trueten.de

»Zu argumentieren, dass Sie keine Privatsphäre brauchen, weil Sie nichts zu verbergen haben, ist so, als würden Sie sagen, dass Sie keine Meinungsfreiheit brauchen, weil Sie nichts zu sagen haben.« Edward Snowden

Kundgebung "Den rechten Terror stoppen. Neukölln-Komplex aufklären! Täter zur Rechenschaft ziehen!"

Auch nach Jahren geht die Neuköllner Anschlagsserie weiter. Das Auto eines Rudower Buchhändlers wurde nun erneut zum Ziel von Nazigewalt, nachdem in der Vergangenheit bereits zwei Autos des Mannes von Nazis angezündet worden waren. Die Berliner Polizei schickte nicht einmal eine Streife vorbei, wie der Tagesspiegel schreibt. Zum Tatort heißt es dort: „In der Nähe des aktuellen Tatorts, der Neuköllner Straße Nahe der Kreuzung Stubenrauchstraße, befindet sich der Fußballplatz des TSV Rudow. Das Umfeld des Vereins gilt als Sammelbecken der Rudower Neonaziszene, auch die beiden Angeklagten verkehrten dort.“ Die beiden Nazis stehen wegen ihrer bisherigen Taten zur Zeit in Berlin vor Gericht. Dazu ist für den 11. November eine Kundgebung geplant:

Am 11. November um 8:30 Uhr findet vor dem Landgericht Berlin (Turmstraße 91, 10559 Berlin-Moabit), die Kundgebung "Den rechten Terror stoppen. Neukölln-Komplex aufklären! Täter zur Rechenschaft ziehen!" statt. In einem seit September am Landgericht laufenden Berufungsprozess werden an diesem Tag Ferat Koçak und Heinz Ostermann als Zeugen aussagen. Wir stehen solidarisch an ihrer Seite.

Wir sehen in Berlin aktuell eine sehr aktive und erstarkende militante Neonazi-Szene, die Menschen bedroht und angreift; die genauso agiert und sich in den selben Strukturen organisiert wie die Angeklagten vor einigen Jahren. Das sind die Folgen des mangelnden Aufklärungswillens der Sicherheitsbehörden, der schlechten Ermittlungen und der milden Urteile in der ersten Instanz. Die militante Neonazi-Szene sieht sich weder durch den Prozess noch den ebenfalls gerade laufenden Untersuchungsausschuss im Abgeordnetenhaus eingeschüchtert. Das zeigt ein aktueller Angriff: In der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 2024 wurden die Reifen am Auto von Heinz Ostermann zerstochen. Das Auto von Heinz Ostermann war das einzige mit zerstochenen Reifen. Es war also gezielt ausgewählt worden. Wir gehen davon aus, dass Ostermann vor seiner Aussage eingeschüchtert werden soll. Dieser Anschlag zeigt erneut, dass die Serie rechter Gewalt in Neukölln keineswegs zu Ende ist, wie es von Sicherheitsbehörden im parlamentarischen Untersuchungsausschuss immer wieder behauptet wird. Erst im September 2024 erhielt die ebenfalls betroffene Familie Gélieu die Mitteilung vom LKA, dass die sie betreffenden Schutzmaßnahmen eingestellt werden. Der Angeklagte Sebastian T. scheute sich auch während des laufenden Prozesses nicht, an einer Veranstaltung der extrem rechten Kleinstpartei III. Weg in Cottbus am 21. September teilzunehmen. Der III. Weg hat zuletzt in Berlin Übergriffe verübt und veranstaltet regelmäßig Neonazi-Kampfsport-Trainings. Sebastian T. scheint keine Sorgen zu haben, dass ihm seine Neonazi-Aktivitäten zum Nachteil ausgelegt werden könnten.

Beim aktuellen Prozess handelt sich um den Berufungsprozess gegen die Neonazis Sebastian T. und Tilo P. Sie sind die Hauptverdächtigen der extrem rechten Anschlagsserie in Berlin-Neukölln, auch Neukölln-Komplex genannt. T. und P. wird vorgeworfen, Brandanschläge zu Lasten der Zeugen verübt zu haben. Darüber hinaus sind beide der extrem rechten Propaganda und Sachbeschädigung beschuldig. In erster Instanz waren sie vom Vorwurf der Brandstiftung frei gesprochen worden. Die Sicherheitsbehörden konnten trotz etlicher Überwachungsmaßnahmen kaum Ermittlungsergebnisse vorlegen. Lediglich Sachbeschädigung und Bedrohung konnten den Angeklagten nachgewiesen werden, obwohl Tilo P. selbst gegenüber dem Polizeibeamten E. 2018 verlauten ließ, dass alle wüssten, dass Sebastian T. die Brandanschläge begangen habe, es ihm aber niemand beweisen könne. Diese und weitere Indizien haben nun dazu geführt, dass die Generalstaatsanwaltschaft Berufung eingelegt hat, so dass es nun diesen zweiten Prozess gibt, der hoffentlich mehr Ergebnisse, Aufklärung und Verurteilung liefert. Damit würde ein wichtiges Signal gegen das Erstarken dieser Szene gesetzt werden. P. wurde und wird auch im zweiten Prozess vom Skandalanwalt Anwalt Mirko Röder verteidigt; T. von Gregor Samimi und dem bekannten Neonazi-Verteidiger Carsten Schrank. Röder und Samimi fielen schon im ersten Prozess durch rassistisches und misogynes Verhalten und auch schon am zweiten Tag des Berufungsprozesses durch trans*- und homofeindliche Kommentare auf.

Der Neukölln-Komplex reicht aber noch viel weiter als das, was vor Gericht verhandelt wird. Es gab auch zwei Morde, die Zur Hochphase der Serie in Neukölln stattgefunden haben, deren Motivation als rassistisch und fremdenfeindlich zu begreifen sind. 2012 wurde Burak Bektaş von einem immer noch nicht ermittelten Täter erschossen. 2016 erschoss Rolf Zielezinski Luke Holland. Zudem umfasst die Terrorserie mindestens 23 schwere Brandanschläge, mit Steinen eingeschmissene Scheiben von privaten Wohnungen und Geschäften, das Markieren von Treppenfluren und Gebäuden mit extrem rechten und verfassungsfeindlichen Symbolen, körperliche Attacken und das Anfertigen von sogenannten Feindeslisten mit über 1.000 Adressen. Betroffene wurden über Jahrzehnte immer wieder angegriffen, bedroht und ausspioniert. Hinzu kommen etliche Skandale innerhalb der Sicherheitsbehörden. Es erstaunt nicht nur die geringe Anzahl an Vorwürfen, die auf schlechte Ermittlungen und fehlenden Aufklärungswillen der Sicherheitsbehörden zurückgeführt werden kann, sondern auch, dass nur zwei Neonazis vor Gericht stehen. Im ersten Prozess waren drei weitere Neonazis angeklagt, denen jedoch nur Sachbeschädigung vorgeworfen wurde. Alle Angeklagten waren über viele Jahre in extrem rechte Netzwerke, Parteien und Gruppen eingebunden, denen Übergriffe nachgewiesen werden können.

