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»La politique est la science de la liberté: le gouvernement de l'homme par l'homme, sous quelque nom qu' il se déguise, est oppression; la plus haute perfection de la société se trouve dans l'union de l'ordre et de l' anarchie.« Pierre Joseph Proudhon

Rede zum 8. Mai 2023 auf dem Friedhof Norrenberg

Sehr geehrte Damen und Herren

Zum 38. Mal stehen wir am 8. Mai an den Gräbern der im Wuppertaler Osten ermordeten sowjetischen und polnischen Zwangsarbeiter:innen.

Wir trauern.

Aber wir mahnen auch.

Das Berufsinformationszentrum BIZ Wuppertal lädt die Bundeswehr in drei Tagen, am 11. Mai 2023, ein, um mit harmloser Sprache junge Menschen für den Dienst in der deutschen Armee zu gewinnen. Die Bundeswehr ist eine der wenige Armeen, die Minderjährige anwirbt. Die Friedensbewegung stellt die Parole „Kein Werben fürs Sterben“ dagegen. Auch die VVN-BdA Wuppertal lehnt die Anwerbung 17-Jähriger Menschen für den direkten und indirekten Kriegseinsatz ab!

Für welche Armee würden sich die jungen Menschen zum Töten und Sterben verpflichten?

Die Bundeswehr trägt mit unverhohlenem Stolz das sogenannte Eiserne Kreuz als Hoheitszeichen. Einige der zentralen Erzählungen des deutschnationalen Weltbildes werden durch diesen Orden symbolisiert.

Der offene Bezug auf die Traditionen des preussischen und wilhelminischen Militarismus finden sich 2023 nicht nur im sogenannten Eisernen Kreuz.

Das Wachbatallion der Bundeswehr ist der bekannteste Truppenteil der Bundeswehr. Diese Soldat:innen sind prominent, weil sie bei allen Staatsempfängen repräsentieren, bei Gelöbnissen auftreten und auch die sogenannten Zapfenstreiche durchführen. Der unmittelbare Schutz der Bundesregierung ist ihre zentrale militärische Aufgabe.

Das Wachbatallion bezieht sich in vielen Dingen auf die Zeit vor dem 8. Mai 1945. So wird bei den Vorführungen das berüchtigte deutsche Gewehr benutzt, das sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg im Einsatz war. Beim Zapfenstreich werden dunkle Stahlhelme, Mäntel und Stiefel in Art der Wehrmacht getragen. Fackeln gehören zur Inszenierung, die altbekannten Befehle wie „Helm ab zum Gebet!“ gellen über die Plätze. Das Wachbatallion ist schon lange zu hören bevor es erscheint, denn sie treten mit der alten Marschmusik auf.

Nicht nur das Auftreten und die Ausrüstung, auch das Abzeichen kommt aus der Vergangenheit. Es ist der Buchstabe W in gotischer Schreibweise. Und die Ahnenreihe, in der sich das Wachbatallion der Bundeswehr sieht, geht auf das preussische Militär zu Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Als Truppenteil zum Schutz der preussischen Könige eingesetzt, gilt das sogenannte 1. Garde-Regiment zu Fuß als Vorläufer. Alle preussischen Prinzen wurden hier ab dem Alter von 10 Jahren zu Soldaten gedrillt, auch weil die sogenannte Garde immer direkt neben dem Herrscherhaus stationiert war. Das Wachbatallion sieht sich sogar in der bis 1675 zurückführenden Linie des preussischen Militärs, der sogenanten „Langen Kerls“. Seitdem wird das Motto „Semper talis“ verwendet, bis heute.

Wir wissen, wofür die preussische Armee, das kaiserliche Heer, für 12 Jahre Reichswehr und dann ab 1935 Wehrmacht steht:

für eine autitäre und obrigkeitshörige Gesellschaft, für Militarismus; Aufrüstung und dann natürlich auch für Aggression und Krieg. Das Feldgrau der deutschen Armee bis 1945 steht gegen Demokratie und Zukuft. Im Feldgrau lebt die schlechte deutsche Vergangenheit.

