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»Wir sind Maurer, Maler, Elektriker, wir brauchen den Staat nicht, für nichts.« Lucio Urtubia

Blogkino: Viy (Вий) (1967)

Heute zeigen wir in unserer Reihe Blogkino einen Klassiker des Goth-Horrorfilms Viy (Вий): Der Plot:
"Der junge Choma und zwei Kommilitonen brechen in die Semesterferien auf. Auf dem Weg in ihr Heimatdorf kommen sie vom Weg ab und übernachten im Haus einer alten Frau, die sich bald schon als Hexe entpuppt. Beim Versuch, sich gegen den Sukkubus zu wehren, schlägt Choma sie halbtot. Im Sterben liegend erscheint ihm die Alte plötzlich als bildhübsche junge Frau. Zurück in seiner Klosterschule erreicht ihn die Aufforderung, für die schwer geschundene Tochter eines Gutsherrn die Totengebete zu sprechen. Bei seiner Ankunft ist sie jedoch bereits verschieden. Was Choma viel mehr verschreckt: Die Tote ist die Erscheinung aus jener schicksalhaften Nacht...

Bald schon erhebt sich ihr Leichnam und für Choma beginnt ein quälender Albtraum voller Chaos, Geister und Dämonen. Der grauenerregende Höhepunkt: das Erscheinen des Königs der Unterweltl - des Wij...

Eine Schauermär mit finsteren Bildwelten, großartigem Set Design und bemerkenswerten handgemachten Trickeffekten – VIY gilt heute, über ein halbes Jahrhundert nach seiner Entstehung, als bahnbrechender Klassiker des Gothic-Kinos."

(Cameraobscurafilms)

Der erste sowjetische Gothic- Horrorfilm basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Nikolai Gogol und ist bis jetzt die originalgetreueste Verfilmung des Stoffes. Sie hatte in der Produktion mit den Unzulänglichkeiten der damaligen Tricktechnik weniger zu kämpfen als mit den Vorgaben durch die Filmbehörden und ging wohl nur als "Verfilmung eines Volksmärchens" durch. Was es ja letztlich auch ist...


k9 » größenwahn » politischer fiimabend: "Frauen bildet Banden – eine Spurensuche zur Geschichte der Roten Zora"

Der Ausschnitt aus dem Einladungsflyer zeigt eine Grafik, das links oben eine Masse Menschen, im rechten Teil eine maskierte Frau und unten rechts das Logo der Roten Zora zeigt. Darüber der Filmtitel.
Ausschnitt aus dem Einladungsflyer
Die „Rote Zora“ war in den 1970er und 1980er Jahren eine militante Frauengruppe in der BRD, die sich klandestin organisierte. Entstanden ist die feministische Gruppe aus dem Kontext der Revolutionären Zellen. Ihre Aktivitäten richteten sich unter anderem gegen die alltägliche Gewalt gegen Frauen, gegen Gen- und Reproduktionstechnologien, Bevölkerungspolitik und internationale Ausbeutungsbedingungen als Ausdruck patriarchaler Herrschaft. Zentral waren die Selbstermächtigung der FrauenLesben und der Bruch mit der zugeschriebenen Friedfertigkeit.

Der Film zeigt, dass viele Themen der Roten Zora hoch aktuell sind und bietet viel spannenden Diskussionsstoff zum heutigen Umgang mit dieser Geschichte.

In Anwesenheit der Regisseurinnen
Sonntag, 17. August 2025 - 19 Uhr


Eine Spurensuche zur Geschichte der Roten Zora
Dokumentation: FrauenLesbenFilmCollectif LasOtras 2019 - 77 min.

Historische Aufnahmen der Frauen- und Studentinnen*bewegung in der BRD bringen Erinnerungen an die damaligen Kämpfe zurück. FrauenLesben aus anderen Ländern berichten über ihre Begegnung mit dieser Politik. Nach mehr als einer Dekade des Bestehens bekannte sich die Rote Zora 1988 zu 45 Sprengstoff- und Brandanschlägen. Ihre Ziele waren staatliche Institutionen, Forschungsinstitute, ausbeuterische Industrien, Frauenhändler und Pornoläden. Die dystopische Zeit für Frauen und Mädchen, hier und überall auf der Welt, ist noch immer nicht vorbei. Der Kampf noch nicht zu Ende. Oder um es in den Worten der Roten Zora zu schreiben: "Das Leben ist eine Frau und ihre Augen mal zornig mal heiter sie nimmt sich die Waffe die ihr paßt und sagt dir der Kampf geht weiter. "

