Quelle: Free Mumia Bündnis Berlin
“Prison is a second-by-second assault on the soul, a day-to-day degradation of the self, an oppressive steel and brick umbrella that transforms seconds into hours and hours into days.-
Mumia Abu-Jamal
»Au point de vue barbare, liberté est synonyme d’isolement: [...]« Pierre Joseph Proudhon
“Prison is a second-by-second assault on the soul, a day-to-day degradation of the self, an oppressive steel and brick umbrella that transforms seconds into hours and hours into days.-
Mumia Abu-Jamal
Dieses Jahr zum fünften Mal: Das Noise Massacre im Komma in Esslingen.Mit einer Mischung aus Hardcore, Crust, Punk soll antifaschistische Arbeit ebenso wie AntifaschistInnen unterstützt werden, die wegen ihres Engagements von Repression betroffen sind."
Samstag 14.11 | 19:00 Uhr | Archiv Metropoletan | Eberhardshofstr. 11 | Nürnberg
Veranstaltung mit einem Vertreter des Berliner Free-Mumia-Bündnisses
Wer in den frühen 80er Jahren als Taxifahrer des nachts in Philadelphia sein schmales Gehalt als Radio-Reporter aufbessern musste, lebte gefährlich. Zumindest, wenn er als Pressesprecher der Black Panther bekannt, als Mitglied des Weather Underground verdächtig oder im indigenen Widerstand aktiv war. Reihenweise wurden damals solche Personen in blutige Schießereien verwickelt, hatten einen kurzen Prozess ohne ausreichenden, weil teuren, Rechtsbeistand und landeten nach fragwürdigen Verfahren im Knast. Ein Todesurteil mag dann vielleicht, wie im Fall Mumia Abu-Jamal, nach fast 30-jähriger internationaler Kampagne abgewendet werden. Aber es gibt viele Wege, Menschen zu zerstören. In den USA ist die wichtigste death-machine der Knast selber.
Wie viel ist dein Leben wert...
Mumia Abu-Jamal, radikaler Journalist, Autor zahlreicher Bücher, ehemaliger Black Panther, seit 34 Jahren im Gefängnis, mehr als 28 davon in der Todeszelle -“ zur aktuellen Lage
„Ich habe ja schon viel erlebt, aber das hier schockiert mich. Ich bin total schockiert.“ So Mumia Abu-Jamals spontane Reaktion auf die Nachricht am 5. Oktober 2015, dass die Gefängnisbehörde von Pennsylvania seine Beschwerde auf Gesundheitsversorgung endgültig abgewiesen hat. „Wie kann es sein, dass jemand so was sagt? Ich habe also eine Krankheit, die schmerzhaft, ansteckend und vielleicht tödlich ist, wenn man sie nicht behandelt -“ und die Behandlung wird verweigert?“
Die Ablehnung ist ein weiterer hässlicher Meilenstein im Kampf Mumia Abu-Jamals gegen Betonwände -“ nicht nur die der Hochsicherheitstrakte, sondern auch die in den Köpfen der Entscheider. Mumia leidet seit Ende letzten Jahres an den drastischen Folgen einer Langzeiterkrankung, die den Gefängnisbehörden seit Ende 2012 bekannt ist: Hepatitis C. Die Diagnose hat er selbst erst im Juni diesen Jahres bekommen -“ nach Monaten dramatischer Ereignisse für den Schwerkranken und seine Familie. Ein diabetischer Schock mit Bewusslosigkeit hatte die Gefängnisbehörde Ende März dazu veranlasst, den abgemagerten und mit schmerzhaft entzündetem Hautausschlag am ganzen Körper übersäten Gefangenen in ein externes Krankenhaus zu überführen. Es folgten Monate mit weiteren Schwächeanfällen, Kontaktsperren und der Verweigerung einfachster Hilfe -“ und schließlich nach einem erneuten Zusammenbruch ein zweiter Krankenhausaufenthalt im Juni.
Seine Zurückverlegung ins Gefängnis war begleitet von der dringenden ärztlichen Empfehlung an die Behörde, den Patienten sofort gegen Hepatitis C zu behandeln, zumindest aber eine Hautbehandlung mit Zink durchzuführen.
Der vollständige Artikel wird in der kommenden Ausgabe des Gefangenen-Info zu lesen sein
Via redside.tk
Heute vor 45 Jahren wurde Carlos Marighella in Brasilien in einem Hinterhalt von Militärs getötet. Das ehemalige Mitglied des Kongresses gründete unter der brasilianischen Militärdiktatur gemeinsam mit Joaquim Ferreira die Stadtguerillagruppe ALN (Ação Libertadora Nacional) und wurde zum bedeutendsten Vertreter der These, die Guerilla müsse vom Land in die Großstädte geführt werden.
Sein international wohl bekanntestes Werk ist das "Minihandbuch des Stadtguerilleros", das er "im Juni 1969 als Zusammenfassung seinen eigenen, zweijährigen Erfahrungen im bewaffneten Kampf geschrieben und als eine Art "taktische Gebrauchsanweisung" für die Revolutionäre in aller Welt abgefaßt" hat.
Dazu nochmal der Gastbeitrag von redblog zum 39. Todestag Marighellas:
Am 4. November 1969 endete das Leben von Carlos Marighella. Er wurde in der brasilianischen Stadt Sao Paulo von Polizisten der politischen Polizei DOPS erschossen.
Marighella, geboren am 5. Dezember 1911, trat 1934 der Kommunistischen Partei Brasiliens bei und war auf verschiedenen Ebenen der Partei aktiv. Unter anderem wirkte er im Zentralkomitee mit und vertrat die KP im Kongress.
1964 putsche sich in Brasilien das Militär an die Macht. Wie in anderen lateinamerikanischen Ländern ging auch in Brasilien das Militär brutal gegen die Opposition, vor allem gegen die Linke, vor.
Nachdem Marighella wegen seiner Kritik an reformistischen Tendenzen innerhalb der KP und seiner Nähe zum revolutionären Kuba aus der Partei gedrängt worden war, gründete er mit anderen GenossInnen 1967 die Ação Libertadora Nacional (Nationale Befreiungsbewegung). Seine Erfahrungen, die er im zweijährigen Widerstandskampf der Stadtguerilla sammelte, schrieb er 1969 im Handbuch des Stadtguerillero nieder.
In den siebziger Jahren formierten sich in zahlreichen lateinamerikanischen Ländern Stadtguerilleras, die urbane Zentren als ihren Aktionsraum sahen.
Das Handbuch begann jedoch nicht nur in Lateinamerika zu zirkulieren, auch in Europa fanden sich zahlreiche interessierte LeserInnen. Bereits 1969 wird der Text in Frankreich veröffentlicht und sofort verboten. Die deutsche Erstausgabe erscheint 1970 in der Zeitschrift “Sozialistische Politik- (SoPo), die Otto-Suhr-Institut der FU Berlin herausgegeben worden ist.
Umgehend findet der Text als Nachdruck Verbreitung. Auch hierzulande reagierte der Staat unverzüglich mit Verbot, Hausdurchsuchungen . Die Redaktion der SoPo soll davon jedoch unbehelligt geblieben sein. Im April 1971 veröffentlicht der Rowohlt-Verlag unter dem bescheidenen Titel "Zerschlagt die Wohlstandsinseln der 3. Welt" ein Taschenbüchlein, in dem Marighellas Handbuch des Stadtguerillero veröffentlicht wurde. Auch der Rowohlt-Verlag blieb von der Polizei unbehelligt, es blieb jedoch bei einer Auflage.
In den folgenden Jahren tauchten immer wieder Nachdrucke des Handbuches auf, mal wurde es konfisziert, mal nicht. Ab Mitte der achtziger Jahre legte sich das Interesse des Staates an dem Text.
Carlos Marighella: Handbuch des Stadtguerillero deutsch, englisch, spanisch, französisch, japanisch, portugisisch.