Wir fordern die Aufklärung der extrem rechten Terrorserien und Konsequenzen für die Täter, ihre Netzwerke und ihre Helfer*innen in den Sicherheitsbehörden.

asp - Agentur für soziale Perspektiven
aze* - andere Zustände ermöglichen
fajoc - Feministische Antifaschistische Jugend Organisation Charlottenburg
Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak
VVN-BdA Neukölln

(Der Prozess findet in einem Sicherheitsraum statt. Es darf nur Papier und ein Bleistift mitgenommen werden. Alle Personen werden durchsucht und abgetastet.)

Quelle

Karlsruhe: Naziaufmarsch am Tag der Reichspogromnacht verhindern!

Wir unterstützen den Aufruf des Netzwerks Karlsruhe gegen Rechts:

Das SharePic zum Protest gegen den Neonaziaufmarsch in Karlsruhe mit den Eckdaten.Am Jahrestag der Reichspogromnacht wollen die faschistischen Kleinstparteien „Die Rechte“ und die „NPD“ in Karlsruhe Durlach aufmarschieren und mobilisieren dazu überregional in ihren Kreisen. Die von der NSDAP organisierten Pogrome vom 9. auf den 10. November 1938 richteten sich flächendeckend gegen die jüdische Bevölkerung im Land und markierten den Beginn der systematischen Verfolgung und Deportation von Jüd:innen in Konzentrationslager, was später in die Shoa mündete.

Dass nun 86 Jahre später Faschist:innen aufmarschieren stellt eine Provokation sondergleichen dar.

Diese Provokation werden wir nicht dulden und rufen daher alle Karlsruher:innen auf, sich an der Protestaktion des Netzwerks Karlsruhe gegen rechts zu beteiligen und gegen die Nazis aktiv zu werden!

Alle zusammen gegen den Faschismus!

Naziaufmarsch verhindern!

"Patriarchat sterben lassen": F*Antifa gegen Neonazis

Das Foto zeigt das zur Hälfte von Polizisten verdeckte pinke Fronttransparent "Patriarchat sterben lassen". Dahinter die Demonstration
Foto: © Björn Obmann via Umbruch Bildarchiv
Unter dem Motto „Patriarchat sterben lassen“ beteiligten sich rund 1.300 Menschen am 19. Oktober 2024 an einer feministischen und antifaschistischen Demonstration durch Berlin-Marzahn. Der Protest richtete sich sowohl gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt und Patriarchat als auch deren Instrumentalisierung durch extreme Rechte, Konservative, Antifeminist*innen und Fundamentalist*innen.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Knapp über 100 Neonazis fühlten sich anscheinend getroffen und kamen zu einer Gegendemonstration zusammen – darunter u.a. „Deutsche Jugend Voran“ (DJV), „Jung & Stark“ (JS), „Chemnitz Revolte“, „3. Weg“ und „Die Heimat“ (vormals NPD). Angemeldet waren 400 Teilnehmende, die trotz überregionaler Mobilisierung ausblieben.
Die Polizei ermöglichte den Neonazis, der feministischen Demo mit hunderten Metern Abstand auf ihrer Strecke zu folgen. Die feministische Demonstration ließ sich davon weder stören, noch beeindrucken.

„Kreuzberger Gratismut ist vorbei, gerade in Berliner Außenbezirken, wo viele der Faschos wohnen, muss Antifeminismus und Faschismus die Stirn geboten werden“, hieß es im Aufruf der F*Antifaschist*innen.

Links


Ein Lyd ohne Nakba

Das Plakat zeigt die gezeichnete Stadt, durch die ein Riss geht: Wie sie war und hätte sein können und die tatsächliche Lage.
Filmplakat zu Lyd
Ein neuer Film, der Dokumentar- und Science-Fiction-Elemente miteinander verbindet, erzählt von der ethnischen Säuberung der palästinensischen Stadt [Lyd] im Jahr 1948 und stellt sich vor, wie es aussehen würde, wenn der Krieg nie stattgefunden hätte. Deshalb hat die israelische Regierung die Vorführung des Films verboten.

Zwei Stunden bevor ich Anfang des Monats an der Premiere von Rami Younis und Sarah Ema Friedlands Film „Lyd“ in Israel teilnehmen sollte, erhielt ich eine Nachricht von den Organisatoren, in der mir mitgeteilt wurde, dass die Veranstaltung abgesagt wurde. Auf Anweisung von Kulturminister Miki Zohar hatte die Polizei das von Palästinensern geführte Al-Saraya-Theater in Jaffa gezwungen, die Veranstaltung abzusagen. Als Vorwand diente eine hundert Jahre alte Verordnung aus der britischen Mandatszeit, nach der Theater für jeden gezeigten Film eine vorherige Genehmigung einholen müssen. Für Zohar schien jedoch ein anderer Faktor im Spiel zu sein.

„Der Film zeichnet ein wahnhaftes, verlogenes Bild, in dem israelische Soldaten angeblich ein brutales Massaker begangen haben“, sagte der Minister vor der Absage. Seine Aussage folgte dem Druck der rechtsgerichteten Gruppe B'tsalmo, die bereits geplant hatte, gegen die Vorführung im Al-Saraya zu protestieren, Younis als ‚Aufwiegler‘ verleumdete und davor warnte, dass der Film ‚Terroranschläge von israelischen Arabern auslösen könnte‘.

Der auf Arabisch mit englischen Untertiteln erzählte Film „Lyd“ wurde im August 2023 auf dem Amman International Film Festival uraufgeführt, wo er den Jury Award for Arab Feature Documentary Film und den International Film Critics' Award gewann. Bei dieser ersten Vorführung waren Hunderte von Flüchtlingen aus der Stadt Lyd, oder Lydda, anwesend, die heute offiziell als Lod bekannt ist.

Die Stadt liegt im Zentrum des heutigen Israels und wurde Anfang Juli 1948, etwa drei Monate nach der Unabhängigkeitserklärung Israels, von israelischen Streitkräften besetzt. Soldaten massakrierten über 400 palästinensische Einwohner, indem sie wahllos im Stadtzentrum um sich schossen, bevor sie Dutzende von Männern zusammenpferchten und in der Hauptmoschee der Stadt hinrichteten. Die überwiegende Mehrheit der Einwohner von Lyd und zahlreiche Palästinenser, die bei ihnen Zuflucht gesucht hatten – insgesamt etwa 70.000 – wurden über die Grenzen des neuen israelischen Staates hinaus vertrieben.

Dutzende starben auf ihrem Weg, während die meisten im Westjordanland oder in Amman landeten, wo sie oder ihre Nachkommen heute noch leben, ohne dass ihnen die Rückkehr gestattet wäre. David Ben-Gurion, Israels erster Premierminister, prahlte vor seinem Kabinett, dass in Lyd und im nahe gelegenen Ramle „kein einziger Araber zurückgeblieben ist“. Tatsächlich gelang es einigen hundert Einheimischen, zu bleiben und in ihre Heimatstadt zurückzukehren.

„Lyd“, den ich glücklicherweise bereits vor der kürzlich abgesagten Vorführung gesehen hatte, führt den Zuschauer durch diese historischen Ereignisse und stützt sich dabei auf Archivmaterial und nie zuvor gesehene Interviews mit israelischen Soldaten, die an der Operation zur Säuberung der Stadt von ihren Palästinensern beteiligt waren. Der Film enthält auch neue Interviews mit vertriebenen Palästinensern, Nachkommen von lydischen Flüchtlingen, die heute im besetzten Westjordanland leben, und aktuellen palästinensischen Einwohnern von Lod.

