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»In der ganzen Naturgeschichte kenne ich kein ekelhafteres Lebewesen als die Sozialdemokratische Partei.« Gustav Landauer

Tod nach Abschiebung - Warum nahm sich Wadim K. das Leben?

Der Dokumentarfilm "WADIM" zeigt die Geschichte eines jungen Mannes, der mit sechs Jahren als Flüchtling nach Deutschland kam, hier aufwuchs und integriert war, trotzdem aber mit 18 Jahren von seiner Familie getrennt und in ein ihm fremdes Land abgeschoben wurde. Fünf Jahre später nahm sich Wadim in Hamburg das Leben.

Der Film, der mehrere Preise erhalten hat und in vielen deutschen Städten sowie in der ARD lief, wurde von Carsten Rau und Hauke Wendler drei Jahre nach seiner Entstehung aktualisiiert und vollständig überarbeitet. Ergänzt um ein langes und sehr eindringliches Interview mit Wadims Bruder Georg, der jeder Medienöffentlichkeit stets skeptisch gegenüber gestanden wird die erschütternde Dokumentation über die Folgen der zutiefst rassistischen "Integrationsdebatte" am Montag den 13. Mai um 22 Uhr im NDR ausgestrahlt.

TOD NACH ABSCHIEBUNG (44 Min., PIER53/NDR 2013)
Eine Dokumentation von Carsten Rau und Hauke Wendler
Erstausstrahlung: Montag, 13.05.13, 22:00 Uhr im NDR

Blogkino: Jay Can Do It (1965)

Heute werden wir in unserer Reihe Blogkino mal wieder pädagogisch.In "Jay Can Do It" lernt der gleichnamige 11jährige Held, wie er seine Interessen gemeinsam mit seinem Bruder auslebt. Also so die Klassiker; Baumhaus bauen, Kuchen backen und Ostereier bemalen. Spielen ist eben die Vorwegnahme der Lohnarbeit.

kritisch-lesen.de Nr. 28: Sport - Zwischen Unterwerfung und Emanzipation

Glasmosaik "Sport" von Eduard Bargheer
Foto: Michael Gäbler
Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported
Profisport. Freizeitsport. Breitensport. Leichtathletik. Ski fahren. Tischtennis. Sport ist Mord. Sportschau gucken. Männersport. Rad fahren. Badminton. Extremsport. Sportskanone. Unsportlich. Sporthalle. Sportgeschäft. – Sport ist, wie diese kurze Aufzählung zeigt, vor allem sehr vielschichtig und unübersichtlich, eine klare Bestimmung dessen, was ihn ausmacht, ist schwer zu treffen. Ausbruch aus oder Bestätigung der bestehenden Unterdrückung? In jedem Falle ist Sport ein Spiegel der jeweiligen Verhältnisse, in denen er stattfindet. Wir versuchen in dieser Ausgabe, zumindest einige seiner Aspekte näher zu beleuchten.

In diesem Schwerpunkt stellen wir drei (Auto)Biografien und drei wissenschaftliche Beiträge vor, die sich dem breiten Themenfeld aus unterschiedlichen Perspektiven nähern. Die Autobiografie „Mir wird nichts geschenkt“ von Susi Kentikian, der mehrfachen Profi-Boxweltmeisterin, bewertet die Rezensentin Cora Schmechel als gute Möglichkeit, sich mit der Verwobenheit deutscher Asylpolitik, Geschlecht und Sport auseinanderzusetzen, wenn die Lesenden bereit sind, mit einer gewissen Abstraktionsleistung an die Lektüre zu gehen. Die Rezension „Deutscher Faustkampf“ beschäftigt sich ebenfalls mit dem Boxsport. Bente Gießelmann kommt darin zu dem Schluss, dass es sich bei der Doppelbiografie des Sinto und Boxers Johann Trollmann und des SS-Manns und Fußballers Otto Harder um ein wichtiges Buch handelt, da es eine Geschichte der Verfolgung von Sinti und Roma im Nationalsozialismus erzählt. Mit „Die Brüder Boateng – Drei deutsche Karrieren“ bespricht Moritz Merten eine dritte Sportbiografie. Wie schon Cora Schmechel in ihrer Besprechung zur Boxweltmeisterin Kentikian, hebt auch Merten kritisch auf die dort romantisierte Erfolgsgeschichte und liberale Lüge des „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ ab. Neben dem Buch über die Boateng-Brüder steht ein weiteres Fußball-Buch im Mittelpunkt. Im Sammelband „Fussball, deine Fans: Ein Jahrhundert deutscher Fankultur“ geht es allerdings nicht in erster Linie um die Sportler_innen, sondern um ihre Fans. Der Rezensent Jan Tölva sieht das Ziel des Buchs, eine umfassende Darstellung deutscher Fankultur zu leisten, als gescheitert an. Martin Brandt kritisiert in seiner Rezension „Sport und Feminismus“ der Sport-Ausgabe der Feministischen Studien die feministische Vereinseitigung von Sport als Körperdisziplinierung. Schließlich lobt Laura Janßen die bereits 1989 erstveröffentlichte Dissertation „Zwischen Turnschuh und Stöckelschuh“ als einen wenn auch nicht widerspruchsfreien, so doch wichtigen Beitrag zur lesbisch-feministischen Sportgeschichtsschreibung.

