trueten.de

»Another fine mess you've gotten me into.« Oliver Hardy

Für einen gerechten Frieden in Palästina

Mit Entsetzen und Empörung schauen auch die Studierenden der Bergischen Universität Wuppertal nach Palästina – Israel!

Die Gruppe Students for Palestine Wuppertal an der Bergischen Universität

Von Sebastian Schröder

Veranstaltungsflyer mit den im Text erwähnten Vorträgen und FilmenIm Frühjahr 2024 haben sich Studierende in Wuppertal zusammengeschlossen, mit der Forderung nach Gerechtigkeit!
Gegen das Schweigen und die Doppelmoral beim Großteil der Studierenden und Lehrenden in Wuppertal erheben sie mutig ihre Stimme in der Öffentlichkeit, bereits im dritten Semester.

Als Teil der internationalen Welle studentischer Proteste sind sie verbunden mit unzähligen Menschen überall auf der Welt.

Sie kritisieren die Kriegsverbrechen und die Besatzung, und die Zusammenarbeit der BUW mit der Ben-Gurion-Universität des Negev (BGU) in Beer Sheva:

„Die BUW pflegt eine Kooperation mit der BGU, die Hand in Hand mit der israelischen Armee (IDF) arbeitet. Die IDF baut beispielsweise ein Forschungs- und Enwicklungszentrum direkt am Campus und gemeinsam Programme wie „Lightening“ und „Thunder“ sollen zukünftigen Rekruten beste akademische Voraussetzungen in Bereichen wie z. B. Maschinenbau und Elektrotechnik bieten. Studierende, die sich für diese von der IDF und BGU finanzierten Programme bewerben müssen sich vorher einer IDF Musterun unterziehen und von der israelischen Armee akzeptiert werden.“

Dagegen haben Students for Palestine Wuppertal eine Petition initiert: Forderung der Beendigung der Kooperation der BUW mit der Ben-Gurion-Universität des Negev

Für das Sommersemester 2025 sind viele Veranstaltungen geplant:

Filmvorführung von No other land am 24. April, 18 Uhr, Hörsaal 11, Gebäude L, (L.09.31)

Bereits im November hat die Gruppe zum gemeinsamen Kinobesuch von No other land im Cinema Wuppertal aufgerufen als Teil des Programms im Wintersemester.

Vortrag: Die Nakba und ihre Auswirkung, 15. Mai, 18 Uhr, Hörsaal 11, Gebäude L, (L.09.31)

Gastvortrag: The journey of unlearning zionism vión YuvalGal Cohen (Jüdisch-Israelischer Dissens), 28. Mai, 18 Uhr, Hörsaal 13, Gebäude L, (L.09.21)

Vortrag und Doku: Jenin – eine Stadt im Widerstand, 5. Juni, 18 Uhr, Hörsaal 11, Gebäude L, (L.09.31)

weitere Veranstaltungen in Vorbereitung

Bisher gab fünf Kundgebungen im zentralen Bereich des Campus, das mehrtägige Palästina-Protest Camp, öffentliche Vorführungen der Filme Tantura, Die Siedler der Westbank, Israelism, Vom Giessen des Zitronenbaums, eine Buchvorstellung „Israels Irrweg“ von Rolf Verleger, den Themenabend Hebron

Die bewegendste Veranstaltung war der Abend mit den Berichten von Nuha und Abdallatif. Die Gäste konnten teilhaben Kindheit und Jugend in Gaza und Libanon, an den Geschichten der Familien. Vertreibung, Gewalt, Exil über Generationen bis heute wurden ganz konkret, auch über Fotos der Vorfahren und der Orte.

Studierende, geht weiter auf dem Weg von Wahrhaftigkeit und Menschlichkeit!

Mehr Informationen

Warum fehlen die Toten vom Februar 1919?

Die Vorderseite der Broschüre zeigt in der oberen Hälfte das Gebäude der ehemaligen Bundesbahndirektion am Döppersberg vom Treppenbegin gesehen und in der unteren Bildhälfte das Gebäude aus der Luft gesehen.
Die Broschüre der Stadt Wuppertal (Screenshot)
Die neue Broschüre über die Eisenbahndirektion Wuppertal ist unvollständig - von Sebastian Schröder, Diplom-Soziologe

Zur Geschichte des Gebäudes der Eisenbahndirektion am Döppersberg ist eine neue Broschüre von Dr. Michael Okroy erschienen, herausgegeben von der Stadt Wuppertal mit Unterstützung der Landeszentrale für Politische Bildung NRW: „Die Bundesbahndirektion Wuppertal – Von der Preußischen Staatsbehörde zum neuen Stadthaus“.

Die gerade erschienene Broschüre wird für die kommenden Jahrzehnte die offizielle Darstellung der Geschichte der Eisenbahndirektion sein. Das Gebäude soll Wuppertals Prestigeobjekt werden, das „neue Stadthaus“.

Okroy präsentiert die Historie des Ortes seit den preußischen 1840er Jahren über das Kaiserreich, die Weimarer Republik, den Faschismus bis in die BRD.

Die Eisenbahn war im jungen deutschen Nationalstaat das wichtigste Verkehrsmittel, die Eisenbahn war zugleich Motor und Symbol der Industrialisierung. Der stetige Ausbau des Streckennetzes und des Verkehrs machte die Vergrösserung der Verwaltung notwendig. In Elberfeld wurde die Eisenbahndirektion in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof gebaut.

Architektonisch ist das gigantische Verwaltungsgebäude von 1875 im Stil des Klassizismus errichtet; innen herrschte der Geist des autoritären Kaiserreiches.

Ab 1914 war das Wuppertal eines der großen Drehkreuze des Aufmarsches zur Westfront. Der Erste Weltkrieg konnte nur mit dem modernen Transportmittel Eisenbahn geführt werden.

Wichtig sind Okroys Schilderungen der konkreten Verbrechen, die nach dem Ende des Kaiserreiches aus dem Gebäude heraus verübt wurden und die er etwas schief als „kontaminierte Geschichte“ bezeichnet.

So hatten 1922/23 die Freikorps während des sogenannten Ruhrkampfes dort ihr Hauptquartier, in enger Verbindung mit der Eisenbahnbürokratie und den Stahlbaronen: „Ruhrindustrielle wie Krupp und Stinnes, aber auch die Reichsbahn selbst, zielten anfänglich auf die wirksame Störung des Eisenbahnverkehrs durch Sprengstoffanschläge auf Schienenwege und Brücken.“. Die faschistischen Terroristen der „Organisation Heinz“ haben aus der Eisenbahndirektion Sabotage gegen die französischen Truppen im Ruhrgebiet geplant und koordiniert. Der berüchtigte Schlageter-Kult der Rechten hat in Elberfeld seinen Anfang.

Im Faschismus war die Eisenbahndirektion Schaltstelle der regionalen Deportationen der jüdischen Menschen und der Sinti und Roma in die Vernichtungslager.

Die Reichsbahn im Wuppertal hat sich während des Zweiten Weltkriegs auch des massiven Einsatzes von Zwangsarbeiter:innen schuldig gemacht.

Julius Dorpmüller, Wilhelm Kleinmann und Ludwig Röbe sind zentrale Täter des Naziregimes, die den Eisenbahnverkehr im faschistischen Deuschland und später in den besetzten Gebieten organisiert haben, und die unmittelbar mit der Eisenbahndirektion Elberfeld verbunden sind.

Aber ein Ereignis fehlt in Dr. Okroys Dokumentation:

„Der 17. März 1920 [Kapp-Putsch , wie der 18. und 19. Februar, sind die Tage der Wuppertaler Stadtgeschichte, an denen außerhalb von Kriegszeiten die meisten Todesopfer durch gewaltsame Auseinandersetzungen zu verzeichnen sind.“ Reiner Rhefus: Empor aus Nacht zum Licht – Die Revolution von 1918-1919 im Wuppertal, Essen 2018, Seite 209

(dazu auch kurz bei Wittmütz, Volkmar: Kleine Wuppertaler Stadtgeschichte, Regensburg 2013, Seite 127)

Herr Dr. Okroy: Wieso fehlen die toten Arbeiter:innen des Februar 1919?

Rhefus schildert in insgesamt vier Kapiteln die Geschehnisse vom 18. und 19. Februar 1919.

Die Revolution vom 9. November 1918 beendete den Krieg, verjagte den Kaiser und wollte ein wirklich demokratisches Deutschland schaffen. Überall bildeten sich Arbeiter- und Soldatenräte, auch im Wuppertal, hier sogar schon am 8. November!

Aus der am 19. Januar gewählte Nationalversammlung ging am 13. Februar die SPD-Regierung (Kabinett Scheidemann) mit Bluthund Noske als Reichswehrminister hervor. Sofort wurden von der neuen Regierung die faschistischen Freikorps gegen die Arbeiter- und Soldatenräte in Bewegung gesetzt und der Angriff gegen die Linke intensivierte sich. „In weiten Teilen des Ruhrgebiets herrschte Bürgerkrieg. Anfang Februar war die Bremer Räterepublik mit militärischer Gewalt zerschlagen worden. Ein ähnliches Auftreten der Regierungssoldaten hatten in den Tagen die Ruhrgebietsstädte Hagen, Buer, Bottrop, Gelsenkirchen, Bochum, Duisburg-Hamborn und Dorsten erlebt“ (Rhefus: 207)

Zur Rettung der Räte und der Ziele der Revolution wurde am 18. Februar in Essen für Westdeutschland der Generalstreik für den kommenden Tag beschlossen.

In Elberfeld wurde am 18. Februar 1919 beobachtet, dass am Bahnhofsgebäude das Plakat der KPD zum Generalstreik von einem Bahnangestellten entfernt wurde.

„Die höheren Bahnbeamten der Eisenbahndirektion standen (.) in Verdacht, mit den Freikorps und den gegenrevolutionären Kräften zu paktieren. Es war bekannt, dass sich in der Eisenbahndirektion und im Bahnhof Waffenlager befanden“ (ebd.: 197).

Vom Elberfelder Rathaus aus zog eine aufgebrachte Menschenmenge zum Bahnhof und forderte Aufklärung von den Verantwortlichen. Während des Disputes um das abgehängte Plakat wurde bekannt, dass im Waffenlager der Eisenbahndirektion auch zwei Maschinengewehre lagern könnten.

„Die Eisenbahndirektion Elberfeld war während des Krieges, wie alle Eisenbahndirektionen, als kriegswichtige Institution eng in die militärische Verwaltung eingebunden. Die „Liniencommandantur“ in der Eisenbahndirektion war neben dem Bezirkskommando die wichtigste militärische Leitstelle der Stadt“ (ebd.: 197)

Deshalb gab es nach der Novemberrevolution immer noch eine bewaffnete „Sicherheitswehr“ im Gebäude, die formal dem Arbeiter- und Soldatenrat Elberfeld unterstellt war. Natürlich haben diese Bahnbeamten zu keinem Zeitpunkt im Sinne des Arbeiter- und Soldatenrates gehandelt, sondern genau im Gegenteil!

Und anstatt am 18. Februar den Protestierenden die berechtigte Möglichkeit zur Überprüfung der Vorwürfe zu geben, wurde der Einlass verwehrt und mit einem ausgelösten Schuss begannen die Soldaten der Sicherheitswehr, vom Gebäude aus die Menschenmenge auf dem Vorplatz zu schiessen. „Eisenbahnobersekretär Fliegenschmidt soll Anweisung gegeben haben: „Gebt kein Pardon, schiesst die Hunde über den Haufen!“ (ebd.: 200).

Vier Menschen wurden getötet: Anna Maria Eller, 26 Jahre alt; Elfriede Rossbach, 41 Jahre alt; Walter Kanzler, 36 Jahre alt; Josef Schäfer, 31 Jahre alt. Es wurden mindestens 16 Menschen verletzt.

Schliesslich konnte die Bevölkerung das Gebäude stürmen und die verantwortlichen Eisenbahner und Soldaten – ohne dass diese zu Schaden kamen – ins Elberfelder Rathaus bringen. Dort wurden sie nach einer Befragung durch den Arbeiter- und Soldatenrat entlassen.

Und es wurde noch schlimmer: In der Nacht des 18. Februar gelangen mindestens 180 Soldaten des Freikorps Niederrhein auf Veranlassung der Eisenbahnverwaltung unbemerkt in die Eisenbahndirektion und beginnen in der Nacht den Angriff auf die Elberfelder Innenstadt. In dieser Nacht lässt der Arbeiter- und Soldatenrat in Barmen die Glocken der Antoniuskirche und der Gemarker Kirche Sturm läuten, um vor der drohenden Gefahr zu warnen. Bewaffnete Arbeiter des Arbeiter- und Soldatenrates treten den rechten Söldnern entgegen und der Kampf geht am 19. Februar über Poststraße, Kolk, Kerstenplatz, Neumarktstraße bis zur Gathe, zum Neuenteich und Hombüchel.

Nach Verhandlungen wird im Laufe des Tages in Elberfeld ein Waffenstillstand vereinbart und die allgemeine Steikleitung findet für Westdeutschland den Kompromiß: „Rückzug der Soldaten und Ende des Generalstreiks“ für den 21. Februar (ebd.: 207).

Zu den vier Getöteten vom 18. Februar kommen Neun weitere hinzu: Willi Borgmann, 19 Jahre alt; Julius Kaps, 18 Jahre alt; Gustav-Walter Diedrich, 25 Jahre alt; Ernst Simon, 14 Jahre alt; Van der Velde, ohne Angabe; Karl Born, 66 Jahre alt; Lückenhaus, 20 Jahre alt; Albert von Berg, ohne Angabe; Schwalferberg, 32 Jahre alt . Insgesamt werden 66 Menschen verletzt, davon 21 schwer (ebd.: 207 f.)

Diese Verbrechen bleiben ungesühnt, ebenso wie die Ermordung der vier Bürger.innen tags zuvor.

Im grossen Gerichtsprozess im Mai 1919 vor dem Elberfelder Landgericht zur Auseinandersetzung vom 18. Februar waren nämlich nur drei der Protestierenden wegen Landfriedensbruch angeklagt, von denen einer verurteilt wurde. Die Bahnbeamten wurden dagegen von der Klassenjustiz geschützt: „Die auf Seiten der Eisenbahnbehörden Beteiligten wurden lediglich als Zeugen geladen. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass die Beamten in Notwehr gehandelt hatten“ (ebd.: 202).

Reiner Rhefus betont: „Die Verantwortung der Wachmannschaft, die über ein Arsenal von Gewehren verfügte, wurde vor Gericht nicht verhandelt. Obwohl bei der Zeugenvernehmung deutlich wurde, dass die Sicherheitswehr ohne Befehl blindlings in die Menge, auf Fliehende, auf Personen, die Verwundten helfen wollten und auf Personen, die eine weiße Fahne hielten, geschossen hatten.“ (ebd.: 314)

Lüge, Gewalt und Unterdrückung oder Brot, Arbeit und Frieden; darum ging der Kampf im Frühjahr 1919. Die Zerstörung der Räte durch die SPD und die Bürgerlichen ebnete den Weg zum 30. Januar 1933…

Erstveröffentlichung 21. April 2025

Heraus zum revolutionären 1. Mai 2025!

Das Plakat zeigt zwei Kinder, die über einen Hafen Pflastersteine laufen, eines mit Jacket und Krawatte, das andere mit kurzen Hosen, beide tragen Aktentaschen. Dazu der Text: "Auf die Barrikaden! Gegen Krieg, Rechtsruck & Kapitalismus - Für den Kommunismus! Revolutionärer 1. Mai 2025 Kronprinzstr. 12:30 (S-Bahn Stadtmitte)"
Plakat zur revolutionären Maidemo 2025
Krieg in der Ukraine, Bomben auf Gaza, Libanon, Syrien, Jemen. CDU, SPD und Grüne rücken weit nach rechts und stärken doch nur die AfD. Geplante Kürzungen beim Bürgergeld, 400 Milliarden für die Rüstungsindustrie: Die Zeiten werden rauer, der Kapitalismus hat nichts mehr zu bieten, außer Chaos, Krise und Gewalt.

Am 1.Mai gehen wir deshalb gemeinsam und vereint auf die Straße! Für den Bruch mit diesem System, für die Perspektive der Revolution!

Zum Aufruf.

Stuttgart-Süd: Internationalistisches 1. Maifest im Linken Zentrum Lilo Herrmann

Die Grafik zeigt neben dem Logo des Linken Zentrums Lilo Herrmann die grafische Aufbereitung von Eckdaten zum dortigen 1. Mai Fest
1. Mai Fest im Lilo Herrmann
Wie es in den letzten Jahren bereits Tradition geworden ist, laden wir auch in diesem Jahr am 1. Mai in und um das Linke Zentrum Lilo Herrmann zu einem internationalistischen Fest ein. Neben kulinarischen Köstlichkeiten fü Groß und Klein wird ein buntes Bühnenprogramm mit kulturellen, politischhen und musikalischen Beiträgen geboten.

Es gibt die Möglichkeit, das Linke Zentrum, seine Räumlichkeiten und die dort beheimateten Initiativen kennen zu lernen ebenso wie die Möglichkeit, auf dem Straßenfest in der Taubenstraße bei Essen und Trinken zu entspannen, sich zu unterhalten oder dem Bühnenprogramm zu lauschen.

Kommt vorbei ! 1. Mai von 15:00 - 22:00 Uhr Linkes Zentrum Lilo Herrmann, Böblingerstraße 105, 70199 Stuttgart Straßenfest in der Taubenstraße.

Mehr Infos zu Demostration: Revolutionäres 1. Mai Bündnis Stuttgart

Stuttgart-Ost: 1. Mai Straßenfest 2025 im Stadtteilzentrum Gasparitsch

Ablauf


Der Einladungsflyer von 2025 mit den Programmpunkten, grafisch aufbereitet.
Mit einem vielfältigen und bunten Programm, zahlreichen Infoständen und natürlich leckerem Essen und Getränken lädt das Gasparitsch euch herzlich zu seinem Straßenfest am 1. Mai ein.
ab 14 Uhr: Festbeginn


  • Kaffee & Kuchen, Fingerfood
  • Quiz
  • Infostände
  • Kinderprogramm
  • Kurzvorstellungen der beteiligten Initiativen & Gruppen
  • Kasperletheater für jung und alt (von der Freien Arbeiter*innen Union)
  • Live-Musik

17 Uhr: Kundgebung am Ostendplatz (am REWE):
Gemeinsam gegen Sozialraub, Faschismus und Krieg

ab 18:30 Uhr: warmes leckeres Essen
bis 18:30 Uhr: Quizabgabe

19:15 Uhr: Quizauflösung

ab 20:0 Uhr: Live Musik mit


Mehr Informationen

Mit Pauken und Trompeten gegen Grenzzäune und Raketen

In einer spektakulären Aktion besetzten Musiker*innen des Orchester „Lebenslaute“ am 8. August 2025 kurzzeitig die Baustelle des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam.

Das Foto zeigt das Konzert der Lebenslaute hinter dem Trasparent mit dem Text "Der Ausländerbehörde Menschenrechte beibringen". Im Hintergrund ist ein weiteres Transparent zu sehen sowie einige Häuser, darunter ein Hochhaus.
Foto: © Lukas Stratmann via Umbruch Bildarchiv
Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Das unangemeldete Konzert war Höhepunkt einer Aktionswoche unter dem Motto „Mit Pauken und Trompeten gegen Grenzzäune und Raketen“. Damit wollte Lebenslaute den Blick auf Krieg als Fluchtursache mit Solidarität für geflüchtete Menschen verbinden.

Gegen 10 Uhr morgens drangen am 8. August rund 100 Menschen mit ihren Instrumenten durch den Bauzaun des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam, zogen vorbei an verblüfften Bauarbeitern und Sicherheitsbeamten und sangen und musizierten zwei Stunden lang „gegen rechtswidrige Zurückweisungen an den deutschen Außengrenzen und für Geflüchtetenrechte“. Die Bundespolizei war das Ziel, da von dort auch Abschiebungen von Geflüchteten geplant und koordiniert werden. Vor dem Gelände hatte sich der Adenauer-Protestbus des Zentrum für Politische Schönheit positioniert. In den Musikpausen wurde über Lautsprecher ein Text verlesen, der die Polizist*innen aufrief, keine rechtswidrigen Befehle umzusetzen.

Während der Aktionswoche gab Lebenslaute weitere Konzerte u.a. für die geflüchteten Menschen in Eisenhüttenstadt und in Potsdam am Denkmal zu Ehren der Deserteure.

Wir musizieren für geflüchtete Menschen und mit ihnen am Abschiebezentrum Eisenhüttenstadt (7. August), wir feiern mit Menschen, die Krieg und Militär den Rücken gekehrt haben am Deserteur-Denkmal in Potsdam, wir erinnern am 80. Jahrestag an die unsagbaren Folgen des Atombombenabwurfes in Hiroshima und Nagasaki, und wir veranstalten ein Konzert am 9. August, mit dem wir unsere Forderung nach Frieden und unsere Ablehnung des „Weiter So“ ausdrücken wollen. Musizierend und feiernd wollen wir Geflüchtete, Desertierte und deren Verbündete solidarisch stärken: „Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg! No border, no nation – stop deportation!“

(Lebenslaute)

Weitere Ereignisse zu diesem Thema

Weitere Fotos im alten Bildarchiv (1980 - 2018)
Links


Don't be a Sucker

Dieser 22-minütige Kurzfilm wurde von der US-Armee kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gedreht, um vor den Taktiken zu warnen, die Nazis anwenden, um an die Macht zu kommen. Es ist verblüffend, wie viele Parallelen es zu aktuellen politischen Entwicklungen gibt. Viel hat sich nicht geändert...
cronjob