Zeitzeuginnen, Historikerin, ehemaligen Zoras lassen die Geschichte wieder lebendig werden.

combatiente zeigt geschichtsbewußt: revolucion muß sein! filme aus aktivem widerstand & revolutionären kämpfen

kinzigstraße 9 + 10247 berlin + U5 samariterstraße + S frankfurter allee


Blogkino: Yojimbo (1961)

Heute zeigen wir in unserer Reihe Blogkino einen weiteren Klassiker des japanischen Samurai Films: Yojimbo. Der unvergleichliche Toshiro Mifune spielt die Hauptrolle in Akira Kurosawas visuell atemberaubendem und düster-komischem Film „Yojimbo“. Um ein von Terror geplagtes Dorf von der Korruption zu befreien, nutzt der gerissene, herrenlose Samurai Sanjuro einen Bandenkrieg zwischen zwei bösen Clans zu seinem Vorteil. Dieser aufregende Genre-Mixer, der zweimal neu verfilmt wurde, einmal von Sergio Leone und einmal von Walter Hill, ist nach wie vor einer der einflussreichsten und unterhaltsamsten Filme aller Zeiten.


Χρόνια πολλά για τα 100ά γενέθλιά σου, Μίκι Θεοδωράκη!

Heute hätte der vor vier Jahren verstorbene Mikis Theodorakis seinen 100. Geburtstag gefeiert. Vor 55 Jahren konnte eine internationale Solidaritätsbewegung die Freilassung des von der griechischen Militärjunta inhaftierten und gefolterten Komponisten, Schriftsteller und Politikers erkämpfen.

"Am 21. April 1967 kam es zum Putsch der faschistischen Obristen in Griechenland. Theodorakis ging sofort in den Untergrund und veröffentlichte schon zwei Tage später einen ersten Aufruf zum Widerstand. Seine Musik wurde verboten, der Besitz seiner Platten, sogar das Singen und Hören seiner Lieder wurden mit Gefängnisstrafe geahndet. Am 21. August wurde er verhaftet und im Hauptquartier der Sicherheitspolizei physisch und seelisch gefoltert.

Eine internationale Solidaritätsbewegung, angeführt unter anderem von Dmitri Schostakowitsch, Leonard Bernstein, Arthur Miller und Harry Belafonte, setzte sich für seine Freilassung ein. Am 13. April 1970 gelang es dann, den Junta-Chef Georgios Papadopoulos zu überzeugen, Theodorakis ins Exil nach Frankreich zu entlassen." (Wikipedia)

Einige Ausschnitte aus dem Konzert, das Mikis Theodorakis am 10. Oktober 1974 im Karaiskakis Stadion in Athen gab, ergänzt durch Interviews.







Berlin: CSD 2025

Unter dem Motto „Nie wieder still!“ zogen am 26. Juli 2025 Hunderttausende beim diesjährigen CSD laut und bunt durch Berlin.
Das Foto von © Björn Obmann zeigt einen Ausschnitt aus der Parade mit massenhaft verschiedenen Menschen mit bunten Fahnen und verschiedenen Texttafeln.
Foto © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Viele Plakate forderten Gleichberechtigung und den Schutz von queeren Menschen. Sehr deutlich wurden die queerfeindlichen Äußerungen und Taten der CDU kritisiert, wie z.B. Merz, der queere Menschen mit einem Zirkus verglich oder Klöckner, die die Pride-Fahne am Bundestag verhindert hat.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Abseits des CSD versuchte eine Handvoll Neonazis mit einer Kundgebung Aufmerksamkeit zu erregen. Hier kam es zu mindestens 2 Festnahmen. Die Teilnehmenden des CSDs übertönten den rechten Protest oder bekamen von der kleinen Gruppe gar nichts mit. Die Stimmung blieb bis zum Abend vor dem Brandenburger Tor ausgelassen und feierlich.

Weitere Ereignisse zu diesem Thema

Blogkino: Tora no O o Fumu Otoko-tachi (1945)

Heute zeigen wir in unserer Reihe Blogkino den vierten Film von Akira Kurosawa,"Die Männer, die auf des Tigers Schwanz". Der Film traten basiert auf einer legendären Begebenheit aus dem 12. Jahrhundert, bei der der Fürst Yoshitsune und eine Gruppe von Samurai-Gefolgsleuten sich als Mönche verkleiden, um einen gefährlichen feindlichen Kontrollpunkt zu passieren. Die Geschichte wurde jahrhundertelang im Nō- und Kabuki-Theater dramatisiert und wird hier zu einem der spannendsten frühen Filme des Regisseurs. Auch wenn der Film als eines der Frühwerke Kurosawas schon 1945 gedreht wurde, war er wegen Unpatriotismus und ähnlichen Vorwürfen bis zu den Verträgen von San Francisco verboten. 1952 wurde er das erste Mal aufgeführt.