Wir bitten, die Video-Beiträge auf den beiden Accounts auf Instagramm mit den Namen „Bundeswehr“ und „Bundeswehr Exkusive“ anzuschauen. Im Internet kann Jede/r sehen, wie die Bundeswehr ist.

Kurt Tucholsky: Drei Minuten Gehör (1922)

Drei Minuten Gehör will ich von euch, die ihr arbeitet -!

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Von euch, die ihr den Hammer schwingt,
von euch, die ihr auf Krücken hinkt,
von euch, die ihr die Feder führt,
von euch, die ihr die Kessel schürt,
von euch, die mit den treuen Händen
dem Manne ihre Liebe spenden –
von euch, den Jungen und den Alten -:
Ihr sollt drei Minuten innehalten.
Wir sind ja nicht unter Kriegsgewinnern.
Wir wollen uns einmal erinnern.

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Die erste Minute gehört dem Mann.
Wer trat vor Jahren in Feldgrau an?
Zu Hause die Kinder – zu Hause weint Mutter …
Ihr: feldgraues Kanonenfutter -!
Ihr zogt in den lehmigen Ackergraben.
Da saht ihr keinen Fürstenknaben:
der soff sich einen in der Etappe
und ging mit den Damen in die Klappe.
Ihr wurdet geschliffen. Ihr wurdet gedrillt.
Wart ihr noch Gottes Ebenbild?
In der Kaserne – im Schilderhaus
wart ihr niedriger als die schmutzigste Laus.
Der Offizier war eine Perle,
aber ihr wart nur „Kerle“!
Ein elender Schieß- und Grüßautomat.
„Sie Schwein! Hände an die Hosennaht -!“
Verwundete mochten sich krümmen und biegen:
kam ein Prinz, dann hattet ihr stramm zu liegen.
Und noch im Massengrab wart ihr die Schweine:
Die Offiziere lagen alleine!
Ihr wart des Todes billige Ware …
so ging das vier lange blutige Jahre.
Erinnert ihr euch?

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Die zweite Minute gehöre der Frau.
Wem wurden zu Haus die Haare grau?
Wer schreckte, wenn der Tag vorbei,
in den Nächten auf mit einem Schrei?
Wer ist es vier Jahre hindurch gewesen,
der anstatt in langen Polonaisen,
indessen Prinzessinnen und ihre Gatten,
alles, alles, alles hatten – – ?
Wem schrieben sie einen kurzen Brief,
daß wieder einer in Flandern schlief?
Dazu ein Formular mit zwei Zetteln …
wer mußte hier um die Rente betteln?
Tränen und Krämpfe und wildes Schrein.
Er hatte Ruhe. Ihr wart allein.
Oder sie schickten ihn, hinkend am Knüppel,
euch in die Arme zurück als Krüppel.
So sah sie aus, die wunderbare
große Zeit – vier lange Jahre …
Erinnert ihr euch -?

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Die dritte Minute gehört den Jungen!
Euch haben sie nicht in die Jacken gezwungen!
Ihr wart noch frei, Ihr seid heute frei!
Sorgt dafür, daß es immer so sei!
An euch hängt die Hoffnung. An euch das Vertraun
Von Millionen deutschen Männern und Fraun.
I h r sollt nicht stramm stehn. I h r sollt nicht dienen!
Ihr sollt frei sein! Zeigt es ihnen!
Und wenn sie euch kommen und drohn mit Pistolen -:
Geht nicht! Sie sollen euch erst mal holen!
K e i n e Wehrpflicht! K e i n e Soldaten!
K e i n e Monokel-Potentaten!
K e i n e Orden! K e i n e Spaliere!
K e i n e Reserveoffiziere!
Ihr seid die Zukunft!

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Euer das Land!
Schüttelt es ab, das Knechtschaftsband!
Wenn ihr nur wollt, seid ihr alle frei!
Euer Wille geschehe! Seid nicht mehr dabei
Wenn ihr nur wollt: bei euch steht der Sieg -!
Nie wieder Krieg !

Aus: Gedichte gegen den Krieg, herausgegeben von Kurt Faßmann, München 1961, Seite 122 ff.

