und hängten Transparente auf. Nach mehreren Stunden beendete die Polizei die Aktion und nahm 16 Personen vorübergehend fest.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

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Dresden: Wegen Kündigungen? Arbeitskampf in der Neustädter Gastro

Aktivist:Innen mit Transparent "Süße Kuchen - bittere Jobs". Eine Person im Vordergrund mit "FAU - Gewerkschaft in Aktion" Weste
Foto: FAU Dresden
Die Dresdner Neustadt ist bekannt für ihre Kneipen und Bars. Das Image des Szeneviertels, wo nach dem Stadtbummel lauschige vegane Cafés und urige Bars Besucher*innen erwarten, passt in das Marketing der Stadt wunderbar hinein. Doch die Gastro-Branche ist traditionell Ort schlechter und ungesunder Arbeitsbedingungen. Da bildet auch die Neustadt keine Ausnahme wie ein neuerlicher Arbeitskampf im veganen Café „V-Cake auf der Rothenburger Straße zeigt. Neben schlechten Arbeitsbedingungen steht auch der Vorwurf im Raum, der Chef des Cafés habe sich gegenüber Mitarbeiter*innen übergriffig verhalten.

Protest gegen fristlose Kündigung

Im August 2025 organisierte die anarchistische Gewerkschaft „Freie Arbeiter*innen Union“ (FAU) eine spontane Kundgebung vor dem Café. Nach eigenen Aussagen kamen etwa sechzig Menschen zu der Aktion unter dem Motto „Süße Kuchen, bittere Jobs“ am 27. August 2025. Anlass war die fristlose Kündigung eines Mitarbeiters, sowie die sehr kurzfristige Kündigung einer weiteren Arbeiter*in, nachdem diese sich laut Gewerkschaft FAU über die schlechten Arbeitsbedingungen beschwert hätten.

Die Gewerkschaft zog gegen die fristlose Kündigung vor Gericht. Doch zur Verhandlung kam es nicht. Der Inhaber des Cafés wandelte die Kündigung kurz vor Verhandlungsbeginn in eine fristgerechte um. Die FAU Dresden kündigte allerdings an, weiterhin Proteste gegen schlechte Arbeitsbedingungen zu organisieren. Ehemalige Angestellte des Cafés berichteten von „einem schlicht unerträglichen Arbeitsklima“, gegen das man vorgehen wolle.

„Gezielte Einschüchterung und systematischer Machtmissbrauch“

Im September erschien nun ein Artikel von Marvin Graewert auf der Nachrichtenplattform t-Online, der ein ganz neues Licht auf die Auseinandersetzung werfen könnte. Im Artikel werden die Erfahrungen von sechs anonym bleibenden Arbeiter*innen eines ebenso nicht näher benannten „beliebten Dresdner Cafés“ geschildert.

Der Arbeitsalltag sei geprägt worden von Annäherungsversuchen durch den Chef des Cafés, welcher immer wieder und gegenüber mehreren Arbeiter*innen anzügliche Bemerkungen und ungewollte Berührungen gemacht habe. „Er hat ständig versucht, Körperkontakt herzustellen, wahrscheinlich um das möglichst beiläufig zu normalisieren.“, wird eine Arbeiterin in dem Artikel zitiert.

Auf Ablehnung und Kritik habe der nicht namentlich bgenannte Chef heftig reagiert. So soll er in einem Fall jegliche Kommunikation sogar organisatorischer Natur für die Arbeit eingestellt und die Angestellte mit Schweigen bestraft haben. In einem anderen Fall habe er systematisch Druck ausgeübt, etwa in dem er mit Stoppuhr jede Bewegung einer Angestellten dokumentiert habe. Bis heute hätten alle Betroffenen starke psychische Belastungen von der Arbeit in dem Café davon getragen. Eine Arbeiterin verließ die Branche danach für immer.