Der Film ist jedoch nicht nur eine Dokumentation, sondern auch eine Übung in politischer Vorstellungskraft. Archivmaterial und Interviews werden mit animierten Szenen durchsetzt, die eine alternative Realität darstellen, in der sich die europäischen Kolonialmächte nie in den Nahen Osten einmischten, die Nakba nie stattfand, Lyd nie zu Lod wurde und Palästina nie zu Israel wurde. Stattdessen leben Palästinenser und Juden in einer multikulturellen, egalitären Gesellschaft zusammen.

Younis, ein palästinensischer Staatsbürger Israels aus Lyd (und ein langjähriger Mitarbeiter von +972), und Friedland, ein amerikanischer Jude, hatten geplant, nach der Premiere in Amman Vorführungen auf der ganzen Welt zu zeigen, beschlossen jedoch, diese nach dem 7. Oktober auf Eis zu legen. Sie setzten die Tour im Februar fort und zeigten den Film überall, von den Vereinigten Staaten bis nach Italien, Algerien, Australien und jetzt, bisher vergeblich, in Israel.

Vor der Absage beschrieb Zohar es als „eine Schande, dass der hetzerische und falsche Film ‚Lod‘, der von den antiisraelischen Boykottaktivisten Rami Younis und Roger Waters geschrieben und produziert wurde, auf dem Staatsgebiet gezeigt wird“. In seiner Erklärung betonte er die Rolle von Waters, einem ehemaligen Mitglied der Band Pink Floyd und prominenten Pro-Palästina-Aktivisten, als ausführender Direktor, während er den Namen des Films in den aktuellen israelisierten Namen der Stadt änderte und Friedlands Rolle als Co-Autor und Co-Regisseur ausließ.

„Der Staat Israel will sich nicht einmal der Tatsache stellen, dass diese Stadt einen palästinensischen Namen hat, Lyd, und dass eine jüdische Person neun Jahre ihres Lebens der palästinensischen Geschichte dieser Stadt gewidmet hat“, sagte Friedland als Antwort. Younis dankte Zohar und der israelischen Polizei sarkastisch für die Absage des Films, ein Schritt, der zweifellos sein öffentliches Profil schärfen wird. „Wenn ich als palästinensischer Journalist und Künstler eines gelernt habe“, sagte er, “dann, dass es bedeutet, dass deine Arbeit von entscheidender Bedeutung ist, wenn sie so brutal gegen sie vorgehen.“

Die dreiste Zensur von „Lyd“ durch die israelische Regierung zeigt, dass sie immer noch darauf besteht, die Realitäten der Nakba und ihre anhaltenden Auswirkungen zu unterdrücken. Indem der Film die Massaker und ethnischen Säuberungen von 1948 als Teil einer anhaltenden Struktur jüdischer Vorherrschaft über Palästinenser darstellt, erhält er nach dem jahrelangen Angriff Israels auf den Gazastreifen – der von vielen als Katastrophe noch größeren Ausmaßes angesehen wird – eine ganz neue Bedeutung. Und indem sie dem Zuschauer eine alternative Realität bieten, in der Juden und Palästinenser in der Stadt gleichberechtigt leben, bekräftigen die Filmemacher, dass die Dinge auch anders hätten sein können und immer noch anders sein könnten.

Bildschirmfoto von „Lyd“, das den Platz zeigt, auf dem während der Besetzung der Stadt durch Israel im Jahr 1948 über 400 Palästinenser massakriert wurden. Er heißt heute „Palmach-Platz“, nach der Kommandoeinheit, die das Massaker begangen hat.
Lod, Israel. Schnitt. Lyd, Palästina. Wiederholung
Im allgemeinen israelischen Sprachgebrauch ist Lod eine „gemischte Stadt“ – einer von nur einer Handvoll Orte im Land, an denen Juden und Palästinenser einen städtischen Raum teilen. Die Stadt liegt genau in der Mitte Israels und hat ein relativ niedriges sozioökonomisches Profil und eine hohe Kriminalitätsrate. Ein Besucher, der durch die nicht so glänzenden Straßen schlendert, würde vielleicht nicht glauben, dass es sich früher um einen wohlhabenden Ort handelte. Aber der Film von Younis und Friedland erinnert uns daran, dass es so war.

Vor etwas mehr als hundert Jahren feierten die Einwohner Eid Lyd, einen Feiertag zu Ehren des Heiligen Georg von Lydda (der auch der Schutzpatron Englands, Moskaus und Georgiens ist). Menschen und Waren aus Städten in der gesamten Levante reisten mit Kamelen und Zügen durch die Stadt. Während der britischen Mandatszeit verfügte die Stadt sogar über einen eigenen internationalen Flughafen, der später zum Hauptflughafen Israels wurde.

Es war nicht immer „gemischt“. Hunderte von Jahren lang war Lyd eine arabische Stadt – ähnlich wie Jaffa, Acre, Haifa und Ramle, die anderen Städte in Israel, die das gleiche Etikett tragen. Nachdem die meisten ihrer palästinensischen Einwohner während der Nakba geflohen oder vertrieben worden waren, bilden israelische Juden heute die Mehrheit in jeder dieser Städte, obwohl es weiterhin bedeutende palästinensische Minderheiten gibt. Für die israelische Rechte werden diese binationalen Städte zunehmend als interne Grenze für die Judaisierung angesehen.

Im heutigen Lod machen Palästinenser etwa 30 Prozent der Bevölkerung aus, obwohl die beiden Gemeinschaften nicht vermischt sind, sondern in getrennten jüdischen und arabischen Vierteln leben. In Younis und Friedlands imaginärem Lyd hingegen leben Muslime, Christen und eine beträchtliche Minderheit von Juden zusammen, ohne dass eine Gemeinschaft die anderen dominiert.

Um zu erklären, wie es dazu kam, wird der Zuschauer gebeten, sich vorzustellen, dass britische und französische Diplomaten sich nie verschworen haben, um den postosmanischen Nahen Osten aufzuteilen; stattdessen gründeten die Gemeinschaften der Region eine aus mehreren Staaten bestehende Föderation namens „Groß-Levante“, um dem westlichen Imperialismus zu trotzen. Aber die filmische Fiktion weicht nicht immer von der historischen Realität ab: Europäische Juden wandern immer noch massenhaft nach Palästina ein, um der antisemitischen Verfolgung zu entkommen, und schließen sich ihren Glaubensgenossen aus dem Osten an, die dort seit Jahrhunderten gelebt haben.

Der Screenshot zeigt Touristen vor einem Denkmal. Sie fotografieren einen Mann, der vor der Reiterstatue steht.
Bildschirmfoto aus „Lyd.“
Friedland erzählte mir, dass die erfundene Geschichte des Films von den Beschreibungen des Soziologen Salim Tamari über das Palästina vor der Mandatszeit inspiriert wurde, die ein Bild von einem Zusammenleben ohne Vorherrschaft zeichnen, bevor der Nationalismus die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft diktierte. Friedland war bewegt, als sie entdeckte, dass die Mitglieder der abrahamitischen Religionen die Feste der jeweils anderen feierten: So wie die Muslime in Lyd den Heiligen Georg feierten (wie wir im Film sehen), nahmen die Muslime in Jerusalem an den Purim-Feiern teil.