Quelle: Rede des damaligen Kreissprechers und ehemaligen Mitgliedes der VVN-BdA, Sebastian Schröder via VVN-BdA Wuppertal


Shared Fights - Take back the night 2026

Das Foto von Björn Obmann zeigt die Demo von der Seite gesehen im Bengaloschein.
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Am Vorabend des 1. Mai beteiligten sich in der Walpurgisnacht am 30. April 2026 rund 3.000 Menschen an einer queer-feministischen Demonstration gegen Patriarchat, Staat und Kapital durch Berlin-Kreuzberg und Neukölln.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

„Lasst uns zurückschlagen gegen den zunehmenden imperialistischen Autoritarismus und Militarismus in der Gesellschaft: gegen die rassistische und patriarchale Polizeigewalt in unserer Stadt, gegen Pink Lists, die darauf abzielen, trans- und queere Menschen zu überwachen. Gegen Wehrpflicht, KI-Überwachung und Zäune in unseren Kiezen, gegen die Kriminalisierung von Sexarbeit, gegen Nazi-Angriffe auf uns, wenn wir nachts nach Hause gehen, gegen brutale Razzien und gegen die falsche Schuldzuweisung an Migrant*innen-Gemeinschaften. Wir sagen: ABOLISH FRONTEX, ABOLISH ICE, ABOLISH GEAS! (…)

Wir werden niemals schweigen, wenn es um unsere toten und inhaftierten Geschwister geht. Unser gemeinsamer Kampf lässt sich nicht durch Gefängnismauern aufhalten!

In diesem Jahr widmen wir diese Demo Devran, einer Genossin, die ihr ganzes Leben lang Teil unserer gemeinsamen Kämpfe war. Sie war Teil der Antifa Genclik, kämpfte für die Freedom of movement Bewegung rund um den Oranienplatz und nahm jedes Jahr an der „Take Back the Night“-Demo teil. Wir haben sie letzten November im Kampf gegen die Dämonen verloren, die die Systeme der Unterdrückung in unsere Köpfe und Seelen pflanzen – Einsamkeit und Entfremdung. Aber wie Rio Reiser sagte: Die letzte Schlacht gewinnen wir.“

(aus dem Aufruf zur Demo)


Weitere Ereignisse zu diesem Thema

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Abgesagte Stationierung von US-Raketen: Kampagne sieht große Chance für Rüstungskontrolle

Das Logo der Kampagne zeigt eine weiße Friedenstaube, die vor einer zerbrochenen Rakete fliegt.

Die Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ begrüßt die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, keine Tomahawk-Marschflugkörper in Deutschland zu stationieren. Nach Einschätzung des Bündnisses bietet sich jetzt die Chance für neue Fortschritte in der Rüstungskontrolle. Die Bundesregierung müsse diese nutzen.

Die Pläne zur Stationierung US-amerikanischer Mittelstreckenwaffen in Deutschland waren vor rund zwei Jahren bekannt geworden und hatten bundesweit Proteste ausgelöst. Mit seiner Ankündigung, einen Teil der US-Truppen aus Deutschland abzuziehen, hat Trump nun am vergangenen Wochenende auch die Stationierung der Waffen in Deutschland abgesagt.

Bestärkt durch diese Entwicklung ruft die Kampagne für den 30. Mai 2026 gemeinsam mit einem breiten Bündnis zu Protesten unter dem Motto „Keine Mittelstreckenwaffen – nirgends!“ in Wiesbaden und Grafenwöhr auf, um Druck für neue Abrüstungsinitiativen zu machen.

Absage der Stationierung ist eine gute Nachricht
„Die Absage der Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland ist eine gute Nachricht für die Sicherheit in Europa!“, sagt Simon Bödecker, Referent von Ohne Rüstung Leben und Sprecher der Kampagne. „Landgestützte Mittelstreckenwaffen sind darauf ausgelegt, strategische Ziele in sehr kurzer Zeit anzugreifen. Sie wirken destabilisierend, führen zu einem Klima der ständigen Unsicherheit und hätten Deutschland zu einem potenziellen Ziel russischer Präventivschläge gemacht.“

Sehr kritisch bewertet die Kampagne die ersten Reaktionen aus der deutschen Politik. Forderungen nach der Entwicklung oder Beschaffung eigener Mittelstreckenwaffen würden die bestehenden Risiken eher verschärfen als reduzieren.