Von derartigen Fällen war allerdings in der bisherigen Öffentlichkeitsarbeit der Gewerkschaft FAU nie die Rede gewesen. Auch auf eine Nachfrage seitens addn.me äußerte sich die Gewerkschaft nicht zur Frage, ob es zwischen ihren Protesten und dem Artikel bei t-Online einen Zusammenhang gäbe. Die Gewerkschaft verwies aber darauf, dass sexualisierte Gewalt in hierarchischen Beziehungen mit starken Abhängigkeiten besonders häufig vorkomme. Entsprechend öffneten prekäre Anstellungsverhältnisse – wie häufig in der Gastronomie – Belästigung und sexualisierter Gewalt Tür und Tor. Man habe vor kurzem eine Veranstaltung zur Aufklärung über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz in der Dresdner Neustadt abgehalten. Dass diese ausgerechnet vor dem Café V-Cake stattfand, kommentierte die Gewerkschaft nicht.

Eine Anfrage von addn.me an den Betreiber des Cafés V-Cake blieb unbeantwortet.

Plakate kritisieren sexualisierte Gewalt im V-Cake.

An einer Fensterscheibe klebt ein Plakat mit dem Text "unerwünschter Körperkontakt? V-Cake Chef  ist Experte auf dem Gebiet"
Plakate beschuldigen den Inhaber des Cafés V-Cake.
Aufmerksame Neustädter*innen konnten in den letzten Wochen mehrfach Plakate an verschiedenen Orten vor allem in der Rothenburger Straße sehen. Verschiedene abgedruckte Sprüche nannten den Betreiber des Cafés V-Cake persönlich. Die Anschuldigung ist eindeutig: ihm werden mehrere Zitate in den Mund gelegt, die Belästigung bagatellisieren, unter anderem auch die bei t-Online auffindbare Bemerkung „Mobbing ist mein Hobby“ Auf den Artikel bei t-online verweist auch der auf den Plakaten abgedruckte QR-Code.

Der Grund für diese anonyme Form der Auseinandersetzung könnte daran liegen, dass die juristische Nachweisbarkeit vieler Anschuldigungen schwierig sein dürfte. In vielen Situationen würden die Aussagen von einzelnen Arbeiter*innen gegen die ihrer Chef*innen stehen und damit kein ausreichender Nachweis erbracht werden. Dieses Muster dokumentiert das Antidiskriminierungsbüro immer wieder. Somit sind öffentliche Äußerungen ganz egal ob wahr oder falsch schnell mit Verleumdungsklagen bedroht. Auch hier gibt das Machtgefälle zwischen Chef*innen und Arbeiter*innen den Vorteil im Zweifel den Mächtigeren.

Parkscheinautomat mit aufgeklebtem Plakat
So was kommt von so was.
Einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes aus dem Jahr 2019 zeigt, dass 19 Prozent aller Arbeiter*innen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erleben. Dabei sind Frauen1 fast doppelt so oft betroffen wie Männer und ein überwiegender Anteil der angegebenen Täter*innen ist männlich.

Wie sich Betroffene wehren können dokumentiert die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ebenfalls auf einer umfassenden Website.




1 Die Studie differenziert lediglich nach Männern und Frauen und beinhaltet keine anderen Geschlechter.

Quelle: addn.me

Friedrichshain is not for sale

Das Foto von © Björn Obmann zeigt TeilnemerInnen der Demo mit verschiednen themenbezogenen Texttafeln
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Rund 150 Menschen protestierten am 11. Oktober 2025 in Friedrichshain gegen den Ausverkauf der Stadt, den geplanten Bau weiterer Wolkenkratzer an der Warschauer Straße und die fortschreitende Gentrifizierung im Bezirk. Investoren planen dort zwei weitere Hochhäuser für ein Hotel, Luxuswohnraum und Gewerbeflächen.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

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Berlin ist #unkürzbar

Das Foto von © Björn Obmann zeigt ein Übersichrtsfoto über die bunt gewürfelte Demo in einer Straße
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Der schwarz-rote Senat will einen massiven Kürzungshaushalt beschließen, der die Arbeit von sozialen, kulturellen, ökologischen und Jugendeinrichtungen gefährdet. Egal ob queere Jugendarbeit, Schutzräume für Frauen, Investitionen in Klima- und Hitzeschutz, Jugendarbeit, ökologische Projekte - teilweise sollen Budgets komplett gestrichen werden.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Dagegen protestierten am 10. Oktober 2025 etwa 1.500 Menschen. Auf Schildern forderten sie den Erhalt von Kultur, Soziale Arbeit, Jugendeinrichtungen und Klimaschutz. Ein #kürzbar-Block zeigte, worauf Berlin stattdessen verzichten könnte – Zaun um den Görli, A100, TVO, Olympia...

