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Buga 2031: Ladenhütertermin für Wuppertal

Von Sebastian Schröder, Mitglied in der Bezirksvertretung Elberfeld-West für Die Linke

Das Foto zeigt ein zwischen zwei Bäumen gespanntes gelbes Transparent mit der Aufschrift "BUGAsoNICHT", einem QR Code zur <a href=Webseite und dem weiteren Text "Großflächige Erdbewegungen für befestigte Wege für bis zu 40000 Besucher täglich im Landschaftsschutzgebiet Königshöhe" sowie neben Spiegelstrichen "Abholzung von altem Baumbestand (älter als 120 Jahre)" und "Verdichtung und Versiegelung von Flächen". Darunter "Schluß mit der Idylle für Tier und Mensch!" Daneben ein Foto eines Kippladers, der an einem Waldrand von einem Bagger mit Erdaushub beladen wird.">
Foto: Sebastian Schröder
Die Buga 2031 in Wuppertal wird es schwer haben…

In unmittelbarer Nähe findet die grosse Internationale Gartenausstellung IGA 2027 in der „Metropole Ruhr“statt, mit den Hauptstandorten Dortmund, Duisburg und Gelsenkirchen, unter dem Motto „Das Ruhrgebiet blüht auf“.

Die Buga 2029 wird den Rhein zwischen dem Deutschen Eck in Koblenz und Rüdesheim präsentieren, das „Welterbe Oberes Mittelrheintal“.

Die Buga 2033 in Dresden hat sich das Motto „Trümmerareale erwachen zu lebendigen Grünräumen“ gestellt.

Wuppertals Problem-Buga ist also eingequetscht zwischen den touristischen Megahotspots Deutscher Rhein und Elbflorenz.

Tourist:innen aus aller Welt werden nach Rheinland-Pfalz / Hessen und nach Sachsen reisen, aber wie viele Menschen kommen nach Elberfeld-West und Vohwinkel?

Für Wuppertal bleibt nur der unbeliebte Ladenhütertermin 2031.

Wuppertal bekommt nicht nur einen Ladenhüter.

Das jetzige Konzept der Buga 2031 ist auch ein Ladenhüter.

Massive Verschuldung, unmäßige Umwelt- und Klimazerstörung und extreme Verkehrsprobleme werden durch diese Buga verursacht.

Deshalb fordern die Kritiker:innen seit Jahren:

Die Buga 2031 absagen – um explodierende öffentliche Armut und Not zu verhindern!

Die Buga 2031 absagen – um das ökologisch wichtige Landschaftsschutzgebiet Königshöhe zu retten!

Die Buga 2031 absagen – um den Verkehrsinfarkt im Wuppertaler Westen zu verhindern!

Der Stadtrat von Rostock hat 2022 die Notbremse gezogen und die nicht realisierbare Buga 2025 schliesslich abgesagt – das kann Wuppertal auch!

Statement zur Räumung des Wasserwaldes

Das Foto zeigt zwei Personen, die mit dem Rücken zu/m/r Betrachter:In auf einen Waldweg schauen. Die linke Person hat ein Tuch um den Kopf gebunden, die Rechte eine dunkle Strickmütze auf. Beide sind in Fleece Jacken gekleidet im Vordergrund liegt ein Rucksack, an den sich die linke Person anlehnt. Die rechte Person hat den Arm um die linke gelegt. Über dem Foto ist der Text "Statement zur Räumung des Wasserwalds" zu lesen.
Foto: Telegram
Wir dokumentieren das Statement zur Räumung des Wasserwaldes:

Knapp 9 Monate nachdem wir unseren bunten vielfältigen Protest in Wasserwald begonnen haben sind heute mit die letzten Menschen von unseren Strukturen geräumt worden und die Zerstörung eines Orts des Protests, der Organisierung, des Schutz der Natur, der Freund*innenschaft und der Überzeugung für den Systemwandel hat begonnen. Wir sind traurig, wütend und fassungslos, dass ein weiterer Freiraum für Profite, Kapital und Interessen von reichen Faschisten wie Elon Musk vernichtet wird. Wieder einmal zeigt der Staat seine hässliche Fratze: All das muss zerstört werden, was sich seinem Regelungs- und Kontrollwahn auch nur ansatzweise entzieht und als Alternativen zu seinem System existiert.

Wir haben in den letzten Monaten gelernt, gefeiert, gebaut, erfolgreiche Aktionen durchgeführt und am aller wichtigsten: eine Gemeinschaft gefunden, die uns das kapitalistische System nicht nehmen kann.

Wir sind dankbar für den Besuch und Austausch von Freund*innen und Genoss*innen aus der ganzen Welt, mit denen wir gemeinsam für das gute Leben für alle kämpfen!

