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»Keine Regierung kämpft gegen den Faschismus, um ihn zu zerstören. Wenn die Bourgeoisie sieht, dass ihr die Macht aus den Händen gleitet, erhebt sie den Faschismus, um an ihren Privilegien festzuhalten.« Buenaventura Durruti Dumange

20. Todestag von Sébastien Briat

Sébastien Briat
Heute vor 20 Jahren kam Sébastien Briat beim Castortransport ums Leben. Der französischen Umweltschutzaktiviste war bei einer Blockade des Atommüllzuges von der Lokomotive erfaßt worden. Ausführliche Berichte und Stellungnahmen finden sich in der Gorleben Rundschau November 2004

Die Film-Collage "Erinnerung an Sébastien Briat" zeigt verschiedene Reaktionen auf die Todesnachricht 2004 und eine Erinnerungs-Mahnwache vor dem Berliner Hauptbahnhof am 07.11.2006:



(Hinweis auf die Collage via IndyMedia)

SternSternbrücke: Staatsanwaltschaft kriminalisiert Rettungsversuch von todgeweihten Stadtbäumen

Das Foto zeigt eine S-Bahn, die die Sternbrücke überquert. Darunter fahren Autos.
Foto © Stephan Pflug, Initiative Sternbrücke
Am morgigen Dienstag Verhandlung im Amtsgericht Altona, 05.11.24, 13 Uhr, Sitzungssaal 201, Max-Brauer-Allee 89

Stephan Pflug, 56, und Ivo Jaklic, 58, stehen am Dienstag vor Gericht. Der Vorwurf: Sachbeschädigung. Die beiden hatten im Januar 2023 in der Max-Brauer-Allee einige Bäume mit Signalfarbe markiert. Bäume, die 2025 ausschließlich für den Transport der neuen Sternbrücke gefällt werden sollen.

“Planfeststellungsverfahren sind abstrakt und Planungsunterlagen schwer zu lesen. Wenn wir die todgeweihten Bäume in der Max-Brauer-Allee sichtbar markieren, versteht jede:r unmittelbar, wieviel Stadtnatur zerstört wird, kann sich eine Meinung bilden und sich einmischen. Mit unserer Aktion wollen wir die Bäume retten,” so Pflug und Jaklic.

Seit mehr als 4 Jahren macht die Initiative Sternbrücke die überdimensionierte Sternbrücken-Planung von Senat und Bahn begreifbar und fordert eine Neuplanung. Zum Zeitpunkt der Baum-Aktion im Januar 2023 lag noch keine Baugenehmigung vor und ein Einfluss von Protesten auf die Planung war noch denkbar.

Entsprechend wurden bereits bei einer Demonstration im Oktober 2022 die Allee-Bäume symbolisch von Verkehrssenator Anjes Tjarks (als Maske) mit einer Motorsäge attackiert. Die Bäume an der Max-Brauer-Allee sind auch aktuell mit Kreuzen markiert und Plakaten behängt.

Zumindest eine alternative Planung, die ohne Fällung der Allee-Bäume auskäme, ist seit Jahren öffentlich bekannt; gleiches gilt für die Sanierung der Sternbrücke, die vom Denkmalamt der Kulturbehörde nach wie vor für richtig gehalten wird.

„Senat und Bahn wollen fast 90 Bäume für die schlecht geplante Monsterbrücke vernichten - die Hälfte ist bereits gefällt, weitere Fällungen sind für diesen Winter geplant. In der Stadtklimaanalyse 2023 der Umweltbehörde sind Max-Brauer-Allee und Brammerfläche als kritische Flächen gekennzeichnet, die im Sommer zu heiß werden. Bäume kühlen, spenden Schatten und sind für die Menschen vor Ort unverzichtbar,“ sagt Marlies Thätner, Sprecherin der Initiative Sternbrücke.

Seit im Februar 2024 die Baugenehmigung erteilt wurde, läuft die von der Initiative unterstützte Klage von Prellbock Altona e.V. gegen den Planfeststellungsbeschluss vor dem Oberverwaltungsgericht Hamburg. Ein Antrag auf Baustopp war im Mai abgelehnt worden, die Entscheidung in der Hauptsache steht noch aus. „Die Rettung der Bäume ist ein wesentlicher Grund für die Klage,“ erläutert Thätner.