Zum ersten Mal durfte die Demo nicht wie geplant vor dem Abgeordnetenhaus starten. Begleitet wurde die Demo mit einem großen Polizeiaufgebot inklsuive Gefangenentransporter am Ende der Demo, das ebenfalls kürzbar gewesen wäre. Nach einem Bannerdrop vom Kulturforum versuchte die Polizei das große Aufgebot noch schnell zu rechtfertigen und nahm mehrere Personen auf dem Vorplatz fest, weil auf den Flyern kein Impressum abgedruckt war. Auch die Aktivist:innen auf der Dachterasse wurden festgenommen, kamen aber im Laufe des Abends wieder frei. Die Demo endete am Abend vor dem Roten Rathaus.

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Razzia in der Rigaer 94

Das Foto zeigt Bullen vor der Rigaer 94
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Am 28. August 2025 drang die Polizei gewaltsam in die Rigaer Straße 94 ein und brach in sämtliche Wohnungen ein. Ziel der Aktion war die Registrierung aller Bewohner*innen. Auf Antrag des vermeintlichen Eigentümers Leonid Medved und seiner Briefkastenfirma Lafone Investments Limited hatte das Amtsgericht Tiergarten die Durchsuchungsbeschlüsse in der vergangenen Woche erlassen. Am Abend gab es eine spontane Demonstration gegen die Razzia und die drohende Räumung des Hauses. Die Polizei hielt die Demo mehrfach auf. In der Rigaer Straße wurden von einem Haus Feuerwerk verschossen und die Polizei nutzte dies als Begründung, um die Demo mehr als 30 Minuten aufzuhalten, am Ende umzuleiten und nicht vor die Rigaer 94 ziehen zu lassen.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Auf ihrer Website und auf Indymedia haben die Bewohner*innen der Rigaer94 das folgende Statement zur Durchsuchung veröffentlicht:
"Fast vier Jahre ist es her, aber heute war es wieder soweit: morgens um 6 wurden wir von lauten Stimmen, Motorsägen, Trennschleifern und Hämmern an den Türen geweckt. Von scheinbar 200 Bullen in der Straße stürmten etwa 100 das Haus. In der gesamten Stadt sollen 700 Bullen im Einsatz gewesen sein.

Wie gewohnt machten die Bullen es sich zur Aufgabe, möglichst viel Unordnung und Zerstörung zu schaffen: Mehrere Türen wurden, auch komplett kaputt gemacht oder ausgebaut, Möbel, Treppengeländer und Fenster demoliert, ein Teil des Zauns zum Nachbarhof abgerissen, auf Klobrillen gepisst und weiteres. Obwohl dazu kein Beschluss existierte, durchsuchten sie in einigen Wohnungen Zimmer und stahlen unter anderem Dokumente und technische Geräte.

Um in die einzelnen Wohnungen zu kommen, brachen sie die Schlösser auf. In wenigen Wohnungen im Hinterhaus, in denen sich zum Zeitpunkt der Razzia keine Person aufhielt, wurden durch die Bullen neue Schlösser eingebaut und diese verschlossen. Ein einfaches Schloss ist natürlich kein Hindernis und die Wohnungen längst schon wieder in unserem Besitz.

Grundlage für die heutige Razzia war, wie vor knapp vier Jahren bereits, ein Durchsuchungsbeschluss des Amtsgericht Tiergarten zur Identitätsfeststellung der Personen, die sich im Haus aufhalten. Konkret brachten sie eine Liste an Personen, gegen die Räumungsklagen laufen welche im September verhandelt werden. Die Liste wollten sie wohl aktualisieren, da die Kammer des Landgerichts erstmal nicht bereit schien, die Räumungsklagen einfach so durchgehen zu lassen.

Der Durchsuchungsbeschluss erfolgte auf Antrag des vermeintlichen „Eigentümers“ Leonid Medved und seiner Briefkastenfirma Lafone Investments Limited – der gesamte Einsatz fand also statt, weil das Amtsgericht und die Bullen alles dafür tun, die Interessen von Immobilienbesitzer*innen und Bonzen durchzusetzen. Ihre Repression trifft wieder da, wo unsere Ideen und Projekte ein Dorn im Auge der herrschenden Verhältnisse sind.