„Mir wurde nicht beigebracht, dass diese Region seit der Vertreibung in der Vergangenheit [durch die Babylonier und Römer] jemals ein sicherer Ort für Juden gewesen sei“, erklärte sie. “Die alternative Geschichte ist eine Rückbesinnung auf die gemeinsame Gesellschaft, die vor der Gründung des Staates Israel existierte.“

Ein wohlwollender Zuschauer kann die spekulative Vorstellungskraft des Films immer noch als vergeblich, als eine Übung in wildem Wunschdenken betrachten. Als ich Friedland darauf ansprach, dass Lod dem Lyd aus ihrem Film immer weniger ähnelt, zuckte sie mit den Schultern. „Ich verstehe, dass das völlig utopisch oder naiv klingen kann. Aber ist das nicht der Sinn der Vorstellungskraft? Man muss sich die Welt vorstellen, die man sehen will, um sie aufzubauen.“

Vom Flüchtlingslager Balata zur G. Habash University
Um diese imaginäre Welt zum Leben zu erwecken, stellt der Film jeder realen lydischen Figur einen fiktiven Doppelgänger zur Seite. In der realen Welt leben Jehad Baba und Anan Tarteer im Flüchtlingslager Balata im Westjordanland. Baba ist ein junger Metallarbeiter, der einst davon träumte, Anwalt zu werden. Tarteer ist Babas geselliger Freund, dem das bescheidene Restaurant Lyd gehört.

Die beiden haben ihr ganzes Leben unter einer militärischen Besatzung verbracht, die ihre beruflichen Möglichkeiten stark einschränkt. In Younis und Friedlands imaginärer Stadt sind sie jedoch Universitätsstudenten – und das nicht nur an irgendeiner Universität, sondern an der „G. Habash University“.

Eine solche Universität könnte es in der israelischen Stadt Lod nicht geben. George Habash, der 2008 starb, wurde in Lyd in eine griechisch-orthodoxe Familie geboren und gründete später die Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP). Für Israel ist Habash ein Terrorist. Für die Palästinenser wird er jedoch immer Al-Hakim („der Arzt“ oder „der Weise“) sein, ein engagierter Arzt und nationaler Führer.

Bildschirmfoto von „Lyd“, das eine animierte Figur zeigt, die Manar El-Memeh ähnelt und eine Klasse von Schulkindern unterrichtet.
Die tragische Heldin des Films, die den Eindruck vermittelt, auf verlorenem Posten zu stehen, ist Manar El-Memeh. Im wirklichen Leben ist sie Grundschullehrerin. In ihrem informellen Programm nach der Schule sehen wir, wie sie verzweifelt versucht, ihren Schülern ein Gefühl für die palästinensische Identität zu vermitteln – eine Identität, die vom israelischen Bildungssystem bewusst unterdrückt wird.

Sie bittet ihre Schüler, auf einer offiziellen Landkarte auf Palästina zu zeigen, das dort nicht verzeichnet ist. Die Schüler sind ratlos: Ein Junge zeigt auf Ägypten, ein anderer sagt „Saudi-Arabien“. Nachdem die Kinder gegangen sind, bricht El-Memeh in Tränen aus und eine Kollegin versucht, sie zu trösten.

Doch kaum hat der Zuschauer diese erschütternde Episode gesehen, erscheint auf dem Bildschirm eine alternative Gegenwart, in der El-Memeh zwar immer noch Lehrerin ist, aber an einer ganz anderen Schule. Hier arbeitet sie an der „K. Sakakini School“, benannt nach dem Jerusalemer Pädagogen, öffentlichen Intellektuellen und arabischen Nationalisten Khalil Sakakini, dessen Leben die Zeit der osmanischen, britischen und israelischen Herrschaft umfasste.

Anstatt zu versuchen, ihren Schülern zu helfen, Palästina auf einer Karte zu finden, bringt sie ihnen nun am Vorabend des Festivals die Geschichte von Eid Lyd bei und stellt ihren palästinensischen Schülern eine Frage: „Wie könntet ihr eure palästinensischen Privilegien mit euren jüdischen Klassenkameraden teilen?“

Ein Ausbruch interkommunaler Gewalt
Dann unterbricht die Realität. In einem brutalen Übergang wird die Übung, sich ein gleichberechtigtes, multikulturelles Lyd vorzustellen, abgebrochen und der Zuschauer wird zu den interkommunalen Unruhen vom Mai 2021 teleportiert, die mehrere binationale Städte in Israel – mit Lod im Epizentrum – heimsuchten.

Die Ereignisse dieses Monats schockierten die jüdisch-israelische Gesellschaft und warfen einen Schatten auf die jüdisch-arabischen Beziehungen in Israel. Was Palästinenser als „Unity Intifada“ bezeichnen, war der größte Aufstand der Palästinenser in Israel seit den Ereignissen vom Oktober 2000. Diesmal erhoben sie sich aus Solidarität mit den Menschen im besetzten Ostjerusalem, die von staatlich unterstützten jüdischen Siedlern aus ihren Häusern vertrieben wurden und während des Ramadan auf dem Al-Aqsa-Gelände der Brutalität der Polizei ausgesetzt waren.

In Lod wurden friedliche Demonstrationen am 10. Mai gewaltsam, nachdem palästinensische Jugendliche ihre Nationalflagge von der Al-Omari-Moschee hissten, was die israelische Polizei dazu veranlasste, mit Blendgranaten zu schießen. Die Demonstranten reagierten mit dem Verbrennen von Autoreifen und Autos, und eine Gruppe bewaffneter israelischer Juden erschoss den 32-jährigen Musa Hassuna.

Am nächsten Tag feuerte die Polizei bei Hassunas Beerdigung Tränengas auf die Trauernden ab, was die Spannungen weiter verschärfte. Palästinensische Jugendliche griffen daraufhin Autos und Häuser in jüdischem Besitz an und verletzten Yigal Yehoshua, der später starb. Die Randalierer setzten auch drei Synagogen in Brand, was Bürgermeister Revivo mit der „Kristallnacht in Lod“ verglich. Als Reaktion darauf rief die Regierung den Notstand aus und entsandte die Grenzpolizei, während der israelische Präsident die arabischen Bürgermeister aufforderte, die Gewalt zu verurteilen.
Israelische Polizeieskorte begleitet rechtsgerichtete Siedler bei ihrem Angriff und Zusammenstoß mit Palästinensern in der Stadt Lod/Lyd am 12. Mai 2021. (Oren Ziv/Activestills)
Diese Ereignisse fanden jedoch nicht in einem Vakuum statt, und der Film macht deutlich, dass die Vertreibung und das Massaker von 1948 nur der Beginn einer anhaltenden Ungerechtigkeit gegenüber den Palästinensern in Lod waren. Seitdem sind sie mit Ghettoisierung, Diskriminierung und Vernachlässigung durch die Behörden konfrontiert. Kriminalität und Armut konnten in den palästinensischen Vierteln gedeihen. Seit Jahrzehnten brodeln Frustration, Entfremdung und ein Gefühl der Missstände.