Eine Nachricht oder: Ein Tag auf dem Fluss

The Defenders Almanac ist jetzt erhältlich! Das ist das Tabletop-Rollenspiel „Tiere gegen Maschinen“, an dem ich jahrelang mit einem unglaublichen Team gearbeitet habe, ein Begleitbuch und ein Spiel zum Brettspiel Defenders of the Wild. Ich habe eine Menge seltsamer Geschichten und Fiktion für dieses Projekt geschrieben, und ich vermute, dass auch für dich etwas dabei ist, egal ob du das Spiel tatsächlich spielen möchtest oder nicht.

Eine Nachricht

Die Rehe hier sind scheu. Ich kann es ihnen nicht verübeln – es gibt nicht viele Menschen hier, und die meisten von ihnen jagen. In der Nachbarschaft meiner Eltern ziehen die Rehe das Erstarren der Flucht vor und starren einen teilnahmslos an, wenn man durch die Straßen und den Park geht. Rintrah, mein Hund, versteht die Rehe in der Stadt oder in Vororten nicht. Er bellt sie an, stürzt sich an der Leine nach vorne, aber sie erwidern nur seinen Blick und warten, bis wir weitergehen.

Hier draußen rennen die Rehe, wenn auch in ihrer typischen gemächlichen Art. Rintrahs Bellen lässt sie ruhig in die Ferne springen und über die weitläufigen Zäune hüpfen, die die Berge durchziehen. Rehe halten sich nicht sonderlich an Grundstücksgrenzen.

Gestern jedoch stand ein Reh – kaum mehr als ein Kitz – in meinem Vorgarten, als ich zu meinem Auto ging. Es wich sechs Meter zurück und beobachtete mich. Das war das nächste, was mir ein Reh seit meinem Umzug in diese Gegend jemals erlaubt hat.

Das hat nichts zu bedeuten. Es ist kein Symbol dafür, dass ich mich meinen eigenen Schwächen nähere, dass ich lerne, nicht vor allem wegzulaufen, was mir Angst macht. Dieser Teil meiner Begegnung mit dem Reh spielt sich nur in meinem Kopf ab. Es ist nur ein Reh. Eines der gewöhnlichsten und alltäglichsten Tiere Nordamerikas ist immer noch eines der bedeutungsvollsten, das man sehen und mit dem man Augenkontakt aufnehmen kann.

Ich glaube, wir brauchen Symbole und Zeichen. Selbst die rationalsten Menschen, die ich kenne, erzählen voller Ehrfurcht von Begegnungen mit Tieren beim Wandern oder Campen, weil die Interaktion mit diesen empfindungsfähigen, aber stummen Wesen, mit denen wir die Welt teilen, etwas Magisches hat.

Das Foto zeigt eine Elster, die Auf einem Ast sitzt
Eine Elster
Quelle: hedera.baltica from Wrocław, Poland, CC BY-SA 2.0 , via Wikimedia Commons
Eine Gruppe Krähen wird als „Mörder“ bezeichnet, eine Gruppe Elstern als „Tiding“ (Nachricht). Vögel sind dazu geboren, Omen zu sein (naja, sie sind natürlich aus ihren eigenen Gründen geboren, aber es scheint unmöglich, diese flatternden und fliegenden Wesen zu betrachten, ohne an unser Leben und die Möglichkeiten zu denken, die vor uns liegen).

Das kann man aber bei allem Lebendigen und Nicht-Lebendigen so empfinden. Bäume fühlen sich wie Zeichen an. Das Moos und die Flechten, die auf einem Felsvorsprung um ihr Revier kämpfen, können uns mit Bedeutung erfüllen. Die Natur lädt uns ein, sie als etwas Göttliches zu sehen.