Uns geht es soweit gut, wir sind schon dabei, unser Haus wieder zu reparieren.

Kommt gerne vorbei! Ob heute Abend zur Küfa (20Uhr bringt gerne zusätzlich Essen mit), zum Bauen oder Materialien vorbeibringen – wir freuen uns über jede Unterstützung und jedes Zeichen der Solidarität!

Unsere Infoevents nächste Woche zu den kommenden Gerichtsprozessen, können uns auch eine gute Gelegenheit bieten um ins Gespräch zu kommen und auszutauschen. Lasst uns zusammen dieses Haus und unsere Ideen verteidigen!

Infoevents:

02.09. – 19 Uhr Linienstraße 206
03.09. – 20 Uhr Kadterschmiede“

Weitere Infos: rigaer94.squat.net/"

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Berlin: Alles oder nichts! Eine Zaubershow im Görlitzer Park

Das Foto zeigt einen Ausschnitt der Bühne mit der Band im Hintergrund vor dem Transparent mit dem Text "Alles oder nichts". Auf der Bühne singt eine mit einem wallenden weißen Ganzkörperkostüm verkleidete Person während im Vordergrund ein Dutzend kostümierte weitere Mitglieder des Ensembles sitzen.
Foto: © Umbruch Bildarchiv
Am Samstag, den 12. Juli brachte das Kollektiv Lauratibor eine politische Performance mit Musik und Magie in den Görlitzer Park. Es ging um Reichtum und Armut, Verdrängung, Zäune und leere Symbolpolitik.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Mit der Musik-Performance ALLES ODER NICHTS – DIE ZAUBERSHOW widmet sich Lauratibor e.V. der extremen Armut und dem extremen Reichtum, die sich um und im Görlitzer Park immer deutlicher zeigen. Während sich immer reichere Menschen um den Park ansiedeln, kämpfen andere tagtäglich um ihre Existenz. Nicht wenige arbeiten in mehreren Jobs gleichzeitig und können sich ihre Wohnungsmiete trotzdem nicht mehr leisten. Immer mehr Menschen werden wohnungs- und schließlich obdachlos. Zelte am Kanal und unter der U-Bahnbrücke werden mehr. Auch der Konsum von harten Drogen nimmt weiter zu. Doch statt einer nachhaltigen Antwort setzt Wegner und die Berliner Regierung auf Symbolpolitik: Ein Zaun soll den Park abschirmen, während es an Mitteln für echte Hilfe fehlt. Was wir wirklich brauchen, sind Investitionen in die Suchtkrankenhilfe, in Sozial- und Jugendarbeit, in medizinische Versorgung und Kultur. Doch genau dort wird gekürzt – nicht das Elend wird bekämpft, sondern die, die darunter leiden.

Wir lassen uns weder unseren Park noch unser Leben im Kiez nehmen. Wir fordern ein entschlossenes, umfassendes Programm, das unser Zuhause wieder zu einem lebenswerten Ort für alle macht – und nicht nur für jene, die es sich leisten können.

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Super Return – Demo gegen Finanzinvestoren

Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus der Demontration während eines Stopps. Mehrere Transparente sind zu sehen, unter anderem eines mit der Forderung nach einem bundesweiten Mietendeckel.
Foto: © Sabine Scheffer via Umbruch Bildarchiv
Mehrere hundert Menschen und ein widerständiger Chor demonstrierten am 4. Juni 2025 gegen das Treffen der Finanzinvestoren „Super Return“ und der Immobilienlobby (ZIA). Beides sind Profiteure des Mietenwahnsinns und kurbeln durch Mondpreise auf dem Mietmarkt, die Verdrängung der Mieter und Mieterinnen in Berlin und die Verwertung der Wohnungen für Profitmaximierung an.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Aus dem Aufruf zur Demo:

„Vom 2. bis 6. Juni findet im Hotel InterContinental Berlin das weltweit größte Treffen des Finanzmarktkapitals statt. Es heißt „SuperReturn“, das bedeutet „Super-Rendite“. Genau die suchen die 1.800 dort vertretenen Investmentgesellschaften für ihre reichen Kund:innen. Mit mehr als 50 Billionen Dollar Anlagevermögen haben sie enorme Macht. Ob Immobilien, Waffen oder Gummibärchen ist ihnen egal – Hauptsache die Rendite stimmt. Für uns Mieter:innen heißt das weiter steigende Mieten und Angst um die Wohnung. Dem stellen wir uns entschieden entgegen!