Diese Realität steht im krassen Gegensatz zur offiziellen Darstellung der Stadt, wonach die undankbaren palästinensischen Randalierer plötzlich das friedliche Zusammenleben zerstört haben, das die Stadtverwaltung jahrzehntelang aufgebaut hat. Bürgermeister Revivo verkörperte diese Weltsicht, als er damals gegenüber den Medien sagte: „All die Arbeit, die wir hier jahrelang geleistet haben, ist den Bach runtergegangen.“

Ein Pilotprojekt zur Judaisierung
Ein weiterer Aspekt, der in der offiziellen israelischen Darstellung der Ereignisse vom Mai 2021 nicht erwähnt wird, ist der Prozess der schleichenden Judaisierung in Lod: die anhaltenden Bemühungen, den jüdischen Charakter und die demografische Zusammensetzung der Stadt zu stärken und die palästinensische Minderheit weiter zu verkleinern. „Lyd“ lenkt unsere Aufmerksamkeit auf einen wichtigen Motor hinter diesem Prozess.

Die Garin-Torani-Bewegung (Torah-Kern) ist eine landesweite religiös-zionistische Organisation, die die Logik der Siedlerbewegung im Westjordanland auf die binationalen Städte Israels überträgt. Seit über zwei Jahrzehnten bringt sie Tausende orthodoxer jüdischer Familien nach Lod, kauft arabische Bewohner auf und siedelt aggressiv in den gemischten Stadtvierteln der Stadt, insbesondere in Ramat Eshkol in der Altstadt.

Niemand verkörpert die Judaisierung von Lod und den wachsenden Einfluss des religiösen Zionismus in der Stadt besser als Bürgermeister Revivo, ein stolzes Mitglied von Netanyahus Likud-Partei und Lods Garin Torani. Wenn er nicht gerade eine Moschee stürmt, um die Lautsprecher abzuschalten, die den Gebetsruf während des Eid Al-Adha übertragen, schürt er moralische Panik über die eskalierende Kriminalität, deutet auf nationalistische Motive „arabischer Banden“ hin oder bittet die Regierung, den Shin Bet (Israels Inlandsgeheimdienst) zu entsenden, um Recht und Ordnung wiederherzustellen.

Nach seiner Wahl im Jahr 2013 ernannte Revivo den Leiter von Lod, Garin Torani, Aharon Atias, sofort zum CEO der Stadt. Und während er dabei hilft, religiös-nationalistische Juden in arabische Viertel zu drängen, scheut er keine Mühen, um Palästinenser daran zu hindern, das Gleiche zu tun.

Während der Ereignisse im Mai 2021, als, wie Joshua Leifer von Jewish Currents feststellte, „palästinensische Bürger Israels auf die immer dringlichere Gefahr einer Vertreibung aus Stadtvierteln reagierten, in denen sie seit Jahrzehnten leben“, goss Garin Torani Öl ins Feuer.

Religiös-nationalistische Israelis nehmen am 5. Dezember 2021 an einem Flaggenmarsch in Lod teil. (Oren Ziv)
Sie riefen Verstärkung aus dem Westjordanland herbei, und innerhalb weniger Stunden wurden bewaffnete Siedler aus extremistischen Siedlungen mit Bussen herangekarrt. Die rechtsextremen Abgeordneten Itamar Ben Gvir und Bezalel Smotrich zeigten sich Nacht für Nacht solidarisch mit den Siedlern. Und während die Polizei den palästinensischen Demonstranten mit Gummigeschossen und Blendgranaten entgegentrat, begrüßte sie die bewaffneten jüdischen Brigaden mit stillschweigender und in einigen Fällen offener Unterstützung.

„Lod dient als eine Art Labor, als Pilotprojekt“, sagt Younis. “Was die israelischen Behörden in Hebron tun, planen sie auch in Lod zu tun.“

Der Dokumentarfilm zeigt den krassen, ja absurden Kontrast zwischen den Aufnahmen der explosiven Unruhen von 2021 und Revivos ruhiger, idyllischer Vorstellung von Lod. In seinem Büro im Rathaus sehen wir ihn ohne einen Hauch von Ironie über ein „Mosaik der Kulturen“ und eine Stadt sprechen, die „weiß, wie man alle unterbringt und jedem Raum gibt“. Seiner Meinung nach leben Juden und Araber bereits gleichberechtigt in einer pluralistischen und multikulturellen Stadt zusammen.

Angst vor dem, was kommen wird
Lod hat noch nicht wieder in der Art von Gewalt ausgebrochen, wie sie 2021 zu beobachten war. Aber unter den palästinensischen Einwohnern ist die Angst, vertrieben, enteignet oder einfach nur aus dem Markt gedrängt zu werden, so stark wie eh und je – und erst recht nach dem Angriff der Hamas vom 7. Oktober und dem anschließenden israelischen Angriff auf Gaza.

Demonstrationen gegen den Krieg sind so gut wie verboten, vor allem, wenn man Palästinenser ist. Hunderte palästinensische Bürger Israels wurden verhaftet oder entlassen, weil sie in den sozialen Medien ihre Solidarität mit den Menschen in Gaza bekundet oder die Bombardierung Israels kritisiert hatten.

Die Erzählerin von „Lyd“, die palästinensische Schauspielerin Maisa Abd Elhadi, wurde selbst verhaftet und mit Anrufen des Innenministers konfrontiert, der ihr die israelische Staatsbürgerschaft entziehen lassen wollte, nachdem sie online Beiträge geteilt hatte, die nach Angaben der Polizei die Angriffe vom 7. Oktober unterstützten. Heute, 13 Monate später, steht sie immer noch ohne Gerichtsverfahren unter Hausarrest und kann nicht arbeiten.

Im Februar wurde Revivo als Bürgermeister wiedergewählt und sicherte seiner rechtsgerichteten Koalition eine massive Mehrheit im Stadtrat von Lod. Das Rathaus ist seit mehr als einem Jahr mit Bannern geschmückt, auf denen nationalistische Slogans wie „Die Stadtverwaltung von Lod begrüßt die Sicherheitskräfte“ und „Das Volk Israel lebt“ zu lesen sind.

Ein rassistischer Wahn hat einen Großteil der jüdisch-israelischen Öffentlichkeit erfasst, auch in Lod. Die ehemalige Stadträtin Fida Shehada berichtete der FT, dass ein jüdischer Ladenbesitzer ihr sagte, er würde keine Araber bedienen, als sie Ende letzten Jahres mit ihrem Neffen in den Laden ging, um Schokolade zu kaufen. Bei Treffen, die sie mit lokalen jüdischen und palästinensischen Führungskräften organisierte, sprachen die ersteren offen über die „Auslöschung des Gazastreifens“.

Gegen Ende des Films von Younis und Friedland sagt der Lehrer El-Memeh unter Tränen: „Ich will keine zweite Nakba erleben.“ Während die Palästinenser aus Lod – viele von ihnen Nachkommen derer, die das Massaker und die Massenvertreibung aus Lyd im Jahr 1948 überlebt haben – zusehen, wie Gaza von ihrem Heimatland zerstört wird, fragen sie sich unweigerlich, ob sie die nächsten sein werden.

Dikla Taylor-Sheinman ist Shatil-Stipendiatin für soziale Gerechtigkeit beim Magazin +972. Sie lebt derzeit in Haifa, verbrachte das letzte Jahr in Amman und die sechs Jahre davor in Chicago.