An unsere letzte Ausgabe erinnert in den weiteren Rezensionen das Thema des neu erschienenen Sammelbands „Banale Kämpfe? Perspektiven auf Populärkultur und Geschlecht“. In „Geschlecht in Pop revisited“ hebt peps perdu deren gelungene intersektionale Analysen hervor. Auch die Besprechung von Toni und Slade Morrisons „Die Kinderkiste“ knüpft an das Thema einer vergangenen kritisch-lesen-Ausgabe an: Die Rezensentinnen betrachten das Kinderbuch der Pulitzer-Preisträgerin und ihres Sohnes durch die Anti-Bias-Lupe. Ein von Sibille Merz rezensierter Sammelband des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung nimmt diskursive Verschiebungen in der Artikulation von Rassismen in den Blick. Sebastian Friedrich stellt abschließend einen Band zum Verhältnis von politischer Bildung und Befreiung vor, das erfreulicherweise den Faden zu einem traditionell linken Auseinandersetzungsfeld wieder aufnimmt.

Vor fast genau zwei Jahren am 31.03.2011 startete das Projekt kritisch-lesen.de. 27 Ausgaben später gibt es uns immer noch – auch dank der Unterstützung durch unseren Autor_innen- und Sympathisant_innenkreis sowie durch andere vernetzungsfreudige Medienmacher_innen. Zwei Neuigkeiten wollen wir euch zum Jubiläum mitteilen: Wir freuen uns, dass seit Januar 2013 Sara Madjlessi-Roudi und Martin Brandt Teil der Redaktion sind. Außerdem wird ab sofort kritisch-lesen nur noch vierteljährlich statt bisher monatlich erscheinen – wundert euch also nicht, wenn ihr im Mai und Juni nichts von uns hört. Die nächste Ausgabe wird am 2.7. erscheinen und sich mit Neoliberalismus und seinen Einflüssen auf verschiedene gesellschaftliche Bereiche beschäftigen. Der neue Rhythmus ermöglicht uns, die jeweiligen Schwerpunkte intensiver und zufriedenstellender vorzubereiten. Auch möchten wir in Zukunft aus repräsentationstechnischen Gründen verstärkt weibliche Autor_innen dazu ermutigen, bei uns Rezensionen einzureichen.


Zur vollständigen Ausgabe.

Rap gegen Repression - Pyro One und Microphone Mafia

Am Freitag den 5. April macht Pyro One auf seiner Apriltour Halt im Linken Zentrum Lilo Herrmann in Stuttgart – Heslach. Der Berliner Rapper verbindet persönliches, politisches und soziales mit einer gehörigen Portion Wut zu stets treibenden und basslastigen Klängen. Mit im Gepäck hat er Leiji One und Christian von den Kaput Krauts an den Drums. Außerdem werden an diesem Abend das multilinguale Ensemble der Microphone Mafia auf der Bühne stehen. Musik ist für sie international, ein internationales Sprachrohr um Menschen zusammen zu führen und das leben sie auch außerhalb ihrer Alben und Konzerte.

Der gesamte Erlös des Abends kommt dem so genannten Arbeitskreis Kesselklage zu gute, der zur Zeit politisch und juristisch gegen die kriminalisierung von AntifaschistInnen vorgeht. Am 1. Mai 2011 wurden mehrere hundert NazigegnerInnen, die einen überregionalen Neonaziaufmarsch verhindern wollten am Heilbronner Hauptbahnhof ohne ersichtliche Gründe gekesselt und mussten den ganzen Tag in einem „Freiluftkessel“ verbingen, während 4000 Cops den Nazis die Straßen frei machten.

Infos: www.kesselklage.wordpress.com

Linkes Zentrum Lilo Herrmann, Böblinger Str. 105, 70199 Stuttgart

U1 + U14 und Bus 42, Haltestelle Erwin Schöttle Platz

+++Aftershowparty  mit elektronischer Musik von DJ Fusznoten und P2K+++

Blogkino: To New Horizons (1940)

Heute in unserer Reihe Blogkino: "To New Horizons". Wie der letzen Dienstag gezeigte Film "The Middleton Family at the New York World's Fair" stellt auch dieser Propagandastreifen eine Attraktion der New Yorker Weltausstellung von 1939 vor: das Futurama. Hier erwartete den Besucher ein Einblick in die Welt des Jahres 1960 und die erhofften Segnungen des technischen Fortschritts.

trueten.de macht die Pforten dicht!

Liebe LeserInnen,
zum heutigen Tag beenden wir unsere Aktivitäten auf diesem Blog und in diesem Land. Wir haben ein Wohnangebot bekommen, zu dem wir nicht "NEIN" sagen konnten. Leider ist dies mit einem fehlenden Internetanschluss verbunden, da die Leitung von Vayrac zu unserem Server zu lang geworden wäre.

Unser neues Domizil
Foto: Michel Chanaud
Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Unported


Zuletzt bearbeitet am 18.07.2026 08:10
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