„In der aktuellen Weltlage ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und kluge, weitsichtige Entscheidungen zu treffen. Der Verzicht der USA auf die Stationierung weitreichender Angriffswaffen in Deutschland bietet dafür jetzt eine große Chance“, erklärt Simon Bödecker. „Reflexartige Rufe nach dem Kauf eigener Marschflugkörper und der Entwicklung europäischer Mittelstreckenwaffen bringen uns aber nicht weiter. Auch die vielbeschworene ‚Fähigkeitslücke‘ ist längst widerlegt!“

Rüstungskontrolle und Abrüstungsinitiativen jetzt nötig!
Wir fordern die Bundesregierung auf, neue Initiativen für internationale Rüstungskontrolle auf den Weg zu bringen. Der INF-Vertrag hat in den 1980er-Jahren gezeigt, dass das Verbot von Mittelstreckenwaffen einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Eskalationsrisiken leistet und Grundlage eines weiterführenden Dialogs sein kann. Damals war der Vertrag ein wichtiger Schritt zum Ende des Kalten Krieges. Solche Impulse brauchen wir heute wieder!“ fügt Simon Bödecker hinzu.

Protest gegen Mittelstreckenwaffen in Ost und West am 30. Mai
Die Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig“ mobilisiert daher für den 30. Mai 2026 zu Demonstrationen in Grafenwöhr und Wiesbaden. „Mit den großen Demonstrationen wenden wir uns gegen alle Mittelstreckenwaffen in Ost und West. Und wir protestieren gegen die Pläne zum Kauf und zur Entwicklung europäischer Marschflugkörper. Gerade jetzt ist es wichtig, dass tausende Menschen mit uns Verhandlungen über Rüstungskontrolle fordern,“ erläutert Marvin Mendyka, Mitglied im Kampagnenrat und im Vorbereitungskreis der Demo. „Daher rufen wir bundesweit zur Teilnahme an den beiden großen Demonstrationen am 30. Mai auf. Unsere Botschaft ist klar: Keine Mittelstreckenwaffen – nirgends!“

Über die Kampagne
Die Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ ist ein Zusammenschluss von mehr als 55 Organisationen aus der Zivilgesellschaft. Die Kampagne protestiert gegen die Rückkehr der Raketen und Marschflugkörper nach Europa, klärt über ihre Risiken und Gefahren auf und fordert ein internationales Abkommen zur Begrenzung landgestützter Mittelstreckenwaffen.

Quelle: Pressemitteilung, 4. Mai 2026. Weitere Informationen zur Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!“ finden sich unter: friedensfaehig.de.

1. Mai: Sie bauen den Sozialstaat ab – Wir bauen die Gewerkschaft auf

Das SharePic zeigt alle relevanten Eckdaten aus dem Textbeitrag zu den Aktivitäten der FAU am 1. Mai

Unter dem Motto »Sie bauen den Sozialstaat ab – Wir bauen die Gewerkschaft auf.« sind wir am 1. Mai in Stuttgart auf der Straße.

Wir treffen uns um 10:00 Uhr am Stadtteilzentrum Gasparitsch und bringen gemeinsam unser Material zur Demo und zeigen bei der Auftaktkundgebung am Marktplatz Präsenz.

Ab 11:30 Uhr laufen wir gemeinsam bei der Gewerkschaftsdemo mit, beginnend am Marktplatz.

Anschließend sind wir beim 1. Mai Fest im Stadtteilzentrum Gasparitsch.

Und um 17:00 Uhr startet dort die Stadtteildemo.