Zum Verfahren gegen Pflug und Jaklic kommentiert Axel Bühler, Sprecher der Initiative Sternbrücke: „Der politische Konflikt um die Sternbrücke erreicht hier einen neuen Tiefpunkt. Die Staatsanwaltschaft hätte das Verfahren längst einstellen können. Es ist offensichtlich unsinnig, eine angebliche Sachbeschädigung von Bäumen anzuklagen, die aufgrund von Planungen von Senat und Bahn gefällt werden sollen. Wir können nur spekulieren: hier will Rot-Grün wirkungsvollen Protest von Bürger:innen mit Mitteln der Strafverfolgung unterbinden.“

Quelle: Pressemitteilung 04.11.2024

Mehr Information

BDI – Kongress der Klimakiller

Das Foto zeigt das Banner "BDI = Lobby der Klimakiller"
Foto: © Angelika Goder via Umbruch Bildarchiv (Ausschnitt)
Am 15. Oktober 2024 hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) im Futurium einen Klimakongress veranstaltet. Vor dem Tagungsort protestierten 120 Menschen gegen den Versuch der Industriebosse, sich als Klimaschützer darzustellen. Die Kundgebung der Klimaaktivist*innen, viele aus der serbischen Community in Berlin, hatte noch einen konkreten Anlass: die Solidarität mit dem Widerstand in Serbien gegen deninternationalen Bergbaukonzern Rio Tinto. Ausgerechnet in einer der fruchtbarsten, aber zugleich auch ärmsten Regionen im Jadar-Tal plant der Konzern, in großem Maßstab Lithium für den europäischen Markt aus der Erde zu holen.

Zu den Fotos beim Umbruch Bildarchiv.

Ausbuhen der BDI-Klimakonferenz „Nicht noch mehr Zerstörung durch die Klimakiller!“ (Aufruf zur Veranstaltung)

Am 15. Oktober veranstaltete der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) einen Klimakongress zur Notwendigkeit des Umbaus der deutschen Industrie. Zur Begründung heißt es: „Gebremstes Wachstum, schwächelnde Wettbewerbsfähigkeit – der Industriestandort Deutschland ist zunehmend mit den Symptomen einer strukturellen Krise konfrontiert.“ Für die Manager und Lobbyisten ist dabei die Hauptfrage: „Welche Transformationspfade führen in die Zukunft des Industriestandortes?“ und Wie können „ökonomisch tragfähige Projekte realisiert und Wachstum generiert“ werden? An erster Stelle soll im Rahmen der Dekarbonisierung der grundlegende Umbau hin zu einer „Wasserstoffwirtschaft“ vorangetrieben werden. Ziel ist außerdem, möglichst viele Industriesparten wie die Stahl-, Auto- und Chemieindustrie mit „klimaneutraler Energie“ zu versorgen und diese gewinnbringend zu produzieren.

Als Teil der Klimabewegung haben wir da erhebliche Einwände und Fragen:

Woher kommen die Rohstoffe?

Auf wessen Kosten geht der ökologisch und menschenrechtlich katastrophale Abbau von Lithium und den seltenen Erden?

Wo und unter welchen Bedingungen soll der Wasserstoff produziert werden?

Kann es überhaupt sozial- und klimaverträgliches Wachstum geben?

Die Rohstoffe für eine – angeblich – klimaneutrale Elektrifizierung der Industrie und des Verkehrs kommen vor allem aus China, Afrika und Lateinamerika. Für Batterien

zum Beispiel braucht es vor allem Lithium. Der Abbau von Lithium soll nun auch in Europa und hier vor allem in Serbien vorangetrieben werden.

Im Lithiumbergbau wird eine Unmenge giftiger Abfälle hinterlassen und sehr viel Wasser verbraucht. In Chile liegen die Lithiumvorkommen in einer der trockensten Regionen der Welt, in der Atacamawüste. Dort regt sich bereits massiver Widerstand der indigenen Bäuerinnen gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen.

In Serbien passiert gerade das gleiche. Die ARD-Tagesschau berichtete Anfang August von einer der größten Demonstrationen der letzten Jahre in Serbien. Sie richtete sich gegen den geplanten Lithiumabbau durch den berüchtigten Rio-Tinto-Konzern. Ausgerechnet in einer der fruchtbarsten, aber zugleich auch ärmsten Regionen, im Jadar-Tal, soll in großem Maßstab Lithium für den europäischen Markt aus der Erde geholt werden.

Kanzler Scholz besuchte vor ein paar Wochen die serbische Regierung und drängte den serbischen Staatspräsidenten Vucic, grünes Licht zu geben.