Immobilienlobby-Treffen „Tag der Immobilienwirtschaft“

Passend zur Reichen-Geldquelle „SuperReturn“ findet am 4. Juni im Friedrichstadt-Palast der „Tag der Immobilienwirtschaft“ statt. Es ist Deutschlands größtes Lobbytreffen der Branche, ausgerichtet von ihrem größten Lobbyverband, dem ZIA (Zentraler Immobilienausschuss). Dort vernetzen sich die Profiteure der Wohnungsnot mit den Spitzen aus Politik und Verwaltung. Dort wird der Rahmen gesetzt um uns Mieter:innen noch effektiver auszubeuten. Dort wird der Mietenwahnsinn produziert. Es ist einer der Orte der ökonomischen Gewalt und politischen Verachtung gegenüber der Mehrheit der Bevölkerung, hier gegenüber uns Mieter:innen.

Wir laden euch ein, mit uns gemeinsam eine radikale Kehrtwende in der Wohnungspolitik zu fordern. Zeigen wir der profitorientierten Wirtschaft und der mit ihr verbandelten Politik die rote Karte. Kommt mit uns zur Demonstration vom InterContinental Berlin zum Friedrichstadt-Palast, vorbei an der CDU-Zentrale des BlackRock-Kanzlers Friedrich Merz.“

www.mietenwahnsinn.info

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Wenn das Wasser steigt oder: Revolution als Vorbereitung

Das Luftbild zeigt von der Flut überschwemmte Gebäude
Guadalupe River, Überschwemmung am 5. Juli 2025
Ich denke wahrscheinlich mehr über Überschwemmungen nach, als ich sollte. Früher war das nicht so, aber jetzt schon.

Ich habe etwa fünf Jahre lang in einem Landprojekt im Westen von North Carolina gelebt, das in einem kleinen Tal an einem flachen, trägen Bach gebaut war. An den meisten Tagen stieg das Bachbett um gut zwei Meter über den 15 cm hohen Wasserstand, der normalerweise darin floss. Auf fast allen Karten waren wir überhaupt kein Überschwemmungsgebiet. Auf einigen waren wir eine hundertjährige Überschwemmungsfläche, was bedeutete, dass das Wasser etwa alle hundert Jahre über die Ufer treten und die Felder überfluten sollte.

Das Problem beim Klimawandel ist, dass nichts so funktioniert, wie es sollte, und die Überschwemmungen wurden immer schlimmer, höher und häufiger. Wir holten Inspektoren, um unsere Bachläufe zu begutachten, und die schüttelten meist nur den Kopf – nichts funktioniert mehr so, wie es sollte, und die Lösungen, auf die wir uns im 20. Jahrhundert verlassen konnten, würden im 21. Jahrhundert nicht mehr funktionieren.

In Erwartung der einmaligen Jahrhundertfluten (oder sogar kleinerer jährlicher Überschwemmungen) bauten die Leute ihre Hütten und stellten ihre Wohnwagen auf Plattformen und Stelzen, aber alle paar Monate rückte das Wasser einen Schritt näher an die Fußböden der Menschen heran.

Ich wünschte, ich könnte dir sagen, dass ich hoch auf dem Hügel hinter dem Grundstück gebaut habe, weil ich ein guter Vorbereiter war, dass ich dieses Problem vorausgesehen und Maßnahmen ergriffen habe, um mich und mein Zuhause zu schützen.

Das wäre aber gelogen. Ich habe dort gebaut, wo ich gebaut habe, weil ich ein seltsamer Introvertierter bin und eine Hütte im Wald wollte, von der aus ich keine anderen Häuser sehen kann. Das bedeutete, dass ich jedes einzelne Teil meiner Hütte mit der Hand den Hügel hinaufschleppen musste. So ist das eben.