Quelle: +972Mag
Übersetzung: Thomas Trueten [Nicht authorisiert]


Roma aus ganz Europa versammeln sich in Brüssel wegen der Krise bei der Roma-Repräsentanz und der Gefahr eines Scheiterns der EU-Roma-Politik

Das Foto zeigt die Teilnehmer:*Innen der Konferenz
Das Foto zeigt die Teilnehmer:*Innen der Konferenz
Quelle: RAN
Unter dem Titel From EU Roma Strategic Framework towards Strategic Roma Participation and Representation organisierte das Roma Center e.V. am 15. und 16. Oktober 2024 eine Konferenz in Brüssel. Eingeladen waren Roma-Organisationen und -Expert:innen aus England, Belgien, Deutschland, Dänemark, Spanien, Bulgarien, der Slowakei und Serbien sowie Politiker:innen und Diplomat:innen. Die Konferenz wurde im Europäischen Parlament mit Unterstützung des Grünen Europaabgeordneten Rasmus Andresen aus Deutschland abgehalten.

Die Konferenz war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer echten transnationalen Repräsentation der europäischen Roma. Die Delegierten diskutierten die Notwendigkeit eines neuen Modells für die Beziehungen zur Europäischen Union und beschlossen, eine strategische Allianz zu bilden, um die Partizipation von Roma an den Entscheidungsprozessen auf EU-Ebene sicherzustellen.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass 80 Jahre nach dem Holocaust an den Roma Europas während des Zweiten Weltkriegs der Rechtsextremismus erneut eine existenzielle Bedrohung für Roma in Europa darstellt. Es ist daher dringend notwendig, den Fokus von der "Roma-Integration" auf den Aspekt der Sicherheit der Roma zu verlagern. Die EU-Roma-Politik muss darüber hinaus dringend reformiert werden, da sie die neuen Realitäten nicht reflektiert, die Roma direkt betreffen – etwa den Aufstieg der Rechtsextremen und den Krieg in der Ukraine.

Delegierte zeigten sich besorgt, dass Politiker mit Neonazi-Hintergrund, die in ihren Heimatländern wegen Anti-Roma-Hasses verurteilt wurden, nach den Wahlen im Juni 2024 im Europäischen Parlament willkommen geheißen wurden, während Roma politisch ausgegrenzt und isoliert wurden. Dies steht in deutlichem Kontrast zu den Zielen des von der EU-Kommission im Jahr 2020 ins Leben gerufenen Strategischen Rahmens der EU für Gleichstellung, Eingliederung und Teilhabe der Roma 2020-2030 (EU-Roma-Strategie).

Die Delegierten der Konferenz wiesen darauf hin, dass die EU-Roma-Strategie aufgrund der fehlenden politischen Partizipation und Repräsentanz von Roma auf nationaler und EU-Ebene zu scheitern droht. Es wurden beunruhigende Trends aufgezeigt:

• das Engagement europäischer Politiker:innen für die Rechte von Roma hat erheblich nachgelassen;
• es gibt keine gewählten Vertreter:innen aus der Roma-Community mehr im Europäischen Parlament;
• die Zahl der Roma, die in der Europäischen Kommission arbeiten, hat abgenommen;
• der Dialog zwischen den Roma-Communities auf der einen und den europäischen und nationalen Institutionen auf der anderen Seite wird zunehmend schwieriger oder es gibt keinen;
• lokale Roma-Organisationen werden auf die Rolle von Subunternehmer:innen und Dienstleister:innen der Regierung reduziert, die Sozialarbeiter:innen, Lehrkräfte und Polizei bei ihrer Arbeit unterstützen (was sie zu einem Anhängsel der staatlichen Verwaltung macht und den Zielen der Roma-Bewegung widerspricht);
• die spezifischen Roma-Themen werden durch umfassendere soziale Probleme der Armen, Arbeitslosen, Menschen mit Behinderungen, Opfer häuslicher Gewalt usw. ersetzt;
• die Roma-Identität wird in den meisten europäischen Ländern anhaltend ignoriert oder missachtet, obwohl Sprache und Kultur der Roma von der UNESCO als gefährdet und besonders schutzbedürftig eingestuft wurden;
• die anhaltende Missachtung des Schicksals der geflüchteten Roma aus der Ukraine, sowie insbesondere auch der geflüchteten Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien, die häufig bis heute nicht als solche anerkannt wurden, während die aus dem Kosovo vertriebenen Roma nach wie vor keine Anerkennung oder Entschädigung für ihre Vertreibung, ihren Eigentumsverlust und das erlittene Leid während und nach dem Kosovo-Krieg erhalten haben;
• das Herunterspielen der Zahl der Holocaust-Opfer aus der Roma-Community, die laut neueren Studien möglicherweise weit über 2 Millionen Todesopfer betragen könnte.

Symbol der Sinti und Roma: Blau für den Himmel, Grün für das Land und ein stilisiertes Rad für die Reise
Symbol der Sinti und Roma: Blau für den Himmel, Grün für das Land und ein stilisiertes Rad für die Reise
Es wurde auch hervorgehoben, dass die meisten Personen, die von den Regierungen als Natiotal Roma Contact Points (nationale Roma-Kontaktstellen) in den jeweiligen Ländern ernannt werden, keinen Roma-Hintergrund haben und dass Roma oft nichts von der Existenz dieser Kontaktstellen wissen. Die Kontaktstellen sind nicht in der Lage, den notwendigen Kontakt zu den Roma-Communities herzustellen und sie zu informieren oder zu konsultieren. Sie bleiben bloße Sachbearbeiter:innen, die Berichte schreiben. Das heißt die Roma-Kontaktstellen entsprechen nicht ihrer tatsächlich vorgesehenen Funktion.

Roma können keinen Einfluss auf die Entscheidung nehmen, wen die Regierungen zu nationalen Roma-Kontaktstellen ernennen. Jedoch können Roma eine europäische Roma-Kontaktstelle einrichten und sie ermächtigen, die derzeit bestehenden ungleichen Beziehungen Roma-Community und den nationalen wie europäischen Organen auszugleichen. Dies wurde als eines der möglichen Ziele der strategischen Allianz diskutiert, die auf der Brüsseler Konferenz Gestalt annahm.

Die Kluft zwischen den Absichten der EU-Roma-Strategie und der Realität vor Ort vier Jahre nach ihrer Verabschiedung, erfordert das Eingreifen unabhängiger Roma-Organisationen sowie Fachleute und Expert:innen aus der Roma-Community. Sie müssen die Kommission dabei unterstützen, ihre bis 2030 zu erreichenden Ziele umzusetzen. Die Unterstützung soll dabei nicht individuell, sondern kollektiv erfolgen – als gut strukturiertes und selbstorganisiertes Gremium, das finanziell nicht von denjenigen abhängig ist, die es überwachen und mit denen es verhandeln soll.

Einige Delegierte äußerten die Befürchtung, dass gerade die Geberinstitutionen bald in die Hände von Personen mit romafeindlichen Ansichten geraten könnten, die die verfügbaren Mittel und die gesammelten Daten über Roma gegen Roma verwenden könnten. Es wurde die logische Frage aufgeworfen: Wenn die europäischen Behörden nicht in der Lage sind, den Einzug der romafeindlichen politischen Kräfte in das Europäische Parlament zu verhindern, wie wollen sie dann verhindern, dass diese in die anderen Strukturen der EU eindringen und Zugang zu noch mehr politischer Macht und finanziellen Ressourcen erhalten?

Die Delegierten der Konferenz waren sich einig, dass die Roma-Intelligenz in Europa keine andere Wahl hat, als sich auf dem schnellsten Weg selbst zu organisieren und einen alternativen Mechanismus für eine unabhängige Repräsentanz der Roma außerhalb der bestehenden politischen Strukturen zu schaffen, aus denen sie bereits mit dem seltsamsten Argument ausgeschlossen werden – nämlich dass dies Demokratie sei.

Abschließend wurde zusammengefasst, dass Roma in diesem für Europa und die Welt kritischen Moment das legitime Recht haben, ihre eigenen politischen Interessen zu formulieren und zu verteidigen. Und wenn die Türen des Europäischen Parlaments für europäische Bürger:innen mit Roma-Herkunft verschlossen sind, werden sie ihre politischen und bürgerlichen Rechte mit anderen Mitteln und Methoden frei ausüben. Dies muss in den kommenden Monaten durch Konsultationen und Dialog mit weiteren Organisationen und Expert:innen aus der Roma-Community sowie Politiker:innen, Diplomat:innen und Akademiker:innen innerhalb und außerhalb der EU entschieden werden.

Es ist an der Zeit, Marginalisierung und Viktimisierung zurückweisen. Roma müssen ihr eigenes Potenzial und ihre Stärke wiederentdecken und neue Verbündete und Freund:innen nicht nur in Europa, sondern auch in der Welt suchen. Denn Roma stellen eine globale Community mit einem starken Willen zum Überleben und Prosperieren dar, wo immer sie sich befinden.

Brüssel, den 16. Oktober 2024

Quelle: Roma Center e.V.Roma Antidiscrimination Network


Gedenken an die Opfer der Pogromnacht in Cannstatt

Das Plakat zeigt die Cannstatter Synagoge vor ihrer Zerstörung sowie die Eckdaten zur GedenkveranstaltungAm 9. November jährt sich die Pogromnacht zum 86. mal. In dieser Nacht und den darauffolgenden Tagen wurden jüdische Menschen in Deutschland und Österreich Opfer brutaler Gewalt. Synagogen brannten, Geschäfte und Wohnungen wurden zerstört. Jüdische Menschen wurden verhaftet, misshandelt und getötet. Diese Ereignisse waren Vorboten der Shoa, des grausamen Völkermords an über sechs Millionen Jüdinnen und Juden. Wir gedenken der Opfer und erinnern an die Schrecken, die aus Hass, Intoleranz und aus einer Politik der Profitmaximierung und Machterweiterung erwachsen.

Aus der Geschichte Schlüsse ziehen
In diesen Zeiten, in denen die AfD in Ostdeutschland zur stärksten Kraft heranwächst, ist es wichtiger denn je, wachsam zu bleiben.

Die Rechtsentwicklung, die bereits vor 1933 ihren Anfang nahm, weist bedrückende Parallelen zur heutigen politischen Situation auf. Damals wie heute schaffen populistische und nationalistische Strömungen ein gefährliches Klima der Intoleranz und des Hasses. Die Militarisierung der Gesellschaft und des Staates, damals wie heute, verstärkt diese Tendenzen und führt zu Repressionen gegen demokratische Bewegungen.

Der Vergleich von Deportationen während des Faschismus und der heutigen Remigrationspolitik ist zwar unzulässig, jedoch passiert Erschreckendes im Umgang mit Minderheiten und Geflüchteten. Es ist unsere Pflicht, diese Parallelen zu erkennen und entschlossen dagegen vorzugehen.

Rechtsentwicklung muss gestoppt werden
Ein stärkeres Eintreten der Gewerkschaften gegen alle Facetten der Rechtsentwicklung und der Militarisierung wäre dringend notwendig. Es ist an der Zeit, die kapitalistische Struktur, die hinter dieser Entwicklung steht, offen zu benennen und zu kritisieren, wie es schon Papst Franzikus in seinem Apostolischen Schreiben „Evangelii Gaudium“ getan hat. Dort tritt er für eine Gesellschaft ein, die sich an der Würde jedes Menschen und dem Gemeinwohl orientiert und beklagt: „Diese Wirtschaft tötet!“.

Die aktuelle Politik der CDU/CSU und AfD trägt signifikant zum Rechtsruck bei, das ist den meisten aber wahrscheinlich bewusst.

Umso wichtiger ist es aber, auch die Ampelregierung zu kritisieren, denn die Verschärfung der Migrationspolitik widerspricht den Menschenrechten. Durch Sozialabbau, offene Kriegs- und unzureichende Klimapolitik wird unser aller Zukunft in Gefahr gebracht.

Betty Rosenfeld – Ein Leben im Widerstand!
Unsere Erinnerungskultur, besonders in Stuttgart, darf nicht nur aus symbolischen Handlungen bestehen. Wir müssen uns aktiv mit den Opfern des Faschismus solidarisieren und ihre Geschichten lebendig halten. Ein Beispiel hierfür ist Betty Rosenfeld, eine jüdische Krankenschwester. Sie war politisch interessiert und besuchte die „Marxistische Arbeiterschule“ in Stuttgart. Nach der Machtübertragung an die NSDAP 1933 sah sich Betty durch ihr Engagement für die „Rote Hilfe“, die Nähe zur KPD und wegen der zunehmenden Judenverfolgung in ihrer Existenz bedroht. Gemeinsam mit ihren Schwestern wanderte sie 1935 nach Palästina aus. Als Betty im Sommer 1936 vom Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs hörte, entschied sie sich, die Internationalen Brigaden zu unterstützen. Nach dem Sieg des Franquismus flüchtete Betty im Frühjahr 1939 mit ihrem Ehemann über die Pyrenäengrenze nach Frankreich. Im Juni 1939 wurde sie mit ihrem Mann von der französischen Polizei in das angrenzende Internierungslager Gurs gebracht. Deutschland hatte die Auslieferung der Jüdinnen und Juden gefordert, und das Vichy-Regime folgte den Anordnungen der deutschen Besatzer. Am Morgen des 7. September 1942 wurden Betty und ihr Ehemann von Drancy aus mit dem Eisenbahn-„Konvoi 29“ zusammen mit weiteren 998 jüdischen Frauen und Männern nach Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie zwei Tage später ankamen und an einem unbekannten Datum in einer Gaskammer ermordet wurden. Ihre und die Geschichten vieler anderer Jüdinnen und Juden mahnen uns, wachsam und engagiert zu bleiben. Die Geschichte darf sich nicht wiederholen und der Faschismus darf nicht wiederkehren!

Gemeinsam für eine Welt des Friedens und der Solidarität
Wir solidarisieren uns mit allen Menschen weltweit, die von Faschismus, Verfolgung, Unterdrückung, Krieg und Hunger betroffen sind. Jegliche Unterstützung des deutschen Staates für unterdrückende Regierungen lehnen wir entschieden ab.

Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Schrecken der Vergangenheit sich nicht wiederholen. Erinnern heißt handeln – gegen das Vergessen, gegen das Erstarken rechter Ideologien und Politik. Für eine gerechte, solidarische und friedliche Welt. Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg.

Gegen das Vergessen – Kommt am 9. November zur Gedenkkundgebung!

Für uns gilt getreu dem Schwur von Buchenwald:
Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.