Grüner Wasserstoff – die neue Verheißung?

Im letzten Jahr waren ganze Ministerscharen des Bundeskabinetts auf Werbetour für die Produktion von grünem Wasserstoff in den Ländern des Südens. Es geht um die Bereitstellung von riesigen Flächen für Solarkollektoren oder Windkraftanlagen, um den begehrten grünen Wasserstoff „klimaneutral“ zu produzieren. Dass dabei die Landbevölkerung vertrieben wird bzw. der hohe Wasserverbrauch für die Wasserstoffproduktion ihre Ernährungsgrundlage zerstört, interessiert die Herren aus Berlin nicht.

In neokolonialer Arroganz forderte Kanzler Scholz schon vor zwei Jahren: „Wir können uns es nicht leisten, etepetete (sinngemäß: abwägend, rücksichtsvoll) zu sein“ und müssten eine „aktive Rohstoffstrategie“ entwickeln (so in einem Gespräch mit der ‚Süddeutschen Zeitung‘ am 16.12.22). Menschenrechte und verbriefte indigene Rechte gelten eben nicht, wenn es um die wirtschaftlichen Interessen der deutschen Industrie und um unseren verbrauchsintensiven Lebensstandard geht.

Dieser Lebensstandard ist jedoch auch durch eine Dekarbonisierung der Wirtschaft, das Ende der Verbrennung der fossilen Rohstoffe, Kohle, Gas und Öl, nicht mehr aufrecht zu halten.

Wenn es eine gerechte Zukunft für die Menschheit geben soll, muss vor allem in den Industrieländern, also in Nordamerika, Europa oder Ostasien, der Energieverbrauch drastisch reduziert und das Zeitalter des unbegrenzten Wachstums im Kapitalismus beendet werden. Armin Paasch von „Misereor“ bringt es auf den Punkt: „Das macht deutlich, dass wir eine sehr viel grundsätzlichere soziale und ökologische Transformation brauchen, dass wir dringend wegkommen müssen von diesem Wachstumspfad, von dieser Vorstellung, dass die Wirtschaft immer weiter in die Höhe wachsen kann und dass unsere Erde das verkraften könnte. Das wird einfach nicht funktionieren.“

Und: Damit nicht wie üblich die eh schon sozial Benachteiligten verzichten müssen, braucht es eine entschiedene Umverteilung der Einkommens-und Vermögensverhältnisse.

– Serbische und deutsche Klimaaktivist*innen –

Links

Mahnwache für Sébastien Briat

Sébastien Briat
Das Anti-Atom Plenum Hamburg ruft auf zur Mahnwache für Sébastien Briat der vor 20 Jahren durch einen CASTOR-Zug getötet wurde.

07.11.2024 - Bahnhof Lüneburg - 17:30 Uhr (damalige Castor-Strecke)

Sébastien Briat wurde im Rahmen des Widerstandes gegen den CASTOR-Transport getötet.

Am Sonntag, den 7. November 2004, um 14.35 Uhr wurde Sébastien Briat von einem CASTOR-Zug überfahren.

Wir trauern um Sébastien, unser Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen FreundInnen.

Uns verbindet der gemeinsame Widerstand gegen ein Herrschaftssystem, das menschenverachtend aus ökonomischen und politischen Interessen die Atomtechnologie durchsetzt.

Sébastien wollte mit einer Gruppe den CASTOR-Transport, der von der Atomfabrik La Hague zur Atom-Müllsammelstelle Gorleben unterwegs war, bei Avricourt in Frankreich aufhalten.

Die anti-AKW-Bewegung in Frankreich und in der BRD hatte dazu aufgerufen, sich diesem Transport zu „widersetzen“, sich „querzustellen“.

Eine Ver- und Behinderung der Atomtransporte stört die Atom-Energie-Produktion und damit auch die Produktion neuen Mülls empfindlich und demonstriert, dass das Atomprogramm politisch nicht akzeptiert wird.

Widerstandsaktionen, wie die der damaligen Aktionsgruppe von Sébastien Briat, sind für uns ein legitimer Beitrag zu dieser Auseinandersetzung.

Unsere Abscheu und unsere Wut und unser Widerstand richtet sich einmal mehr gegen die, die Tote billigend in Kauf nehmen, um ihre Machtinteressen durchzusetzen.

Auch in den vergangenen 20 Jahren haben wir, die Anti-Atom Bewegung, einiges erreicht. Die Abschaltung aller AKWs in Deutschland, kein Endlagerstandort in Gorleben, keine Kernbrennstofftransporte über die Häfen von Bremen und Hamburg …

Aber es wird weiter nach ungeeigneten Orten in der Welt für den strahlenden Atommüll gesucht. Wir kämpfen weiter, bis u.a. auch Gronau und Lingen stillgelegt sind und alle Atomtransporte eingestellt wurden.

Der Tod von Sébastien war und ist uns weiterhin Mahnung, an dem Kampf für ein menschenwürdiges Leben unbeirrt festzuhalten.

Kommt am 7.11.2024 nach Lüneburg. Zur gleichen Zeit werden sich französische Atomkraftgegner*innen am Bahnhof von Bar-Le-Duc in dem Meuse Département versammeln. Sébastien kam aus der Meuse (Maas).

Gemeinsame Anreise mit dem Zug: Hamburg Hauptbahnhof ME RE3 16:57 Gl. 13 A-C (Richtung Uelzen)

2004 / 2024 - Anti-Atom Plenum Hamburg

Gemeinsam Demokratie und Menschenrechte verteidigen! Für eine gerechte und solidarische Gesellschaft.

Logo des Paritätischen Gesamtverbandes: Ein Gleichheitszeichen in einem Quadrat. Daneben steht: Der Paritätische Gesamtverband. Das Wort PARITÄT ist hervorgehobenDas Bündnis "Zusammen für Demokratie" aus 69 zivilgesellschaftlichen Organisationen übt in einer gemeinsamen Stellungnahme Kritik an der einseitigen politischen Debatte über Migration und fordert stattdessen eine Politik der sozialen Gerechtigkeit und Integration:

Gemeinsam Demokratie und Menschenrechte verteidigen! Für eine gerechte und solidarische Gesellschaft.

Mit großer Sorge verfolgen wir die aktuellen gesellschaftlichen Debatten und insbesondere die Diskussion um Migration. Statt drängende Zukunftsfragen wie die Bildungskrise, die Wohnungsnot, den Fachkräftemangel und die notwendige Transformation zu einer klimaneutralen, sozialen Wirtschaft endlich nachhaltig zu beantworten, liegt der Fokus vor allem auf dem Thema Asyl.

Getrieben durch die extreme Rechte erleben wir immer häufiger Diskussionen und Haltungen, die auf Ausgrenzung und Abschottung zielen. Wir beobachten, dass das soziale Klima und der Umgang miteinander in der Bevölkerung immer rauer werden: Täglich ereignen sich Bedrohungen, Beleidigungen und rassistische, antisemitische und geschlechtsspezifische Angriffe mit existenziellen Folgen für die Betroffenen.

Angesichts der erschreckenden Wahlerfolge der AfD und der Bedrohung unserer Demokratie braucht es mehr denn je eine einende Politik, die gesellschaftliche Spaltung bekämpft, einen sachlichen politischen und gesellschaftlichen Dialog fördert und nach einer differenzierten Lösung für drängende Probleme sucht. Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam die großen Herausforderungen erfolgreich meistern können.

Das gilt auch für die gesellschaftlichen Fragen, die aus Migration und Flucht entstehen. Diese wollen wir pragmatisch und lösungsorientiert angehen, etwa durch eine wirksame Unterstützung der Kommunen und den Abbau von Hürden auf dem Weg zu gelingender Integration.

Das Recht auf Asyl zu untergraben und die Menschenrechte von Geflüchteten einzuschränken stellt hingegen keine Lösung dar und widerspricht dem europäischen Gedanken, dem europäischen Recht und dem deutschen Grundgesetz. Besonders müssen wir die Würde von Menschen wahren, die auf Schutz angewiesen sind.

Die aktuellen Entwicklungen werden insbesondere von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte mit großer Sorge wahrgenommen. Manche denken sogar darüber nach, Deutschland für immer den Rücken zu kehren. Fast wirkt es, als würde das zynische Kalkül der politischen Kräfte, die auf „Remigration“ setzen, aufgehen.

Allen Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit müssen wir entschieden entgegentreten. Rassismus, Antisemitismus und Muslimfeindlichkeit dürfen in einer weltoffenen Gesellschaft nicht salonfähig werden!

Im Bündnis "Zusammen für Demokratie" treten wir, 69 zivilgesellschaftliche Organisationen, gemeinsam für die unteilbaren Menschenrechte, für soziale Gerechtigkeit und eine klimagerechte Zukunft ein. Uns verbindet die Überzeugung, dass jeder Mensch die gleiche Würde hat. Wir setzen uns ein für das Recht eines jeden Menschen auf ein gutes und friedliches Leben in einer gesunden Umwelt – auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen, angemessenen Wohnraum, auf gute Bildung und Gesundheitsversorgung, auf freie Religionsausübung. Die im Grundgesetz verankerte Menschenwürde und der Schutz vor Verfolgung sind für uns nicht verhandelbar.

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste ● Alhambra Gesellschaft ● Amadeu Antonio Stiftung ● Anthropoi Bundesverband ● Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd) ● Arbeit und Leben e.V. ● Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ● Arbeiterwohlfahrt (AWO) Bundesverband ● Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten ● Attac Deutschland ● Brot für die Welt ● Bund der Freien Waldorfschulen e.V. Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) ● Bundeskonferenz der Migrant*innenorganisationen (BKMO) ● Bundesverband Mobile Beratung ● Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e. V. (bvkm) ● Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) ● CLAIM Allianz gegen Muslimfeindlichkeit ● Campact e.V. ● Dachverband Gemeinde- psychiatrie ● Dachverband der Migrant*innenorganisationen in Ostdeutschland (DaMOst) ● Der Kinderschutzbund Bundesverband ● Der Paritätische Gesamtverband ● Deutsche Bischofskonferenz ● Deutsche Sportjugend im Deutschen Olympischen Sportbund e.V. ● Deutscher Alpenverein (DAV) ● Deutscher Bundesjugendring ● Deutscher Caritasverband ● Deutscher Frauenrat ● Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) ● Deutscher Kulturrat ● Deutscher Mieterbund ● Deutscher Naturschutzring ● Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) ● Deutscher Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e. V. ● Deutscher Volkshochschul-Verband e.V. ● Deutsches Jugendherbergswerk (DJH), Hauptverband für Jugendwandern und Jugendherbergen e. V. ● Deutsches Kinder- hilfswerk e. V. ● Diakonie Deutschland ● Digitalcourage e. V. ● Evangelische Kirche in Deutschland ● Forum Menschenrechte ● Fußball stiftet Zukunft e. V. ● Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland e.V. ● Greenpeace Deutschland ● Internationale Jugendgemeinschafts- dienste (IJGD) ● Katholische Erwachsenenbildung Deutschland ● Klima- Allianz Deutschland ● LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt ● Landes- feuerwehrverband Rheinland-Pfalz ● Netzwerk für Demokratie und Courage e. V. ● neue deutsche organisationen – das postmigrantische netzwerk (ndo) ● Pro Asyl ● Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein ● Sozialverband Deutschland ● Sozialverband VDK Deutschland ● Stiftung gegen Rassismus ● Terre des Hommes ● Türkische Gemeinde in Deutschland e. V. ● VBRG - Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V. ● Verband binationaler Ehen und Partnerschaften ● Verein für Demokratische Kultur in Berlin (VDK) ● Vereinigung demokratischer Juristinnen und Juristen e. V. ● Volkssolidarität ● Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ● Zentralrat der Juden in Deutschland ● Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

Mehr Informationen: ww.zusammen-fuer-demokratie.de

Quelle: Stellungnahme 17.10.2024 (PDF)


Der Ordnung halber: Linkliste aktualisiert

Seit ewigen Zeiten wollte ich mal die Linkliste mit einer kleine Auswahl Webseiten, die wir zur Beachtung empfehlen, aus"misten" und aktualisieren sowie ein paar neue Links hinzufügen. [X] Erledigt.


Brechen in den Mediatheken bald dunklere Zeiten für Wissenschaftsjournalismus an?

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll "sparen" - und eine mögliche Zusammenlegung von Sendern wie ARTE und @3sat sorgt für Besorgnis. Mehr als 10.000 Stellungnahmen zu den Reformplänen sind eingegangen. Auch die Kommunikationsverantwortlichen der Helmholtz-Gemeinschaft haben sich klar positioniert, was wir nachfolgend dokumentieren:

Die Grafik zeigt auf einer Landkarte von Deutschland die Lage der Helmholtz-Zentren
Lage der Helmholtz-Zentren in Deutschland
Sehr geehrte Rundfunkkommission,
Mit diesem Schreiben wenden sich die für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit Verantwortlichen der Helmholtz-Gemeinschaft und ihrer Forschungszentren an Sie. Unsere 18 Zentren mit zirka 45.000 Beschäftigten sind durch Bund und Länder finanzierte außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Thematisch forschen wir in den sechs Bereichen: Gesundheit, Erde und Umwelt, Energie, Materie, Information sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Wir befassen uns mit den großen und drängenden Fragen der Gesellschaft und entwickeln hierfür nachhaltige Lösungsansätze für morgen und übermorgen.