Der Wasserwald im Kampf gegen Tesla wurde heute geräumt, aber es bleiben unsere Träume, unser Wille, Natur und Wasser vor Profit und Wirtschaft zu schützen und vor allem macht es uns nur stärker, uns zu widersetzen, zu besetzen, solange es eben heißt: Profit over People und nicht People over Profit!

Quelle
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20. Todestag von Sébastien Briat

Sébastien Briat
Heute vor 20 Jahren kam Sébastien Briat beim Castortransport ums Leben. Der französischen Umweltschutzaktiviste war bei einer Blockade des Atommüllzuges von der Lokomotive erfaßt worden. Ausführliche Berichte und Stellungnahmen finden sich in der Gorleben Rundschau November 2004

Die Film-Collage "Erinnerung an Sébastien Briat" zeigt verschiedene Reaktionen auf die Todesnachricht 2004 und eine Erinnerungs-Mahnwache vor dem Berliner Hauptbahnhof am 07.11.2006:



(Hinweis auf die Collage via IndyMedia)

SternSternbrücke: Staatsanwaltschaft kriminalisiert Rettungsversuch von todgeweihten Stadtbäumen

Das Foto zeigt eine S-Bahn, die die Sternbrücke überquert. Darunter fahren Autos.
Foto © Stephan Pflug, Initiative Sternbrücke
Am morgigen Dienstag Verhandlung im Amtsgericht Altona, 05.11.24, 13 Uhr, Sitzungssaal 201, Max-Brauer-Allee 89

Stephan Pflug, 56, und Ivo Jaklic, 58, stehen am Dienstag vor Gericht. Der Vorwurf: Sachbeschädigung. Die beiden hatten im Januar 2023 in der Max-Brauer-Allee einige Bäume mit Signalfarbe markiert. Bäume, die 2025 ausschließlich für den Transport der neuen Sternbrücke gefällt werden sollen.

“Planfeststellungsverfahren sind abstrakt und Planungsunterlagen schwer zu lesen. Wenn wir die todgeweihten Bäume in der Max-Brauer-Allee sichtbar markieren, versteht jede:r unmittelbar, wieviel Stadtnatur zerstört wird, kann sich eine Meinung bilden und sich einmischen. Mit unserer Aktion wollen wir die Bäume retten,” so Pflug und Jaklic.

Seit mehr als 4 Jahren macht die Initiative Sternbrücke die überdimensionierte Sternbrücken-Planung von Senat und Bahn begreifbar und fordert eine Neuplanung. Zum Zeitpunkt der Baum-Aktion im Januar 2023 lag noch keine Baugenehmigung vor und ein Einfluss von Protesten auf die Planung war noch denkbar.

Entsprechend wurden bereits bei einer Demonstration im Oktober 2022 die Allee-Bäume symbolisch von Verkehrssenator Anjes Tjarks (als Maske) mit einer Motorsäge attackiert. Die Bäume an der Max-Brauer-Allee sind auch aktuell mit Kreuzen markiert und Plakaten behängt.

Zumindest eine alternative Planung, die ohne Fällung der Allee-Bäume auskäme, ist seit Jahren öffentlich bekannt; gleiches gilt für die Sanierung der Sternbrücke, die vom Denkmalamt der Kulturbehörde nach wie vor für richtig gehalten wird.

„Senat und Bahn wollen fast 90 Bäume für die schlecht geplante Monsterbrücke vernichten - die Hälfte ist bereits gefällt, weitere Fällungen sind für diesen Winter geplant. In der Stadtklimaanalyse 2023 der Umweltbehörde sind Max-Brauer-Allee und Brammerfläche als kritische Flächen gekennzeichnet, die im Sommer zu heiß werden. Bäume kühlen, spenden Schatten und sind für die Menschen vor Ort unverzichtbar,“ sagt Marlies Thätner, Sprecherin der Initiative Sternbrücke.

Seit im Februar 2024 die Baugenehmigung erteilt wurde, läuft die von der Initiative unterstützte Klage von Prellbock Altona e.V. gegen den Planfeststellungsbeschluss vor dem Oberverwaltungsgericht Hamburg. Ein Antrag auf Baustopp war im Mai abgelehnt worden, die Entscheidung in der Hauptsache steht noch aus. „Die Rettung der Bäume ist ein wesentlicher Grund für die Klage,“ erläutert Thätner.

Zum Verfahren gegen Pflug und Jaklic kommentiert Axel Bühler, Sprecher der Initiative Sternbrücke: „Der politische Konflikt um die Sternbrücke erreicht hier einen neuen Tiefpunkt. Die Staatsanwaltschaft hätte das Verfahren längst einstellen können. Es ist offensichtlich unsinnig, eine angebliche Sachbeschädigung von Bäumen anzuklagen, die aufgrund von Planungen von Senat und Bahn gefällt werden sollen. Wir können nur spekulieren: hier will Rot-Grün wirkungsvollen Protest von Bürger:innen mit Mitteln der Strafverfolgung unterbinden.“

Quelle: Pressemitteilung 04.11.2024

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