Samstag, 9. November 2024, 17.00 Uhr auf dem Cannstatter Marktplatz, anschließend Demonstration zum Platz der ehemaligen Synagoge – 18.00 Uhr Kranzniederlegung

Mit Reden von:

Anthony Cipriano; Landesgeschäftsführer, VVN-BdA Ba.-Wü. (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten)

Vertreter:in des Antifaschistischen Aktionsbündnis Stuttgart und Region (AABS)

Beitrag Stuttgarter Jugendorganisationen

Kulturprogramm: Freier Chor Stuttgart mit antifaschistischen Liedern

Veranstalter: Bündnis zum Gedenken an die Opfer der Pogromnacht in Cannstatt

Gemeinsam Demokratie und Menschenrechte verteidigen! Für eine gerechte und solidarische Gesellschaft.

Logo des Paritätischen Gesamtverbandes: Ein Gleichheitszeichen in einem Quadrat. Daneben steht: Der Paritätische Gesamtverband. Das Wort PARITÄT ist hervorgehobenDas Bündnis "Zusammen für Demokratie" aus 69 zivilgesellschaftlichen Organisationen übt in einer gemeinsamen Stellungnahme Kritik an der einseitigen politischen Debatte über Migration und fordert stattdessen eine Politik der sozialen Gerechtigkeit und Integration:

Gemeinsam Demokratie und Menschenrechte verteidigen! Für eine gerechte und solidarische Gesellschaft.

Mit großer Sorge verfolgen wir die aktuellen gesellschaftlichen Debatten und insbesondere die Diskussion um Migration. Statt drängende Zukunftsfragen wie die Bildungskrise, die Wohnungsnot, den Fachkräftemangel und die notwendige Transformation zu einer klimaneutralen, sozialen Wirtschaft endlich nachhaltig zu beantworten, liegt der Fokus vor allem auf dem Thema Asyl.

Getrieben durch die extreme Rechte erleben wir immer häufiger Diskussionen und Haltungen, die auf Ausgrenzung und Abschottung zielen. Wir beobachten, dass das soziale Klima und der Umgang miteinander in der Bevölkerung immer rauer werden: Täglich ereignen sich Bedrohungen, Beleidigungen und rassistische, antisemitische und geschlechtsspezifische Angriffe mit existenziellen Folgen für die Betroffenen.

Angesichts der erschreckenden Wahlerfolge der AfD und der Bedrohung unserer Demokratie braucht es mehr denn je eine einende Politik, die gesellschaftliche Spaltung bekämpft, einen sachlichen politischen und gesellschaftlichen Dialog fördert und nach einer differenzierten Lösung für drängende Probleme sucht. Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam die großen Herausforderungen erfolgreich meistern können.

Das gilt auch für die gesellschaftlichen Fragen, die aus Migration und Flucht entstehen. Diese wollen wir pragmatisch und lösungsorientiert angehen, etwa durch eine wirksame Unterstützung der Kommunen und den Abbau von Hürden auf dem Weg zu gelingender Integration.

Das Recht auf Asyl zu untergraben und die Menschenrechte von Geflüchteten einzuschränken stellt hingegen keine Lösung dar und widerspricht dem europäischen Gedanken, dem europäischen Recht und dem deutschen Grundgesetz. Besonders müssen wir die Würde von Menschen wahren, die auf Schutz angewiesen sind.

Die aktuellen Entwicklungen werden insbesondere von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte mit großer Sorge wahrgenommen. Manche denken sogar darüber nach, Deutschland für immer den Rücken zu kehren. Fast wirkt es, als würde das zynische Kalkül der politischen Kräfte, die auf „Remigration“ setzen, aufgehen.

Allen Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit müssen wir entschieden entgegentreten. Rassismus, Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit dürfen in einer weltoffenen Gesellschaft nicht salonfähig werden!

Im Bündnis "Zusammen für Demokratie" treten wir, 69 zivilgesellschaftliche Organisationen, gemeinsam für die unteilbaren Menschenrechte, für soziale Gerechtigkeit und eine klimagerechte Zukunft ein. Uns verbindet die Überzeugung, dass jeder Mensch die gleiche Würde hat. Wir setzen uns ein für das Recht eines jeden Menschen auf ein gutes und friedliches Leben in einer gesunden Umwelt – auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen, angemessenen Wohnraum, auf gute Bildung und Gesundheitsversorgung, auf freie Religionsausübung. Die im Grundgesetz verankerte Menschenwürde und der Schutz vor Verfolgung sind für uns nicht verhandelbar.

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste ● Alhambra Gesellschaft ● Amadeu Antonio Stiftung ● Anthropoi Bundesverband ● Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd) ● Arbeit und Leben e.V. ● Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ● Arbeiterwohlfahrt (AWO) Bundesverband ● Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten ● Attac Deutschland ● Brot für die Welt ● Bund der Freien Waldorfschulen e.V. Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) ● Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO) ● Bundesverband Mobile Beratung ● Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e. V. (bvkm) ● Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) ● CLAIM Allianz gegen Muslimfeindlichkeit ● Campact e.V. ● Dachverband Gemeinde- psychiatrie ● Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst) ● Der Kinderschutzbund Bundesverband ● Der Paritätische Gesamtverband ● Deutsche Bischofskonferenz ● Deutsche Sportjugend im Deutschen Olympischen Sportbund e.V. ● Deutscher Alpenverein (DAV) ● Deutscher Bundesjugendring ● Deutscher Caritasverband ● Deutscher Frauenrat ● Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) ● Deutscher Kulturrat ● Deutscher Mieterbund ● Deutscher Naturschutzring ● Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) ● Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e. V. ● Deutscher Volkshochschul-Verband e.V. ● Deutsches Jugendherbergswerk (DJH), Hauptverband für Jugendwandern und Jugendherbergen e. V. ● Deutsches Kinder- hilfswerk e. V. ● Diakonie Deutschland ● Digitalcourage e. V. ● Evangelische Kirche in Deutschland ● Forum Menschenrechte ● Fußball stiftet Zukunft e. V. ● Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V. ● Greenpeace Deutschland ● Internationale Jugendgemeinschafts- dienste (IJGD) ● Katholische Erwachsenenbildung Deutschland ● Klima- Allianz Deutschland ● LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt ● Landes- feuerwehrverband Rheinland-Pfalz ● Netzwerk für Demokratie und Courage e. V. ● neue deutsche organisationen – das postmigrantische netzwerk (ndo) ● Pro Asyl ● Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein ● Sozialverband Deutschland ● Sozialverband VDK Deutschland ● Stiftung gegen Rassismus ● Terre des Hommes ● Türkische Gemeinde in Deutschland e. V. ● VBRG - Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V. ● Verband binationaler Ehen und Partnerschaften ● Verein für Demokratische Kultur in Berlin (VDK) ● Vereinigung demokratischer Juristinnen und Juristen e. V. ● Volkssolidarität ● Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ● Zentralrat der Juden in Deutschland ● Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Mehr Informationen: ww.zusammen-fuer-demokratie.de

Quelle: Stellungnahme 17.10.2024 (PDF)


Der Ordnung halber: Linkliste aktualisiert

Seit ewigen Zeiten wollte ich mal die Linkliste mit einer kleine Auswahl Webseiten, die wir zur Beachtung empfehlen, aus"misten" und aktualisieren sowie ein paar neue Links hinzufügen. [X] Erledigt.


Blogkino: Der große Diktator (1940)

Heute vor 84 Jahren, am 15. Oktober 1940, wurde Charlie Chaplins "Der große Diktator" in New York uraufgeführt. Wir zeigen im Blogkino heute nur die Rede von Adenoid Hynkel.


cronjob