Diese Woche bin ich mit Freunden Tubing gefahren, weil Freunde zu Besuch waren, weil Tubes bei Walmart günstig waren und weil wir dachten, dass wir es trotz der heftigen Gewitter jeden Nachmittag so timen könnten, dass wir nicht im Wasser vom Blitz getroffen werden – und das haben wir auch geschafft. Wir haben uns in ein Auto und einen Van gepackt und sind zum Fluss gefahren, und dank des Wochentags und der bereits erwähnten Gewitter hatten wir einen hohen Fluss ohne Menschen. Wir haben uns etwas zu schlampig mit Sonnencreme eingeschmiert, uns mit Sprudelwasser eingedeckt, unsere Reifen aneinander befestigt und uns von der Strömung treiben lassen.

Wir haben einen Reiher gesehen, einen meiner Lieblingsvögel. Wir haben einen Weißkopfseeadler gesehen, von dem ich nicht wusste, dass er hier in der Gegend lebt. Dann war da noch ein Fuchs, der die senkrechte Felswand neben uns erklommen hat. Es war der Fuchs, der mich so beeindruckt hat, dass mir der Atem stockte.

Ich weiß nicht, ob der Fuchs ein Symbol oder ein Zeichen oder ein Omen oder was auch immer war. In den Wäldern in der Nähe meines Hauses gibt es Füchse. Ich sehe sie nie, aber ich höre sie manchmal, und ab und zu finde ich die Überreste ihrer Beute. Ich vermute, dass dieser bestimmte Fuchs, der am Fluss, dort lebte, um den Menschen zu entkommen. Es gibt keine Zufahrt zu dem Ort, nur Zugang über den Fluss.

Es ist herzzerreißend, daran zu denken, dass wir Wildtiere für alle möglichen Dinge symbolisieren, während Tiere für Menschen wahrscheinlich nur den Tod bedeuten. Natürlich rannte der Fuchs auf eine Anhöhe, als wir näher kamen.

Wir unterhielten uns über unser Leben, während die Sonne unsere Beine durch die schlecht aufgetragene Sonnencreme brannte und die wasserdichte Tasche mit unseren Handys und Autoschlüsseln undicht war, und wir lachten, als der Fluss unruhig wurde und uns durchschüttelte. In der Ferne grollte der Donner, aber wir sahen keinen Blitz, bis wir fast das schlammige Ufer erreichten, an dem wir den Van geparkt hatten.

Die einzigen Menschen, die wir sahen, waren der Großvater und seine beiden Enkelkinder, die dort angelten, wo wir aus dem Wasser kletterten, und er freute sich, mit den tätowierten Verrückten zu plaudern, die gerade den Fluss hinuntergetrieben waren, an den er schon länger kam, als wir alle auf der Welt waren. Er erzählte uns begeistert vom Tubing im Vergleich zum Bootfahren auf dem Fluss, von den Fischen, die er zu fangen hoffte, davon, wie sehr er es vermisste, noch fit genug zum Bootfahren zu sein, und davon, wie glücklich er war, endlich mit seinen Enkeln zum Angeln hierherkommen zu können.

Er war weder ein Omen noch ein Zeichen. Er war einfach ein Mann, der aus seinem Leben erzählte, auch wenn mich seine Erzählung daran erinnerte, das Leben zu genießen und darüber nachzudenken, wie unsere Freude uns erhalten bleibt, sich aber mit zunehmendem Alter und Veränderungen wandelt.

Wir fuhren vom Fluss zu einem Hotdog- und Eisstand, der wie durch ein Wunder in West Virginia veganes Sorbet für mich hatte. Wir fuhren singend nach Hause, schlängelten uns durch kurvige Straßen und vermieden dank einer Mischung aus Glück und Geschicklichkeit, dass uns schlecht wurde. Rintrah empfing uns an der Tür, freute sich, uns zu sehen, sprang nicht einmal auf und kratzte uns nicht, dann analysierten wir alle unsere Sonnenbrände und legten uns prompt am Nachmittag schlafen, während draußen der Donner grollte.

Ich dachte an den Fuchs, der die Klippe erklommen hatte, an den Reiher und an meine Freunde, und ich bin froh, dass ich heute weniger ein Einsiedler bin, und ich bin dankbar für die Menschen und Tiere in meinem Leben, sowohl für diejenigen, die mich in ihrem Herzen tragen, als auch für diejenigen, die einfach nur freundliche Fremde am Flussufer sind.

Es ist viel falsch in dieser Welt, und es wird immer schlimmer, aber im Moment kann ich meinen Hund und meine Freunde umarmen und diese Momente festhalten.