Quelle: FAU Stuttgart

1000 Krisen – eine Antwort: Sozialismus! Heraus zum revolutionären 1. Mai 2026!

Das SharePic zeigt das Plakat zum revolutionären 1. Mai 2026 in Stuttgart, sowie den Verweis auf die Webseite des Bündnisses sowie einen QR Code

Achte Anarchistische Buchmesse Mannheim vom 14. bis 17. Mai 2026

Das SharePic zur 8. anarchistischen Buchmesse in Mannheim zeigt das Jugendzentrum Forum auf der rechten Seite und links 3 Wellen, deren Schaumkronen aus lauter Anarchie Ⓐ besteht sowie Angaben zur Messe und den Veranstalter:*Innen

Ostermarsch 2026

Das Foto zeigt eine Weitwinkelaufnahme eines Teils des Ostermarsches mit verschiedenen Transparenten, unter anderem Freiedensglocke, DKP, IG MEtall, BSW,
Foto: © Soldiner Kiez Kurier via Umbruch Bildarchiv
In rund 100 Städten gab es über die Feiertage antimilitaristische Aktionen und Demonstrationen gegen Kriege, Aufrüstung und die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft. In Berlin beteiligten sich mehrere tausend Menschen am diesjährigen Ostermarsch durch Prenzlauer Berg. Aufgerufen hatte die Berliner Friedenskoordination (FriKo).

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Der Berliner Ostermarsch 2026 versammelte ein breites Bündnis an Organisationen. Das Spektrum reichte von traditionellen Friedensgruppen bis hin zu diversen linken und kommunistischen Gruppierungen. Es fiel deutlich auf, dass der Marsch vor allem von der älteren Generation getragen wurde. Jüngere Menschen waren eher in der Minderheit, setzten aber markante Punkte. Ein Beispiel war eine junge Rednerin aus dem Wedding von der neu gegründeten Initiative „Nein zur Wehrpflicht“, die mit einer scharfen Kritik an der Politik von Friedrich Merz mit dem Ausruf „Friedrich Merz Leck meine Eier!“ und dem Aufruf zum nächsten Schulstreik am 8. Mai den Abschluss bildete.

Die Friedenskoordination Berlin (Friko) zeigte sich in einer ersten Einschätzung sehr zufrieden und sprach von einer stabilen Resonanz, die auf dem Niveau des Vorjahres lag. Während die Polizei die Teilnehmerzahl mit rund 1.600 Personen angab, liegen die Schätzungen der Veranstalter traditionell etwas höher, wobei sie vor allem das „breite und entschlossene Bündnis“ unter dem Motto „Nein zum Irrsinn der Kriegspolitik“ hervorhoben. In ihrem offiziellen Fazit betonten die Organisatoren, dass der Marsch trotz der kontroversen Debatten im Vorfeld ein wichtiges Zeichen gegen Aufrüstung und die neue Wehrpflicht gesetzt habe.

„Die Politik der deutschen Regierung ist nicht „komplex“, sondern komplett unverantwortlich und irre. Sie setzt auf unbegrenzte Aufrüstung. Sie propagiert Kriegswirtschaft als alternativlos. Bis 2029 soll so weit aufgerüstet sein, dass die Bevölkerung bereit und die Bundeswehr fähig ist, nicht nur zu kämpfen, sondern auch zu siegen. Die Regierung hat begeistert zugestimmt, 5% des BIP für das Militär auszugeben! Die Rüstungskonzerne jubeln, die sozialen Bereiche verkümmern. Die Lage für die Beschäftigten und Arbeitslosen, für die Jugend, die Familien und Alten wird immer prekärer.“

(Aufruf zur Demo)


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Filmvorführung zu Hans Gasparitsch: „Ich bin ja jetzt der Letzte“

Der Flyer zum Film zeigt neben einem Foto des älteren Hans Gasparitsch die Angaben zur Filmvorführung
Flyer zum Film
FILMVORFÜHRUNG im Gasparitsch:

Arbeiterkultur - Jugendwiderstand - Konzentrationslager.
Hans Gasparitsch, geboren 1918 in Stuttgart, erzählt.
„ICH BIN JA JETZT DER LETZTE“

📅 FREITAG, 10. APRIL, 20.30 UHR
🎥 Filmdauer: 40 min.
📍 Stadtteilzentrum Gasparitsch, Rotenbergstr. 125, Stuttgart

