Blogkino: Metropolis (1927)
Via Spreeblick
Blogkino: "Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt?" (1932)
Der Film spielt im Berlin der 1920er-Jahre. Schon zu Beginn des Filmes stürzt sich ein arbeitsloser junger Mann (Annis Bruder) aus Verzweiflung, nachdem er wieder den Tag damit verbracht hat, vergeblich nach Arbeit zu suchen, aus dem Fenster. Seiner Familie wird kurz darauf die Wohnung gekündigt. Sie ziehen in eine Art Gartenkolonie mit dem Namen „Kuhle Wampe“.
Anni, die Tochter der Familie und einzige, die noch Arbeit hat, wird schwanger und verlobt sich mit ihrem Freund Fritz, der schon am selben Abend erklärt, dass ihm die Hochzeit aufgrund von Annis Schwangerschaft aufgezwungen wurde. Anni verlässt ihn nach dieser Erklärung und zieht zu ihrer Freundin Gerda. Sie nimmt später an einem Arbeitersportfest teil, wo sie wieder auf Fritz, der zuvor seine Arbeit verloren hat, trifft. Sie finden daraufhin wieder zueinander.
Höhepunkt des Filmes bildet die Heimfahrt mit der Bahn (diese Szene wurde von Bertolt Brecht persönlich geschrieben). In dieser streiten sich Anni, Fritz und ein paar Arbeiter mit einigen bürgerlichen und wohlhabenden Männern und Frauen über die Situation der Weltwirtschaftskrise. Einer der Arbeiter macht die Bemerkung, dass die Wohlhabenden die Welt sowieso nicht verändern werden, worauf einer der Wohlhabenden erwidert, wer denn die Welt verändern kann? Gerda antwortet: „Die, denen sie nicht gefällt.“ Der Film endet mit dem Singen des Solidaritätsliedes.
Zu den Rahmenbedingungen der Entstehung fasst koopera zusammen:
"Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt? ist ein Proletarischer Film aus der Zeit der Weimarer Republik. An seiner Erstellung arbeitete unter anderem Bertolt Brecht mit. Bei den Aufnahmen zum Film mussten die Beteiligten von Sicherheitskräften (Roter Frontkämpferbund) der KPD beschützt werden, um den Standort vor der faschistischen SA zu sichern. Schon kurz nach seinem Erscheinen 1932 wurde der Film verboten, weil er angeblich den Reichspräsidenten, die Justiz und die Religion beleidigte (Reichspräsident, Justiz und Religion kommen im Film nicht vor). Brecht machte dem Zensor das ironische Kompliment, dass er der einzige sei, der den Film wirklich verstanden habe. Das Verbot wurde später nach Protesten teilweise wieder aufgehoben."
Blogkino: "Millions of Us" (1936)
Im Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise und ihren katastrophalen Folgen vor allem für die Arbeiterklasse und die Landbevölkerung entwickelte sich in den USA eine schnell wachsende radikale Sozialfilm- und Fotobewegung, die sich unter anderem in der Film and Photo League organisierte.
Damals wie heute waren die Massenmedien in der Hand von Medienkonzernen und publizierten nicht nur hinsichtlich der sozialen Kämpfe vor allem ein Gemisch aus Halbwahrheiten, Verdrehungen und desorganisierenden Beiträgen. Dagegen sollten mit selbstproduzierten und mit damals erstmals erhältlichen, relativ günstigen Handkameras diese Kämpfe aus der Sicht der beteiligten Arbeiter nicht nur dokumentiert sondern auch als Beitrag zur Selbstorganisierung genutzt werden. Ein Beispiel ist der halbdokumentarische Film "Millions of Us" in dem ein verzweifelter Arbeitsloser beinahe zum Streikbrecher wird, aber sich aufgrund der Auseinandersetzung mit einem Gewerkschafts "Organizer" eines besseren besinnt.
Die Wirkung dieser Filme war übrigens nicht zu unterschätzen, wer sie zeigte wurde im Auftrag des Kapitals von "Union Busters" und anderen verfolgt. So wurde der Sozialist Herbert Harris in Dallas wegen der Vorführung des Films geteert und gefedert.
Auch wenn die Tonspur bei dem Film fehlt, ist er doch ein einzigartiges historisches Dokument. Daher zeigen wir heute die Fassung mit dem passenden und vor allem in Teil 2 unbedingt hörenswerten Soundtrack von "The Blairs"
Teil 1:
Teil 2: