trueten.de

»Keine Regierung kämpft gegen den Faschismus, um ihn zu zerstören. Wenn die Bourgeoisie sieht, dass ihr die Macht aus den Händen gleitet, erhebt sie den Faschismus, um an ihren Privilegien festzuhalten.« Buenaventura Durruti Dumange

Youtube Videos jetzt im erweiterten Datenschutzmodus

Im Zuge der DSGVO Umstellung im Blog sind nun sämtliche seit 2005 bei uns verlinkten Youtube Videos im erweiterten Datenschutzmodus anzusehen. Dadurch werden keine Cookies von Youtube gesetzt, es sei denn, die LeserInnen sehen sich das Video an.

Erledigt wurde das durch den SQL Aufruf:

UPDATE serendipity_entries SET body = REPLACE(body, 'youtube.com', 'youtube-nocookie.com') WHERE body LIKE '%youtube.com%' COLLATE utf8mb4_bin

In dem Zusammenhang haben wir unsere Seite komplett auf httpS umgestellt, bis heute gab es vereinzelte Grafiken bzw. interne Verweise, die das unsichere http Protokoll verwendet hatten. Auch hier reichte der SQL Aufruf:

UPDATE `serendipity_entries` SET `body` = REPLACE(`body`, 'http://www.trueten.de/', 'https://www.trueten.de/') WHERE `body` LIKE '%http://www.trueten.de/%' COLLATE utf8mb4_bin

Fehlerhafte Links biten wir zu melden, bei über 7000 Beiträgen seit 2005 ist es natürlich möglich, daß der eine oder andere Artikel noch nicht richtiggestellt wurde.

Plakatief!: "Die fabelhafte Welt des Widerstands" auf einer Kreuzberger Brandwand

Foto: Umbruch Bildarchiv
Wer in der U-Bahn-Linie 1 den Görlitzer Bahnhof in Richtung Kottbusser Tor passiert, kennt die legendäre Brandmauer an der Oranien-/Ecke Manteuffelstraße. Seit über 25 Jahren hängen dort weithin sichtbar Wandbilder zu aktuellen Highlights linker Bewegungsgeschichte. Motive für die Wand stellt das Plakatief-Kollektiv in Zusammenarbeit mit verschiedenen politischen Initiativen zusammen. Hier ihre Selbstdarstellung und eine Zusammenstellung der bisherigen Wandbilder.

Anfang der Neunzigerjahre hängte die Kreuzberger Brückenini ein riesiges Transparent an die Brandmauer an der Manteuffelstraße gegen die Öffnung der Oberbaumbrücke für den Individualverkehr. Weitere Wandbilder folgten, so auch 1997 das berühmte Landowsky-Plakat, welches die Stadt Berlin mehrmals überpinseln ließ und das eine Reihe von gerichtlichen Auseinandersetzungen zur Folge hatte.

Seit 2001 führen wir, das Plakatief, diese Arbeit weiter. Aus verschiedenen politischen Hintergründen kommend, malen und kleben wir Wandbilder zu aktuellen Themen. Es ist uns wichtig, nicht nur unsere eigenen Ideen zu verwirklichen, sondern mit anderen Gruppen zusammenzuarbeiten. Dabei setzen wir ihre Ideen malerisch um, entwickeln die Entwürfe gemeinsam oder hängen die von den Gruppen selbst gestalteten Wandbilder auf. Die Plakate hängen in der Regel zwischen sechs und acht Wochen und haben eine Größe von drei mal sechs Metern. Neue Plakatideen und Mitstreiter_innen sind immer willkommen. Kontakt: plakatief@gmx.net

Einige unserer Plakat-Favourites findet ihr in einer Ausstellung am Heinrichplatz in Kreuzberg, und zwar im Second-Hand-Buchladen "Müßiggang" und im oberen Teil des Ladenprojekts Assoziation 14a.

Zur Fotoübersicht beim Umbruch Bildarchiv

Blogkino: Big Business (1929)

Heute in unserer Reihe von Filmen des Komikerduos Laurel und Hardy im Blogkino: Big Business aus dem Jahre 1929. Nicht nur wegen der originellen Methode, möglichst schnell an das große Geld zu kommen, sondern auch wegen der in dem Zusammenhang immer umfassender werdenden Zerstörungsorgie ist dieser Stummfilm einer meiner Lieblingsstreifen. "Stan und Ollie betätigen sich als Weihnachtsbaumverkäufer im sonnigen Kalifornien. Sie werden von ihren potenziellen Kunden allerdings abgelehnt. Als ein Hausbesitzer sich weigert, ihnen einen Weihnachtsbaum abzukaufen, entwickelt sich Schritt für Schritt eine gewaltige Zerstörungsorgie. So zertrümmern Stan und Ollie den Garten des Mannes und beschädigen später auch dessen Haus samt Inventar. Der Mann revanchiert sich, indem er Stan und Ollies Auto zerlegt und ihre Weihnachtsbäume zerstört. Die Geschehnisse werden von einer immer größer werdenden Menschenmenge verfolgt. Irgendwann schreitet ein Polizist ein. Damit Stan, Ollie und der Hausbesitzer nicht bestraft werden, weinen sie dem Polizisten vor, dass sie ihre Taten bereuen. Sie kommen ohne Strafe davon. Als der Polizist jedoch merkt, dass Stan und Ollie das Weinen nur vorgetäuscht haben, jagt er sie die Straße herunter." (WikiPedia)



Blogkino: Come Clean (1931)

Heute in unserer Reihe Blogkino: Der 1931 mit dem Komikerdur Stan Laurel und Oliver Hardy entstandene Kurzfilm Come Clean, der hierzulande unter den Titeln "In die Falle gelockt / Hosen runter / Sauber dastehen" lief und an dessen „freak ending“ Stan Laurel durch den Abfluss einer Badewanne verschwindet...

"Olli und seine Frau wollen gemeinsam einen Abend in trauter Zweisamkeit verbringen. Doch plötzlich stehen die Laurels vor der Tür. Die Romantik des Abends ist dahin, und Olli´s Frau macht ihrem Gatten schwere Vorwürfe, und bezeichnet ihn als Mondkalb. Einfach so zu tun, als seien sie nicht zu Hause scheitert an der konkreten Ausführung, und sie müssen die ungebetenen Gäste doch hereinlassen. Die floskelhafte Frage, ob sie noch etwas essen möchten, bejaht Stan. Er hat Lust auf eine Portion Eiscreme. Da aber kein Eis im Haus ist, muss man es in einer Eisdiele besorgen. Olli ist deshalb angefressen und demoliert im berühmten "Wie du mir, so ich dir-Spiel" unter Stans Mithilfe einen Teil des Küchenmobiliars. Stan hat nun schon gar keinen Appetit mehr, aber Olli will ihm jetzt erst recht Eiscreme holen, und wenn er es aus Grönland holen muss. (...)" (Quelle: repage)



#besetzen: Es geht los - wir haben Häuser besetzt!

Die große Mietenwahnsinndemo vom 14. April 2018 in Berlin
Foto: © heba / mehr Bilder: Umbruch Bildarchiv
Eine breite Gruppe selbstbestimmter BerlinerInnen hat und wird heute mehrere Häuser in ganz Berlin besetzen. Die Aktion diene dazu, sich gegen Wohnungsnot und Verdrängung zu wehren. Die BesetzerInnen beschreiben ihr Vorgehen als radikale Intervention gegen das Prinzip von spekulativem Leerstand und renditeorientierten Eigentumsverhältnissen. In den folgenden Stunden werden sie mehrere Besetzungen öffentlich machen.

In Berlin ist (günstiger) Wohnraum kaum zu finden. Während sich Neu-BerlinerInnen monatelang auf die Suche begeben, können sich Alt-BerlinerInnen ihre Miete oftmals nicht mehr leisten. Täglich findet eine Vielzahl von Zwangsräumungen statt 1. Daneben werden Räume für unkommerzielles Zusammenleben immer knapper. Obwohl eine große Wohnungsnot herrscht, stehen viele Grundstücke und Häuser aus spekulativen Gründen leer.

Die InitiatorInnen von "Besetzen" sagen dazu: „Auf der Mietenwahnsinn"Demonstration hörten wir immer wieder Diskussionen über das Enteignen und Besetzen als mögliche Strategien gegen die Wohnungsnot. Uns beschäftigen diese Themen schon lange, deshalb haben wir beschlossen, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und uns Räume anzueignen. Wir werden die Unvernunft von Leerstand in einer Stadt mit Wohnungsnot, Armut und Verdrängung nicht länger hinnehmen. Wohnraum darf keine Ware sein!-

PressesprecherIn Kim Schmitz: „Wir haben heute mehrere Häuser besetzt, um sie somit der Spekulation und der Logik des Eigentums zu entziehen. Wir wollen unseren Kiez und sozialen Räume selbst gestalten und gemeinsam solidarisch Konzepte mit unseren NachbarInnen entwickeln. Die Stadt von unten muss erkämpft werden, auch gegen die Gesetze-š die den EigentümerInnen und Chefs dienen."

Quelle: Pressemitteilung Nr. 1 / 20.05.2018

Zum Konzept der Aktionen / #Borni

Blogkino: Unaccustomed As We Are (1929)

Wegen des gestrigen Feiertages setzen wir erst heute die Serie von Laurel & Hardy Filmen in unserer Reihe Blogkino fort mit den 1929 entstandenden Kurzfilm Unaccustomed As We Are, hierzulande als "Die brennende Nachbarin" bekannt. Der Film war "die Vorlage für den späteren Film "Die Klotzköpfe" war, liegt die Handlung sehr nah an diesem. Dass Stan 20 Jahre umsonst Stellung hält, kommt jedoch in diesem Film nicht vor. Er beginnt damit, dass Ollie Stan zu sich nach Hause mitnimmt und ihm von den saftigen Steaks seiner Frau vorschwärmt. Diese wiederum hat es satt, ständig für Ollie und seine Freunde zu kochen, weswegen sie wütend die Wohnung verlässt. Zufällig kommt die Nachbarin, Mrs. Kennedy, dazu und will den beiden helfen, sich selbst etwas zu kochen. Dabei gerät ihr Kleid in Brand und wird zerstört. Sie zieht sich Sachen von Mrs. Hardy an und als diese zurückkommt, versteckt sie sich in einer Truhe, die Stan und Ollie heimlich aus der Wohnung „schmuggeln“ wollen. Allerdings kommt dann auch noch Mr. Kennedy, der Polizist ist, dazu und erzählt den Jungs, dass er manchmal hinter dem Rücken seiner Gattin andere Frauen trifft. Mrs. Kennedy hört dies von der Truhe aus und als Mr. Kennedy die Truhe zu sich in die Wohnung nimmt, bekommt er den Zorn seiner Frau zu spüren. Als Rache dafür, holt er sich zuerst Ollie aus dessen Wohnung und schlägt ihm auf die Nase, will anschließend Stan dasselbe antun, doch davor kommt Mrs. Kennedy dazu und macht ihrem Mann den Garaus. Stan verlässt fröhlich pfeifend die Wohnung, will die Treppe hinuntergehen, stolpert und fällt ziemlich lange die Treppe hinunter." (WikiPedia)



Zum 42. Todestag von Ulrike Meinhof: Bambule (1970)



Ulrike Meinhof 1964

Quelle: Privates Foto, aus der Sammlung Bettina Röhls, der Tochter Ulrike Meinhofs


In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1976 starb Ulrike Marie Meinhof im Knast Stuttgart-Stammheim. Ihr Tod und auch der der anderen RAF Gefangenen in der Haft wurde bis heute nicht vollständig aufgeklärt, Menschen, die an der staatlichen Selbtmordthese zweifeln, werden kriminalisiert. Ulrike Meinhof engagierte sich seit 1957 politisch, war Mitglied der illegalisierten KPD und wurde durch ihre Artikel und Kolumnen vor allem in „Konkret“ eine bedeutende linke Persönlichkeit in der BRD.

"Sie war die erste Person in der Bundesrepublik, nachdem wir aus Polen 1958 nach Westdeutschland gekommen waren, die nach meiner Zeit im Warschauer Ghetto fragte. Am Ende des Interviews, das viel länger dauerte als ursprünglich geplant, hatte Ulrike Meinhof Tränen in den Augen." Marcel Reich-Ranicki

1970 gründete sie mit anderen die bewaffnet im Untergrund kämpfende Gruppe Rote Armee Fraktion (RAF). Zu ihrer Person hatte ich anlässlich ihres 40. Todestages im vorletzten Jahr einiges zusammengestellt, das ich an dieser Stelle nicht wiederholen will. Relativ unbekannt ist ihre Arbeit als Drehbuchautorin an dem auch heute kaum gezeigten Film Bambule:

"24 Stunden in einem geschlossenen Mädchenheim: Irene und Monika unternehmen einen Ausbruchsversuch. Während Irene die Flucht gelingt, landet Monika zur Strafe in der Arrestzelle und erzählt dort einer Fürsorgerin ihre Lebensgeschichte. Die Situation im Heim spitzt sich zu und in der Nacht wird eine "Bambule", ein Aufstand, angezettelt."(arte)

"Der Film kritisiert die autoritären Methoden der Heimerziehung (Fürsorgeerziehung) in einem Mädchenheim. Im Verlauf der Handlung kommt es zu einer Revolte der Heiminsassinnen gegen die unterdrückenden Strukturen. Die Handlung des Films wird oft auch als Parabel auf die gesellschaftlichen Zustände der Zeit verstanden, denen eine neue, verschärfte Form des Klassenkampfes entgegengesetzt werden müsse." (wikipedia)

Die Ausstrahlung des Films war für den 24. Mai 1970 in der ARD geplant, wurde wegen der Beteiligung Ulrike Meinhofs an der Befreiung von Andreas Baader am 14. Mai aber abgesetzt. Das Drehbuch erschien als "Bambule: Fürsorge - Sorge für wen?" bereits 1971 in Buchform. Erst ab 1994 wurde der Film in den dritten Programmen der ARD gezeigt. Film und Drehbuch sind die authentische Wiedergabe der Zustände, die sie in ihren Reportagen über Heimerziehung beschrieben hat und heute wichtige Dokumente für die Beurteilung der Erziehungspraxis in Einrichtungen der Jugendhilfe der 1940er bis 1970er Jahre sind.

Das Buch "Bambule: Fürsorge - Sorge für wen?" ist längst zum Klassiker geworden. Nicht nur wer wissen will, welche Erziehungsvorstellungen noch Ende der sechziger Jahre herrschten, sollte Bambule lesen. Denn das Thema ist aktuell wie je: Wie geht die Gesellschaft mit Randgruppen um, wie erzieht der Staat diejenigen, deren Fürsorge ihm übertragen wurde? Ulrike Meinhof hatte sich als Journalistin in langen Recherchen ein Bild über die Lage der Mädchen in Erziehungsheimen gemacht. In der Geschichte von Irene beschreibt sie den Alltag zwischen Hof, Schlafraum, Wäscheraum und "Bunker", die Repressalien der Erzieher und die Befreiungsversuche der Mädchen, die "Bambule" machen, weil sie leben wollen und nicht bloß sich fügen.

Blogkino: Dirty Work (1933)

Was liegt näher, als am heutigen 1. Mai in der Serie von Laurel & Hardy Filmen in unserer Reihe Blogkino einen Film zu zeigen, in dem diese ehrlicher, harter Arbeit nachgehen? In "Dirty Work" wollen "Stan und Ollie als Schornsteinfeger den Kamin des verrückten Wissenschaftlers Professor Noodle fegen. Durch die Ungeschicklichkeit Stans kommt es zu allerhand lustiger Unglücke, die damit enden, dass die beiden das gesamte Wohnzimmer mit Asche verschmutzen. Während Noodles Butler beschmutzt den Ort des Geschehens verlässt und sich ins Bad begibt, bittet der Professor die beiden ihm bei seinem Experiment, einer Verjüngungskur, zur Seite zu stehen. Mit der genannten Tinktur ist es möglich, sowohl Tiere als auch Menschen um etwa 30 Jahre jünger zu machen. Als der Professor die beiden kurz unbeaufsichtigt lässt, wollen sie sich der Wahrheit vergewissern und lassen einen Karpfen im Wasserbecken schwimmen." (WikiPedia)
cronjob