Mit 16 Jahren schrieb Hans Gasparitsch am 14. März 1935 mit roter Farbe „Hitler = Krieg“ auf den Sockel der Rossebändiger im Stuttgarter Schlosspark. Er und seine Freunde von der „Gruppe G“, in der Hans organisiert war, wurden von der Gestapo verhaftet. Es folgte der größte Prozess gegen Jugendliche in Württemberg während der NS-Zeit. Für Hans begann ein zehnjähriger Weg durch deutsche Gefängnisse und Konzentrationslager - ein Weg tiefen Leidens, aber auch ein Weg der Erfahrung großer Menschlichkeit und Solidarität seitens vieler Mithäftlinge.
Im Film berichtet Hans Gasparitsch:
• über seine Jugend in der Arbeiterkultur der 1920er Jahre,
• über das Erstarken der Nazis in Ostheim vor und nach
1933,
• über seine Politisierung und erste Widerstandsaktionen,
• über die Aktion bei den Rossebändigern,
• über Prozess, Verurteilung und Inhaftierung,
• über seine Zeit in den Konzentrationslagern,
• und über die Jahre danach.
Die Erzählungen von Hans Gasparitsch werden durch historische Fotos und Dokumente eindrucksvoll ergänzt.

Ab 20 Uhr lädt die Kneipe zum entspannten Miteinander ein - mit gutem Essen, kühlen Getränken und Gelegenheit zum Austausch 🥗🍝🍞


This Saturday: All Out for No Kings Day 3!

Die Grafik zeigt eine durchgestrichene Krone sowie den Text "No Kings - No illegal Wars"
Die Grafik zeigt eine durchgestrichene Krone sowie den Text "No Kings - No illegal Wars"
Masked secret police are terrorizing our communities. An illegal, catastrophic war is putting us in danger and driving up our costs of living. Attacks on our freedom of speech, our civil rights, and our freedom to vote are happening on a daily basis. Costs are pushing families to the brink. #Trump is acting like a tyrant. But this is America, and power belongs to the people - not to wannabe kings or their billionaire cronies.

This Saturday, March 28th, we will show up together to demand, No Kings!


Please plan to join what promises to be the largest democracy, human rights, and peace demonstration in U.S. history. More than 3,000 events are planned.

FIND A NO KINGS EVENT NEAR YOU!

As President Trump escalates his attempts to control us, it is on us, the people, to show that we will fight to protect one another and our country. If he believes we will roll over and allow him to take our freedoms, he is mistaken. We are coming together on March 28 across issues, ages, races, and religions, because we know we can overcome this repression when we unite.



(In #Germany also in #Munich / #München #Nuremberg / #Nürnberg #Frankfurt #Wiesbaden #Düsseldorf #Bremen & #Hamburg)

#NoKings! #NoWars! #NoNukes! #NoICE


Anstieg um 42 Prozent: Bundeswehr ist eine der Armeen mit den meisten minderjährigen Soldatinnen und Soldaten weltweit

Das Logo der Kampagne "Unter 18 nie!" zeigt eine grafisch dargestellte junge Person mit Stahlhelm, die mit angezogenen und umarmten Knien auf dem Boden hockt und auf dem Rücken ein Gewehr trägt. Dazu der Text: "Unter 18 nie! Keine minderjährigen in der Bundeswehr" und ein Link auf die Webseite www.unter18nie.de
Mehr Informationen zur Kampagne: Bild anklicken.
In einem offenen Brief fordern 18 Organisationen und 6 Dachverbände mit über 230 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Menschenrechte, Frieden, Umwelt, Kirche und Gewerkschaft mit zusammen über einer halben Million Mitgliedern Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius auf, das Rekrutierungsalter für Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr auf 18 Jahre anzuheben und Bundeswehrwerbung bei Minderjährigen zu beenden. Der Minister könnte dies sofort durch eine Dienstanweisung umsetzen.