Ich denke über Überschwemmungen nach, weil ich schon zu viel Zeit in ihnen verbracht habe, als ich durch Wasser watete, das ich nicht hätte durchwaten sollen, um Geräte aus der Scheune zu holen.

Wir stecken gerade in einer Sackgasse in der amerikanischen Gesellschaft, in vielen Bereichen, aber die Katastrophenvorsorge ist einer davon. Für Einzelpersonen oder sogar kleine Gemeinden kann ich Ideen anbieten wie: „Baut auf einem Hügel, nicht im Tal“ oder „Sorgt für eine ausreichende Entwässerung eures Hauses“. Ich könnte dir raten, eine Axt auf dem Dachboden aufzubewahren, wie es die Leute an der Golfküste tun, damit du, falls du jemals auf deinem Dachboden eingeschlossen bist, ein Loch in das Dach schlagen kannst, um zu entkommen, wenn das Wasser dich erreicht.

Ich könnte dir raten, dir zu überlegen, wie du von den Fenstern deines Hauses auf das Dach gelangen kannst. Ich könnte dir raten, Sandsäcke bereitzuhalten, um sie mit Erde zu füllen und Türen zu blockieren. Ich könnte dir raten, nicht durch stehendes Wasser zu fahren. Ich könnte dir sagen, dass Elektroautos ironischerweise besser durch hohes Wasser fahren können als Benziner (obwohl du trotzdem nicht durch Hochwasser fahren solltest).

Ich könnte dir sagen, dass du nicht durch Hochwasser waten sollst, um deinen Schnapsvorrat zu retten, den du unter der Scheune versteckt hast, und ich kann dir das sagen, weil ich glaube, dass ich das Foto, auf dem ich genau das mache, von meinem Instagram-Account gelöscht habe, das ich vor Jahren auf meinem Tinder-Profil hatte. Da das Foto weg ist und es keinen Beweis dafür gibt, dass es jemals existiert hat, kann ich dir sagen, dass du das nicht tun sollst, ohne wie ein Heuchler zu klingen.

Ich kann dir sagen, dass du eine Notfalltasche bereithalten sollst, und während ich das hier tippe, denke ich darüber nach, wie ein Paracord mit den richtigen Knoten dein Leben retten könnte, da so viele Menschen Überschwemmungen überlebt haben, indem sie sich an Bäumen und Schornsteinen festgeklammert haben. Ich kann dir sagen, dass Rettungswesten spottbillig sind und es sich lohnt, sie zu Hause zu haben.

Ich kann dir all diese einzelnen Schritte nennen. Aber es sind einzelne Schritte.

Strukturelle Probleme erfordern strukturelle Lösungen. Ich weiß nicht, wie all diese Lösungen aussehen werden, aber ich kann dir sagen, dass die USA noch nie besonders gut darin waren, katastrophensichere Infrastruktur zu bauen. Unsere Stromleitungen zum Beispiel sind oberirdisch verlegt, wo sie leicht von Wind und Bäumen zerstört werden können.

Trotzdem gibt es um uns herum unglaublich viel Technik, von der Form der Straßen, damit das Wasser abfließen kann, bis hin zu den unterschiedlichen Bauvorschriften in den verschiedenen Regionen. Wenn du ein Haus in einer sturmgefährdeten Gegend baust, gibt es einen Grund, warum du sogenannte „Hurricane Ties” verwendest, wenn du Balken an Trägern befestigst.

Wir bauen kaum gut genug für die Bedingungen des 20. Jahrhunderts, und wir bauen ganz klar nicht annähernd gut genug für die Bedingungen des 21. Jahrhunderts. Wir müssen bessere Technik einführen, aber das ist in den USA derzeit schwierig. Unter der vorherigen Regierung war es schon schwer, aber im Moment haben wir weniger eine Regierung als vielmehr faschistische Diebe, die uns das Kupfer aus den Wänden reißen. Jedes nützliche Stück sozialer Infrastruktur, das die Regierung früher bereitgestellt hat, wird uns weggenommen (wie die NOAA, um ein für das Thema Hochwasservorhersage relevantes Beispiel zu nennen), sodass nur noch die Infrastruktur der Unterdrückung übrig bleibt.