Quelle: Margaret Killjoy, in Birds Before the Storm: A Tiding or: a day on the river, 18. Juli 2025

Birds Before the Storm ist eine von den Lesern unterstützte Publikation. Normalerweise ist die Hälfte der Beiträge kostenlos, die andere Hälfte ist persönlicher und steht bezahlten Abonnenten zur Verfügung, aber angesichts der aktuellen Krise sind mehr meiner Beiträge für alle Leser kostenlos. Um neue Beiträge zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, solltest du ein kostenloses oder bezahltes Abonnement erwerben.

Übersetzung [Autorisiert]: Thomas Trueten

Berlin: Alles oder nichts! Eine Zaubershow im Görlitzer Park

Das Foto zeigt einen Ausschnitt der Bühne mit der Band im Hintergrund vor dem Transparent mit dem Text "Alles oder nichts". Auf der Bühne singt eine mit einem wallenden weißen Ganzkörperkostüm verkleidete Person während im Vordergrund ein Dutzend kostümierte weitere Mitglieder des Ensembles sitzen.
Foto: © Umbruch Bildarchiv
Am Samstag, den 12. Juli brachte das Kollektiv Lauratibor eine politische Performance mit Musik und Magie in den Görlitzer Park. Es ging um Reichtum und Armut, Verdrängung, Zäune und leere Symbolpolitik.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Mit der Musik-Performance ALLES ODER NICHTS – DIE ZAUBERSHOW widmet sich Lauratibor e.V. der extremen Armut und dem extremen Reichtum, die sich um und im Görlitzer Park immer deutlicher zeigen. Während sich immer reichere Menschen um den Park ansiedeln, kämpfen andere tagtäglich um ihre Existenz. Nicht wenige arbeiten in mehreren Jobs gleichzeitig und können sich ihre Wohnungsmiete trotzdem nicht mehr leisten. Immer mehr Menschen werden wohnungs- und schließlich obdachlos. Zelte am Kanal und unter der U-Bahnbrücke werden mehr. Auch der Konsum von harten Drogen nimmt weiter zu. Doch statt einer nachhaltigen Antwort setzt Wegner und die Berliner Regierung auf Symbolpolitik: Ein Zaun soll den Park abschirmen, während es an Mitteln für echte Hilfe fehlt. Was wir wirklich brauchen, sind Investitionen in die Suchtkrankenhilfe, in Sozial- und Jugendarbeit, in medizinische Versorgung und Kultur. Doch genau dort wird gekürzt – nicht das Elend wird bekämpft, sondern die, die darunter leiden.

Wir lassen uns weder unseren Park noch unser Leben im Kiez nehmen. Wir fordern ein entschlossenes, umfassendes Programm, das unser Zuhause wieder zu einem lebenswerten Ort für alle macht – und nicht nur für jene, die es sich leisten können.

Weitere Ereignisse zu diesem Thema
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Berlin: Pride Parade 2025

Das Foto von © Björn Obmann zeigt das Fronttransparent mit der Aufschrift "Behindert & verrückt - Feien bis zum Umfallen!" Dahinter fährt ein Lautsprecherwagen. Drumherum viele Menschen unter anderem einige in Rollis.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Unter dem Motto „behindert und verrückt — feiern bis zum Auffallen!“ zogen am 5. Juli 2025 über 800 Menschen in einer PRIDE PARADE durch Neukölln und Kreuzberg. Sie protestierten damit gegen die mehrfache Diskriminierung sowie die Behinderung und Ausgrenzung von queeren Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

"Wir nennen uns „behindert und verrückt“, um uns diese Begriffe zurückzuerobern.
Dafür gehen wir auf die Straße:
Wir wollen keine Scham mehr. Keine Anpassung. Keine stillen Ecken für uns.
Wir nehmen den Raum, den wir brauchen.
Wir stören. Wir feiern. Wir kämpfen.
Mit Rollstuhl, Krücke, Chaos und Glitzer.
Mit Wut, Freude und Musik.

Wir protestieren dagegen, dass Menschen diskriminiert werden.
Wir protestieren dagegen, dass andere Menschen über behinderte und verrückte Menschen bestimmen.
Wir protestieren dagegen, dass in unserer kapitalistischen Gesellschaft Menschen nur etwas wert sind, wenn sie arbeiten können.
Wir wollen eine Gesellschaft, in der niemand als „krank“, „gestört“ und „nicht normal“ benachteiligt oder ausgeschlossen wird.
Wir wollen eine Gesellschaft, in der alle Menschen gut leben können und nicht ein paar Menschen sehr reich sind und viele Menschen arm sind."

(aus dem Aufruf zur Parade)

Weitere Fotos im alten Bildarchiv (1980 - 2018)

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