Mit großer Sorge und großem Unverständnis haben wir von Ihren Plänen gehört, die Sender 3Sat und Arte zusammenzuschließen. Das Programm von zwei Sendern soll auf einen Sender komprimiert werden. Gewöhnlich heißt das: 50 Prozent des Programms entfallen.

In diesem Fall heißt das, es wird bei Sendern gekürzt, die ganz gezielt Aufgaben wahrnehmen, die nur der öffentlich-rechtliche Rundfunk bedient. Dazu gehört auch die Berichterstattung aus der Wissenschaft. Wenn die tägliche Wissenschaftsberichterstattung in NANO, die Wissenschaftsdoku Wissenhoch2, Scobel, u.v.m. auf der Strecke zu bleiben, erfüllt uns das mit großer Sorge. Die qualitativ hochwertige und seriöse Kommunikation von Wissenschaft ist ein Grundpfeiler unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft und unseres Wohlstands.

Wie wichtig es ist, nicht nur wissenschaftliche Fakten, sondern auch den wissenschaftlichen Erkenntnisprozess dem Publikum näher zu bringen, haben wir während der Pandemie gesehen und erleben es im Zeitalter von Fake News und „gefühltem“ Wissen und Halbwissen täglich. Gerade in den Sozialen Medien hat die sachliche und kritisch einordnende Berichterstattung über Wissenschaft immer häufiger keine Chance gegen die Logik der skandalisierenden Desinformation. Gute Berichterstattung über Wissenschaft braucht deshalb ein verlässliches Zuhause in den öffentlich-rechtlichen Sendern.

Wir schreiben Ihnen, weil Sie mit der Zusammenlegung der Sender einen gefährlichen Trend weiterbefördern: den Abbau von Expertise in den Medien. So wie Wirtschaft, Politik, Sport und Kultur benötigt auch die Wissenschaft eine valide mediale Begleitung. So wie andere Quellen produzieren auch wir (und andere Akteure) eine Vielzahl von Informationen. Wer aber ordnet diese ein, kuratiert und hinterfragt? Wenn kompetente Wissenschaftsredaktionen in den öffentlich-rechtlichen Medien abgebaut und auch freie Wissenschaftsjournalisten nicht mehr nachgefragt werden, wird die Expertise in den Medien einen erheblichen Schaden nehmen.

Aus unserer Sicht müsste das Gegenteil von Abbau passieren: In einer immer komplexer werdenden Welt muss mediale Wissenschafts-Expertise eher aufgebaut werden. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat hier einen medienpolitischen Auftrag. Redaktionen brauchen in ihren Reihen wissenschaftsjournalistische Kompetenz, um unwissenschaftliche Behauptungen in gesellschaftspolitischen Debatten seriös und aus eigener Urteilskraft hinterfragen oder einordnen zu können.

Wir brauchen mehr Formate und mehr Journalist:innen die den komplexen Prozess des Erkenntnisgewinns verstehen und medienadäquat vermitteln können: unterhaltsam und spannend, einordnend und fragend. Unsere Medienlandschaft braucht Journalist:innen, die in der Lage sind, Wissenschaftler:innen und Personen, die sich als solche ausgeben, die richtigen Fragen zu stellen. Die in der Lage sind, neue Formate zu entwickeln und in den modernen neuen Medien agieren können. Die ein Netzwerk zu Wissenschaftler*innen haben und auch anderen Fachredaktionen zuarbeiten können. Dies zu gewährleisten, ist Ihre Aufgabe. Eine Reduktion von bestehenden wissenschaftsjournalistischen Sendungen und Formaten bewirkt das Gegenteil.

Mit freundlichen Grüßen,
Ina Helms (HZB), Vorsitzende des Arbeitskreises Presse der Helmholtz-Gemeinschaft

Im Namen von Presse- und Öffentlichkeitsarbeits-Verantwortlichen folgender Zentren:

• Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), Roland Koch
• Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY, Maike Bierbaum
• Deutsches Krebsforschungszentrum, Sibylle Kohlstädt
• Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), Sabine Hoffmann
• Forschungszentrum Jülich, Anne Rother
• GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Anna Niewerth.
• Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB), Ina Helms
• Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR), Simon Schmitt
• Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), Susanne Thiele
• Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Doris Wolst
• Helmholtz-Zentrum Hereon, Torsten Fischer
• Helmholtz-Zentrum Potsdam - Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ, Josef Zens
• Max Delbrück Center, Jutta Kramm
• Helmholtz-Gemeinschaft (Geschäftsstelle), Sebastian Grote

Quelle (PDF)

Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e. V. ist die größte deutsche Organisation zur Förderung und Finanzierung der Forschung und mit rund 45.000 Mitarbeitern sowie einem Budget von 6 Milliarden Euro eine der größten wissenschaftlichen Forschungsorganisationen der Welt. Wikipedia

CIRCUITO: Auf Sendung bleiben!

Unterstützt die technische Ausbildung für kommunitäre, alternative Radios in Mittelamerika!

Seit 20 Jahren ist die Arbeit von COMPPA dank der Unterstützung von verschiedenen internationalen Organisationen und Einzelpersonen möglich, die unsere Vision teilen: Eine partizipative, demokratische und von der Basis ausgehende Kommunikation und der Aufbau von eigenen Kommunikationsmedien sind Schlüsselelemente zur Stärkung der Autonomie und der Kämpfe indigener Gemeinschaften und Basisorganisationen.

Für viele Dörfer und Organisationen ist die Kommunikation von unten (comunicación popular) ein wichtiges Werkzeug in ihren Kämpfen zur Verteidigung von Mutter Erde und ihren Rechten als indigene Gemeinschaften. Kommunitäre, von Gemeinden oder Organisationen verwaltete und betriebene Radiosender informieren, organisieren und sensibilisieren die Bevölkerung, um sich für einen gesellschaftlichen Wandel und eine Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse einzusetzen. Durch die Ausübung ihres Rechtes auf Meinungs- und Informationsfreiheit verteidigen sie das Leben gegen die Zerstörung und Bedrohungen durch wirtschaftliche Interessen und räuberische und korrupte Politik. Deshalb verstärken wir durch COMPPA ihre Worte und Stimmen.

Wir begleiten Organisationen und Gemeinden bei der Entwicklung von Kommunikationsstrategien, bei der Anwendung und Aneignung von Technologien und beim Aufbau eigener Kommunikationsmedien.

Mehr über unsere Aktivitäten findest du auf unserer Homepage.

Mit deiner Unterstützung trägst du zur Realisierung der folgenden Aktivitäten bei:

CIRCUITO ist eine Initiative für eine kontinuierliche technische Aus- und Weiterbildung für kommunitäre Radios in Mittelamerika, mit dem Ziel deren Autonomie und Betrieb, sowie die Zusammenarbeit von lokalen Technikern*innen zu stärken. Weitere Informationen.


Die gespendeten Mittel werden für die folgenden Aktivitäten verwendet:

• Drei Workshops und Treffen in Mexiko, Guatemala und Honduras für lokale Techniker*innen.

• Zwei 8-wöchige Fernlehrgänge zu Elektrizität und zu Wartung und Installation von Radioantennen.

• Redaktion eines neuen Handbuches für kommunitäre Radios mit technischen Schwerpunkt. Dieses Handbuch ist Teil der Serie Sembrando Voces und wird kostenlos für kommunitäre Radiosender und andere interessierte Kollektive und Organisationen zugänglich sein.

• Die Durchführung regelmäßiger Treffen für den Austausch und die gegenseitige Unterstützung zwischen Techniker*innen, Radiosendern und Organisationen um gemeinsame Strategien und Aktivitäten zu planen.

An den Aktivitäten beteiligen sich 30 lokale Techniker*Innen die in indigenen und kleinbäuerlichen Gemeinden und Organisationen aktiv sind. Ziel ist es, technische Probleme in Radiostationen zu vermeiden, zu erkennen und zu beheben. Unter anderem werden in den Workshops und Kursen Grundkenntnisse zu Elektrizität und Radiotechnik und der Umgang mit Werkzeugen und Messgeräten zur Wartung und Reparatur von Geräten vermittelt. Außerdem soll die technische Dokumentation und der Zugang zu Bildungsmaterialien in den Radiosendern verbessert werden. Die Aneignung dieses Wissens fördert die technische Unabhängigkeit der Radiosender und trägt dazu bei, dass diese auf Sendung bleiben, ihren Betrieb verbessern und Kosten senken.

Für die Durchführung dieser Aktivitäten benötigen wir noch 10.000 USD.

Hilf uns, unser Ziel zu erreichen!
Wir laden dich ein, diese Kampagne zu unterstützen, indem du sie weiterverbreitest und/oder einen Beitrag leistest. (Die Höhe spielt keine Rolle, jede*r nach seinen/ihren Möglichkeiten).

SPENDENKONTO:
Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V.
Stadtsparkasse München
IBAN: DE65 7015 0000 0056 1762 58
Betreff: comppa (in das Bemerkungsfeld)


Quelle: PCI / Via Chiapas98 Liste


79. Jahrestag - Hiroshima mahnt

Heute ist der 79. Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima. Eine besondere Bedeutung erfährt dieser Tag durch die aktuellen Bestrebungen, ab 2026 weitreichende Waffensysteme wie Raketen des Typs Standard Missile 6 (SM-6), nuklear bestückbare Marschflugkörper des Typs Tomahawk sowie hypersonischen Waffen in Deutschland durch die US- und Bundesregierung. Das Netzwerk Friedenskooperative stellt eine umfangreiche Übersicht zu den Aktivitäten rund um die Gedenktage zur Verfügung. Aktuell finden sich in dem Terminkalender mehr als 80 Veranstaltungen bundesweit. Beteilige dich an den Aktionen! Hier findest du alle Infos und Termine:

Es waren nur wenige Wochen zwischen dem ersten Atomtest im US-Bundesstaat New Mexico und dem ersten Praxistest in Hiroshima. Am 16. Juli 1945 war die im Manhattan-Projekt entwickelte Atombombe auf dem Testgelände bei Alamogoro gezündet worden; ihre Sprengkraft betrug 21 Kilotonnen TNT. Die Explosion war erfolgreich, aber über die tödliche Wirkung konnte der Test nichts Definitives aussagen. 20 Tage später detonierte die 12,5-Kilotonnen-Bombe mit dem niedlichen Namen "Little boy" in Hiroshima, drei Tage später eine weitere Bombe namens "Fat Man" über Nagasaki. Die Wirkung der Bomben war kolossal: Zwischen 90.000 und 200.000 Menschen starben unmittelbar. Weitere 130.000 Menschen starben bis Jahresende. Bis 1950 war die Zahl der Spätopfer in beiden Städten auf insgesamt 230.000 gestiegen. Strahlenopfer sind auch heute noch in der dritten Generation zu beklagen.

„Der obige Befehl ergeht an Sie auf Anweisung und mit Zustimmung des Kriegsministers und des Generalstabschefs der amerikanischen Streitkräfte.“

(Befehl an den General Carl Spaatz, Oberkommandierender der amerikanischen strategischen Luftwaffe für den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima)

„Ich habe nie bereut und mich nie geschämt, denn ich glaubte damals, dass ich meine patriotische Pflicht tat, als ich den Befehlen folgte, die man mir gab.“

(Oberst Paul W. Tibbets, der die Atombombe über Hiroshima ausklinkte)

Der Atompilz über Hiroshima fotografiert aus dem Heck der Enola Gay

Bildquelle: WikiPedia

Obwohl Japan zum damaligen Zeitpunkt militärisch bereits am Ende war, nahm die U.S. Militärführung unter der Führung von US-Präsident Truman zehntausende von Opfern in Kauf: 140.000 starben bis Ende 1945 an den Folgen des Abwurfs.

Der zweite Atombombenabwurf auf Nagasaki geschah drei Tage später, am 9. August 1945. Die Opfer steigerten sich dadurch auf über 250.000.

Opfer des Atombombenabwurfs in Hiroshima

Bildquelle: WikiPedia

Lesetipps zum Thema vom Lebenshaus Alb:
"Der Fluss war voll von toten Menschen und ich konnte die Wasseroberfläche überhaupt nicht mehr sehen"
"Ich fühlte, dass die Stadt Hiroshima auf einen Schlag verschwunden war"
Was den Menschen von Hiroshima und Nagasaki Grauenhaftes widerfahren ist
Nacht der 100.000 Kerzen zum Hiroshimatag - “Verhängnisvollste Erfindung der Menschheitsgeschichte-

Siehe auch:
"Erklärung der Weltkonferenz gegen Atomwaffen 2010", dokumentiert bei der "jungen Welt"
Democracy Now! Archive zu Hiroshima und Nagasaki
• Die Geschichte von Shin's Dreirad


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