Was wir brauchen, sind systemische Lösungen für die sich verändernde Ökologie unserer Welt, wenn wir etwas gegen die globale Erwärmung unternehmen oder auch nur als Spezies in unserem sich wandelnden Klima überleben wollen.

Wir müssen widerstandsfähige Gemeinschaften aufbauen. Unsere Gemeinschaften brauchen soziale Infrastruktur, die Widerstandsfähigkeit fördert, wie lokale Versammlungen und Entscheidungsfindung, gegenseitige Hilfe, Konfliktlösung und Vertrauensnetzwerke.

Sie brauchen aber auch physische Infrastruktur, die Widerstandsfähigkeit fördert, wie robustere Stromnetze, bessere Regenwasserableitung, genaue Wettervorhersagen, bezahlbare sturmfeste Wohnungen und gekennzeichnete und gepflegte Evakuierungswege.

Wir brauchen auch einen Grund, darauf zu vertrauen, dass die Menschen, die politische Entscheidungen treffen, sich tatsächlich darum kümmern, ob wir leben oder sterben. Ich persönlich kann mir nur schwer vorstellen, wie all diese Dinge, insbesondere der letzte Punkt, ohne eine grundlegende Umgestaltung der Gesellschaft – sozusagen eine Revolution – erreicht werden könnten.

Denn der Meeresspiegel wird weiter steigen. Es gibt so viele Menschen um dich herum, Fremde und Freunde, denen es wichtig ist, ob du lebst oder stirbst. Aber der Regierung ist das sicher egal, und unserem Wirtschaftssystem auch, und beides galt vor fünfzehn Jahren genauso wie heute.

Jede Katastrophengeschichte enthält unzählige Geschichten von Heldentum und Widerstandsfähigkeit. Unzählige Menschen – Ersthelfer und Zivilisten gleichermaßen – riskieren oder verlieren jedes Mal ihr Leben, um Menschen zu retten. Menschen aus allen Gesellschaftsschichten kommen zusammen, um Wasser, Lebensmittel, Strom, Kaffee, Kettensägen, Benzin und alles andere frei zu teilen. Menschen, die in Machtstrukturen eingebunden sind, riskieren ihren Arbeitsplatz, um das Richtige zu tun und Ressourcen dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden. Politische Grenzen verschwinden oft unter dem Gewicht des Augenblicks.

Aber jede Naturkatastrophe, die ich persönlich erlebt oder von der ich gelesen habe, war weniger „natürlich“, als man denken könnte. Überschwemmungen töten mehr Menschen in Wohnwagen als in Backsteinhäusern, und diejenigen, die schon vor dem Sturm zu kämpfen hatten, haben es nach dem Rückgang des Wassers viel schwerer, sich wieder zu erholen. Der Katastrophenkapitalismus schnappt sich billige Immobilien und zerstört Gemeinden mindestens genauso effizient wie Wind und Feuer.

Was kann ich dir vor diesem Hintergrund über die Vorbereitung auf Überschwemmungen sagen?

Ich kann dir sagen, dass es nie verkehrt ist, das Nötigste zu tun: Lerne deine Nachbarn kennen, halte eine Notfalltasche bereit, packe dein Auto mit einigen grundlegenden Notfallvorräten, und bewahre zu Hause Lebensmittel, Wasser und eine Notfall-Handyladestation für drei Tage auf.

Ich kann dir sagen, dass du nach einer Überschwemmung nie wieder so über Flüsse denken wirst wie zuvor und dass du die Lage eines Ortes sorgfältig prüfen wirst, wenn du darüber nachdenkst, wo du parkst, campst, mietest oder kaufst.

Und ich kann dir sagen, dass wir niemals eine Gesellschaft aufbauen können, die sich an den steigenden Wasserständen anpassen kann, wenn wir nicht grundlegend ändern, wie Entscheidungen in unserer Gesellschaft getroffen werden, wenn wir nicht anfangen, die öffentliche Sicherheit über Privateigentum zu stellen und wenn wir nicht lernen, die sozialen Barrieren zwischen den Menschen abzubauen.

Quelle: Margaret Killjoy, in Birds Before the Storm: As the Waters Rise or: revolution as preparedness, 13. Juli 2025

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Übersetzung [Autorisiert]: Thomas Trueten
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