„Im Jahr 2025 hat die Bundeswehr 3.131 Jungen und Mädchen im Alter von 17 Jahren als Soldatinnen und Soldaten rekrutiert - das ist ein trauriger neuer Höchstwert und ein Anstieg um 42% gegenüber dem Vorjahr, jeder achte neueingestellte Soldat war minderjährig. Damit ist die Bundeswehr eine der Armeen mit den meisten minderjährigen Soldatinnen und Soldaten weltweit“, sagt Ralf Willinger von der Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes, Sprecher vom Bündnis Unter 18 Nie! Keine Minderjährigen in der Bundeswehr. Nur wenige Armeen weltweit rekrutieren überhaupt noch Minderjährige, über 150 Länder halten den sogenannten Straight18-Standard ein und rekrutieren nur Volljährige als Soldatinnen und Soldaten.

„Die von der Bundeswehr rekrutierten Jungen und Mädchen kommen direkt von der Schule, wo strenge Kindesschutzregeln gelten, sie dürfen als Minderjährige nicht selbst Auto fahren und keine Computer-Schießspiele spielen“, so Willinger. „Als Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten durchlaufen sie dann aber zusammen mit Erwachsenen ein hartes militärisches Kampftraining an der Waffe, sie fahren Panzer und müssen in Übungen und Kampfsimulatoren virtuell Menschen töten. Dabei werden weder das Jugendschutzgesetz, das Jugendarbeitsschutzgesetz, die Kinderrechtskonvention, die ILO-Konvention 182 noch andere wichtige Schutzregeln eingehalten. Jedes Jahr werden viele von ihnen Opfer sexueller Gewalt, erleiden Unfälle und erkranken psychisch, wie Regierungszahlen belegen. Auch unter den Opfern sexueller Gewalt in einer Bundeswehrkaserne in Zweibrücken, wo aktuell gegen 55 Soldaten ermittelt wird, war mindestens eine minderjährige Soldatin.“

„Wer wie die Bundesregierung Respekt für Soldatinnen und Soldaten einfordert, muss vor allem die Kinderrechte und Regeln zum Schutz von Kindern und Jugendlichen respektieren“, sagt Martina Schmerr von der GEW, Sprecherin von Unter 18 Nie. „Wir als Bildungsgewerkschaft kritisieren scharf, dass immer mehr Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten, sogenannte Jugendoffiziere und Karriereberater, an Schulen geschickt werden und dort Schülerinnen und Schüler beeinflussen. Schulen müssen ein geschützter Raum zum Lernen sein, kein Rekrutierungsfeld für Soldaten. Die Werbeoffensive der Bundeswehr an Schulen besorgt und verärgert auch viele Eltern, Lehrkräfte und Schüler und Schülerinnen.“

Hintergrund: Kinderrechtsverletzungen, internationale Kritik und negatives Vorbild

Daten des Verteidigungsministeriums belegen, dass minderjährige Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr regelmäßig Opfer von sexueller Gewalt (in 2023: 15), Unfällen (in 2023: 35) und psychischer Erkrankungen werden. Deutschland wird für die Rekrutierung Minderjähriger als Soldatinnen und Soldaten vom Kinderrechteausschuss der Vereinten Nationen und vielen Staaten wie dem NATO-Land Schweden im UN-Menschenrechtsrat kritisiert. Die große Mehrheit, über 150 Länder weltweit (darunter 24 NATO-Länder), halten den 18-Jahre-Standard der Vereinten Nationen ein. Die Rekrutierung unter 18-Jähriger als Soldat:innen ist international geächtet und wird nur noch von wenigen Ländern praktiziert. Kindersoldat:innen sind nach der Definition der Vereinten Nationen in den Pariser Prinzipien, die auch Deutschland unterschrieben hat, alle minderjährigen Mitglieder von Armeen oder bewaffneten Gruppen, egal in welcher Funktion oder Rolle. Armeen und bewaffnete Gruppen in anderen Ländern, die noch Kindersoldat:innen rekrutieren, rechtfertigen dies mit Verweis darauf, dass Deutschland dies auch tut – statt die internationale Ächtung der Rekrutierung von Jugendlichen unter 18 Jahren als Soldat:innen zu stärken, untergräbt sie Deutschland und wirkt als negatives Vorbild.

Weitere Informationen


Quelle: Netzwerk Friedenskooperative, 27. Februar 2026


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